Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 3v6 W«trl»rct8 tocrf’entnns 10 Wnnlfl Sonnabend, 29. Dezember 142^. YInrelpre.St Sonntags 40 P'enniq i« rsang
poincare entrinnt einer Krise.
König Georgs Befinden ernst / KönigsmaMer in Varis / Seuchen und Hungerqualrn.
WiNe und Weg
So gehen wir ins nächste Jahr.
Von
Staatssekretär a. D. Frhr. v. Rheinbaben. MdR.
Unser Mitarbeiter beschließt seine vielbeachtete Rück- und Vorschau über außenpolitische Strömungen am Jaaresende mü soigenoen Blickpunkten: Wir bauen 1928 mühsam genug wieder ei» paar neue Handelsverträge zustande gebracht. In den für unS zurzeit wichtigsten, dem mit Polen und der Tschechoslowakei, sind wir langsam aus steinigem Gelände weitergekommcn. Besonders der mit Polen scheint am Jahresschlutz trotz aller sonstigen Differenzen. endlich auf die richtige Verhandlungs- bahn gelangt zu sein. Trotz des Zollkrieges wird der deutsche Export nach Polen im Jahr« 1928 bei fünfhundert Millionen Mark liegen, gegen zweibunüertfünfzig nach Rußland, zweihundert, vierzig nach China usw. Wir verhandelten erneut mit Rußland, um den deutschen Export zu steigern. Wir denken überhaupt auch an den Osten. Die dort schnell steigende Rot, insbesondere der Landwirtschaft, wirkt wie eine Peitsche, die Stillstand und Laufenlassen verbietet. Noch kämpfen treu deutsche Menschen dort um Scholle, Eigentum und Existenz. Aber wie lange noch, falls der Staat versagen sollte, falls eine falsche Wirtschafts- und Preispolitik nicht bald systematischen Anstrengungen auf lange Sicht Play macht, falls schließlich nicht die Liauidation der Westprobleme Kopf, Herz und Geldbeutel für den Osten und auf den Osten ein- zustellen tn der Lage ist?
Und jene deutschen Menschen jenseits der Grenze, was taten wir für sie? Für Millionen von Deutschen wirkte die Auseinandersetzung des Außenministers mit dem Leiter der polnischen Außenpolitik wie eine Erlösung. Damit wird der Kamps um Sicherung der Minderheitenrechte neuen Antrieb erfahren und darf nicht mehr von der Tagesordnung des Völkerbundes herunter- kommen, ebenso wenig wie der um Abrüstung, mit dem Ziele, die ungeheuerlichen Ungleichheiten der Rüstung in Europa zu beseitigen So groß hier unsere Skepsis sein mag, so steht doch auch auf diesem Gebiete die Entwicklung nicht still. Gan, leise melden sich neue Ideen und kündigen sich neue technische Vorschläge an, die vielleicht in Zukunft zu ganz anderer Betrachtungsweise des Rüstungsproblems führen und die bisherige hoffnungslose Stagnation und Sabotage der anderen überwinden werden. Während mit solchen Problemen beschäftigt und von -er Last der Tagessorgen umfangen unser Volk seinen Weg ging, verschob sich manches draußen in der Welt. Frankreich erlebt« unter Potn- carss energischer und zielbewußter Leitung neue innere Konsolidierung, neue politische Macht und wirtschaftliche Blüte. Eine konservative englische Regierung unter eigenartiger außeib- polittscher Leitung verleugnete den Grundgedanken von Locarno, blickte in steigernder Sorge auf die große Macht jenseits de» Atlantischen Ozeans, dachte vielleicht auch, daß es bester und einfacher sei, das stark gerüstete Frankreich zum Freunde zu haben, als — womöglich im Gegensatz zu diesem mächtigen Nachbarn über dem Kanal — für Recht und deutsche Souveränität im Sinne von 1925 einzutreten Hieraus und auS dieser Quelle stammt eigentlich der entscheiden- ste Rückschlag für die europäische Neuordnung zugunsten der Befriedung und deS wirtschaftlichen Aufstieges. Eine Reaktion im guten Sinne ist gegen so veraltete und auf lange Sicht unheilvolle Entwicklung in England selbst eingetreten. Wir werden daher gut tun, mit der gebotenen Zurückhaltung die weitere Einstellung Englands und insbesondere da» Ergebnis der Frühiahrswablen abzuwarten, ehe wir endgültige Urteile fällen.
Roch regiert die Macht klar und fast schrankenlos in der Welt. Roch ist da» Recht nur wenig erstarkt und der V S l k e r b u n d, sein be- rt'sener Hüter, Bewahrer und Förderer, versag! aus wesentlichen Gebieten Noch baben aber auck Millionen unterer eigenen Volksgenosten das .Wesen der ° o(Utte nicht begriffen Sie sehen wohl veränderte äußere Formen, sie wünschen sich und anderen alle» Mögliche Reue und Schöne herber, aber fle verstehen nicht, daß neben dem selbstverständlichen Fortschritt einer neuen Zett im rnnersten <*ern der Dinge di« alten Macht- und Jnteresten-Tendenzen ihren Platz bebal'en haben. Und etwa» Eigentümliches und Besondere» stellt der rückschatrende Blick für unser Volk fest: Reben einer starken Welle tn» Materialismus läuft unverbunden und unvermittelt
gerade in der jüngsten Zeit eine andere, di« des Wissensdranges und der Vervollkommnung in fachmännischer Einzelarbeit und Ein- lelbetrachtvng. Noch hat unser Volk nicht genügend erkannt, daß neben dem Wisten auch ein starker zusammengefaßter Wille notwendig ist um nach tiefem Fall als freie und gleichberechtigt« Nation wieder aufzustehen Wo ist die Führung, die m klarer Erkenntnis unserer Lage und aus tiefem Verständnis für Wort und Begriff der Volksgemeinschaft die Neubildung einer Willensstärken Nation vorbereitet und in dir Wirklichkeit umletzt?
Gm Ausweg fiiv poinearö.
Er hält di« Abgeordneten kurz. — Wie man die - Krise bannt.
-Paris, 28. Dezember. (Eia. Drahtbertcht) Meinungsverschiedenheiten zwisckwn Poinrarö und den übrigen Regierungsmitgliedern über die Erhöhung der parlamentarischen Diäten führten gestern zu Krisengcrüchten. Poincarö selbst erklärte mehreren Freunden, er werde z u rücktreten, falls der Artikel über die D i ä tenerhöhung angenommen werde. Rach einer Kabinettsbesprechung unterhielt sich Poin- carö mit dem Finanzminister Feron. Feron teilte später mit, die Schwierigkeiten seien in der Weise brigelegt worden, daß es, falls das Parlament nicht die Bertrauensfrage stellen werde, jedem Minister überlaffrn bleibe, nach seiner Ueberzeugung zu stimmen Der Vertrante PoinrareS schreibt in einem Blatt, ,z Kam mer und Senat z. Zt. unbedingt ein« Kris« vermeiden wollen.
Zwischen zwei Stühlen.
Paris als Gläubiger und Schuldner.
Paris, 28. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Man nimmt hier allgemein an, daß der Rcparalions-Ausschutz schon am 15. Januar in Paris zusammcntreten werde. Ein Blatt meint, die französischen Delegierten könnten infolge der Teilnahme amerikanischer Sachverstän diger in eine schwierige Lage geraten, denn man könne sich schlecht vorstellen, datz die französische Regierung gleichzeitig die Haltung eines unnachgiebigen Gläubigers gegenüber Deutschland und eine» Schuldners gegenüber den Vereinigten Staaten annehmen werde.
Unruhs im Uönigspalast.
Um König Georg steht es . 'jeder ernst.
London, 28. Dezember. Der letzte Krankheitsbericht wirkt beunruhigend. Wenn auch eine unmittelbare Gefahr nicht bestehen soll, so wird doch zugegeben, daß die vorhandenen Reserven im Kräftezustand des Königs nur gering sind. Tie Nahrung mutz dem König in konzentrierter Form eingeflötzt werden und nur einmal hat der König ein Eigelb aus freien Stücken zu sich genommen. Der Prinz von Wales weilte biS 23 Uhr am Krankenlager
London, 28. Dezember. (Eigene Drahtmeld.) Im Befinden des Königs ist bis heute morgen keine nenncnswerl« Aenderung eingetreten. Er hat eine ruhige Nacht verbracht.
Gins tolle Linbrecherslucht.
Die ganze Stadt in Aufregung. — Der Ballettmeister macht den Räuber unschädlich.
Olmütz, 28. Dezember. Ein beim Einbruch beobachteter Einbrecher flüchtete durch dir belebtesten Strotzen, unansgesrht auS seinem Revolver feuernd, und lief schlirtzlich in ein Haus, wo er sich im dritten Stockwerk in einer Privatwohnung verbarrikadierte. Als er nach einer längeren wilden Schietzerei sah. datz seine Lage unhaltbar geworden war, knüpfte er drei Betttücher zusammen und wollte sich damit auS dem dritten Stockwerk herablassen. Da die Leinentücher für dir Flucht nicht ausreichten, kehrte er in vie Wohnung zurück, knotete ein weiteres Leinentuch an und drang auf diese Weise in die im zweiten Stockwerk gelegene Wohnung eines Zahnarztes, wo er den Techniker und die Assistentin mit dem Revolver bedrohte, bann flüchtete er durch einen kühnen Sprung auf die Dachrinne eines zwei Meter tiefer gelegenen Daches, von wo er ein
Schnellfeuer aus seine Verfolger eröffnete. Vom Dachniebrl dieses Haukes wagte er dann einen acht Meter tiefen Sprung aus ein anderes Dach, von dem er in einen vier Meter tiefen Hof gelangte. Er flüchtete fodann. immer hart verfolgt, über zwei Plätze, drang in eine Bäckerei ein und zwang mit vorgehaltener
Waffe die Gehilfen zur Flucht. Vor der Bäckerei hatten sich inzwischen z-.hn Wachleute und eine große Menschenmenge eingesunden, die jedoch der Verbrecher mit seiner Waffe in Schach zu hallen vermochte, bis ein des Wege« kommender Ballettmeister vom Stadl «Heater ihm die Waffe schlietzlich entriß und ihn durch Schläge auf den Kopf betäubte, sodatz endlich seine Festnahme gelang. ES handelt sich um den gefährlichen ungarischen Räuber Joseph Schwartz. Er hatte dreitausend Kronen geraubt.
Der König soll ab-anken.
Kabul von Regierungstruppen entsetzt. Abtransport der Frauen durch die Lust.
London, 28. Dezember. Aus Lahore wird berichtet: Die aufständischen Afghanen sind jetzt von den Regierungstruppen in die Kabul umgeben den Berge vertrieben worden. Ihre Verfolgung ist im Gange. Die Hauptstadt ist jetzt ruhig. Die königliche Familie hat sich nach Kandahar begeben, um Stämme um sich zu scharen, mil denen sie Blutsverwandschaft besitzt. Es wird angedeutet, datz Aman Ullah pielleicht zu Gunsten seines SohneS zurücktreten werde. Militärflugzeuge aus Bagdad beschleunigen den Abtransport aus Kabul. Schneefall hindert zur Zeit den Abflug der Maschine. Viele Personen warten noch auf ihrer Abbeförderung und die Vorräte gehen zu Ende Bei der Landung des Flugzeuges ans Bagdad soll eine deutsche Frau von dem Propeller getroffen und getötet worden fein Die britische Gesandtschaft hat unter schw». rem Feuer gestanden und ihre Zimmer sind verbarrikadiert.
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Elite siegt eich jßmttff flocht
Konstantinopel, 28. Dezember. (Wie aus Ko bul gemeldet wird, haben die Reg!erungs!rup- pen bei starker Külte die Aufständischen bei Kabul angerissen und in die Flucht geschlagen. Mehr als vierhundert seien gefangen genommen worden. Zwei Führer hätten sich bei oer Gefangennahme erschösse n. Fagman habe unter den Kämpfen sehr gelttten. Die Aufständischen hätten versucht, die Residenz zu zerstören.
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Jeder otfhirr wi b «r&roucH
London, 28. Dezember. Ein Blatt berichtet aus Konstantinopel: Afghanische Offizier«, die bei der türkischen Armee ausgebildet werden, wurden zurückberufen. Die türkisch« Militär, kommifsion, die sich auf dem Wege nach Afghanistan befand, wurde angewiesen, bis auf weiteres in Bombay zu bleiben.
Syrien wir- Monarchie?
Paris hält dem Prinzen die Krone hin.
London, 28. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Ahs Paris verlautet, datz vorbehaltlich der Zustimmung des Völkerbundes daS französische Mandatsgebiet Syrien vielleicht in eine Monarchie umgewandelt werden würde. Die endgültige Wahl für den syrischen Thron werde wahrscheinlich auf Prinz Adil Ben Ayad fallen, dessen Kandidatur jetzt in Paris erörtert werde. Der Prinz ist ein Nachkomme der Omai- faden-Kalifen. Seine Frau ist eine Richte des Königs Fuad von Aegypten. Er selbst ist französischer Bürger, lebt in Passy u. ist 45 Jahre alt
Sie sterben an -en Blattern.
Der schwarz« Tod greift in den Orient- borfern um sich.
Bagdad, 28. Dezember. Eine Blattern-Epi- demie macht in Mesopotamien trotz aller Anstrengungen durch die Behörden besorgniLerle- gende Fortschritte. Unter der Landbevölkerung hat sie in einer Woche bei 140 Erkrankungen 72 Todesfälle verursacht. In Bagdad selbst sind von 34 Erkrankungen 18, in Mossul sämtliche 74 Fälle tödlich verlaufen. Die Grenz-Kon- trolle in Palästina, Syrien und TranSjordanien ist erheblich verschärft worden. Im Libanon wird die Bevölkerung geimpft.
Hilferufe aus Aor-china.
Amerika kann die Millionen nicht hungern lassen.
Peking, 28. Dezember. (Funkielegramm) Tie Nankingregierung beschloß, einen Aufruf an Präsident Hoover zu richten, fofort Gelder zu» Nnterftützung der hungernden Ehinesen in Nordchina zu sammeln. In den Bezirken Tschanti-Tetchenti sollen in den letzten g Monaten 4000 Personen an der Pesi gestorben sein An das Rockeseller Institut in Peking ging eine Expedition zur Bekämpfung der Pest ab.
Wir leben länger.
Di« Verheiratete» stark im Vor.eil.
Di« »erheiratet« Frau hart aus bi« läuft« Le» beuodauer reih «en. — Der «eschtebeue aber eer» wnwete Mauu ift am Icklechieite« dran. — De« Lebigen gebt es nicht besser. — Selbst den Hun- bertiabriaen bewilligt die Statistik noch 2 Fabre.
Das statistische Reichsamt, das in einem riesengroßen Gebäudekomplex in Berlin bienen» eifrig Ziffern und immer wieder Ziffern über Handel und Wandel deS deutschen Volkes zu» lammenttiifli uns schüttelt, siebt und ordnet, sollte die Sterbetafeln besser in Lebenstafeln umtaufen. Sie erzählen uns Menschen von heule nämlich von einer unvergleichlich größeren Lebenserwartung als der der hinter uns zurück» gesunkenen Generationen. Im Jahrzehnt 1870— 1881 durste ein Neugeborener aus 35*4 Jahre, ein Zehniähriger aus weitere 4654, ein Dreißigjähriger auf weitere 31'4, ein Fünfzigjähriger auf weitere 18 Jahre rechnen. Heute aber er» klärt unS vie Statistik, daß ein neugeborener ,Mann" 56, feine Schwester sogar 59 Jahre mittlerer Lebenserwartung Hai, daß weiter ein zehnjähriger Knabe noch fast 56, ein Dreißigjäh» riger noch weitere 33-4. ein Fünfzigjähriger noch neue 22 Jahre mittlere Lebenserwartung vor sich har. Die Lebenserwartung für die
Frauen liegt noch günstiger;
denn die Statistik verspricht im Durchschnitt der Zehnjüh-'»L^«»ch über -7. der LikkMjjMl'M' noch faf**.U und der Fünfzigerin noch über 28 Jahre Lebensdauer. Die so außergewöhnlich verbesserte Lebenserwartung bei beiden Ge» schlechrern ist ein Ergebnis der Bekämpfung der großen Volksfeuchen und ein Erfolg der gegen trüber stark verbesserten Aufzucht und pfleglichen Behandlung der Menschen durch ander« und durch sich selbst in allen Lebensaltern. Deshalb macht die Gesundheit ungeahnreFort» schritte nicht nur hinsichtlich des Lebensalters. sondern auch im Hinblick aus Kraft, Größe und körperliche Leistungsfähigkeit der Menschen. Das Geschlecht von heute ist also trotz aller Legenden über die unerhört gewaltigen Enaksöhne alter Zeiten nachweislich
größer, stärker und lebenSzäher
als die Generationen der Vergangenheit. Die Statistik, die von manchem Stadtvater wegen der verlängerten Altersversorgung schon mit angstbewegtem Herzen gelesen wird, begnügt sich aber nicht mit der einfachen Klarlegung, daß wir län- ger leben als früher und von beiden Geschlechtern wiederum Bte Frauen bedeutend besser d a st e h e n als die Männer; sie dringt noch tiefer in die Geheimnisse der Lehensabwik- kelung ein mit der Ermittelung der Lebensaussichten für Ledige, Verheiratete und Geschiedene der beiden Geschleckter. Das 25. Jahr bietet den Männern im Durchschnitt eine Lebenserwartung von 42,70, den Frauen von 43,92 Jahren. Die verheirateten Frauen schneiden dabei mit 14,62 Jahren am günstigsten ab und dicht neben ihnen stehen die verheirateten Männer mit 43,92 weiteren Lebensjahren, während den ledigen Frauen von 25 Jahren nur 42,99, den verwtt» weten und geschiedenen Frauen 42,8% den ledigen Männern 38,76 und den per Wit» toeten oder geschiedenen Männern sogar nur 38,32 weitere LebenSiahre in Aussicht stehen. Die größte Lebenserwartung gehört den
verheirateten Frauen und Männern auch noch im 40. Jahr«
und zwar wird den Frauen eine Fortdauer des Lebens um 31,95, den Männern um 30,87 Jahre, den ledige» Frauen um 30.69, den geschiedenen — etwas besser — um 30,83, den geschiedenen Männere um 27.23 Jahre versprochen, während in diesem Alter die ledigen Männer mit 27,10 Jahren am schlechtesten abschneiden, werden also nur 67 Jahre alt, während die Verheirateten fast 72 u. 71 Jahre erreichen sollen. Erst vom 50. Jahre ab tritt eine Verschiebung der Lebenserwartung zugunsten aller Frauen ein; die verheirateten Männer bleiben aber den Ledigen und Witwern oder Geschiedenen immer noch voran, und zwar in sämtlichen Al« -ersklassen bis ins biblische Alter hinein. Im ''0. Jahre gibt die Statistik den verheirateten Frauen noch 23,62, den ledigen 22,94, den verwitweten 22,73, den ledigen Männern 20,12, den geschiedenen und verwitweten noch 20,0? Jahr«. Im 6 0. I a b r « Reben bi« verheiratete« Frauen mit 15,95 Jahren weiterer Lebenserwartung an der Spitze, die verwitweten Männer mit 13,61 am ungünstigsten. Erst im 70.