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Kaffeler Abendzeitung

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Hesfische Abendzeitung

Nummer 295

(?in*el»ret6: Wochentags 10 Pfennig

Freitag, 14« Dezember 1928.

(?inxeltirri6: Sonntags 20 Pfennig

18 Iatraang

An der schwersten Hürde in Lugano.

Das DreikS.

Was wird uns Lugano bringen?

Bon

Staatsskr j. D. Frhr v Rheinbaben (M. d R )

In Lugano sitzen die Großen Drei nun wie­der beieinander. Vielleicht sind die Verhältnisse stärker als die Menschen gewesen, vielleicht haben sie selbst es zu einem Teil an dem genügenden Maß von Loyalität und Ehrlichkeit mangeln lassen jedenfalls ist von .Locarnogeist* in all dem halb unruhigen, halb verschleierieri Treiben der Pariser und Londoner Auswärtigen Aemter in den letzten Jahren so wenig mehr zu spüren, daß in Deutschland auch überzeugteste Anhänger der Locarnopolttik in unverhülllester Weise die augenblickliche Krise zugeben. So handelt es sich in Lugano um nichts mehr und nichts weniger, als in persönlicher Aussprache den Versuch zu machen, der Politik gemeinsamer Betätigung beim europäischen Neuaufbau einen neuen Inhalt zu geben, der auf festerer Grundlage ruht, als die Phrasen und schönen Reden vom Spätherbst 1925. Ich persönlich rede diesem Versuch ener­gisch das Wort und bin z. B. der Auffassung, daß die schwere Lehrzeit der letzten Jahre für das deutsche Volk im Ganzen genommen das Gute mit sich gebracht hat, daß die Realitäten in der Schicksalsverbundenheit Deutschlands mit den beiden europäischen Westmächten erst jetzt klar er­kannt werden. Jetzt können wir aus den bitteren Erfahrungen die Hoffnung schöpfen, aus einem so eingestellten Volke Kräfte zu ziehen, die wich­tiger und weitreichender sein werden, als soge­nannte Verschiebungen in der weltpolitischen Lage zu unseren Ungunstcn. Aus diesem Kapitel möchte ich allerdings im Zusammenhang mit den Beratungen in Lugano einen Faktor unter­streichen, der mir in der heimischen öffentlichen Meinung nicht richtig gewürdigt zu werden scheiut: Die besondere Rolle Englands für das Gelingen oder Mißlingen der Räumungs- und Reparationsverhandlungen

Jedem Deutschen ist es klar geworden, daß Frankreich beabsichtigt,- auf absehbare Zeit die Siegerposttion von Versailles feftzuhalten und Deutschland nur ganz allmählich und soweit es im französischen Interesse liegt, seine Be­wegungsfreiheit, d. h. Souveränität, wiederzu- aeben. Ob ln Paris oder Berlin diese oder jene Regierung am Ruder ist, spielt vielleicht für den Ton, keinesfalls für die Sache eine entschei­dende Rolle. Die Besetzung des Rheinlandes soll nur dann aufhören, wenn Frankreichs Fi­nanzen vom Alpdruck eigener Verschuldung be­freit werden. An der Saar soll Frankreich nach Möglichkeit an den Kohlengruben beteiligt blei­ben, auch wenn der Vertragstermin für die Ver­waltung durch den Völkerbund abgelaufen sein wird. In Europa allgemein soll Deutschland einseitig entwaffnet gehalten und durch ein im­mer vervollständiateres Bündnis- und Vertrags­system auch politisch niedergehalten werden. Daneben werden nach Kräften wirt­schaftlich gute Geschäfte mit Deutschland ge­macht. Wer hinsichtlich des Verhältnisses beider Völker noch von Krieg oder Kriegsgefahr spricht, ist entweder ein Heuchler oder ein Ignorant. ES handelt sich für Frankreich darum, den im Bunde mit einer vorübergehen­den übermächtigen Weltkoalition errungenen »pax gallica" möglichst lange aufrecht zu erhal­ten und für Deutschland darum, ihn allmählich in einen solchen Zustand umzugestalten, daß auch Deutschland in ihm wieder lebens- und entwicklungsfähig wird. Das wird ein langes mühsames Ringen für unser Vaterland wer­den, das man durch ein unsinniges gewaltsames Diktat auf Jahre und Jahrzehnte in die R o l l e des Fordernden gedrängt war.

Anders steht es mit dem deutsch-engli­schen Verhältnis. Tatsache ist, daß England durch den Weltkrieg seine Stellung im Gan­zen geschwächt und seine Ziele nur zum Teil erreicht hat. Die Lockerung deS Weltrei­ches und der unglaubliche Aufstieg Amerikas auf der einen Seite ergeben ein Minus gegen­über der Niederrinqung des deutschen Konkur­renten und des Zusammenbruchs von Ruß­land. Bei den Friedensverhandlungen Hai Llyod George in seiner Weise ebenso verzagt, wie Wilson. Seine bessere Erkenntnis für «inen Frieden der Mäßigung im eigensten In­teresse Englands hat er infolge Bindung an die von ihm selbst aufgepeitschie öffentliche Meinung nicht durchsetzen können. Erst als Deutschland im Ruhrkampf an den Rand der Katastrophe geführte wurde, hat dann England in Macdonald denehrlichen Makler" gespielt «ine Linie, die den stets zögernden und widersprechenden Chamberlain dazu bestimmte, nach Locarno zu gehen. Dann kam der Rück-

Der Minister als WechselsSlscher

Klotz wird verhaftet und kommt in die Irrenanstalt.

Paris, 13. Dezember. <Eig. Drahrbericht.) Die Morgenblätter bestätigen, daß mit der Ver­haftung des Senators Klotz wegen Betrug und Wechfelfälfchung zu rechnen ist. Die Ueberfüh runfl desGeisteskranken" vom Sanatorium in Malmaison würde unter starker Polizeiauf­sicht in die Irrenanstalt von Suresnes erfolgen Man wolle einem Flucht- und Selbst­mordversuch vorbeugen. Verschiedene Blät­ter wollen wissen, daß Klotz schon heute nacht versucht habe, sich zu erschießen. Der ehema­lige Finanzntinisier hat nicht nur sein Man dal niedergelegt, sondern ist auch aus der Berufsvereinigung der Rechtsanwälte aus­getreten u. hat auf feinen Offizierrang ver- zichtet. Wahrscheinlich wird man ihn auf feinen Geisteszustand untersuchen. Klotz habe 1923 in England bedeutend« Geldmittel für ein in Amiens zu errichtendes Pantheon gesammelt und ein Blatt fragt, was aus diesen Geldern geworden sei.

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Schon in Versailles krank.

Millionenschulden des Spielers und Fälschers.

Poincares ehemaliger Finanzminister hatte, nach einer Meldung aus Paris, ein Luxusauw- mobil gekauft, das er mit zwei Schecks bezahlte, obwohl er wußte, daß keine Deckung für sie vor­handen war. Er hat ferner bei der Banque de France einen Wechsel über 56 000 Francs vor­gelegt, der die gefälschte Unterschrift der Firma Geoffrav Mores trug. Das Geld wurde von der Banque de France ausgezahlt. Als aber der Wechsel bei der Firma Geoffrau vorgelegt wurde, erklärte der Kassierer:Diese Unterschrift ist falsch. Sie ist wahrscheinlich von Klotz gefälscht worden, es gibt noch andere sol­cher Geschichten!" Seine Freunde sind schon wie­derholt für feine Schulden eingetreten. Man be­müht sich, die geistige Erkrankung des Mannes nachzuweisen, der als S p i e l e r auf den Renn­plätzen bekannt war. Klotz, der heute 61 Jahre alt ist, Hal an den finanziellen Bestimmungen des Vertrages von Versailles mitgearbeitet; er war sogar als Vorsitzender der Reparationskom- mission in Aussicht genommen. Man wirft jetzt die Frage auf, ob die Spuren der Erkrankung des Ministers sich nicht schon vor einem Jahr­zehnt gezeigt haben, dann wären

wichtige Teile des Vertrages von Versailles ebenso wie die Beschlüsse über den Ankauf der amerikanischen Kriegsvorräte durch einen Men­schen bearbeitet worden, der nicht mehr im vol­

len Besitz seiner geistigen Kräfte war. Es sollen noch fünfzehn andere Affären ähnlicher Art gegen Klotz vorlicgen. Die Summe, die notwendig tft, um alle Geschädigten zu befriedigen, wird auf acht bis zwölf Millionen Francs berechnet.

Gin Trostblick für Lugano.

Räumung vor Tilgung bet Restschuld?

London, 13. Dezember. (Eigene Drahtmel- üung.) Ein französischer Korrespondent meldet aus Lugano: Während der gestrigen zweistündi­gen Besprechung zwischen Briand und Dr. Stre- femenn hat sich ersterer dazu bereit gefunden, daß Räumungs- und Reparationsverhandlungen gleichzeitig geführt werden sollen. Das be deutet, daß nach der Vereinbarung über die Re­parationsleistungen Frankreich nicht daraus be­stehen wird, daß die deutsche Schuld fundiert wird, bevor es feine Truppen zurückzieht. - Chamberlain hat es abgelehnt, an den Unter­handlungen teilzunehmen. Man glaubt allge­mein, daß er wünscht, soweit wie möglich im Hin­tergrund zu bleiben und nur im Notfälle als Vermittler einzugreifen. Briand unterrichtete ihn von dem Vorgefallenen mit dem Bemerken, daß weitere Unterredungen folgen werden.

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An her tchwer >rn Hlvvr

Paris, 13. Dezember. (Gig. Drahtderichr.) Ein Lugano-Berichterstatter meldet, daß zwi­schen Briand-Stresemann hinsichtlich der Dau- er der .Feststellungs- und Versöhnungskommif- stcn" keine merklichen Fortfchritte er­zielt wurden, da Deutschland den Gedanken, diese Kommission über 1935 hinaus zu be­lassen, nach wie vor ablehne. Die Räumungs­verhandlungen sollen beginnen, sobald die Re­parations-Sachverständigen ihre Vorschläge unterbreitet haben werden.

»cfür Droht die ew ge Kon rolie

Paris, 13. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Der Autzenpolitiker Sauerwein schreibt zur gestrigen Konferenz Briand-Stresemann: Die Deutschen vergäßen, wenn sie die Kontrolle über 1935 hinaus ablehnten, daß der Versailler Ver­trag die Vornahme von Investigationen auf eine unbegrenzte Zeit hinaus nicht nur im Rheinland, sondern auch in ganz Deutschland gestatte.

Fausttampf mit Gtaötvätern.

Häßliche Szenen an der Wasserkante. Die ganze Fvattion vier Wochen an die Luft gesetzt.

Hamburg. 13. Dezember Ms bei der Be­ratung des Nachtrags zur Beamtenbesoldungs­ordnung Abg. Westphal (Komm.) den wieder­holten Aufforderungen, nicht weiter zu spre­chen, nicht Folge leistete, unterbrach der zweite Vizepräsident mehrere Male die Sitzung und schloß Westphal schließlich von der Sitzung aus, ohne daß dieser den Saal verließ. Ten Be­amten des Hauses, die ihn absühren wollten, mürbe Widerstand geleistet, und es entwickelte sich eine schwere Prügelei, sodaß Prä­

sident Leuteritz schließlich die gesamte kommu­nistische Fraktion von der Sitzung ausschlietzen mutzte. Tie Kommunisten blieben jedoch im Saal und die Prügelei mit den Beamten des Hauses hielt an, worauf der Präsident die ge­tarnte kommunistifche Fraktion auf die Dauer von vier Wochen ausschloß. Erst zwölf Mann Schutzpolizei gelang eS, nach vieler Mühe und weiterer Prügelei die Fraktion aus dem Saal zu bringen. Die Kommunisten ver­ließen unter dreimaligen Rotfrontrufen den Saal.

schlag und Umschwung. In unglaublicher Nai­vität, Verkennung des Gesetzes von fair play oder einer geradezu beleidigenden Minderein­schätzung des deutschen Vertragspartners, glaubte die englische Außenpolitik im Früh­jahr dieses Jahres eine engere militärische und politische Anlehnung an Frankreich voll­ziehen zu können, ohne die Locarnopolitik von 1925 ds h. für England die Rolle des u n p a r- reiischen Schiedsrichters tm Eventualfall eines deutsch-französischen Konfliktes zu ver­leugnen. Während der genesene Chamberlain sich bemühte, seine zweideutige Haltung vor der erregten Oeffentlichkeit des eigenen Volkes zu rechtfertigen, können wir nun mit Genug­tuung seststellen, daß eine große Mehrheit des englischen Volkes selbst heute deutlich fühlt daß das von jedem Engländer fo hoch geprie­sene ungeschriebene Gesetz vom fair play d. h Lovalität und Ehrlichkeit bei Fortsetzung solcher Politik dem deutschen Partner gegenüber verletzt fein würde.

Das ist im kurzen Umriß der hochpoliti­sche Hintergrund der Besprechungen von Lugano, bie von deutscher Seite zweckbewußt

I teilte ins Einzelne gehenden positiven Resultate als vielmehr die Bereinigung der gründlich ge­trübten politischen Atmosphäre im europäi- scheu Schicksalsdreieck, Deutschland, Frankreich und England zum Ziele hat. Die klare Feststellung, daß in London eine unbe­schränkte, konservative Regierung dem Miaus ihrer Herrschaft entgegengdht, daß nicht nur sei­tens der liberalen und sozialistischen Opposition, sondern auch nicht unbeträchtlichen konservati- ven Kreisen selbst eine Einwirkung auf den fal­schen Kurs der englischen Außenpolitik vor unse­ren Augen sich vollzieht, sollte für uns Deutsche genügen, mit der Redensart vom »Schluß mit der Locarnopolttik^ vorsichtig und zu­rückhaltend zu sein. Mes, was jetzt vor sich geht, ist Einleitung, Vorgefecht und Rich- tungsgebung. Die Entscheidungen selbst werden erst ganz allmählich im Laufe des Jahres 1929 heranreisen und wir sollten uns nach meiner Auffassung lieber durch ruhiges, sach­liches Studium der außerordentlich schwie­rigen erobleme als durch voreiliges parteipoliti­sches Geschrei auf sie vorbereiten!

Die Carole für alle.

Reichskanzler Müller bei der Presse.

Deutliche Wink« nach Laaaao hinüber. Rau. mlittet oder nicht? «eine Macht der Welt kanu den «uschlutz verbieten. Ein Geschenk für bie Prell«.

Berlin, 13. Dezember. Auf dem Baickett der Berliner Presse begrüßte Pros. Bernhard die Minister, darunter Reichskanzler Müller und Ministerpräsident Braun. Unter allgemeinem Beifall fügte Bernhard den Wunsch an, daß Dr. Stresemann uns endlich aus L u g an o den Frie­den für Europa mitbringen möge, den wir allo herzlich ersehnen. Nach weiterer Begrüßung der Mitglieder der Parlamente, vor allem des Reichstagspräsidenten Loebe und der Vertreter aller Gebiete des ösfentlichen Lebens bezeichneie Bernhard als Aufgabe der Presse zwischen Na­tionen und Ständen ausgleichend zu wirken.

Reichskanzler Müller setzte sich alsdann für die Räunmng ein. Es wird Zeit, daß Strese- manns Arbeit bessere Früchte trägt. So uneinig das deutsche Volk in seinen politischen Auffassun­gen ist, so einig ist es in dem einen Punkt: der Forderung nach Räumung der besetzten Ge­biete. Mit der Idee der Gleichberechtigung im Völkerbund verträgt sich die

Fortdauer der Besetzung nicht.

Die Besetzung, die nach dem Versailler Vertrag zeitlich begrenzt ist, ist kein Sicherheitspfand. Außerdem ist die Entwaffnung Deutschlands an­erkannt. Die Besetzung ist auch kein Leistnngs- psand, nach dem Versailler Vertrag wird sie im Jahre 19:35 auch für die dritte Zone enden. Im Tawesplan fehlt die Endlösung. Sie darf nur gefunden werden, nachdem die Leistungs­fähigkeit Deutschlands ernstlich und genau nach­geprüft wird. Die Bevölkerung der besetzten Gebiete will lieber ausharren, als neue Opfer des Reichs bringen lassen. Nicht aus Gründen der inneren Politik, sondern aus denen der äuße­ren Politik fordern wir die Räumung. Aus den Locaruogarantien mutz als Konsequenz gezogen werden, daß endlich Rhein und Saar befreit werden. Die

Saarbevölkerung ist kerndeutsch.

Als Saarländer bin ich dafür ein lebendiger Zeuge. Wir wollen bie Zwischenfälle ausschal- ten, die immer wieder dazu heitragen, daß alte Wunden anfgerissen werden. Das Wort Anschluß fei schon jetzt in die fremden Sprachen überge- gangen. Wir können uns die Voraussetzungen nicht nehmen lassen, die selbst nach dem Ver­trag von Versailles für den Anschluß gegeben sind. Mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völ­ker steht der

Anschluß Oesterreichs an Deutschland in keinem Wioerspruch.

Es gibt kein österreichisches Volk, es gibt nur deutsche Stämme in Oesterreich. Wie die Breto­nen Franzosen sind, so sind die Oesterreicher Deutsche. Wir sind eine Nation, auch in der Anschlußfrage ist daS ganze deutsche Volk einig.

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Wo bleibt bie Koalition?

Eine Krise wäre Verhängnis.

Zur Innenpolitik äußerle sich der Kanzler: Es werde behauptet, daß die ReichSregterung eigentlich nicht mehr eine richtige Regierung sei. Die Behauptung beruht auf einer irrigen Auslegung der Reichsversassnng, die die Bin­dung der Parteien an die Regierung nicht vorschreibt. Wenn aber eines Tages ei« Mißtrauensantrag angenommen werden sollte, so dürfe er wohl erwarten, daß an Stelle der derzeitigen Regierung eine bessere gefunden werde. Die Beilegung des Ruhrkonflikt- war eine Vertrauenskundgebung für bie Reichsregierung, wenn Arbeitgeber und Arbeit« nehmet einen Minister entscheiden lassen wollen. Ich nehme an, daß die Mehrheit des deutschen Volkes keine Krise will. Persönlich bin ich der Ueberzeugung, daß nach den Maiwahlen dieses Jahres hinter der Krise die Auslösung des Reichstages kommen würde, auch wenn diese niemand will. Damm müssen sich die Parteie« zu einer Mehrheitsregierung auf Dauer zusainmensinden. Der Kanzler kündigte an, daß aus den Ueberschüssen der Drahtlosen- Dienst-A.-G. 225 000 Mark als Beihilfe für den Bau eines PreffehauseS zur Verfügung gestellt werden sollen und schloß mit einem Appell an die Presse zur Mitarbeit am Wieder­aufbau.

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Reine festere Aregierung erste vor Weistnochiea

Berlin, 13. Dezember. Zur Fraas der Koa­litionsbildung im Reiche erfährt ein Nachrich-