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1L WtBtttot 1929.

ReffeUt ttenefte Ho4d*tee

19. FahrgMlA. Nr. 87.

Unsere Heimat

Der Legen -es Obstbaues lieber eine halbe Million Mark Einnahmen der Gemeinden des Regierungsbezirks Soffet

Der Werl der Anpflanzung der Siraßen mit guttragenden Obstbäumen wird immer mehr erkannt. Ebenso finden die Bestrebungen des .Obstbauvereins, für den Regierungsbezirk Kassel", aus alten schlechttragenden und schlechte Früchte bringenden Obstbäumen durch Umpsro- pfen guttragende Bäume mit guten Früchten zu schaffen, immer mehr Anklang; nicht allein bei den Behörden, sondern auch bei allen Privaten Obstzüchtern des Regierungsbezirks. Nicht zu­letzt trugen die von der Kasseler Landwirt­schaftskammer zu den Umpfropfarbeiten ge­währten Staatsbeihilfen zu diesem Erfolge bei. Rein rechnerisch betrachtet, ergab der Erlös aus dem Berkaus des Straßenobstes der Ge­meinden im Regierungsbezirk Kassel (nach ei­nem vom Regierungspräsidenten herausgege­benen Bericht) eine Einnahme von rund 578000 Mark. Dieser Erlös bedeutet für die Gemeinde­verwaltungen unbedingt eine finanzielle Hilfe. Wenn erst die Verringerung und Verbesserung des Sortiments überall durchgeführt sein wird und die Schädlingsbekämpfung (ebenfalls ein vom genannten Obstbauverein empfohlenes Vorgehen) durch di" Einführung von Motor­baumspritzen mit hohem Druck, zu welchem den Kreisen ebenfalls finanzielle Beihilfen gewährt werden, erfolgreich ausgenommen ist, dann kön­nen diese Beträge aus dem ObsterlöS noch ge­waltig gesteigert werden.

Nach der Ausstellung des Regierungprästden- ten betrugen die Einnahmen der Gemeinden (ohne den privaten Obstbau) nachstehender Krei­se im einzelnen: Eschwege 42158 (im Vorjahre 47 073) Mark, Frankenberg 27 220 (19 885) Mark Fritzlar 57088 (45045) Mark, Fulda 3726 (2268) Mark, Gelnhausen 3557 (16 643) Mark, Gersfeld 1000 (1037) Mark, Hanau-Land 5805 (14 366) Mark), Hersfeld 9807 (10253) Mark, Hofgeismar 91 360 (53 250) Mark, Homberg 26 258 (33 784) Mark, Hünfeld 3919 (3740), Kassel-Land 38 873 (39 478) Mark, Kirchhain 26970 (27007) Mark, Marburg 27 319 (32619) Mark, Mel­sungen 45 409 (38 670 Mark), Rinteln 7745 (8000) Mark, Rotenburg 19 656 (14 581) Mark. Schlüch­tern 6754 (9040) Mark, Schmalkalden 9631 (6353) Mark, Witzenhausen 48 462 (33 628) Mark, Wolf­hagen 52 557 (23 941) Mark, Ziegenhain 21843 (19 819) Mark. 4.

*

Beisetzung De. Schmieding«

Arolsen, 12. Februar.

Unter äußerst zahlreicher Beteiligung fand am Montag nachmittag die Beisetzung des Landesdirektors von Waldeck, Präsident Dr. Schmieding im Erbbegräbnis der Familie Schmieding zu Forsthaus Homberg bei Corbach statt. Die Trauerrede hielt Kirchenrat Gottheis- Corbach, der in ergreifender Weise die Persön­lichkeit und das Wirken des Verstorbenen wür­digte. Am Grabe widmeten namens der Landes­regierung Oberregierungsrat Dr. Herberg und namens der waldeckischen Landesvertretung Amtsgerichtsrat Waldschmidt dem Verstorbenen kurze Nachrufe. Kirchenrat Fuldner sprach na- menS der Kirchenregierung. Eine große Zahl von Abordnungen aus dem Lande legte Kränze nieder. Unter den von nah und fern herbeige­eilten Trauergästen bemerkte man als Vertreter der preußischen Regierung Ministerialrat Wo- bis. Den Oberpräsidenten der Provinz Hessen- Nassau vertrat Vizepräsident Dr. Volckhardt.

Auch der Landeshauptmaitn von Gehren sowie der Direktor des Elettro-Zweckverbandes, Dr. Bolßberg, waren erschienen. -pm.

* Oberzwehren, 12. Februar. (Zusammen­stoß zweier Autos.) Am frühen Morgen stießen hier an der Kreuzung der Walter Ratheenau- und Wtenbaunaerstraße zwei Autos zusammen wodurch beide Wagen, einer Kasseler und einer Hornberger Firma gehörig, derart beschädigt wurden, sodaß sie abgeschleppt werden mußten. Der Lenker des Wagens aus Homberg erlitt durch den Zusammenstoß schwere Verletzungen, sodaß er sofort tn ärztliche Behandlung bege­ben werden mußte Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Der Zusammenstoß ereignete sich an einer äußerst unübersichtlichen Straßenkreu­zung. die eine ständige Gefährt für den Auto­verkehr bildet -l.

* Grifte, 12 Februar. (Kommunales aus der Gemeinde.) In der letzten Sitzung der hiesigen Gemeindevertretung wurde u. a. beschlossen, das Wassergeld wieder wie bisher mit fünfzig Prozent der Vorkriegssätze zu erheben. Ge­nehmigt wurde der Antrag der hiesigen Waren- abgabestelle des Konsumvereins betr. Erlaubnis des Verkaufs von Wein und Spirituosen in Flaschen. Zustimmung fand der Antrag auk Unfallversicherung aller hiesigen Schulkinder. Da die abgegebenen Gebote bei der Verpachtung der Gemeindewicsen als zu niedrig befunden wurden, wurde beschlossen, eine Neuverpachtung uprzunehmen, bk inzwischen bereits durchge- siihrt ist. Die Gemeinde hat zum Bau der Wasserleitung in 1911 von der Darlehnskasse Dissen ein größeres Darlehen ausgenommen, das letztere mit zwölfeinhalb Prozent aufwertete und für das die Kasse neun Prozent Zinsen verlangt. Nach eingehender Besprechung wurde die Beschlußfassung hierüber vertagt. -l.

* Spiekershausen, 12. Februar. (Die Geiicke von Eis.) Zwischen Spiekershausen und der gegenüberliegendenGrauen Katze" ist die Fulda in einer solchen Stärke zugefroren, daß sich der Verkehr vom hannoverschen zum hessi­schen Ufer über das Eis hin abwickelt. -g

* Speele, 12. Februar. (Im Silberkranze.) Der frühere Reichsbahnbeamte Heinrich Laspe von hier und seine Ehefrau begingen das Fest der Silbernen Hochzeit. Die Anteilnahme der ganzen Gemeinde an der Familienfeier legte von der allgemeinen Verehrung, welcher sich der Jubilar erfreut, Zeugnis ab -g.

* Beckerhaacn, 12. Februar. (Zur Eröff­nung der Hochseilfähre.) Nachdem nun die Verpachtung der hiesigen Fähre vom Wasser- banamt Kassel durch den Herrn Reg.-Baurat erfolgt ist soll die Hochseilfähre am 1. März in Betrieb genommen werden. Es wird durch diese Neuanlage manches Unglück verhütet werden. 4n

* Dörnberg, 12. Februar. «Aus dem Vereins teben.) Der hiesige Kriegerverein hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Der Ge­schäfts- und Kassenbericht, welchen der Vorsit­zende Laitdwirt August Jakob erstattete, zeigt, daß der Verein wieder im Aufwärtsstreben be­griffen ist Auch der Stand der Vereinskasse ist ein guter. Die Vorstandswahl ergab die ein­stimmige Wiederwahl des bisherigen Vorstan­des. Der Verein wird in aller Kürze eine große Protestversammlung veranstalten, um gegen die Lüge von der Alleinschuld Deutschlands am Weltkrieg Stellung zu nehmen. -n.

* Eschwege, 12. Februar. (Goldene Hochzeit ) DaS Fest der goldenen Hochzeit konnten in sel­

tener Rüstigkeit der Zigarrenmacher Jakob Soodmann und Frau Elise, geb. Herzog bege­hen. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubel­paare zahlreiche Ehrungen zuteil. Das Landes­kirchenamt in Kassel liefe durch Kteispfarrer Clermont eine goldene Eheiubiläumsbibel über­reichen. Ebenso ließ die Regierung und der Magistrat ein Ehrengeschenk übermittelt

Naumburg, 12. Februar (Eines Wohltä­ters neunzigster Geburtstag.) Hier begeht am heutigen Dienstag unser Mitbürger August Prinz seinen neunztgsten Geburtstag in kör­perlicher und geistiger Frische. Der Jubilar, ein Sohn der Stadt Fritzlar, kehrte kurz vor dem Kriege aus Amerika zurück und ließ sich in un­serer Stadt nieder. Er finanzierte den Bau des St. Josefkranken- und Erholungshauses und hat auch sonst im Dienste der Nächstenliebe au­ßerordentlich viel Gutes gestiftet. -l.

* Borken, Bez Kassel, 12. Februar. (Zur letzten Ruhe.) Hier wurde unter großer Betei­ligung der allfetts beliebte, langjährige Kir­chendiener Heinrich Völker zu Grabe getragen. Der Verstorbene war Mitbegründer des hiesi­gen Posaunenchors und hat lange Jahre als Leiter des Vereins gewirkt. Auch bezüglich der Städtischen Anlagen und Obstbaumpflege bat er sich große Verdienste erworben. Sein Wirken wird in steter Erinnerung bleibe", -pm

* Bad Wildlingen, 12. Februar. (Der neue Bürgermeister von Bad Wildungen gewählt.) 3utn Biirgermcistel von Bad Wiloungen wurde heute nachmittag der Gemeindevorsteher Nöld- ner aus Tangerhütte mit 8 von 15 Stimmen gewählt. -wp.

Neustadt, 12. Februar. (Unfall beim Schlittschuhlaufen.) Der neun Jahre alte Sohn des Landwirts Heinrich Malkus in dem Nach­bardorfe Mengsbach kam beim Schlittschuhlau­fen zu Fall und brach das Schienbein. Der Junge mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden. -k.

* Neustadt, 12. Februar. (Im goldenen Kranze.) Die Eheleute Landwirt Theodor Fa­ber und Ehefrau Karoline, geb Kirchner, bege­hen das Fest der goldenen Hochzeit. Achs Ktn« der und 33 Enkel können dem Jubelpaare ihre Glückwüniche barbringen. -k

* HerSfeld, 12. Februar. (Das Postamt wird umgebaut.) Das Hersfelder Postami wird voraussichtlich im Laufe dieses JahreS einen Umbau erfahren. Anfang 1930 soll Hersfeld das schon lange erwanete Selbstanschlußamt erhalten. Außer dieser Einrichtung steht auf unserem Postamte noch eine andere Umwand­lung bevor Die notwendig gewesene Moderni­sierung der Schalieraulagen soll endlich erfol­gen. Bei dieser erfreulichen Modernisierung des Hersfelder Postamts, zu der auch die be­reits vorgesehene Anlage einer Zentral-Warm- wasserheiztlng gehört, wird hoffentlich auch b.e Ersetzung des heute recht altertümlichen Ein- ganaes selbst durch einen modernen nicht ver­gessen werden. -wp

* Uslar, 12. Februar. (Umbennung der Försterei Winnefeld.) Der Minister für Land­wirtschaft, Domänen und Forsten hat die bis­herige Försterei Winnefeld (Oberförst. Winne» feto) in .Försterei Steinhoff" umbenannt, -in

Gemeinderechners Tod

Der Tod des Gemeinderechners Bernin­ger in Niederzwehren ist, wie uns auf Erkundigungen an unterrichteter Stelle rnitge- teilt wird, auf bedauerliche Dinge zurückzufüh- ren, für die er als Gemeinderechner ganz al­lein die Verantwortung trägt. Eine Mitschuld von irgendeiner anderen Seite liegt nicht vor, es hat auch keinerlei Untersuchung tu diesem Sinne stattgefunden. Das gilt nicht zuletzt für die zurückliegende Zeit. Ms Leiter der Gemein-

oekasse konnte er eine Differenz nicht voll auf» klären, doch sprachen gewisse Umstände gegen den Verdacht einer Untreue. So bleibt nur eins, daß infolge seiner begreiflichen Erregung eine geistige Verwirrung elntrat Noch einmal sei betont, daß sich Berninger auch in den Krei­sen feiner Kollegen größter Wertschätzung er­freute. Sein tragisches Geschick begegnet allge­meiner Teilnahme.

Noch nicht kalt genug?

Wieviel Grad Kälte kann der Mensch vertrage^

In der vergangenen Nacht wurden in Ber­lin im Innern der Stadt 24,8 Grad, in den Außenbezirken 29 Grad Kälte amtlich Jeftge* stellt. Damit ist die tiefste bisher in Berlin amtlich ermittelte Temperatur erreicht, denn nur im Jahre 1793 wurden 29 Grad unter Null beobachtet. In der Reichshauptstadt ist auch bereits ein Todesopfer infolge des grim­migen Frostes sestgestellt. Im Vorort Tempel­hof fand man einen Mann morgens erfroren auf der Straße liegen. Die Frage, wieviel Kälte überhaupt der Mensch ertragen lann, hat in früheren, in dieser Beziehung (formalere^ Jahren vor allem naturgemäß die Polarfor­schung beschäftigt. Nansen, der immer die käl­testen Gegenden des Südpols aufgesucht hat, war sehr oft dreißig bis vierzig Graden, eines Tages sogar fünfzig Grad Kälte ausgesetzt, ohne daß ihm und seinen Begleitern diese Temperaturen schadeten. Auch haben Flieger in zehntausend Meter Höhe Temperaturen von minus vierzig Grad feststellen können, die ihnen nicht geschadet haben. Es folgt hieraus, daß ein gesunder Mensch dem Ersrierungstode nicht so leicht ausgesetzt ist. Dagegen ist beob­achtet worden, daß Dtenschen, deren Körper durch reichlichen Alkoholgenuß geschwächt ist, schon bei geringeren Kältegraden dem Erfrie­rungstod erliegen. .

Rundfunk

Was uns der Mittwoch bringt

6,80: Morgengymnastik. Anschließend: Sette» bericht und Zeitangabe. <$> 10,00: Boni Festsaal der Klirrger-Oberrealschule: Eröffnung des Schulfunk, lehrgangs (veranstaltet von Zentraliultitut für Er­ziehung und Unterricht. Berlin, mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft. Kunst und Volks­bildung und in Verbindung mit dem Provinzial» Schulkollium Kassel und der Regierung in Wiesba­dens: Eröffnung des Lehrgangs und Begrühung der Teilnehmer.Der Fugendfunk des Frankfurter Ten­ders". Vortrag von Rektor K. Webrban. <$> 19,45 biS 18,15: Schulfunk: Auslandsdeutschtum, vorgetraaen von Kurt Faber, Lambrecht i. 6. Pfalz:Tausend Kilometer im Kanu". <$> 13,15: Schallplattenkonzert: Jnstrumentalsoli und Kammermusik" (Odeon- und Columbia-PIattenl. H 15,051-5.35: Stunde der Fu­gend:Fn harter Frohn Bauernleben in alter Zeit". Für Kinder vom 10. Fabre ab. <*> 15,55 bis 16.05: Hausfrauendienst: Praktische Winke und Wa­renkunde:Etwas vom Backsett". 16.3518,05: Nach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Russische Musik. Musikalische Leitung: Kapellmeister R. Merten. <$> 18,0518,20: Bücherstunde:Das moderne Jugendbuch". Referent: Dr. C. A. Palitzsch, Berlin. 18,2018.45:Der erste Monolog in Goethes Faust". Bortrog von Pfarrer Clemens Taesler. <$> 18,4510.00: Senckenberg-Viertelstunde. Eine Viertelstunde Naturkunde unter Leitung von Pros. Drevermaun. K 1910,15: Französische Lite» raturvroben. vorgetraaen von Rektor I. StMing. <$> 19,1519,45: Französischer Sprachunterricht, erteilt von Rektor I. Stebling. <$> 19,4520.45: Volkslieder» stund«. <K 20,45: Sumohoniekonzcrt: Richard Wagner. Ausführende: Das Rundfunkorchester. Musikalische Leitung: Kapellmeister Dr. Rottenberg.

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Kassel, de« 11. Februar 1929.

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