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Nr. 50. 19. Jahrgang.

Donnerstag, 28. Februar 1929.

Auf springen der Hände und des Gesichts

schmerzhaftes Brennen, sowie Röte und Judcreiz der Haut werden beruhigt und ausgeheut durch die wundervoll kühlende, reizmildernde Creme Leodor. Diese schneeig-weiße, glyzerinhaltige, fettfreie Hautcreme verleiht auch den Händen und dem Gesicht jene matte Weiße, die der vor­nehmen Dame erwünscht ist Gleichzeitig herrlich duftende kosmetische Unterlage für Puder. Tube iMk-Erhältlich in allen Chlorodont-Verkaufsstellen.

Vollversammlung -er Lan-wirtschaftskammer für Len Regierungsbezirk Raffel im StänLehaus; erneuter Protest aus -er Notlage -er Rurhessischen LanLwirtschaft heraus

ohne Hoffnung auf Loh«

zu sein und nicht die gesicherte Erhaltung ihres Eigentums zu besitzen. Unter stürmischem Bei­fall schloß er mit den Worten:Möchte das deutsche Voll den Ernst dieser Stunde begrei­fen und helfen, ehe es zu spät ist!" Dann sprach Regierungspräsident a. D. Dr. Kutscher- Berlin, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Landwirtschaftsrates, in einem sehr instruktiven Vortrag überDie deutsche Agrarkrise als nationale Wirtschaftsfrage". An­schließend erstattete Landwirtschaftsrat Dr.

Die Abspannung des geistigen Arbeiters und die des nervösen Menschen läßt sich nicht so rasch behoben, als bei dem, der körperlich tätig ist. Durch die Mahlzeiten und die Rübe allein erholt sich die Substanz nicht genügend. ES müssen dem Küchenzettel Nahrungsmittel einverleibt werden, die Hirn und Nerven dienlich sind. Süße Mandeln in geschältem Zustande genossen, erweisen sich dasür als außerordentlich geeignet Da sie schwer »er» daulich sind, soll man sie gut zerkleinern. Das kann durch die Mandelr-ibemaschine geschehen besser ist es noch, wenn man seine Kauwerk­zeuge in Bewegung setzt. Das Verzehren von ein bis zwei süßen Mandeln beruhigt die Ner­ven. Die kleinen Früchte sind keine Last Ner­vöse werden also gut daran tun, einige von ihnen bei sich zu führen und sie in den Minu­ten der Ermattung essen. Der Erfolg stellt sich überraschend schnell ein. Das Bedürfnis da­nach wird zeigen, daß man dem Hirn kein besseres Nahrungsmittel zuführen kann.

DaS gleiche gilt von den Nüssen. Walnüsse sind noch besser als Haselnüsse. Für den gei- stigen Arbeiter und für den nervösen Men- schen soll aus demselben Grunde der Fisch im Küchenzettel nicht fehlen. Fisch enthält Phos­phor, das Hirn ist auf die Zuführung von Phosphor angewiesen. In den Blättern des grünen Salates, im weißen Käse, wenn er mit Schnittlauch durchsetzt ist, befinden sich Stoffe die für geistige Arbeiter notwendig stnd Fleischgenuß hilft auf diesem Gebiet verhält­nismäßig wenig. Man müßte schon mit den Knochen nähere Bekanntschaft machen Star- ke Raucher, die oft über Herzbeschwerden und nervöse Schlaflosigkeit klagen, finden ein Ge­gengewicht in dem Saft der Apfelsine. Er reinigt den Darm, befreit ihn von Mikroben und Schlacken. So stellt sich auch häufig der Appetit wieder ein, und damit allein werden Nervositäten zum Schwinden gebracht.

Die Ernährungsweise für den geistigen Ar­beiter bedarf einer speziellen Aufmerksamkeit Aus gewisse Nahrungsswfse kann er nur kurze Zeit verzichten. Hierher gehören Butter. Fette

bracht, weshalb der Landwirtschaftsminister ge­beten wird, diese Zuchtrichtuug in Beverbeck in geeigneter Weise zu erhalten. Die Rindvieh- und Milchzucht hat erfreuliche Fortschritte ge­macht, die Vorkriegsziffern sind um 5517 Stück Rindvieh überschritten. Die Bienenzucht und besonders die Ziegenhaltung ist in sämtlichen 25 Kreisen Kurhessens ausnahmslos zurückge­gangen, bezonders stark in den Kreisen Kassel- Land, wo sie sich um 1056 Ziegen gegen 1927 verminderte, in Hanau-Land betrug der Rück­gang 1174 Stück gegen das Vorjahr. Auch die Schafzucht ist stark zurückgegangen. Auch die Schweinehaltung erfuhr infolge der erwähnten ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse eine Verminderung um 59847 Schweine gegen 1927. Landwirtschaftrat Dr. Heßling gab anschlie­ßend einen Ueberblick über

die Ausführung des Natprogrammes im Regierungsbezirk Kassel. Der Redner teUte mit, daß bisher die Durchführung des Notpro­grammes im hiesigen Bezirke aus allen Gebie­ten eingeleitet und zum Teil schon zu einem ge­wissen Abschluß gebracht worden ist. So wurde ein Zusammenschluß der Südwestdeutschen Mol­kereien erzielt, um einen gemeinsamen Absatz der Produkte und einen Ausgleich mit den an­deren Zentralen herbeizuführen. Zur Förde­rung des Absatzes von Gemüse und Obst wurde für die verschiedenen Aufgaben wie Schädlings­bekämpfung, Umpfropfen von Obstbäumen, Er­richtung von Sammelstellen usw. insgesamt eine Beihilfe von rund 70 000 Mark und eine Zins­verbilligung für ein Kapital von 62000 Mark gewährt. Zur gemeinsamen Verwertung von Eiern wurde die Zentraleierverwertungs - Ge - nossenschaft gegründet, der zur Zeit zehn Ge­nossenschaften angeschlossen sind. Auch die Vieh­verwertung wurde ausgebaut und eine Ge­schäftsstelle der Zentralgenossenschaft für Vieh­verwertung in Hannover am Schlachtviehhofe in Kassel errichtet. Durch den Marktausschutz, in welchem die Landwirtschaftskammer vertre­ten ist, ist ein matzgebender Einslutz aus die Ge­schäftsführung gesichert. Bisher wird gemein­same Viehverwertung in 16 Kreisen durchge­führt, in 9 Kreisen bisher auf genossenschaftli­cher Grundlage. Für den hiesigen Bezirk sind auf Grund der Bestimmungen des Notprogram­mes 1575 000 Mark an Umschuldungskrediten zur Verfügung gestellt worden. Insgesamt wur­den bisher Darlehen im Gesamtbeträge von 563000 Mark genehmigt. An diese Berichte schloh sich eine Aussprache, in der von verschie­denen Seiten lebhafte Klage über das Rothke- gel'sche Steuereinschätzungsverfahren geführt wurde. Gutsbesitzer Metz-Gudensberg regte an. zur Hebung des Milchverbrauchs eine Milch­werbewoche unter Mitwirkung des Handels und

Die erschreckende Notlage unserer Landwirt­schaft. wie sie in überaus deutlicher Weise aus dem 10. Kurhessischen Landbundtag vor Augen geführt wurde, fand auch aus der 38. Vollver­sammlung derLandwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Kassel" im Sitzungssaal des Ständehauses beredten Ausdruck. Die überaus starke Beteiligung an der Vollversammlung war der beste Beweis dasür, daß auch die Berufsver­tretung der hessischen Bauernschaft erkannt hat, datz die Krise in der Landwirtschaft aus ihrem Höhepunkt angelangt ist. Neben einer großen Zahl Mitglieder nahm auch eine stattliche Reihe von Ehrengästen an den Verhandlungen teil, u. a. der Vertreter des preußischen Landwirt­schaftsministers, Ministerialrat Dr. Backhaus. Oberpräsident Dr. Schwandet, Regierungspräsi­dent Dr. Friedensburg, Landeshauptmann Dr von Gehren ,der Präsident des Landesfinanz- amts Dr. Lotholz, Landeskulturamtspräsident Reinhard, die Oberregierungsräte Frhr. von Müssling und Florschütz und Vertreter der Lan­deskreditkasse, Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer. Mit kurzer Begrüßung eröffnete der Präsident der Landwirtschaftskam­mer, Rittergutsbesitzer von Keudell die Vollver­sammlung und widmete den »erftorbenen Kam­mer-Mitgliedern Bispink-Fulda und Rexerodt- Kassel einen warm empfundenen Nachruf. Mi­nisterialrat Dr. Backhaus-Berlin über­brachte die

Grüße

des preußischen Landwirtschastsministers Dr. Steiger

und betonte, daß die Rot der Landwirtschaft, die heute nicht mehr örtlich begrenzt sei und deshalb auch nicht mehr mit örtlich begrenzten Notstandsmaßnahmen zu beseitigen fei, schon seit längerem Gegenstand eingehender Erörte­rungen im Ministerium sei. Es werde mit Aus­bietung aller Kräfte daran gearbeitet, die Ren­tabilität der Landwirtschaft wieder herzustellen, denn, Voraussetzung für das Gesamtwohl des deutschen Volkes sei eine rentable Landwirt­schaft. : In einer großangelegt >n Eröffnungsan­sprache beleuchtete

Oele. Selbst wenn der Magen sich scheinbar gegen die Aufnahme dieser Stosse wehrt, sol­len sie den Spetsen heigefetzt werden. Aus die Dosierung kommt es an. Nervöse neigen manchmal zur Magerkeit und ebenso oft zum Fettansatz. Es ist also nicht immer ein gutes Zeichen, wenn eine Gewichtszunahme zu kon­statieren ist. Bei Menschen mit einer gerin­gen Anzahl roter Blutkörperchen verwandelt sich alles, was sie zu sich nehmen, in Fett. Das Gewicht steigt, aber die Nervosität bleibt. In diesem Falle wird nach dem Ausspruch bei Arztes die Kost eingerichtet werden müssen. Enthaltung von Mehlspeisen, Kartoffeln mit dickflüssigen Saucen sind dann am Platz, doch auf Butter, Fett und Oel darf nicht ver­zichtet werden. Geistige Arbeiter und Nervös wollen sich manchmal nicht an di« bestimmten Effensstunden haften. Sind die Pausen von einer Mahlzeit zur anderen sehr lang, so stellt sich die Ermattung des Denkvermögens ein, ohne daß die Arbeitslast herabgemindert Wirtz Man kann sich ja vorstellen, wie sehr unter einer großen Anstrengung das Gehirn beatw fprucht wird.

In den Zügen der Menschen ist ihr Zu* stand eingezeichnet. Blässe der Haut, tiefe Li­nien von der Nase zum Mund, ein mattet Glanz der Augen, das alles legt Zeugnis da­von ab, wie notwendig dem Betreffenden ein« schleunige Zuführung geeigneter NahrungS- stosse ist. Mandeln. Nüsse, Apfelsinen, Aepfel im Falle des HungergesühIeS ein dickgestri- chenes Butterbrot ersetzen alle aufpeitschenden Medikamente. Sie haben außerdem den Vor­teil, daß sie die Ernährung unterstützen. Bei­spielsweise sind Mandeln und Russe wichtig« Faktoren für die Erhaltung und Stärkung der Muskulatur, sie stnd blutbildend und verhin­dern schon dadurch den übermäßigen Fett­ansatz. Die Apfelsine regt die VerdauungS- lätiglelt an, bewirkt mithin den Abzug der beschwerenden Gase. Das Hirn wird frei, der Körper bleibt unbelastet, der Mensch hat die Fähigkeit zur intensiven Geistesarbeit wieder erlangt und zwar ohne die großen Anstren­gungen. die sein Rervenivstem schädigen.

Präsident von Keudell

die allgemeine Wirtschaftslage der Kurhessischen Landwirtschaft. Der Großgrundbesitz des Ostens schritt auf der Bahn des Zusammenbruchs vor­an, aber der Westen folgte ihm unmittelbar nach. Auch in Kurhessen habe die Verschuldung einen erschreckend hohen Grad erreicht. Die Höhe der Gesarntverschuldung unseres Bezirks werde nach einer sorgfältigen Aufstellung der Kredit­institute (Landeskreditkasse, Genossenschaften, Sparkassen und private Geldgeber) auf 135 Mil­lionen Mark geschätzt, sodaß auf den Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche ein Betrag von 255 Mark entfallen würde. Diese Verfchuldung steht allerdings gegenüber der Vorkriegsverschuldung der Landwirtschaft, die auf 260 Millionen anzu­nehmen war, in der Höhe des Gesamtkapitals noch um fast die Hälfte zurück. Wenn man aber die Höhe der für das Leihkapital zu zahlenden Zinsen miteinander vergleiche, so komme man zu dem Ergebnis, daß, während vor dem Kriege bei einem durchschnittlichen Zinsfuß von 4 Pro­zent gleich 10,4 Millionen Mark an Zinsen zu zahlen waren, heute bei einem durchschnittlichen Zinsfuß von 10 Prozent gleich 13,5 Millionen zu zahlen seien, mithin rund 3 Millionen Mark Zinsen mehr als in 1913, oder auf den Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche umgerechnet, fei heute der Hektar mit 26 M Zinsendienst be­lastet gegen 20 Mark vor dem Kriege. Die durch Die Buchstellen der Kammer bei 247 Be­trieben, die durchweg in den besten kurhesstschen Kreisen liegen und zu den bestorganisierten und bestgeleiteten gehören, haben ergeben, daß die Verschuldung aber noch wesentlich höher ist. Be> diesen 247 Betrieben sei der Hektar durchschnitt­lich mit 478,50 Mark Schnldenkapital belastet, sodaß der Zinsendienst pro Hektar bei diesen Gütern doppelt so hoch sei, als bei der ersten Berechnung. Eine wahrhaft erschreckend hohe Ziffer, die die starke Verschuldung gerade auch der besseren Wirtschaften deutlich erweist. Auch von Keudell zitierte Professor Münzinger-Ho- henheim, wonach der Bauer mit seinen Fami­lienangehörigen heute einen Verdienst aus fei­nem Betriebe ziehe, der weit unter dem eines ungelernten Industriearbeiters stehe. Hierzu komme noch der erschreckende Mangel an Ar­beitskräften .dessen Ursachen schon bei der Land- bundtagung erörtert wurden. Schließlich betonte der Kammerpräsident, daß die geeinte Reichs­bauernfront nicht mehr gewillt sei, der

ArbeitsMave

Kleinhandels zu veranstalten. Gutsbesitzer gel setzte sich für »en Ausbau der Milchkontroll­vereine durch Zuweisung von Staatsmitteln ein« Frau von der Maisburg-Escheberg betonte, daß noch viele Schwierigkeiten bei der Zentral-Eier- verwertungsgenossenschaft zu überwinden feien, Es können rund 500 000 Frischeier in Bewegung gesetzt werden, doch erfordere diese Bewegung so große Mittel, daß das eigentliche Arbeiten der Zentralgenossenschaft noch nicht überall be- ginnen konnte. Der Vorsitzende dankte Fra« von der Maisburg für die geleistete Arbeit« Landwirtschaftsrat Dr. Schaub berichtete üben die Errichtung einer Melkerschule auf dem Klo- ftergute Haina des Bezirksverbandes Kassel, Landwirtschaftsrat Dr. Heßling begründete: einen Antrag des Vorstandes der Landwirt« fchaftskammer, sich an der Gründung einer Ge­nossenschaft für Obstverwertung in der Rechts­form einer G.m.b.H. für die südlichen Kreise,Sitz in Hanau, mit dem Betrage von 2000 Mark zu beteiligen. Auch diesem Anträge des Vorstan­des wurde nach längerer Aussprache zuge­stimmt. lieber den

Anschluß Waldecks an Preußen berichtete Oekonomierat Dr. Staehly. Die fütz die Landwirtschaftskammer maßgebende Be­stimmung in dem abgeschlossenen Staatsvertrag fei der Artikel 8, der bestimmt, daß die Land­wirtschaftskammer für Waldeck aufgelöst wird« Ihr Vermögen geht mit der Auflösung auf die Landwirtschaftskammer Kassel über. Eine an­gemessene Vertretung des Gebiets des ehemali­gen Freistaates Waldeck in der Landwirtschafts« lammer wird zugesichert. Aus diesem Grunde ist zunächst beschlossen worden, jedem der drei Kreise Waldecks zwei Mitglieder in der Land* wirtjchaftskammer zuzubilligen, so daß die Landwirtschaftskammer für Kurheflen und Wal­deck vom 1. April 1929 ab aus 57 Mitgliedern (bisher 51) besteht. Eines dieser neuen Mit­glieder aus Waldeck soll in den Vorstand der Landwirtschaftskammer gewählt werden, der dann aus sieben (bisher sechs) Mitgliedern be­steht. Dem Bericht des Oekonomierats Dr« Staehly über die Feststellung des Haushalts­planes für 1929 ist zu entnehmen, daß der Ab« fchluß eine Einnahme von 1347 563 Mark und eine Ausgabe von 1365 563 Mark ergibt, also einen Fehlbetrag von 18 000 Mark aufweist, der durch eine Umlage von 3X Prozent des Grund­steuerreinertrages abgedeckt werden soll. Der Antrag des Vorstandes sand nach längerer Durchberatung der einzelnen Abschnitte und leb* bafter Aussprache die Zustimmung der Vollver­sammlung, die daraus mit Dankesworten an die Mitglieder vorn Vorsitzenden geschlossen wurde«

Heßling eingehenden Bericht über die Wir­kung des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in der Land- und Forst­wirtschaft. An die Vorträge schloß sich eine sehr ausgedehnte Aussprache, in deren Verlaus der Vorsitzende darauf hinwies, daß man mit einer

Erhöhung der Bezirkssteuern

werde rechnen müssen. Wohl bat Gutsbesitzer Nägel - Crumbach den Landeshauptmann, bei der Aufstellung des Etats der Bezirksverwal­tung so vorsichtig als irgend möglich zu verfah­ren, damit eine Erhöhung der Bezirkssteuern vermieden werde, doch Landeshauptmann Dr. von Gehren versicherte, der Haushaltsplan würde mit größter Sparsamkeit ausgestellt, aber viele zwangsläufige Ausgaben dürften doch wohl eine Erhöhung erzwingen. Am Ende des ersten Verhandlungstages nahm die Vollver­sammlung eilte

Entschließung

an, in der die maßgebenden Stellen erneut aus die schweren Gefahren hingewiesen werden, die der um chre Existenz ringenden Landwirtschaft durch die katastrophale Gestaltung der Arbeiter' Verhältnisse drohen und gefordert wird, daß Ar­beitnehmer in Berufen mtt berufsüblicher Ar­beitslosigkeit von der Arbeitslosenversicherung ausgenommen werden oder Arbeitslosenunter­stützung nur gewährt werde, wenn ein Bedürf­nis dafür festgestellt sei.

Der zweite Tag

Den zweiten Tag der Vollversammlung er­öffnete Präsident von Keudell mit der Einfüh­rung des an Stelle des verstorbenen Domänen­pächters Bispink-Fulda in die Landwirtschafts­kammer einztehenden Landwirts und Bürger­meisters Ferdinand Reinhardt, Lehnerz. Oeko­nomierat Dr. S t a e h 1 y erstattete sodann einen umfangreichen

Jahresbericht, dem zu entnehmen ist, daß sich die Lage der kurhesstschen Landwirt- fchaft trotz einer besseren Durchschnitts­ernte erheblich verschlechtert habe.

Schuld hieran trage einmal der große Verlust aus der Schweinehaltung, der durch die über­mäßig hohen Preisschwankungen auf den Schweineschlachtviehmärkten herbeigeführt wor­den sei. Sodann wurde die Landwirtschaft duech die Preissenkungen für Weizen auf dem Weltgetreidemärkten um so schwerre getroffen, weil auch zugleich die Preise für Kartoffeln als­bald nach der Ernte eine scharf weichende Rich­tung einfchlugen. Das Rindvieh muß noch im­mer unter Vorkriegspreisen abgesetzt werden. Die Frischmilchpreise sind in fast allen Groß­städten feit einiger Zeit im Fallen begriffen.

Ungeachtet dieser Rot war die Landwirt­schaftskammer unablässig bemüht, die landwirtschaftlichen Schulen weiterhin auszubauen.

Sie wurden im Winter 1928-29 von 811 Schü­lern (872 im Vorjahr) besucht; der Rückgang um 7 Prozent habe seine Ursache in der schwierigen Lage der Landwirtschaft. Der Neubau der landwirtschaftlichen Schule in Bebra ist vollen­det; er kann als Muster eines neuzeitlichen Schulgebäudes angesprochen werden; weitere Schulneubauten sollen in Fritzlar, Marburg und Rodenberg (Kreis Rinteln) errichtet wer­den. Die Entwicklung der Mädchenklaflen hat in 1928 weitere Fortschritte gemacht. Die Wan- derhaushaltskurse haben sich auch in 1928-29 wieder außerordentlich gut bewährt und wurden insbesondere zahlreich von Töchtern selbständig ger Landwirte besucht. Das ländliche Fortbil- dnngs- und auch das sonstige landwirtschaftliche Schulwesen (höhere Lehranstalt für praktisch- Landwirte in Wolfsanger bei Staffel, landwirt­schaftliche Haushaftungsschule in Oberzwehren' befindet sich in erfreulicher Weiterentwicklung

Rach dem Anfchlnß Waldecks an die Land- wirtschastskammer wird in Arolsen eine theoretische Ackerbanschnle errichtet werden.

Auf dem Klostergute Haina chaS der Kurhessi- schen Bezirksverwaltung gehört, soll eine Mel­kerschule neu errichtet werden. Der Ausbildung der Gärtner wird in 172 von der Landwirt­schaftskammer dauernd überwachten anerkann­ten Lehrgärtnereien besondere Sorgfalt zuge­wandt. Neuerdings wenden sich auch viele Mädchen dem Gärtnerberufe zu. Ein neues Gebiet landwirtschaftlicher Tätigkeit ist die der Geflügelzuchtgehiljen ;auch hier ist der Andrang der Mädchen groß. Ans dem Bericht über die Pferdezucht ist bemerkenswert, daß unge­achtet des stetig steigenden Krastwagenverkehrs die Zahl der Pferde doch zunimmt. In Kur- Hessen hat sich der Pferdebestand von 58 524 in 1913 auf 61 986 in 1928 gesteigert, wobei be­merkenswert ist, daß diese Zunahme des Pfer­debestandes fast ausschließlich auf die Städte entfällt. Die einst in hoher Blüte stehende kur- hefsische Warmblutzucht ist in ständigem Rück­gang begriffen. Die seit 1920 im Hauptgestüt Beverbeck geschaffene Kaltblutzucht hat sich sehr gut bewährt und ein außerordentlich leistungs­fähiges, leicht futtrtgeS Arbeitspferd hervorge­

as Hirn und Nerven brauchen

Wichtige Ratschläge für geistige Arbeiter und nervöse Leute.

Von Lity Forst