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Kasseler Neueste Nachrichten

Kaffeter Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Nummer 2

Donnerstag, 3. Januar 1929.

19. Jahrgang

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Sie erschweren das Reparationsjoch noch mehr

tSr Staraca geht mit seiner Säuberungsaktion

im Faschismus sehr energisch vor. Er hat nicht

nur mehrere Vertrauensleute seines bis vor Gruppenpräsident und Transportarbeiter Ra- kurzem noch allmächtigen Vorgängers abgesetzt, daelli ab gesetzt.

den

vattelegramm). Ei» t-ranb in der Wälzerei und

tungsstelle vorzudringen.

Rewyork, 2. Januar (Durch Funkspruch.) In Jackson (Missuri) hatte ein Neger einen Far­mer ermordet und dessen achtzehnjährige Toch­ter vergewaltigt. Die Farmer der Umgebung machten sich darauf mit Gewehren und Messern bewaffnet aus die Jagd nach dem entflohenen

ner wurde der faschistische Ingenieur Greppi wegen Betruges verhaftet und schließlich der

Mörder. Es gelang ihnen nuej ven Mörder ein­zusangen. Dann wurde dieser auf einen S ch e i- t e r h a u f e n gebunden, der mit Benzin über­gossen und angezündet wurde. Etwa drei­tausend Personen, die z. T. mit Automobilen aus weiter Ferne herbeitelesoniert waren, wohnten dem Lynchakte bei.

Die Raffeln «euefttn Äadjti*«» erlebe'»en roödxnilid) *e<t>»mai midimtttagS Ter abunnememevreie btuägi tlii Den Moaui 2»; jt bei freiei etuiteUuna i>e- ÄeichäUrstelle abgebolt 2 - x Dur» tue t>oft monatU» 2.20 X aueutbltehlid) SufteUunaoaebübr Aeinfore»» unb »52 unoerlang: etngnanbte Bet träge kann bte Dtebaftron eine 2<erinficortnnp oder Gewällt in reinem ft,>(ie übernehmen Hlfttftahliinaen des RezuaSaelbeS oder flnfmrütbe wegen etwaige, n>», orbnungbrnäfitger tffeiernno ifi anbne^loften Postlckeckkonio .erintfiir .i M Rnmrner 5Ssf ffineelnnmmer 10 4 SonnMnSnnmmeT 20 4

Sie «Nkgsgksmadlgten noch unbefriedigt.

Hamburg, 2. Januar. Vor der Hamburger Kaufmannschaft streifte deren Präses das lebens­wichtige Liquidationsgeschädigtenproblem. ES verde die Aufgabe der kommenden Gesetzgebung ein müssen, die Unebenheiten die daS Kriegsschädenschlußgesetz aufweise, auszugleichen. Die Wiederaufbauzuschläge, die erst vom 1. April 1943 verzinst und getilgt werden sollten, seien in dieser Form untauglich. Sie mutzten schon jetzt

vergleiche, die an der Tatsache eines Mehr von acht Millionen Erwachsene» in Deutschland Vor­beigehen, müssen do» ein schiefes Bild ergeben. Beispielsweise errechnet die Reichsbahn an Zahl der Reisen auf den Kopf der Bevölke­rung im Fernverkehr für 1913 rund 20, für 1927 rund 23, also gestiegener Reiselurus? Falsch! Eine Reisezifser von 25 würde erst genau dem Stand von 1913 entsprechen! Der Deutsche

reist nicht mehr, sondern wentger,

als früher; nur der'Bedarf von acht Millionen Erwachsenen, die heute da sind, macht sich als Vermehrung des Reiseverkehrs bemerkbar Diese acht Millionen Erwachsenen mehr ver­brauchen aber auch mehr Theater, Kinos, Re­vuen. Tabak und vieles andere, bei denen dir Kinder noch nicht so sehr mitzusprechen habet. Eine Verbrauchsvermehrung in Deutschland um das Doppelte des Konsums der Erwachsenen Oesterreichs oder der Niederlande und Betgiens zusammen würde erst als .normal" anzusehen ein und darüber hinaus würde erst der Wohl st and beginnen. Davon kann aber nicht entfernt die Rede sein. Der einzelne Er­wachsene in Deutschland lebt vielmehr ganz außergewöhnlich stärker einge- ch r ä n k t und bescheidener aus sämt­lichen Luxusgebieten als der von 1913. Da­rüber darf das lebhaftere Treiben in Kaffee­häusern und Tanzlokalen nicht täuschen und an diesen Tatsachen darf der neue Sachverständi- genausschuß nicht wieder Vorbeigehen. iff.

©if kNouvtn evuvrrt me r oi*> une.

Newyork, 2. Januar. (Durch Funkspruch.) Die Blätter bringen den Bericht Parker Gilberts in großer Aufmachung. In den Ueberschriften

., _ . . . _ .... ein Morgenständ­

chen in dessen Park. Um 12 Uhr mittags emp­fing der Reichspräsident in der üblichen Weise die diplomatischen Vertreter zu deren Anfahrt sich in der Wilhelmstratze größeres Publikum angc- sammelt hatte. Reichswehr erwies militärische Ehrenbezeugungen. Der Apostolische Nuntius Monsignore Pacelli brachte ais Doyen die Glück­wünsche des diplomatischen Korps zum Ausdruck, worauf der Reichspräsident u. a. erwiderte, daß Deutschland, trotz seiner ernsten Bemühungen um Herstellung einer wahren, auf Vertrauen und Gleichberechtigung beruhenden Friedensgemein- schaft, noch immer von der Sorge um die Er­füllung berechtigter Erwartungen bedrückt werde. Mit besonderer Bitterkeit empfinde es das ge­samte deutsche Volk gerade heute, am Eintritt in das neue Jahr, daß einem größeren Teil unseres Gebietes

ihrem Sohne tot aufgcfunden. Die Wohnungs tür war mit einem Dietrich geöffnet. Es lieg- Raubmord vor. Dem Täter dürften etwa dreittzig Mark Bargeld und einige Zigaretten Ladungen in die Hände gefallen fein.

titr uvrrannen t S aust ur

Dorsten, 2. Januar. (Privattelegramm.) Das Lieferauto einer Wurstfabrik rannte gegen einen Chausseebaum. Die drei Insassen wurden aus dem Wagen geschleudert und blieben besinnungs­los liegen. Sanitätsmannschaften sorgten für Ueberführung ins Kranke thaus, wo schwere Verletzungen festgestellt wurden. Das Unglück soll auf Uebermüdung des Wagenführers zurück zuführen sein.

Bte Maizsabri» in Flammen

In Saus und Braus?

Wir leben schlechter als srüher.

Die Herren Entente-Rechner irren sich.

Tic Ententepresse leitet das große Repara- kionsringcn erneut mit Behauptungen über die rasche wirtschaftliche Erholung Deutschlands ein Sie werden mit Seiteuüiebrn aus eine angeb­lich besonders anspruchsvclle Lebensführung der Deutschen in den letzten Jahren ergänzt und stets von der Schlußfolgerung begleitet, daß der zweieinhalb Milliardentribut des nun in Gang befindlichen ersten Dawesnormaljah- rcs über die Leistungskraft Deutschlands dem Anschein nach nicht hinausginge. Das ist eine gefährliche Betrachtungsweise angesichts der Tatsache, daß der sogenannte Wohlstandsindex de» ausländischen Vertragspartnern die' Mög­lichkeit erschließt, ab 1930 noch Zahlungen von Deutschland zu verlangen, bte selbst

noch über dir Riesenzifser

des Dawesnormaljahres hinauSae- h e n. Die Vorausberechnung des WohlstandS- index für den die Steigerung des Eisenbahnver­kehrs, der Bevölkerungszifier, des Außenhan­dels, des Tabak- und Kohlenverbrauchs die Grundlagen bieten sollen, hat schon jetzt zu Schätzungen der aus dieser Quelle vertrags­mäßig fällig werdenden neuen Belastung Deutschlands ab 1930 in Höhe zwischen 250 und 300 Mill. Mark geführt. Zweifellos werden die Sachverständigen der Gegenseite sich verzweifelt an diese Ziffern klammern. In Deutschland selbst trifft man immer wieder aus Stimmen wohlgemeinter Kritik an der über­triebenen Lebenslust unserer Zeit und vom Re­gierungstisch erfolgt nahezu schon eine Zensur aller Artikel, die sich mit dem Mafsenkonsum zu den Festtagen aller Art beschäftigen, weil bet einem Teil unserer Regierungsrnänner die Aus- fassung vorherrscht, daß die Üppigkeit des nach- krieglichen neuen Lebens in Deutschland den Argwohn der ausländischen Beurteiler erweckt und eine Politik der Senkung der Daweslastcn erschwere. Aber welche Tatsachen rechtfer­tigen denn solche Auffassungen über einen wach­senden Wohlstand? Leben wir

wirklich in Saus und Braus?

Erklärt sich die Vermehrung der Kafeehäuser, der Kinos, aller Vergnügungsstätten, die ge­steigerte Reiselust, die Vermehrung des Güter­umschlages ans einer reicheren Lebensführung in Deutschland? Der oberflächliche Betrachter unseres öffentlichen Lebens muß die Frage be­jahen, weil ja die Vermehrung der Unterhal­tungsgelegenheiten gegen srüher. auch gegen­über dem Vorkriegsdeutschlanv mit den Händen zu greifen ist. Dennoch ist diese Betrachtungs­weise tatsächlich irrig und der Wohlstandsindex, so wie er Im Dawesvertrag als Maßstab für eine Kontrolle der Wohlstandssteigerung aufge- richlet ist. überfleht die schlechthin

umstürzende Neugliederung im Altersaufbau

der Bevölkerung Deutschlands, der für den Ver­brauch von Tabak und Kohle, für die Steige­rung des Außenhandels und ganz besonders auch für die Entwickelung des Eisenbahnver­kehrs von ausschlaggebender Bedeutung ist. Man merke auf folgende Tatsachen! Die Volks­zählung von 1910 ergab auf dem gegenwärtigen Gebiete Deutschlands rund 53 Millionen Men­schen. das jetzt von rund 63 Millionen bewohnt wird. Von der früheren Bevölkerung gehörten aber 19,5 Millionen zu den Altersgruppen un­ter 15 Jahren, währenv heute nur 16 Millionen Kinder bis zu diesem Alter in Deutschland le­ben. so daß also das frühere Deutschland bet einer um fast 6 Millionen geringeren Kopfzahl dennoch 3,!^ Millionen Kinder mehr beher­bergte. Im erwerbstätigen Alter von 15 bis 65 Jahren gibt es heute 42.7 Millionen Erwach­sene (früher nur 35), sodaß also heute über 7.3 Milli onen Erwachsene im er­werbstätigen Alter mehr in Deutsch­land leben als früher; auch bte Ziffer ber Alten ist heute um 800000 höher als früher; insge­samt hat sich die Bevölkerung also trotz bes männermorbenben Krieges

um mehr als acht Millionen Erwachsene

im Vergleich zu der Vorkriegszeit erhöht Dar bedeutet für den Konsum offensichtlich eine ftär. kere Beanspruchung aller Waren beS Er­wachsenenverbrauches. In dieser Steigerung kommt also in keiner Weise ein vermehrter Wohlstand zum Ausdruck. Dieser Etnwand ist leider auch deutscherseits bisher nicht gemacht worden. Wie ungeheuer schwerwiegend dieser Fehler aber zum Nachteile Deutschlands aus­gewertet wird, ergibt sich aus der Messung des Verbrauches an der Zister ber Er­wachsenen. Alle zurückgreifenden VerbrauchS-

wtrd die optimistische Beurteilung ber deutschen Wirtschaftslage und Zahlungsfähigkeit deS Be­richtes hervorgehoben.

Frohlocken in Paris.

Gilberts Bericht alS Kronzeuge.

Paris, 2. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Die Morgenpresse betont auf Grund des Repa- rationsberichtes. daß Deutschland die durch den Dawesplan festgesetzten Anuitäten ohne Schwie­rigkeit zu zahlen vermöge. Gilbens Feststellun­gen bewiesen, daß die Gläubiger Deutschlands keinen Grund hätten, einer Verminderung der Anuitäten zuzustimmen. Rur die Zeit könne man verkürzen, auf die sich die Zahlungen er­streckten

Müller- Stresemann würden in Zukunft vergebens

eine neue Einschätzung der Zahlungsfähigkeit verlangen, vergebens würden sie beteuern, daß das Volk in feinem Lebensstandard nicht noch mehr herabgesetzt werde, um sich der Repaea- tionslasten zu entledigen. Deutschland könne zahlen (!) Die elementarste Klugheit rau. Frank­reich und Belgien, das Rheinland solange zu behalten, bis die Kommerzialisierung der deutschen Schuld eine vollzogene Tatsache fei. Das Sozialistenblatt betont, Ter^tfchland müsse aufhören zu feuszen

und feine Zahlungsunfähigkeit zu erklären. Es wäre nicht nur im Widerspruch mit dem Ver failler Vertrag, sondern auch ungerecht, wenn schließlich der Bestegte. der der Angreifer war, weniger verschuldet wäre, als der Sieger, der angegriffen wurde (!)

(Siehe auch Depeschen zweite Seite.)

Grausame Lynchjustiz.

Die Negerbestie auf dem Scheiterhaufen. Furchtbare Rache der Farmer.

Glückauf für 1929.

Reichspräsident unb Kanzlers Herzenswünsche.

Der »rotze Reniabrsemvfa»». Energisch«». muuaslvr-ch- an höchster Stelle. - Unsere Wirt, schastsblüte tauscht. Räumung. Wirtschafts- frieden, Arbeitslosen- nnb Banernnöte stehen Hindenburg am nächsten.

Berlin. 2. Januar.

Der Neujahrstag beim Reichspräsibenten be« gann gestern mit ber militärischen Wachtparabe, die durch das Brandenburger Tor über die Lin-

Opfer der Silvesternacht.

Schmerzliche Ereignisse beim Jahreswechsel.

flnxifleneteile: litnbetmtfibe Ifleldtäfteanieiatn bte mm-3etle 10 4. auSmärttae Äeichättsanjtsgen die mm .Heile 10 4 framtlienanjetoen bte rnm-Seile 10 4. Kleine Anzeigen aub Raffel bas Son 6 4. auswärtige Kleine Anzeigen die mm- Seile 10 4 Reklamen bte mm..Heile 88 4 Dffertaebübr S5 4 ibet Zustellung 55 41 Rechnungsbeträge innerhalb 5 tagen tablbir jtzür bte Richtigkeit aller durch RentlcreAn autaegebenen Anzeigen sowie tür Autnahmebaien unb Piave kann nicht aarantiert werden Für Stnjetgen mit besonder? schwierigem Satz 100 Tment Ausschlag Druckerei: Scklachidotllr 9R/S0 Geschäftsstelle: Köln Stt. 6.

Der eiserne Faschistenbesen

Mussolini läßt in Mailand aufräumen.

der, Krankenhäusern zugeführt worden. Zur

Rottendorf, (Unterfranken), 2. Januar. (Pri- Zeit versucht man, zu der schadhaften Rohrlei-

Darmstadt, 2. Januar. (Privattelegramm) In der Reujahrsnacht fingen mehrere junge Leute in einer Wirtfchaft mit fünf Insassen eines Autodroschke Streit an. Ein Eisenbabnassisteni und fein 19 Jähre alter Sohn wurdet bei bei Schlägerei verwtzt und dann noch von einem Personenauw überfahren. Der Eisenbahn affiftent starb auf dem Transport während fein Sohn schwer verletzt eingeliejert wurde. Die Urheber der Schlägerei wurden ermittelt.

Sm JtüUDmorO um 30 Jltair.

Lübeck, 2. Januar. (Privattelegramm.) In der Silvesternacht wurde die Zigarrenhändlerin Witwe Henke, in ihrer Wohnung auf dem Fußboden mit einem Knebel im Munde von

'm Lagerhaus der Malzfabrik Faust griff mit .äsender Geschwindigkeit um sich. Die Feuer­wehren waren fast machtlos. 5000 Zentner Ger­ste und 4000 Zentner Malz fielen dem Feuer um Opfer. Auch die gesamte Muschinenanlag- st zerstört. Es liegt Kurzschluß vor.

(Siehe a. Bericht .Aus Aller Well'. D. Red.)

Drei vergaste Häuser.

Wie man die tote Arbeiterfamilie fand.

Duisburg, 2. Januar. Die Zahl der Toten jei der Gaskatastrophe in der Gärtnerstraße siche auch Bericht .Aue aller Welt' D. Red.) mt sich bisher nicht erhöht, und e8 ist auch einer der an Vergiftung Erkrankten in Lebens­gefahr. Bisher hat sich übrigens nicht einwand- -ci feststcllen lassen, ob das Unglück auf einen drud) der Gasleitung oder auf das Undichi- 1 »erben eines Ventils zurückzuführen ist. Einige Anwohner hatten fchon im Lause des Tages einen leichten Gasgeruch -wahrgenommen, der 'ich gegen Abend verstärkte. Die alarmierte Feuerwehr drang in die verschlossene Wohnung des Arbeiters W einanb ein sand ihn, seine iZjährige Tochter Marie tot, fein dreijähriges Töchterchen und feine Schwägerin in tiefer Be­wußtlosigkeit auf. Letztere starben nach wenigen Stunden. Drei Häufer wurden geräumt. Ihre Bewohner waren durch das auSgeströmte Gas erheblich erkrankt. Insgesamt sind 17 Perso­nen, fünf Männer, vier Frauen und acht Kin

intntet noch die Freiheit vorenthalten wird, auf die wir nach göttlichem und menfch- lichern Recht Anspruch haben und deren Wieder­erlangung Deutschlands größter Stiunjai ist. Es gelte aber auf der durch den Kelloggpakt geschaf­fenen Grundlage des Friedens weiterzuarbeitcn, um die großen Gedanken dieses Abkommens zu verwirklichen, die dahin gehen, die noch zwischen den Völkern stehenden Probleme, ohne Rücksicht aus Machtverhältnisse, nach dem Grundsätze der Gerechtigkeit zu lösen und so der Welt die­jenige Sicherung des Friedens zu geben, die die Gewähr der Dauer in sich schließt.' Darauf wechselte der Reichspräsident mit Botschaftern, Gesandten und Geschäftsträgern NeujahrS- wünsche.

* * *

Der Glaube hilft vorwärts.

1929 soll die Wunden heilen.

_ Beim Neujahrsempfang der Minister unb Staatssekretäre durch den Reichspräsidenten führte Reichskanzler Muller u. a. aus: Der Re- parationsausschuß wird, so hoffen wir, die für Reich und Volk so entscheidend wichtige Repara­tionsfrage in Fluß bringen und damit die vor­mals kriegführenden Nationen der völligen Li­quidierung des Krieges näherführen. Seit der Staatsumwälzung ist ein Jahrzehnt verflossen, und wir können heute trotz all dem Furchtbaren, das unser Volk in dieser Zeit erlitten hat, doch feststellen, daß sich unsere innere Lage gcfe- frißt hat und daß es vorwärts geht. Manch- mal will es uns aber scheinen, als wenn die Fortschritte, die wir gemacht Huben, übertrieben werden und manche ausländiscben Beobachter Deutschland in einem Zustande ber Blüte scheu, der uicht den Tatsachen entspricht. Möge auch im neuen Jahr der Weg aufwärts gehen. Der Reichspräsident begrüßte darauf die Erklärung des Kanzlers, unablässig darauf dringen zu wol­len, daß Rhein, Saar unb Pfalz von frem­dem Druck befreit werden. Die Beilegung der Lohnkämpfe ließe auch hoffen, daß das kommende Jahr Schranken und Hemmnisse, die der freien Entfaltung der Wirtschaftskräfte noch entgegen« stehen, beseitigt und ihr die Möglichkeit weiterer Betätigung gegeben wird, die unseren zahlreichen

Erwerbslosen Arbeit unb Brot

verschafft. Er bitte den Kanzler auch alle Kräfte für die Behebung der Not der beut fei en Laudwirtf chaf t einzufetzen. Möge HaS deutsche Voll auch int kommenden Jahre fort; ih­ren, in Gedanken an das Vaterland und feine Zukunft perförtlichen und politifchen Widerstreit zu überwinden und zu überbrücken. Dann wird auch unserem schwer geprüftem Volke Gefun- dun g und eine beffere Zukunft befchieden sein, an die ich mit Ihren, Herr Reichskanzler, unerschütterlich glaube!

Mailand, 2. Januar. Der neue Parteisekre ^?^n sogar vier aus Partei ausge- tKtnmm nofii 1 c n wid kurzerhand festnehmen lassen. Fer-