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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Rümmer 31 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Mittwoch, 6. Februar 1929

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

19. Jahrgang

Spanien noch nicht beruhigt

Folgen der abnormen Kälte / Aufklärung der Oftpreußen-Berbreck en

Das peinliche Thema

Held zieht gegen Braun zu Felde.

München, 5. Februar Bor Preflevertretren entgegneteifiern der ! ayerische Ministerpräsi­dent Held aus die Angriffe Brauns, daß er den preußischen Ministerpräsidenten bei seinem Be- sucy dahin aufgeklärt nabe, daß Me bayerische Re­gierung die 3,5 Milliarden-Forderung Preußens nicht grundsätzlich ablehne, daß sie aber zur recht­lichen Begründung dieser Forderung ebenso wie die Reichsregierung »in spezielles Reichsgesetz für notwendig --rächte. Die bayerische Regierung habe für die Post- und Etscnbahnentschädigung niemals ein Vorrecht vor der preußischen Forderung auf Eisenbahnentschädigung in An­spruch genom ne-i. Die bayerischen Vertreter ha­ben auch k e i n V r r e ch t ihrer Ansprüche, son­dern lediglich geltend gemacht, daß vor diesem Forunl nur üar- die Eisenbahnentschädigung verhandelt werden könne Ein Vorrecht der Post- eutschädigung vor der Eisenbaynentschädigung haben sie wed»r am 25. Januar, noch jemals vorher geltend gemacht. Die an sich bedauerli­chen Äußerungen des bayerischen Finanzmini­sters waren nur der A u , s c- r e t des zutiefst ge­kränkten bayerischen Rechtsemps-ndens, dem nur durch Erfüllung der ^urch Iwatsrcrträge ver­brieften Rechtsansprüche Bayern? Genüge ge- fcheüen kann. Richt das Vorgehen der bayeri­schen Minister aal di» Lösung W so überaus wichtigen Problems der Regel'ing der Entschä­digungsansprüche der Länder gegen das Reich erschwert, send.rn d' bittere Enttäu­schung, die Bayern Lon bei seinem ersten Versuch, mit . Zreuße" in diesen Fragen zusarn- menzukommen. ber-itct wurde. Die bayerische Siaatsregier-iug hofft aber trotzdem auf eine gerechte Lösun im Interesse beider Länder.

Die Diktatur erschüttert

Generalstreikparole in Valencia.

London, 5. Februar. ((Eigene Drahtmeld.) Wie ein Korrespondent von der französisch-spa­nischen Grenze berichtet, haben die Arbeiter in Valencia beschlossen, heute Dienstag in den Generalstreik zu treten. Der Milttär- Tiktator General Sanjurjo ließ jedoch den An­schlag des Aufrufes zum Streik verhindern. Ein früherer Kriegsminister und ein ehemaliger Minister für öffentliche Arbeiten find gleich falls gefangen genommen worden. Während die Lage meist als beruhigt geschildert wird, spricht ein Bericht davon, daß sich die Lage un- befriedigend entwickle. Die Partei Primo de Riveras verliere ihren Einguß, obwohl sie au­genblicklich noch scharfe DiSziplinarmaßnahmen vornehme. Die Moral in Spanien habe be> trnch'lich nachaelasten.

Paris, 5. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Die nachts eingetrossenen Nachrichten aus Spa­nien besagen, daß dort noch weiter größte Ver­wirrung herrsche. Ter Sohn des verstorbenen spanischen Dichters Blasco Ibanez, der vor­nehmlich in Frankreich gelebt hat, sei als er aus Vienione nach Valencia zurückkehrte, ebenfalls verhaftet worden. General Sanjurjo habe Wei­sung erteilt, den früheren Ministerpräsidenten Sanchez Guerra unverzügl-ch an Bord eines Kriegsschiffes zu bringen, daS ihn nach einem nicht bekanntgegebenen Bestimmungsort bringen solle. Achtzehn Regimenter hatten ihre Beteili- gung an dem Aufstand zugesagt.

Verschobene Rreuzerbauten

Englands neueste Friedensgefte.

London, 5. Februar. (Eigene Drahtmeldung.i Ein Berichterstatter meldet: Ursprünglich waren in dem britischen Bauprogramm für 1928=29 drei neue Kreuzer vorgesehen Aus einen davon wurde im vorigen Jahre Verzicht geleistet. Jetzt soll auch der Ban der beiden anderen Kreuzer, mit dem in diesem Jahre begonnen werden sollte, auf unbestimmte Zeit verschoben werden, was gestern zwischen Baldwin, Chamberlain und Churchill auf der einen und Bridgeman und den See-Lords auf der anderen Seite beschloffen wurde. Man glaubt nicht, daß das Kabinett den Bes'Unß umgektoßen werden wird.

Amerika macht es umgekehrt

Newyork, 5. Februar. (Funkdienst.) Rach einer Meldung aus Washington hat der Senat die Entfernung der Zeitklausel iuS der Kreuzer Vorlage, wonach die Kiellegung vor dem 1. Juli 1931 erfolgen soll, mit 54 gegen 28 Stimmen «bgelehnt.

Scheidet der Berkehrsminister aus?

ZentrumShandel für die Koalitionsregierung.Handel um Ministersitze in Preußen.

Berlin, 5. Februar. Der Reichskanzler wird heute vormittag mit dem Vorsitzenden der Zen- irumspartei Dr. Kaas und der Zentrums,rak- lion Dr. Siegerwald verhandeln. Es veriau- tet, daß das Zentrum nunmehr ernsthaft be absichtigt, den Reichsverkehrsminister anS der Regierung zurückzuziehen, um aus diese Ai. den Gang der Verhandlungen zu beschleunigen .Nittags um 12 Uhr Hai der Reichskanzler eine Unterredung mit dem Volksparteisührer Dr Scholz. Bezüglich der Aufnahme der Volks­partei in der Preußenregierung soll nach An­sicht Brauns die Volkspartei mit einem BN- nistersitz vorlieb nehmen, da andernfalls nich gut zu sehen sei, wie man zu einer Verständi­gung gelangen könne Auch die Konkordats­frage scheint eine Rolle gespielt zu haben. Gestern teilte Abg. Stendel dem Ministerprä­sidenten mit, daß die Volkspartei an ihrer Forderung nach zwei Sitzen festhalten müsse Braun wollte sich deshalb nochmals mit den bisherigen Koalitionsparteien In Verbindung setzen Man nimmt an, daß im Laufe dieser Woche eine Sitzung zu Viert stattfinden werde: also unter Teilnahme der Deutschen Volkspartei.

Die Verteilung der Ministersessel

Berlin, 5. Februar. Die Volkspartei ließ bei ihren gestrigen Koalitionsberatungen die Kandidatur des Abg. v. Eynern als Finanz­minister fallen. Als weitere Kandidaten wer­den genannt: Dr. Leidig für das Handels­ministerium und der frühere Kultursminister Dr. Bölitz wieder für diesen Posten. Sollte die Volkspartei allerdings aus ein Ressort be­schränkt werden, so würde sie ein maßgebendes, vielleicht das Finanzministerium verlangen. M.- P. Braun stellte dann in einer Unterredung fest, daß für die Volkspartei die Hauptschwierigkeit

nicht In der Konkordatsfrage, sondern in der Verteilung der Ressorts liegt. Abg. Stendel hielt an zwei Ministersitzen fest, da dir Volkspartei sonst ihre Meinung im Kabinett nicht ausreichend zur Geltung bringen könne. Darüber wird im Interfraktionellen Ausschuß beraten. Die Demokraten beschäftigen sich z. Zt. mit der Frage, welcher von den drei gegenwar- tigen demokratischen Ministern evtl, zurück­gezogen werden könnte. Reichskanzler Müller nimmt seine Bemühungen erst heute wieder auf. Er hat zunächst die Zentrumsfüh­rer und bann die der Deutschen Volkspartei zu sich bestellt. Eine gemeinsame Besprechung der künftigen Regierungsparteien ist also noch nicht in Aussicht genommen.

Das Leitmotiv für Paris

Auch Chamberlain will die Räumung einflechten

London, 5. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Auf wiederholt im Unterhaus gestellte Fragen, erwiderte gestern Chamberlain, daß die Regie­rung sowohl die Reparationsregelung als eine vorzeitige Räumung der Rheinlande wünsche. Wenn auch einer Verbindung dieser Probleme große Schwierigkeiten entgegenstünden, so könne es doch keinem Zweifel unterliegen, daß eine Verständigung üoer tie Reparationsfrage ein Abkommen über das Problem der Räumung des Rheinlandes erleichtern müsse. In dieser Hin­sicht seien die beiden Frcgen unvermeidlich mit­einander verbunden. Der Regelung beider Fragen werde er jede nur mögliche Hilfe ange­deihen lassen. Ans der sofortigen Beantwortung der Frage durch den Außenminister geht hervor, daß das Foreign Office jedes Uebergreifen des Schatzamtes über die rein technischen Fragen hin­aus auf das Gebiet der Politik zu vermeiden sucht.

Mir legt den Beüedr lahm

Festgefrorene und schneevcrwehte Züge im Südosien. Von Militär herausgeschaufelt.

Zahlreiche Gemeinden sind ohne Verbindung.

Stiert auch der Rhein zur

Hemmungen an den Kolbenstangen. Auch das Wasser in den Tendern der Lokomotiven friert ein, sodaß diese bersten. Die Stadt Prcrau ist, da die Strecken noch nicht frei sind, nicht in der Lage, die Züge in der Richtung Lundenburg Wien zu expedieren. Der Kohlentransport aus Polen und Deutschland ist eingestellt. Die Züge nach Oesterreich mußten auf der Strecke Mäh- rischWeißkirchen-Krasna wegen der Schnee­verwehungen von Sonnabend bis heute für jeg­lichen Verkehr eingestellt werden. Der Perso aenzug zwischen Hullen und Hollischau wurde nach 36stündiger Arbeit de8 Eisenbahnpersonals und von Pionieren aus den Schneeverwehun gen wieder befreit Der Zug mutzte Waggon weife aus dem Schnee gegraben werden. Auch der Straßenbabnverkebr in Nord- und Mittel- mähren erlitt schwere Störungen. Der Autobus-

Mainz, 5 Februar. (Privattelegramm.) Auf weite Flächen ist nunmehr der Rhein unterhalb Bingen mit Eis bedeckt, und nur eine ganz schmale Rinne zwischen dem linken Rheinufer und dem Mäuseturm ift eiSfret Auch aus Or­ten unterhalb Bingens wird gemeldet, daß sich der Rhein stark mit EiS bedeckt hat. Die Fahr­rinne bei Caub zwischen der Pfalz und der linken Rheinseite ist vollkommen zugefroren nnd in der Nähe der Lorelei staut sich teilweise das Eis so sehr, daß die Möglichkeit besteht, daß der Rhein an dieser Stelle znsriert Die Schiff­fahrt ist nunmehr auf dem Rhein vollkommen eingestellt. Die Schiffe haben größtenteils die Schutzhäfen bereits aufgesucht. Die einzelnen zu Tal kommenden Schollen haben eine beträcht­liche Ausdehnung und teilweife bis zu fünf­zehn Zentimeter Dicke.

Prag, 5. Februar. (Etg. Drahtbericht). Dielverkehr mutzte vollkommen eingestellt werden. Milderung des Frostes wirkt sich im Pahnver- ------- ' ~ ' - - - --

kehr noch nicht aus. Die Räder der Waggons frieren an ihren Standplätzen vielfach auf den Schienen an, fodatz sie erst mit Hilfe von Fackeln und Dampf abgetaut werden müssen. Das Oel in den Lagern erstarrt und bildet

Die Nöte der andern

Sturm gegen die Diktatur. Polens Soldaten­

spielerei. Stresemanns Vorstoß.

Die vorzeitig losgegangene und verpuffte Revolutions'omödie in der kleinen Don Qui- chotestadt Ciudad Real hatte die Aufmerksam­keit von der eigentlichen Bewegung gegen die ,panische Diktatur abgelenkt. Valencia hat u a. die Zusammenhänge aus gedeckt und nachge­wiesen, daß die Empörungswelle in Spanien ruf Untergründe zurückuiführen ist, die keines­wegs totaler Art sind. Primo de Riveras Geg­ner spalten sich in zwei Lager und zwar ein­mal in die Offiziere der sogenannten .wissen­schaftlichen Waffe", das sind die Ingenieure, die Artillerieoffiziere und das Marineoffizier­korps. Diese Gruppe ist keine Gegnerin der Diktatur als solcher. Ihre Gegnerschaft beruht auf persönlichen Interessen. Sie macht Primo de Rivera zum Vorwurf, daß er die einstigen vesörderunas-Vorrechte der .wissenschastlichev Waffe", aufgehoben hat. Das Eigenartige der ganzen spanischen Äufrubrbewegüng ift es nun, daß diese Gruppe der Offiziere, die an und für sich diktaturfreundlich ist, sich mit einir anderen Gruppe verbündet hat, die schärfste politische Gegnerin einer jeden Diktatur ist. Es sind also zwei Bewe- gungen, die hier Hand in Hanv arbeiten. Der einen kann man den Begriff einer glatten Meuterei beilegen, die andere ist eine politische" Aktion, also ein Vorstoß, der sich gegen das System richtet. Nichtsdestoweniger muß derVot, stoß beider Gruppen schon von vornherein eine Schwäche haben, weil er von Faktoren getra- gen wird, die sich zwar für das nächste Ziel einig sind, die aber sonst in ihren politischen Weltanschauungen gänzlich verschiedene Wege gehen. Wenn es Primo de Rivera also leicht wird, der augenblicklichen Schwierigkeiten Herr zu werden, so liegt es auch hauptsächlich darin, daß seine Gegner uneinig sind, daß sie nicht in einer einheitlichen Organisation zusammcn- gefügt sind und auch nicht von einem führenden Kopf gelenkt werden. Der ehemalige konserva­tive Ministerpräsident Sanchez Guerra könnte diese führende Persönlichkeit sein, wenn er nicht weltanschaulich an die Gruppe gebunden, die die Diktatur beseitigen will. Solchen Absichten stehen die spanischen Artilleristen aber völlio fern. Dies weiß auch Primo be Rivera, und deshalb findet er sich auch den .Meuterern" ge­genüber zu einer Milde, die eine ganz be­stimmte Absicht erkennen läßt. Die Todesur- teile gegen die Meuterer sind bisher weder voll­streckt noch werden sie vermutlich vollstreckt wer­den. Es bleibt jetzt abzuwarten, ob die .Milde" des Diktators die erwünschte Wirkung auslösen wird. Rach den heutigen Mittagsdepeschen sieht eS allerdings nicht so auS, als ob Primo de Rivera der augenblicklichen Bewegung Herr werden wird

Polens sprichwörtliche Finanzmisere macht auch seinem Diktator Pilsudski das Leben sauer. Man will einerseits eine absolut nationale pol­nische Industrie aufbauen, aber man hat ande­rerseits kein Geld. Man borgt es sich also und schiebt alles, Amortisation und Zinlenleistung in die Zukunft. Eins gibt eS aber, bei dem die Polen ehern fest bleiben. Dieses Eine umfaßt alles, was die polnische Wehrkraft betrifft: die stolze Armee, die hübfch aufgeputzten Offiziere, ©ranatenfaMfen, eine Marine, bei der ieber zweite Mann Offizierscharge hat. Das Bugbet, daß jetzt der Sejm berät, hat sich gewaschen. ES zeigt nicht nur keine Verminderung gegenüber den ungeheuren Lasten früherer Jahre, eS ver­langt auch neue Ausgaben, die, rund hundert Millionen Zloty ausmachen, gemessen an dem Stand von 1926 rund 250 Millionen. Eine kleine

Überfälle nachweisen konnte. Kayser hat inzwi­schen über 130 Straftaten zugegeben, bei denen allerdings niemals ein Mord verübt worden war. Bei erneuten Vernehmungen hat Kayser, der im Tilfiter GerichtßgefängniS fitzt, nunmehr überraschender Weise gestanden, auch den Mord bei Tapiau und den Mord an dem Landjäger Kufferow ausgeführt zu haben. Man steht seinem Geständnis noch skeptisch gegenüber.

wurde bei Tapiau ein Raubüberfall verübt, wo­bei ein Eisenbahnbeamter erschossen wurde und ein zweiter schwere Verletzungen davoutrug. Kurze Zeit darauf wurde bei Kö­nigsberg ein L a nVs Sgererschossen. Wer- tere Raubüberfälle und schwere Einbruchsdieb- stähke folgten in großer Zahl, ohne daß eS ge­lang, den oder die Täter zu ermitteln. Im vo-

KSnigSberg, 5. Februar. (Privattelegrarnm.) i rigen November wurde in der Nähe von Tilfit Im Sommer vergangenen Jahres wurde die ein gewisser Otto Kayser verhaftet, dem Provinz Ostpreußen durch eine Reihe schwerster man zahlreiche Einbruchsdiebstähle und Raub- Verbrechen sehr beunruhigt. Unter anderem Überfälle nachweisen konnte. Kayser hat inzwi-

Geständnis des SstpreußenrSubers

Kaysers 130 Straftaten. Hat er auch die Beamten erfchoffen?

Ueberraschung gab ei zunächst, als Pilsudski sich und seine Vertreter im Sejm ab sagen lieft, weil er Beleidigungen der Armee erwartet und eS unter allen Umständen vermeiden will, daß in Gegenwart von Offizieren das militärische Ehrgefühl verletzt werden könnte. Tatsächlich machen die Militärausgaben fast ein Drittel deS GesamthaushaltS aus, womit ober das Unge­heuerliche dieser Ziffern keineswegs genügend erläutert ist. Die Polen haben anscheinend auS der Praxis französischer Budgetaufstellungen manches gelernt. Sie haben sofort begriffen, daß man höchst diplomatisch zuwege geht, wenn mal gewisse Ausgabeposten aus dem Militärbudget herausnimmt und sie dann irgend wo anders wieder auftauchen läßt. So figurieren im Jnnenministeretat dir Posten für Grenzschutz, Polizei, Ausbildung der Schuljugend usw.. Ihre Addition ergibt bann eine Gesamlbelastung von rund eine Million Zloty. Das heißt mit anderen