Meier Neueste Nachrichten
Aesfische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Nummer 26. eiiwrnteie: gß^ntans 10 »tennig. Donnerstag, 31. Januar 1929.
«naetoenortHe: ®tebetmttoe <M66ftl«nieteen btt mm-SetU 10 4. anlnäntat ®efeäftl«metaew die mm.Sciit 10 4 ftamilttnanKtätn M mm»3etle 10 4. eietet Snitteen aal »afiel tat Sert I 4 aalmänftt Sleise »rueiaen die mm. Selle tO J. Reklamen die mm-Setle 18 4. Viiertgebüdr 36 4 (bei SuReHan« » 4 t. Me6nuna8betr8ee Innerhalb 5 Tagen «bibar Süi btt Rilhrigkcit aller durch fternfpretbei anf««ebenen »njeiten sowie für «ufnabmedaten nnd Platze kann nicht aürantiert werden. Kür Anzeigen mit besonder» ichwierigew Sah 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Lchlachtbofllr. 38/10. Sefchüftlftelle: SSln Str. 6.
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Sin Mumungsappell aus England
Die Opfer des v-Äugunglücks in ©ündhing / Der putsch gegen die DiNatur gescheitert
UM ein MWU in Ms»
Auf den Güterzug gestoßen. — Bier Tote, sechs Verletzte.
Der putsch verpufft
Spanien erstickt den Aufruhr.
Eine Stad» und die Flott« «och rebellisch.
London, 30. Januar. (Eigener Drahlbericht.) Zu der Meuterei in Spanien meldet ein Blatt aus Madrids daß eine Anzahl Savaüerieregi- menter in Attala de Henarrs Anweisungen erhalten habe, zur Ueberwältigung eines meuternden Artillerieregiments nach Ciudad-Real zu gehen. Zu dem gleichen Zweck werden Jnfan- terte-Abteilungen in Madrid in Marsch gesetzt. Auch die Z i v i l g a r d e, eine Art Militärpakt- zei, hat eine große Truppenzahl zusammenge- zogen, die schwer bewaffnet wurde. Sie sollen in Kraftwagen nach Liudad-Real transportiert werden. In Madrid ist die Lage bisher noch ruhig.
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Paris, SO. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Aus Madrid verlautet, daß di« Bewegung in zahlreichen Garnisonen gleichzeitig ausgebrochen fei und auch in der Flotte Unterstützung gesunden habe. Die ersten Nachrichten über die Meuterei beim ersten leichten Arlillerieregiment in Ciudad Reval sind vorgestern früh beim Mtntsterprästdenten eingetroffen. Primo de Rivera hat sofort mit seinen Ministerkollegen beraten. Ein Geschwader mutzte Proklamationen abwerfen mit der Aufforderung, den Anordnungen der Regierung zu folgen. Außerdem tour- den drei Bataillone der Madrider Garnison alarmiert und auf Lastkraftwagen nach Ciudad Reval befördert. General Orgaz soll Anweisung erhalten haben, möglichst durch gütliches Zureden die meuternden Truppenteile zum Gehorsam zurückzusühren. Ein Teil der AufftSn- dischen sei auch bereit- wieder in die Kasernen zurückgekebrt. Die Bewegung sei in Madrid und anderen Städten bereits in den Anfängen ge- scheitert Die Gouverneure der anderen Provinzen haben erklärt, daß in chren Bezirken alles ruhig sei. In Bilbao sollen die Infanterie» regimenter geplant haben, die Garnison zu ver- laflen, um sich der Bewegung anzuschließen. Die Regimenter find auch auSgerückt, haben aber bereits «ach kurzer Zeit ihre Absicht wieder ausgegeben. Die Bewegung wurde durch hie Maßnahmen auSgelöst, die nach den Bor- gängen in der Artillerieschule von Segovia getroffen worden sind. Ebenso hat ein Dekret über das Avancement in der Marine in verschiedenen Flottenstatlone« tiefgehend« Unzufriedenheit auSgelöst.
Madrid. 30. Januar. (Eig. Drabkbericht.) Primo de Rivera bat gestern in der Rational- verfammlung in später Stunde noch einmal er- klärt, daß die krisenhafte Zuspitzung der Situation in Ciudad Real als beendet angesehen werden könnte. Seine Ausführungen wurden mit Hochrufe» entgrgengenomme«.
Nur Räumung schafft Frieden
Bi« englische Stimme gegen die BesatzungSfron
London, SO. Januar. (Eig. Drahtbericht). Ein Blatt setzt stch erneut für di« sofortige Zurück- giehung der britischen Rheinlandtruppen ein, da das britische Besatzungs-Kontinent nutzlos sei. Wenn Deutschland den Versailler Vertrag von stch abzuicktütteln wolle, dann würde die Handvoll britischer Truppen es sicher nicht daran hindern könne«. Aus der andere« Seit« seien diese Truppen aber immer «och stark ge- uug, um Deutschland sein« Niederlage und De- müttgnng vor Augen zu führen. Diese Truppen feien ein Hindernis für die Befestigung deS Friedens, den Europa so dringend benötige Die Tatsache bleibe, daß die Beibehaltung der englischen Truppen am Rhein einen ungesunde« Entschluß darstelle, zu dem nto« durch die französische Beharrlichkeit getrieben wurde.
Vor -er Ausweisung Trotzkis
Moskau will den größten Gegner abschütteln
Berlin, 30. Januar. (Funkdienst.) Wie die Rote Fahne erfährt, steht die Ausweisung Trotz- liS aus Sowjetrutzland bevor mit der Möglich fett, mit seiner Familie einen Aufenthaltsort außerhalb bef Gebietes der S-wjetrepublik zu wählen. Trotzkis und seiner Anhänger versuch der Zersetzung in der Roten Armee, Ihre gegenrevolutionäre Streikpropaganda in den Bettie-' Ben. ihre sowjetfeindliche Agitation unter den Bauern unterscheide sich durch nichts mehr von der Tätigkeit der Weißgardisten und der Menschewiste«. Die Ausweisung Trotzki« sei daher ei« AI der Selbstverteidigung.
Regensburg, so. Januar. (Privattelegramm.) Don der Reichsbahndttellion wird mitgetellt: Am 30. Januar um l£0 Uhr früh stieß D. 155 infolge Nichtbeachtung des Haltesig- n a l S auf einen Güterzug in Station Sünching der Strecke Plattting—Regensburg auf. Der dem Packwagen folgende Personenwagen dritter Klaffe des D-Zuges wurde teilweise auf nm- mengedrückt. Zu beklagen sind drei Tote, ein Schwerverletzter und steben Leichtverletzte. Die verletzten find im Krankenhaus Sünching geborgen. Tas Lokomotivpersonal und der Zug. führer des D. 155 find unverletzt.
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Drei Haltesignale überfahren Der Lokomotivführer hat versagt.
Regensburg, 30. Januar. (Privattelegramm.) Di« Reichsbahndirektion teilt mit: Der D-Zug 155 hatte ab Paflau achtzig Minuten Verspätung und sollte den Güterzug 7037 in Sünching überholen. Da der Güterzug Sünching noch nicht erreicht hatte, war für D li>5 die Durchfahrt durch Station Radldorf durch Laltepellung des AuSfahrtsignals Richtung Sünching gesperrt. Der Lokomotivführer des D 155 beachtete die Haltstellung des Signals nicht und fuhr in Radldorf durch. Er überfuhr auch das auf Halt stehende Einfahrtsignal in Sünching und stieß aus den gerade in Sünching in Einfahrt befind- lichen Güterzug auf D 155 beachtete auch nicht di« Haltsignale des ihm von Sünching her entgegensahrenden Stationspersonals, da« von der signalwidrigen Durchfahrt des D 155 von Radldorf her fernmündlich verständigt war. Zwei Hilfszüg« mit HilfSmannschaften und SanitätS-
1840—1842 führte England Krieg gegen China, nur um dem unglücklichen Boll das Gift aufzuzwingen, von dessen Genuß e« sich selbst befreien toottte, an dem aber England hauptsächlich wegen der indischen Mohnkulruren viel Geld verdiente. Und bekannllich geht dieses letztere Interesse in der Welt von heut« immer noch über alle moralischen Interessen. Di« Zeiten haben sich insofern gewandelt, als mit dem primitiven Verfahren eine« Krieges doch auch England jetzt nicht mehr seine Geschäftsinteressen gegen China gegen dessen ausgesprochene Absichten durchsetzen könnte. Schon die Opiumkonferenzen vor dem Kriege mußten China eine erhebliche Einschränkung der verhängnisvollen Einfuhr zugestehen Aber die an der Konferenz nichtbeteiligten Opium produzierenden Staaten toi« z. B. die Türkei, machten sich erst recht die gut« Gelegenheit zunutze. Nach dem Kriege kam eS dann in der Opiumkommission des Völkerbundes zu rech: dramatischen Aufttitten, als zum Beispiel Amerika aus seiner moralischen Einstellung allen Rauschmitteln gegenüber zu einer heftigen Opposition gegen da« englische Geschäftsinteresse kam. Viel erreicht ist aber bi« aus den heuttgen Tag immer noch nicht. Man hat ein System geschaffen, wodurch die Einfuhr konttolliert und gleichzeitig eingeschränkt werden soll. Aber waS die Konttolle ausschaltet, daS
bringt der Schmuggel wieder herein.
Es ist in ganz Ostasien ein ähnlicher Kampf um den Opiumgenuß tote in den Vereinigten Staaten mit dem Alkoholgenuß. Es wird Opium geraucht und gegessen in Hinterindien wi« in China, in den holländischen Kolonien tote auf den anderen Südseeinseln Diese ganz- östlich« Welt ist nun einmal an die zeitweilige Enthebung von chren Sorgen und Röten durch einen wohltätigen Opium- rausch gewöhnt. Und nicht nur von den Vertretern dieser Eingeborenen sondern auch von Kolonialbeamten kann man au8 vollster lieber» zengung versichern hören, daß ein mäßiger Opiumaen-ch garnicht schade, und sogar für da« strapazierte Nervensystem des Menschen in diesem Klima eine zuträglichere Entspannung sei
personal gingen an die Unfallstelle ab. Em weiterer Hllfszug traf später ein.
Wer sittö die Verunglückten 5
Regensburg, 30. Januar. (Privattelegramm.) Von den Toten find bisher ibenttfiiiert worden: Der Hütteningenieur Maurer aus Steiermark und der Goldschmied Nachtigall aus Wen Die Leiche einer Fran konnte noch nicht identifiziert werden Der Kaufmann Schkolnik aus Berlin ist inzwischen feinen Verletzungen erlegen sodaß sich die Zahl der Toten aus vier erhöht. Unter den Leichtverletzten befin- bet sich auch der Sohn des Letztgenannten. Die Zahl der Verletzten benagt insgesamt sechs Außer Schkolnik jun sind unter den Verletzten Magda Wendler, Tischlersgattin aus Schalling (Oestereich), ferner Frau Elisabeth Stoiber, Hilfsarbeitersgattin ans Zizelau bei Linz, Karl Fröhlich, Bettiebsleiler der Stahlwerke in Hatzenberg, Restaurateur Rebelseder aus Graz und Hans Gehorsam, Kaufmann aus Charlottenburg.
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Der Verkehr läuft schon wieder
Regensburg, 30. Januar. (Privattelegramm.) Sogleich nach dem Unfall ttaf an der Unglücks- stelle der Präsident der Reichsbahndirektion ein, der sofort die Verletzten im Krankenhaus aufsuchte. Der unbeschädigte Teil des Zuges wurde zwecks Ueberlettung auf das nicht unterbrochene Geleis nach Radldorf zurückgezogen. Die nichtverletzten Reifenden konnten dann ihr« Reise nach sechsstündiger Verspätung fortfetzen. Der Verkehr an der Unfallstelle wird eingleisig aufrecht erhalten. Der Sachschaden ist erheblich.
als der Alkoholgenuß. Den Regierungen aber kommt es
einfach auf das Geldmachen au.
Und so sind fetzt die Engländer mit den Franzosen in Genf zusammen geraten, well auch daS yinterindische Klima sich als recht zuträglich für die Mohnkultur erweist und infolgedessen eine lebhafte Konkurrenz gegen das vorderindifche Opium heranwächst. Gerade die Franzosen können sich sehr bequem deS Schmuggels bedienen, weil sie den chinesischen Großstädten so viel näher sitzen und nicht allzu schwer Über die weit ausgedehnt«, mangelhaft kontrolliert« Grenze hinüberkönnen. DaS Opium hat mit dem Schnaps genmein, daß es wenig voluminös und dabet sehr wertvoll ist, also ein Schmuggelartikel, wie er sein muß In der Opium- kommission wurde den Franzosen nachgewie- fen, daß sie in einer einzigen hinterindischen Hafenstadt an 310 Großhändler die Erlaubnis für Oviuwhadel erteilt haben. Da hört natürlich alle Konttolle von selbst auf. Die Engländer sind scharf ans Konkurrenzneid hinter den Franzosen her, weil sie die ihnen selbst zuge- standene Ration nickt an den Mann bringen tonnen, wenn der Chinese die Ware so viel billiger vom französischen Sckleickbandel beziehen fann. Auf EnalandS Seite stehen die Holländer, die gleichfalls mit dem französtschen Oviumschmuggel schwer zu kämpfen haben Man sieht, wie Frankreich seine Kulttirmiflion aufsaßtk Wegen solcher hohen Auffassungen mußte eS ja auch den
Deutschen ihr« Kolonien abnehmen.
um sie seinerseits nun nach den Grundsätzen der modernsten Humanität zu verwalten. Und >u dieser Humanität gehört eS nun einmal, daß man die Menschen fick auck vergiften läßt und ihnen bereitwillig freundliche Hilfe ''obet leistet, toenn sich daraus Gel^ macken fügt .So steht man also wieder mitten im Opiumkriea und der Völkerbund hats bekannt- 'ich mit allen Kriegskonflikten schwer, die ihm anvertraut werden.
Zmmer noch Opiumkrieg
Traurige Geschäft« der Kulttumntiouen.
Auf Kosten der Gesundheit der Völker hn Fernen Osten.
Ungesunde Zustände
Woran die Pariser Presse kranft.
Paris, Ende Jimuar.
Man hat eft die Presse mit jenem Wunder« speer der griechischen Sage verglichen, der die Wunden heilt, die er schlug. Nun, ich muß sagen: der Glaube deS französischen Publikums an di« selbstheilende Kraft der Prefle fcheiur mir seit einiger Zeit etwas ins Wanken gekommen zu sein. Immer weiter dringt die Erkenntnis vor, daß di« Entwicklung — eine Entwicklung, die bereits vor rund hundert Jahren begonnen hat — heute zu einer Abhängigkeit der französischen Presse von gewissen wirtschaftlichen Mächten gc- sührt hat, aus der sich die Presse selbst n'cht befreien kann. Der erst« große Gefchärts- tournalist, der erste, der die Pariser Presse zum Instrument des Geldverdienens zu machen verstand, war Emil« de Girandin. Dieser ungeheuer kluge .tätige ^veitsicktige — und dabet ack! so kurzsichtige — Mann sah nämlich, welche Dienste die Presse dem in den vierziger Jahren deS vorigen Jahrhunderts beginnenden Aktien- bandel leisten könne. Er kam als erster auf den Gedanken, den Rentnern bestimmte Papiere zu empfehlen und sich für diese Empfehlungen von den einführenden Bankiers bezahl-m zu lassen. ES hat felbstverständlich noch viele Widerstände gegen bett GeschästSjournaliSmus gegeben, aber was wollte eine Presse machen, die nicht wie hU englische und deutsche vom Jnseratengeschäst, sondern fast
ausschließlich vom Nummernverkauf lebt?
Hier liegt die Quelle der Abhängigkeit, in welche die französische Presse geraten ist und auS der sie stch nicht mehr befreien kann. Der Kampf, den Herr Coty rührt, ist ja nur ein Kampf darum, ob der Einfluß auf die Press« der neuen oder der alten Geldmacht zustehen soll. Auch toenn Herr Coty, den die Gericht« jetzt unterstützen — er hat zwei Prozesse gegen die Konkurrenz gewonnen — durchsetzen sollte, daß kein Syndikat der großen Presse, keine Monopolver- kaufSorganisation, kein Juteratengeschäft chn boykottieren darf, so bleibt doch immer noch seinen Gegnern daS Mittel, ihn und fein« Blätter insofern zu isolieren, als unabhängigen politischen Mitarbeitern Cotys die gleichzeitige Mitarbeit an anderen bedeutenden französischen Blättern unmöglich gemacht werden könnte. Der große Parfümfabrikant und ZeitttugSbesitzer Coty fucht bekanntlich eine
Annäherung zwischen Frankreich und Italien und zwischen Deutschland und Frankreich herbeizuführen, die feiner Auffassung nach eine der wuhtichsten BorauSfetzungeu für eine Wie- dergesundung unseres Erdteils ist. Er kann natürlich nuyt den Geist feiner Blätter radikal um« stülpen, aber es wäre falsch und gefährlich, wollte man deutscherseits in Coty. der in erster Linie aanz offen französisch« Interessen vertritt, einen Feind und prinzipiellen Gegner Deutschlands sehen. Von Zeit zu Zeit wird in Frankreich immer wieder der Versuch gemacht, ein unabhängiges Blatt zu begründen. Das gelingt sporadisch da, wo eilt kleiner, irgendwie religiös, daS heißt von innerlicher Ueberieugvng erfüllter Leserkreis (auch Atheisten sind in diesem Sinne religiös) mit Opfermut bi« Mittel dazu aufbringt. Dann handelt eS sich aber nur um bedeutungslose Blättchen und sie vegetieren nur eine Zeit- lang. Di« gesamte in den SioSken aufliegende Presse — es handelt sich da um Blätter, deren Auflage mindestens 100 000 beträgt — ist irgendwie von großen Finanzleuten abhängig. Jeder Versuch der französischen Presse, stch anS ihrer wirtschafttichen Abhängigkeit von den großen Finanzmächten zu befreien, ist gescheitert und wird scheitern .weil diese Presse rein eigenes wirtschaftliche- Leben hat. Di«
wahren Regent«« dirser Presse
sind dieselben Mächte, die in Wirflichkeit Frankreich regieren; die Großbanken, die Eisenbahngesellschaften und die Syndikate der Großindustrie. Run kann man sich zwar eine Presse denken. die als Organ der Wirtschaft fungiert, aber daS muß offen gesagt werden. Die französtsch« Prefle will aber krampfhaft den Schein ihrer Unabhängigkeit rufrecht halte», und da naht nun der Augenblick, wo di« Leser, die stch lange durch den Phrasenschleier täuschen ließen, nicht mehr mitmachen. E» ist nicht zu befürchten, daß «8 ihnen ergeht tote dem Jüngling, der daS