Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

MtmONNTAGS

SEH

MW

UWF

auch er:

rum auch?

# SS ss ee

Nr. 71

Neunzehnte Jahrgang

chen Dingen überall die unzähligen Kronen und Adler und sonstigenVorkriegsenbleme

III

W

daS ihm manche Zeikgenoffen scheinbar nicht gönnen. Mit Schaudern mutz man sehen, was aus unfern schönen Papierkörben im Laufe eines Jahres geworden ist. Grau und braun, zerschlissen und schäbig stehen sie heute, sich schämend in der Hellen Frühjahrssonne und klagen an (Bild 4). Sie finden keinen An­walt, der sich ihrer annimmt, im Gegenteil: mehr als einmal kommt es vor, datz Leute, die nicht wissen, wohin mit ihren überschüssigen Kräften, sie über Nacht aus dem Boden rei- tzen und spazieren tragen und ebenso wie die, die nicht glücklich sind, wenn sie das schöne Weitz nicht beschmieren können, der Stadt un-

verpklichtet . . .

Nie alle öffenttichen Dinge. Selbst ein Papierkorb hat ein Recht am eignen Leben,

< Vellage

Sonntag, 24. März 1929

II * M ;

Jahr ebenfalls Gefahr läuft, zurosten'. Die Etatjonglierkünste im Hause des Rates haben auch den Etat dieser von allen -Schulkindern und Eltern als eine Wohltat empfundenen Schule so stark beschnitten (von 69000 auf 30000 Mark) daß die Schule damit gerade zwar den Verpflichtungen, die sie der Regierung gegen­über für Ueberlaffung des Platzes hat, nach­kommen kann, aber weiter reichts auch nicht! Es ist kein Geld da für die Verpflegung (das alles der Kasseler Geschäftswelt zugute kam) Wenn nicht einWunder, geschieht, wird es in diesem Jahr dort oben am Waldeshang in den freundlichen Häuschen unter grünenden Bäumen (Bild 7) still und ruhig bleiben.

ss ee SB BB BB BB BB

BB BB IM SB

stand; Verzierungen brechen aus, Rost zerfrißt die Gitter, an denen die Schutzsarbe lose blät­tert. Auch für dieses Geländer kann ein Tag kommen, an dem es zu spät ist und es, buch­stäblich, zum alten Eisen fliegt.

Nicht ganz so wörtlich ist das bei der Städtischen Waldschule zu nehmen, die dieses

L'-WM-'

Kein Geld kein Geld' bimmeln die Rat­hausglocken ... wo ist der Retter, der der Stadt Kassel ihre Waldschule erhält, die mit so großen Hoffnungen ins Leben gerufen wurde?

Aber was sind Hoffnungen, waS Pläne..? Als mit enormem Kostenaufwand der Frank­furter Bergumgebaut' wurde, sollt« der Fahrzeugverkehr durch diese Lösung völlig ge­trennt vom Fußgänger sein. Grau, lieber Freund, ist alle Theorie: lustig wandern heute die Schulkinder auf den schmalen Notwegen am Straßenrand entlang, namentlich an der großen Kurve dadurch in Madiger Lebensge­fahr schwebend (Bild 5). Es ist niemand da, der ihnen das verbietet und niemand, der für Unglücksfälle, die sich erschreckend leicht erge­ben hönnen, haftet. Aber es sind nicht NKk die Kleinen. Auch Erwachsene benutzen mit Vorliebe die Fahrstraße hier als Promenaden­weg, obgleich ihnen kein schützender Bürger­steig winkt und sie wissen müssen, daß dzr

Das Telefon hatte keine ruhige Sekunde. Furchtbares reifte in rätselwütigen Hirnen. Familienmitglieder entzweiten sich, Stammti­sche gingen in die Brüche, Wetten zu aben­teuerlichen Bedingungen wurden geschlossen... einer fragte den andern, zermarterte sich den Kopf: was geht am Postamt 2 vor? Die mei­sten Lösungen sielen auf die Uhr, die lei­der zu früh bejubelt wurde. Andere wie­der träumten von einer Lichtreklame, die we­nigsten Sttmmen erhielt der Eier malende Post-Osterhase. Das Wettfieber stieg auf den Siedepunkt, als auch am Postamt 1 am Kö­nigsplatz ein Gerüst aus der Erde wuchs und an gleicher Stelle wie am Postamt 2 geheim­nisvolle Arbeiten begannen. Und es zeigte sich, daß sämtliche Wetten . . . verloren wa- ren. Denn es wird keine Uhr, keine Lichtrekla- me, kein Osterei die Post will sich ein neues Wappenschild hauen lassen (Bild 3). Sie hat das alte satt. Sie nimmt Answß an seiner .vorkriegsmäßigen' Ausführung und möchte sich gern alsDeutsche Reichspost' zeigen. Wä­re sie konsequent, müßte sie an sämtlichen schmiedeeisernen Türen, Fenstern und ähnli-

nötige Kosten verursachen und das Sttaßen- bild mutwillig verderben.

Aehnlich wie den Papierkörben gehts auch andern Dingen, die Wind und Wetter ausge­setzt sind. Und schon tritt ein neuer Hilsesu- chender auf den Plan: bei der Instandsetzung der Orangerie, die sich ja jetzt im neuen Kleid präsentier^ vergaß man das Geländer, das, als besonderes Zeugnis handwerklicher Kunst die Treppen zu den Anlagen ziert (Bild 1). Es befindet sich in einem jämmerlichen Zu­

vernichten. Sie tut das aber nicht, sondern sagt sich mit Recht: es wäre Unfug, denn es nimmt niemand Anstoß daran und verlangt kein vernünftiger Mensch. Wa- , Juf unserm Polizeipräsidium sitzt auch noch seelenvergnügt eine große Krone auf dem Dach und darunter am Balkon derneue' Adler Aber die Post will wenigstens zeigen, daß sie mit der Zeit schreitet.

Ändere Dinge siebt sie allerdings nicht. Wenn die Fernsprechstellen imGlashaus' auch von privater Seite aufgestellt sind, so Hal die Post als Nutznießer doch gewisser­maßen eine moralische Pflicht, sie zu beaufsichtigen. Und wenn dieNormaluhr' der Zelle am Königsplatz seit bald undenklicher Zeir mir konstanter Bosheit auf zedem Ziffer­blatt eine andere Stunde zeigt (Bild 2) aus der man sich durch die einfache Methode des Addierens sämtlicher Zeiten und Dividieren der Quersumme durch Wurzel aus 365, manch mal sogar die richtige herausrechnen kann, so muß der Post, auch wenn die Sache sie gar- nichts angeht, doch der Vorwurf der Läffigkerl

w

I

w

. N , MMMi I «N I KKK« r iBseEKS :i

1 M

2 W

ä i 1

**

t V.

- <