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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 16

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig

Sonnabend, 19. Januar 1929.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig

19. Iahrqang

Aman Allah noch nicht am Ende.

Rivalen im Osten.

Das Spiel um den AntikriegSpatt.

Auch des Königs Bruder gestürzt.: Die zweite Abdankung.: Amanullahs Schicksal dunkel.

land mehr oder weniger zu verdächiigen. So behauptet unter völliger Verzerrung der Tat­sachen derTemps", General Gröner habe di>> Notwendigkeit des Kreuzerbaues mit der Mög­lichkeit der Jnterventidnen der deutschen FloM gegen Polen begründet. Die deutsche Flotte fei dazu bestimmt, das baltische Meer zu Beherr­schen. Ein anderes Blatt erklärte, Gröner schreibe Polen wahnsinnige Angrisfspläne zu. Polen hege aber keinerlei aggressive Absichten. Die Projekte des Generals Gröner seien von ganz anderen Gefühlen inspiriert als von der Verteidigung des Reiches.

2luionomiftenvktze im Senat

Paris, 18. Januar. Eine Senatsdebatte über die Gültigkeit der Wahl des Grasen Audlan (Elsaß) gab Anlatz zu einer kleinen Demonstra­tion gegen den Autonomimus. Senator Je nouvrier (Betragnes erklärte, abgesehen von einigen hundert Regionalisten wollten die Bre­tonen nichts wissen von der Autonomie und damit auch von den elsässischen Autonomi- ften, die die Bande zwischen dem Vaterland und den wiedergewonnenen Provinzen zu zer­reißen suchten. Man habe mit den angebliägw autonomistischen oder separatistischen Bestrebun­gen in der Bretagne die Elsässer und Lothrin- ger vergiftet. Zwischenruf Poincares: Das geschieht alltäglich".

Ilav inirre ggeu Oie Qfu'onomtften,

Paris, 18. Januar. Der KaflationsgerichtS- hof hat dem Schwurgericht in Kolmar die Be­handlung des Falles des Dr. Roos entzo­gen, der im Autonomistenprozetz in Kolmar in Abwesenheit wegen angeblichen Komplotts ge­gen die Sicherheit des Staates verurteilt wor­den war. Aus Gründen deröffentlichen Si­cherheit" ist der Fall nach Besancon über- wiesen worden.

Strenge Ahndung Mussolinis.

Millionenschwindel mit seinem Namen.

Rom, 18. Januar. Im römischen Betrugspro- zetz gegen die beiden Hochstapler, die einen Mil lionenschwindrl unter Berufung auf eine angeb­liche Unterstützung Mussolinis inS Werk gesetzt hatten, wurde ein strenges Urteil gefällt. Der frühere Verwaltungsrats-Delegierte der Gesell­schaft Gramireia wurde zu 2% Jahren Zuchthaus der Kaufmann Sottile, der hauptsächlich mit der Unterstützung von höchster Stelle geprahlt hatte zu fünf Jahren Zuchthaus sowie hohen Geldstrafen verurteilt. Die Verurteilung erfolgte hauptsächlich wegen Beleidigung des Re­gierungschefs.

JkUdiunl wählen unter Mussonni

Rom, 18. Januar. Die Auflösung der Kam mer wurde heute vom Ministerrat genehmigt Die faschistischen Gewerkschaften und Körper­schaften müssen bis zum 17. Februar Kandida­ten aufftellen Ter Große Faschiftenrat wird die letzte Auswahl treffen. Für den 24. M ä r z sind die Wahlen anberaumt, und am 20. April wird die neue Kammer eröffnet.

London, 18. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Aus den sich zum Teil widersprechenden Nach­richten über die Lage in Afghanistan scheint sich folgendes Gesamtbild zu entwickeln: Jnayat Ullah, der sich am Montag zum König krönen ließ, hatselbstwiederabgedankt und soll sich bereits in seiner umzingelten Residenz erge­ben haben Amanullah hat sein Hauptquartier in Kandahar aufgeschlagen und hatte vor, auf Kabul zu marschieren. Dort herrscht noch Bag- Hais-Saku d. h. der Gobn des Wasserträgers. Amanullah habe nicht mit dem Flugzeug aus Ka­bul flüchten können, er sei vielmehr unter größ­ten Schwierigkeiten mit der Königin und der Königin Mutter in Verkleidung bei Nacht und Nebel entflohen. Ein Teil seiner Trup­pen halte sich noch in der Zitadelle und kämpfe dort auf Leben und Tod. Kabul selbst ist von den Rebellen besetzt, die durch die Straßen patrouillieren.

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Amanullahs Wagnis.

Ein zweiter Griff nach der Krone?

London, 18. Januar. (Eig. Drahtbericht.) Berichte aus Karachi bestätiaen, daß Amanullah in Kandahar bemüht ist, neue Truppenmassen gegen Kabul zusammenzubringen. Ein großer Bezirk von Kandahar soll hinter ihm stehen Die Abdankung seines Bruders habe ihn in seinem Entschlüsse, sich erneut zum recht­mäßigen Herrscher in Afghanistan pro­klamieren zu lassen, bestärkt. Dem in Kabul re­gierenden Banditenfübrer Bacha Dakar droht keine Gefahr von den Regierungstruppen. Da­gegen hat er sich nunmehr mit den Rebellen von Dscheballahabad auseinanderzusehen, die sich aus Kabul zu bewegen. Sie werden zweifellos ihren Anteil an dem Aufstand verlangen. Auf die Uneinigkeit im RebcAeniagee stützt Aman Ullah seine Hoffnungen.

nie Türkei in Afghanistan lldrisMssig

London, 18. Januar. ($ig Drahtberichi.) In Angora herrscht große Besorgnis über die Sicherheit der türkischen Militärkommission -n Afghanistan. Man nimmt an, daß die Kom­mission nach der Abdankung Aman Ullahs ver­suchen werde, das Land wieder zu verlas­sen. Die in der Türkei studierenden afghani- stanischen Mädchen wurden bisher nicht in die Heimat zurückberufen.

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Wo Tinian May noch herrscht.

ten Häuser geborgen. Der Gouverneur von Cu- mana soll sogar telegraphiert haben, daß sämt­liche Häuser der Stadt zerstört sind.

Gesperrte Heilsarmeegehälter

General Booths Antwort auf seine Absetzung.

London, 18. Januar. General Booth Hai die Nachricht von seiner Absetzung mit Ruhe

ausgenommen. Er soll seinem Bankier die Aus­zahlung von Schecks untersagt haben, die nicht in seinem Namen oder von bestimmten Vertretern unterzeichnet sind. Dadurch würde die gesamte Gehaltszahlung für die Offiziere der Heilsarmee sowie die sonstigen finanziellen Angelegenheit ins Stocken geraten und eine weitere Krise eintreten.

Neuklntkilung Chinas.

Sechs Bezirke für den Heeresabbau.

Schanghai, 18. Januar. (Funktelegramm.) Die Konferenz zur Verminderung der chinesischen Streitkräfte beschloß gestern abend, daß China in sechs Bezirke eingeteilt werden soll: Nanking, Lo- jang, Wuhan, Mulden, Peking und Südweft- china. Die Streitkräfte in ganz China sollen 65 Divisionen zu je 11000 Mann nicht überschreiten. Es wurde veranschlagt, daß diese Armee jährlich 192 Millionen Dollar kosten würde. Die militä­rischen Führer erklärten sich ferner mit der Ver­einheitlichung der Finanzverwaltung des Landes und Kontrolle der militärischen Ausgaben durch das Finanzministerium einverstanden.

Belina ft lU die grootmei k l»,

London, 18. Januar. Ein Korrespondent meldet aus Peking: Die Zentra'regierung be­schloß, in Zukunst Vereinbarungen zwischen den

Die Generäle unter Finanzkontrolle.

Provinzialbehörden und den Vertretern frem­der Mächte nicht mehr anzuerkennen. Alle Ver­handlungen müssen direkt mit der Zen­tralregierung geführt werden. Diese Ent­scheidung werde große Schwierigkeiten verur­sachen, da nunmehr auch die Frage akut werde, wie es mit der Autorität der Zentralregie­rung in den so gut wie unabhängigen Provinzen stehe.

ömi h wlv aSanfötrettor

Rewqork, 18. Januar. (Durch Funkspruch.) Der bisherige Gouverneur von Newyork und frühere Präsidentschaftskandidat Smith ist zum Direktor eines Neworker Bankhauses, dessen Präsident einer seiner Freunde ist, ernannt worden.

Dollar und Reparationen.

Washington gegen die Kommerzialisierung?

Paris, 18. Januar. Rach einer Meldung aus Washington würden Young und Morgan im Sachverständigenausschutz gegen den Versuch sein, die deutschen Reparationsbons zum Zwecke der Liqquidierung der deutsck>en Reparations- schuld auszugeben. Die amerikanische Regie­rung wünsche, daß der Sachverständigenaus- schutz seine Bemühungen darauf beschränke, den Gesamtbetrag der deutschen Schuld sow e den Zeitabschnitt, über den sich die Zahlungen erstrecken sollen, feflzusetzen. Der Ausschuß dürfte es deshalb vermeiden, den Plan der Ausgabe der ReparationSbons zu be­sprechen.

Rew Delphi, 18. Januar. (Pridaiteleqrrmm) Angesichts der Tatsache, daß die Königin S u- raya demnächst ein Kind erwartet, erregt es bei den Anhängern des Königs große Be­friedigung, daß sie mit König Aman Ullah in Kandahar in Sicherheit ist. Letzterer bat in Kandahar die königliche Flagge hissen lassen, womit er seine Herrschaft in diesem Teil seines Reiches ankündigt

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Ausrufung des Heiligen «rlegs?

London, 18. Januar. (Eig. Drahtbericht.) Indischen Kreisen erscheint eS sehr fraglich, ob es den Priestern in Afghanistan gelingen wird, weiterhin ihren Einfluß auf die Aufständifchen zu bewahren. Der Führer Bacha Sako, scheint sehr zweifelhafte Mittel angewandt zu haben, um sich an die Macht zu bringen, denn er hat die Truppen Aman Ullahs dadurch für sich gewonnen, daß er ihnen die Plünderung der Stadt Kabul versprach. Jetzt versuchen die Priester die Truppen dadurch abzulenken, daß sie mit dem Gedanken der Ausrufung eines Heiligen Krieges gegen die Ungläubigen spielen

Boliviens SeweyrNsten onartfatirn

Buenos Aires, 18 Januar. In Santa Fs wurden aus Veranlassung der argentinischen Re- gierung zweitausend Kisten mit Gewehren, die für die bolivianische Regierung bestimmt waren, festgehalten.

25 Opfer des Tropenbebens.

Eine Stadt Venezuelas zerstört?

Newyork, 18 Januar. Wie aus Carracas verlautet ist die venezulanische Hafenstadt Cuma na gestern früh von einem heftigen Erdbeben heimgesucht worden, das beträchtlichen Schaden anrichtete. Die Drahtverbindung mit Cumana ist unterbrochen. Die Erschütterungen sind auch in Carraras und anderen venezuelanischen Städten verspürt worden. Ein Hilfsdampfer wurde ab­gesandt.

Carracas, 18. Januar. Einem Blatt zufolge sind bei dem Erdbeben in Guntana 25 Personen umS Leben gekommen. Eine große Anzahl Ver­letzter wurde auS den Trümmern der eingestürz-

Linlabungen gehen heraus

Reparationstagung erst Mitte Februar.

Paris, 18- Januar. (Eig. Drahtbericht.) Wie verlautet, hat der Reparationsagent Par­ker Gilbert die Reparationskommiffion und die deutsche Regierung dahin verständigt, daß Oven Young und PierpoNt Morgan im Sachverstän- digrn-Ausschutz vertreten stich. Am nächsten Sonnabend 10 Uhr n7.d die Reparationskom- miffion gemeinsam mit der Reichsregierung die offizielle Einladung an die beiden amerikani­schen Sachverständigen abgehen lassen. Mit dem Zusammentritt des Sachverständigenausschusses ist nicht vor dem 9. Februar zu rechnen.

Die verratene Denkschrift.

Aufklärung dringend erforderlich.

Berlin, 18. Januar. Die Erklärungen, die der Herausgeber Steed, über die deutsche Panzer­kreuzerdenkschrift gegeben hat, haben in Berliner politischen Kreisen das größte Aufsehen erregt. Steed spielt auf die deutschen Parteiführer an, ohne direkt zu sagen, daß er von ihnen zu seiner Kenntnis gelangt ist. An sich ist natürlich theo­retisch auch die Möglichkeit gegeben, daß der eng­lische Spionagedienst in Deutschland seine Fangarme bis in die deutschen Ministerien aus streckt. So sehr man diesen Gedanken von vorn­herein alS unmöglich abweisen möchte, so gebie­tet doch die politische Vorsicht, bei der im Gange befindlichen Untersuchung alle Mittel auszu- fchöpfen. Selbstverständlich wird es kaum mög­lich sein, von heute auf morgen ein Ergebnis zu erzielen, aber im Interesse der deutschen Landes Verteidigung muß jeder Weg beschritten werden, um dieses Geschwür aufzustechen. Von Links wird bereits gegen Groeners Marinepolitik Stimmung gemacht. Die 25 Exemplare der Denk­schrift waren an die Mitglieder der Reichs- und Länderreg'erungen sowie an wenige Abgeordnete verteilt worden.

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3m 3?rnpifael der variier vrkfse

Paris, 10. Januar. Einige Blätter bringen die in London veröffentlichte Denkschrift Grö- nerS über den Panzerkreuzer A, um Deutsch

Von Dr. Paul Rohrbach.

Warschau bildet heute den Hauptpunkt sow- jetrusstscher Sorgen, und es wird alle Mühe dar­auf verwendet, die dortigen Pläne taktisch zu durchkreuzen. Die polnischen Vorbereitungen ge­gen Rußland richten sich immer bestimmter auf die Ukraine. Mit dem Stamm der nach Polen abgedrängien Offiziere des Ukrainer-Hetmans Petljura, den Moskau in Paris erschießen ließ, steht das polnische Armeeoberkommando in naher Verbindung, und in Moskau weiß man, daß neuerdings von polnischer Seite Schritte zu einer organisatorischen Zusammenfassung dieser ukrainisch-militärischen Elemente getan worden sind. Der Vorschlag der Sowjetregierung an Po­len, denKelloggpakt, zu dreien mit Litauen, vorweg zu unterzeichnen, kam aus der unmittel­baren Kenntnis dieser Vorbereitugnen. Es war ein ziemlich verzweifeltes Mittel, denn die Mög­lichkeiten, die Polen besaß, ihn unter dem Schein formellen Entgegenkommens sachlich zurückzuwei- fen, waren so naheliegend und konnten von der polnischen Diplomatie auch so geschickt ausge­nutzt werden, daß kaum ein Erfolg zu erwarten war. Polen wird sich auch nicht im geringsten daran hindern lassen, sein Vorbereitungen fori- zusetzen, denn es weiß, daß es Englands Wohl­wollen dabei hinter sich hat.

Inzwischen geht in Rußland der Krieg deS Dorfs gegen die Sowjets und der Sowjets ge­gen das Dorf weiter. Dorfbeamte, die der tont- munistischen Partei angehören und Sowjetbe­richterstatter im Dorf werden ermordet;reiche Bauern", sogenannte Kulaki, werden für Mord­taten an Sowjetbeamten zum Tode oder zu Zuchthaus verurteilt. Wenn ein Bauer sich sow- jetsreundlich zeigt, so wird ihm von den anderen sein Haus angezündet, seine Frau und seine Kinder werden mitverbrannt. Kommunisten, die nn Dorf übernachten, kommen in den Flammen des Hauses um, wo sie Quartier genommen ha­ben. Der Staatsanwalt des Moskauer Bezirks macht bekannt, Bauern, die kommunistische Wahl- kommissare angriffen oder behinderten, würden wegen gegenrevolutionärer Gesinnung zum Tode verurteilt werden. Und so fort! In der Ukraine ist die E r b i 11 e r u n g der B a u e r n gegen die Sowjetherrschaft durch den nationalen Selbstan- digkeitswiüen noch verschärft. Allerdings ist es fraglich, ob, wenn Kräfte derBefreiung" gerade von Polen aus einrüden, das Mißtrauen und die Abneigung gegen polnische Hilfe den polnischen Zielen in der bisherigen Sowjetukraine nicht hinderlich sein werden. Für die Haltung der Bauern nicht nur in der Ukraine, sondern auch im moskowitischen Rußland wird es übrigens von entscheidender Bedeutung sein, ob im Falle eines Krieges im Dorf eine Besorgnis wegen Rücknahme der Gutsländereien er­weckt werden kann, die sich die Bauern in der Revolution angeeignet haben. Durch solche Ope- rationen kann Moskau jedenfalls die bäuerlichen Reservisten zum Eintritt in die Rote Armee be­wegen. So wie die Stimmung jetzt an und für sich unter den Bauern ist, wäre eine Mobil- machung ein Experiment von sehr zweifelhaftem Ausgang ja sogar von unzweifelhaft negati­vem, wenn es sich um einen russischen Angriff nach irgend einer Seite handeln sollte. Allerdings verbieten das schon die ungünstige Finanz- und Wirtschaftslage und die Unfähigkeit der Sowjet- industrie, die militärische Ausrüstung sicher zu stellen.

Auf polnischer Seite übersteht matt diese Ver- hältnisse gut, und für den Ernst der polnischen Pläne ist es auch ein Beweis, daß ein Teil der von Amerika erhaltenen Anleihe als Kriegsre­servefonds zurückgelegt ist. Die Abrechnung mit Sowjelrutzland, das erhoffte Protektorat über die Ukraine, und die Eroberung eines weiteren Stücks von Weißrußland, bilden aber für die politisch führenden Elemente Polens nur ein Stück desgrotzpolnischen" Programms. In diesem steht gefühlsmäßig die Ausdehnung nach Osten nicht einmal an erster Stelle, sondern an erster steht ein überwältigender Hatz gegen Deutschlands. Schon die polnische Schuljugend wächst mit »hm auf; jeder Schüler lernt in der Schule Lieder, in denen Deutschland und das Deutschtum beschimpft werden. So ungeeignet auch Haßgefühle al« Ratgeber in wirtschaftlichen Fragen fein mögen, fo bestimmt mutz in Polen damit gerechnet werden, datz sie Einflutz auf Ver­handlungen mit Deutschland nehmen. Jeder pol­nische Politiker, einschließlich der Abgeordneten in Sejm und der Beamten in den Ministerien, hat in der Handelsvertraasfrage einen innerlich unverrückbaren Standpunkt, und der heißt: Wirk­liche Zugeständnisse auf polnifche Kosten darf und wird Deutschland nicht erhalten! Im privaten Kreise in Warschau kann man, wenn vom Han­delskrieg und Handelsvertrag die Rede ist, die polnische Antwort bören: Wir werden die Sieger bleiben, weil wir als Slaven zu hu n gern ver­st e h e n! Die Polen verlassen sich auf die Stärke