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Kasseler Neueste Nachrichtm
Kaffeler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Dienstag, 26. März 1929
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Mussolinis billiger Wahlsieg
Auch Südtirol mutzte antreten — Unser Zeppelin schon jenseits von Marseille
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Mutzwahlen für Mussolini
Marseille schon überflogen!
Die letzten Minuten vor dem Start. — Abschied von den Orientfahrern.
Ein Festtag für „ganz Italien." — Unter Aufsicht der Faschisten.
Marsaillc, 25. März. (Eigener Drahtbericht.) Um 7 Uhr 45 überflog „Graf Zeppelin" Mar- saille mit östlichem Kurs.
Friedrichshafen, 25. März. (Privattelegramm.) Tas Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute morgen um 0 Uhr 54 zu seiner Orientfahrt in Richtung Basel gestartet.
liebet den Abslug wird weiter gemeldet:
Friedrichshafen, 25. März. (Eigener Drahtbericht.) Nachdem man angesichts der nicht gerade günstigen Windverhältntffe — der Nordwest stand quer zur Halle — schon mit der Möglichkeit rechnete, daß der Aufstieg abgesagt werden sollte, entschloß sich Dr. Eckener doch noch zum Start. Nur die Angehörigen der Passagiere und der Besatzung/ Pressevertreter usw. waren in der Halle. Das Westtor, durch das die Vollmondnacht hereinschimmerte, stand weit offen. Kurz vor 12 Uhr betreten die ersten Passagiere die Halle, unter ihnen die Gräfin Branden st ein -Zeppelin. Dann geht die Besatzung an Bord. Die Passagiere sind fast vollzählig. Kurz darauf werden die Sand- söcke vom Schiff genommen. Punkt 12 Uhr gehen die meisten Passagiere an Bord. Da trifft auch
Sraatspräsiocnt Bolz mit'Minister von Guerart ein. Man hört, daß sie nicht frühzeitig genug geweckt worden sind. Dr. Eckener prüft mit seinen Offizieren die Windstärke. Ungeachtet des nicht günstigen Windes will er es jetzt anscheinend doch mit dem Aufstieg versuchen. Alles ist an Bord, der letzte Ballast fällt. Das Schiff wird ausgewogen. Nachdem man noch Wasser abgelassen hat, ist alles in Ordnung. Um 0 Uhr 46 Minuten setzte sich das Luftschiff in Bewegung. Die Posttionslaternen der Maschinengondeln blitzen aus und in wenigen Minuten ist das Schiff im Freien. Der starke Wind treibt das Schiff sofort leicht nach Süden ab, aber schon ertönt das Kommando .Kuftschiff hoch!" Die Motoren springen an, die Zurückbleibenden rufen dem Schiffe die letzten Grüße zu, die mit Lichtsignalen erwidert werden. Bald ist das Schiff mit Kurs nach dem Rhein entschwunden. Insgesamt nehmen 28 Passagiere, darunter drei Ingenieure der Werft, die Versuche anstellen wollen, an dem Flug teil Die Fahrt wird etwa vier Tage dauern. An Post wurden bisher fünf Säcke mit je 25 Kilogramm an Bord genommen.
Friedrichshafen, 25. März. (Eigene Drahtmeldung.) Das Luftschiff Graf Zeppelin befördert an Postsendungen vier Säcke mit einem Gewicht von 94 Kg, die aus 8500 Briefen und etwa 7000 Postkarten bestehen.
Basel, 25. März. (Privattelegramm.) Heute morgen 2 Uhr wurde die Bevölkerung durch starkes Motorengeräusch aus dem Schlafe geweckt. Gras Zeppelin, überflog die Stadt in Richtung aus Marseille. Das Luftschiff paffierte gegen 2 Uhr die elsässische Grenie von Hegenheim. Wegen des unsichtigen Wetters konnte man nichts sehen.
Wo Sckener entlang steuert
Freiburg, 25. März. (Privattelegramm.) Bald nach seiner Abfahrt aus Friedrichshafen wurde der Graf Zeppelin in Konstanz gesichtet. Um 1 Uhr 45 Min. überflog er Waldshut am Rhein. Aber die herbetgeeilte BevöUerung konnte wegen des Nebels nur das Motorge- räusch sehr gut hören. Das Luftschiff flog dann wieder den Rhein entlang und verließ gegen 2 Uhr das deutsche Gebiet bet Bafel.
Das Vech de« blinden vassagiers
Friedrichshafen, 25. März. (Eigener Drahtbericht.) In der Nähe der großen Werfchalle wurde ein junger Mann entdeckt, der sich trotz des strömenden Regens eingeschlichen hatte, um die Mutelmeerfahrt des „Graf Zeppelin" mitzumachen. Es ist der 20jährige österreichl- sche Kellner Herzog auS dem Salzburger Bezirk, der seine Stellung in Hamtover tmfgegeben hatte. Er gab an, daß er Flugzeugführer werden wolle und schon lange nach einer Mög- lickckeit gesucht habe, die Mttesfür seine Ausbildung aufzubringen. Wenn man mich, so
erklärte der junge Mann, als blinden Pasia- gier im Luftschiff gefunden hätte, wäre ich mit einem Schlage bekannt geworden. Run aber, so meinte er, ist es wieder nichts damit. Der Resignierte wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. _______
Wer erste Derkehrsflug nach Indien
London, 25. März. (Eig. Drahtbericht.) Der Luftdienst England-Indien wird am kommenden Sonntag durch den Staatssekretär Str Samuel Howard, der mitfliegen wird, eröffnet werden. Die neue Linie führt voraussichtlich übet Köln, Nürnberg, Belgrad und Saloniki. Auch wird vielleicht Kreta aus dem Wege nach Alexandrien überflogen. Diese Linienführung geht nicht über Italien. Zwischen Griechenland und Italien bestehen noch Meinungsverschiedenheiten über Die Führung der Linie. Griechenland wünscht, daß Athen als E t a p- p e benutzt wird, während Italien zu diesem Zwecke Navarino vorschlägt.
Schacht
soll Sün-enbock sein
Kenn die Paris:. Verhandlungen scheit.ru.
London, 25. März. (Eigener Drahtbericht.) Zur entscheidenden Phase der Reparationsver- handluugen berichtet ein Pariser Sonderkorrespondent, daß sowohl Einigung wie ein Scheitern möglich sei. Ohne ein von Dr. Schacht zu machendes Angebot sei aber der schließliche Erfolg der Verhandlungen ernstlich gefährdet. Für den Fall, daß Deutschland nicht bereit fei, eine annehmbare Summe anzugeben, seien die übrigen Mitglieder des Ausschusses in der Lage, in voller Uebereinstimmung auf eine Summe hinzuweisen, die ein angemessenes Angebot dargestellt hätte. Nur auf diesem Wege könnte die Verantwortlichkeit über ein Fehlschlagen der Verhandlungen auf die richtigen Schultern geraten. (!)
Umstrittene Steuern
Rur schwache Aussichten für freie Berufe.
Berlin, 25. März. (Eigener Informationsdienst.) Wie wir aus preußischen Regierungs- kreisen hören, hofft das Finanzministerium, die Zweidrittel-Mehrheit für die Gewerbesteuer der freien Berufe trotz Einspruchs des Staatsrats vom preußischen Parlament zu bekommen und sieht infolgedessen davon ab, die Novelle durch Notverordnung in Kraft zu fetzen. Der Landtagsbeschluß auf Ausdehnung der Gewerbesteuer auch auf die freien Berufe hatte allerdings schon vor geraumner Zeit im ReichswirtschaftSrat Zustimmung ge- funden.
(Siehe auch Bericht auf der zweiten Seite.)
€tn Ultimatum an Nanking
Die Generäle wühlen China wieder auf.
London, 25. März. (Eigener Drahtbericht.) Aus Hongkong wird bekannt: General Wang» schohung hat den Oberbefehl in Kanton übernommen und gemeinsam mit General Tangschitfchang in einem Ultimatum an die Nankinger Regierung die Freilassung von Lit- schaisum gefordert, der die Kwantunggruppe des Politischen Zentralrats führte. Bei Richter- füllung will et eine Expedition gegen Tschiankaischek entsenden. Es wird erwartet, daß von Kwantung 30 000 Mann entsandt werden, die sich mit 20 000 Mann auS Kwangsi vereinigen werden, welche gegenwärtig in Hunan einrücken.
Fachs letzter Marsch.
Mit Fackeln durch PartS zur Kathedrale.
Paris, 25. März. (Eigener Drahtbericht. > Die Leiche des Marschall Fach wurde Sonntag nacht von dem Triumphbogen nach der R o t r e - Dame-Kathedrale übergcführt. Sie wurde von Militär begleitet, das mit Fackeln ausgerüstet war. Trotz der späten Nachtstunde standen aus dem ganzen Weg; Neugierige Spalier. Der riesige Platz vor der Kathedrale war ebenfalls von Menschen dicht besetzt.
Rom, 25. März. Die sog. Plebiszit-Abstimmung über das neue Ständeparlament wurde am Sonnabend abend in allen Städten und Dörfern durch Propaganda-Versammlungen mit Kundgebungen, Festbeleuchtungen usw. eingeleitet. Die Wahlen tragen durchaus den Charakter eines befohlenen Volksentscheids für Mussolini und den Faschismus. Das Bild Mussolinis prangt auf allen Plakaten. Alle öffentlichen Gebäude, Denkmäler, Stauern usw. tragen Plakate mit dem einzige Worte: „Si" („Ja".) Der Pressechef Mussolinis sagte in einer Ansprache, es gehe lediglich um die Idee Mussolinis und Faschismus. Nach dem faschistischen Wahlgesetz sind jetzt in ganz Italien ungefähr drei Millionen weniger Wahlberechtigte vorhanden, als bei früheren Wahlen, nämlich nur 9% Millionen. Es macht sich überall eine starke Wahlbeteiligung geltend, da die
Stimmenthaltung aufs schärfste gebrandmarkt worden ist und z. B. in einem Maueranschlag der Kriegsteilnehmer als Landesverrat bezeichnet wird. Die faschistischen Vereine marschieren in geschlossenen Reihen zur Abstimmung. In den Wahllokalen standen die Wähler in langen Reihen. Viele wurden mit Pti- »ainuismibtKn von ;vufu>ifl<ti zur Abstimmung geholt Die Wahlbeteiligung betrug bis zu 95 Prozent.
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Leider nicht ganz freiwillig
Rom, 25. März. (Eigene Drahtmeldung.) UnterftaatSfctretär Bianchi, erklärte Vertretern der Presse: Bei den Wahlen im Jahre 1921 betrug die Beteiligung 58 Prozent, 1924 belief sie sich auf 63 Prozent, während die Beteiligung bei den jetzigen Wahlen 80 Prozent überstieg, sodaß eine wirkliche Volksabstimmung vorliege. (!) Bianchi hebt als Kennzeichen der Wahlen die vollkommene Ordnung und große Begeisterung hervor. Ihr Erfolg sei beispiellos.
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136 ooo fürchten Mussolini nicht
Rom, 25. März. (Eigener Drahtbericht.) Die Wahlen haben folgendes Ergebnis gebracht: Wahlberechtigte 9 650 570 Stimmen. Gewählt haben 8 650 740 Wähler, also 89,63 v. Hundert. Für die Regierungsliste stimmten 8506576 Wähler, gegen die Liste 136198 Stimmen. Ungültig 6824.
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Mussolini hat sich sozusagen mit dem Rohr- stock in der Hand am gestrigen Sonntag wählen lassen. Jeder Wahlfähige mutzte sich zur Wahlurne begeben. Denn wenn er sich nicht begibt, dann begibt sich was — mit ihm. Komische Sache. Dian muß wählen, aber darf nicht wählen. Tenn der ehrenwerte Italiener, dem eine weise Regierung auf Grund seiner amtlichen oder f ärgerlichen Stellung, seiner Zugehörigkeit zur faschistischen Partei oder der Höhe seiner Steuerzahlung die Pflicht einer Wablhandlung auferlegt, hat nicht das Recht zu wählen. Er darf nur einen Zettel abgeben, worin er mtttetlt, daß er die von der Regierung bestimmten „Abgeordneten" der neuen Kammer billigt. Weil der Wähler zwei Zettel erhält, sieht die Handlung so aus, als ob er wählen könnte; da aber der eine Zettel, derjenige mit „Ja" innen dreifarbig in „rot-weitz-grün" bedruckt ist, während der andere „Nein'-Zettel einfach weih ist, so kann auch der störrischste Mitbürger nur den richtigen bunten Zettel abgeben. So bedarf es gar keiner besonderen Machenschaften, um die staatsbürgerliche Zuverlässigkeit des Wählers zu kontrollieren. Wer wollte dann noch „wählen"?
Mit dieser Wahlregie war es allerdings kein Kunststück fast lückenlos am Sonntag die Wähler für sich entscheiden zu lassen. Wir wer- den nun bald wieder lesen und hören, wie gut und beliebt diese faschistische Regierung ist, weil das ganze Volk einmütig zur Urne gegangen und den von Mussolini bestimmten Volksvertretern seine Stimme gegeben hat. Wir wollen bann aber auch daran denken, wie diese Wahl zustandegekommen ist und dürften etwas den Kopf schütteln bei der Frage: Warum hat das faschistische Regime diese künst- liche Wahlmache nötig, wenn die Liebe des Volkes so groß zu der herrschenden Kaste ist,
daß von einem Wahlkampf gar nicht die Rede sein kann? Wir wissen aus anderen Quellen und Anzeichen, daß manches faul auch im Paradies der Schwarzhemden ist und können als würdige und verantwortungsbewußte Mitteleuropäer einenWahlkampf unmöglich als Volksentscheid der ösfentl. Meinung bezeichnen, bei dem der Opposition von vornherein ein Maulkorb vorgebunden und jedes Ventil zum Aus- strömen verstopft wurde. Ob darum auch bei allen Wählern so eitel Freude über das Ergebnis herrscht wie im Palazza Chigi?
Und doch mußte ein jeder Italiener jur Urne gehen. Wehe demjenigen, der fein Votum nicht abgegeben, der sich von der Wahlhandlung gedrückt hätte. Sein Name würde nicht unvergessen bleiben. Binnen wenigen Tagen würde er in Amt ober Geschäft den Druck zu fühlen bekommen, der auf Ungehorsam gegen einen faschistischen Befehl steht. Er könnte ruhig auswmidern, wenn er — dies dürfte. Aber die Grenzen sind ihm verschlossen. Also mußte jeder, dem Familie und Vermögen, bürgerliche Existenz und Stellung lieb sii.d, am Sonntage von Palmarum sein- Wahlpflicht erfüllen. Nun sollte man meinen, daß unter diesen äußeren Umständen eine Wahlpropaganda gar nicht mehr nötig sei. Man könnte eigentlich annehmen, daß es auf die paar Stimmen gar nicht ankam, die vielleicht dadurch fehlen würden, daß geschickte Leute sich in irgendeiner Weise durch Ausreden von einer Wahlhandlung drücken, bei der sie gegen ihr Gewissen „ja" sagen müssen. Aber auch diese geringe Zahl von Stimmen wollte die Regierung nicht missen. Der Wahlsonntag sollte der Welt eine Einmütigkeit der öffentlichen Meinung in Italien zeigen, wie sie noch niemals dagewesen ist. Außerdem sollte durch die Wahlpropaganda der Eindruck erweckt werden, er» handele es sich wirklich um einen Wahlakt. Mussolini hatte zuerst auf der Wahltrommel sein eigenes Lob g.sungen und dann seine Abgeordneten über das Land ausschwärmen lassen, um nach wohlgeordneten Plänen die Wohltaten und Erk Ige der faschistischen Regimes zu predigen, während die Zeitungen von L-whymnen auf die Taten der Regierung über- flössen. Man '-alte die Wahllisten genau durch- gesehen und ein umfassender Schlepperdienst war eingerichtet, damit auch nicht der Harmloseste mehr naditrägltd? etwas von „vergessen" ober „nicht so.Hörnen" flunkern konnte.
Terrormahlen in Süötirol
Wie Mussolini die Widerstrebenden an die Urne zwang.
Innsbruck, 25. März. (Privattelegramm.) Der Wahlsonntag in der Provinz Bozen ist ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung betrug achtzig Prozent. 38 234 stimmten mit Ja, während mit Rein 2809 stimmten. Ungültig waren 96 Stimmen. Der Wahltag hat sich in Bozen und den Kreisen des übrigen Südtirol im Geiste des Terrors vollzogen. Die Behörden drängten rücksichtslos die von ihnen Abhängigen zur Beteiligung an der Wahl. Besondere Verstimmung hat hervorgerufen, daß der Fürstbischof von Trient vorher an alle Dekane seiner Diözese ein Schreiben erlassen hat, damit sie und alle ihnen Untergebenen zur Urne gehen. Eine Kontrolle der von den behördlichen Stellen gemach, tcn Angaben war unmöglich. 1921 gingen fast 99 Prozent der Südtiroler Wähler an die Urne. Der Deutsche Verband erhielt 36574, die deutsche Sozialdemokratie 3993 Stimmen, die Italiener hatten gar keine Liste aufgestellt. 1924 brachte es die italienische Partei trotz deS Regierung». Apparates nur auf rund dreitausend Stimmen.
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Innsbruck, 25. März. (Eigener Drahtberichtj Die faschistische Bozener Alpenzeitung brachte vor den gestrigen Wahlen in Plakatform folgende Worte: „Wer eine Neinstimme abgibt oder sich der Stimmabgabe ganz enthält, ist ein Verräter und Defekten».