Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Sonntag, 16. Dezember 192S*
18. Zabraong
EinzekpreiS: Sonntag# 20 «Bfennig.
Lugano wieder eine Enttäuschung?
Was hat Stresemann erreicht
Gleichzeitig« Verhandlungen über Räumung und Reparationen in Paris und Berlin.
monprationen. Die Studenten demonstrierten in
ingen vorgenommen.
Opfer gefallen Zwei Univerfitäten mutzten ge-
kSmpsnna der Epidemie beantragt.
schloffen «erde«. In der letzte» Woche wurde«
t
Newport, 15. Dezember. (Durch Funkspruch.)
An Chicago stad in den letzten 24 Stunden
Polizei aufgebot«« werden, um di« Massen zu zerstreuen. ES wurden über zweihundert Ver-
nod»8fdmiau8 nicht versalzen wollte: Der rissen«« Pole« auf den Ministersesseln vorge- Sache deS BollSganzen wäre eS entschieden iunden und nicht n«b wochenlana untei d«n
insgesamt »ierzigtausend Reuerkra«. tu «gen registriert, sodaß die Sesamtzaht der
Sie werden bescheidener.
Ergebnis: beruhigte AtuwsphSre.
Paris, 15. Dezember. (Eigener Drahtbe. richt.) AuS Lugano verlautet, daß heute eine dritte und letzte Unterredung zwischen Sttese« mann, Briand und Chamberlain stättfindcn werde. Das zu erwartende Kommuniquö wird weniger über konkrete Ergebnisse unterrichten, als den Willen der Mächte betonen, in einer durch die Unteredung von Lugano beruhig, len Atmosphäre das letzte Völkerbund- ,rogramm zu verwirklichen. Man werde also von diesem Dokument keine Enthüllung erwarten dürfen.
Dölkerhaß im Femen Osten
Chinas Groll gegen Japan. — Stube ntensturm auf das Außenministerium.
Schanghai, 16. Dezember. In Nanking kam,ste"«de «ud beschädigt«« de« Sitz des „ <*» «utzenministerlum». ES mußten Truppen and
eS btefer Tage zu heftigen tapnnfetndltchen Te. m . aufaeboten werden, um die Masse« au
Die Grippe mäht Wetter.
geh« Tote i» 24 Stunde«. — Erschreckende Epidemie - Ziffer« aus der Reue« Welt.
Nummer 297. Einzelpreis föü^wrfte# Iss Pfennig.
MM> uw« A- «eioMtW« m>, ,<« um. aiw«n*» 0-1»»-» * rK
Paris, 15. DeKmber. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Blatt berichtet aus Lugano: Was die Fortführung des Protokolls vom 16. September betreffe, die Deutschland die Rheinland- räumnng zn gewissen Reparations- und Sicher- heitSbedtngungen gewährt, habe man bisher immer von franzöfischer Seite erklärt, daß die Erklärungen über die Sicherheit erst nach einer Verständigung über die Reparationen eingeleitet würde. Künftighin «erden die beiden Arten der Verhandlungen nicht nacheinander, sonder« nebeneinander stattfinde«. Stresemann habe selbst erklärt, daß die beiden Arten der Verhandlungen am 15. J«n«ar ausgenommen werden würden, die Finanzbesprechung in Paris und die Rheinkandbesprechung in Berlin.
* * *
Ll -giw«. Yen am otn König
London, 15. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) Wie verlautet, hat sich heute im Befinden des Königs wenig Veränderung gezeigt. Mit Rückschlägen muß noch immer gerechnet werden.
««eigen»rette: »tnbeimtfdx •ci<Mft*aueieen dir mm-detk 10 4. «uewänige Beich«IiOckN,eigen die mm.seile 10 4 stamtlteno»zeigen die mm-Zeile W j Steine Anzeigen an* »astet da* <9on 6 4 ae*iedrtiat »leine Anzeigen die mm. Seite 10 T Reklamen die mm..«teile W 4 Oilertgedüdt « 4 bei «tustellung <5 4t NetdnnngsbetrSge innerhalb s lagen tublbit All, die Riämgkeii alle, dur» Äernfombet aniaegebenen Anzeigen torote fOt «uinabmedaten und Platze
kann nicht »aranNert weiden stlli Anzeigen mit betonderb schwierigem Lad 100 Prozent Ausschlag Druckerei: Lchlachtborstr VVW <NeschSit*ftelle: Adln SN 6.
wirb es doch Ernst?
Bolivien zwischen Krieg und Friede«.
London, 15. Dezember. (Funkdienst.) Bus La Paz wird gemeldet: In Bolivien wird strenge Zensur geübt. Zwei Jahrgänge find einberufen worden. In La Paz stellten sich dreizehntausend Reservisten, von denen dreitausend angenommen wurden. Die BolkSmeinung, beeinflußt durch Zeitungen, Berfammlungen und Reden ist für Feindseligkeiten, aber die besseren Kreise sind für eine Intervention Sel- loggS. DaS Militär unterstützt de« Präsidenten. Mit der Rückkehr der Deportierten wird die Lage wahrscheinlich ernst werden. Wahrscheinlich wird die Militärpartei die Oberhand gewinnen. Die Marconigesellschaft hat das Post- und Telegraphenwesen abtreten müsse«.
Lohnfriebe vor Weihnachten?
Für SmUen verbindlich. — Jetzt die Werste«.
Berlin, 15. Dezember. Der Schiedsspruch im Tarifstreit der westsächfisch-ostthüringifchen Tex« ttlindustrie wurde im öffentlichen Interesse vom ReichsarbritSminister für verbindlich erklärt. Zur Beilegung deS LohnkonfliktS in der Werftindustrie wurde nunmehr ebenfalls ein neues Schlich. tungSverfahren eingeleitet. Die Verhandlungen beginnen in der nächsten Woche.
Unikum im deutschen Hochadel.
Erklärlich, daß der Gotha die Ehe des Fürsten Schönburg - Waldenburg ignoriert, unvetstänb. lich aber, daß er di« Ehe des Herzogs Wilhelm Albert von Urach verschweigt, nur die Tatsache der Vermählung angibt und statt deS Geburts- namens der jungen Herzogin Punkte bringt. Gattin des Herzogs, nicht nur kirchlich, sondern auch standesamtlich, ist Elisabech Theurer, Tochter de» Generaldirektors der Farbwerks Siegt« in Stuttgart. In dem neuen Grafenka- lender ist eine Neuaufnahme zu notieren, die der 1926 kreierten gräflichen Familie Rietberg. Den Kindern des Prinzen Ferdinand von Liechten- stein aus seiner
«ichtebeabürtige» Ehe mit Salome Brunner wurde nämlich der FürstltchLtechteustein, sche Grasenstand unter dem Name« .Rietberg" verliehen. Erster Graf dieses Namen» ist der 1926 geborene Graf Christoph Rietberg, dem seine in England lebenden Eltern sicher später einmal irgendwo in Oesterreich oder Deutschland ein« entsprechende Grafschaft zusammenkaufen werden. Gehört doch die Prinzessin Shelagh Salome Liechtenstein zu den reichsten eng- lischenErbinnen. Ihr Pater ist einer der Chefs deS großen Chemietrusts Brunner, Mond u ßo, die unserer I. G. Farbenindustrie ver- gletchbar. Der Freiherrnkalender 1929 bringt zum erstenmal die im ManneSstamme erlösche- nen Reichsfreiherren Vogel von Friesenhof. sicher «in Plu». Denn diese Familie weist eine Knrio- ität aus. Es ist die in der Tschechoftowakei le- lende Herzogin Natalie von Oldenburg, Witwe
Alles in berGckwkbe.
Vorbilanz für Lugano. — Vertagt« Koalition.
Zur rechten Zeit hat jetzt der besorgt« Kanzler die Tür ins Freie ausgestoßen, sodaß ein winterscharfer Luftzug durch die Stickluft der Amtsstuben der Wilhelmstratze und der Reichstagssäle fuhr und selbst der Minister-Areopag in den Marmorhallen von Lugano fröstelnd'zu. sammenfuhr..., die Gazetten der Seinc-Äe- tropole aber betroffen die Ohren spitzten. Diesen ungeschminkten Freimut, dieses unverhohlene, wohlbegründete Mißtrauen in den ehrlichen Friedens-, Locarno- und Räumungswillen der Vertragspartner war man bisher kaum vom Sturmtrupp der Rechten, wieviel weniger also von einem Psalmodisten der Linken gewöhnt: Sofortige Räumung ohne besonderen Kaufpreis erträgliche Reparationslasten nach Maßgabe deutscher Äistungskrast, Abrüstungsbeweise auch der anderen und vor allem freies Schalten und Walten in der Anschlußfrage: Welcher deutsche Ersüllungspolitiker, welcher Minister oder gar Kanzler hätte jemals mit solcher mißverständlichen Denrkichkeit seinem Herzen Luft gemacht. Welcher Mund hätte schon beredter und überzeugender den Rütlisemour der Einigkeit und Unbeugsamkeit, den heute von Hilgenberg bis Höllein alle deutschen Lippen in knirschendem Trotz und leidgestähltem Glauben nachmurmeln, dem Verantwortungsbe- wußtsein der Lobenden wuchtiger eingehämmert? Just zur rechten Stunde hat dieser Festungsaussall Müllers dem rings von Habgier Mißgunst und Argwohn umstarrten Turmwächter Stresemann unter die Arme gegriffen, und immerhin eine Bresche in den eisernen Ring der Locarnobelagerer gerissen. Denn d i e Zusage scheint Stresemann, der Aufrechte, doch den beiden großen Gläubigern ab- gerungen zu haben, daß noch vor Inkrafttreten der neuen Tributabmachungen der letzte Tommy und Poilu sein Bünvel am Rhein gepackt haben muß, womit doch die Gitter ewiger Knechtschaft gesprengt sein dürften. Aber noch ist nicht abzusehen, wieviele Geschlechter am Tränentuch des Zinsenlösegeldes werden weben müssen. Noch wollen die einst allzu i totoet von der deutschen Faust getroffenen । Prasser und Wucherer am Rhein, deren Mit- i Unterzeichner von Versailles, Senator Klotz. , heute wegen Wechselsälfchunge« und anderer । Betrügereien im Irrenhaus interniert ist .. Roch wollen sie nicht ganz auf das überhebliche Aufpaffrr-Kontroll- und BefehlShaberrecht über ,
huldigen.
Deese «ach -ruße« prachtvoll geschlossene Schwung« und Stoßkraft einheitlicher Aillens- bildung, die Stresemann in Lugano wie ein kugel, und fangsicherer Panzer umschließt, splittert leider in der wintersahlen Wildnis der Jnnenpolirik in Strahlenbündel »erflatterndrr Partei- und Gemeinschaftsziel« auseinander Lor diesem babylonischen Sprach- und Geistes- Wirrwarr steht betrüblicherweife auch der verantwortliche Minifterches einstweilen mit ver- schränkten Armen und selbst da- sanft« Drängen des besorgten DolkSvaters Hindenburg ha, bisher nicht vermocht, den Verschmelzunaspro zetz deS auSeinanderfirebenden RegiervngSae- fpannS irgendwie zu beschleunigen. Anscheinend will man nun doch erst abwarte«, bis Scvering das höchst unerauickltche Ruhrkapitel mit einem beide Teile befriedigenden Schiedsspruch abgeschlossen hat und bi» die hn Zentrum um den SewerN^aftsführer Stegerwald geballte Krise soweit behoben ist, daß sie daS Blickfeld für eine legitime Bindung der Reqierungseh« wieder fteigibt Aber wenn eS auch taktisch und menschlich zu versiehe« ist. daß der vorsichtige Kanzler der Ration und der Welt daS fast zur Gewohnheit geworden« Zerrbild eint8 TohuwahbohuS zrtni
ohne die anderen an den Genfer Entschließungen beteiligten Regierungen «folgen könnten.
Rur Oie Uttrrugussgery-nmttnoa gereitet.
Lugano, 15. Dezember (Gig. Drahtbericht.) Die Einberufung der freiwillige« AbrüftungS. kommisston gilt als gesichert. Präsident Loudon wird bi der nächsten Zeit die Einladungen et= gehen lassen, sodaß di« Kommission im März, möglickMwnise aber auch schon im Februao zu- smnmentritt.
Acftv ust heißt tür Betossd Krie>'
London, 15. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Der Außenpolitiker Pertinac schreibt aus Lugano: Briand hat Stresemann darauf hingewiesen, daß ,«6e deutsche ober österreichische Bewegung für de« Anschluß eine Gegen-Aktion des Völkerbundes zur Folge habe« müßt« und sicherlich mit einem Kriege endrn werde.
Herz und Krone.
AuS dem Fürstenkalender 1929.
SahranS. jahrein feit über hunbert Sabre« erscheinen «afann Dezember die neuen Gochas, bei fwnaunte Hattalender nah adlige Taschen- hnd> und bringen hntorisch-gcnealogiichrn Spür- K.äÄ.r,?.i.'a*sKrkSä iss Der Hoskalender 1929 bestätigt die Tatsache, daß Prinz Joachim Albrecht von Preußen, der zweite Sohn des 1906 verstorbenen Prinzen Albrecht, Regenten von Braunschweig, den jetzt neunzehnjährigen Ottomar Stockhammer, uit- ehelichen Sohn seiner Gattin, einer gebore- nen Stockhammer, adoptiert hat. Dieser führt jetzt den Namen .Prinz von Preußen". Wie ist das möglich, werden treue Monarchisten fragen. Nach BGB. mutz das Amtsgericht jede Adoption bestätigen, bei der die gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind. Das ist hier der Fall gewesen, denn es lag, da Ottomar leit Jahren in seinem Haushalt lebte, ein tatsächlich pflegeväterliches Per- hältnis vor. Da nun nach der Reichsverfassuna Prinz von Preutzen kein Titel, vielmehr ein aus drei Worten bestehender Name ist, mutzte dieser Name des Adoptivvaters auf Ottomar Stockhammer übergehen. Uebrigens ist der neue .Prinz von Preutzen", ein gut aussehender junger Mann, von gewandten Manieren. Er ist zurzeit in einem E r, iehung sinsti in : in der schmelz und wird erst nach Deutschland gutiirf kehren, wenn etwas GraS über den 1Ca
Preußen durch Adoption" gewachjc!?A UU peinlich korrekt die Schristleilung des GothaS sowohl im Erwähnen wie auch im Weglassen «ft. fieht man aus dem Fall des Fürsten Günther zu Schonburg-Waldenburg, eines der reichsten Großgrundbesitzer deS Freistaates Sachsen, der-
verheirat« und doch nicht verheiratet d. h. nur kirchlich und nicht standesamtlich getraut ist, so daß der Gotha die Gattin nicht er- wähnt. Ein langer Liebesroman fand seinen Abschluß durch Trauung des Fürsten in Zürich mit einer FrauStern, geborenen Roetzschke, Toch- ter eine» sächsischen Grobindustriellen. Warum nicht standesamtlich? Der Fürst hätte bei Eingehen der nichtebenbürtigen Ehe sein großes Majorat verloren. So schloß er denn mit der von ihm geliebten Frau ein Kompromiß zwischen Herz und Besitz, beide ließen sich nur kirchlich trauen. Rur die Gäste des Fürsten nennen Frau Stern aus Courtoisie .Durchlaucht" und .Fürstin", und dasselbe tut natürlich auch die große Diener- und Beamtenschaft der fürstlichen Schlös- ser und Güter. Dagegen spricht man in der Stadt Waldenburg von der .Fürstgemahlin". Freilich ist die Benennung als „Fürstin" und .Durchlaucht" nicht nur Courtoisie, sie hat auch eine gewisse moralische Basis. Hat doch das Er- fürstenpaar von Albanien — die Fürstin von Al- Manien ist die einzige Schwester des Fürsten — Frau Stern als Schwägerin anerkannt. Auch hat das Ehrengericht der Standcsherrn dem Fürsten attestiert, daß seine nur kirchliche Eheschließung keineswegs gegen die Gesetze der Ehre verstoße. Folgerung: Verheiratet und doch nicht verhei- ratet, ein
Hungerqualen in China.
Richt einmal mehr Blmmriude zu esse«.
Peking, 16. Dezember. (Funktekearamm.) chinesische« Provinzen, ta btrnn die BevöKr- • ' rnnn i« de» letzten Zett uur vv« Baum-
DaL internationale Hilfskomitee bt China ver- ltgte> jst auch diese aufgezehrt, so- »fftuMcht eine« vericht über bie schreckliche« 6a£ mafl deshalb dort mit de« schrecklichsten Auswirkungen der Hungersnot. In einige» Folge« rechne« müsse.
Die »altelei »leaeften Aachluhtea ethbe-een »ochraili» '«bemal aaibmtHae». Der Äbonacmcuteeieie betragt I8r den Äoeaf 1.3U * bet freier .«takeOna* ne «haue In bet tikltbdltefteUe »bgcbolt H x Dar» »ie Aoh moaotlf» i.20 X aueftbiieMi» Sufteflanaeaebflbr ^einlprttber *61 and 85* fttr etteerUMi einge'jn»tf «leiträne kann die Webaftton eine «enntmorrnna obtt Weieitn i« "'nem *aQe Qbernebme» 'HfldwhlnnnfR de* «e,a*Snelde* ode, >ntorü»e meoen etmargn nicht orbnnnaemdhiaee ffeterung ift anSne'dtloflen — Pohickeckkonto «Vrinffnn n Ak ejnmmrr w Oineelnnmmrr in 4 Sonntoeanammer *o 4
. _ , - ,., „ y..,______ Erkrankte« t« den vereinigten Staaten fetzt fast
zehn Personen der Grippe-Epidemi« zum 200000 betrügt. I« Repräsentantenhaus wurde Opfer gesaAe«. Zwei Universitäten mußte« ge- ttw Aredil von 25 Millionen Dollar gut 8e«
Die rrluft bleibt.
Rur die Gegensätze in Lugano geklärt.
Lugano, 15. Dezember. (Eigener Infor- mationsdienst.) Neber daS Ergebnis der gestrigen Besprechungen der Außenminster verlautet von maßgebender deutscher Seite: Das Kommunique wird keinerlei sensationelle Entscheidungen bringen. Die Unlerbattungen sind mit außerge- wöhnlichem Ernst und Nachdruck auf beiden Sei en geführt worden und haben zu einer sehr »f - tuen und unzweideutigen Erklärung über die bestehenden Differenz geführt, wobei die GegenfäNe vielfach scharf aufeinander gestoßen sind.
Insbesondere ist auch die gesamte politische tage erörtert worden, wie sie durch die ver- chiedene« parkamnrtarischen Erklärungen und die Diskussionen geschaffen worden ist. Irgendwelche neue« Beschlüsse wurden nicht gefaßt, da grundsätzliche Entschlüsse nicht
die einseitig entmilitarisierte Rheinzon« verzichten... Denn was wollen sie hinter dem Lockplakat: .FeftftellungS« und Ber- söhnungskommission" anders derber, gen. als den heute schon in jedes Werk, Ami und Familie hineinspionierenden Geheimpo- lizeidiensi. der Poinoar^S abenteuerliche Sol dateska, schwarz, weiß und in allen Mischfarben, jede« Tag wieder in die weinseligen, liederfrohen Rebentäler an Rhein. Mosel, einbrechen lassen könnte.
Wir haben uns in Lugano augenblicklich ausS Schweigen verlegt, weil Stresemann einerseits nicht wieder wie seine weniger ehr- lichen Partner BlütenirSume hervorzaubern «röchte, die dann doch der nächste Rauhreis knickt. Natürlich darf et aber daS künstliche Gewebe der Imponderabilien nicht mit harter Faust durchstoße«, wenn et den Weg nach Westen sich nicht völlig verbauen will. So sind die Organe der Ssfentlichen Meinung diesmal mehr aU ie auf Kombinationen angewiesen, die ie nach ihrer Einstellung dem Optimismus oder bet bittere« Enttäuschung