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Staffelei Neueste Nachrichte«

IS. gefjrganfl. Nr. 2.

Donnerstag, 3. Januar 1929.

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Triesch-LeitzZig, bei Einzige Vertreter des Ok­kultismus unter den philosophischen Ordinart- en der deutschen Universitäten, darauf, daß oie ncuentstchenden als religiös zu bewertenden gesellschaftlichen Bildungen sich auf prinzipiell andere Gemeinsamkettserlebnifle gründen als dieechten kirchlichen Religionen", deren Grün­dung in der Vergangenheit stets auf ein Wun­der zurnckging, sei es auch nur im Sinne der wunderbaren Entstehung eines heiligen Bu­ches. Eine besondere Eiynung für solche Ge- memsamkeitSerlebnisse wird dem Spiritismus zuerkannt der heute schon zwölf Millionen or­ganisierter Anhänger unter den Kulturnatto- neu zählen soll.

Allerdings beziehen sich Prof. Drieschs Darlegungen weniger aus den gegenwärtigen Spiritismus, derwissenschaftlich betrachtet heute noch eine Hypothese darstellt", sondern auf eine künftig vielleicht mögliche Entwicklung des Spiritismus aus dem Gebiete des Glau­bens zu einem ganz sickeren Wissen vonTat­sachen, die ganz Neues im Rahmen des Kos­mos anfdecken und zugleich sehr enge und tief­gehende Bindungen an das Urwesen des Kos­mos" ergeben Dtes Würbe der eigentlichen Sprachbedeutung von religio-Bindung oder Gebnndenfein besonders gut entsprechen.

MännerchOre von Peter Faßbender Matthiea Neumann

Hans Heinrichs

/-Was ist TosalTx Togal-Tabletten sind ein hervorragen­des Mittel bet Rheuma, Gicht, Ischias,Grippe, Nerven-u.Kopf. schmerz, Erkältungskrankh

Spiritismus un- Religion.

! Sind neue Religionen möglich?

In einer Darlegung über das ThemaSind jpeue Religionen möglich?" verweist Prof Hans

Dietrich-Buxtehude

Max Reger

FEST-KONZERT anläßlich des 60jährigen Jubiläums des Vaterländischen Frauen-Vereins vom Roten Kreuz, Ortsverein Kassel, zum Besten seiner Wohlfahitsarbeit

Freitag, den 11. Januar 1929, 20 Uhr in dem Festsaal der STADTHALLE

Mitwirkende:

Günter Ramin Organist an der Thomaskirche za Leipzig LEHRERGESANGVEREIN unter Leiiung von Heim Dr. Robert Laugi Frau Dr. KLEYENSTEUBER Herr RICHARD LAUGS Werke von

Wonach schmeckt -er wein?

Wie gekochte Weinbergschnecken."

In einem Prozeß, den eine französische Weinstrma gegen einen Weinhändler wegen unlauteren Wettbewerbs angestrengt hatte, war dieser beschuldigt, einen in England gezogenen sauren Wein mit Zucker gesüßt und dann als südfranzöstschen Marken-Wein verlaust zu ha­ben, den die klägerische Finna ganz allein baut und vertreibt.

Vor Gericht waren mehrere Sachverständige anwesend, die mehrere Flaschen über ihre Zun­ge laufen ließen und die verschieoensten Gutachten abgaben. Einer, auf dessen Urteil man besonders viel gab, meinte, der Original­wein der französischen Firma schmeckewie ge­kochte Weinbergschnecken", aber der gefälschte englische Wein schmeckewie ein heißes Bügel­eisen". Obwohl sich niemand vom Gerichtshof dazu entschließen konnte, zwecks Vergleichung ein heißes Bügeleisen über die Zunge gleiten zu lassen, entschied er dock im Sinne der Klä­gerin. Der gesälschte Wein mußte aus dem Handel gezogen werden.

Können wir nun auch nicht mehr nachprü- sen, wie ein Wein schmeckt, der Beziehungen zu einem heißen Bügeleisen hat so müssen wir doch ohne weiteres zugeben daß solche Bezie» bttngen in so edler Gesellschaft keineswegs ge­duldet werden dürfen.

dann die Tombola! Kunftqewerbe gab S. Schön. Aber alles trieb Sehnsucht nach de» in der Halle aufgeiah- renen Auto. Wer wird den rassigen Coe! gewin­ne»? Baid enthob die Kunde, S«m Elsa Neumann vom Schubbaus Grüner set die Glückliche, weiterem Kovkzerbrechen. Zeitlich gingS im R e f t S e n z-Kafs«« su. Auch hier erste Gesellschaft. Lorbeer und Blumen adelten den weiten Dovvelraum. Und die SroeUe. die erfolgreiche, feierte Triumph auf u.riumvb. Stirn- mung war alles! Das war weiter der ftall im großen Format in Oberbayern", wo die Kapelle Sa- aerer keine MüdigkeN kannte. Und mit tot der un­kopierbare Michel Hotz. Die schone Biedermeier-De- koration mit München um 1840 bei blauendem Mon­denlicht war wieder an die Wände gezaubert. Dazu standen die übrigen Dekorationen im Zeichen von Schwarz-Geld, den Münchener Stadtfarben. Um 12 Uhr gabs allgemeine Verbrüderung der Reis i<6en Gsste.

Im blau-weiß geschmückten, hübsch bebänderten Paulaner" der salvatorischenGalerie Schibu- scher Karikaturen".flog" um 12 Ubr die Kapelle rau». Doch fie kamgewendet" wieder. Dann rührte Henner Hvßfekb blendend kasselanernd in die Geheim­nisse der Karikaturen ein. Es war wie in einer Bauernfchenke". Bunte Lampions strömten mildes Licht aus, die Stimmung gestaltete sich vorzüglich.

Eine einzige große, .Familie" aber bildeten die Gratulanten bei Dr. mir. Hans M e i nie und Fra« in MamveS wirklich Guter S tu b e. Man sa« uni trank und das Scherzen nahm kein Ende. Aber ganz an friedliche Zeiten kam erst das Erinnern, als in rorgerückter Stunde die hübschen warmenParcker gerächt wurden. Ö ia. so war ed einst alle Nachte.

Auto! Gelacht! Bei der Kälte draußen stberitteg das Angebot die Nachfrage um das Vielfach^ Na. dann Autobus. Um 5 Ubr machte auch der Schluß. Und die S i r a ß e n b a b u? Na. ste hatte ruhig eine Stunde länger fahren kdnnen. Im Morgengraueu fanden die Gähnenden heim. Aber. . . man sah noch nm Nachmittag hier, und da . .. schwankende ^Ge­stalten ..

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Wel im Leichen der silbernen 1929.

Wie von dem alten in das neue Jahr «eglietet wurde.

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Der Weg ins neue Jahr war ein« Glietebahn. Gegen 20 Uhr kam Krost auf. dann schneite eS und der Frost wieder verwandelte die Plätze der Stadt iu dem um, was sie, behördlich gegängelt, von rechts- weaen sein müßten... zu Eisbahnen! Da gabs ein großesGegliete" ins neue Jahr hinein. Es wurde, namentlich in der Altstadt, die Feuerwehr und Ueber- fgllkommando - Autos sahen lebhaft gelärmt, schon abends knallte das erste Feuerwerk. Und das Knallen endete erst am ganz frühen Morgen, als die ücdmnbl der feiernden Kajselaner müde war und die Polizei nicht vereinzelt das .Schlichteramt" beihand­greiflichen Beweisen deuticher Brüderlichkeit" gespielt hatte, ganz besonders am Bahnhof, wo es regelrechte Razzia und Aartesaalräumung gab. Sonst war es in der Stadt verhältnismäßig ruhig, teilweise sogar s e hr ruhig. Das Gros der Bürgerschaft saß in Sä­len und Lokalen und bewies sdas sei volireistunden- iiberwachender Beamtenschast gesagt! daß die Schlechten nicht in, sondern außerhalb der Stätten sröhltcher Ge­selligkeit zu suchen find. Teilweise batte die Silvester­nacht schon karnevalistischen Anstrich. Es flogen Pa­pierschlangen. kleine Hütchen saßen auf wackeligen Köpfen und die Stirn der Damen zierte ei» pappiges aber filberähnliches Diadem mit der neuen Jahres­zahl 1929 ... Schäfer und Gundlach hatten es so einge- führt, daß keine Dame ohne diese 1929 inSilber" ins neue Jahr wallen mochte... Also doch ein... Silberstreif am Horizont"...

e Rundgang durchsLokale".

Im Hotel Schirmer, war Hochbetrieb. ES sah schon vor dem Hoiel mit Auto-Großoark so aus. als oh der Film ein Fest stellte. In den famosen UnterbaltungSräumen chränaten fich min­destens fünf Hundertschaften illustre Gäste. Tie Eleganz gab fich hier ein Stelldichein. Und mit tbr erschienen ganz große Toiletten. Ein blendendes Menu wurde oargeretcht, man tanzte, wenn dieses Wort tn der entstandenen Enge zutrifft Eine Minute vor Mitternacht erlosch das Licht... fein, sehr fein sogar und die Mufik spielte das ... Niederländische Dankgebet! Za, die Mufik spielte flott drauflos und

Joh Seb. Bach

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