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Kasseler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 299 Einzelpreis: töodientnnS 10 Pfennig. Mittwoch, 19, Dezember 1928.

Einzelv-eiS: Sonntags 20 Pfennig.

18. Iahrqang

Befriedet der Völkerbund Südamerika?

Moskau wirbt um Englands MiMonen / Annäherungs-Appell eines Franzofrn.

Die brennende Lunte.

Niemand löscht den Urwaldkrteg.

Es wird schon dafür gesorgt, daß die Welt nicht in allzu tiefen Winter« und Friedensschlaf verfällt. Aus den Urwaldstädten Südamerikas werden Stegestelegramme um den Erdball ge­funkt. Schwere Kämpfe im Gran Lhaco, heißt es da, Eroberung von drei Festungen, hundert Tote aus der einen Seite und nur zwanzig aus der anderen, unvermeidliche Pflicht, sich Genug­tuung für die beleidigte Ehre zu verschaffen usw. In Bolivien haben infolge dieser ersten großen Siege schon mächtige Demonstrationen stattge- funden, der Präsident muß Reden halten, und die Begeisterung steigert sich von Tag zu Tag. In Paraguay selbstverständlich Gegendemon» strationen, Rückeroberungen, Gegensiege. Von beiden Seiten Telegramme an den Völkerbund. Selbstverständlich ist der Andere schuld. Die Re­serven werden mobil gemacht, und der mehr oder minder kriegsbegeisterte Zeitungsleser kann aus der Karle den Verlauf der beiderseitigen Fron­ten auf Grund der Kriegsbericht« einzeichnen. Freilich wird letzteres nicht so ganz einfach sein. Man weiß noch vom Weltkriege her. wie schwer eS gelegentlich ist, die Kriegsbericht« zwei« Parteien einigermaßen in Einklang zu brin­gen. Sehr häufig siegen beide, und die Punkte, die den Frontverlaus anzeigen, sind selbst nach den besten Karlen im Urwaldgebiet deS Gran Chaco nicht so leicht auszufinden.

Die ganze Aufmachung dieses neuen kriege­rischen Konfliktes frischt fa freilich die Erinne­rungen an die Zeit von vor zehn Jahren wie­der auf. Trotzdem ist natürlich ein Vergleich mit dem Weltkriege schtei und säst absurd. Wenn sich nicht die anderen füdamerikanischen Staaten einmischen, wozu, wie eS scheint, bisher noch keine Bereitschaft vorliegt, wird sich der Krieg zwischen Bolivien und Paraguay auf Ur- wald-Gefechte beschränken, wie eS deren schon mehrere in diesem wilden, nur von unkla­ren politischen Grenzen durchschnittenen Ge­biete gegeben hat. Ist doch ein ganz stattlicher Teil der Bevölkerung diesseits wie jenseits der Grenzen noch im vorgeschichtlichen Urzustand. Tie Zahl der Indianer beträgt in Bolivien unter drei Millionen Einwohnern etwa 250 000 und in Paraguay unter einer Million etwa 100 000. Sie werden die Gelegenheit, wo sich die Weißen gegenseitig niederschießen. auch ihrerseits ohne Zweifel benutzen, um ihre Jagdgründe gegeneinander zu verteidigen und den einen oder anderen alten Span miteinander auszumachen. Irgendwelche große, Heeresbe- wegung. wie sie etwa in Europa möglich wäre, ist zwischen Bolivien und Paraguay schon man» gels der Straßen und Eisenbahnen und wegen endloser Steppen» und Urwaldstrecken auSge» schloffen. Eigentlich würden beide Länder ge­scheiter handeln, wenn sie Geld und Menschen­kraft lieber erst zur Kultivierung ihrer Gebietes, als zum Kriegführen benutzten. Wenn der jetzige sogenannte Krieg lange dauert, und das kann leider umsomehr der Fall fein. alS er die Formen des Guerilla-KriegeS anneh­men wird, so dürfte an seinem Ende wenig mehr von den a»S Amerika geliehenen Dollars und von den früher einmal beabsichtigten kultu­rellen Möglichkeiten übrig sein. Dann müßten höchsten- gröbere Machte auf dem Gebiete der beiden kriegführenden Länder die Kultur schaf­fen. deren sich diese beiden noch nicht alz fähig erwiesen haben. Vielleicht sogar für manchen großen Nachbarn eine sehr willkommene Ge­legenheit.

Die Welt würde sich um den ganzen Streit weniger kümmern, wenn er nicht über seine rein praktische Bedeutttng hinaus auch noch die bedauerliche ideelle hätte, wieder einmal die Ohnmacht aller Friedenöbestre- bungen in der Welt zu zeigen. Was soll man denn von diesen erhoffen, wenn selbst so zwei kleine menschenleere „®ro6ffaatene von den politischen maßgebenden Instanzen der Welt vom Kriegführen nickt abgehalten werden kön­nen? Der Völkerbund plant eine außerordent­liche Ratstagung, der Papst telegraphiert und appelliert an die kirchliche Gesinnung, Spa- nienS König an die DirtsckastSvernunst, di- panamerikanische Konferenz lech sich ins Zeug mb spricht von einem unfreundlichen Akt. Der Jubel der Krieges- und Siegesbegeisteruna schäumt trotzdem über. Und was will praktisch eine der drei genannten Instanzen in den Ur­wäldern und in den dreitausend Meter hohen Vecgen des Gran Ehaco unternehmen, um den

Wiederbelebungsversuche blieben ergebnislos.

Lvschl Argentinien Vie »ranöfctfel?

Bolivien sehr großspurig.

Sie wollen eine halbe Million mobilisieren. Aber die Forts haben sie wieder verloren.

Rewyork, 18. Dezember. (Durch Funkspruch.) Aus La Paz wird gemeldet, daß der Komman­dant der bolivianischen Truppen an der para- guayanischen Grenze erklärt habe, daß Bolivien schon zweihunderttausend Mann unter die Fah­nen gerufen habe und daß eS imstande sein wer­de, gegebenenfalls weitere zweihunderttausend Mann (?) innerhalb zehn Tagen zu mobilisieren Die Militärbehörde gibt zu, daß die Paraguay­aner z w ei der Forts, die von den Bolivianern besetzt worden waren, wieder zurücker­obert haben. Neber die Verluste werden An­gaben nicht gemacht.

Verbindung mit dem Weltmeere abgeschnitten worden ist. Da handelt es sich um eine Frage der Gerechtigkeit und des LebenSintereffes, vor der der Völkerbund bisher ohnmächtig kapitulierte. DaS treibt Bolivien auf die heutigen verzweifelten Auswege. DaS läßt aber leider auch so wenig Glauben an die poli- ttsche Leistungsfähigkeit deS Völkerbundes übrig. Vom Kellogg-Pakt und ähnlichen idealen Kund­gebungen ganz zu schweigen I

Frieden zu wahren? Man möchte eS ja drin-die drei Männer unter der Eisdecke vorzuziehen, gend wünschen, daß mindestens der Völkerbund,......

dessen Mitglieder beide kriegführenden Staaten sind, seine Autorität noch durchsetzt. Er könnte vielleicht durch Vermittlung Argen- tinien», des mächtigen Nachbarn der beiden Kriegführenden, einen Druck ausüben. Die Hoffnungen auf eine solche vernünftige Lösung ind aber gering. Zu Gunsten von Bolivien muß man immer wieder sagen, daß eS durch einen Gewaltakt Chiles von seiner natürlichen

Lon-on hilft Moskau?

Fühler von beiden Seiten. — Die Großindu­striellen nicht abgeneigt.

London, 18. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) Der Zeitschrift-Herausgeber Ernest Ren- nant erklärte in einem Interview, die russische Regierung habe ihm mitgeteilt, in Moskau werde man die Entsendung einer Abordnung britischer Industrieller und Finanzleute nach Rußland be­grüßen und ihr alle Möglichkeiten zur Orientie­rung geben. Er habe auch die Bildung der Mis­sion übernommen. Die britische Finanz sei also gewiffermatzen eingeladen, die Führung bei der finanziellen Wiederherstellung Rußlands zu über- nehmen. Es handele sich um eine KaPitalauS- gäbe von insgesamt 460 Millionen Pfund Ster­ling, die für die wirtschaftliche Entwicklung we. sentlicher Betriebe anzulegen seien.

Rewyork, 18.« Dezember. (Funktelegramm.) Nach Meldungen auS Buenos Aires steht ein Eingreifen Argentiniens in den Streit zwischen Bolivien und Paraguay bevor.

*

DerDvliervund will Amerika nicht tränten

London, IS. Dezember. Aus Anfrage erwi­derte Chamberlain im Unterhaus: Einige Völ­kerbundklauseln machen eS dem Völkerbundsrat zur Pflicht, Staaten seine freundschaftlichen Dienste anzubieten, und ich glaube nicht, daß die Völkerbund-Aktion in den Differenzen zwi- schen Bolivien und Paraguay irgend jemand zu der Ausfaffung bringen könne, daß sie die Mon­roedoktrin berührt oder verletzt. ES sei sicher, daß nichts, waS der Völkerbund tun wird, in den Vereinigten Staaten irgendwelche Verstimmung Hervorrufen könnte.

Moskau soll vor allem nicht wtivlen.

London, 18. Dezember. (Eigener Drahtbe­richt.) Auf eine Anfrage im Unterhaus über die Annäherung au Rußland antwortete Cham­berlain, die Hauptsache sei, daß die Ruffen den Beweis ihres guten Willens, die englischen Bedingungen zu erfüllen erbringen müß­ten. Nur die vollkommene Einstellung jeder Propagandatätigkeit durch Rußland könne die englische Regierung zufriedenstellen, da sich England gerade über diesen Punkt am meisten zu beklagen habe.

Der Zwang zur Annäherung«

Frankreich« Wirtschaftsführer spricht im Reichstag.

Berlin, 18. Dezember. Gestern abend sprach im Reichstag auf Einladung der französische Großindustrielle und Wirtschaftspolitiker Henri de Peyerimhoff de Fontenelle, der alS Präsident deS französischen Kohlenkomitees und als Mit­glied deS Bölkerbund-WirtfchastSkomiteeS einer der führenden Männer der französischen Wirtschaft ist und am Ausbau der den sch-fran- zöfischeu Wirtschaftsannäherung arbeitet. Der Vortragende betonte, wirtschaf liche Notwendig­keiten würden die bedrohlichen Wahlgeflen zäh­men. Innerhalb einer gereiften Frist wird das moderne Leben den Völkern de« verarmten, übermäßig zerstückelten Europas das von notto­nalen, Sprach- und Zollschranken gespickt ist, die Rotreendigkett der Umgruppierung ober mindestens der praktischen Annäherung aufzwingen.

2$rianö berät Nichts über Lugovs

Paris, 18. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) Briand ist gestern abend hier einge­troffen. Er gab keinerlei Erklärungen ab unb begab sich direkt nach dem Quai d'Orsay.

Die ersten Eissport-Toten.

Drei Männer verschwinden

Hannover, 18. Dezember. Gestern abend gegen zehn Uhr huldigten der Diplomingenieur Fäl­tln, feine Ehefrau, der Ingenieur Ricke und ein noch Unbekannter auf der dünnen Eisdecke der überschwemmten Masckwiese dem Skisport. Plötz­lich brachen alle vier Personen ein. Während es der Frau gelang, festen Grund unter den Füße" in bekommen, verschwanden ihre drei männlichen Begleiter vor ihren Augen unter der Eisdecke Die sofort alarmierte Feuerwehr brachte zunächst die Frau ins Krankenhaus. Es gelang ihr auch,

Gin gewagtes Spiel.

Wenn der Völkerbund eingreift.

Paris, 18. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) Zu den Vermitüungsversucheu im süd­amerikanischen Konflikt fchreibt ein Blatt, Ar­gentinien habe die beiden Rivalen Bolivien und Paraguay in der Hand. Die Vereinigten Staa­ten andererseits beanspruchten eine Art mora­lischer Richterolle für den gesamten amerikani­schen Kontinent. So seien also beide dafür gua- lisiziert ,die Feindseligkeiten zum Stillstand zu bringen. Eine Völkerbund-Intervention wür­de in Washington und in Buenos Aires außer­ordentliches Mißfallen erregen, sobald man sich dabei auch nur etwas vorwage. Ist es denn wirNich vernünftig, fragt das Blatt, -ur um der ideologischen Prätentionen deS Völkerbun­des willen uns verhaßt zu machen? Wozu? Am besten wäre eS, die Sache aufzugeben.

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Dvlkervunvtagung wegen (Südamerikas

Genf, 18. Dezember. Eine außerordent­liche Bölkerbundstagung zur Besprechung deS Streitfalles zwischen Bolivien und Paraguay scheint jetzt wahrscheinlich. Der BölkerbuudS- sekretär D r u m m on d ist gestern nach Paris gefahren. In seiner Begleitung befinden sich der Direktor der politischen Abteilung und an­dere höhere Beamte.

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Jede Bartet siegt... Die Opfer.

Rewyork, 18. Dezember. Nachrichten auS Asuncion zufolge teilte der Kommandeur deS Chaco-GrenzdiftrikteS mit, daß bei der Rück­eroberung der drei FortS sechs paraguayische Soldaten, zwei bolivianische Oftiziere sowie zahlreiche bolivianische Soldaten und unisor- mierte Indianer den Tod gefunden hätten. Aus Lo Paz wird berichtet, daß die Nachricht von dem Erfolg der bolivianischen Truppen beim Fort Mariscal Lopez einen patriotischen Freu­dentaumel gezeigt habe. Die Bevölkerung zog durch die Straßen zum Rationalpalast. Präsident und Minister ermahnten die Volksmenge, Ruhe zu bewahren.

Das Weiße Haus nnterntmmt nicht',

Washington, 18. Dezember. Staatssekretär Kellogg äußerte sich heute: Die Bereinigten Staaten halten an Ihrer Haltung nach wie vor fest, daß eine Intervention von außen her n i ch t stattfinden dürfe. Die Panamerikanische Konfe- renz hält jedoch ihr Bermittlungsangebol, das bereits von Paraguay angenommen wurde, aufrecht.

ÄmZnbiankrparadles

Soll das Schwert im Chaco entscheiden?

Mrolenmfetber reize» bte ESbamerlkastoaten. Wilde Jndianerstämme schrecke» bte Reisende».

91 »r Priirie nnb Palmen. — Forts als Schub« wälle gegen die Rothäute. — Urwald,anber

»ud Fischwnnder.

Um das Waldgebiet deS Chaco kann es sehr leicht in Südamerika zum Krieg kommen. Grand- chaco, der «große Jagdgrund", wie dieses weite Wald- und Weideland von den Indianern ge­nannt wurde, erstreckt sich über weite Teile Süd­amerikas. Aber nur Bolivien und Paraguay haben sich über die Grenzen noch nicht geeinigt. Die Grenzfestsetzung Paraguays ist von Bolivien nur so lange geduldet worden, als ihm an dem wertlosen Gebiet nicht viel gelegen war. Jetzt aber, da sich die verlockende Aussicht getoalH« ger Petroleumfelder eröffnet, will je­der Staat möglichst viel von diesem winkenden Reichtum haben. Der Chaco ist zum großen Teil noch unerforscht, denn das Reisen ist in der lan­gen Regenzeit ganz unmöglich, bietet aber auch in der Trockenheit große Schwierigkeiten und Gefahren, da Süßwafferbrunnen selten sind — die Flüffe führen zum Teil salziges Waffer und

feindliche Jndianerstämme herumschwärmen.

Das ganze Land ist verhältnismäßig jungen Ursprungs; der Boden besteht aus mit Sand Sfe mischtem Humus, der auf einer mehrere Meter mächtigen Schicht von Lehm ruht. Da sich die glatte Oberfäche von Nordwesten nach Südosten senkt, so ist der Lauf der langsam fließenden Flüffe stark gewunden und neigt zur Sumpf­bildung. Die Flüffe, die in der Regenzeit auS ihren Ufern treten, sind in der Trockenzeit sehr niedrig, sodaß der Chaco im Winter waflerarm ist. Der Chaco ist ein Uebergangsgebiet zwischen Wald und Steppe. Während die unerforschten Teile noch vielfach mit dichten Bäumen bestan­den sind, dehnt sich an anderen Stellen die Grasflur, soweit das Auge reicht, nur von ein­zelnen Palmen unterbrochen. Das maffenhafte Auftreten der Palme verleiht der Vegetation ihre Eigenart. An einzelnen Stellen wiegt der Quabrachobaum vor, der Nutzholz liefert, vor allem aber wegen seinen unerschöpflichen Gerb­stoffmengen gefällt wird. Der im Chaco gewon- neue Gerbstofsextrakt wird auch in

deutschen Lederfabriken verwendet.

Sonst ist das Land arm an Bodenschätzen. Man gewann hier bisher nur Borax. Aber seit eini­get Zeit bereits forscht man nach Petroleum­vorkommen, und da diese nun entdeckt sein sol­len, wird die Erschließung deS in Betracht kom­menden Gebietes nicht lange aus sich warten (affen. Die Indianer, die das Chaco bevölkern, zerfallen in zahlreiche kleinere Stämme, die noch zum größten Teil ein nomadisches Leben führen. Da sie ein starkes und kriegerisches Volk sind, hat man sie in den achtziger Jahren, um der Kolonisation die Wege zu ebnen, rücksichtslos bekämpft, und manche Stämme, besonders die interessanten Abiponen, die bereits die Jesui­ten für ihren Gottesstaat zu bekehren suchten, sind fast ganz ausgerottet. Andere aber, vor al­lem die wilden Toba, haben sich ihre Selbstän­digkeit bewahrt und auch nicht von der anglika­nischen Miflion gewinnen kaffen, die als einzige Kulturträgerin unter den Chaco-Jndianern auf­tritt. Diefe Jndianerstämme, die dem Weißen stets feindfelig entgegentraten, bilden auch heute noch eine große Gefahr für den Reisenden und bie Regierung hat an verschiedenen Stellen der Cbaco Fort- angelegt, um diese Herumstreifen« Den Horden in Schach zu haften. Um ein solches Fort ging auch der Kamps der Grenztruppen, der den Konflikt hervorrief. Auch die Tierwelt der paraguayischen Chaco ist für den ReisenDen nicht gerade eititabenb; hier Hausen die großen

Räuber Jaguar und Puma, dann Bären,

Füchse und Marder. Auch Assen, Tapire, Wild- und Waflerschweine, Rehe und Hirsche sind Be­wohner des Landes. Sehr gefürchtet ist eine Aligator-Art, der sogenannte Nacare. Unter den Fischen gibt eS dort einen der merkwürdig­sten Vertreter dieser Gattung, den Lolach Dieses seltsame Geschöpf ,das an eine Wafferschlange erinnert, atmet gewöhnlich durch Kiemen. In der Trockenzeit aber vergräbt es sich in „bert Schlamm und wird nun zum Luftatmer, und iwar durch feine Schwimmblafe. Wenn aber der Reaen wieder fein Standquartier mit Wasser aefiivt hat. bann erwacht der Lolach auS seinem Schlaf, durchbricht die Schlammkruste und atmet wie etzi echter Fisch. Da das Fleisch dieses Fi-