Kasseler Neueste Nachrichten
i
i
London, 27. Februar. In der zweitgrößten Stadt Mexikos Guadalajara drangen gestern
tieberiflate Schulklaffen
In Preußen gibt es rwch viele einklassige Schulen, in denen von einem Lehrer mehr als sechzig Kinder unterrichtet werden. Eine Schule zählt sogar 110 Kinder eine andere 104, zwei je 101 Kinder usw. Es gibt noch fast tausend Klassen mit mehr als 60-und über 11000 Klassen mit mehr als 50 Kindern. Daß sich bei einer derartig starken Klaffenziffer der Lehrer mit je-, dem Kinde meist nur jede Woche einmal beschäftigen kann, liegt auf der Hand.
ausgewiesen und über die tschechische Grenze gebracht. Vuciterna hat den Mörder des albani- chen Gesandten in Prag im Gerichtssaal er- chossen.
Banditenterror In Mexiko
aber mehr vielleicht noch nach innen (Aha-Rufe links) auf den bewährten Grundlagen der Disziplin.
Reichskanzler Müller erwidert dem Vorredner u. a., daß die Regierung schon im vorigen Jahre der Reichswehr alles Notwendige versprochen habe, was sich mit den bestehenden Verträgen und den finanziellen Kräften des Reiches vereinbaren lasse. Die anderen Parteien verzichteten auf eine Aussprache. Admiral Brüninghaus (Vp) betonte nur den Wehrwillen seiner Freunde und der General Ritter v. Epp (Nat.-Soz.) wunderte sich, daß man sich über den Verrat der Denkschrift wundern könne. Die Kommunisten haben Mißtrauensanträge etngebracht, einen gegen Groe- ner und einen gegen das Gesamtkabinett; darüber wird aber erst am Mittwoch abgestimmt werden.
Der Fremdenlegion entronnen
London, 27. Februar. (Privattelegramm.) In Aberdeen traf an Bord des dänischen Dampfers „Lars Kruse" der deutsche Fremdenlegionär Friedrich Wilhelm Gaiser ein, der sich an Bord verborgen hatte. Er wird nach Deutschland weitergesandt werden.
Räuberromantik auf Sar-inien
Reisende im Postautobus ausgeplündert.
Rom, 27. Februar. (Eigene Drahtmeldung.' Ein frecher Raubüberfall wurde in Sardinien auf ein Post-Auwmobil ausgeführt, das von drei bewaffneten Räubern angehalten wurde. Die Reisenden wurden unter Todesdrohungen ausgeplündert. Nachdem die Räuber auch noch die Postsäcke geplündert hatten, konnte das Auto seine Fahrt fortsetzen. Karabinieri-Pa- trouillen sind aus die Suche ausgesandt.
Worum der König nicht mehr verzichtet
M^GWaris, 27. Februar. Zu einem Pressevertreter äußerte sich König Amanullah in Kandahar: Er habe Blutvergießen vermeiden wollen und sei daher zurückgerreien. Als er aber erfahren habe, daß der Angriff nicht persönlich gegen ihn gerichtet, sondern den persönlichen ehrgeizigen Gründen eines Räubers entsprungen sei, sei es ihm klar gewesen, daß das Land ihn brauche.
London, 27. Februar. Ein Korrespondent bezeichnet den Machtbereich Amanullahs als sehr eng. Er besitze nicht ein einziges Flugzeug und keine Radiostation. Die militärischen Machtmittel des Landes ständen einstweilen Habibullah zur Verfügung, der nicht nur die Soldaten, sondern nahezu sämtliches Kriegsmaterial der früheren Regierung besitze.
Lleorr die Grenze abgeschoben
19. Jahrgang. — str. M-
Aus Politik und wirtschaft
Religionskriegende in Mexiko? Ein katholischer Bl,choj haue im meruanischen Innenministerium eine lange Unterredung. Ma« nimmt an, daß er demnächst direkte Verhandlungen mit dem Präsidenten Gil einleiten werde, um den Religionskrieg zu beenden
Die Elsaß Köpenickiade aufgeklärt. Die Personen, die den Pariser Radttalensüyrer Dala- o i e r vom Bahnhof Zabern im Auto entführt haben, um ihn an einer Rede in Straßburg zu verhindern, sind zwei elsässische Studenten, die Mitglieder einer 20 bis 30 Anhänger zählenden Gruppe revolutionärer Faschisten sind. Sie dürsten mit Disziplinarstrafen da- vcnkommen
Die Abiturienten-Hochflut. Im Jahre 1900 erhielten in Preußen 5000 Gymnasiasten die Abiturientenretfe, 1927 waren es 18 000 und in den nächsten Jahren wird die Zahl auf 25 000 anwachsen. 1900 gingen fast alle Abiturienten zum Hochschulstudium über, 1927 nur noch 56 Prozent.
Moskau versteigert jetzt auch in Wien. Die Sowjetunion hat mit zwei Wiener Auktionshäusern die Versteigerung russischer Kunst- chätze in Wien vereinbart. Diese setzten sich aus staatlichen, nationalisierten und aus privaten Gütern zusammen. Wegen der Vorfälle in Berlin wurde bestimmt, daß tm Falle von Einwendungen seitens der Emigranten die Sow- etunion die Haftung für alle Prozeßkosten übernimmt.
Staatsanwalt und Abgeordnete. Dem Landtag liegen z. ZI. rund vierzig Anträge der Staatsanwaltschaften vor, die eine Aufhebung der Immunität der völkischen Abgeordneten wegen Beleidigungsprozesjen ver- langen.
3ank um die Groener-Zenkschrift
Der Reichskanzler weist die Kommunisten ab und deckt den Reichswehrminister. Rechts gegen links.
©taotötheater Kassel
Neubesetzung in „Emilia Galotti". — Elfriede
Boetemann als Orstna.
Obwohl die Gräfin Orflna nur in einem, dem vierten Akt des Lessing-Dramas auftrut, ist diese Rolle schauspielerisch bedeutender sogar als die Titelrolle, weil auf kurzer Strecke alle Skalen des Gefühls durchlaufen, alle Re- gifter der Seele gezogen werden muffen. Es war deshalb nach ver reichlich indtsjerenen Verkörperung dieser Rolle durch Frau Grethe interessant, die gleiche Rolle von der jungen, durch Rutine noch nicht um ihren Ehrgeiz gebrachten Schauspielerin Elfrrede Boetemann gespielt zu sehen.
Wenn man in Rechnung zieht wie sehr FräiKem Boetemann noch gegen Unzulänglichkeiten ihres flachen, nasalen Organs, dem noch unendlich viel an Resonanzsäyigkeit fehlt zu kämpfen Hai, wird man ihre Leistung, die in ihrer ganzen Anlage reizvoller, schmlegfa- rner und fraulicher ist als die der ersten Besetzung, umso höher bewerten müssen. Gewiß, tote erste Hälfte der Partie bleibt noch Theater, noch blutlos, allzu bewußt, aber plötzlich nach dem Signal „Lachen Sie, Marinelli!" trifft sie das Herz der Orstna, lebt, fühlt und leidet sie. Da ist auf einmal der Kontakt mit dem Publikum da und die Gewißheit in uns daß hier eine hochtalentierte Schauspielerin die bisher bedeutsamste Probe ihres Könnens gibt. G. M. V.
verfaßt Hal, in dem er aufS schärfste die Politik des gegenwärtigen russischen DiktawrS Stalin und dessen baldigen Sturz voraussagt. Ferner kritisiert er das gegenwärtige Sowjet-Regime und enthüllt das Geheimnis der Geschichte die ihn zu einem mittellosen russischen Proletarier gemacht habe, der zum Schluß noch auSgewie- sen wurde.
Frauen als Wohlfahrtshüter
Ministerabwehr im Landtag.
Berlin, 27. Februar. Im Landtag bedauerte beim Wohlsahrtsetat Minister H i r t s i e f c r, daß das Reichs-Apothekengesetz noch immer nicht vorliege. Auch für die Arzneipreise sei das Reichsinnenministerium zuständig. Er bat weiter höhere Mittel für die Kindersür- sorge bereitzustellen und kündigte eine Statistik über die Leibesübungen, die weitere Förderung des Jugendherbergswesens und andere soziale Pläne an. Scharf wandte er sich gegen die „alles Maß überschreitenden Angriffe der Rechten auf die Fürsorgeerziehung". Er warf dem Dichter Lampel indirekt Verantwortungslosigkeit vor. werk er ans Grund Phantastischer Schilderungen Jugendlicher ehrenkrankende Beschuldigungen gegen trefflich bewährte Jugenderzieher erhoben habe, sagte
Ueberprüsnng
etwaiger rückständiger Erziehungsmethoden
zu. Abg. Frau Kirschmann (Soz.) verlangte eingehende Beratung der Fürso:ge-An- träge im Ausschuß, wobei sie erklärte, daß tatsächlich eine Revolte im Erziehungshaus, und zwar in einer Anstalt in Berlinchen, stattge- funde« habe. Fan Deutsch (Dtl.) trat namentlich für den Osten ein und verlangte Maßnahmen gegen die Landflucht, die die gesunde ländliche Bevölkerung nur zum moralischen u. physichen Erliegen in den Städten bringe. Abg. Frau Heßberger (Ztr.) wandte sich gegen Rohheiten in den Fürsorge-Anstalten, meinte aber, man dürfe nicht aus einer Ohrfeige ei« „Attentat auftbte Majestät des Kindes" machen. Sie formte eine Zensur, die unserer Jugend die Quellen sittlicher Verwahrlosung in Kunst, Literatur usw. verstopfen kann. Abg. Donners (W. P.) stellte unter lebhaftem Hört! Hört! fest, daß zum Wohl- sahrtsctat bereits bisher 125 Anträge mit annähernd zweihundert Millionen Mark Mehrforderungen gestellt seien. Für die Jügend- Pfleger verlangte man allgemein die denkbar beste Ausbildung.
Waren Rotzbacher Soldaten? Die Schicksalsfrage int Fememordprozetz.
??■ Februar. Im Stettiner Fememord-Prozeß erklärte der Angeklagte Heines, die Organlsation Roßbach sei seinerzeit nur pro forma aufgelöst worden, die Reichswehr aber habe nach wie vor die Löhnung gezahlt. Dem getöteten Schmidt sei es nur auf • Geldverdienen angekommen, er habe erklärt, er htiffe noch nicht ,ob er die Waffenarsenale besser an die Entente oder an die Kommunisten verraten solle. Die Roßbacher seien damals tatsächlich Soldaten gewesen. Der Abtransport auf die Güter fei mit allen militärischen Formen und auf Militärfahrscheine erfolgt. Auch die Abzeichen des Reichswehr-Jägerbataillons 37 seien den Roßbachern ausdrücklich belassen und sie seien nur ermahnt worden, im Interesse der Geheimhaltung die Uniformstücke tlicht öffentlich zu tragen. Sie hätten auch ihren eigenen Bataillonsarzt und Bataillonsmusik gehabt/ Der Angeklagt- Otto sagt aus, als er von Heines den Befehl erhalten habe, zu schießen, sei er vorgesprungen und habe geschossen Von der Entscheidung, ob die Roßbacher sich subjektiv und objektiv als Soldaten fühlen mußten wird es abhängen, ob die Angeklagten be- sehlsmäßig handelten, indem sie auf Befehl schossen.
Aman Allahs Frühjahrs- Offensive
In drei Fronten gegen Kabul.
Karachi, 27. Februar. Zur Zeit bereist Aman Ullah in einem Flugzeug Afghanistan, um mit den Stammesführern neue Truppen für die große Frühjahrsoffensive zu werben. 60 000 Mann feiner Streitkräfte sind bereits mit französischen Gewehren und Maschinengewehren ausgerüstet. Aman Ullah wird voraussichtlich in drei Fronten Kabul angreifen.
Moskau, 27. Februar. Nach einer Meldung aus Termez haben dreißig Kilometer von Kabul, Kämpfe zwischen Aman Ullahs und den Kugistau-Truppen begonnen. In Kabul werden Flugblätter verbreitet, daß Aman Ullah sich in Gazni befinde. Die Stadt Maidan ist von Truppen Aman Ullahs besetzt.
Prag, 27. Februar. Der Albaner Vueiterna । feimn »tttuue y>uuouiujara orangen genern wurde wegen Uebertretung des Waffengesetzes | Banditen bis zu den Kasernen vor, bevor
Donnerstag, 28. Februar 1929.
beten Koalitionsbeschlüffen fest mit dem Ziel. wuh Beendigung der Reparationsverhandlun. gen in Paris erneut Stellung zu der politi- scheu Lage zu nehmen, um die gleichartige Bildung der Koalition im Reich und in Preußen zu erreichen. Die Belastung aller Erwerbsstände dürfe nicht weiter gestei- gert, sondern rasch und fühlbar gesenkt werden. Ebenso notwendig sei eine umfassende Reichs- und Berwaltungsreform.
es gelang, sie zurückzuschlagen. Die Stadt war mehrere Jahre das Hauptziel einer sehr umfangreichen Bandüentätigkeit. Der amerikanische Botschafter Moro hat bei der mexikanischen Regierung Vorstellungen wegen Ermordung zweier Amerikaner erhoben.
itrobh'e Menetekel für Moskau
London, 27. Februar. Ein Blatt gibt einen Artikel wieder, den Trotzki in Konstantinopel über ausgezeichnetes Stimma.erial verfugen, stehen ihren berühmten Vorbildern in Nichts nach. Wie sie den Schlager des Winters „Ich küsse Ihre Hand Madame" ober „Leila" ober irgend ein anderes Tanzlied mit Charme und Humor fingen, das muß jeder. Plattenfreund einmal gehört haben.
Aus dem neusten Nachtrag der Hamocord greife ich einige hervorstechende Ausnahmen heraus: Bollmann singt das herrliche „Leb wohl mein Blütenreich" aus Madame Butterfly. Der Bassist Gttowsky schenkt uns Arien aus „Die Jüdin" und Tschaikowskys „Eugen Onegin". Technisch vollkommene Choraufnahmen sind die des Berliner Ulhmann- Chors mit „Gesang der Völker" u. „Die Internationale". Der polnische Pianist Münz, Busonis letzter Schüler, vermittelt zwei Proben modernster Klaviermusik von Ravel und Scriabirre. Neue Orchesteraufnahmen von Rang sind die populären Ouvertüren zu Freischütz und Wilhelm Dell, die Knappertsbusch mit hknreißender Stabführung ans dem Or- chestsr der Staatsoper München herausholt. Emen Chorklang von seltener Reinheit ver- mit eln die Aufnahmen mit dem Domchor München, der edle alte Kirchenlieder unter Prof. Berber-chs Leitung singt. — Wenn ich aus der Fülle der humoristischen Platten einige nennen soll, die uns die schlechteste Stirn- mung ins Gegenteil verwandeln, bann hören Sie sich Karl Valentins Sketsch „Der Zufall" an oder Mälzer mit seinem Couplet vom "Nörgler". v.
Aus Kunst und wissen
** Ausstellung junger Künstler. Die Ausstellung der jungen Künstler in der dem ber- ilner Warenhaus A. Wertheim ange<siiederten modernen Galerie verdankte ihr Werden einer Anregung des „Kunstblatt"-Herausgebers Paul Westheim. Die aus zwei jungen" Malern und einer Bildhauerin gebildete Auswahlkommission vermochte nut den fünften Teil der Einsendungen unterzubringen, weil dem Ausruf an 250 Künstler mit mehr als
1000 Werken gefolgt waren. Aus der Kasseler Künftlerschast war Arnold Bode mit Arbeiten vertreten In der kritischen Würdigung der Ausstellung im „Kunstblatt" hebt Paul Westheim ein kürzlich auch in Kassel gezeig es Werk hervor, „die Schöne Aussicht, im ganzen eine sympathische Leistung."
** Der neue Herzog. Der neue Roman von Rudolf Herzog, Kornelius Vanderweits Gefährtin, hat einen ungewöhnlichen Bucher- folg aufzuweisen: der Roman hat in kürzester Frist eine Neuauflage erlebt und erscheint bereits im 51. bis 60. Tausend.
*♦ Ein russischer Regisseur für die Rein- hardt -Theater. Der russische Regisseur Granowsky hat auch eine neuerliche Einladung zur Rückkehr nach Moskau abgelehnt und ist jetzt für die Dauer einte Jahres an das Deutsche Theater in Berlin als Regisseur vetH Pflichtet worden.
** Einstein Ehrung in Palästina. Anlaß- uch des am 14. März gefeierten 50. Geburtstages des Professors Albe« Einstein wird von Verehrern des Gelehrten, in einer zionistischen Siedlung in Palästina ein tausend Bäume umfassender Hain gestiftet, der den Namen „Professor-Albert-Einstein-Hain" tragen soll.
tro" bekannt sind. Homocord weist heute bereits ein sehr umfangreiches Programm auf, m dem die klassische Orchester- und Opernmn- stk. in reichem Maße ausgeschöpft ist, auch das wertvollste musikalische Gut der jüngsten Zeit wird systematisch erfaßt, die Chorliteratur be- sonders gepflegt und natürlich auch das lausende Tanz- und Schlagerreperwire übertragen.
Für Orchesterwerke verpflichtete Homocord in erster Linie das Berliner Symphonie Orchester, früher unter dem leider früh verschiedenen Dirigenten Emil Bohnke, jetzt unter Etbenschütz, Schuricht, Franz Lehar, Dr. Gunther u a. Neuerdings spielt auch das Orchester der Münchener Staatsoper unter Knappertsbusch für Homocord. An Instrumentalisten nenne ich nur den ausgezeichnet. Cellisten Pros. Földesy, Grete Eweler, Prof. Pollak, Prof. Wolfshal, den Pianisten Hofszimmer n .uimermuiif vermittelt u. a. das Ross- Quartett. Der bevorzugte Homocord-Sänger »st Hanz Heinz Bollmann, dessen schöner, schmiegsamer Tenor sich für Opernarien ebenso eignet wie für Schlager Andere Namen: Lotte Leonard, Nissen, der bekannte Münchener Heldenbariton, Lewandowsky, Abend- rolh u. a.
Namhafte Chöre vermitteln bie beste Chormusik Da ist der berühmte Berliner Lehrer- gesangvereln, ber münchener Domchor, btc berliner Siebertafel, ber Volkschor Berlin unb bie bekanntesten Arbeitersänger-Chöre. Eine rühmenswerte Tat: Homocord stellte eine Reihe von Original-Aufnahmen vom vorjährigen Arbeitersängerfest in Hannover her. — In der Pflege des Dialektvottrags steht Homocorb fast allein: Zuerst nenne ich die Bayern-Platten mit dem originellsten Müncheiter Künstlerpaar Karl Valentin und Lisi Karlstadt. Mälzer remitiert sächsisch, Ebe- ler kölnisch, Hub spricht frankfurter Dialekt. — Die „Sensation" der Homocord sind die „Abels", ein Gesangsguintett, das in der Art ber Revellers die witzigsten Variationen über bekannte Schlager singt. Die Abels, die
Berlin, 27. Februar. Im Reichstag begründete gestern Abg. Stöcker (Kom.) die Interpellationen über die Denkschrift Groeners zur Panzerkreuzerfrage bamit: Die Regierungsparteien unb namentlich bie Sozialdemokraten sollten beschuldigt werden zum Kriege gegen Rußland zu rüsten. Diese Behauptung nahm außer den Freunden des Redners niemand im Hause ernst. Reichskanzler Müller fertigte den Ausfrager in meist ironischer Weise ab. Nirgends lasse bte Denkschrift die Absicht eines Krieges gegen Sowjetrußland erkennen. Von irgend welcher Aufrüstungspolitik könne überhaupt nicht die Rede sein, denn beim Bau des Panzerkreuzers A handelte es sich bekanntlich nur um einen Ersatzbau. Wenn der Wehrminister in einer solchen Denkschrift den
Fall der Notwehr als Fachminister behandele, so kann das wirklich nur als eine Pflicht bezeichnet werden. Er wies auf die erst kürzlich wieder von dem Sowjetpräsidenten Kalinin bestätigten freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland bin, die auch Herr Stoecker nicht trüben kann. Der Oberreichsanwalt habe den an dem Verrat der Denkschrift Schuldigen noch nicht gefunden. In der Debatte setzten sich dann Sozialdemokraten und und Deutschnationale auseinander. Diesen war zugetragen worden, eine Journalistin namens Valentin habe mit Hilfe von sozialdemokratischen Politikern bie Denkschrift nach England geschmuggelt. Das hat sich, inzwischen als eine
leere Vermutung herausgestellt.
Stampfer (Soz.) warf den Deutschnationalen vor, unter der Aera Hugenberg werde die Verleumdung bei ihnen zum Handwerk. Sie hätten die Behörden auf eine falsche Spur gelenkt. Me Lügen und allen Schwindel apportierte Herr v. Lindeiner dem Oberreichsanwalt, obwohl wir gerade von Lindeiner bisher glaubten, seine politische Intelligenz reiche aus, den Kampf anständig zu führen. (Große Unruhe bei den Deutschnationalen.) Mit Ihnen (nach rechts) rechten wir nicht über Landesverrat. Sie haben ja sogar Ebert Landesverrat vorgewor- sen! (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Der Afrika-General v. Lettow-Vorbeck (Dtl.) erwiderte temperamentvoll. Es wäre ihre Pflicht gewesen, bie ihnen zugetragene Verdächtigung an die zuständige Stelle weiter zu leiten. Handelte es sich doch um Landesverrat. Die Reichswehr ist uns zu schade für Erperimente m dem Augenblick, wo politisches Rowdytum einen jungen Mann auf offener Strecke niederstreckt. IHeoM Unruhe bei Yen Kom.). Präsident Loebe: Durch den Ausdruck „politisches Rowdytum" kann sich doch hier nie- man getroffen fühlen! — .'Heiterkeit.) Eine Gewährung des Gastrechts für
Trotzki darf überhaupt nicht erörtert werden.
Wir wollen nicht in den Bolschewismus hineinschliddern. (Huhn-Rufe links.) Wir brauchen eine zuverlässige Wehrmacht nach außen,
Humoristische Ecke
Wie die Akten fungen..
„Jedesmal, wenn Du so unartig bist, bekomme ich ein neues graues Haar," sagte der bekümmerte Vater. „Na, da mußt Du aber ein großer Lausbub gewesen sein," erwiderte das Söhnchen. „Sieh Dir mal Großpapa an."
Peinlich.
_ „Warum ist beim Meier in so gedrückter Stimmung? Ich denke, er Hai bei einem Preisausschreiben über das Thema: „Was mir an den Frauen mißfällt", den ersten Preis bekommen." „Das ist es ja eben, er hat jetzt scheußliche Angst davor, baß seine Fran den Artikel lesen könnte" —
Deutsche Schallplatte«
Das Programm der „Homocord".
Unter den in Deutschland verbreiteten Schallplattenmarken, die Anspruch aus künstlerische Bewertung erheben, stehl gleichwertig bezw. gleichsttebig neben Grammophon, Par- lophon, Odeon, Columbia und Gleftrola die Schallplatte ber jetzt dem Lindstrom-Konzern angeschloffenen Homovhon-Company, deren Fabrikate unter dem Namen „Homocorb-Elek-