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Nr. 48

Neunzehnter Jahrgang

Staffelet Neueste Nachrichten

2. Beilage

DlenStag, 26 Februar 1929

MM nin WkW MgkMkH metöen eins

<gine bedeutungsvolle Stunde für Walbecks Landgemeinden: Die Angliederung an Kur- deffen-Vreußen in Eorbach vollzogen / Dr. Gereke spricht aber Land Gemeinden und Tagesstagen / Die Gchulnof des Landes / Dertretertag der Kuthefflfchen Landgemeinden

Sonderbericht unseres nach Corbach entsandten Redaktions-Mitgliedes

Stuhl ihr Balalaika

der 'Wol­

ga," bittet sie zaghaft.

Sachaross streicht mit leisen,

Das neue Steuerprogramm unterzieht Dr. Gereke hierauf einer eingehenden Kritik vom Standpunkt der Landgemeinden aus. Präzis beleuchtet er die einzelnen Vor­schläge zur Deckung des 5600 Millionen-Dest- zfts und komn-.t zu einer Ablehnung der Er- (Fortsetzung siehe Rückseite.)__

lich an seiner Spitze stand und dem erst vor 14 Tagen in Corbachs Erde zur letzten Ruhe be­statteten Präsident Dr. S ch mft e d i n g, der al­lezeit als preußischer Beamter Waldecks Jnter- esien erfolgreich vertreten und gefördert hat, gilt. Schweigen liegt über aller Mienen dann tritt die Gegenwart in ihr Recht:

Der erste

Waldcckische Landgemeindetag ist eröffnet.

Knapp aber vielsagend sind Geschäftsführers Schneider Eingangsworte: Fast alle Waldek- kischen Landgemeinden haben die Notwendigkeit eines organisatorischen Zusammenschlufles rich­tig erkannt, von 108 haben sich 93 dem Verband bereits angeschloffen, drei haben abgelehnt und von den übrigen steht die Entscheidung noch aus. Dann gelten seine Grußworte den anwe­senden Ehrengästen: besonderer Dank Herrn Präsident Dr. Gereke u. Vize-Präsident Stand- ke, dem Führer des Landbundes Schnaar, des­sen Fraktion sich restlos in denDienst der Ver- bandssaebe stellte und den Vertretern der Be­zirksabteilung Kurheffen dafür, daß sie ihre Tagung zum heutigen Tage hierher verlegte. Tann folgt als erster Punkt der:Tagesordnung

die Beschlußfassung übet die Angliederung an die Bezirksabteilung Kurheffetn

Einstimmig findet der dahingehende Antrag des Vorstandes Annahme, lebhaftes Bravo-Rufen und Händeklatschen ist die Antwort auf dieses Ergebnis möge es als Stimmungsausdruck unserer Waldecker Freunde ein gutes Omen für die Zukunft sein! Hand in Hand damit ge­hen Satzungsänderungen, die schnell genehmig! werden; beschlossen wird ferner, Kreislandge­meindetage zu schaffen, die von Zeit zu Zeit zusammentreten sollen. Dann wird zum Lan­desvorsitzenden Bürgermeister Zobel- Sach­senberg und zu seinem Stellvertreter Bürger­meister Emde- Massenhausen gewählt. Un­ter Bürgermeister Zobels Vorsitz spricht als er­ster Bürgermeister Z i m m e r m a u u für die Stadt Corbach zu den anwesenden Waldeckern und Kurhessen Er begrüßt es besonders, daß schon vor dem offiziellen Zusammenschluß die beiden großen Verbände Fühlung miteinander nehmen. Landgemeinden und -Städte, deren kommunale Selbstverwaltung in gleicher Weise zurückgedrängt werden, müßten in Zukunft zu- sammenstehen, um dafür zu sorgen, daß nicht nur Politik für die großen Städte getrieben werde, sondern gerade für die Millionen Volks­genossen. die in den ländlichen Gemeinden le­ben. Nachdem der stellvertretende Vorsteher des Arbeitsamtes Corbach darauf hingewiesen hat, daß die Ausgaben der Gemeinden mit denen des Arbeitsamtes eng verbunden sind, ergreift

Dr. Gereke - Berlin

Führer der Landgemeinden, das Wort zu einem fast anderthalbstündigen außerordentlich klug angelegten weitausholenden Vortrag über

Die Stellung der Landgemeinden zu den großen Tagesfragen".

Natascha beginnt dabei, leise vor sich hin- zitfummen, sie summt die schwermütige, russi­sche Melodie der Balalaika nach u. verstummt gleichzeitig mit dem alten Sachaross, als eine zweite Erschütterung das Haus erbeben läßt.

Der eiserne Schrank in der Ecke macht eine kurze gravitätische Verbeugung und die Lampe unter dem gäben Papierschirm schwankt lang­sam hin und her. Die Teetassen auf dem Tisch flirren, der Samowar zitiert und stößt angstst- voll ächzende Töne aus,als wäre er ein Mensch Der Vorhang mit den verblaßten Goldsticke­reien schlägt so heftig hin und her, daß die kühle, weiche Seide Nataschas Hand berührt.

Natascha Mrzt aus dem Zimmer, reißt die Wohnungstür auf, nimmt mit einem einzigen Satze die wenigen Steinstufen, die zum Hofe hinabfuhren.

»Sachaross! Sachaross!"

Der alte Sachaross hat fein schmales Käm­merchen nach der Hofsefte ju. Es liegt ne­ben der Wohnung von Lau Mase, der alten Chinesin, der das Haus gehört und die in Xeni­as Häuslichkeit gegen gutes Geld gewisse nie­dere Dienste verrichtet.

Jetzt muß Lau Mase ausgegangen fein; denn ihre Tür ist verschlossen und die Fenster sind dunkel.

Natascha sieht es im Vorüberhasten. Sie hebt schon die Hand zu Sacharofts Türklinke, als die Tür von innen geöffnet wird.

Der alte Sacharoff steht aus der Schwelle seines Zimmers. Er steht regungslos mit toeti oufgeriffenen Augen und lauschend vorgebeug­tem Kopfe. Sein fpärliches weißes Haar glänzt im trüben Lichte der kleinen Lampe, die den Raum hinter ihm erhellt. Seine buschigen Augenbrauen sind bogenförmig in die Höhe gezogen und die 9ütgett hinter den dunkeln Brillengläsern haben in dieser Sekunde einen belebten und sehenden Ausdruck.

.Es ist ein Erdbeben, Miß Wassiliew Das begegnet uns hier öfter."

Ratafeha tat einen tiefen, beruhigten Atem­zug. Sie wird jedesmal seltsam ruhig wenn sie Sacharoffs Stimme hörte. Diese Stimme

reff"

Sie Hai auf dem schmalen Holzbänken ne­ben dem Fenster Platz genomen. Der alte Sachaross setzt sich auf den einzigen gegenüber und fängt an, an seiner zu stimmen.

»Spielen Sie mir das Lied von

Corbach» 23. Februar

Ein bedeutungsvoller Morgen für Waldecks Landgemeinden ist angebrochen. Den großen Saal des Hotels »Waldecker Hof" in dem freundlichen Corbach am Eifenberg, der aus- steigenden und durch frischen Unternehmungs­geist vorwärtsblickender Bürger zur wirklichen Metropole werdenden Waldecker Stadt, füllen die aus allen Tellen Waldecks herbeigeellten Mitglieder des Verbandes der Waldeckischen Landgemeinden, zum großen Teil alte, im Dienst ihrer Heimat u. ihrer Gemeinden ergraute Leu­te sind es, die hier zum ersten Landgemeinde­tag zufammengekommen. Wohl sind sie sich des Ernstes der Stunde bewußt: gilt eS doch heute, den Anschluß an Preußens, an Kurheflens Landgemeindeverband zu vollziehen, die Selb­ständigkeit, die am 1. April das ganze Land verlieren wird, schon heute hier für ihren Teil aufzugeben, um in Zukunft Schulter an Schulter mit den kurheffischen und preußischen u. darüber hinaus mit den gesamten deutsche» Landgemeinden für die Wahrung der gleichen Interessen zu kämpfen. Und sitzen doch heute schon Seite an Seite mit ihnen die neuen Freunde aus dem preußischen Nachbarland, die Vertreter der Bezirksabteilng Kurheffen, die ihre Tagung ebenfalls hierher verlegt haben, als sichtbaren Ausdruck der hingestreckten Bru­derhand und des Willens »ach gemeinsamer Zukunftsarbeit.

Männer, die einen Namen von Klang führe» in der Arbeit der deutschen Landgemeiudebewe- gung, eilten nach Corbach, in dieser Stunde ihr Teil beizutragen zu einer glücklichen Vollen­dung des großen Gedankens. An ihrer Spitze Landrpt a. D. Dr. Gereke, der Präsident des deutschen Laudgemeindeverbandes, der uner­müdliche Vorkämpfer der gerechten Sache deS Landes, dem die Landgemeinden die große ein­heitliche Linie ihres Strebens verdanken, Vize- Präsident Generalsekretär Standke und Landtagsabgeordneter Gutsbesitzer Schnaar, Vorsitzender des Waldeckischen Landbundes. Für das Corbacher Finanzamt ist fein Vorste­her Regierungsrat Sopp anwefend, für das Arbeitsamt dessen Vorsteher Panse, für dte Regierung Schulrat Gras, für Corbach Bür­germeister Zimmermann und auch der Landrat des Twistekreises, Wittmer, wohnt der Tagung bei. Von der Bezirksabteilung Kur- Hessen sind die Bürgermeister Bickel, Wißner, Raffle, Waßmut und Preller und Kreisaus- schnßoberinfpektor Höhn-Witzenhausen anwe- send. *

Für den erkrankten Vorsitzenden des Ver­bandes der Waldeckischen Landgemeinden eröff­net der Geschäftsführer des Landgemeindever­bandes, und des Landbundes. Schneid er - Corbach, die Sitzung. Ernste Worte aufrichti­gen Gedenkens widmet er zunächst den Toten des Jahres. Stehend hört die Versammlung seinen herzlichen Nachruf, der dem Landesvor­sitzenden Bürgermeister Süden- Mülhausen, der feit Gründung des Verbandes unermud-

ihr Gesicht ganz hilflos u. von Abwehr über­schattet.

Sie sagt: »Ich habe es nicht nötig, etwas vor Xenia Petrowna zu verbergen, Sacha-

t> zitternden

Fingern über das Instrument. Sein altes, faltiges Gesicht sieht aus, als horche er auf

etwas.

Er sagt: »Sie haben Heimweh, Miß Wassiliew! Ich sichle es Ihrer Stimme an, daß Sie Heimweh haben."

»Ja Sachaross--Nun ja"

Natascha spricht ergeben wie ein Mensch, der weiß, daß es für ihn fein Verbergen mehr gibt.

»Wir alle haben Heimweh Sacharoff. Sogar Xenia Petrowna, glaube ich. Aber Xenia Petrowna spürt es nicht so, wie ich es spüre. Sie hat ihre Arbeit und steht viele Menschen ich habe nur meine vier Wände, meine Küche und die chinesischen Schriften, die We mir zum Abschreiben brindt"

Der Alte intonierte sehr leise eine sanfte, verhaltene Melodie.

»We fragt er. »Ist das der Chinese, der jeben Tag zu Xenia Petrowna kommt?"

»Ja er kommt jeden Tag. Wir kennen chn schon von Moskau her. Er war einer der ersten Studierenden an der Sun-Vat-Sen- Universttät. Er hat viel gelernt und spricht ausgezeichnet Rnssifch. Wir hätten in den ersten Wochen in Schanghai nicht fertig wer­den können ohne ihn"

Ein Schatten fliegt über ihr Gesicht.

»Erzählen Sie weiter. Miß Wassiliew! Ich liebe es, Ihnen zuzuboren"

»Wovon soll ich erzählen, Sacharoff,"

(Fortsetzung folgt.)

Präsident Dr. Gereke

Der Fübrer der deutschen Landgemeinden, dessen Programmrede der Stellungnahme der Landgemeinden zu den Tagesfragen den Hö­hepunkt der Corbacher Anschlußtagung bildete Schmerzliche Tatfache stellt Dr. Gereke fest, als er mahnend darauf hinweist, daß die jungen Menschen vom Land in die Stadt abwandern. Traurig und auch bedenklich sei die Landflucht, groß die Gefahr sozialen Elends. Dem Land aber fehle es an Hilfskräften und die Groß­städte wachsen, obgleich der Geburtenuberzchuß nachweisbar auf dem Lande liege. Die scheinbar größere Verdienstmöglichkeit in der Stadt sei die Ursache der Landflucht. Und das Land stecke Arbeit und Geld in die Erziehung seiner Jugend, von der die Stadt profitiere. Ent­schieden Front müsse dagegen gemacht,

Parität zwischen Stadt und Land gefordert werden.

Mit ganz besonderer Freude begrüßt Präsi­dent Gereke zunächst, daß es ihm vergönn« ist. an der Derfchmelzungsverfammlung teil zunehmen. Alles, so versichert er, was gesche hen könne, solle von preußischer Seite getan werden, aber auf das Miteinander-, das Zu fammenarbeiten lege er den größten Wert Tenn bedeutungsvoll seien die Kämpse, die über Preußen hinaus dem Deutschen Land­gemeindetag bevorstehen und zu denen et die auf gegenseitiges Vertrauen gegründete Mit­arbeit aller bedürfe. Und damit geht der überzeugend gestaltende Redner in medias res.

. DaS Finanzproblem

bringt regelmäßig mit dem kommenden Früh­jahr auch die Etatssorge, zu dessen Balanzie- rung die Sleuergucllen in erhöhtem Maße herangezogen werden müßten.

Die Höhe der Steuerzuschläge zu den Real steuern habe aber einen Grad erreicht, der kaum mehr zu steigern sei.

(Lebhaftes: »Sehr richtig!") Die größe Kunst sei also: gut, sparsam und billig zu verwalten Wohl sei der Vorwitts gerechtfertigt, daß man­che Gemeinden zu teuer arbeiten, er. stimme aber nicht, fotoeit erländ 1 iche Gemeinden treffen solle. Richtig aber sei er bei den gro­ßen Städten, die sich mehr leisten, als sie auf­bringen können. Scharfe Kritik übt der Red ner aus diesem Anlaß an den großen. Riesen summen verschlingenden, Ausstellungen, die in einer Zeit bedenklich seien, in der die ländli­chen Gemeinden darum kämpfen, daß im Wege des Finanzausgleichs

jede Gemeinde soviel bekomme, daß sie Überhaupt leben könne,

ein Gebahren, daß den falschen Eindruck er­wecke, daß es uns gut gehe, in Parker Gilberts Bericht einen erschreckenden Spiegel finde, und von ihm als »verschleierte Finanzpolitik" be­zeichnet werde Ans dem Land aber sei nichts zu verschleiern hier solle er sich einmal um­sehen! In den großen Städten müsse die gleiche Sparsamkeit herrschen wie sie auf dem Lande Selbstverständlichkeit sei.

Landgemeinden und Finanzausgleiche.

Präsident Dr. Gereke kommt hieraus auf die Verteilung der öffentlichen Gelder, die Reichs- fteuerbotationen, zu sprechen, bei der die Land­gemeinden unerträglich und ungerecht zugunsten der .Großen" benachteiligt werden, eine Folge der Verteilung bet Gelder nach den örtlichen Auskommen. Hauptforderung müsse fein, die Hohe der Dotationen nicht hiernach, sondern nach Einwohner- und Schulkinder- z a h 1 festzusetzen. Rur daS sei der verhältnis­mäßig beste Maßstab für die Höhe der sozialen und kulturellen Lasten und ein Schlüffe! danach schasse Gerechtigkeit und sei praktisch eine Er leichterung.

Der Kampf gegen die Landflucht bewege heute mehr denn je die Landgemeinden.

Hingt so anders als die von Ljuskow oder von einem der anderen Männer, die bei Xe­nia Tee trinken und die dann oftmals bis nach Mitternacht debattieren. Sie ist sanft und leise und von unbestimmbarem Wohllau­te, sie weckt schemenhafte Erinnerungen in Natascha sie quält sie sogar bisweilen um dieser Erinnerungen willen

Sacharoff fragt:Wollen Sie nicht für einen Augenblick bei mir eintreten,Mttz Was- filiew? Ich sehe es Ihnen an, daß Sie sich fürchten."

Sie feheu eS mir an, Sachaross?"

Ja Miß Wassiliew. Meine toten Augen sehen so viele Dinge, vor denen ich sie nicht zu schützen vermag. Und meine lebendi­gen Obren Horen auch vielerlei Dinge--"

Er hält die Tür vor ihr offen und sie kann nicht gut anders als eintreten Sie tut es eigentlich nicht gern Xenia hat es ihr verbo­ten Sie vermeldet nach Möglichkeit. Nata­scha mit 'Staffen in Schanghai verkehren zu lassen.

»Ich sage- Ihnen Bescheid, sobald Xenia Petrowna zurücüehrt," sagt Sacharoff. als er­riete er ihre Gedanken. »Ich kenne ihre Art, die Haustür zu öffnen. Und ehe sie von der Straße her die'Stiege heraufkommt, haben Die längst Zeit gefunden, nach oben zu flüchten"

Sie erröte! unter feinen Worten. Es ist ein ganz dünnes Helles Rot, das das bleiche Oval ihres Gesichtes wunderbar belebt und verschont. Natascha hat große graue Augen unter starken dunklen Brauen, die über der Nasenwurzel zusammengewachsen sind. Ihr dichtes, kastanienbraunes Haar trägt sie aus die aleiche und sachlich: Weise verschnitten wie Xenia Pettowna. Das Seltfame an Na­taschas Zügen ist, daß sie etwas Zeitloses an sich zu haben scheinen. Sie wirft viel äl­ter Äs siebzehn oder achtzehn Jahre, die sie in Wirklichkeit, zählen muß, genau weiß es ja niemand, nicht einmal Xenia Wassiliew nicht einmal Natascha selber, andererseits hat sie manchmal sonderbar rein und kindlich wirkende Züge. Jetzt, während sie errötet, ist

Die Liebe der Naiasiba Petrowna

2) Sott Gertrud von L rockborff

Das Zimmer ist ziemlich groß und seht einfach ausgestattet. Es hat Korbsessel, tote man sie tu iebem großstädtische Basar um ein Billiges erstehen kann, und einen großen run­den Tisch aus Tannenholz, der mit Zeitschrif­ten und Broschüren bedeckt ist. Es ist nichts Chinesisches in diesem Zimmer außer einem breiten, Mauen Seidenvorhange mit nachge­dunkelter Goldsticker et, der über dem Divan angebracht ist und eine schadhafte Stelle der Tapete bedecken soll. Es hängen auch keine Bilder an den Wänden, das einzige Schmuck­stück wenn man chn so bezeichnen darf, ist der große blanke Samowar, der auf einem Messtngtischchen neben der Türe steht. Er die weite Reise von Moskau nach Schanghai mitgemacht er ist wie ein Stück Heimat in der Fremde. Natascha liebt ihn deswegen auf eine besondere und zärtliche Weise.

Während sie jetzt vor ihm steht, um chn an- zuzünden, fährt sie mit sachtem Streicheln über feine blankpolierte Oberfläche. Dann zuckt das bläuliche Flämmchen aus und das ganze Zimmer ist auf einmal in Wärme und Behagen getaucht.

Xenia Pettowna muß jeden Augenblick zurückkommen" denkt Natascha.

Sie wird letzt ganz eifrig und geschäftig, räumt die Bücher und Broschüren fort, breitet ein weißes Tuch aus und stell! die chinesischen Teetaffen auf den Tisch. Dann holt sie ans dem schmalen Rebenzimer, das ihr und Xe­nia als Schlasraum dient, deren alten Samt­schlafrock mit dem Zobelbesatz und die Mor- genschnhe, damit alles b-reit ist, wenn Xenia nach Hause kommt, denn Xenia hat den gan­zen Nachmittag über draußen in Springfield geredet und wird tnübe sein.