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Kasseler Neueste Nachrichten
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y Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Nummer 1. Einzelpreis Wochentags tO Pfennig.
Dienstag, 1« Januar 1929.
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig
<9. Iahraang
Was wir vom Schickfalsjahr 1929 erhoffen.
Her mit dem Rhein!
Freude und Leid der Welt, vom Wohl und
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F. R.
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muß der Völkerbund ergänzt werden durch eine paneuropäische Organisation, wie er in Amerika ergänzt wird durch eine panamerikanische. Denn die großen europäischen Fragen sind nach zehnjähriger Arbeit ungelöst: Landabrüstung, Sicherheit, Minderheilsschutz, Zollabbau. Diese Lebensfragen Europas sind nur aus europäischer Basis lösbar." Fragt sich nur, ob eine paneuropäische Konferenz diese Aufgabe bester meistern würde. Es kommt nämlich tehr viel weniger aus die Organisation und die Institution an, als auf den Geist, der ihre Mitglieder erfüllt. Da aber muß man feststellen, daß heute ganz allgemein noch nicht „europäisch" gesprochen wird, und gerade die letzten Erörterungen über das Reparationsproblem utst) die Räumungssrage haben ja erneut gezeigt, wie weit man davon entfernt ist, den Krieg wirklich zu liautdieren.
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wünsche in Erfülluu—.^E betont, daß das deut-
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Das Äaftr enteilt.
Bilanz, Vorschau und Mahnung.
Zum letzten Mal schlägt heute die goldene Lichterstunde unterm Tannenbaum ihren Zaubermantel um alle liebenden Seelen. Lautlos erlischt das letzte Licht im silbergesträhnten Geäst; lautlos verrinnt zugleich das Sandkörnletn eines Jahres im Stundenglas der Ewigkeit. Wir aber rüsten uns in lauschendem Sinnen oder in schäumendem Freudenrausch zum Abschiedneh- men von Spiel, Scherz und holdem Behagen, von allen Erkenntnissen, Läuterungen, Seligkeiten, aber noch mehr von Trübsal und Herzeleid, von Sorgen, Enttäuschungen, Demütigungen und Höllenstürzen, die lichte oder böse Schiksalspar- zen in vielen tausend Stunden über uns niederstreuten. Und tote in den Visionen eines Sterbenden sich noch einmal sein ganzer Lebensfilm in rasendem Fluge zusammendrängt, so rollen blitzartig neben den Erleuchtungen und Erschütterungen der eigenen Seele auch die dramatischen Spannungen, Losungen und Errungenschaften des politischen, wirtschaftlichen und des Weltgeschehens überhaupt vor unserem inneren Auge ab.
ohne besondere Gegenleistungen Deutschlands und damit die volle Freiheit für auf8 hV 9$^ Heimat. Wir erheben Anspruch
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gA» -,A «m M? to$nn.
Wohl haben in den hinter uns verebbenden 365 Werk- und Feiertagen Verhängnisse und K a t a st r o p h e n der Elemente wie mit Riesenfäusten auf Erde und Menschen niedergc- trommelt. (Erinnert sei nur an die schweren Erdbeben von Korinth, in den Tropen usw., an die schweren Eisenbahn-, Schiffs-Explosions-, Brand- und Grubenkatastrophen, an die Seuchen- Epidemien in Rav itnc Fern, an bie Stisin-, Hochwasser- Wolkenbruch - Verheerungen usw > Wohl haben Streiks- und Aussperrungen an unserem Wirtschaftsmark gefreflen, sind bei absinkenden Wohlstandskurven die Arbeitslosenziffern rapide und beängstigend hochge- schnellt. (Werden doch in diesem Elendswinter an zwei Millionen Arbeitswilliger schuldlos zum Feiern und Darben verdammt sein; muß doch der schaffende Steuerzahler mit Kriegsopfern, Versorgungspflichtigen usw. etwa sechs Millionen Unproduktiver mitschleppen, d. h. zehn Pro- zent der Gesamtbevölkerung aus öffentlichen Mitteln speisen; bleibt doch im Staatshaushalt das Riesendefizit von 600 Millionen aus neuen Steuern zu decken, obwohl schon heute der Wirtschaft und den Verdienern fast der Atem ausgeht.) Gewiß lebt auch MüllerS provisorischer Regierungskonzern noch immer gleichsam von der Hand in den Mund und schaukelt mit leerem Staatssäckel auf schwankem Seil ins Reue Jahr hinüber, während man in Preußen noch nicht die geringste Lust zeigt, mit der Verlängerung der RegierungSfront nach recht- den Weg zur tatkräftigen Entfaltung aller Volkskräfte freizumachen. Und kann nicht daS auf gut Glück hochgetürmte Regierungsgerüst jeden Tag unter der geringsten Ueberlastung zusammenkrachen (vte positive, praktische Gefetzesarbeit ist bis heute leider gleich Rull) solange die Bolzen, Schrauben und Verklammerungen einer sachlich gebundenen Arbeitsgemeinschaft fehlen? Will man vielleicht schon nach knapp einem Jahr wieder an die Geduld und... den Zorn des Volkes appellieren und die Führerlosen in der schwersten Stunde des Freiheitskampfes nicht nur allein lasten, sondern ste auch der Partei zuliebe gegeneinanderhetzen? Oder werden sich die unheilvoll zersplitterten Partei- Hierarchien auf Grund der fast bei allen schleichenden Krise zu den zwei oder drei angestreb- ten einheitlichen Heeressäulen der Rechten, Mitte und Linken zusammenballen, wie sie sich in den Regierungsapparaten unserer Vettern tenseitS des Kanals oder deS großen Teichs sehr viel zweckmäßiger unb fast vorbildlich kristallisiert
Berlin. 31. Dezember. (Funktelegramm.) Reichskanzler Müller wird dem Reichspräsidenten die Glückwünsche des gesamten Kabinetts zum Jahreswechsel überbringen und dann seinen Schwarzwaldurlaub antreten. Sämtliche Reichsminister, soweit sie von Berlin abwesend waren, sind hierher zurückgekehrt. Der Gratu- lationsempfang beim Reichspräsidenten wird auch diesmal im traditionellen Rahmen gehalten werden.
In den üblichen Neujahrswünschen der führenden Politiker drückt sich vor allem der Wunsch nach baldiger Befreiung der besetzten Gebiete und nach einer glücklichen Lösung der Reparationsfrage aus, wobei Stresemanns Worte erkennen lasten, daß man sich in Regierungskreisen über die schwierige Lage Deutschlands durchaus nicht im Unklaren ist. Auch Kanzler Müller erhofft die Befreiung von Rhein und Saar, „da zu Detltschlands Stellung als gleichberechttgtern Mietgliedsstaat im Völkerbund die Besetzung deutschen Gebietes durch fremde Truppen in Widerspruch steht. Seinen weiteren Wunsch auf erträgliche Reparationsregelung spinnt Wirtschaftsminister Curttus weiter: „Die Gesundung unserer Wirtschaft aber hängt ab von: Erleichterung unerträglicher Kriegstribute, ausreichendem Spielraum für Eigenkapitalbildung, Gemeinschaftsarbeit zwischen Staat und Wirtschaft un-
Was uns roeiteröflft.
Tapfer, weise unb fröhlich fein. Neujahrswünsche für 1929.
Von
Arthur Brausewetter.
Ein Jahr wieder dahin. Es hat viel Genommen, manches gegeben, hat gefördert und gehemmt, vorwärts und rückwärts gebracht. In Einem hat es uns sicher gefördert: in der Erkenntnis.
Die Frage ist nur bie: War das ein Glück für uns? Ist Erkenntnis überhaupt ein Glück?
Es gibt ein altes lateinisches Wort: „Wer die Erkenntnis vermehrt, der vermehrt den Schmerz." Und der große Sophokles meint einmal: „Nichts zu wissen und zu erkennen, ist das angenehmste Leben." Ja, selbst die Bibel lehrt: „Wo viel Erkenntnis ist, da ist auch viel Grämens". Als die ersten Menschen vom Baume bet Erkenntnis aßen, kam Schuld und Leid über ste.
So viel ist klar: Erkenntnis, sosern sie einseitig intellektuelle Bildung ist, bie den Verstand fördert, das Herz und Gemüt aber leer ausgehen läßt, vor allem jede Art von Halbbildung, jedes oberflächliche Hineinblicken und Hinein- schnüffeln in die Dinge ist ein Unglück. Wenn uns die schnell dahineilenden Jahre nur in die- ser Art von Erkenntnis gefördert haben, so haben ste uns weder glücklicher noch zufriedener gemacht, haben uns kalt und unberührt von
Ier Kanzler als Neujahrsgratulant
Alle Minister zur Stelle. Bor allem Räumung unb Zinsenerlatz.
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Es gibt eine Art der Erkenntnis bieitn^h» b» Summe der ertennw? Ik S S Weisheit, „lieber all-n Tuaende» «W
MishK Güte und^LtN" erÖ68t8r Reinheit, aiÄm"™^1 »e Lebensweisheit, bie wir ££3 dem schnellen Kommen und Weichen s»r Jahre lernen sollten? ^ei<9en t>er
der Gegenwart leben üe nSt&^<iVuf ftd) beruhen taffen unb fünft nu3 «?e1nUrett' fflr Gegenwart und Zu- ™,nn aus Ihr zu lernen . . Die Zeit In ^EGMUWKW
- Ein neberfan in AntoS erstach in sich zu aller-
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Berlin. $1 Itan^dttch^eta^nd^^m^ **r »usschrei- können *Es^"i ttfftfrVtokS
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Dr ^es'emann mit L7- Geschlossenheit und Ei- M-rorts spricht man in » Worten von sche Volk durch innÄlrb beitragen müssen. «neben, mir r.*«. „r.J:la,on?n Worten von nigkeit daS Seine der paneuropäischen Be- „ä. VkLLÄ-4' F ÄS“ den Krieg zu ügtie Regierungen sollen söhnen. Die eurd^Uv. i^ren Erdteil politisch, den Versuch toorn^“”11. zu organisieren. 10 wirtschaftlich und kU a0^t den Beweis erbracht, Jahre Völk-rbund gicfa' ^chiührung dieser daß diese Jnstitutieu^.'st-. Daß eS neben ber Aufgabe unzulängtr'e 'eppett
Solidarität der Machapäische Solidarität
auch eine eu”,t Interessen ber “
SSÄKrke s NLsLM MSWW« ------------ F. R. s mer deutlicher. Deshalb wollen wir nicht ziL
Man lebt nicht zweimal, und wie groß ist ®" -»! d-r e,u JÜHWIXl*
auch eine eu..t tftüereffen ber Menschheit I die gibt, und neben ber-'f01'^6 Interessen. Darum | Freiheits noch befonbere eure, -
6lra^S.W‘M Apachen
Der Klub der ^oi^eter Stand der Schupo. - Wüste Szenen im^Lok^8^^ in *”
haben?
So entschweben also bem blinkenden Glase, das wir zur mitternächtlichen Stunde zum Licht, zum Munde und zum Aneinanderklirren heben, wunderliche Schemen, Fragezeichen, Horoskope die in den kommenden Monaten Antwort. Lösung und Gestaltung heischen werden. DaS SchicksalSjahr 1929 sollte aber einen zu Granit zusammenschießenden VolkSwillen allein deshalb vorfinden, weil es um daS Mor- genrot am Rhein und um das Glück unb Wehe unserer Kinder und Kindeskinder in punkto Reparationsmilliarden geht. Von Hugenberg bt8 Höllein ist ber Reichstag entschlossen, nicht wieder ein überstürztes Ja unter Zahlungsbedingungen zu setzen, bte uns auf Generationen hinaus zum Kuli unb Paria von Herrenvölkern machen. Poincar^S Herzenswunsch: Dem beut, scheu Atlas bie Schulden und bie Schmerzen der ganzen Welt unb noch bte Mederausbaukosten dazu aufzupacken, muß diesmal an den eisernen Nerven unserer Minister. Sachverständigen und Michels selbst zuschanden werden.
tobte, fuhren etwa 30 bis ®^?1rc er ,enu an, denen Vereinsfreunde Zimmerleute
stiegen und sich sofort aut^» dem «r- stürzten. Nur mit Mühe zahlreichen
stärkten neberfaDtommnnbr^”""™"1^*™" eaeeeeeeQHI-HB^f^u::ptanfen über
Sind wir nicht auf schmale/'^veimal die den Ozean gebraust Hat nU*e?8 Weltmeer sturmerprobte ZeppeUngondel.» /“31- Haben durch Orkan, Nacht und Nebel ^estarteh nicht wir nicht die ersten Raketenwagi»? °er Sport- Weltrekorde in den Lüften unb'£”®*lebrten arena an nnö gerissen. Haben uL<Johnu und nicht Nobelpreise ergrübelt, nich^5 Triumphe Funktelegraphte und andere techr unsere i auSgebaut, wie Fernlenkschiff usN. -Architektur, junge Dichtung, Musik, Malerl^sHaftlicher Theater nicht trotz furchtbarster rhaftigkett
Depression mit letzter Liebe zur vertieftes
und Sachlichkeit beflissen, ein neueren Kern beseelteres Weltbild zn formen. Treiben nicht ---------, „„„ ,B„lDenen
der Jugend auf Schulen unb Hochschiachlich-1 breit näher bringen können der gleiche leidenschaMche Hang zur
andere Msellsch^"u (m^istens Vorbe-imeVtreu" ^wei Mitglieder von 6-h-". Wir
bem Verein Ocfementef angehör-|auf ber Straft» n, Hamburger ZimmerleutenI der Zeit
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entstand eine allgemein im ® „Itotenen, waren yaa hal aiim ,
zei und UeberfallkommlUH. Lokal verschwun- "at au« Berlin noch nicht erievl Die leben die Angreifer schon aus dech^ de'Tumult von g.'1’; (Funkrneloung.) I«
den. Eine Stunde später braM^lichere For ^rStrast.nfchlacht nach dem tteberfoD des!, -Mensch, » nattOH« ttttS ttrtfittt tirtift Htf) 1X1!(f) Hilf 4 'pHnnCröCfC|I(nlö!flfR. hi» -ve «.v I Ifi&TäfnrhomiH
Ein Rotschrei unb Appell ber Pfalzbrüder.
Frankfurt, 31. Dezember. (Privattelegramm. > Die gesamte Presse der Pfalz erhebt den Ruf nach Befreiung vom drückenden Joch einer fremden Besatzung. „Zehn harte Jahre tragen wir dieses schwere Joch mit Ruhe und Würde und mit jener bereitwilligen Vaterlandsliebe, ber fein . er - Opfer zu groß ist Wie ein Albbruck liegt ‘te
'rften, daß diese Neujahrs- terbe’rtobnimnT ^ken tzilkben und W--86V gehen, wozu freilich auch Versöhnung verloren, schier