Einzelbild herunterladen
 

KaM Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Freitag, 8. Februar 1929

19. Jahrgang

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

Iie Sachverständigen stellen stch ein

Zehn deutsche Hilfskräfte.

tigkeit muß dar gestrige ZnetrumSkommunique verzichten.

wieviel England benötigt

Di« Re-arationSsummen nrüffrn seine Zahlun­gen an Amerika übersteige«.

London. 7. Februar. (Sig. Drahtbericht).

Time- schreibt: Di« britischen Reparations-

llnsicheres Velkerregiereu in Berlin

Das Zentrum gibt den Ausschlag. Scheidet auch SchStzle aus? Verfahrene Situation

Der Wille zur Verständigung

Wenn gute Reden sie begleiten...

Paris, 7. Februar. Bei einem Empfang zu Ehren der D e u t s ch e n im deutsch. französi­schen Studienkomitee begrüßte anstelle des" er­krankten Außenministers Briand Justizminister Barthou die deutschen Mitglieder mit einer An­sprache. Der anwesende deutsche Botschafter von Hoesch habe in glücklichster Weife zur Besserung der Beziehungen betgetragen und er freue stch daß daS Studienkomitee sich der gleichen Auf gäbe mit Hingabe widme. Roch gäbe eS Htnde,« niste, die zu überwinden man deutscher» französischerfeits den ernsten Sitten hab«.

Nummer 33 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Maffenpanik aus dem iife

Minuten des Entsetzens auf dem berstende« DonaueiS.

Die erste Begrüßung.

delegierten werden heut« nach Paris ab reisen Sie werden an di« verschiedenen Fragen ohne Voreingenommenheit herantrete«. Auf Grund des Balsournote von 1922 kann Großbritannien nur einer Vereinbarung zustimmen, die ihm an deutschen und alliierten Zahlungen ebensoviel einbringt, wie eS Amerika zu zahlen hat. Times erklärt: Wenn es scheint, daß die eingehenden Summen mehr ausmacheu als die britischen Zahlungen an die vereinigte« Staaten, so muß ocrücksichtigt werde«, daß ungefähr 13 Prozent des britische« Anteils am Dawesplan den Do» minions-Regierungeu zutommea, und es sollte auch daran gedacht werden, daß Großbritannien seine Zahlungen au Lmerila begonnen hat, be­vor der DaweSvlan akzeptiert war, und bevor irgendwelche alliierten Schuldenzahlungeu ein­gegangen waren. Auch haben di« erste« Da- weszahUtngen Deutschlands nicht die Annui­tät erreicht. Das Schatzamt mutz daher diese Faktoren berücksichtige«, lvenn es seine Berech- mmgen ausstellt.

Regensburg, 7. Februar. (Privattelegramm) Hunderte von Menschen, die stch am Dienstag nachmittag aus der gefrorene« Donau tummel len, entgingen wie durch «in Wunder einem ent- schlichen Unglück, vor der Steinerne« Brücke hatten stch dichte Eismaffcn zufmnmengeballt, als plötzlich Rufe ertönten, daß daS Eis zu bersten beginne. Di« viel hundertköpftge Menschenmenge, darunter zahlreiche Schulkin­der, stob panibartig auseinander und suchte daS Ufer zu gewinnen. Di« Zuschauer am Ufer er­saßt« großes Entsetze«. Aus dem Eise selbst

»nzelaenoretl«: ®*nbetmifd)e AetchLfioauxtaeu die mm-Seile 10 4. auswärtige GesKäsisarrzeigell die mm Seile 10 4. Kantiliena ureigen die mm-Seile 10 4. Kleine Antigen and Kailel das Son 6 4. auswärtige Kleine Ämeigen die mm- Seile 10 4. Reklamen die mm-Seile 88 4. Ofiertgedübr « 4 «bei Suftellung 85 J>. Rechnungsbeträge innerhalb 5 Tagen vihlbar Kür die Richtigkeit aller durch Keruivrecher auiaegebenen Anzeigen forole für Suknabmedateu und Plätze kann nicht garantiett werden. Bür Anzeigen mit beionders schwierigem Sab 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: SchlaLtbofür. 28/30. Geschäftsstelle: Köln. Str. 5.

menschheitlichen Ideale zu machen. Darüber treten denn auch die schicksalsschwersten Lebens- interessen deS Bolles leider Gottes in den Hintergrund.

Man ist stch also nun doch einig darüber, daß inan die große Koalition wenigstens wolle. Man ist sich sogar darüber trotz aller entge- genstenhenven Bendenken praktisch einig gewor­den, daß der großen Koalitton im Rerche auch die große Koalition in Preußen entsprechen fette. Ein Lichtblick, daß man wenigstens diese Entscheidung ttotz cntgegenstenhender Bedenken zu treffen wagte. Aber ein merkwürdiges Ver­hältnis zwischen deutschen Parteien ist es doch, wenn die eine verspricht, sie werde die Wünsche der anderen bei der preußischen Rengierungs- bildung berücksichtigen, wenn aber die andere erklärt, es müsse erst die Tatsache geschaffen werden, weil sie sich aus bloße Versprechun- (ten nicht verlassen könne. Mfo ein derartiges mangelhaftes VertrnauensverhältniS besteht rwifchen deutschen Parteien? Und wenn sich große deutsche Parteien einander so wenig vertrauen, dann will Deutschland in den näch­sten Wochen in Paris

Vertrauen bei seine« ehemalige« Kriegsgegnern erwarte«?

Wenn man ht Berlin in jämmerlich kleinlichster Weise um die Verteilung der Ministerstühle feilscht, übersieht man, daß dann auch alle deutschen Bedenken, die in Paris vorgetragen werden müssen, als ein bloßes Feilschen aufgefaßt werden? Wie anders müßte Deutsch­land in der Revarationskonferenz auftreten, wenn es der Welt das Beispiel eines großzü­gigen geschlossenen Wollens böte! Kann man denn politischen Einfluß wirllich nur von Mi­nisterfesseln auSüben? Gibt es nicht hundert andere Möglichkeiten, auch wen« man einen Minister weniger stellt, als man gern möchte, daS Gewicht feiner Meinung zur Geltung zu bringen? Ist dabei wirklich daS StimmverbM- niS im Kabinett die letzte Entscheidung über alle politischen Fragen? Sind dafür nicht der Reichstag oder die BollSmeinung da? Dieses Spiel gewinnt auf die Dauer doch wobl der­jenige. der die klarste und am deutlichsten in Deutschlands Interesse wirkende Politik be­treibt.

Dte Kasteln Neueste» Rachrubte» ersibelae» mOAentlt» letMmal Bädjmtttae». Der «roauemeutsvrers beträgi für Jen Monat 2.20 4t bei freier Sustelluu«

£au«. m der GelchäUßstelle abaebolt 3 * Durch die Post monatlich 2.30 Jt ausfchlietzlich Sn stell unaSarbübr sternfvrechei 951 und 952. ftür unverlunat einaefantte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung ober Gewähr i« keinem stalle übernehmen 8!Sct Zahlungen de» vezugbgelde» oder Ansprüche wegen etwaign nicht ordnnngSmäßiger Lieferung ist ausgefchlosten. Poftf.beckkonto Sranffnrt a. M Summ« 6880 Sin«ln«mmer 10 4. SonakugSnnmmer 20 4.

herrschte ein unbeschreibliches Durcheinander. Biele Leute befand«« sich «och in der Mitte de» Stromes und drohten abzufacke«. Mil lauten Knacken und Krachen drang das Wasser durch die Spalte« des Eises. Sur mit Mühe und Not gelang eS der Bevölkerung, zum Teil schon bis an die Knöchel im Wasser watend, daS Ufer zu erreiche«. Wenige Minute« später be­gann mit elementarer Wucht die völlige Zertrümmerung des Eises ans einer Strecke im Umfange von 100 Metern. Die Eis. decke zersprang, das EiS türmte sich metertoeit übereinander.

Die große Lücke

Der Kelloggpakt vom Reichstag ratifiziert.

AlS zweites Land der Welt hat jetzt Deutsch­land den Antikriegspakt ratifiziert. Und wie schon kürzlich Stresemann im Reichstag betonte, ist eS nicht ohne Bedeutung, wenn sich fast alle Staaten der Welt zusammenfinden, um einen förmlichen Vertrag gegen den Krieg zu uttier- ' schreiben. Daß kein Staat es gewagt hat, sich - einem solchen Pakt und einer derartigen Kriegs- : ächtung zu widersetzen, beweist doch, daß die öffentliche Meinung hinter diesem Gedanken steht. Die öffentliche Meinung aber ist heute ein Machtfaktor in der internationa­len Politik, den man nicht unterschätzen darf. Wenn ein Staat, der zum Kriege schreiten will, dabei zunächst gegen einen von allen Mächten der Welt unterschriebenen Vertrag verstoßen muß, so kommt er die Gefahr, eine allge­meine Verurteilung auf sich zu nehmen, die seine Aussichten von vornherein schwer beein­trächtigen. Darin liegt zweifellos ein gewisser Fortschritt, wenn der Vertrag leider auch kein Wort darüber enthält, wie denn nun Mei­nungsverschiedenheiten zwischen den Böllern ihr« Erledigung finden sollen. Hier ist also zweifellos eine sehr große Lücke vorhanden, die auszufWen stch alle Regierungen angelegen sein lassen müssen. Dr. Stresemann hat deshalb auch ganz mU Recht nur von einem Versprechen und einer Grundlage für die weitere Ausgestaltung der rechtlichen Ordnung des Völ­kerlebens gesprochen. Daß Deutschland seit je­her bemüht ist, diese Lücke auszufüllen, beweist sowohl der Abschluß zahlreicher Schiedsverträge, wie z. B. das neue Schlichtungsabkommen mit Rußland, das allerdings noch starke Mängel aufweist, sowie die starke Auteiinahme, die Deutschland an allen Arbeiten zur Förderuna des Schiedsverfahrens an den Tag legte. Sehr energisch mutz man auch auf den Mangel Hin­weisen, datz der Pakt sich nicht mit den Revi- sionsproblemen beschäftigt. .Soll er einen Sinn haben, so sagt Professor Hoesch von dem Kriegs­ächtungspakt, so mutz er die Möglichkeiten fried­licher Umordnung auch der durch die Friedens­oerträge bestimmten Verhältnisse, von deren manche mit mathematischer Sicherheit zu neuen Kriegen führen müssen, schaffen. Dieser Gedanke klingt ja auch in der Entschlietzung an, die der Auswärtige Ausschutz bereit» gefaßt und dem Kellogg-Pakt sozusagen mit auf den Weg gegeben hatte.

Die Probe aufZ Exempel

was der Kelloggpakt wert ist, wird In einer Be­ziehung verhältnismäßig bald zu machen sei«, wenn nämlich die Staaten vor die Frage ge­stellt werben, welche Folgerungen sie aus der Unterzeichnung hinsichtlich der Abrüstung zu ziehen gedenken. Deutschlands Aufgabe wird eS fein, aus diese Zusammenhänge wie schon in her ersten Note immer wieder hinzuweisen, wie ja auch Dr. Stresemann im Reichstag erneut betont hat, daß der Verstärkung der internatio­nalen Sicherheit, die der Vertrag bedeutet, endlich der Beginn einer ernsthaften Abrüstung olgeu müsse. Dte weiteren Debatten über die Abrüstung werden also schon in absehbarer Zeit Klarheit darüber schaffen, was die Böller und ihre Regierungen aus dem Kellogg-Paft

Die Regierung ohne Zentrum

Freiheiten gegenüber dem Kabinett Müller.

Schorfe Kritll der Demokraten.

Berlin, 7. Februar. (Privattelegramm.) Das Zemrumsorgan schreibt zur gestern vom Zen­trum endgültig beschlossenen Zurückziehung des Ministers v. Guerard aus dem Kabinett: Das Zentrum tritt nach zehnjähriger, verantwor­tungsvoller Arbeit aus der Regierung auS Das ist keine Maßnahme, die sich gegen den Staat und seine Forme« richtet oder sich zum Ziele macht, die Auwrität der Staatsge­walten zu erschüttern. Das Zentrum ist gewohnt, seine Schritte abzuwägen und es wird diese Gewohnheit anch in der kritischen, völlig ungebundenen Stellung zum Kabinett Müller beibehalien. ES wird aber auch nicht davor zurückschrecken, die Regierung überall anzu­packen, wo sie stch Blößen gibt. In der Freiheit, bie wir gewonnen haben, betrachten wir e» für notwendig, die Schritte dieses Kabi­netts sorgsam zu überwachen. In Demokraten- blättern, die das Verhalten des Zentrums -.verantwortungslos" nennen, heißt eS: Das Zentrum treibt anscheinend Berärgerungspoli- tit Dieser muß die Reicbsregierung der stren­gen Sachlichkeit entgcgcnstchen. DaS Reichs- kabinett mutz selbswerständlich zusammenblei­ben, muß sich um einen VerkehrSminister er­gänzen u»>d muß als MinderheitSregie- rung für ihre notwendigen Matznahmen sich die Zustimmung des ReichStagS, nütigenfallS mit dem AuflöfnngSdekret in der Hand, erkämpfen. Eine partielle Kabinetts­bildung ein Verbrechen an der Mehrheit, das ist daS ErgebntS einer Aktion, die da- Zen­trum angeblich nur eingeleitet hatte, um dte Autorität der ReichSreaierung für die kommen­de schwere RevarattonSregelung und die Räu­mung zu stärken. Wenn dieS wirklich das stra- kegifche Ziel de- Zentrum- gewesen tft. dann kann man nur staunend da- unewöhnliche Matz von taktischer Ungeschicklichkeit fest stellen. daS aufaehtenbef werden mußte, um dar Gegenteil von dem zu erreichen, wa- man wollt«. Selbst aut bie Feststellung der Einmü­

Die Regierungskoalition ist einstweilen ge­scheitert. Deutschland über alles, so klingt un­sere begeisterte Nationalhymne. Die Partei über alle-, daS ist aber leider sachlich betrachtet, di« tatsächliche Richtlinie unserer Politik. Deutschland in schwerer Rot, Deutschland am Vorabend der neuen Reparationskonsereuz, Deutschland der von der ganzen Welt beobach­tete Vorkämpfer einer ehrlichen Friedenspolitik und der Gerechtigkeit gegenüber den Minoritä- ten: und dieses Deutschland, im eigenen Hause so zerfetzt und zerfasert von Parteipolitik, daß trotz aller drängende» Umstände monatelang keine Regierung zustande kommen konnte. Da- bei ist sich alle Well darüber einige, auf welche Mehrheit allein sich eine deutsche Regierung In der Gegenwart stützen kann. E s g i b t n i ch t s anderes, als große Koalition. Und dabei ist das Programm so klar: Ausbau der Staaissorm nach innen, Revision und Verstän­digung nach außen! Man sollte meinen, bei gu­tem Willen wäre eS ein Kinderspiel gewesen, unter so klar gegebenen Bedingungen eine ar» beilSfäbig« Regierung zusammenzusetzen. Deutschland» Interesse ist so unzweideutig zu erkennen, daß man diejenigen Staatsbürger wüt der Laterne suchen müßte, di« eS beute noch nicht klar vor Augen hätten.

Aber bas Parteiintereffe!

Dieses verworrene, burch tausend Rücksichten aus Programmpunkte, Wählerstimmungen und Prestigefragen bestimmte Parteiintereffe! Ihm entstammen zur Zeit alle unsere deutschen Schwierigkeiten. Gerade wenn man es mll De- mokratie und Parlamentarismus ernst meint» muß da» offen ausgesprochen werden. Ohne Parteien läßt sich in keinem modernen Staate Politik machen, es sei denn, auf dem Wege der Diktatur. Diese Parteien sind ein notwendiges Uebel, ein nicht zu' entbehrendes Werkzeug, wenn der Vollswille in irgend einer Form auf die Regierungspolitik Einfluß neh­men soll. Leider haben aber alle Parteien bie Tendenz in sich, nicht bloß als Werkzeug gelten zu wollen, sondern sich zum Selbstzweck, zum Inbegriff aller patriotischen und

Paris, 7. Februar. (Eig. Drahtbericht). Die Reparations-Sachverständigen treffen allmäh­lich in Paris ein. Die Japaner sind schon ze­tern angekommen, di« übrigen Delegationen dürsten heute und morgenfolgen. Die deutfche Delegation wird etwa 10 Sekretäre zur Bear­beitung des für die Bewertungsgrund, läge dienenden Materials mttbringen. Sämt­liche Delegationen werden am Samstag an dem Frühstück im Bankpalast teilnehmen, wo­bei die erste Fühlungnahme und ein allgemei­ner Gedankenaustausch erfolgen dürfte. Die erste offizielle Sitzung findet am Montag im Hotel Aznria statt. Man ist hier immer noch der Ansicht, daß der Vorsitz vom amerikanischen Sackwerstandigen Doung angenommen wird.

Berlitz 7. Februar. (Informationsdienst). Die Minister des ReichSkabineits werden noch heule vormittag die weitere innerpolitifche La- ge imReiche klären. Kanzler Müller wird danach dem Reichspräsidenten über daS Ergebnis der Verhandlungen berichten und das Rücktrittsge. such des Reichsverkehrsministers Guerard über­mitteln. Es scheint nicht ausgeschlossen, daß der Reichspräsident «och einmal persönlich einen Versuch machen wird, auf das Zen­trum einzttwirken, offiziell einen Ausgleich zwischen den Parteien zu schaffen. Ein derar­tiger Versuch wird allerdings z. Zt. alS aus­sichtslos angesehen. Das Reichskabinett wird jedoch voraussichtlich auch ohne daS Zen­trum intakt bleiben und

nicht etwa seinen Gesamtrücktritt beschließe«. Auch die bayrische BolkSpattei hat beschlossen, ihren Minister Schätzte vorläufig im Kabi­nett zu belassen, da die Fragen,, über die es zum Rücktritt Guerards gekommen ist, die baye­rische Volksparlei nid>t berühren. Allerdings behält stch die Bayrische Volksartei alle weite­ren Schritte vor, sodaß eS durchaus möglich ist, daß über kurz oder lang

«wh ReichSpvstmimster SchStzle den Rücktritt nehmen wird -Die Regierung wird inzwischen versuchen, weiter die schwebenden Gesetze im Reichstag dnrchzubriugen, da das Zentrum wohlwollende Opposition angekün­digt hat, also nur von Fall zu Fall gegen die Regierung stimmen wird. Das Zentrum kann allerdings schon sehr bald in die Lage kommen, gegen die Regierung zu stimmen, was dann voraussichtlich den Rücktritt der Regie­rung zur Fowe haben wird. ES wird dies z. B. bei der Behandlung des Nachtragsetats erwartet, sodaß bereits die nächsten Tage un­ter Umständen de»

Sturz der Regierung mit sich bringen

können. Angesichts dieser Situation erscheint eS ausgeschlossen, daß in Preußen eine Einigung erfolgen wird. Die angekünvigte in­terfraktionelle Besprechung bei Ministerpräsi­dent Braun, die heute oder Freitag stattfinden dürfte, dürfte daher an der Gesamtlage kaum viel ändern.

zu machen gedenken. In Kraft tritt der Vertrag bekanntlich erst, wenn die sogenannten fünfzehn Erftunterzeichner unterzeichnet und die Ratifikationsurkunden hinterlegt haben. Nicht zu unterschätzen ist eine gewisse Stabili­sierung auch für den konflittschweren Osten durch die

Unterzeichnung deS LitwinowPrntokollS,

die heute von Polen und Rumänien in Mos- an vollzogen wird und der sich auch die balti- chen Staaten anschließen wollen. Durch die­sen geschickten Schachzug deckt sich Moskau na- mentlich gegen Polen den Rücken, dessen Appetit auf die Ukraine bekannt ist.

Warschau, 7. Februar. (Eigene Drahttn.) Wie die polnische Presse heute erfährt, wird das Protokoll zum Kellogpav durch die Ber. freier Polens und Rumäniens am Sonnassend den 9. Februar in Moskau unterzeichnet wer­den.