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Kasseler Neueste Nachnchtm

Kasseler Abendzeitung

Aesstfche Abendzeitung

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Nummer 5

Sonntag, 6. Januar 1929

19. Jahrgang

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig

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Stimmen bet Vernunft auch bei ben anbeni

Paris, 5. Januar. (Eigene Drahtmeldung > dieser Grundlage zu zahlen, bedeutet Ein Berliner Korrrspondenl Hal von einer hoch Vernichtung der Arbeiter und kle

das die

kleinen Leute.

Undank am Wohltäter

stehenden deutschen Persönlichkeit erfahren, daß Deutschland nur ein solches Reparations Abkom­men unterschreiben werde, dessen Ausführung ihm mit seiner wirtschaftlichen Krast vereinbar

zweifellos als Geisteskranker anzusprechen ist da er vor nicht langer Zeit in einer Heilanstalt untergebracht war und neuer dings wieder unter Verfolgungswahn litt. Es scheint, als ob er in Dr. Nngrr denjeni gen gesehen habe, der ihn verfolgen würde, so

sophischen Gesellschaft Dr. Karl Unger-Dtuttgarl alS er den Vortragssaal betrat von einem Gei- ieSkranken durch drei Schüsse niederge­streckt und auf der Stelle getötet. Der Täter wurde verhaftet

Nürnberg, 5 Januar Zu der Erntordung Dr. UngerS erfahren wir noch folgende Einzel­heiten: An der Türschwelle trat ein Mann von rückwärts auf Dr. Unger zu und feuerte ohne, daß irgend ein Wort fiel, drei Schüsse auf ihn ab Unger wurde in den Kopf und Rücken ge troffen Der Schwerverletzte sank lautlos zu Bo den. Wenige Minuten nach der Tat verschied et Der Täter wurde von den erregten Besuchern festgenommen und leistete keinerlei Widerstand ES ist der 56jährige Mechaniker Wilhelm Krle­ge r. Nürnberg, der mit Dr. Unger schon feil Jahren bekannt und

auS tragbar binsteüte und Potneare und seiner unersättlichen Setzprefle die schärfste Waffe >n die Hände spielte Damit hat der letzte Akt der deutschen TchicksalStragödie begonnen. Gelingt eS nicht, das neue Dersklavungsfoch abzuschii'- teln. dann gibt es für die drückenden Lebens und Lohnverbältnisse der Arbeiter. Angestellten Rentner Kriegsopfer und kleinen Beamten keine AuSstcht aus Besserung, von den am här» testen betroffenen Arbeitslosen ganz zu schwei­gen. Dann versinken Handel. Industrie. Staa- und Gemeinden tiefer und tiefet im Brei der Dollarschulden. Dann hat der Totenaräbe- Europas. Poineare. zehn Jabre nach Kriegs ende und Friedensschluss fein Endziel Deutsch land die Gurael abtudreben. doch noch erreich' Dann sind Abstriche von diesen furchtbaren KriegStributen für alle Ewigkeit ausgeschlossen weil sie in den Kapitalmarkt der Welt ver­flochten. d b kommerzialisiert werden

Tatsache ist dass zur Stunde die deutschen Re- parationSakUen trostlos sieben, da man Deutsch­lands energischen Widerstand gegen wahnwitzige Forderungen natürlich seinem .chlechten Willen aufs Konto setzen wird. Hat eS z B. dock selbst in Amerika nichts verscklaaen. dass doS Gutachten deS amerikanischen HandelSbevollmäcktiaten in Berlin den Bericht Barker Gilberts beinahe Lügen strafte Wortlos und achtel,ucken» geht sowohl die Dollar- wie die Ententenresse die a'«f Gilberts fetten Bissen wie ein Fifck an' den Regenwurm bist an der bedenklichen Klar stessuna deS Wandels frachmannes vorüber, dass Deutschlands Wirttckaftsdevression noch Imme* ernst und dass e? sehr sraolich sei. ob daS Lau» in schleckten Zet'-m die Tribute weiter zahlen - könne, ohne in Sckwieriakeit-n zu geraten .die

erscheint. Falls der Abstand zwischen den An­sichten zu groß sei, um freundschaftlich überbrück! zu werden, würde Deutschland seine Unterschrifi verweigern. Dann würde man zu dem durch den Dawrsplan geschaffenen Zustand zurückkom men. Der Korrespondent bestätigt, daß dir deutsche Regierung die dauernde Durchführung der Dawes-Lieferungen nicht als möglich an sehe und eS ablrhnen werde. Verpflichtungen nachzukommen, die von ihr für undurchführbar gehalten würden.

*

Zwei weiße Raben.

Pariser Blätter werden Deutschland gerecht.

Paris, 5. Januar. (Eigene Drahtmeldung.» Im Gegensatz zur Allgemeinheit der Pariser Presse schreibt ein radikal-sozialistisches Blatt, man bediene sich des Gilbertberichtes, um die nationalistische Campagne wieder zu beginnen, die darauf abziele, den Auftrag der Sachtvcrständigrn zu beschränken und ei-n ernstes Studium giLpar»tt0>iss»»i« zu vthfs.i-etn Bevor man wisse, wieviel das Deutsche Reich an die Reparalionskafle zahlen könne, müsste man fragen, was es lutrai seinen Welthandel gewinnen könne. Parker Gilbert habe an­gedeutet, die Handelsbilanz des Reiches werde allmählich in G l e ich g e w i ch t kommen. Hier­aus ergebe sich die Feststellung, dass Deutschland keine Uebersckiiffe erziele. Wie sollte es dann aber seine Gläubiger bezahlen können. Auch ein anderes Sozialistcnblatt betont: Um seine Verpflichtungen auszuführen, hat Deutsch­land Anleihen aufnehmen müssen. Wenn man von Deutschland verlangt, die Reparationen auf

Ernste Zeichen.

Auch am Rhein schlechtere Wirtschaftslage.

Düsseldorf, 5. Januar (Privattelegramm. > Das Arbeitsamt Rheinland berichtet: Am 1. Ja- nuar betrug die Zahl der Unterstützungsempfän­ger 212 000 gegenüber 151 000 im Vorjahre. In der Hauptsache ist die Zunahme der Arbeitslosig­keit auf die nachlassende Konjunktur und auch die Nachwirkungen des Arbeitskampfes in der Eisen- und Stahlindustrie zurückzuführen

ir unterschreiben diesmal nicht

... wenn die Entente auf unmöglichen Rcparationsopfern besteht.

reu Ausweispapiere besaß, Nachtquartier und Bettelbrot verweigert, sodaß der Umgelriebene schließlich buchstäblich hinter dem Zaun umkam Zweifellos liegen hier Mängel und Lücken der Hilfs- und WohlfahrtSorganisationen vor. (dir stck bekanntlich noch nickt auf das flache Land erstrecken), die auch die Allgemeinheit für dieses Opfer der Not verantwortlick ma­cken. Denn es dürfte heute nicht mehr möglich sein, daß ein vom Schicksal Verfolgter mitten unter uns sozusagen vor unseren Augen ver­kommt und zu Grunde geht.

Die schwerste Sckuld am Niedergang unseres Wirtschaftslebens mit allen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit. Teuerung usw trifft allerdings daS Aussaug ungsfystem unserer Krieas- gläubiaer. die sich fetzt anschicken, unter dem 24 Milliardenopser jährlich auch die nächsten deutschen Generationen körperlich und seelisch dahinsiecken zu lassen Wir baben hier kürzlich die Henkersdienste des ReparationSagen- ten Parker Gilbert für die Enteniedefpoten ge­bührend aekennzeicknet. der die Riesenbürde sin Deutschlands aufblühende Wirtschaft alS purck-

Blatt veranlaßt, dringlich den Ruf nach einer f e- steren Reparationsregierung zu er­heben. Man warnt mit Recht vor der Gefahr einer von starkem Vertrauen getragenen Poin arkfront (dass der verschlagene Rons das aus reregte und führerlose Häuflein auch seiner Ami- voden mii dem Blick des HvvnotlfeurS an "ch ketten wird, gilt heule schon alS sicher' -inen bruchigen und in sich zerfallenen deutschen

konnte. Amanullah hatte vielleicht keinen schö­neren. wohl aber einen besseren Auftritt. Er durste im weiten Kreise einer intrigendurchglüh- ten Haremsfamilie frühzeitig die Ellenbogen ge­brauten. und am Anfang seines Königtums stand ein bischen Mord und Totschlag. So etwas ist nicht für empfindsame Herzen, und der zweite Joseph hätte es nie getan. Oer in der Politik spielt es die Rolle einer Rakete, die, einmal entzündet, nur ein Vorwärts nie ein Zurück kennt Von nun an wird das Schicksal de» beiden durchaus ähnlich. Amanullah« äusse­rer Kampf gilt den englischen Interessen. Joseph chlägt sich mit den bösen Preußen und ihrem Anhang herum. In Wien aber unternimmt et eine furchtbar revolutionäre Handlung, vermei­det es dem ihn besuchenden Pabst die Hand zu küssen - und schüttelt ihm freundschaftlich die Rechte Eine furchtbare Ketzerei! Ein Vorstoß gegen die AnschauungSwelt seiner Umgebung und der von seiner Mutter eingesetzten Ratgeber. Und war tut Amanullah? Er schasst den Schleier ab. er

Die Front -er an-ern.

Reparationstagung verschoben?

London, 5. Januar (Eigene Drahtmeldung. > Die Alliierten wollen die Ernennung der Repa­rations Sachverständigen der RrparationSkom- Mission Überlassen Letztere habe jedoch keine bin­dende Entscheidung für die zukünftigen Ergeb­nisse der Sachverständigenkommisfion zu treffen. Die Art und Weise der amerikanischen Sachvrr ständigen wird sich in einigen Tagen entscheiden Englands Sachverständige wollen einen Unter­schied machen zwischen der deutschen Leistungs­fähigkeit, die notwendige Summe für die Repa Honen in Mark vorzusehen und der Möglichkeit, diese an andere Länder zu Überweisen, sobald der Transferschutz gefallen fei. Immerhin habe Gilbert das Vorhandensein ernster Schwie- rigkeiten nicht nachweisen können.

Paris, 5. Januar (Eigene Draihmeldung > Ein Blatt will wissen, der Bericht Parker Gil­berts und der dadurch in Deutschland hervorge rufene Eindruck würden die Folge haben, dass der Zusammentritt deS Reparations-Ausschusses für die BeparationSregelung sich verzögern wecke Der 28. Januar als Termin sei nur provisorisch

Eine Bluttat im Verfolgungswahn

Der Geisteskranke erschießt den Antropo sophenführer vor dem BortragSsaal.

Nürnberg, 5. Januar. Gestern abend kurz! daß er dessen Vortrag zu der entsetzliche« Tal nach 8 Uhr wurde der Vorsitzende der antropo- benutzte.

begnügt sich mit einer Frau, er lebt justament so. wie eS die Geistlichkeit sei­nes Lande» jahrhundertelang als die verwerf« tchste Art zu leben hingestellt hat. Joseph nimmt nck jum Entsetzen seiner Ratgeber ausgerechnet den Preutzenköntg Friedrich zum Vorbild, den- elben Friedrich, den seine Mutter, den sogar er elbst kriegerisch bekämpft hat. Und fein Schick­salsgenosse Amanullah fckämt sich nicht, die Weishett feiner Reformpläne von jenen .Frem- den zu holen, von denen erwiesenermassen alle» Nebel kommt. Die Reaktion ist hier tote fort die gleiche: In Afghanistan empören sich die geistlichen Würdenträger, die Inhaber uralter Privilegien die Banditenführer. die Scheich-, die Herren auf dem Lande. Im alten Oesterreich >te hohe Beamtenschaft, die Großarundbesitzer, die Geistlichkeit. Und mit ihnen, irregeleitet, un­ter dem unerträglichen Druck der

Machthaber stehend .. das Volk.

In Oesterreich dasselbe Volk, dem die Reformen des Königs Freiheit und Wohlstand bringen sol­len... lieber Joseph« geschichtliche Rolle sind sich die Historiker einig: Er kam zu früh. Von

Auch zwei Frauen verletzt.

Nürnberg, 5. Januar. Zu dem blutigen Drama wird noch weiter bekannt: Als um 549 Uhr alles auf den Beginn des Vortrags wartete krachten plötzlich vor dem Saaleingang drei oder vier Schüsse. Der Anwesenden bemächtigte sich eine ungeheureErregung, doch gelang cs besonnenen Männern bald, die Leute zu beruhi­gen. Der Vorstand der Anthroposophen teilte mit, daß ein geisteskranker Mensch namcnS Krie ger, den die Gesellschaft schon seit dreißig Jahren kenne und der von den Mitgliedern nur Wohl taten genossen habe, Dr Unger sehr schwer ver letzt habe. Man brachte Dr Unger, der bewußt los inmitten einer großen Blutlache zusammen gebrochen war. in den Lehrsaal und legte ihn dort nieder, wo er hatte sprechen sollen Balv daraus starb der verletzte. Eine Frau kam mit einer Verletzung am Fuße in den Saal, wo man sie verband Auch eine andere Frau soll an der Hand verletz» worden fein. Der Täter wurde fofort der Polizei übergeben.

Der Snbkampf.

Schafft Poincar« die Große Koalition?

Längst ist der lärmende, lebens- und glückr- hungrige Freudenrausch der Silvesternacht, in der zugleich Prinz Karneval den Rarrenthron bestieg, dem ehern-strengen Rhythmus der Ar­beit und 'UL:ngspslicklen gewichen Und nur das blutjunge Sportvölkchen barf noch ferien» winterselig durch die weißen Bergparadiese aus Brettern und Kufen schweifen, oder aus knir­schendem Stahl sich über Eisspiegeln wiege» «he es wieder mit heißen Köpfen über den Hie­roglyphen tiefer und flacher Menschen- und Schulweisheit büffelt. Freilich schleppe» wir ins neue Jahr, tote an dieser Stelle schon in den Jahresbilanzen angebeuiet, außer den Zentner­lasten sozialer und Wirtschaflsnöte, außer ver bitteren, unverschuldeten Armut breiter Massen auch das Leidensbündel der Gnvpeseuche hin­über. die schon ganze Dörfer im Spreewald be fallen, Todesopfer gefordert und sich auch >n Berliner Familie« stark eingenistet hat, wäh­rend wir die täglichen SckreckenSzahlen ans 11 S. A. nur mit gelindem Gruseln vernehmen können. Jedenfalls sind bei uns alle Maßre­gel» getroffen, um eine ähnliche Heimsuckunz ober Katastrophe, wie die in Kriegszeiten unse­ligen Angedenkens von unseren Schwellen fern« zuhalten. Grausiger noch war das Neujahrsge­leit der 7 Berliner Schächer, die ihrem Marty rium am Marterholz seelischen und materiellen Elends durch eigene Hand ein Ende machten Und einen von Gott und der Welt Vergessenen

Verlaneaen jany man von Hunger uni» Ericköpsung entseelt auf der Landstraße vor den Toren des Sündenbabels Berlin. Tie graue Perücke in seiner Rocktasche war das einzige Erkennungszeichen, das Aufschluß iibei diese Bajazzo-Tragödie gab: Die miß trauischen Dorfbewohner hatten dem entlasse- nen. miiiellosen ZIrkusklown, der keine weite-

Der 3eH voraus.

Das Schicksal aufgeklärter Könige.

Joicvb II. von Oesterreich bat tuu »er sei­nem Tode fast alle Reformen. in denen fein Le­benswerk a hi feite, widerrufen müllen. Amauttl» lob non «fgbottiftott. der jetzt an! Kosten seiner Reiormvläue Stieben schließt, bat es zwar bes­ser : Er ist jung. er kann warten, er wirb mit der Zeit attch leine Mttllabs unierkriegen. Aber ichott jetzt bat auch er viele Reformen riick- aanoia gemocht, so die Schliebnug der Mäbcheu- schttle lu Kabul, die Wiedereiufübruug des irret« «ogs als amtlichen Labbai und die Schoiiuu, eines Rates, in dem Mullahs, der Erbadel ««» di» Hoavter der Stämme Sitz baden sollen-

Hier rote dort ist eS immer das gleiche Schick­sal. das den aufgeklärten Herrschern dieser Welt zuteil wurde Könige mit fortschrittlichen Ideen scheinen unerwünscht zu sein. Joseph hätte als Hüter der habsburgischen Hausmachtpolitik ein ruhigeres Leben gehabt. Und ein Amanullah im Taufendundelnenacht-Sttl mit r-zig Frauen im Harem hätte cs besser gehabt als der Mann im Gut, der mit einer einzigen unverschleierten Gat­tin durch Europa reifte... Die Habsburger kom­men nur noch im Film vor, und Amanullah lebt nur räumlich fo fern wie Joseph II. zeitlich. Af­ghanistan, das ist ein unendlich ferner Begriff; etwas Halbwirkliches. Man mutz schon weiter ausholen und englisch-russische Gegensätze erfor­schen wollen, wenn man gewiss» ist, daS, was in Afghanistan vor sich geht, «IS Politik im alltäg. licheu Sinne zu betrachten. Für den gewöhnli­chen Sterblichen. der in Tatsachen denkt, sind c» kleine Geschichte« aus dem Leben eines Königs. Und so kann man nicht als Sonntagspolitiker verschrien werden, wenn man daran geht. Joseph den zweiten mit dem ach so entlegenen Amanul- lah zu vergleichen. Sic sind beide zeitlose Er­scheinungen, und es ist kaum mehr als ein Zu­fall, wenn der eine im 18., der andere im 20. Jahrhundert, der eine im nahen Wien, der an« bere im fernen Kabul bas gleiche Schicksal er« lebt. Joseph hat schon von Anbeginn Pech ge« habt Als Kaiser des heiligen römischen Reiches stand Joseph unter der Fuchtel feiner großen Mutter, einer würdigen Matrone, deren Leistun« gen geschichtlich anerkannt sind, der aber niemand das Prädikat »fortschrittlich* zubilligen konnte. Und als sie starb und dem Kaiser nun auch neben dem schönen Titel die tatsächliche Macht in de« habsburgischen Landen überließ, hatte sie dafür gesorgt, daß ein Stab sorgsam erprobter Mitar­beiter mit ArguSaugen die

Schritte deS Söhnchens überwachen

des Seinedikiaiors getaBei stehen kann. Wir haben diesen Appell hier schon angesichts der 'bringenden Gesetzesvorlagen und der kritische» Finanz- und Wirtschaftslage überhaupt wieder- dolt verlockten Der gigantische Enbkampt um Reparation und Räumung, der die Parteien von rechts nach links geeint sieht, wie fett Iah ren nicht mehr, sollte mich die RegiernnaS-Not- aemeinsckaft auf Gedeih und Verderb nifam- nenfitten. denn es könnte sich leicht daS Wor» »es Prälaten KaaS bewahrheiten, dass ein klare» und entschiedueS Nein besser am Platze ist als ein falsches und unerfüllbares Ja. F. R.

Opfer von Nttidchenhänblem?

Fünfzehn junge Mädchen in Warschau vermißt.

Warschau, S. Januar. (Eigene Drahtmeld.) Ivon dreizehn biS sechzehn Fabre« hmrfna *»r. «aut Pressenotiz sind in Warschau i« den letzten fckwunden Ter Gck-nk? 8 nah? L st zehn Tage» fünfzehn junge Mädchen im «lter'Mäd che nhä nd l e rn in die Hände fielen

.. Stosstrupp entgeaenzustellcn Kanzler Mülle' für beide Teile tu unotn-Mcken E'oebnfsse" -nnsse fofort nach feiner Rückkehr ans de«, führen könnten*. Diese kritifcke Lage bat den" Schwarzwald der losen Koalition das feste Rück- auch ein Strefemann nahestehendes Berliner'grat einziehen, das auch vor dem Augenrollen