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Kasseler Abendzeitung

Dor.«Llstag, 14. März 1929

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Einzelpreis: «onntagS 20 Pfennig. 19. Jahrgang

Nummer 62 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig-

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»»fielet Abendzeitung W Hessische Abendzeitung

Polens Angst um die Sstgrenze

rrachwchsn 6ee S-paratist-nzrit-n - Englands Zeppelin« «Is «onhuerenten

Schon wieder Wassermangel

vor allem ame- e.r zuführen.

Stimmungsmache für dir Suropadank

London, 13. März. (Eigene Drahtmeldung In einem Pariser Bericht wird darauf hinge wiesen, dass Sir Josua Stomp bereit» am 30.

Der BulgarenkHnig in Oppeln

Wien, 13. März. König Boris ist nach vier­undzwanzigstündigem Aufenthalt in Wien wieder abgereist. Setn vorläufiges Atel tst Oppeln rn Schlesien, wo er seine dort le­bende Schwester besuchen will..

Sozialdemokratie annehmbarer erscheinen dürften als die Forderungen der Volkspartei. Die Mehrheit, die den Reichs- Haushalt annimmt, dürste dann auch diejenige sein aus der sich die Reichsregierung bei ihrer unausbleiblichen Neubildung im Früh-, jahr rekrutieren wird. Man spricht in- solgedcssen in Kreisen der Linken bereits von einer Regierung der Sozialdemokraten, Zen­trum und bayrischer Volkspartei ohne die deutsche Volkspartei, obwohl diese Aeußerun- gen wohl nur Versuchsballons sein dürften.

$06 Weltbankbiira

Der Plan wohl zu überlege«.

Tschitscherin ausgeschaltet?

Seine Berliner Kur gleicht einem Exil.

Berlin, 13. März. (Funkdienst.) Einem Pressedienst zufolge halt sich der russische Au-

Preisniveaus und die Schaffung emer wterna- tionalen Körperfchaft für diesen Zweck befür- wartete. Anscheinend w'll man damit bi« Grün­dung einer internationalen Bank beseitigen, da der Bericht andernfalls starke Bettuste für die Londoner Pankwelt ankündigt. Di« brUische Delegation sowie die RotenbankprafideMen der Vcreiniglten Staaten, Frankreichs und ^utsch- landS hätten der Zentralbank schon zugestimmt.

Strenge Vorschriften in Chemnitz.

Chemnitz, 13. März. (Privattelegramm.) Infolge des starken Trinkwaffermangels hat der Magistrat das Baden bis aus weiteres verbo- ten. DaS Wischen und Scheuern darf nur mit gebrauchtem Wasser vorgenommen werden. Tic Klosetts sind nur mit gebrauchtem Wasser zu spülen. Jede Haushaltung darf im Monat nur einen Tag das Waschhaus benutzen. Die HauS- besitzet haben die Zuleitungen zu den Spul- aborten und Badeeinrichtungen a b z u ste l l e n. Zuwiderhandlungen werden hoch bestraft. Außerdem wird die Zuleitung nach den betref­fenden Häusern gesperrt.

Auch Englands Zeppeline starten

Im Frühjahr Flug nach Aegypten-Indien?

London, 13. März. (Eig. Drahlbericht.i Wie im englischen Unterhaus mitgeteilt wurde werden die Luftschiffe R. 100 und M schon 'm Frühjahr fertiggestellt sein. Die Bersuchs- fahrten sollten schon in der nächsten Woche stattfinden. Wenn sie zufriedenstellend auSfal- le«, so soll das Luftschiff eine Reihe von Flu­ge« über der englischen Küste unterneh­me«. Es sei da«« vorgesehen, daß R. 101 einen Flug nach Aegypten und Indien macken soll. Tas Luftschiff R. 100 würde fei«« Bersuchsfahrten fortfetzen.

Berlin, 13. März. (Eig. Informationsd^) Der Reichsfinanzminister wird Notetat und Haushalt für 1929-30 am Montag im Reichs­tag begründen. Der Motel al enthalt außer der Ermächtigung «och die Bestimmung, daß ,ur die Dauer des RotetatS die Vorschriften des Biersteuergesetzes bestehen blerben. Damit s das Fortbestehen der Kontlngentierung gesichert, die nach dem Biersteuergesetz am 31. März aufhören würde und es wird Zett ge­wonnen für bu endgültige Lösung der Novelle .um Biersteuergesetz. Ferner wird der Fl- nanzminister ermächtigt sür die Forderung des deutschen

Außenhandels Garantien im Betrage von

Paris, 13. März. (Eig. Drahtbericht ) Einem Blatt zufolge soll Trotzki i« Daraseon in Frankreich eine« Grundbesitz gekauft haben. Trotzki werde am 17. oder Marz Konstan­tinopel verlassen und sich zunächst »ach Mon­tan a in der Schweiz gegeben, wo et die Ein­reiseerlaubnis «ach Frankreich abzuwarte« ge- ^Trotzki will sich zunächst nach Montpellier begeben und dort eine Operation vornehmen lassen Den April und Mai werde er t« Nizza in einem Hotel, in dem bereits Zimmer für ihn reserviert seien, verbringen und alsdann in sein Haus nach Tarraseon.

ßenkommiffar Tschitscherin nach keiner Kur in Frankfurt seit Monaten in entern Sana- } or i um in Berlin-Grünewald auf, ohne daß über seine Gesundhelt zuverlässig etwas verlautet. Auch die russische Botschaft hüllt pich in Schweigen, da nur eine sehr geringe Füh­lungnahme zwischen Tschitscherin und Kre­stinski besteht. Aus Grund der neuen Kon- stellation in Rußland mehren sich daher schon gewisse Anzeichen, die erkennen lassen, daß der Aufenthalt Tschitscherins in Berlin nicht ganz freiwillig sei, kondern ei n e m E x i l gleiche. Litwinow durfte letzt als eigentlicher Außenkommlssar anzusehen sein.

polens schlechtes Gewissen

Der Grund für die Entdeutschungspolitik.

Paris, 13. März. (Eig. Drahtbericht.) In einem Presseartikel über die polnische Politik, der Eindeutschung heißt es, daß sich Hutter dem Chauvinismus die tieferen Grunde der polnischen Außenpolitik verborgen halten. <z« der Tat lege man sich mehr oder weniger Rechenschaft darüber ab, daß die Festsetzung der Ostgrenzen des Landes wie sie in Versailles gezogen wurden,, eine F.ehler- scheinung sei und daß die of,entliche Meinung immer mehr und mehr von der Unmöglichkeit ihrer Aufrechterhaltung durchdrungen sei. Obwohl man laut das Recht behauptet, Gebiete, wie den Korridor oder das polnische Oberschlesien zu besitzen, scheint dieses Recht nicht mehr dauer­haft zu sein. Auf jeden Fall befürchtet man in Polen mehr oder weniger, daß von neuem die Frage der deutsch-polnischen Grenze aufge­worfen wird.

Die ganze zivilisierte Welt ist sich heute da­rüber kür, daß die Liquidierung des Krieges und seiner Schäden, d. h. der Ausgleich der Miiertenschulden mit der Versailler Repara­tionspflicht letzten Endes doch zu einer Ver­einheitlichung des Finanzwesens und der Fi­nanzpolitik der Mächte führen muß, und daß die hierdurch bedingten Neueinrichtungen viel­leicht den Anfang zu engeren wirtschaft- lichen Verknüpfungen und Fntereflen- «emeinschaften bilden werden. Namentlich die Amerikaner haben sich unbeschwert von histo­rischen Reminiszenzen und von Traditionen, wu einer geradezu verblüffenden und oft klas­sischen Nüchternheit der Gedankengänge uns Entwürfe durchgerungen. Wer wie z. B. Mor­gan und feine amerikanischen Freunde ge­wohnt ist, nur noch international zu denken, und sozusagen die Welt als seinen slnanz- politischen Tummelplatz zu betrachten, mag innerlich den Plan einer Reparations Zen­tralbank für die einzig mögliche Losung hal­ten. Anders denken natürlich die Franzosen und Engländer. Ihnen verursacht die Kuhn- beit des Projektes, die Größe des Bankkapi- tals und die -----

6s tann lange bauern

Schacht'« Rückkehr nach Paris.

Berlin, 13. März. (Eig. Informations­dienst» Reichsbankpräsident Dr. -schacht. Hai ge- stern abend, nachdem er dem ReichsPragdenten und dem Reichskanzler ufw über dte Pariser Konferenz berichtet und an der /Hochzettsetner Tochter teilgenornrnen hatte, seine Rerse «ach Paris angetreten. Er hat keine besonderen Instruktionen mitgenommen. 3nt Ucbrigen rechnet man damit, daß die Beratungen sich noch längere Zeit hinziehen dürften- da dw Höhe der deutschen Zahlungen überhaupt noch nicht erwogen worden ist und die inoffiziellen Vernehmungen darüber roch eine sehr große Kluft zwischen den Standpunkten erkennen lassen. ______

Strrdententuinutt in Madrid

Die Polizei mutz schießen.

Madrid, 13. März. (Eig. Drahtbericht) Amtlich wird bekannt: Trotz äußerster Zurück­haltung mußte heute die Polizei gegen An­griffe von Studenten mit Waffengewalt vor­gehen, da die Studentenunruhen sich von de« Unterrichtsanstalten aus aus die Stratze ausdebnten und di« Form von Aufruhrauen von Elemente« a inahmen, dre in der großen Masse der Studenten ein geeignetes Werkzeug für jede Art von Ausschreitungen fanden. Bei den Zufammenstöhen wurde ein Wjahriger Mann durch einen Halsschutz schwer verwun- det mehrere Personen wurde« leichter verletzt und 26 Verhaftungen vorgenommen. Die Re- giemng werde vor den schärfsten A a • »ahme« nicht zurückschrecken, um ihre Auto­rität durchzusetzen.

175 Millionen

zu übernehmen. Es werden diese Garantie- ermächtigungen zur Förderung des Absatzes von Frachlvieh und Fleisch aufrecht erhalten. Man rechnet in parlamentarischen Krene schon jetzt damit, daß in den Ausschüssen A b- striche vom Etat'in Höhe von etwa Hunde t Millionen gemacht werden, denen sich die Re S nicht widersetzen wird. Wettere Er

e hält man im Reichstag bet den ein­maligen Ausgaben nicht für möglich. U nanten dürften sich die Abstriche tn der Rtch- ?una der vom Zentrum vorbereiteten Vor- Mäge bewegen, die jedenfalls der

Köln, 13. März. (Privattelegramm.) Der hier spielende Meineidsprozeß gegen den Gutsbesitzer Peter Limbourg, geht auf den wiederholt erwähnten Prozeß Dr. Joseph die Brüder Limbourg separattsttscher Umtrie be verdächtigt und einen Beleldkgu'igSprozev auf Grund des Wahrheitsbeweises Spönnen. Fm zweiten Prozeß hatte der Klager nach aufsehenerregenden Enthüllungen des Beklag ten seine Berufung z u r u ck ge j ogen. dieser Verhandlung hatte der Vertetdiger - Beklagten dem Bruger des Klagers P - «imboura die Frage vorgelegt. oo er jemals an den bekannten Separatisten führet Dr. T

ss-LWsW «uofett uns RrsiMnzssÄltsul Belgier befürchte«, daß diese Riefenbank die I c f

Geld- und Währungspolitik der nationalen Notenbanken eines Tages durMreuzen und sich überhaupt zur Beherrscherin des internationalen Geld- und Kapl - talmarktes aufwerfen konnte. Man wit­tert vielleicht auch einen Versuch des Welt- Hauses Morgan, sich einen stark ausgebauten gut fundierten und hervorragenden armierten finanzpolitischen Brückenkopf auf bem europäischen Kontinent zu sichern, damit die Amerikanisierung Europas zum «roßen welthistorischen Geschäft des Hauses Morgan werde. Man hat das Gefühl, daß Lier zur Ehre des Mammon ein babylonischer Turm allergrößten Ausmaßes errichtet wer­

ten einen Bries geschrieben, und ob « im Jahre 1923 ihn besucht und veranlaßt habe verschiedene Bitburger' Bürger auszuwe.se« Beide Fragen wurden von dem Zeugen unter Eid entschieden verneint. Der Venetaiger aber legte bann zwei Briese vor, aus denen das Gegenteil hervorging. Peter Ltmbour» hatte damals diese Briefe für echt erklären müssen, hatte sich aber durchaus nicht erinnern wollem sie jemals geschrieben zu haben. Er wurde daraufhin unter dem Verdacht des Meineides in Hast genommen. Peter Limbourg ist inzwischen gegen Burgs^ft aus freien Fuß gesetzt worden. Diesmal sind 27 -leuaen. vier Gutachter (über den Geisteszu- stand Limbourgs) und ein Schriftfachverstin- diger geladen.

o läßt sich Trotz» nieder?

Er soll sich 1« Frankreich angetauft haben.

Ein Separatisten-Nachspiel

Meineidsprozeß Limbourg in Köln. - Der fatale Bries an Dorten.

Drei Bände tzaushaltsakten

Wie sich die Millionen verteilen. -

Berlin, 13. März. Der neue Reichshaus­haltsplan für 1929 geht heute drei Bände stark den Mitgliedern des Reichstages zu. ^m Be- gleitschreiben wird auf die geringfügigen Aen- berungen durch den Reichsrat hingewiesen. ®ie laufenden Ausgaben zeigen folgende Posten: Steuerüberweisungen an die Lander: 3-?-Mil­lionen M, innere Kriegslastmi 2o2 Millionen äußere Kriegslasten, 1540 Millionen sonstige fortdauernde Ausgaben 4634 Mill. i? eintnaly- gen Ausgaben belaufen sich auf 223 Mill. Mark.

^"Auch'vom deutschen Standpunkt sind ernste I Bedenken nicht zu unterdrücken. Um die Bank vom Tage ihrer Gründung an akttonssahig ju machen, mutz das Grundkapital von 400 bis 500 Millionen Reichsmark sofort ausgtz- bracht werden, und zwar will man dazu unter Vorwegnahme eines Teiles der deutschen Re- I parationszahlungen in entsprechender Hohe deutsche Schuldtitel in Form von Trustzerti­fikaten am Internationalen Geldmarkt verkau- fen I« dieser Form soll auch von der Repa- «Üonsbank dii teilweise Mobil. si«««« der transfer-ungeschützten deutschen Repara­tionsschuld in Höhe von fünf Milliarden v°r- aenommen werden Der Wahrungsschutz wur- I de also der Reparationsbank obliegen. — Die Bank würde auf alle Fälle über einen gewal­tigen Devisenbesitz verfugen können, mit dem sie durch einfaches Clearing die internationa­len SLuIdverbtndlichkeiten der verschiedenen Regierungen begleichen wurde Als Priva - unternehmen ausgezogen soll das Institut vlanmätzig ein großzügiges Kreditge­schäft betreiben. Es ist ermächtigt, Deposi- teneinlagen der Notenbanken anzunehmen und aus Grund dieses Betriebsmlttelzuschuffes «roße Regierungskreditr zu geben — nicht nur an Deutschland. — WaS speziell die Kreditge­währung an Deutschland betrnst, so ist an die Finanzierung langfristiger Nachlieferungen durw .Reitwechsel" gedacht, die auch am intet. Loncke« GZdmarkt gehandelt werden s°l- len. Der Einfluß auch durch etwa, dem Laien schwer verständliche Finanzoperation auf die Gestaltung des deutschen KapNalma.k.es und auf die Börse wäre enorm.

Für Deutschland liegen die Nachteiledarin, daß bei dem Plan weder auf unsere wäh­rungspolitischen Interessen noch aut unsere Leistungsfähigkeit Rücksicht genommen werden bürste. In Form von Devisen,n>urde eben nur ein Teil unserer Zahlungen ms AuLand übertragen, andererseits würde ein »ett grö­ßerer Teil in deutschen Effekten angelegt und in den Tresors der Reparationsbank nieder- gelegt werde«, r man natürlich au8 liebtge« Betra

ie« herauSpressen, ohne die Währung i« Ge- kabr tu bringen und ohne sich Gedanken über unsere wirkliche Seiftungssähigkeit,zu macken Die geplante Reparationsbank Ware deShaw in dieser Form ein sehr geeignetes 3«^' ment, um das Eigentum an den deutschen Produktionsmitteln, d. h. unseren großen In-