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KaUer Nemste NchMm

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 42 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Dienstag, 19. Februar 1929

Einzelpreis: Sonntag« 20 Pfennig.

19. Jahrgang

Kuglisch-Werikauische AbriWugsWer

Nissige Schneemaffen gehen über -en deutschen Osten nieder

BeMoffene kinwanderungstore

Seeverkehr durch Siö gesperrt

Amerika drückt die deutsche Quote herab.

von

gleichbc-

vie neuen Grenzen

nitz erhielten keine _ mark und Schweden.

zirke von Djellallabad haben erneut Kämpfe zwr. schon den Stämmen begonnen. In Kabul ist die NahrungSmitt.elnot sehr groß und Plün­derungen haben bereits eingesetzt.

wurde jedoch eine neue Entschließung einge­bracht, die eine wettere Hinausschiebung für die Quotenregelung fordert. Man nimmt nun an. daß im Senatsplenum sich hierüber nochmals eine Debatte entspinnen wird, wobei die An bänger der alten, jetzt gültigen Regelung au Hoover rechnen, der sich nämlich in seinen Wahlreden in aller Form gegen die neuen Quo­ten ausgesvrochen hat. ES braucht wohl kaum betont zu werden, daß Deutschland, das seine Auswanderungsauote stets voll ausgenutzt hat. ein außerordentlich starkes Inter­esse an der Regelung der Einwanderungsfrage in den Vereinigten Staaten hat, sodaß man den weiteren Erörterungen im amerikanischen Senat mit Spannung- .-ntg. gensieht ,

Keine Verbindung nach Dänemark-Schwede«. Eine blockierte Insel. Auch di« Schler.se Wilhelmshasen unpassierbar.

Abrüftungsschritte Hoovers?

England will ZeU gewinnen.

derungSauSschuß befaßte sich nun erneut mit der Frage und eine Abstimmung ergab vier Stim­men für und sieben Stimmen gegen einen Auf­schub des Gesetzes, sodaß nunmehr am

L Juli die deutsche Einwanderung vou 51 227 aus 24 918 herabgesetzt

Höhe erreicht, daß 150 Arbeiter eine Woche lang zu tun haben, um die Straße wieder fahr- bar zu machen . (Vergleiche auch Berichte ,AuS aller Welf. Die Red.)

* * *

wolfsplage Im Süden

Lebensmittel und Heizung werde« knapp.

Rom, 18. Februar. (Eig. Drahtbericht.) Die anhaltende Kalte treibt die Wölfe immer «fei­tet in die Täler hinein. In der Campagne sind sie sogar in die Nähe vou Ortschaften gekom­men und haben Haustiere zerrissen. In der Nähe von Ancona haben Lawinen Schäden an­gerichtet. Die Temperatur zeigte in Modena am Sonntag minus 19 Grad, i» dem unweit ge­legenen Sorbara minus 28 Grad. Der Po ist aus eine weite Strecke hin zugefroren. In Flo­renz sind die Zufuhren von Lebensmitteln aus der Umgebung seit einigen Tagen ausgeblieben Vor den Geschäften stehen ttote der großen Kälte lange Züge von Frauen und Mär «er«, um die .-

mittel zu erhalten. In Ferrara habe« sechs Frauen aus einer Kirche Bänke, Sessel und Teile von Betstühle« gestohlen, um danrit zu Hause einzuheizen.

Hamburg, 18. Februar. (Privattelegramm. Der Eisenbahnverkehr von Deutschland nach Schweden und Dänemark und zurück ist durch Eis und Schnee unterbunden. Die Hamburger

deutend werden mit neuen Abgründen, neuen Gefahren und neuen kriegerischen Zusammen­stößen. Will man wirklich einmal den Gedan­ken der Bereinigten Staaten von Europa verwirklichen, einen Gedanken, des­sen Durchführung wirtschaftlich und politisch gleichermaßen notwendig war-, so müßten zu­nächst einmal die Grenzen entwertet werden Mit anderen Worten gesagt: die nationalen Rinderbeiten müssen in ihrer Kultur und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung soviel Bewe­gungsfreiheit erhalten, daß für ste di« Frage

werden müßte, der britische Anteil dagegen 34007 auf 65894 anwachsen würde. Inzwischen

Washington, 18. Februar. (Funkdiensts Präsident yoover wird, wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, sofort nach seiner Amtsüber, nahm« mit England über die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der 1927 unterbrochenen Gen- ser Abrüstungsverhandlungen Füh­lung nehmen Nach den Erklärungen deS eng- lifchen Botschafters ist man davon überzeugt, daß diese Anregung HooverS noch in diesem Jiahre zur Abrüstungskonferenz führen könnte

Loudon, 18. Februar (Eig. Drahtbericht s Ein Korrespondent versucht den Inhalt deS Abrüstungs-Kommuniques HooverS abzuschwä- chen und zu beweisen, daß sofortige Aufnahme «euer Versuche für eine Abrüstung zur See vor den Wohle« unmöglich sei.

Abänderung der Sinwanderungsgesetze

Washington, 18 Februar. DaS Repräsentan­tenhaus hat zwei Vorlagen über die Einwande­rungsfrage angenommen. Die erste verschärft die Bestimmungen für die Zulassung von Touri, sten, weil diese meistens in den Vereinigten Staaten zu bleiben suchen. Die zweite Vor- läge bestimmt, daß im Falle von Arbeitermangel in bestimmten Industriezweigen die Einwande- rungSquote nach Ländern eine Abänderung er­fahren kann.

Rur eine vrwatanfichl des Botschafters

London, 18. Februar. (Eig. Drahtbericht) Der britische Botschafter ht Washington er­läuterte, wie aus Rewyork gemeldet wird, seine Erklärungen über die wahrscheinlich baldigen neuen britischen Vorschläge für die Einberw fung einer Flottenabrüftungskonferenz. Er ha­be dabei nur seine persönliche Ansicht auSge sprochen, die dahingehe, daß die Lage zur Etn berufuitfl vor der nächsten Washingtoner Son ferety günstig sei.

Belt überqueren. Der EisbrecherTyr" ver­lor die Schraube, die EisbrecherfähreJyllanv- die ihm zu Hilfe eilte, konnte ihn nicht erreichen Die Besatzung eines gestrandeten deutschen Fahrzeugs konnte an Land gebracht werden Die Insel Anholt ist vom Eise blockiert Flug­zeuge versorgen sie mit Lebensmitteln. Aus der Insel soll sich eine deutsche Schisssbesatzung von 15 Mann befinden. Nahe der Insel soll ein Lübecker Dampfer im Eise sestsitze». Im Nord seegebiet stellen sich für die Großschissahrt im Wilhelmshavener Hafen größere Schwierigkei­ten ein. Vor den Schleusentoren hat sich durch Uebereinanoen'chieoo-. und Festsrteren eine 3 Meter starke Eisdecke gebildet, und alle drei Einfahrten für die Schiffahrt gesperrt. Mm rechnet mit einer leichte« Verschärfung des Frostes. Auch weitere Schneefälle erscheinen nicht ausgeschlossen.

Amanullah -ars hoffen

60 ausgebildete Offiziere in seinen Dienste«.

London, 18. Februar (Eigene Drahtmeldg.) Der aus Ldeffa i« Konstantinopel eingetroffene frühere türkische Botschafter in Rom erklärte, daß nach seinen Informationen Amanullah die größte Aussicht habe, erneut König von Afghani stau zu werden. Die sechzig afghanischen Offi­ziere, die nach ihrer Ausbildung in Konstantt nobel am Freitag nach Kandahar abgereist feien, bedeuteten für Amanullah eine außerordentliche Hilfe um die Rückgewinnung des Theo « eS. Berichte aus Kabul besagen, daß sich die Stämme im Südoften Afghanistans alS u n a b hängig erklärt hätten und eine Berbindnna mit Kabul und Kandahar ablehnten. Im Be-

Unter Schneemaffen begraben

Reichswehr schaufelt die Züge frei.

Schneidemühl, 18. Februar. (Privattelegr.) Infolge der starken Schneestürme in der Nacht zum Sonntag war der Zugverkehr im Osten nur notdürftig aiifix-t zu erhalten Zwischen Schönlanke-Stöwen und Stieglitz blieben ver­schiedene Güterzüge im Schnee stecken. Sie konnten erst nach Einsetzen mehrerer ArbeitS- abteilungen und einer halben Kompagnie Reichswehr freigelegt «»erden. Er schneit noch immer ununterbrochen weiter. Der Schnee liegt an vielen Stellen meterhoch. Der Werkverkehr aus den Landstraßen ist größten­teils unterbrochen. Die Kleinbahn hat z. T. den Betrieb eingestellt. Auf der Landstraße nach Preuß. Friedewald hat der Schnee eine solche

Der Völkerbund hat bekanntlich als eine feiner vornehmsten Pflichte« die Abrüstung be­zeichnet. Was aber seine Unterausschüsse bis­her zutage förderten, ist letzten Endes eine Aufrüstung, eine Kriegsbereitschaft »teler großer Völker, wie sie fast ohne Beispiel in der Weltgeschichte dasteht. Diele vergeflene Ab­rüstung ist aber nicht die einzige Vergeßlichkeit des Völkerbundes. Da gibt es auch eine Min­derheitenfrage, die gleichfalls in der Grün- vungSstunde des Völkerbundes als drtngendftc Aufgabe des Tages bezeichnete wurde. De. Minoritätenstreit bat nicht nur zu einer Reihe früherer Kriege geführt, sondern sogar der

Weltkrieg hat letzten Endes darin seinen Ursprung.

Will man also dies« naheliegendste aller Kriegs­gefahren nicht zu neuen Katastrophen führen, ö bleibt tatsächlich nichts anderes übrig, als mit starker Entschlußkrast und viel gutem Wil­len bte politische Lage der Minderhenen durch internationale Abmachungen so zu sichern, daß

UohlenzAge unterwegs

Prag wird versorgt. Das Parlament muß sich vertagen.

Prag, 18. Februar. (Eigene Drahtmeldung.> Der Bahnbetrieb hat sich etwas gebessert. Die günstigeren Witterungsverhältniffe erlauben es, die Zahl der Achsen der Kohlenzüge zu vermeh­ren. Von Mähr. Ostrau und Oderberg aus wur­den am Sonntag zwanzig Kohlenzüge abgelassen. Jnfolae der ungünstigen Verkehrsverhältnisse sind bte Arbeiten bei Abgeordnetenhauses unter­brochen worden. Auch die Senatssitzung dürst« abgesagt werden. Die Prager Feuerwehr hatte am Sonntag keine Minute Ruhe. Außer einer Reihe kleinerer Brände, die meistens durch Ueberheizungen hervorgerufen wurden, ereignete sich auch ein Fabrikbrand, her Millionenschaden anrichtete.

D-Züge von und nach Warnemünde und Saß- Fähranschlüsse mit Däne- en. Wegen des Schneestur- mes in Schweden konnte auch das Postslugzeug nicht nach Schweden zurücksliegen. Im großen Belt ist der Verkehr ganz unmöglich. Zwischen Seeland und Fünen konnte keine Fähre den

Zer vergeßliche Völkerbund

Abrüstung und Minderheitenrechl« harren der Lösung.

her politischen Verwaltung, unter der sie ste­hen, nicht mehr eine Frage von Leben enh Tod bedeutet. Deutschland hat aus diesem Ge­biet schon vorbildlich gearbeitet und auch daS festgeschlossene Bölkergemisch der Schweiz Darf als Muster b für betrachtet werben, wie verschiedene Völkerbestandteile sich zu einem einheitlichen Staatswesen zusammensinbe« können. Die Belastungsprobe, bte die Schweiz im Weltkrieg bestanden hat, spricht für sich selbst. Staate« mit so starken Minderheiten wie z. B. die Tschechoslowakei ober Polen ober Belgien würden sicherlich nicht schlecht habet verfahren, wenn sie sich nach dem guten Bei­spiel der Schweiz richten würden. Ein inter­nationale Garantie für kulturelle Rechte läge nicht nur im Interesse her Minderheiten, sie wäre

auch ein LebenSiutereffe Europas,

das hierdurch seiner gefährlichsten Gefahren­herde enlledigl wäre Tatsächlich bieten weder Völkerbund noch Friedensvertraae irgendwie brauchbare Handhabe für einklagbare Minder­heitenrechte Wenn auch anzunehmen ist, daß »s große Problem bet der Ratstagung im Mär, noch nicht befriedigend gelöst werden wird, fo wirb man R* doch schon zufrieden geben können, wenn dieses Problem wenig­stens die notwendiae Aufmerksamkeit tn Gens

Tenn nebst der Frage der Ab-nstung ist die Frage der Minderheiten der Prüf­stein, an dem sich die Etchheit deS so oft unb so laut betonten Friedenswillen der Regie« rungen erweisen läßt.

Die nächsten Etappen in Paris

Wie man sich bi« weitere Entwicklung denkt.

London, 18. Februar. (Eig. Drahtbericht 1 Einem Pariser Korrespondenten zufolge Wirb der SachverständigetEuSschuß fein« Entschlüsse in ungefähr folgender Reihenfolge fassen: 1. werbe er den Betrag der jährlich zu zahlenden Summe festsetzen, 2. die Anzahl der JahreS- zahlungen bestimmen, S. die Kapitalisierung der Gesamtsumme beschließen, 4. Maßnahmen sestlegen. die sich für eine Kommerzialisierung der kapitalisierten Schuld i« Form einer oder mehrerer Anleihen ergeben.

Nachdem noch 1924 tn den letzten Einwande­rungsgesetzen die deutsche Jahresquote für Ame­rika auf 51227 festgelegt worben war, zeigte sich sehr bald eine angelsächsiche Strömung, bte dcchin zielte, den Vereinigten Staaten für die Zukunft einen möglichst reinen angelsächsischen Charakter zuerhalten", zumal bekanntlich bet aus England stammende Volksteil sich als eine Art Aristokratie, gewissermaßen als »das" Volk betrachtet. Man machte also neuerdings die tn der amerikanischen Nation aufgegangenen frem­den BolkSteile zur Unterlage der Quotenberech­nung. D. h. man stellte fest, welcher Herkunft bte 1920 lebenden amerikanischen Bürger waren und totes nun jeder außeramertkanischen Nation den Prozentsatz an Einwanderern zu, den sie 1920 unter den amerikanischen Bürgern hatte, wobei man gleichzeitig die Gesamtzahl her künf­tigen Einwanderer von 164 667 jährlich auf 150000 herabsetzte Diese Berechnung brachte für

Deutschland außerordentliche Nachteile.

Die deutsche Quote wurde daurch nämlich von 51227 ans 23 428 herabgesetzt, d. h. alsomehr als halbiert Die Regierung selbst machte teboä geltend, daß daS statistische und historische Material. daS für die Bearbeitung zur Verfü­gung stand, ernste Zweifel an dem Wert der Zusammenstellung aufkommen ließe. Man fand heraus, daß die englischen Familiennamen zu stark berücksichtigt worden seien und man zog nunmehr der englischen Einwanderungsquote, die von 34 007 auf 73039 angewachsen war, zehn Prozent wieder ab, die man auf die übri­gen Nationen «erteilte. Das bedeutete eine klein« Verbesserung der für Deutschland errech­neten Quote, die nunmehr statt 23428 Ein- toanbetexn 24918 betragen hätte. Der Einwan-

Aochmals dreizehn Gasopfer

Zwei FamUten betroffen.

Mühlheim, a. d. Ruhr, 18. Februar. (Pri- »attelegramm). Am Sonnabend wurden sechs Angehörige der Familie StephanSkt wegen an- geblicher Lebensmittelvergiftung inö Kranken Haus geschafft. AlS am Sonntag vormittag ein Sohl der im gleiche« Haufe wohnenden Fa­milie va« Esch seine Angehörigen besuchen wollte und ihm aus vielfaches Klopfen nicht ge öffnet wurde, drang er in bte Wohnung ei« Dort fand man ben Ehemann van Esch unb vier Sinder infolge Gasvergiftung be mußtloS auf. während ei« Stzjähriger Sohn be­reits tot war. Die Mutter war durch das Slop fen des Sohnes gerade zum Bewußtsein gekom­men. In der Wohnung der Familie StepanSki fand man noch einen Sohn, der am späten Abend von der Schicht «ach Hause gekommen mar und auf einer Bank geschlafen hatte, 6 e - maßlos liegend. Man hofft, alle am Le ben zu erhalten. Wie daS GaS in die Wohnung eingedrungen ist, steht noch nicht fest. -