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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeituna Hessische Abendzeitung

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Lichtbliüe im Reparationsöunkel.

interessierten Staaten

möglich fei. Polen müßte sich

laaten unmittelbar tuen

flflge in der Nähe der Feftlandwste. Im Mai

Berlin, 11. Januar. Rach einer Blättermel-

Serbien getrennt ist, müßte Bundesstaat wer- hinsichtlich der Reparationsfrage eine realistisch?

den, und das frühere Südungarn würde wahr­scheinlich dasselbe verlangen. Damit wären

Frledensstcherung möglit daher zunächst diese Sti den, um ihre Auffaffung kennen zu lernen.

-r-r-

Der Sertdef-general als Reformator.

Der Außenminister drückt sich.

Belgrad. 11. Januar. Der König suchte ge siern nachmittag beit erkrankten Außenminister Marinkowitsch auf. Letzterer will sich zum Kur­gebrauch längere Zeit ins Ausland begeben. Der F nanzstaatssekretär wurde zur Disposi­tion gestellt.

Loudon, 11. Januar. General Zivkowltsch äu­ßerte sich zu einem Sonderberichterstatter in Bel­grad: Serbien werde zu einem patlamentnrifrfien Regime in dem Augenblick zurücklehren, wo feine besondere Aufgabe beendet sei. Es handle sich bei dem Shstemwechsel n l d) t um ein ständiges Regime des Absolutismus, um eine militärische Diktatur oder um Faschismus. Et habe niemals das geringste Interesse an Partei- nolitik genommen und könne daher vollkommen itnparteiisch der neutralen Reformre­gierung wirken.

Zeppelins Weltreisen 1929.

Bis zu den Küsten Asiens. Zweimal nach Amerika. Dann der große Weltrundflug.

StoiKfirn-Siflatur.

Wird König Alexander Serbien meistern?

Von Dr. Paul d«ohrbach.

Die Erklärung der königlichen Diktatur in Südslawien ist eine wichtige Tatsache, aber sie besagt noch nichts darüber, wie die sachliche Lö­sung des Konflikts, in Bezug auf die Forderun­gen der Kroaten, erfolgen soll. Der Nachfolger des verstorbenen Raditsch, Dr. Matschek, hat in seinen beiden Unterredungen mit dem König am 4. Januar den bestimmten Vorschlag einer bundesstaatlichen Umgestaltung des jugoslawi- scheu Staats gemacht, ohne schon eine völlige Personalunion zu fordern, da auch ihm die Staatseinhett höher stand. Das, worauf es den Kroaten vor allen Dingen ankommt, ist die U n a b h ä n g i k e i t der inneren Verwal- tung des Landes, die ausschließlich durch kroati­sche Beamte geführt werden soll, und die Be­freiung von ihrer finanziellen Ausbeutung zu­gunsten der alten serbischen Gebiete. Dieser un­terliegt nicht nur Kroatien rücksichtslos, sondern auch die übrigen neuen Reichsteile auf dem jenseitigen Ufer" der Save und der Donau ha­ben unter ihr zu leiden. Formell kann daher gesagt werden, daß die Erklärung der Diktatur im Einverständnis mit dem kroatischen Führer, ia gewiffermaßen auf seine Anregung, erfolgt ist Auf diesen Standpunkt hat sich, of-

Anlaß zur Revision des Prozesses gegeben? Ich bin nur verantwortlich für das, was ich tue, und ich handele nach meinem Gewis­sen. Ich werde immer mit allen Kräften meine Pflicht als alter Republikaner tun. Nach dieser Erklärung Poincares bereiteten die bürgerlichen Parteien, mit Ausnahme der Mehrheit der Ra- dikalcn, dem Ministerpräsidenten eine stürmi­sche Ovation. Der Abg. Leon Meyer be­endet seine Rede, indem er erklärt, Poincarö müsse klar zum Ausdruck bringen, m i t m e m e r regieren wolle. Wenn er mit allen Repu­blikanern aber nur mit diesen zusammen­arbeiten wolle, werde er gewählt werden.

Volksentscheid für Krieg?

Europa macht in Amerika Schule.

Washington, 11. Januar. (Funktelegramm.) Ter Republikaner Hamilton Fish brachte im Abgeordnetenhaus den Antrag auf Einführung des Volksentscheids im Falle eines A n - griffskriegs ein. Diese Forderung sei die logische Folge des KelloggpakteS. Die Vertei­digung der amerikanischen Politik, wie z. B. der Monroedoktrin, werde dadurch nicht berührt.

Schon halb gewonnen.

Wie PoinearL seine Gegner abschüttelt.

Paris, 11. Januar. Nachdem gestern bei den Interpellationen in der Kammer von links gegen Poinear« und das parlamentarische Regime schwere Vorwürfe erhoben worden waren, ent­gegnet Poinrarö, am ganzen Körper bebend' Habe ich nicht jüngst dem Sozialisten Renaudel versprochen, daß ich stets in der ersten Reihe der Verteidiger des parlamentarischen Regimes mar­schieren werde? War ich nicht Mitglied des Parlaments ,alS die parlamentarischen Jnstitn- tionen heftig angegriffen wurden? Auf wel­cher Seite stand ich damals? Habe ich nicht in der Dreyfus-Affäre daS berühmte Bordereau denunziert? Und hat mein Eingreifen nicht den

Kroatiens gesprengt: die Verfassung, die sieben volle Jahre das kratische Völk bedrückt habe, sei aufgehobenl Dann aber folgte in der Erklärung der eigentlich kritische Satz: Dank der Weisheit des Monarchen werde es gelingen,das Ide­al des kroatischen Volkes, Herr in seinem Hause, im freien Kroatien zu sein, zu erreichens"

Im gewissen Sinne besagen diese Worte daS. was mit der alten Redensart auSgedrückt ist: Und der König absolut, wenn er uns den Wil­len tut!" Der König müßte vor allem den Willen und die Kraft haben, den serbischen Uni­tariern zwei Dinge aufzuzwingen, nämlich er­stens den Verzicht auf die g r o tz s e r b i s ch e Idee, zweitens eine einschneidende Aenderung deS herrschenden Finanzsystems mit der Folge, daß die Bevorzugung der altserbischen Gebiete Bezug auf Steuern und Abgaben aufhört und die dortigen Leistungen verdoppelt werden. Die Finanzlage Jugoslaviens ist ohnehin schwierig, upb wenn jetzt die Mehrleistungen Kroatiens, womöglich auch die der übrigen neuen RetchS- teile, aufhören sollen, so wird sie noch viel schwie­riger sein. Jdealpolitisch. bis zu einem gewissen Grade aber auch praktisch, sind dergroßserbische" ynh dersüdslavische" Gedanke recht verschiedene Dinge. Die großserbischen Politiker vom Schlage des alten Paschitsch haben ihre Agitation gegen Oesterreich-Ungarn, die zur Ermordung Franz Ferdinands und damit zum Welt­kriege führte, immer unter der Parole betrieben, es gelte die Vereinigung des gesamten serbischen Volkes. Die Kroaten wurden dabei einfach als unerlöste" Angehörige des serbischen Volkstums bingestellt. Rein ethnologisch betrachtet sind sie allerdings Serben Ethnographisch und sprach­lich sind freilich auch die deutschen Schweizer ein Bestandteil des duetschen Volkstums. Geschicht­lich und politisch sind sie aber von diesem ge­trennt, und ihrem Bewußtsein nach wollen sie absolut nichtDeutsche" sein, sondern Schweizer Ebenso hat bei den Kroaten ihre jahrhunderte­lange Zugehörigkeit zum mitteleuropäischen Kul­turkreis und zur katholischen Kirche ein eigenes Volksgefühl, ein Gefühl der nationalen und kul­turellen Verschiedenheit von den Serben im al­ten Königreich, zu Wege gebracht. Die südsla- vische Idee, so wie sie schon vor einem halben Jahrhundert gepflegt tourte, war letzten Endes zwar auf eine politische Vereinigung aller Süd­slaven gerichtet, aber keineswegs auf eine Herr­schaft der Serben über die Kroaten. Der groß- serbische UnitariSmuS und als sein Ausdruck die van Raditsch und Matschek verfluchte Verfassung des Vidovdan (St. VeitStagl. tourte den Kroa­ten ohne sie eigentlich zu befragen, durch Pa- sSitsch über den Kopf gestülpt und bald nur noch mit Murren ertragen.

Eine sehr wichtige Frage ist jetzt die, ob Kö­nig A'erander fest genug auf dem Throne sitzt, um eine Entscheidung gegen die großserbischen Parteien, falls et ihr im Herzen ,uneigen sollte auch durchsiifnbren. Wenn Kroatien aus einem Bestandteil des ssidssavlschen Einheitsstaates ein Bundesstaat wird, so Würben auch Nord-Bos­nien und Nord-Dglmatien, die non Kroaten be- i-nftnt sind, dazu gehören müssen. Auch Slo- ve n i t n, das georgraphisch durch Kroatien von

schwerwiegende Folgen auch auf außenpoliti­schem Gebiet gegeben. In Frankreich, wo man dem König bei feinem neulichen Pariser Aufenthalt zur Nachgiebigkeit gegen bte Kroa­ten geraten hat, würde man durch eine vollstän­dige Föderativverfassung schwer betroffen fein, denn sie würde ohne Frage eine innere Sof­fer ung der gegenwärtigen Abhängigkeit der lugoflawischen Politik von Frankreich bedeuten Umgekehrt würden die Italiener eine solche Aenderung aus begreiflichen Gründen lebhaf' begrüßen. Alle diese Erwägungen venreinigen sich dahin der Erkläruna der königlichen Dikta­tur für die wirkliche Lösung der südslawischen Krisis nur einen vorbereitenden, sehr be­dingten Wen beizumessen.

Mehr Vernunft!

Mahnworte an Sie Reparationsrechner.

Paris, 11. Januar. (Eig. Drahtbericht) Wladimir d'Ormefson fordert im Petit Journal

Polen hält Moskau Bin.

Spiegelfechtereien um den Antikriegspakt. Erkundigungen zunächst bei den Alliierten und Nachbarstaaten.

düng wird das Luftschiff Graf Zeppelin Ende bis Juli folgen die beiden großen Amerikaflüge, Februar einen Mittelmeerflug mit Passagieren für die sowohl Fahrgäste wie Poft und Pakete über die Küsten von Europa, Afrika und Asien zugelaffen werden. Hieran dürfte sich der Welt- unternehmen. März und April folgen Ozean- rundflug über den fernen Osten anschlietzen.

Warschau, 11. Januar. (Eigene Drahtmel­dung.) In der gestern in Moskau überreichten Antwortnote auf den Vorschlag Litwinows er­klärt sich Polen zur sofortigen Inkraftsetzung des KelloggpakteS bereit, möchte jedoch Modifikatio­nen Vorschlägen. Des weiteren sei Polen ver pflichtet, sich zuerst mit den ursprünglichen Sig­natarmächten in Verbindung zu setzen, i m sich mit ihnen über die Frage der veränderten Art des Jnkraftsetzens zu verständigen. Es habe hiSher zwar noch k e i n e r der Unterzeichner und nicht einmal Amerika ratifiziert. Doch werde sich die Lage bald so klären, daß beide Teile eine mehr präzisierte Stellung

einnehmen könnten. Außerdem sei Polen e° staunt, daß die Sowjetunion mit ihrem Vor­schläge die Regierungen Finnlands, Estlands, Lettlands und Rumäniens übergangen hat, da­gegen sich an Litauen, das die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Polen ablehnt, gewandt hat. Solche Differenzierung erschwert die Situation umsomehr, da sowohl Rumänien wie die baltischen Staaten dem Kelloggpakt bei- trete« wollen. Polen habe immer die einheitliche Behandlung der

Sicherheit in Osteuropa durch alle daran

Politik. Er schreibt: Gewisse Franzosen, die Blitze schleudern, und denSkandal" des deut­schen Wohlstandes aufzeichnen, irren sich, wenn sie glauben, daß sie deshalb einen Cen­time mehr erhalten. Das Problem der sinan- ziellen Liquidierung des Krieges ist nicht ein Schwurgerichtsprozeß, in dem Rechtsanwälte plädieren, sondern eine geschäftliche An gelegenheit, und zwar eine besonders schwierige, deren Regelung den angesehenen Fachleuten zusteht, die von den verantwortlichen Regierungen damit beauftragt find. Laßt uns fe schreibt d'Ornesson, den abgeklärten Ton den objektiven Geist und die Kaltblütig feit bewundern, mit der Parker Gilbert diese Arbeit durchführt. Möge jeder sich bemühen sich davon beeindrucken zu lassen.

DasFamiliendrama in dertzeilsarmee

General Booth will nicht abdanken.Wer wird Führer?

man dramatrsche Zusammenstöße zwischen Ge- General« energischen Widerstand. Er hat be. neral Booth und der Deputation des Hohen reits seinen R e ch t s a n w a l 1 ersucht, dem Ho- Rates der Heilsarmee, sobald der General er-'hen Rat persönlich darüber Bericht zu erstatten.

fenbar aus taktischen Gründen, zunächst auch Matschek gestellt, indem er._fofort nach seiner j-üu&M «.uii AwS, rir Erklärung »si^ab, ? .. ........

durch den Entschluß des Königs seien die Fesseln Or nmwenotg tMuueu. ou w« n em« .

Beim Hocftadel.

In England geht et mit der Zelt.

3m Schatten des kranken SSniaS. Wie «an sich io oft die Seit vertrieb. Der Dollar tutet ben grobett Dalles ans. Familienbattbe mit bet Sanimanns- nnb Jndnitriemelt.

Die Saison an der Riviera in diesem Jahre Hai einen schlechten Start. Die Engländer feh­len, vor allem in Cannes, wo die Reichsten deS oritischen Hochasels ihre Villen Haden ober in

oiefen Wochen einige Zeit mit ihren schönen großen Dampfjach-en zu ankern pflegen, umkreist von nicht minder reichen englischen u. amerika­nischen Snobs und Inöbchen Grund: die schwe­re Krankheit des englischen Königs, deS Adels-Oberhaupts und ersten Gentleman deS Landes. In einer solchen Zeit amüsiert sich kein Engländer. Bisher bildete er mit der Kö­nigin den Mittelpunkt der von Anfang Mai an drei Monate dauernden Londoner Saison, die ihr Ende jeweils erst mit dem am letzten Julitage ftattfinbenben Rennen in Goodwood findet. Im Anschluß daran beginnen die Re­gatten in Cowes an denen der König als eige­ner Jachibesitzer teilnimmt. Danach setzt dann für den Teil der englischen Gesellschaft, der noch

reich genug ist, um dem Nichtstun

zu leben, der vorgeschriebene Rundlauf des Jahres ein: August Jagd aus Moorhühner, September Rebhuhn-, Oktober Fasanenjagd. Dazwischen flitzt man noch auf zwei Wochen an Sen Lido. Enoe Oktober beginnt das Jagd- reifen bei .«stckss» Hglau und.Hirsche ae« hetzt werden; mit oer getnelnja.nen L.er... zteyr man von Landsitz zu Landsitz. Milte Dezember fährt man zum Wintersport nach St. Moritze, vorausgesetzt, daß man nicht in Kanada zur Elchjagd oder in Indien zur Tigerjagd einge­laden ist. Anfang Januar aber geht es an die Riviera ober nach Aegypien und erst Mitte. April kehrt der reiche Engländer nach Londost^ zurück, um dort fein Hans für die Saison tri Ordnung zu bringen. Die Zahl der Menschen,' die in England sich in einem solchen geschäfigen Müßtgang Hingaben, war vor dem Kriege sehr, groß. Aber England ist durch den Krieg' ärmer und ernster geworden. Merry old England, das alte vergnügte England, existiert sicht mehr und o-- Kreis derjenigen, die das ganze Jahr dem Sport und dem Vergnüge« leben, ist klein geworden, ebenso klein wie die Zahl derjenigen, die sich noch neben einem gro­ßen Landsitz für die drei Monate der Saison ein HauS in London halten können. In den vor­nehmen Wohngegenden von London ist fast

jeoeS zweite HauS zu verkaufen.

Käufer sind meistens reiche Amerikaner, die es für schick halten, während der Saison ein großes Haus in London zu machen. So hat vor eini­gen Jahren der Herzog von Norfolk sein pracht­volles Palais der reichen amerikanischen San- kierswttwe Mrs. Smith aus Plttsburg über­lassen, die dort alljährlich eine große Reihe von eftlicbfetlen aibt. Das Btnvealied zwischen dem Königshause und der englischen Aristokratie sind die ihm verwandten herzoglichen Familien von Fife und Argyll. die gräflichen Familien, dar­unter die aus Deutschland stammenden fürstli­chen Häuser B a 11 e n b er g und Teck, die 1917 in die englische Aristokratie ausgenommen wor­den sind. Der verstorbene Admiral Prinz Lud­wig von Battenberg, der die Schwester des letz­ten Großherzogs von Hessen und der ermordeten russischen Zarin geheiratet batte, wurde Mar- gueß of Milford Haven. Seine Schwester ist bekanntlich die Königin von Spanien, leine Gemahlin eine Tochter des Earls of Lon- desborough. Die beiden Brüder der jetzigen Königin, Herzog Adolf und Fürst Alexander

Teck na*- x1 nU^inamen Cam­

bridge an. Der Sohn des verstorbenen Bat» 'enbergers hat eine Tochter deS in London le­benden Großfürsten Michael von Rußland auS feiner motganasifcben Ehe mit einer Gräfin Merenberg, geheiratet Ihre ältere Schwester ist die Gattin des Majors Wernber. Jn- baberS der großen Diamantenfirma Wernher, "leit u Cie. während ein Bruder de» Satten» ^ergerS bte einzige Enkelin und Erbin von Sir Ernest Cassel, dem großen au8 Köln stam- nenden Finanzier und Freund König EduartS v« Siebten, zur Frau aenommen hat. Man sieht enge verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Königshaus und Londoner City.

Aber nicht nur die englische KönigSsamilie bat bte gesellschaftliche Isolierung und verwandt­schaftliche Inzucht, in der viel kontinentale Herrscherhäuser vor dem Krieae lebten, ausgege­ben. auch die englische Aristokratie ist diese« Beispiel gefolgt Die alten Familien des San-