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Kasseler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 7

Mittwoch, S. Januar 1929

19. Iahraang

Einzelpreis; Wochentag 10 Pfennig.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig

Der Antiknegspakt setzt sich drüben durch

in

f

len zurückgelegt. Tie Maschine ist durchschnitt­lich in etwa viertausend Fuß Höhe geflogen. Sir erhielt insgesamt fünftausend Gallonen Benzin, zweihundert Galonen Oel und anderes. Die fünfköpfige Mannschaft spielte, wenn sie nicht am Steuer fast, Karten. Zuletzt hatte die Question Mark noch fünfzig Gallonen Benzin an Bord, die sie aber vor der Landung abwerfen mußte, als die Steuerbord-Motore aussetzten. Als die Landung vollzogen war, versagten die Motorc vollständig und aus dem Gehäuse der Maschine quoll Schmieröl. Der Backbordmotor begann schon vor der Landung zu versagen. Die Flie grr selbst waren in tadelloser Be.saffung, konn­ten aber infolge Taubheit zunächst Fragen nicht beantworten.

Der rrelloggpakt geht durch.

Mit einer Note über Amerikas Rechte.

Washington, 8. Januar. (Durch Funkspruch. Auf Grund eines Kompromisses erwartet man die Ratifizierung des KellogpakteS im Se­nat in den nächsten drei Tagen. Die Führer der Opposition wollen ihren Widerstand aufgeben, falls eine Rote der Senatslom- misflon über die Auslegung der Rechte der Vereinigten Staaten den Signatarmächtrn übermittelt wird.

Gewalt vorgeben werden. Auf jeden Fall wird läßt sich doch keineswegs übersehen, ob der man di« weitere Entwicklung In Südslawien Schritt deS Königs Alexander ein Schritt auf mit Aufmerksamkeit verfolgen müssen, der Bal- dem Wege zur Gesundung deS südslawischen kan ist nun einmal di« Wetterecke Euro» Staates ist, oder ob weitere Verwicklungen und paS und auch im gegenwärtigen Augenblick Komplikationen die Folge fein werden.

Buenos Aires, 8. Januar. (Funktelegramm. > Berichte aus Chile besagen, daß infolge eines Ausbruches des Vulkans Calbuco Panik ausge­brochen ist. Zahlreiche Verletzte und Obdachlose sind in Puerto Montt eingetroffen. Mehrere Personen sollen umgekommen sein. Der Vulkan bot einen phantastischen Anblick. Die Umgebung

war hell erleuchtet. Ein unterirdisches Getöse er­höhte den Schrecken der Bevölkerung. Auf dem Peshadofluß trieben eine Unmenge von Baum­stämmen und es stiegen aus ihnen mächtige Rauchwolken auf, die durch heiße Asche und bren­nende Bäume verursacht wurden. Die Verbin­dungen sind unterbrochen. Der Vulkan Puyehu ist ebenfalls tätig.

Das letzte Mittel.

Hält die Königs-Diktatur in Serbien?

wert sind. Wie Heldentum oft nur der tterische Drang nach vorwärts ist, die Unmöglichkeit, in einer schwer beschaffenen Stellung untätig zu verharren, wie Offensivgeist oft nur der Wunsch der zusammengedrängten Körper ist, sich im Lause zu entfalten und aus einem Schrecken ohne Ende ein Ende wenn auch mit Schrecken zu machen. Die Nerven regieren die Schlachten, nicht Strategie und Disziplin. Wenn man liest, von welchen Zufällen das Gelingen eines An­griffes oft abhing, dann versieht man nicht, datz es überhaupt siegreiche Offensiven gab. Oder man versteht eS nur, wenn man in Betracht zi ht daß auch auf Feindesfeile Menschen mit Nerven lagen. Renn erzählt von Helden und Feig­lingen, er erzählt, wie Mut nichts andere- ist als Selbstbetäubung, Gewohnheit. Wie die ausgepichtesten Feldsoldaten vor einer Granaten* erplosion Plötzlich zu zittern begannen und dann wieder im Trommelfeuer ohne Furcht mit tote« Nerven lagen. Aber Renn zerstört auch die Le* aende von der Unmenschlichkeit der Offiziere. Er berichte, von Führen, die mit ihren Mann­haften Freud und Leid teilten, ihnen den 'chweren Dienst vor dem Feinde so leicht alS möglich machten Und vor allem ist sein Buch

ein Hohelied der Kameradschaft.

Kein Krieg wäre möglich, würden Menschen nicht neben Menscken fein und sich gegenseitig helfen. Zwei Soldaten, die nach einem Trom­melfeuer auS dem Unterstand kriechen, eine Zi­garette rauchen, sich an dem warmen Strahl der Sonne freuen, von der Heimat plaudern und glücklich sind, weil sie ein bißchen ausschnaufen dürfen, das ist der Krieg, rührend, kindisch und schrecklich zugleich Er führt die Menschen auf das zurück, was sie wirklich sind, wenn man sie aus ihrem Milieu reißt, aus den Städten, Berufen, Intrigen des Lebens. Und er bringt sie wie Kinder auf einen gleichen Renner der Ängst und der Freude. Ein anderes Kriegs­lagebuch ist die Geschichte des unbekannten Musketiers Emil Schulz genannt .Schlump'. Dieses Büchlein errählt das Leben eines Soldaten unter den Franzosen hinter der Front. Schlump, der Mann aus dem Schützengraben wird nach und nach ein Krieg-- Verdiener, indem er einträgliche TranSattionen zu machen lernt. Schlumv steht nur die Rück- anficht des Krieges, die sich wie die Front ei­nes Geschäftshauses auSnimmt und so sehr zur

cs sich um Sicherheit, Abrüstung, oder Repara­tionen handelt. Auf FrSKlreich fällt immer die Verantwortlichkeit für die Durchführung eines Friedens, an dem sich die anderen Nationen immer mehr zu desinteressieren den Anschein geben. England fordert von Deutschland nur das, was es an Amerika bezahlen mutz, Frank reich fordert darüber hinaus grohe Dummen, um seine Reparationen zu bezahlen. Das deutsche Volk kann sich nicht enthalten, die eng­lische Haltung und die französische Haltung mit einander zu vergleichen.

* *

was Berlin wissen will.

Hoeschs Anfrage wegen ewiger Rheinkontrolle.

Paris, 8. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Nach der gestrigen Besprechung zwischen Briand und dem deutschen Botschafter von Hoesch glaubt ein Blatt zu wissen, datz in der Erörte­rung der Reparationssrqgen insbesondere die Organisatton des sogenannten Bersöh- nungs- und Feststellungsausschus- f e s eine Rolle gespielt hat, dem die Ueberwa- chung der entmilitarisierten Rhein­land z o n e übertragen werden soll.

Gin Reil treibt -en andern.

Amerikas Reparations- und Schuldentaktik.

Paris, 8. Januar (Eig. Drahtbericht.) Rach einem Gerücht aus Washington würde Amerika geneigt sein, an der Ausarbeitung de« Repa­rationsplanes mitzuarbeiten unter der Bedin- gung. daß das französisch-amerikanische Schul­denabkommen ratifiziert wird. Parker Gilbert werde nach den Besprechungen in Washington ein bestimmtes Bild davon haben, in welcher Höhe deutsche Obligationen in den Bereinigten Staaten untergebracht werden können, unter der Voraussetzung, datz das französisch-amerika­nisch« Schuldenabkommen von Frankreich ratifiziert werden würde.

Nachdem die ungeheuren Schwierigkeiten Südslawien auf normalem Wege nicht mehr zu überwinden waren, hat der König zum äußersten Mittel des Staatsstreichs gegriffen, hat die Ver- faffung aufgehoben, das Parlament aufgelöst und selbst alle Gewalt an sich gerissen. Man weiß, datz dieser Staat, den wir kurzerhand als Süd- slawien bezeichnen, offiziell die Bezeichnung trägtKönigreich der Serben, Kroaten und Slo-

Legende vom Krieg.

Soldateniagebücher aus den Schützengräben.

Gleich nach dem Kriegsende folgte a«f die vbrale eea der Heiligkeit des Krieges eine andere, ebenso nnobiektive, die in jedem Sol­daten eine« Rohling, in jedem Offizier einen Leuteschinder sehen wollte. Datz der Krieg ei« Erlebnis «ar. «en» auch ei« snrchtbareS, datz er einer Generation junger Mensche» der grobe Erzieher »ar, «nrde vergessen, als die Reaktio« ans das jahrelange Morden eiuletzte «ad jedes tendenziöse Erinnern an das Lebe« iw Felde verpönte. Nun aber, «ach zehn Jahre«, da die Epoche des Weltkrieges immer «ehr Geschichte geworden ist. «eben allmählich die Ebronitze« des Schützengrabens auf.

Hier handelt es sich um Männer, die sich nicht um die politische Seite des Krieges kümmern, sondern dem menschlichen Ereignis nachspüren, der Romantik einerseits, die der Krieg, das Le­ben in freier Natur dem Manne war, anderseit- aber den Idealen, zu deren Ueberprüsung und Revidierung nur das Leben angesichts des To­des geeignet war. In den letzten Monaten sind eine ganze Reihe von Fronttagebüchern einfacher Soldaten erschienen, von denen keines mehr Ver­herrlichung, aber auch keines eine blind« Ankla­ge gegen das Kriegserlebnis ift Einfache Men­schen suchen vielmehr den Sinn des Lebens und des Todes zu erforschen, suchen sich mit den Be­griffen Mitmensch, Vaterland und Gott ausein- attderzusetzen. Und so werden die Kriegstage­bücher zu 'erschütternden menschlichen Dokumen­ten, die der Jugend mehr über Krieg und Sol­datentum sagen als politische Dokumente, als pazifistisch« Manifeste. In dem BuchKrieg" von Ludwig Renn schildert einer der Tap­fersten, was er erlebt hat, schlicht einfach, ohne Phrase. Em Mann, der Wochen- und monate­lang int schwersten Feuer lag, der hunderte le* bensgefährliche Patrouillengänge, Sturmangrif­fe mitmachte, der schließlich zum Vizefeldwebel befördert wurde, spricht über das wahre Wesen des Frontlebens, wie es sich in Sehnsucht nach der Heimat charakterisiert, in immer engerem Zusammen rücken der Kameraden, im Hunger- leiden, tausend Hoffnungen und ebensoviel Ent­täuschungen. Ein Leben auf den Nullpunkt des Vegetierens zurückgeführt, da man froh und mfrieden ist. fein Essen und feine Schlafstelle zu haben. Es erfchütterl, bei Renn zu lefen,

wie wenig die Ideale im Kriege

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Vanrk im Feuerregm.

Vulkan-Ausbruch in Chile. Tote und Verletzte. Der dampfende Flutz.

tognen" und man weiß weiter, daß es nicht ge­lungen ist, dies Königreich in den zehn Jahren feit seiner Gründung so zu gestalten, wie es diese offizielle Bezeichnung besagt, daß nämlich die drei großen Gruppen gleichgeordnet nebeneinan­der stehen. Die Kroaten haben mancherlei Anlaß zu Klagen gehabt, sie haben sich besonders benachteiligt gefühlt durch die zu starke Steuer­belastung zum Vorteil der serbischen Landesteile, durch ihre zu geringe Beteiligung in der Verwal­tung und sie, die an eine geordnete Verwaltung gewohnt waren, haben immer wieder lebhaft Klage geführt über die Korruption, die im Verwaltungsapparat des neuen Königreichs nicht zu beseitigen war. Mit erschreckender Deutlich­keit wurde bei der Ermordung ihres Führers R a d i t s ch und bei den blutigen Straßenkrawal- len in Agram erkenntlich, wie groß die Gegensätze zwischen Kroaten und Serben sind. Alle Ver­suche, diese Gegensätze zu überbrücken, blieben erfolglos, zumal die Kroaten wiederholt erklär­ten, daß sie nicht daran dächten, sich an dem Bel­grader Parlament zu beteiligen. Auch bei der letzten Kabinettskrise nach dem Rücktritt des Ka­binetts Korosetsch betonten die Kroaten, datz sie die Beilegung dieser Kabinettskrise nicht inter­essiere, datz es für sie vielmehr darauf ankomme, wie die S t a a t s k r i s e, denn um eine solche und nicht um eine Kabinettskrise handle e8 sich, beigelegt würde.

Man weiß, daß die Kroaten Forderungen auf einen weitgehenden Umbau des Königreichs er­hoben, daß sie verschiedentlich betonten, tote sie nur die Grenzen und den König gemeinsam mit den Serben zu haben wünschten, sonst aber freie Herren in ihrem Lande sein müßten. So ist von kroatischer Seite immer wieder die Wie­derherstellung der staatlichen Selbständigkeit Kroatiens im Rahmen eines südslawischen Bun­desstaates gefordert worden und wenn auch der bei weitem größte Teil der Serben diese Forde­rung ablehnte, so hat es doch auch in Belgrad nicht ganz an einsichtigen Politikern gefehlt, die solchen Forderungen Verständnis entgegenbrach­ten. So hat der angesehene Belgrader Staats­rechtslehrer Arandjelotoitsch diesen Neuaufbau Südslawiens gefordert mit dem Bemerken, daß, wenn ein Rock falsch zugeknöpft sei, er eben auf­geknöpft werden müsse. Die große Frage ist nun, ob der König entschlossen ist, diesen falsch zuge­knöpften Rock aufzuknöpfen. Gewiß ist die alte Verfassung außer Kraft gesetzt worden, was in Kroatien dem König begeisterte Zustimmung eingetragen hat, da man jetzt eine rasche Lösung der Staatskrise erwartet. Wenn man aber auch gleichzeitig dem König in Belgrad ebenso begei­stert zustimmte, so gibt das schon Anlaß, die Dinge doch mit einiger Vorsicht zu betrachten.

Es scheint, als ob man zunächst überall den Entschluß des Königs so auslegt, wie eS jedem Betrachter paßt. Gewiß kann der König über die kroatischen Forderungen nicht im Unklaren sein, hat er doch kurz vor dem Staatsstreich zwei kroatische Führer empfangen und mit ihnen die Lag« durchgesprochen. Wenn nun der Kroatenführer Maische! sich gleichfalls goldene Berge von der Militärdiktatur verspricht, so muß natürlich erst die Zeit lehren, wie weit diese Herzensgemeinschast zwischen Bel­grad-Agram geht. Im Augenblick ist eS autzer- ordentlich schwierig, sich über die weiteren Ab­sichten des Königs und seines Generalskabinetts Klarheit zu verschaffen, zumal in Südfiavien die Pressefreiheit aufgehoben ist und auch die in das Ausland gehenden Meldungen offenbar einer strengen Zensur unterworfen werden. Aus dem ziemlich laugen Manifest deS Königs kann man nur den Schluß ziehen, daß König Alexander die Absicht hat, wahr­scheinlich unter Oktroyierung einer neuen Verfassung zum parlamentarischen System zurückzukehren, sobald die Einheit des Staates wieder gewährleistet erscheint. Anderer- seits wirkt natürlich das Kürassierstiefel-Regi­ment deS königlichen Gardekommandanten außerordentlich bedenklich. Möglich, dass da­durch der König sich Garantten dafür zu schaf­fen wünscht, datz die Generalität und daS Heer als Hauptstützen hinter der Neu­ordnung stehen .doch liegt auch die Gefahr nahe, daß gerade die SHIPM gegen alle Versuche «inersöderalistischen Lockerung wenn nöttg mit

Zeder Iauerflug-Rekord geschlagen

Die Amerikaner nach über 150 Flugstunden gelandet.

ir düngen Frankreichs Kolonien

Auf unserem Reparationsfchweitz sollen ihre Kolonien erblühen.

Los Angeles, 8. Januar. Rach lövftündigem Dauerslug wurde der Eindecker Question Mark um 2,12 Ühr nachmittags zur Landung gezwun­gen, nachdem die Besatzung schon um 1,26 Uhr eine Störung des linken Motors gemeldet hatte.

Los Angeles, 8. Januar. Die Landung des Rekordflugzeuges erfolgte glatt auf dem Metro­politan Flugfeld. Der linke Seitenmotor hatte um 2,07 Uhr ausgesetzt. Die Gesamtflugzeit be­trägt 150 Stunden 45 Minuten.

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Die höchste Zeit zur Landung.

Wie fie sich die Zett vertrieben. Im Motoren donner taub geworden.

Rewyork, 8. Januar. (Funkdienst.) Die Que­stion Mark hat bei ihrem Relordflug 12 000 Mei-

Paris, 8. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Uebrr die deutschen Sachlieferungen, die vom französischen Mutterlande nicht mehr ausgenom­men werden können, äußerte sich Kolonialmini­ster Maginot in einem Interview: Gegenwärtig würden in den Kolonien Riesenprogramme aus­gearbeitet: Für Jndochiua, Madagaskar und Westafrika beliefen sich die französischen Projekte auf über drei Milliarden Francs. Die Kolonien erhielten die deutschen Sachlieferungen in Form langfristiger Darlehen zu niedrigem Zins­satz. Die günstigen Bedingungen seien: Rückzah­lung in vierzig Jahren und drei Prozent Ver­zinsung.

* * * poinearös Stunde gekommen.

Er will uns für Frankreichs Schulden haftbar machen.

Paris, 8. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Ein Blatt äußert sich zur heutigen Eröffnung des Parlaments: Poincars ist der Ansicht, datz noch gewisse positive Aufgaben gelöst werden müssen, so die endgültige Reparations- und Schulden-Re- gelung, sowie die Nutzbarmachung der natürli­chen Reichtümer Frankreichs und seiner Kolo­nien. Die Stunde für die Inangriffnahme gro­sser Arbeiten auf diesem Gebiet ist gekommen. Finanzminister Chiron und Kolonialminister Maginot werden die Ausnutzung der deutschen Sachlieferungen erleichtern.

Wir wollen ehrlich zahlen.

Bernhards Mahnwort an die Aussauger.

Paris, 8. Jan. (Eig. Drahtbericht.) Der Ex- celstor veröffentlicht Erklärungen des Abg. Georg Bernhard. Es heisst darin: die deutsch­französischen Beziehungen könnten und müßten besser sein. Die Aufrechterhaltung der Rhein­landbesetzung war eine große Enttäu­schung für uns, die Veröffentlichung des Be­richtes von Parker Gilbert war eine weitere. Der Generalagent betont, daß Deutschland in der Lage ist, die hohe 2y2 Milliarden Annui­tät des Dawesplanes zu bezahlen, bevor noch die Summe mehr als einmal gezahlt wurden ist; denn die letzte Bezahlung betrug nur Wa Mil­liarden. Diesen Optimismus wird die Zukunft vielleicht nicht bestätigen. Wenn wir die Ab­sicht hätten, nicht zu bezahlen, dann könnte es uns ja gleichgültig sein, ob man von uns etwas mehr oder etwas weniger fordert.

Gerade, weil Deutschland loyal bezahlen will, verlangt es eine seiner wirklichen Zahlungs­fähigkeit angepaßte Last, gleichviel, ob