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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

$rewnt Aatttblaa

18. Jahrgang

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

Dienstag, 18. Dezember 1928

polen läuft Sturm gegen Gtresemann

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schneiden, unter keinem Preis zum Gegenstand

den konnte

Der Dananeienkrteg drendet.

Bogota. 17- Dezember. Aus den Bananen Bezirke» wird berichtet, daß die Arbeiterstrei tigkeiten, die zu mehreren Zusammenstößen ge führt hatten, jetzt beiqelegt sind.

cs: Der nützliche Meinungsaustausch hat zu der Ueberzeugung geführt, daß eine Politik der Ver­söhnung und Annäherung unserer Länder am geeignetsten ist, den Frieden zu sichern. Dieser Politik bleiben wir treu. In diesem Geiste wer- Den wir die Verhandlungen fortsetzen. Wir sind entschlossen, alles in unserer Macht Stehende zn tun, um so schnell wie möglich zu einer vollstän­digen und endgültigen Lösung der aus dem Kriege herrührenden Schwierigkeiten zu gelan­gen, um die gedeihliche Entwicklung der Be­ziehungen unserer Länder zu sichern.

Zerrissene Faden.

Bricht Zaleski die Wirtschaftskonferenz?

Lugano, 17. Dezember. (Eigene Drahtmeld i Zaleski erklärte auf einem Presseabend, Stresc manns Rede sei die Verwirklichung der deutsch volnikchen Gegensätze und die ernste Sefähr,

früher Eine Tatsache, die keineswegs in Er­staunen setzen dürste, da es sich hier um Fragen handelte, die tief in das deutsche Interesse ein-

S resemonn kkhn Donnerstag heim.

Berlin, 17. Dezember. (Funkdienst.) Außen- Minister Stresemann ließ mitteilen, daß er am Mittwoch von Lugano abreisen und am Don- nerstag wieder in Berlitz etntreffen werde. So­fort nach seiner Rückkehr will er die Reichs- regierung über das Ergebnis von Lugano informieren.

Bit Saftetet Neuesten Nachrichten eriche-nen wSchenrlt» 'echSmat nachmitt-»-.

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Nummer 298. Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Müller ms Dv.kervundfreund.

Berlin, 17. Dezember. (Privattelegramm.) Reichskanzler Müller drahtete der deutschen Liga für Völkerbund: Möge die Liga im neuen Jahrzehnt ihrer Arbeit die Gedanken wahrer Völkerbundspolitik im Volke lebendig erhalten.

Mehr war nicht zu errrlchen.

Paris, 17. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.» Ein Blatt betont, das CommuuiguL von Lugano beweise, daß man beabstchsige, die Verhandlun- gen in demselben Geiste fortzusetzen, der die Grundlage der Verständigung der sechs Mächte­vertreter im September in Gens gebildet haben. Dieses Ergebnis, das einzige, das unter den ge­genwärtigen Umständen vernünftiger Weise er­reicht werden konnte, ist gewiß beachtlich. Für die Reparations- und Räumungsverhandlungen Utoe.bie Fühlungnahme nicht zwecklos.

Warschau, 17. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) Unter der UebcrschristFuror teutonic" schreibt ein Blatt, daß Dr. Stresemann in sei­ner Zurückweisung der Angriffe Zaleskis in Lu- gano sich und seine ganze bisherige Politik de­maskiert habe. Er habe bewiesen, daß seine Friedensrolle den Zweck gehabt habe, Deutsch­land von den Bindungen des Versailler Ver­trages zu befreien, um desto eher den Weg der blutigen Revanche (!) beschreiten zu kön­nen. Der angegriffene teutonische Hochmut habe die Fesseln der Beherrschung gesprengt. Ferner hab- Stresemann den Zusammenhang der deut­schen Regierung mit der Tätigkeit des Ober- schlesischen deutschen Bundes enthüllt. Die «t- ntosphäre des Vertrauens zu der Friedensliebe Deutschlands sei vernichtet. Es sei jetzt klar, daß der Völkerbund kür Deutschland nur eine MaSke fei, hinter der sich der Rapallovertrag verstecke. , ,, _.

Ein Kommentar hierzu ist überflüssig. An polnische Wutausbrüche und Gehässigkeiten sind wir gewöhnt. Die polnische Wut ist umso größer, weil der tteue Bundesgenosse Frankreich diesmal nicht als Sekundant aus Polens Sette steht. In Lugano stebt Polen mit seinen Ansichten verlassen da. Darum macht man sich in Hatz- und Wutgesängen aus Deutschland Lust.

Nicht mehr aufzuhatten.

Bolivien weist jede Vermittlung zurück.

Rewyork, 17. Dezember. Eig. Drahtbericht. Aus Brwnos Aires wird gemeldet, daß der Kö­nig von Spanien seine Vermittlung im Kon flitt zwischen Bolivien und Paraguay ange­boten hat. Aus Rom kommen Gerichte über eine BermittlungSaktion d-S Papstes.

Rewyork, 17. Dezember. Au» Washington wird gemeldet, daß Bolivien de« Vermittlungs- Vorschlag deS Völkerbundes höflich aber be­stimmt a bgele hnt hat und sich ebenso gegen über einem panamerikanischen Vorschlag verhal- ten wird.

eine solcheGegenleistung- für eine frühzeittgere Räumung des Rheinländer nicht zugeflehen kann. Es gewinnt den Aeschein, daß Dr Stresemann diesmal in Lugano den Forderen- ------ ......... -

pe« der ehemaligen Alliierten einen entschie- eines schwächlichen Kompromisses gemacht wer- beneten Widerstand entgegensetzte als den konnte

Warschau, 17. Dezember. (Eigener Draht­bericht.) Am Sonntag fanden in Warschau sechs politische Versammlungen statt, in denen es zu heftigen Angriffen gegen Deutschland kam. Die Mehrzahl der Warschauer SonntagS- zeitungen verlang: die Einberufung des aus­wärtigen Sejm-Ausschusses und eine Regie­rungserklärung gegen Strrsemanns Angriffe im Bölkerbundsrat.

(Stehe auch den Artikel auf der 4. Spalte. D. R.

düng der schwebenden Wirtschastsverhandlungen. Die Antwort auf die Strescmannrtede werbe

*

RünfHictte S-reeung gegen tSuestmotrn,

überhaupt möglich erscheint. Der Völkerbund 'ft darauf aufgebaut, daß es Rechte für diejenigen gibt, die ty einem anderen Staate für die Grund­lagen ihrer Nation, die Religion, Glauben und Sprache, kämpfen dürfen. In großer Erregung forderte darauf Sttesemann, daß die grundsätz­liche Frage der Behandlung der Minderheiten durch den Völkerbundrat al» offizieller Punst aus die Tagesordnung der nächsten Ratstagung gesetzt wird. Diese Frage darf nicht mehr, wie Htsher als ein Anhängsel behandelt werden. Die leidenschaftlichen Ausführungen Dr. Strese- manns wurden von der ganzen Versammlung mit ungewöhnlicher Spannung unter größtem Schweigen angehört.

Oie Tteparallonen ruinieren auch Dreußen.

Berlin, 17. Dezember. Der Landtag über­wies am Sonnabend den Etat für 1929 de«

Wir Wen klarer.

Lugano-Nachlese und Stresemann-Attacke.

Wir haben schon in unserer Sonntagsvor­schau betont, daß praktische Ergebnisse diesmal in Lugano überhaupt nicht heraussprtngen wür­den. daß nichts beschlossen, nichts geklärt wurde, wenn man nicht die scharfen Gegensätze, die Un­überbrückbarkeit der moralischen und juristi­schen Standpunkte, die feste Haltung anscheinend auf beiden Seiten als eine Klärung bezeichnen will. Immerhin ist es gut, einmal festzulegen, über was die drei Großen Luganos sich aus­sprachen, und auf welche Formel sie das nichtige Ergebnis dieser Aussprache zu bringen sich be­mühten. Da war zunächst die Räumungsfrage. Sie selbst wurde wohl kaum berührt. Nur die Erklärungen, die Briand und Chamberlain in ihren Parlamenten vor der Luganoer Tagung über sie abgaben. Das heißt mit anderen Wor­ten. es wurde in Lugano zwischen den Dreien nur über die juristische Begründung des deutschen Räumungsanspruches geredet. Richtiger würde man sagen: Drei Standpunkte wurden präzisiert. Daß sie aufeinander platz­ten und schließlich das gleiche Bild festlegten, tote wir cs nach den Feststellungen Brtauds und Chamberlains vor Lugano hatten, war selbstverständlich. Man sah daher in Lugano dnS Unmögliche einer Einigung ober eines Kompromisses ein und wurde vorsichtig, verlor sich in Allgemeinheiten, vielleicht auch in Vorschlägen, die schon deshalb unverbindlich wa­ren, weil die drei Außenminister keineVoll- machten zu solchen Vorschlägen hatten und die für das Reparationsproblem Zuständigen der drei Mächte nicht anwesend waren. Dabei muß es dahingestellt bleiben, ob die Verschie­bung des rein juristischen deutschen Standpunktes auf das politische Gleis als ein Fort­schritt anzusehen ist.

Ms Erfolg ist lediglich, tote schon angedeutet, zu buchen, daß gleichzeitig mit dem Beginn der Arbeiten des Sachverständigenausschufles auch die diplomatischen Besprechungen über die Räu- mung einsetzen sollen, womit wenigstens theore­tisch die beiden Fragen als etwas von einander Getrenntes behandelt werden. Aber da schließ­lich die französische Regierung eS nach Belie­ben einrichten kann, wie lange die eine oder die andere Aussprache, hinausgezögert wird, so kann sich trotz der theoretischen Trennung der beiden Fragen doch sehr leicht eine praktische Ver­bi n d u ng Herstellen lassen. Es kommt hier eben alles aus den guten oder bösen Willen von Paris an. Man wird also abzuwarten haben, ob dieser aus einem hoffnungsfrohen Auge ge­sehene Erfolg Deutschlands sich wirflich als ein Fortschritt in der sachlichen Behandlung der Räumungsfrage erweisen wird. Sehr schmerz­lich berührt die Einsicht, daß auch die Repara- tionsfrage immer noch mehr aus dem politischen als nur aus dem sachlichen Gesichtswinkel der deutschen Leistungsfähigkeit betrachtet wird, daß auch Italien sich dev Einheitsfront Frankreich- England angeschlossen hat. Also auch hier ein »Ergebnis-, das die deutsche Sache mehr beein­trächtigt als fördert.

Die 53. Ratstagung, die, wie man versucht wäre zu sagen, neben den Besprechungen der Staatsmänner herlies, hat diejenigen, die von ihr keinerlei Ueberraschungen und Sensationen erwarteten, nicht enttäuscht. Es fei denn, daß man den sehr heftigen Zusammenstoß zwischen Stresemann und dem polnischen Außenmi­nister Zaleski als Sensation werte. Ganz allgemein wird man eS in Deutschland mit Freude begrüßt haben, daß der deutsche Außen­minister derart energisch und in einem Ton, der die RatSrnitglieder aufhorchen ließ, weil er am Ratstisch nicht üblich ist. die ungeheuerlt- ch e n Anschuldigungen ZaleSkiS gegen die beut- sche Minderheit in Oberschlesien und vor allem gegen den Deutschen Volksbund zurückwies. Ter .Knax* in der im Bau begriffenen Wirt- schaftSbrücke nach Polen ist da, ist aber von deutscher Seite nicht verschuldet worden, die Ver­ständigung hat Herr Zaleski durch den herauf­beschworenen Zwischenfall allerdings genau so wenig gefördert wie durch die Tatsache, daß der Sejm-Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten einen gegen die Rheinlandräumuna gerichteten Antrag annahm, bei dem es sich, obwohl er von her Opposition auSglng offenbar um bestell- t e Arbeit handelte Im übrigen braucht man Don den Beschlüssen des Rate» tm allgemeinen nicht viel Aufhebens zu machen, wenn es auch bedauerlich ist. daß Briand anscheinend auf die Rbeinkontrolle Über 1935 hinaus auf keinen Fall verzichten will, obwohl Deutschland «ach den wiederholten Erklärungen der Reichsregierung

Kein Bruch mit Locarno

Aber Lugano hat die Gegensätze geflärt. Stresemann blieb fest.

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Haßgesänge aus polen

Weil Stresemann in Lugano die Wahrheit sägt.

zugelaffen werden könnte. S. Die Reparations- Sachverständigen wurden namhaft gemacht. 6. Sttesemann habe darauf bestanden, daß Räu- mungs- und Reparationsverhandlungen nicht verbunden werden dürfen. 7. Man wolle jedoch das Problem nach praktischen, politischen Ge­sichtspunkten lösen, nicht aber -"'s bei Grundlage juristischer Gedankengänge. 8. Stresemann durchblicken lassen, er betrachte diese Besetzung als gegen die deutsche Industrie gerichtet mit dem Zweck, die deutsche wirtschaftliche

Konkurrenz auf dem Weltmarkt einzu- schränken.

Briand und Chamberlain hätten diese Auffas­sung lebhaft bekämpft. 9. Die Minister wollen Reden, die schwere Mißverständnisse Hervorrufen vermeiden. 10. Das Anschlußproblem sei in die wirtschaftlichen und finanziellen Fragen eingefügt worden. Sttesemann wolle, falls die Sachver­ständigen nicht zum Ziele kommen sollten, den Dawesplan unverzüglich aufs Neue in Kraft tre­ten lassen.

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Dur kV schöne Worte wird nicht« gevessen.

Lugano, 17. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) In dem^ offiziellen Kommunique heißt

pklnlicft aber wahr.

StresemannS Philippika gegen Polen.

Zaleski tomäbt die Deutsche« i» Ebet!4lefte«t. Einmal reibt auch Strcicma»» die Geduw. Ma» kennt de« Anbenmiutfter saft nicht wieher. Im gestrigen Völkerbundsrat kam es zu einem charfen Zusammenstoß Dr. Sttesemanns mit dem polnischen Außenminister, als letzterer pro­vozierende und unglaublich beleibtgenbe Erklä­rungen über den Deutschen Volksbund in eher» schlesien abgab und diesen des Hochverrats und der Gefährdung des polnischen Staates beschul- digte. Dr. Stresemann, der bereits wahrend der Rede Zaleskis mehrmals erregt mit der Faust auf den Tisch schlug, antwortete in erregtem, leidenschaftlichen Ton, fortgesetzt er Stimme aufs höchste steigend: Der polnische Außenminister, aus dem der Geist des Hasses spreche, habe zum Kampf gegen die deutschen Minderheiten in Oberschlesien aufgerufen. Es kann sein, daß die einzelnen Fragen nicht von so großer Bedeutung seien wie Handelsvertrags- Verhandlungen ober wichtige Wirtschaftsverhand­lungen. Es handele sich hier um dte h e tl i g - ten Güter der Menschheit, um Schule, Sprache und Religion, deren Schutz der Völker­bund feierlichst garantiert habe und für dte er die Verantwortung vor der ganzen Welt trage.

Es ist unerhört von Ihnen! Wie kommen Sie dazu

zu -sagen, W wir Mk LNpütze Zeit verlieren, wenn es sich hier um die Gtttndftagelt'yanoeo r Was für politische Gründe haöcn Sie bewogen, in diesem Augenblick am Abschluß der Tagung derartige Erklärungen abzugeben. Wenn S-e von der wirtschaftlichen Entwicklung Oberschle- siens sprechen, soll ich Ihnen mit der wirtschaft- liehen Entwicklung Deutschlands antworten, dte auch in der letzten Zeit eine aufsteigende Ent­wicklung genommen hat. Soll ich Ihnen am» Worten, daß heute noch an den leitenden Stellen in Oberschlesien deutsche Männer und deutsche Intelligenz leben? Wohin wären Sie gekom- men, wenn diese deutschen Kräfte nicht vorhan­den wären. WaS hat Sie veranlaßt, alte Wunden wieder aufzureitzen? Wollen Sie mir erklären, wie herrlich weit Sie es mit der Ent­wicklung Oberschlesiens unter polnischer Herr­schaft gebracht haben? Seit wann ist es verbo- ten, Organisationen zu schassen und Fragen vor den VölkerbundSrat zu bringen? Sie wagen es, den Minderheiten nicht zu gestatten, von den im Völkerbund verbrieften Rechten Gebrauch zu machen und sich an den Völkerbundrat zu wen- den? Sie haben von H o ch v e 11 a t gesprochen. Liebe zur alten Heimat und Hochverrat sind oft miteinander eng verbunden. Ich kenne einzelne Persönlichkeiten im Völkerbundrat, die den Kampf um ihre Heimat mit dem Gefühl ihre» Herzens In Uebereinstimmung bringen. Wollen Sie dieses

Recht dem deutschen Volke nehmen?

Sie erklären, daß der-Deutsche Volksbund eine Gefährdung des polnischen Staates sei. daß seine Agitation auf die Dauer nicht geduldet werden könne, da sie den Bestand des polnischen Staate» erschüttere und eine Gefährdung de» Friedens bedeute. DaS soll also eine Gefahr für den Staat fein, wenn eine Organisation von den ihr tm Völkerbund gewährten Rechten Gebrauch macht und um die Erziehung ihrer Kinder kämpst? Wenn der Völkerbundrat sich auf diesen Stand- punkt über den Schutz der Religion und der Sprache stellt, so ist die Säule erschüttert, auf den der Völkerbund steht. Ein großer Teil der Menschheit glaubt heute nur noch an den Völkerbund, weil er in ihm den Hüter und Wahrer der Rechte der Minderheiten sieht. Wenn tatsächlich diese Aufsassung im Völker­bund nicht mehr herrschen sollte, so werden sich

große Staaten überlegen müssen, ob noch weiterhin ihre Mitwirkung

Paris, 17. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Korrespondent in Lugano will die Verhand­lungen der drei Außenminister in folgende els Punkte zusammenfassen können: 1. Die Minister wollen in Zukunft Kundgebungen vermeiden, die das Werk von Locarno zerstören könnten. 2. Sttesemann habe diese Politik als notwendig bezeichnet, um nicht in Deutschland das Pre­stige der Socarnoabtommen zu zerstö­ren. 3. Die Sachverständigen könnten am 15. Januar die in Locarno begonnenen Verhandlun­gen sortsetzen. Aber erst wenn die Minister thre Regierungen unterrichtet hätten, könne man sich darüber Rechenschaft ablegen, ob die Grundlagen eines Abkommens gefunden werden könnten. 4. Deutscherseits sei mit großem Nachdruck dar­auf bestanden worden, daß der

Vergleichs- und FeststellungSauSschutz nicht über das Jahr 1935 hinaus