Kasseler Neueste Nachrichten
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AnzelgenvreÜe: E'nheimlllbe ®efd)äft8an*tgen die mm-deile 10 4 auSwürita« Geschäfts««,eisen die mm3eilr >0 4 ftamilienanreiaen die mm-SetU 10 4. kleine Anzeigen aus Staffel das Kon 6 4 auswänlae Kleine Anzeige» die mm« Zeile 10 4 Reklamen die mm-Zeile 88 4. Osferigcbübi SS 4 (bet Zustellung 85 4 > Rechnungsbeträge innerhalb 5 Tagen ,aülbar ft in die Richtigkeit aller durch fternkorccher aulgegebenen Antigen sowie für «usnabmedaten und Plätze kann »ich, garantiert werden, ftür Anzeigen mit besonders schwierigem Satz 100 Pronni Aufschlag Druckerei: Scblartitbofitt 28/80 Geschäsisftelle: Köln Str. 5.
Rümmer 32 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig. Donnerstag, 7. Februar 1929 Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig. 19. Jahrgang
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Kabinettskrise im Anzug?
Ranzler Müller ringt um die Koalition« — Entscheidung gegen 1 Uhr mittags.
Berlin, 6. Felm ar. (Eigener Jnformattons- bericht.) Tie Mittagsstunden des heutigen Tages werden die Entscheidri p darüber ringen, ob der Rcichsverukevrsmiu ster 'on Guerard (Zentrum/ zurücktrelen wird. Tas Zentrum ist nach wie vor der Auffassung, daß -rgend ein Kompromiß- Versuch n ' ch l g e i fi n e t ist, seiner. Forderungen Rechnung ;r tragen. Ter Reichskanzler dagegen hofft noch immer, in den Besprechungen mir den Parteiführern eine Lösung zu finden, die das Ausscheiden oes Zentrums vermeidet. Um 11 Uhr wird der Rcichsranzler
Dr. Stee,emann, or Guerard, K^ch-Weser
Amerikaflieger von Hüneseid tot
die anderen Reparations-Sachverständigen un- der Vereinigten Staaten sie nicht daran hindern, terstützen wollen, liebet den Vorsitz hätten die fühle sich andererseits aber auch durch derartige Sachverständigen selbst zu entscheiden. Sie allein Diskussionen oder Be'chlüsse m keiner Weise ge- seien auch in der Lage festzustellen, welche Fra-,bunden. Die Hauptfrage nach Ansicht des Prägen erörtert werden sollen und falls von ihnen sidenten sei, wieviel Deutschland zahlen könne beschlossen werden sollte, auch die Frage der und er sehe nicht ein, welche Beziehungen das europäischen Schulden an Amerika zur Diskus- zu dem Betrag habe, den die europäischen Re- ston zu stellen, so könne freilich die Regierung Igierungen den Vereinigten Staaten schulden.
fein - Bcrmittlungsvorschläg > unterbreiten.
Worin diese bestehen weis man noch nicht. Richt unwahrscheinlich ift, daß der gestern abgelehnte Vermitrlungsvorschiai, nämlich, das die Deutsche Volkspartei einen Ministersessel in Preußen erhalten soll, währenv das .entrum vorläufig auch nur ein Ministerium erb '4, wiederholt und bestimmte Zusicherunge' ff* weitere Erfüllung der Wünsche Hinzuge,ügi werden. Das Zentrum wird voraussichtlich um 12 Uhr dann noch einmal zusammentretei., um zu der Lage Stellung zu nehmen, ,odaß voraussichtlich
bis 1 Uhr die Entscheidung gefallen
sein dürste. Tie Situation wird äußerst pessimistisch angesehen. Es gilt ms unwahrscheinlich daß Vas Kabinett auf die Zurückziehung des Zentrumsministers hi ebenfalls ,urüdtreten wird. Immerhin ist auch das möglich. Die Entschei- ___düng wurde waürsche.nlich noch heute in einer
Ltaviireilssitzung fallen
* * *
Auf -ein toten punkt
Minister von Guerard abberufen.
Berlin, 6. Februar. Nachdem die sogen. Zwischenlösung des Kanzlers Müller, daß vorläufig das Zentrum noch einen zweiten Mini- sterposten im Reichskabinett besetzt und die Deutsche Bolkspartei im Preußischen Kabtneti einen Ministersitz erhält keinen Anklang gefunden hatte, schlug das Zentrum in einer gemeinsamen Konserenz vdr, zwei »eitere Minister im Reiche zu stellen und zwar für das Justizressort und das Ministerium für die besetzten Gebiete. Bei Erfüllung dieses Wunsches glaubte die Zentrumssraktion sich in der Aage, den Fraktionsbeschluß auf Zurückziehung des Herrn v. Guerard aus dem Reichskablnett rückgängig zu machen; außerdem wollte eS sich dafür einsetzen, daß die Bolkspartei in das Preußenkabinett ausgenommen würde, aber ohne bestimmten Termin; was die Bolkspartei wiederum glatt ab le Hute. Das Zentrum beschloß darauf seinen Minister aus dem Reichskabinett zurückzuziehen. Minister v. Guerard begab sich sofort zum Reichskanzler, um ihm diese Tatsache mitzuteilen. Auch in Preußen dürften damit die Besprechungen auf einen toten Punkt angelangt sein.
Aufeinander angewiesen
Marx' Mahnungen für Paris.
Paris, 6. Februar. Zu einem Pressevertreter äußerte sich der ehemalige Reichskanzler Marx: Deutschland habe nur das eine Interesse in Paris seine Zahlungsfähigkeit mit der strengsten Objektivität abgeschätzt zu wissen. ES werde, wie 1923 alle notwendigen Angaben machen Marx ist der Meinung, datz die deutsche Win- schast noch sehr sorgfältiger Pflege bedarf. 90 vom 109 aller Deutschen lebten in schwierigen Verhältnissen. Deutschland würde seine Ausfuhr erhöhen. Beunruhigend sei die schlechte Lage der Landwirtschaft and die hohen Zinssätze. Alles dies müßte seitens der Sachverständigen beachtet werden. Deutschland wolle nur Verpflichtungen unterschreiben, die es erfüllen könne. Die 8Stier seien nach den Erfahrungen des großen Krieges vielmehr von einander a b h ä n g i g als man glaube. DaS Unrecht das dem einen Lande zugefügt werde, beeinträchtige auch die anderen. Was dem einen nützlich sei, sei auch dem anderen nützlich.
Freie Han- für Morgan
Doch Einbeziehung der Amerika-Schulden?
Washington, 6. Februar. (Funkdienst.) Im Weißen Haus wurde nochmals öktont, daß Owen D. Young und Morgan nicht die Regierung der Vereinigten Staaten vertreten, sondern lediglich
Nach einer Oltagenoperation gestorben
Berlin, 6. Februar. (Prwattelegramm.) Freiherr von Hüneseld ist heute abend um 10 Uhr an den Folgen einer -Magen- und Darmoperation im Westsan rtorium gestorben.
Der Ozean- und Ostasienslieger Günther von Hüneseld wurde 1992 in Königsberg in Preußen geboren. Bei Beginn des Krieges war er als freiwilliger Motorradfahrer zum Stab der Ma» rine-Division in Flandern kommandiert und wurde im September 1914 vor Antwerpen durch einen Schrapnellschutz an beiden Beinen schwer verwundet. Die Verkürzung des einen Beines hinderte ihn an weiterer militärischer Tätigkeit. Seit 1915 wurde er deshalb vom Auswärtigen Amt mit verschiedenen Spezial- austrägen nach Konstantinopel und Sofia gesandt. Ende 1915 ging er als Vizekonsul nach Maastricht in Holland. Nach der Revolution nahm er seinen Abschied vom Auswärtigen Dienst und verbrachte die nächsten Jahre bis 1920 beim ehemaligen Kronprinzen in Wieringen. Seit 1923 war er beim Norddeutschen Lloyd in Bremen. Am 12. April 1928 startete von Hüneseld mit Köhl und Fiz- tnaurice zusammen auf dem Flugplatz Baldo- nell in Irland zu dem ersten Amerikaslug nach Osten. Am 14. April landete die Bremen wegen Nebel und eingetretenem Ben
zinmangel auf Greetüy-Island. Im Herbst 28 unternahm von Hüneseld noch einen Ostasieu- slug, der ihn bis nach Tokio führte.
Ein Gegenstück zu den Kongogreueln
Frankreichs Kolonialpolitik in Aequatorialafrika
Deutschland hat bekanntlich den Raub seiner Kolonien unter dem Vorwand, eS könne nicht kolonisieren, niemals anertannt. Aber das hin- oert nicht die Siegermächte, immer dann, wenn sie dieses Urteil für ihre Propaganda gebrauchen, mit dieser angeblichen Verschuldung Deutschlands auszutrumpsen. Deshalb lohnt es sich einmal, die Kolonisierungsmethoden der Verleumder unter die Lupe zu nehmen. Wir haben kürzlich von dem Negeraufstand in Aequa- lorialafrila berichtet, den Paris natürlich als harmlos hinzustellen suchte. Datz die Negerbe- völlerung der französischen Kolonie unzufrieden ist und der französischen Verwaltung große Schwierigkeiten bereitet, wird von Paris zu gegeben. Die Frage nach den Gründen ergibt sich demnach von selbst. Schon vor Zahressrist verstand es der eigens aus Afrika zurückberufene Gouverneur, den Kolonialskandal in
der Kammer zu vertuschen
aber die Pariser Linkspresse hat nachträglich noch folgendes Material zusammengetragen Nachdem man sich anfangs um diese Kolonie überhaupt nicht gekümmert hatte, wurde späte: von französischen Gesellschaften die Ausbeutung der ungeheuren Landflächen zu einem Spottpreis überlassen und zwar von Gebieten, du fast anderthalb mal so groß sind wie Deutschland. An und für sich ist das Land reich an Bodenschätzen. Die Schwierigkeit bestand uns besteht auch heute nocki darin, daß diese Schät- ze an Gummi und Holz nur unter Heber» Windung großer Hindernisse an die Küste geschafft werden können, da Eisenbahnen kaum vorhanden sind. Als Träger verwandte man Reger, die. da sie sich nicht freiwillig zu diesem Dienst meldeten, kurzerhand zwangsma- 6 i g ausgehoben wurden Für ihre Arbeit er hielten sie sogut wie keine Entlohnung, hygienische Maßnahmen wurden überhaupt nicht ge. trossen. Die Folge davon war, daß eine erschreckend große Anzahl aus Grund der Stra- pazen und der Entbehrungen aller Art zugrunde gingen Es ist begreiflich, daß die skrupellose Art. mit der die benötigten Träger mit Hilfe von Militär anSgehoben wurden, eine
ungeheure Erregung unter den Eingeborenen auslöste. Verschlimmert wurden diese Zustände dadurch, datz Frankreich die schon lange projektierte Bahnlinie aus dem Innern des Landes zur Küste in die Tat umsetzt. Dieser Bahnbau erfordert natürlich eine Riesenzahl von Arbeitern, die, da Europäer sich ihm nicht un- ,erziehen wollten, aus der Negerbevölkerung herausgesucht wurden. Dieses „Heraussuchen* geschah mit den üblichen Methoden einer zwangsmäßigen Aushebung. Den französischen Mililardötachements gelang es in kurzer Zeit 40 000 Reger für diesen Bahnbau zu »dingen* Man hat nun zu beachten, daß daS Innere des Landes aus Urwald besteht, daß dort ein ungesundes Klima herrscht, Fieber epi de m i e n an der Tagesordnung sind, also Umftän oe vorhanden sind, dir großzügige hygienische Maßnahmen erforderlich gemacht hätten Nichtsdestoweniaer wurde für die Unterbringung Ernährung und Gesundheitspflege der Reget von der französischen Kolonialverwaltung keinerlei Vorsorge getroffen. Die Folge: fast vier fünftel der
Negerarbciterheere gingen elend im Busch zugrunde.
Mit dürren Worten sind hier die Ursachen aus- gezeichnet, die den Verzweislungskamps der N-- gerbetfSUerung Aeguatorialafrik^S bedingten Die europäische zivilisierte Welt hat durch Ge setze den Sklavenhandel schon längst beseitig- So wird es wenigstens immer behauptet Beleuchten die Tatsachen in Aequatorial-Asriko nicht die Erkenntnis, daß ein Sklavenhandel, ein Sklavenelen d auch heute noch besteht? Daß eine alte Kulturnation, dessen Schutzherrin sie auch heute noch ist. die sich ihrer Zivilisation vor allen Völkern rühmt? Daß diese Nation es wagt, Deutschland wegen feiner ehemaligen kolonialen Maßnahmen anzuklagen, ist eine Sache, für die die Zustände in A-quato riolafrika die bezeichnende Be*cchtigung ab geben.
Vor dreißig Jahren sprach alle Welt von den furchtbaren Greueltaten in der Kongokolo nie des Belgierkönigs Leopold Hundert von
Negern, nicht willig genug für die Gummi- gewinnung in den weiten Sumpf gebieten, weil ihre Kameraden dem Fiebertov erlagen, wurden von den königlichen Agenten
an Ort und Stelle die Hände abgehaue«.
Ja es gab Prämien bei Vorzeigung dieser Hände... Eine Schande wie die Kongogreuel wird man in der deutschen Kolonialgeschichte vergeblich suchen. Gleichwohl wird man vergeblich darauf warten, daß der Völkerbund sich nrn diese iüngften Kongogreuel bekümmert.
Der Areuzerbau beschlossen
Amerikas Anstoß zum Wettrüsten.
Washington, 6. Februar. Ter Senat nahm mit 68 gegen 12 Stimmen das Flottenbauprogramm an, das bei. Bau von fünfzehn Kreuzern zu je 10 000 Tonnen Vorsicht.
Washington, 8. Februar. (Funkdienst.) Die Kreuzervorlage mutz wegen geringfügiger Abänderungen an das Repräsentantenhaus zurückgehen, bevor sie Präsident Coolidge vorgelegt werden kann. Nach der Vorlage sollen in den nächsten 3 Jahren die fünfzehn Kreuzer auf Sta- pel gelegt werden. Ter Bau des Flugzeugmut- terschisfes mutz vo. dem ersten Juli 1930 begonnen werden. Die Gesamtkosten werden 274 Millionen Dollar betragen. Davon entfallen siebzehn Millionen auf jeden einzelnen Kreuzer und 19 Millionen auf das Flugzeugmutterschiff.
Gemetzel unter der Znbersekte
Blutige Menschenjagd in den Straßen Bombays
Bombay, 6. Februar. Den letzten Meldungen aus dem Unruhengebiet zufolge sind die Kämpfe zwischen der Pathansekte, die der KinderentfÜH- rnng zu Opferzwecken beschuldigt wird und Hinduspinnereiarbeitern, die gestern abend 10 Uhr begonnen hatten .noch immer im Gange. Bisher sind 19 Tote und 104 Verwundete ge- meldet. „
London, 6. Februar. Unter den in Bombay bei der Verfolgung der Pathams Getöteten be- findet sich auch ein höherer englischer Polizei- beamtet. Rund 500 000 Arbeiter haben die Ar- beit niebergelegt. Bis in die späte Nacht hinein zog die aufgeregte Menge, mit Messern und Knüppeln bewaffnet durch die Straßen, um den Anhängern der Pathamsekte zu Leibe zu rücken. Die Manifestanten brachen in Hochrufe auf die Rote Fahne aus, woraus hervorgeht, daß sich nunmehr auch eine kommunistische Note den Unruhen beigemischt hat. Die Spinuereiar- beiter haben Freiwilligen Korps gebildet, die dazu bestimmt sind, die Patham-Anhänger zu lynchen, unter der Angabe, die Kinder gegen oie Pathamsekte schützen zu wollen.
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Ernste Streikkrawalle auf Legion
Colombo, 6. Februar. Im Verlaufe der durch ben Straßenbahnerstreik hervorgerufenen Unruhen wurden drei Perfonen getötet. Das Polizeibüro wurde von einer Menge angegriffen, die Feuer an das Gebäude legte. Aus der Feuer- spritze herbeieilende bewaffnete Polizeibeamte gaben zahlreiche Schüsse auf die Menge ab.
poinearö verdächtigt weiter
Verleumdung Deutschlands und des Elsaß.
Paris, 6 Februar. In der Elsaß-Debatte in der Kammer wurde Poincars gefragt, warum er nicht, wenn tatsächlich die antomtstische Propaganda durch deutsche Gelder gespeist Wer» oe, auf d i p l o m a t i sch e m Wege bei bet Reichsregierung interveniere. Die Propaganda bunt) die deutschen Rundfunksender, die mit anfechtbaren Vorträgen über die Minderheiten» trage verbunden sei, lasse sich nicht mit dem Locarnoabkommen vereinbaren. Poincars billigte diese letztere Erklärung mit energischem Kopfnicken, erklärte aber, diese Propaganda rühre von pange'.mantstischen Verbänden her(!f Zum Schluß forderte Reidel den Ministerpräsidenten auf, von bet Kammer Vollmachten zu verlangen, nm die elfässischen Regierungsge- schäste selbst zu übernehmen, um das Vertrauen Im Elfaß wieder herzustellen und dem furchtbaren Mitzversiändnis zwischen Frankreich und dem Elsaß entgegenznarbeiten ReibelS Behauptung, daß es im Elsaß keinen Separatismus gebe, veranlaßt- Poincare zu einer erregen Entgegnung. Man müsse zwinschen den Bührern und den irregeleiteten Massen unter» scheiden. Man könne nicht leugnen, daß eS tm Elsaß eine verbrecherische Bewegung für die Autonomie gebe (!)
«Silberi schon genesen
Paris, 6. November. (Eigene Drahtmeldung.) Der Generalzahlnngsagent Parker Gilbert ist setzt wieder vollständig hergestellt. Heute wirb er an einem von der Bank von Frankreich gegebenen Bankett teilnehmen.