Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Dienstag, 19. März 1929
Die Saardeutschen halten zu uns
Die meisten Mississippi-Opfer gerettet — Blutiges Bürgerkriegsringen in Mexiko
Katholische Saardeutsche gegen die Aufsaugung durch Paris.
die Notlan-
Doch die tAuffttlnbischen Sieger?
Newyorl, 18. März. (Funkspruch.) Vor der Einnahme wurde Torreon von Flugzeugen aus mit Bomben belegt. Vier Personen wurden dabei getötet und ein französischer Staatsangehöriger verwundet Ein Flugzeug wurde von den Aufständischen abgeschoffen. Bei St. Pedro stellten sich die Aufständischen zum Kampf. Nach erbitterter o blocht, bei der es ca. zweihundert Tote gab, gelang es den Aufständischen, dreihundert Mann Regierungstruppen gefangen zu nehmen.
.... ---------- ------------ Das Flugzeug
raste mit aller Gewalt in den Güterwagen und wurde vollständig zertrümmert. Der Führer und sein Begleiter wurden abgeschleudert
gleichen Namens wurde besetzt. Mehrere hunderr Mann der Bundestruppcn geiö.er, eine große Anzahl gefangen genommen. An- dererseirs haben die Negierungstruppen D u- r a n g o zurückerobert und die Aufständischen vernichtend geschlagen.
Feststellungen ist in Geneva nur eine Person ums Leben gekommen. Dringende Forderungen nach Typhusserum sind aus Garland etngetroffen, und eine angemessene Menge wurde abgesandt. Die Regierung beabsichtigt, an die gesamte Nation einen Appell des Roten Kreuzes zu veröffentlichen, um Fonds zur Unterstützung der 15 000 obdachlosen Personen zu sammeln. (Vergl. auch 1. S-, 2. Beil. D. Red.) ♦
Dir Hochwaffel zone unter Standrecht
Atlanta, 18. Dezember. (Durch Funkspruch.) Wie verlautet, wurde in Elba und Geneva in Alabama das Standrecht ausgerufen, um Plünderungen zu verhüten.f Die Zahl der bis jetzt bekannten Unglücksfälle infolge Hochwassers beträgt 17.
. .9R”r$- Drahtbericht). Bei I und blieben etwa 30 Meter entfernt, schwer
de« Absturz erneS groyen Paffagrerflugzeuges > verletzt liegen. Di- 13 Passagiere, darunter Nähe des Flugplatzes von New Jersey eine Frau, wurden buchstäblich zermalmt.
wurden drerzehn Personen getötet und drei ----1 *
Diplomatentoas e m Vatikan
Rom, 18. März. Kardinalstaatssekretär Gasparn begrüßte bei einem. Frühstück zu Ehren der diplomatischen Vertreter die Gäste im Na- men des Papstes im Vatikan und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Einigkeit unter den Nationen sich festigen möge. Der Gesandte Bra. plrens schloß pch als Doyen seinen Wünschen für die Eintracht unter den Nationen an und trank auf die Gesundheit, das Glück und d-n Ruhm des Papstes. Gafparri erwiderte mit den besten Wünschen für die Wohlfahrt seiner Gaste und deren Völker.
Nework, 18. März. (Durch Funkspruch.) Die Ueberschwemmungen in dem Bezirk (Alabama) haben Sachschäden in Höhe von über hunderttausend Dollar angerichtet. Z. Zt stehen 10 000 Quadratmeilen Land mit 25 Gemeinden unter Wasser. 25 000 Personen sind obdachlos. Den Hilfsmannschaften ist es nach 36ftündigen Anstrengungen gelungen, von den 3000 Einwohnern der Stadt Elba, die aus die Dächer geflüchtet waren, 2800 in Sicherheit zu bringen. Die Zahl der Opfer ist noch nicht ermittelt. In Elba wurden vier Leichen ge- boraen. 15 Personen werden noch »ermißt.
Montgomery (Alabama), 18. März. (Durch Funkspruch.) Die noch in der Ueberfchwem- mungszone Befindlichen werden z. Zt. verpro- viantiert. Das Wasser ist in der Zone von Geneva zwölf Fuß tief. Nach den bisherigen
Volk gegen Fürst
Auch Monaco wird lebendig.
Paris, 18. März. Wie aus Nizza berichtet wird, haben die Bewohner des Fürstentums Monako gestern in einer von 600 Teilnehmern (bei 700 Wahlberechtigten) besuchten Versammlung einstimmig gegen die vom Fürsten verfügte Verschiebung der Wahlen protestiert. In Monoka war schon große Erregung entstanden, als vor einigen Monaten der Nationalrat vom Fürsten ausgelöst wurde.
Zwei Siege in Mexiko
Torreon kampflos genommen. — Dafür eine blutige RegierungS.schlappe.
Mexiko, 18. März. (Eig. Drahtbericht.) Der wichtige Eisenbahnknotenpunkt Torreo» ist, wie amtlick, bekannt wird, von Ben Bundestruppen kampflos genommen worden. Die Aufstän- dischen ziehen sich in Unordnung nach dem Norden zurück. Die Regierungs-Kavallerie versucht, den Aufständischen die Rückzugslinie abzuschneiden. Die Revolutionäre dürften sich in kürzester Frist unterwerfen. 87 Offiziere, die im Staate Vera Cruz zu den Aufständischen übergegangen waren, wurden vor ein Kriegsgericht gestellt. Die unteren Chargen wurden freigelafseu.
Daß die Aufständischen sich noch verzweifelt wehren, besagt die folgende Meldung:
London, 18. März. Eig. Drahtbericht.) Aus dem Hauptquartier der Aufständischen in Jua- rez wird gemeldet, daß die Regierungsstreitkräfte im Staate Aguascalientas entscheidendgeschlagen worden seien. Die Stadt
Lin neuer Balkanpakt
Der Freihafen für Südslavien-Gricchenland Freundschaftspatt später.
verletzt. Es handelt sich um ein Riesen- ^"rb-Flugzeug mit drei Motoren, daö mit 15 Personen zu einem Rundflug aufgestiegen war. Schon beim Start kam der Appa- rm infolge eines Motorfehlers nur schwer hoch In etwa 200 Fuß Höhe setzte Plötzlich einer der drei Motore aus und der Führer schickte sich an zu landen. Der Abstieg ging soweit glatt vonstatten, bis der Apparat plötzlich gerade über den Eisenbahnanlagen ins Wanken geriet. Auf den Schienen standen Güterwagen und dem Führer gelang es nicht mehr, diesen zu überfliegen, um auf dem da-
Dw Diktaturschutzgesetze Primo de Riveras gehen aber noch weiter. So ist verordnet worden, daß der spanische Ministerrat das Recht erhalt, alle beamteten Persönlichkeiten, aus ihrem Dienstverhältnis zu entlaffen oder ste zu versetzen oder ihre Gehälter zu kürzen, falls sie irgendwie erkennen laflen, daß sie mit dem augenblicklichen Regime in Spanien nicht einverstanden sind oder gar gegen die Regierung irgendwie auftreten. Am bedenklichsten ist die Vorschrift, solche Bürger durch eine Einzeichnung in bestimmte Listen der Regierung namhaft zu machen, damit einem ungehemmt len Denunziantentum im Lande Tür und Tore geöffnet werden, ist selbstverständlich In der Tat ist es ja auch jedem Angehörigen der „Union Patriotica" ein Leichtes, persön- Uche Differenzen mit der Partei Fernstehenden durch Eintragung dieser Gegner in die betres- fenden Listen rasch und höchst .zufriedenstes- lend zu regeln. Mit solchen Stümpermitteln schasst einer natürlich im Lande die geschlos- sene Einheit nicht, die Mussolini dank eines j ungleich glücklicheren und verständnisvolleren Vorgehens hatte gründen können. Immerhin tut man gut daran, die augenblicklichen Wirren in Spanien nicht als ein Vorbote des bal-
Rnmmer 66 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
ZentrumSPartei des Saargebietes, daß Frank- retch keinerlei Ansprüche, weder geschichtliche noch wirtschaftliche auf daö Saargebiet habe, i ~ ?-ttf°?rbev°lkeruna wolle die baldige und V0k OCtt AttgSN -0« UkttNKeN die vollkommene wirtschastlsthe und "olitische ®ln 6Iut‘8eS Banditendrama im Spital Wiederherstellung des Zustandes, wie er vor ‘ i0 <mx" ~ '
dem Weltkriege bestanden habe. Alle anderen Lösungen der Saarfrage lehne sie mit aller Entschiedenheit ab. Kein einziger Saardeutscher, kein Fuß breit saarländischen Bo- dens, kein Pfund Saarkohle dürfe dem Vaterland entzogen werden.
Lebensmüde Wiener
Fünf Fälle an einem Tag.
Wien, 18. März. (Privattelegramm.) In Wien haben sich am Sonnabend fünf Personen das Leben genommen und einige andere Selbst. Mordversuche gemacht. Ein jugendliches Liebes, paar hat sich durch Leuchtgas vergiftet. Auf einem Zettel sprach es die Bitte aus, gemein- fnm beerdigt zu werden. Infolge schwerer Notlage hat sich eine Witwe mit ihrem sechzehnjährigen Sohn zusammen daS Leben genommen. Ein unheilbar kranker Arzt hat Selbstmord begangen, indem er Limunal und Veronal einnahm und in einem hinterlassenen Briefe bat, man möge von Wiederbelebungs- versuchen absehen. >
ble lebtghd) das Interesse der Regierung widerspiegeln, mit der politischen Stellungnahme der betreffenden Zeitung aber nicht das Geringste zu tun haben. Bedenkt man nun, daß auch das M i 11 e l der Z e n s u r durchaus ge- eignet ist, die Tendenz der Zeitung wunschge- mäß zu beeinflussen, so wird man es verste- hen, daß die spanische Presse heutzutage ein ausgesprochen uniformiertes Aussehen hat.
And wiederPoincare
Zwischenfälle beim Demokratenbankett.
„ Paris, 18. März. Bei der Rede des «6g. Se Troquer auf dem Schlutzbankett des De- mokrqjen-Kongreffes suchten die Kongreßteil, nehmer Le Trocquer am Sprechen zu verbin- dern, da sie ihm seine Haltung gegenüber dem Ministerpräsidenten zum Borrwurs machten. Le Trocquer wurde mit den Rufen begrüßt: „Es lebe Poincare, Hinaus!, auf den Babn- Hof!" Ein Teil der Anwesenden suchte für Le Trocquer Partei zu ergreifen, was zu einem Tumult führte, der auch, als es Le Troc- quer gelang, sich Gehör zu verschaffen, wieder aufflammte. Nach der Bolout« war die Kundgebung darauf berechnet, Le Trocquer zu verhindern, für die republikanische Konzentration und für die Annäherung der De- mokratischen Allianz an die Linksparteien sich einzusetzen.
। Warschau, 18. März. (Eigene Drahtmel- düng.) Im Staatlichen Spital der Vorstadt Prag« wurde gestern eine alte Fehde zwilchen Einbrecherbanden blutig ausgetragen. Zur Be^ suchszeit saß der Einbrecher Przezinski, der Führer einer Diebesbande, in einem Kranken- fool der Frauenabteilung am Bett seiner @e' "ebten. Plötzlich erschien, begleitet von zwei Spießgesellen sein Todfeind, der Bandit Dusznikiewirz. Rach einer kurzen Auseinandersetzung in Gegenwart der Kranken und der Krankenschwestern riß Przezinski einen Re- vower aus der Tasche und schoß Disznikiewicz und einen seiner Begleiter nieder. Beide waren aus der Stelle tot, der dritte ergriff die Fluchte Unter den Kranken entstand eine furchtbare Aufregung. Przezinski aber setzte sich, als ob nichts geschehen wäre, wieder ans Bett seiner Gelieb- ten und ließ sich dann ruhig von der Polizei ab- sthren. Die Streitigkeiten zwischen den beide« Banden hatten in den letzten Monaten schon vrei Menschenopfer gefordert.
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mäkiaer ßfefenina ift oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnunas*
Genf, 18 Marz. (Eigene Drahtmeldung.) Die griechischen und südslavischen Außenminister haben am Sonntag sechs Protokolle unterzeichnet, in denen sie die mit der Errichtung der südslawischen Freihafenzone in Saloniki zusammenhängenden Fragen, betreffend den Bahngü- terverkehr, Hafen-, Zoll- und Postdienst usw. geregelt werden. Alle nach den Verhandlungen mit Pangalos im Jahre 1923 noch offen geblie- denen Fragen sind bereinigt. Alle füdsavischen Aus- und Einfuhrgüter in der Freihafenzone wie anch auf dem Bahnweg bis zur füdslawi- scheu Grenze werden keinerlei Kontrolle der griechischen Behörden unterworfen. Der Freund- fchafts- und Nichtangriffspakt, über dessen Ab- schlutz von den beiden Außenministern in Genf und Paris ebenfalls eifrig verhandelt wurde, konnte noch nicht fertig gestellt werden. Die Ver- Handlungen werden in Belgrad fortgesetzt wer- beiL
Ingen Sturzes der Diktatur zu bezeichnen terwagen und dem Führer gei Diese zahlreichen Putsche sind zwar kennzeich- mehr, diesen zu überfliegen, um nend für die Stimmung gewisser intellektueller I hinterliegenden freien Gelände Streife, aber bisher sind diese Empörungswel- I Dung vornehmen zu können T len noch immer sehr rasch verebbt. Auch Pri- raste mit aller Gewalt in den Gü tno de Riveras Stern scheint noch nicht ganz | wurde vollständig zertrümmert, erlöschen zu wollen. •
Zwei Diktaturen
Mil Primo de Rivera geht es abwärts.
Diktaturen hat es immer gegeben, nur ihr Charakter hat sich im Laufe der Zeiten gewan- delt. Erfüllte sie in früheren Zeiten den Begriff einer rücksichtslosen Gewaltherrschaft, so hat sie sich mit Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer dogmatischen Lehre gewandelt, jedenfalls zu einer Institution, der gewisse Ideale nicht abzusprechen sind. Der Schöpfer der modernen .Diktatur" ist Mussolini, besser gesagt der Faschismus. Alle Versuche, dieses spezifisch-italienische Gewächs anderen Ländern aufzupsropfen, sind fehlgegangen. Davon kann Primo de Rivera ein Lied singen. Sichtlich bemühte sich der spanische Diktator, Methoden und das Dogma des Faschismus auf die spanischen Verhältnisse abzuwandeln. Diese Versuche sind gescheitert. Primo de Rivera stützt seine Macht zwar auch auf eine Partei, die .Union Patriotica", aber diese Partei in ihrem I losen Gefüge läßt sich in keiner Weise mit dem festzusammengeschweißten Körper des italienischen Fascio vergleichen, wenn auch Grün- dungsgeschichte und Organisation deutlich zeigt daß hier ein Mussolini das Beispiel gab Aber die Unterschiede fallen doch ins Auge. Die Dämonie Mussolinis ist seinem schwäche- I ren Kollegen in Madrid versagt. Seine Gefolgsmannen verherrlichen weniger ihn als den Staat. Aber dieser Idealismus kann niemals den Schwung aufbringen, den der ita- I lienische Fascio unbedingt hat, weil die Par- I lei an und für sich viel zu lose zusammenge- ballen ist und auch gewisse nicht ganz unegoi- I stische Interessen die Mehrzahl der Parteimitglieder bindet.
13 Tote unter dem Luftriesen!
Ein Ford-Flugzeug rast gegen den Güterzug.
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig. jg Jahrgang
Saarbrücken, 18. März. (Prtvattelegramm) Am Sonntag faßte hier der Zentrumsausschuß eine Entschließung, in der es beißt: In der letzten Zeit befaßt man sich in Frankreich auffallend viel mit dem Saargebiet. Es wer- den für die endgültige Regelung der Saarfrage verschiedene falsche politische und wirtschaftliche Feststellungen gemacht, die zum Teil mehr oder weniger
verschleierte Aufsaugungsbestrebu^oen darstellen. Allen diesen französischen Vorschlägen und Erörterungen gegenüber erklärt die
Die Sintflut am Mississippi
25 Dollar-Dörfer unter Wasser. — Opfer noch unbekannt.
Wenn in Spanien in der letzten Zeit die Zustände sich äußerst kritisch zugespitzt haben und sich jetzt auch der Kern und die Creme der Studentenschaft sich zum Träger der Aufruhrbewegung gemacht hat, so ist dies nicht zum mindesten die Folge der neuesten spanischen Diktaturgesetze, die gleichfalls sehr stark die Schule Mussolinis verraten, im Gegensatz aber zu den Diktaturgesetzen eines Mussmini nichts Zusammenfassendes, sondern nur Abwehr, Empörung und Wirrnis zeiti- gen. Daß die spanische Presse einer sehr scharfen Vorzensur unterliegt, weiß man. Mit die- sem negativen Mittel einer Beeinflussung der Presse gibt sich die spanische Diktatur aber
nicht zufrieden. Sie dekretiert diktatorisch, daß . — _
I Die Saar ist und dieidt deutsch
also angefüllt mit Ansichten und Meldungen,