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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

@ln«lprr«6: ®od>enfng* IP Pfennig.

Nummer 293.

Mittwoch, 12. Dezember 1928.

18, Iahrqang

Einzelpreis: Sonntag» 20 Pfennig.

Moskaus zweite Abmstungöoffensive

Brian- verspricht leicht.

Reparalions- und Abrüstungsdaten.

Lugano, 11. Dezember. Ohne Bezugnahme auf seine Unterredungen mit Dr. Stresemann und Chamberlain liest sich Briand gestern zur französischen Preffe aus, datz der ReparationS-

annimmt, vertraulich mit dem Abbruch der Be­ziehungen zwischen Boliven und Paraguay be­fassen. Wie nachträglich bekannt wird, haben drei amerikanische Ratsmitglieder gestern noch in später Abendstunde Briand nahe- oelegt, zu prüfen, ob der Völkerbundsrat die beiden Staaten an ihre BSlkerbundSPflichlen zur friedlichen Regelung von Streitigkeiten erinnern soll. Der Bölkerbundsschritt soll in der Absen- düng eines entsprechenden Telegramms an beide Regierungen bestehen.

nicht die Umwandlung des Quecksilbers in Gold gelungen war. sondern Miethe nur Gold auf. Zeigen konnte, daz bereits vorher im Quecksilber enthalten war. Miethes kurzer Weltruhm und er selbst verblaßten unter dieser Enttäuschung. Haber aber schuf inzwischen das Werk zur Er­haltung der Wissenschaft selbst, die Notgemeinschaft der deutschen Wissen- schäft, die die uncnchehrlichen sinanztellen Kräfte für die Sicherung des wissenschaftlichen Hoch« stände» der deutschen ForschungSstätien und de- wissenschaftlichen Nachwuchses sichern soll. Eng. land Wender Millionen Pfund, Amerika Zeh-

schlichter für diesen besonderen Streitfall ernenne. Die Unternehmer bestanden daraus, datz der gefällte Schiedsspruch beseitigt bezw wesentlich verschlechtert werde. Die Ge werkfchaftsvertreter verlangten eine wesentliche über den Schiedsspruch hinauSgehende Lohnerhöhung. Insgesamt sind von dem Lohn- konflitt 260 000 Arbeiter der Textilindustrie und 600 000 Heimarbeiter betroffen.

Ausschuß Mitte Januar und der Vorbereitende Abrüstungsausschuß Mitte Februar zusammen­treten könne. Letzterer sollte bekanntlich späte­stens im nächsten März einberufen werden, um die seit bald zwei Jahren ins Stocken geratenen Vorarbeiten für die erste Abrüstungskonferenz wieder aufzunehmen.

London, 11. Dezember. (Eigene Drahtmeld.) Aus Lugano wird gemeldet, datz der vorberei­tende Abrüstungsausschuß in der zweiten Fe­bruarwoche einberufen werden soll.

* * *

AM Haut und Haaren.

... verschreibt sich Chamberlain PoincarL.

Lugano, 11. Dezember. (Eigener Drahtbe­richt.) Chamberlain äußerte sich zur Presse, datz zuerst die Reparationsfrage geregelt werden müsse, ehe die Verhandlungen in der Räumungs­frage beginnen können. Damit wird dir fran- zösifche These der Abhängigkeit der Rhein- landräumung von der Reparationsfrage an­erkannt. Allgemein verstärkt sich der Eindruck, datz Chamberlain vorbehaltlos den franzö­sischen Standpunkt vertritt und somit tatsäck -- die Führung in dieser Frage in den Händen Frankreichs liegt. Mit dieser eindeutigen Tat­sache wird auf deutscher Seite gerechnet werden müssen.

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Berlin, 11. Dezember. Die Verhandlungen im ReichSarbeitSmintsterium zwischen den Ta­rifparteien des weftfächstsch-thüringischen Tarts. gebieteS der Textilindustrie zur Beilegung des Lohnstreites wurden laut LurkSblatt in später Abendstunde als gescheitert abgebrochen, nach­dem die Unternehmer erklärt hatten, ein« Lohn­zulage nicht zu bewilligen. Es ist nicht unmöglich, datz der ReichSarbeitSminifter einen Sonder-

ste die Aufrichtigkeit unserer Vorschläge an, weil sie die Gewagtheit eines solchen Schrittes erken­nen. Ich verpflichte mich feierlich, unseren Vor- schlag nochmals zu wiederholen und uns in be- liebiger Form zur Auflösung der Roten Armee gemäß unseren Paktvorschlägen bereitzu- erklären. Die Sowjetregierung würde keine Armee benötigen, wenn die anderen Regierungen ihre Heere auflösten. BriandS Behauptung, die Rote Armee wachse schneller als die Heere an­derer Staaten wies Litwinow alS unrichtig zu­rück. Er führte Vergleichszahlen an und wies daraufhin, datz Frankreich kein mächtiges deutsches Heer gegen sich habe und gemäß dem Locarnovertrag der Unterstützung Großbri­tanniens sicher sei, ganz abgesehen von seinen Balkantrabanten. Demgegenüber könne die Sow- fetregierung mit keinerlei militärischer Un­terstützung rechnen. Nicht die Friedenspolitik der Sowjetunion gebe Grund zur Besorgnis son- dern die ständigen Beratungen zwischen den Ge- ncralstäben Polens und Rumäniens und ihr leb­hafter Verkehr mit französischen Militärkrrlsen.

©rf Moskau num an stcy se-vsi orö

Moskau, 11. Dezember. -(Eigener Drahtbc- richt.) Nach der Rede Litwinoffs beauftragte ihn das Zentralkomitee, die Abrüstungspolitik unentwegt fortzusetzen, gleichzeitm jeglidje Ver­suche, die darauf hinzielrn, den Frieden zu ver­letzen und die Menschheit in ein neues Gemetzel hineinzuziehen, aufmerksam zu verfolgen und einen aktiven Kampf für dir Aufdeckung dieser «ersuche und für di- Festigung der friedlichen Zusammenarbeit aller Söttet zu führen.

Unter der Fmnzosengeißel.

Was man deutschenSpionen" vorwirft. Sie sollen lieber das Rheinland räume«!

Berlin, 11. Dezember. Zur MainzerSpio­nageaffäre" Frisch-Kratz erfährt ein Berichter­statter folgendeTatsachen". DerGeheim­agent" Frisch, ein ehemaliger Offizier aus Düsseldorf, der dem Stahlhelm angehört, wurde von der französischen Geheimpolizei seit langen beobachtet. Bei einer Leibesvisitation und der Durchsuchung feines Gepäcks sollen bei ihm außer Einbrecherwerkzeugen Papier« gefunden worden sein, bie seine Beziehungen zu dem Oberinspektor deS Mainzer ReichsvermögenS- amts Kratz außer Zweifel stellen. Es sollen ihm auch drei Einbrüche in Offizierswohnungen, aus denen er Papiere und Pläne entwendet habe, nachgewiesen sein. Diese Feststellungen lassen sich vorläufig nicht nachprüfen. Ein Re- gierungSvertreter prüft z. Zt. nach, ob eine Verletzung des Hausrechts und der deutschen Hoheitsrechte durch di« eigenmächtig« Haussu­chung in der Reichsvermögensverwaltung vor­liegt.

Der Mann von Leuna

DaS Riesenwerk eines Menschengeistes.

SSLrser als le ringe« Bente Mallen nnb Ein- zelverlönlichkeiten nm die Lenkung bet Staats- nnb Wittschaftsgeschicke. Einer, der das Volks- lchicklal richtunggebend beeinllnhte, ist Sri» Haber, soeben erst sechzig Sabre geworden, des- fett Persönlichkeit und Leistung doch schon beute von einer Art Mythos umnebelt ist. wie er sich sanft erft in Jahrhunderten zu bilden vllegt. Unser Mitarbeiter zieh« ans seiner Lebens­arbeit die folgenden wichtigen Lebten:

Von Fritz Haber sprach man in den Schüt­zengräben als dem General der Chemischen Kriegsführung, aus dessen Laboratorium tm Kaiser-Wilhelm-Jnstitut in Dahlem die furchtbaren Waffen des Chemischen Kri ges hervorgingen. Aber unendlich viel wuchtiger sind HaberS Leistungen für die Er­haltung und Sicherung des Lebens ge­wesen. Haber ist der Mann, der Leuna möglich machte, die riesenhafte Jndustrieschöpfung un­mittelbar an der Bahnlinie Berlin-Halle-Merse- burg-Frankfurt, die wegen ihrer Größe und Einheitlichkeit mit ihren Kesselhäusern und dreizehn Mammutschornsteinen zu einem welt­bekannten und weltbeneideten Wahrzeichen unserer industriellen und wirtschaftlichen Lei­stungsfähigkeit geworden ist. 1910 sand Haber das Verfahren der Herstellung von Ammoniak unter Nutzung des Stickstoffs der Luft, des un­ermeßlichsten und billigsten Rohstofflagers, des­sen die Industrie sich jemals bedient hat. Aus diesem Rohftokfiager holen Saugapparate, die mit ihren ungeheueren

schwarzgestrichenen Metallrüffel« die Erinnerung an unermüdliche Arbeitselefan­ten wecken, behaglich schnaufend und prustend Hunderte Millionen von Kubikmetern Luft in die Koksgasfabriken hinein. Der dabet ange­sogene Stickstoff durchläuft die Gasfabriken, kilometerlangen Rohrleitungen, Hochdruckbetrie­be, Heiz- und Küblwerke, Kontaktanlagen, in deren Katalysatorräumen das Wunder der Vereinigung von Stickstoff und Wasserstoff zu Ammoniak vollzogen wird, viel rascher, als der Besucher der kilometerweiten Industriean­lage ihm auf seinem Wege bis zu dem mächti­gen Silo für schwefelsaures Ammoniak folgen kann. Die Lust, die Du gemeinschaftlich mit den Saugelefanten zu Deiner Lebenserhaltung ausnimmst, kannst Du nach wenig mehr als einer Stunde einige Kilometer Weges weiter schon in Form von schneeweißem Düngesalz in den Speicher rieseln sehen und Zeuge wer­den, wie er von Baggerbechern in wartende Eisenbahnzüge geschaufelt wird zur Lebenser- Haltung eines MillionenvolkeS. Nach der näch­sten Ernt« aber steckt er vielleicht in dem

Brot, das auf Deinem Tische steht. Dieses technische Wunder, das Deutsch­land bereits ein Milliardenvermögen erspart hat, daS sonst für Chilesalpeter ins Ausland geflossen wäre, weil die Ernährung unseres Volkes ohne immer wieder neue Stick­stoffdüngung der Felder unmöglich wäre, dieses maffenerhaltende Wunder heißt Fritz Haber, stammt aus Breslau und ist soeben 60 Jahre alt geworden, alt und noch leistungsfähig, popu­lär im Augenblick durch die bekannte Schöpfung des Goldes aus dem Meerwasser. Gold und Haber! Damit verbindet sich für mich der Irrtum einer anderen schaffenden Persön­lichkeit, deS bedeutenden und verdienstvollen Physikers Miethe, dessen früher Tod vermut­lich durch die fehlgeschlagene Hoffnung beschleu- nigt worden ist, daS Quecksilber in Gold durch Verwendung der Quarzlampe umzuwandeln. Als Miethe unS fünf Vertrauten im Allerhei- ligsten seines Arbeitsraumes seine Retorten und Porzellanschälchen mit winzigen, bis zu einem halben Pfennig großen Goldspuren vor­wies mit den Worten:Das ist Gold, meine Herren, Gold, daS wir aus Quecksilber gemacht haben!" führte er auch stolz die Bestätigung Habers an. Haber und -in Javaner fanden durch verfeinerte Untersuchung des gesäuberten Quecksilbers jedoch noch Goldspuren, die er­wiesen, daß

Wettersteuern wie Marx, wobei man aus ihn immerhin noch verstärkte Hoffnungen für das Zustandekommen der Große« Koalition setzen dürste, wenn uns dieses wohlverdiente Weihnachtsgeschenk auch wohl erst post festum im frostigen Januar beschert werden dürste.

Gebote der Zeit.

Wie sich das Zentrum mausert.

Es ist kein Geheimnis, daß heute In sämtli- chen Parteien von den Kommunisten und So- znialdemokraten hinüber bis zu den Deutschna- ttonalen und Völkischen infolge der schweren po­litischen Sorgen und des sozialen Drucks sehr erhebliche Schwierigkeiten bestehen, daß über­all in den Parteien Gegensätze vorhanden sind, von denen man zeitweilig glaubt, daß sie die Partei sprengen müßten. Unter solchen Umstän­den spielt für alle Parteien die Führerfrage eine noch größere Rolle alS es ohnehin schon in normalen Zeiten der Fall ist. Entscheidend ist dabei überall, ob und wie es dem Führer ge­lingt, die Gegensätze zu überbrücken und die Partei zusammenzuhalten. Diese Stürme der Zeit sind selbst am Zentrumsbollwerk nichi spurlos vorübergegangen. Seit der Revolution ist das Zentrum an allen deutschen Regierungen immer beteiligt gewesen Im allgemei­nen ist daS parteipolitifch betrachtet kein Vor­teil. Teilnahme an der Regierung belastet mit Verantwortungen, zwingt von der Erfüllung unmöglicher Versprechungen Abstand zu neh­men oder sich in Versprechen von vornherein weitestgehende Zurückhaltung aufzuerlegen. Bei­des ist nicht gerade geeignet, Wähler zu gewin­nen und festzuhalten. Eine so ununterbrochene Regierungsbeteiligung, wie sie sich das Zentrum zugemutet hat, würde kaum irgend eine andere Partei ausgehalten haben. Daß nun auch schließlich einmal das Zentrum unter die­sem fortwährenden Druck einige Risse und Ab- blöckelungen erfahre» hat, ist nicht weiter zu verwundern. So konnte man setzt in Köln zum ersten Male hören, daß sich auch die Zentrums- Partei vielleicht einmal eine Zeitlang aus der Regierungsbeteiligung zurückhalten möge. An­dererseits versteht doch auch wieder das Zen­trum die nicht zu unterschätzenden Wohlta­ten des MitregierenS mit soviel Klug­heit auszunutzen, daß eS nicht leicht aus einer augenblicklichen Verstimmung heraus darauf verzichten wird.

Daß der bisherige Vorsitzende der Partei, Reichskanzler a. D. Marx zurücktreten mußte, war eine Notwendigkeit. Er hatte sich von den Schwankungen der Politik zu sehr beeinflussen und des öfteren die starke Hand vermissen las­sen. Sein Charakterbild war zuletzt vollkom­men verschwommen. Auch er hat ei sehr ehrlich gemeint, aber wer heute mit rechts und morgen mit links regiert, wird doch logischerweise zu­letzt das Vertrauen aus allen Seiten verlieren. Ueberraschend war die Niederlage Ste­ge r w a l d s, der als Vertrauensmann der Ge» werkschaften bisher so ziemlich als der einfluß­reichste Zentrumspolitiker galt. Die unvorsich- tige Aeußerung, die er einmal den Beamtenan­sprüchen gegnüber getan hat, ist zum Verhäng­nis für ihn geworden. Seine Wahlniederlage beweist, wie stark neben der Arbeiterschaft doch auch die Schicht der Beamten und Intellektuel­len im Zentrum ist. Für die künftige Haltung der Partei wird das nicht ohne Einfluß blei­ben. Die Derhandlungsgegenstände des Partei- tages waren natürlich durch die politifche Lage vorgezeichnet. Mit der Wohnungsnot, mit der Not der Landwirtschaft, mit der fozialen Frage, mit den Reparationen muß sich heutzutage schließlich jede Partei befassen. Man möchte nur wünschen, daß die schönen Programme, die da aufgestellt werden, etwas energischer in Taten umgesetzt würden, wenn die Par­teien zur Regierung kommen.

Run hat daS Zentrum den Prälaten K a a s auf den Schild erhoben, um durch diese Wahl keiner Gruppe oder Richtung den Vorrang zu geben, sondern nach altbewährter Tradition sich einer Persönlichkeit zu verschreiben, die als Ver- körperung des Zentrumsgedankens von allen Anhängern gleichmäßig begrüß, werden konnte Man wird deshalb auch die Wahl des Kleri­kers wohl weniger eine Politische Lösung als; eine autoritative Lösung der mannigfachen Streitigkeiten, von denen auch die Zentrums- Parteien nicht verschont geblieben ist, nennen, können KaaS ist zudem innerpolitisch bisher wenig hervoraetreten, er ist der A u ß e n p o l i- ' tiker der Partei, der auch im Reichstag sich eingehend mit der gesamtpolt tischen Lage beschäftigt hat und der auch wiederholt der deutschen Völkerbundsdelegation angehörte Unter seiner Führung dürfte das Zentrums­schifl wohl die Klippen umsteuern können, die 1 heute im Fahrwasser aller politischen Par,eien ' austauchen. Der Präla, hat sich letzthin fehr impulsiv für die sofortige Räumung unter Ab- lehnung weiterer Opfer ausgesprochen, wenn er auch als geheimer Gegner StresemannS gilt Innenpolitisch dürfte Kaas denselben Kurs i

Die Raffele: Neuesten Aachrlchten erlche'nen wochenill» 'echsmal nadjmittaab. De: abonnementeprtt» beträaf ftti bei «onm 1.30 X bet freier .luftellun, 'n« Ha»« in »e> «elchül,»stelle «bet Doll 1- * Dur» bte «oft monatlich 2.20 X ausschließlich .^uftellunasaebllbr sieintpreche, 861 nnb 961 Hllr unverlangt etngetonbte tjeiträge kann bte Aebaklion etne Verantwortung ober Gewahr in feinem *aOe übernehmen Rück«klungen bet vezugSgelbe« ober Lnivrüche wegen etwaiger nicht orbnunatmüßiger Lieferung ift auSge'chlollen. - Pofticheckkontv -er tnkkurt a M Nummer WH Gineelnummer 10 A EonntagSnummer 10 A

Meint es Moskau ehrlich?

Litwinows AbrüstungSappell ist auch der unsere.

Moskau, 11. Dezember. Im Zentralexekutiv- Komitee bezeichnete Volkskommissar Litwinow Locarno als die Krönung der Politik der Sieger- machte, durch die Deutschlands Handlungsfreiheit erheblich eingeengt sei. ES lebten die diplomati­schen Jntriguen nach dem BorkriegSmuster wie- der auf. Die markantesten Beispiele dafür seien das englisch französische Flottenkompromitz und die englisch-japonischen Abmachungen. Trotz öl­en Leugnens habe man es hier mit sehr bedeut- amen und bedrohligen Erscheinungen zu tun. Die Sowjetregierung muß deshalb zur Wahrung des Weltfriedens bestrebt sein, internationale In- triguen, denen Elemente des Krieges innewoh­nen, aufzudecken. Ein konkreter Weg zur größt­möglichen Sicherung des Weltfriedens sei nact wie vor die sofortige volle und allgemeine Ab­rüstung oder wenigstens die größtmögliche Her absetzung der Rüstungen alS erste Etappe zur vollen Abrüstung. Dank der Initiative der Sow- etregicrung ,ei tiefes Problem zum ersten Male offiziell angeschnitten worden.

ES ist, sagte Litwinow weiter, für die impe­rialistischen Länder nicht angängig, einzustehen, daß st« nicht abrüste« wolle«; deshalb zweifeln

Washingwn, 11. Dezember. (Funktelegramm) Der paraguayanische Botschafter drückte beim Pttsseempfang bi« Besorgnis darüber au8, daß der Krieg zwischen Bolivien und Paraguay jetzt fast unvermeidlich sei. Di« Sage sei be- «u kritisch und es erschein« zu spät, um den Konflikt einem Schiedsspruch zu unter- werfen.

®tr Dvlkerdund soll eingreifen.

Lugano, 11. Dezember. (Eigene Drahtmeld.) Der BSlkerbundSrat wird sich heute, wie man

Wieder ein Riesenlohnkampf.

Für die Textilindustrie einstweilen gescheitert. Unannehmbar« Forderungen.

Gehen die Flinten wieder los?

D-r Südamerikakrieg scheint fast unvermeidlich.