Neueste Meter Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
19. Jahrgang
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.
DienStag, 12. März 1929
Stalin 11 März. Der Urlaub, den Reichs» i glaubt auch in volkspartellichen Kreisen, daß iftatminifta Dr. Stresemann im An» seine Gesundheit einer so oroßen Aufgabe. wie
Handlungen werden chpreußischcn Heimat men Daierland« 8**
OÄ unseres Parteiwesenr sein würde, nicht gewachsen wäre.
Nummer 60 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Führung dieser Bewegung
zu übernehmen. Bisher ist allerdings Dr. Stresemann, wie Wir feststellen können, noch nicht an diesen Dingen beteiligt, und man
außenminister Dr. Stresemann ~ Muß an Genf in San Remo an der italienischen Riviera verbringt, wrrd bis nach Ostern dauern, wenn nicht. Was jedoch wenig wahrscheinlich ist, die Pariser Btt. Handlungen ein früheres vorzeitiges Gn^ sl»- den. Fn der Politik sind keine Ueberraschun- gen zu erwarten. Nachdem der Hansa-Bund mit seinem Ersparnis-Vorschlage herausge- kommen ist und der deutschen Volkspartei damit den Rücken gestärkt hat, ist eine Einigung zwischen der deutschen Volkspartei und dem
titeln wird übereinstimmend auf dir Notwendigkeit einer Neuregelung unseres Partaw^ sens hingewiesen, bte dahmzielenden Bestrebungen werden sehr freundlich besprochen und Dr. Stresemann dringend aufgefordert, dw
«nzeiaenoretle: Einheimisch« GeschqftSrmeiqen »t«>10 A.
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Die Endsumme noch nicht gesunden
Gstpreutzcn nicht o-rg-fl-n! - Brandkataftroph« in Hongkong - Seppelin-Weltreife 1929?
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Au« HMsleser steht nicht Har
Esten, 11. März. (Privattelegramm.) Bei einer Zentrumsversammlung führte Wohl- sahrtsminister Dr. Hirtsiefer u. a. aus: In Preutzen denke die Zentrumspartet nicht daran, auch nur den geringsten Versuch zu machen, die Deutsche Volkspartei, die aus eigener Edt- schlietzung ausgeschieden sei. wieder m das Kabinett hineinzubringen. In Reich seren die Dinge unhaltbar, namentlich auch mit Rücksicht auf den Reichshaushalt. Das Defizit von 600 Millionen sei noch nicht gedeckt. Eine feste geschloffene Regierung tue dringend not, aber wie sie geschaffen werden solle, ser u n k l a r (!) Das Zentrum könne nur in eine Reichsregrerung Hineingehen, in der ihre Partei auch entsprechend vertreten sei. Mit Ministerien, die andere nicht haben wollten, laste sich hie Zentrumspariei nicht abspeisen.
Washington md wir I
jsSchlußbetrachtung des in der Sonntags
nummer veröffentlichten Artikels).
Von
Staatssekretär Frhr. v. RheinLaben, M. d. R.
Seinen in der gestrigen Sonntagsnummer I entwickelten äußerst instruktiven Ueberblick I über die weltpolitische Lage Deutschlands I E:efrt der von unseren Lesern besonders ge- ( tzte bekannt« Parlamentarier mit folgen-
Betrachtungen ab: In Washington trat der neue Präsident Hoover sein einfluß- I reiches Amt an. Aus seiner ersten Rede spricht I das ungeheure Selbstbewutztsein des großen Landes, an dessen Spitze er gestellt ist. Es I entspricht zweifellos in erster Linie der Freu- I de über die eigene Kraft und über das feit 1914 im Weltkrieg und nach dem Weltkrieg ge- I leistete. Wir wolle« aus der anderen Sette I jedoch nicht übersehen, daß durch die Uneinig- I kett Europas und die Art und Weise, wie die I einzelnen Mächte getrennt um die Gunst Ame- I rikas buhlen, dieses schon sowieso vohandene amerikanische Selbstoewußtsein immer noch I weiter gesteigert werden muß. . I
Was Deutschland insbesondere anbetnfjt, I so freuen wir uns der so sehr gebesserten, offi_ I ziellen, wirtschaftlichen u. persönlichen deutsch- I amerikanischen Beziehungen. Wir wollen aber | auf der anderen Seite ihre Auswirkung ■ auf die Lösung der' vor uns stehenden dringendsten Probleme — Dawesrevision und Rheinlandräumung — nicht überschätzen. Uns ist schon Viel geholfen, wenn der klare, nüchterne amerikanische Geschäftsgeist, der stch zum Erstaunen manches Deutschen mit großen. Wor- len über Frieden und Weltbeglückung in der vorher geschilderten Weise ohne jede Unehrlichkeit durchaus vereinbaren läßt, möglichst stark zur Geltung kommt und sich insbesondere auch bei den Pariser Entscheidungen auswirkt. Die Wirtschaft hat heute zwar überall neue Formen angenommen und der nationale und internationale Entwicklungsprozeß auf dieser Linie ist noch längst nicht zu Ende. Aber doch hat und enthält die Wirtschaft gewisse ewige Gesetze in sich über Arbeit, Verdienen, Vorwärtskommen. Leitung durch Persönlichkeiten und die initiative Einzelner. Das mag für den einen eine Warnung vor den Illusionen des Kla,- senkampses fern, für den anderen ein Trost und eine Hoffnung. Es gilt in der gegenwärtigen kritischen Ueberganaszeit für Deutschland ebenso wohl gegenüber dem Bestreben auf grundlegende Aenderungen der Wirtschaftsart und des Wirtschastssinnes. Es gilt aber noch unsäglichen Opfern der Nachkriegszeit ebenso gegenüber politischer Unvernunft von draußen her.
In der Wellenbewegung der letzten Jahre haben wir 1924 vorläufige wirtschaftliche und finanzielle Grundlagen für unseren Wiederaufbau geschaffen. Dann kam beginnend mit 1925 eine Periode politischer Sicherungen nicht zuletzt für uns selbst. Jetzt stnd wir mit dem Jahre 1929 in die Periode der Liquidation des Weltkrieges mit unseren westeuropäischen Gegnern und in den Zwang zur inneren Sanierungsarbeit etn- getteten. Wenige .politische Führer- des deutschen Volkes haben bisher den Wut gesunden, ihm offen zu sagen, was eigentlich los ist und welchen Weg wir einschlagen müssen, um nach Jahren des Opfers und des Ur Hergänge 8 einen klaren festen Schritt in der Richtung auf die Freiheit zu tun. Es ist wirklich nicht damit getan, angesichts der ganzen innerpolitischen und wirtschaftlichen Misere unserer Tage nur auf die Bosheit gewisser Parteien zu schimpfen. Was uns vor allem nottut, ist .Wahrheit" über das, was ist und werden muß!
^abr« zu Steuersenkungen benutzt zu werden, und zweitens, daß der neue Etat ofene neue Steuererhebungen ins AMchgeWicht gebracht werden mutz. Wir sind bereit lieber heute als morgen, eine "agfahige Re aierungsmehrheitim Reich durch un feie Beteiligung zu f$afien, abet nut dann wenn auch die anderen Parteien Schluff machen wollen mit der bisherigen Wchwirb schäft. Damit würden wir einmal wirklich einen , ,
Wendepunkt in der Wirtschaftsgebahrung des Reiches, der Länder und Gemeinden herbeiführen helfen, für den uns ^s deuts^ Volk dankbar sein kann. Hochziele der eu^ schen Volkspartei seien: Aktive Beteiligung an der Regierung, Befreiung des Rheinlands Hervorhebung der verantwortungsbewußten Persönlichkeit, Liberalismus in kultureller Be- ziebnng, Festhalten an schwarz-weitz-rot. Eine Entschnetzung hietz diese Gesichtspunkte gut und dankte dem Vorstand für ihre Verfechtung.
Sollseartei gegen Mißwirtschaft
Rechtfertigungsversuch der Regierungswmödie durch Scholz.
18,z Millionen zu Siedlungszwecken erworben worden. ES sei zu hoffen, daß das
Siedlungsergebni- für 1929 mindestens 1200 Stellen
betwaen und im Jahre 1930 di« 2000 »der- schreiten werde. Die werden
vom Geiste der Liebe zur ol
und Treue zum gemeinsamen —-------- -
Zeppelinweltreise noch 1929?
Im Mai und Juni Flüge über den Ozean.
Rewyork. 11. März. (Durch Funkspruch.) Der neu« Vertreter der Aeppelin-Gesellschast Friedrichshafen erklärte, das Luftschiff Graf Zeppelin werde im Mai und Juni den Atlantischen Ozean mit Passagieren, Post und Waren überqueren. Wenn beide Fahrten erfolgreich verlaufen, werd« das Luftschiff noch im Laufe dieses Jahres eines Reise um die Welt antreten und zwar über Tokio noch Kalifor- nien und Lakehurst und schließlich zurück nach Friedrichshafen,
Ostpreußen braucht noch mehr
Wie man den Eckpfeiler des Reichs stützen mutz
Mainz, 11. Mär,-Auf dem hessischen Volks- Parteitag führte der Frattionsvorsitzend« Mi- nister a. D. Dr. Scholz u a ans, daß bei der Stärke der sozialdemokratischen Partei alles darauf ankomme. die Sozialdemokratie zur positiven Mitarbeit am Staate heranzuziehen. Wir können in Deutfchland auf die Dauer nicht gegen die Arbeiterschaft regte- ren, sondern müssen versuchen, sie zu positiver, vernünftiger und gesunder Mitarbeit am Staate heranzuziehen. In den letzten Jahren wurde eine geradezu unverantwortliche Wirtschaft mit dem deutschen Steuerzahler getrie- ben, nicht nur, daß die am stärksten notleidenden Schichten, der Mittelstand, am stärksten belegt wurde, sondern eS hat sich auch im Staat eine völlig
unverantwortliche Finanzwirlschaft
eingeschlichen. Deshalb fordern wir erstens.datz Mehrerträge aus Steuern nicht verwendet, sondern zurückgezahlt werden, um im nächsten
Königsberg, 11. März.
Oberpräsident Dr. Siehr wies bei Eroff- iiuna des Provinztallandtages darauf hm, daß bis jetzt 17» Millionen Reichsmark für Stützung der Wirtschaft nach Lstpr^ffen g- Noffen sind. Damit fet di« Krise ^r zum Stillstand gebracht, aber um die Gesund»^ Ostpreußens zu erzielen, müsse Oftpreußenhilse fortgesetzt und erweitert w i den, schon weil auch tue anderen Bernfe. d ch die Notlage der Landwirtschaft ernstlich Mitleidenschaft gezogen worden stnv^ Ohne erheblichere Unterstützung von JnduMe Handel und Gewerbe sowie nicht zuletzt durch Mnaßnahmen »ur Hebuna ^r ostpreu ßischen sanitären Verhältnisse wurde die
Oftpreutzen-Httfc aus halbem Wege stehen bleiben. Ein entsprechendes neueS Cftmufcen» Programm sei bereits der Staatsregittuna unterbreitet worden. Die ^rachtsenkung f durch di« letzte eisprozentige Erhöhung der Reichs-Gütertarife im wefenilicken w d ausgehoben worden. Befonltae Aufmernam leit sei dem Problem der SeßhastmachiMg der ostpreutzischen Landarbeiter und der BejeM gung der ländlichen Wohnungsnot sowie d^m dritten BorbeusungSmittel gegen die Land
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Hotelbränöe in Hongkong
Auch mehrere Weiße verbrannt.
Honkong, 11. März. (Durch Funksprjtch.) Heute morgen wurde die Stadt Hongkong von einer schweren Feuersbrunst helmgesucht Es wird gemeldet, daß das Komg-Ednard-Hotel vollständig vernichtet und das Savoy-Hotel schwer heimgesucht worden ist. Soweit bisher festgestellt ist. sind 7 Personen verbrannt. Eine große Anzahl von Verletzten liegen in den Krankenhäusern. Unter den Toten bes nden sich französtsche und britische und amettfanb sche Staatsangehörige, sowie aus China der Sekretär des Gesandten von Kanton
Hongkong. 11. März. (Funkspruch.) Man glaubt, daß das Feuer im Erdgeschoß des Ho- teks ausbrach und stch über die Haupttreppe aus das erste und zweite Stockwerk -usbreitete Einige Personen konnten stch reiten, aber bald waren alle Auswege abgeschnitten. Eine Dame sprang aus dem vierten Stockwerk auf die Straße hinab und war sofort tot. Ihr Gatte, ein britischer Beamter, wird vermißt. Ein ame- rikanischer Seemann verfehlte beim Abspringen das Sprungtuch und war sofort tot. Cfm aiim- rer Seemann brach sich das Rückgrat und liegt bedenklich darnieder. Außerdem werden noch ein Ttranzose und zwe» enalische Kaufleute als vermißt gemeldet. Ein chinesischer Kuli sprang
I aus einem Fenster und fand den Tod. Der Zi- vilaouverneur von Kwantung, General Tschau- ningschau und seine Frau sprangen vom zwei en Stockwerk in ein Sprungtuch. Auch Matrosen der britischen Kriegsmarine halfen he, den Löscharbeiten. ,
Dev Bürgerkrieg noch nicht zu Ende
Vor der Entscheidungsschlacht in Mexiko.
Mexiko, 11. März, Auch der Aufstand im I Staate Cosima» sollte schon fast
aen sein. Der Bundesführer der AnMndtsmen der St fester Miguel ist gefangen ge- nommen und man hat ihn erschießen lassen. Die Bundestruppen versuchen ebenfalls Ge ncral «guirre sestzunehmen, der Vas Komman do über Veracruz führte. Die
letie ist nach Wiedereinnahme der Stadl nach
I Mexiko erwartet man die Entscheidungsschlacht in der Nähe von Torreon,woct- roa 10000 Ausständige stehen. Genera! Calles marschiert vom Süden mit 18 000 Wann, ©e
zwanzig Flugzeuge mit Waffen und MunMvn I »ns den Bereinigten Staaten in Mexiko ein- getroffen seien, fünf würden nod) erwartet Auf dem Flugplatz Washington werden mexikanische Flieger ausgebildet.
Der Völkerbund im Kriegsfall
Englands Einspruch gegen Anleihepflichten.
London, 11. März. (Eigene Drahtmeldung.) Ein diplomatischer Mitarbeiter schreibt. Eine I Prüfung eines Abkommen-Entwurfs für die finanziere Unterstützung der Völkerbundsstaaien im Kriegsfälle, de» verVökkerbnndsrgtan bte Mitgliedsstaaten zur Annahme empfehle, er I g-be daß die von England beanstandeten Bs stimmungen nicht fallen gelassen worden. wä- | ren. Die Haupteinwendungen feien folgende.
Der Ruf nach Stresemann 1» Ä» ’ Z . I Paris, 11. März. (Eigene Drahtmeldung.)
Bis Ostern an der Riviera. — Kann er das Parteiwesen reformieren? Der Autzenpolitiker Sauerwein äußerte sich: Es
SIS wuern n I fei wenig wahrscheinlich, daß die Sachverstandi-
gen den Beratungen den Anschein deS Mißer- folge- geben würden, weil sie kein en Aus- gleich der Zahl für die Endsumme herbeiführen könnten, wie fle von Deutschland arzgebate« und von den Alliierten gefordert würde. Du: Sachverständigen würden zweifellos den Reglk- rungen Mitteilen,bis zu welchemÄußersten Punkt man beiderseits gegangen ist. D,e Regierungen würden selbst die Aufgabe haben, die Wege eines Ausgleichs feftzusetzen. Ein gut unterrichteter Minister habe ihm gesagt, daß dw Verhandlungen darüber spätestens Mitte April erfolgt (ein müßten. ___
tragen. ______
Eisörikchbruch im Rheinland
Brücke» und Geländer weggerissen.
Reuwied (Reg-Bezirk Koblem). tt. ®aii (Privattelegramm). Durch »ufUeßende ^wrz büche wurde bei R e u st a d 1 lmH Eis der Wied SÄ Ä ÄÄ»“"i hflrtT der mime« SetoMfeller
Sengenau wurden weggerissen, Siraßenbaume das aanse Wieduser wt nefigen «UÄfrhnttett bedeckt ^as an der Laubach'mühle Ä’Äuwle’feftfW!»«« brach das Provinzialstrahengeländer durch und teilte firfi auf mehrere hundert Meter an Der Sttaße fest, wodurch B-rkehr unterbra- Das Wiedbachtal bietet ein graft Niger SchnuMel Mehrere 100 ovo Kubik- rneter Eis liegen, wild zerklüftet, an den TErn aufgetürmt. Der Schoden ist noch nicht ermeßbar.