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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Die Staffelet Neueste» Nachrichten erlebe'nen wöchentlich sechsmal nachmittags. Der Svonnemeulsoreis beträai für den Monat 2.2U Jl bet freier Zuftkllung 'ne§?ue 6t »*M>ätt«ftelle obgebolt 2 Jt Durch die «oft monatlich 2.20 Jt ausichliekltch .-luftellungsaebudr. ^ernivrechet 961 und 952 ffftr unverlangt etngefanite Bei träge kann die Redaktion eine iBenntniortnng oder Gewähr in feinem Äaffe übernehmen Rftek^hlungen des Beiugsaelde» ober flnlorilebe wegen ermaiger nicht ordnungsmäftiger Lieferung ist ausge'chloffen - Poftlebeckkonto itr-infFurt « M Nummer Ctinwlnnrnmer 10 4 SonntagSnnmmer 20 <1

Hessische Abendzeitung

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Nummer 289.

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Freitag, 7. Dezember 1928.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig

18. Jahrgang

Dor hitzigen Gesprächen in Lugano.

Franzoienfurcht vor dem guten Kameraden / Theaterskandal auch in Frankfurt.

gemacht hat, ba6 die anlagelustigen Kapitalisten feinen Ratschlägen folgen. Ter Mann handett also mit der durch seine langjährige Praxis und Erfahrung erworbene WareSertrauen". Da er aber in die Erwerbung dieser Ware Arbeit und häufig auch Kapital gesteckt hat. so findet weder er noch baä Publikum das geringste da­bei, daß er sich diese Ware bezahlen läßt. DaS klingt für Deutschland kaum glaublich und wird gewih manch bedenkliches Schütteln des Kopfes Hervorrufen. Aber es ist nun einmal so. Aus­nahmen. wo daS Vertrauen des Publikums ge­täuscht wird, kommen natürlich auch vor, aber der Mann, der die Ware .Vertrauen* verfälscht, wird nicht lange damit gute Geschäfte machen. Man kann eben einmal ein Fast Stiefelschmiere als Butter verkaufen, aber nicht wieder. Man ist im allgemeinen in diesen Dingen in Frank­reich sehr aufrichtig, und diese Aufrichtigkeit, haft deren daS Publikum weist, wer und was hinter feder Zeitung steckt ist ein gutes Vorbeu- gungsmittel gegen Mißbräuche und Korruption. Diese Aufrichtigkeit ist es auch, die den so viel berufenenFall Goth in einem anderen Lichte

Ein Unterstaatssekretär -aber

Fn den Schlingen des Pariser Zeitungsskandals

Paris, tz. Dezember. Ein Blatt, dem man dafür die volle Berantwortung über!offen muh berichtet, daß der sozialistische «bg. Chaftnnet Ministerpräsident Poinrare, wie er es verspro chen hatte, Einsicht in seine Akten gewähr, habe

Die Lage ist für Deutschland ungünstig genug, und auch die Ungeduldigen und Ungläubigen würden deshalb recht gut daran tun, wenig­stens aus außenpolitischem Gebiet parteitaktische Erwägungen zurückzustellen und alles zu tun, um die Position des deutschen Außenministers und der deutschen Unterhändler für die kom­menden Verhandlangen zu stärken.

Daraus habe sich ergeben, daß ein Unterstaats­sekretär in die Angelegenheit verwickel, sei. Und zwar soll dieser seinen Namen zu einer Terrainspekulation hergegeben

haben. Nacht soll es zwischen PoinrarS und sei­nem Mitarbeiter zu einer sehr langen und sehr lebhaften Unterredung gekommen sein. Im Kabinettsrat würde der Umcrstaatssekretär, des­sen Name in den Wandelgängen' der Kammer von Mund hu Mund ael>e, aufgefordert werden seine Demission einzureichen, wenn er sich nicht rechtfertigen könne. Einige Abendblätter behaupten, daß seitens der Buchhaltungen aller Unternehmungen, die unter dem Deckmantel der Gazette du Franc gegründet wurden, seit Mai keine Bücher mehr geführt worden feien.

derjenigen leiten, die immer noch glauben, von geheimen Rüstungen Deutschlands und von Re- vancheplänen reden zu können. Man würde da­durch die gewiß sehr geringen Aussichten auf eine frühere Räumung der Rheinlande völlig vernichten, kurzum der Erfolg wäre, daß Deutschland heute noch isolierter und schutzloser daflünve, alS es heute bereits der Fall ist. Fraglich 'st es auch, ob es heute schon einen Zweck hat, die KriegSfthuldfrage wieder oufzurollen mit dem Ruf nach einem neutralen Schiedsgericht, ein Vorschlag, der bereits in einer Rote der Reichsregierung vom 29. Novem­ber 1918 gemacht wurde, der aber damals glatt abgelehnt wurde, welches Schicksal ihm auch heute beschieden sein würde. Obwohl niemand mehr an di« unsinnige Behauptung glaubt, daß Deutschland allein für den Krieg verantwortlich sei. sind doch die Tinge heure noch nicht so weil gediehen, daß Bestrebungen auf Abänderung des berüchtigten Artikels 231 Aussiht aus Er­folg hätten Dieses Michaelschwer, wird man gegen ungedeckte Blößen der Gegner im geeig­neten Momeni zücken müssen, aber man wird es nicht am Slahlpanzer der neu geschmiedeten Entente-Freundschaft zerspringen lassen dürfen.

Theatertummulte sind Alo-e Nach Hanchurg... Frankfurt.

weitgesteckte Ziele.

Privatgespräche in Lugano.

Paris, 6. Dezember. (Eig. Drahtbericht.) Zur bevorstehenden Ratstagung von Lugano schreibt ein Blatt, daß sich Briand, Chamber­lain und Dr. Strefemann in privaten Unter Haltungen wahrscheinlich über den Tagungsort der Versöhnungs- und Festlegungskommiffion jlieS Kontrollkommoffion D. Red.) und über ihre Arbeitsweise einigen würden. Briand werde auch den Zeitpunkt für den Zusam>< tritt der vorbereitenden Abrüstungskommifiion festlegen. Chamberlain und Briand würden ferner über die Abrüstung zur See sprechen u. versuchen, zusammen mit Japan und vielleicht auch mit Italien eine Verständigungsgrundlage finden, um den Bereinigten Staaten ein Ein­heitsprogramm für die Abrüstungskonferenz zu unterbreiten.

Das rote Tuch.

Gefährliche Lieder... für Franzosen.

Landau, 6. Dezember. (Eigener Drahtbe­richt.) Das französische Militärgericht verur- teilte den Borfitzenden der nationatsozialistifchen Ortsgruppe wegen Duldung eines Umzuges mit militärischem Charakter zu zehn Tagen Ge- sängnis und 300 Mark Geldstrafe. Rach einem Franzosenbericht harten an einer Fah- nenweihe 250 uniformierte wohl diszipli- nierte Truppen teilgenommen, die u. a. Kriegs­auszeichnungen, Ferngläfer ufw. trugen. Bei einem Marsch nach dem Friedhof zur G e f a l - l e n e n e h r u n g sei ein parademäßiger Bor­beimarsch erfolgt unter KommandoAugen rechts!" ufw. Auf dem Friedhöfe selbst hätten die Hitlerleute kriegerische Lieder gesungen, darunter auch das vom guten Kameraden und das Niederländische Dankgebet. Der Verteidiger Dr. Führ wieS darauf hin, daß eS sich h'er niemals um kriegerische, sondern eher um reli­giöse Lieder handle.

Sin schwerer Gang.

Was Strefemann in Lugano erwartet.

Nun hat auch der zweite große Gegenspieler Stresemanns, der Friedensschalmei-Virtuose Briand, seine Visitenkarte für Lugano ab­gegeben. Und wenn auch seine und seines Bu­senfreundes Chamberlain BejMen wesentlich Neues kaum gebracht haben, so müssen wir doch die sehr bedenkliche Tatsache verbuchen, daß wir in Sei Außenpolitik allem Anschein nicht nur nicht einen Schritt vorwärts gekommen, sondern um einige Meilen zu«ickgeworfen worden sind. Jedenfalls sehen wir jetzt klarer und deutlicher, daß sich Deutschland in der Räumungsfrage einer Einheitsfront Englands und Frankreichs gegenüber befindet. Sowohl Chamberlain als auch Briand bestreiten, daß Deutschland juristisch ein Recht auf frühere Rheinlandräumung habe, und wenn auch die Beweisführung dieser beiden Minister ohne weiteres zu widerlegen ist, so wird man doch damit rechnen müssen, daß sowohl die englische als auch die französische Politik an ihrem Standpunkt festhalten, und daß die Be­mühungen des edlen Brüderpaares darauf ge­richtet bleiben, sich Zugeständnisse in der Rhetn- lanbfrage fo teuer wie möglich bezahlen zu lassen. Briand hat dabei wieder die bekannte Pfändertheorie ausgenommen, eine ungemein gefährliche Theorie, auch selbst wenn man nicht so weit geht tote etwa ein englisches Blatt, das diesen Erklärungen und den Aeutzerungen Cham­berlains den Sinn beilegt, daß Frankreich von England die Erlaubnis erhalten habe, seine Truppen solange auf deuifchem Boden stehen zu lassen, bis jeder Pfennig Reparationen von Deutschland bezahlt ist, also unter Umständen vierzig, fünfzig, ja noch mehrJahre. Dem widerspricht bekanntlich ter klare Wortlaut des Versailler Vertrages, Sei eine Höchstdauer der Besetzung von fünfzehn Jahren vorsieht.

Man ward in Deutschland aber auch damit rechnen müssen, daß die französisch-englische Ein- heiissront bei den bevorstehenden Reparations­verhandlungen, die ja nicht nur im Schoße des Reparationskomitees, sondern hinter verschlosse­nen Türen auch sehr energisch in der Treibhaus­luft Luganos ausgefochten werden dürften, nicht weniger deutlich in die Erscheinung tritt. Und wenn Briand in seiner Kammerrede daraus Hin- Wies, daß Frankreich noch auf lange hinaus zu zahlen haben werde, so wird man sich nach diesen Worten ohne weiteres darauf gefaßt machen müssen, daß Deutschland nicht dreißig Jahre hindurch, sondern zweiundsechzig Jahre lang, d. h. solange England und Frankreich Schulden an Amerika zu zahlen haben brav und treu Reparationsleistungen tätigen soll. Es er­scheint zweckmäßig, dieser Entwicklung gegenüber nicht die Augen zu schließen, sondern sich recht­zeitig auf die kommenden Dinge vorzubereiten. Diese aggressiven Minister-Offensiven haben nur erneut bestätigt, daß die politische Atmosphäre in der letzten Zeit sich für Deutschland sehr viel ungünstiger gestaltet hat, was den Locar­nofreunden vermutlich auch tu Lugano stark auf die Nerven schlagen wird.

Trotzdem wäre e« jetzt natürlich sinnlos, etwa mit der Faust auf den Tisch schlagen zu wollen, die Mitarbeit im Völkerbund aufzukün­digen und überhaupt irgendwelche Drohungen gegenüber den Wortbrüchigen auszustoßen. Da­mit würde man nur Wasser auf die Mühlen

Gefahr im Verzug.

Poiucari dringt durch Räumung durch Reparationen.

London, 6. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Ein franzöflscher Korrespondent meldet aus Pa­ris, daß Poinrare in der Frage, ob die Sachver­ständigen mit Ausnahme der Deutschen von der Reparations-Kommission ernannt werden sollen, bei den Mächten durchdringen wird, mit der Begründung, daß man dadurch Amerikas Mit­arbeit leichter sichern könne. Die dyttschen Sach­verständigen sollen eine völlig gleiche Stellung erhalten. Andererseits ist es wahrscheinlich, daß die Machtbefugnisse der Sachverständigen sehr weitreichend sein werden, wie dies Deutsch­land im Gegensatz zu der einschränkenden For­mel vorgeschlagen hat, die von Parker Gilbert und Paris vorgesehen war. In diesem Sinne würden die Mächte Paris antworten. Parker Gilbert habe auch die Formel vorgeschlagen: Die Räumung wird erfolgen, sobald die Re­gelmäßigkeit und Kontinuität der deutschen Re­parationszahlungen einen solchen Stand der Dinge geschaffen haben wird, daß Deutschland es nicht mehr möglich finden würde, seine Repara­tionszahlungen zu unterbrechen, ohne fer­nen eigenen Kredit zu schädigen.

(Sbamberloin bietbl aus»

London, 6 Dezember. (Eigene Drahtmeld.) Wie ein Genfer Berichterstatter hört, wird Chamberlain der Ratstagung in Lugano nur dann beiwohnen, wenn das Befinden des engli­schen Königs sich bessert Andernfalls dürfte er durch eine andere Persönlichkeit ersetzt werden.

Die Boulevaröpreife.

Wovon leben die Pariser Zeitungen?

Von unserem Pariser Berichterstatter.

Der jüngste Finauzskaudal bei eine« groben Pariser Zeitnugs-ulernetzmeii, Ho mit ringe- zahlten Spargeldern seiner Abonnenten leicht» sinnig gewirr,chattet bat, lenkt das Jntereffe ans de» «irtschastliche» Rückhalt der Solle» oardpreffe überhaupt, de» »niet Mitarbeiter mit i»tereffa»te» Schlaglichter» kennzeichnet.

Paris, Anfang Dezember.

Das erste, was dem Deutschen auffällt, der auf dem Pariser Boulevard den Malin- oder denPetit Parasien- kauft, ist die fast gänzliche Abwesenheit der Inserate. Während man bet den deutschen Blättern gewöhnt ist, einen fetüet- bigen Annoncenteil mitzukaufen, sind die. ge­schäftlichen Anzeigen in den Pariser Blättern geradezu eine Seltenheit. Das liegt zum Teil daran, daß nur solche Zeitungen den Vorteil ei­nes ermäßigten Postportos genießen, bei denen der Teil, den man als lournalistischen Inhalt beurteilen kann, an Umfang das übrige über» wiegen muß. Das hat selbstverständlich dazu ge­führt, den Annoncenteil einzuschränken. Jeden­falls ist aber auch der französische Kaufmann ge­wöhnt, seine Ware auf andere Art anzupreisen, alS durch die Annonce. Er nützt also das vom deutschen, englischen und amerikanischen Kauf­mann längst als stärkstes Werbemittel anerkann­te Inserat in keiner Weise aus. Man hat oft die Frage aufgeworfen, wovon die französischen Blatter nun eigentlich leben. Daß amerikanische, englische und deutsche Blätter den

Hauvtteil ihrer Einnahmen aus dem Inseratenteil

beziehen, ist ja bekannt. Wenn man mit Fran­zosen über diesen Punkt spricht, pflegen sie einen stets darauf hinzutoeisen, daß die Blätter haupt­sächlich vom Straßenverkauf leben. In der Tat pflegt der Pariser nicht auf sein Blatt abon­niert $u sein, wie etwa der Deutsche, sondern er kauft tm Laufe des Tages oft Blätter verschiede­ner Richtungen auf der Straße, lieft sie und Wirft sie wieder weg. Er hat ja überhaupt nicht die heilige Scheu vor allem Gedruckten, wie sie der Deutsche hat. Einen Beweis dafür bilden die in Auslagen von Hunderttausenden verkauf­ten Romane, die bloß broschiert sind, die man lieft und in einem Eifenbahnabteil oder im Autobus liegen läßt. Das deutsche Buch ist bekanntlich teuer, weil die Verleger große Kosten auf den Einband verwenden müssen. So etwas kennt der Franzose nicht. Er liest, wirst weg, und macht es ebenso mit der Zeitung. Der starke Verkauf kann aber doch nicht die hohen Gewinne vieler Blätter erklären. Es wäre in diskret, nach den Quellen zu forschen, woher ein Teil der Einnahmen kommt. Von gewissen Ein­nahmen weiß man eS aber. Und zwar sind das diejenigen, die der Finanzteil der Blätter bringt. Tiefer Teil ist fehr häufig verpachtet, und zwar an einen Unternehmer, der eine an- fehnliche Rente dafür zahlt und eine noch an­sehnlichere Rente daraus bezieht. Es wäre nun aber ganz falsch, daraus ohne weiteres auf fi- nanzielle Korruption zu schließen. Hier gilt eben: Andere Länder, andere Sitten. Der Päch- ter eines Finanzteile» ist in der Regel ein hoch- ehrenwerter Finan-Schriftsteller, der sich durch scharfe Kritik und aufrichttge Beurteilung der Wette, die er empfiehlt,

beim Publikum einen solchen Namen

Frankfurt, ff. Dezember. Aehnlich wie kürz, lich im Hamburger Staatstheater kam es ge. ftern im Frankfurter Schauspielhaus bei der KomödieEhen werden im Himmel geschloffen" gleich im ersten Akt zu lauten Protestrufen. Polizei fetzte die Ruhestörer sofort an die Lust, aber diese» energische Eingreifen gab das Sig­nal für eine* unbeschreiblichen Tu­mult. Namentlich von der Galerie herab wurden wüste Schimpfworte gegen die Polizei anSgestoßen. Stink- und Tränengasbomben wurden inS Parkett geschleudert, dessen Besucher ebenso wie die im 1. Rang schleunigst mit vor die Augen gepreßten Taschentüchern den Raum verließen. Die Schauspieler hielten trotz des pestilenzartigen Gestanks au» und spiel­ten das Stück, allerdings vor fast leerem Haus, zu Ende. Die Hinausoeworfenen randalierten weiter, bis sie von der Polizei zerstreut wurden.

Hunger in -er Sturmwüste.

Hiobspost von den Philippinen.

Manila, ff. Dezember. Die Zahl der Todes spfer des letzten Wirbelsturmes auf den Phi­lippinen beträgt 392. Hmrderttausende von Menschen leiden unter der Hungersnot. Der Schaden wird auf 25 Millionen Dollar ge- schätzt.

Gin zweite»» 25.alt tcywtr gestyad gl.

Paris, 6. Dezember. Die geschädigten Ein­leger von Spargeldern ebenso wie die Ange­stellten der Gazette du Franc haben sich zur Wahrung ihrer Interessen zusammengeschlossen. Zahlreiche Angestellte, zum Teil Familienvä­ter, befinden sich in schwerer Notlage. Schwer geschädigt ist auch ein radikales Blatt, das seinen finanziellen Anzeigenteil der zu dem Schtoindelkonzern gehörenden Nachrichtenagen­tur ^Jnierprefle* verpachtet hatte. Zahlreiche Rundschreiben der Finanzgesellschast, welche die kleinen Sparer aufforderten, ihr Geld bei derGazette du Franc" arbeiten zu lassen, feien aus Briefbogen dieses Blattes ver­sandt worden, wodurch das Vertrauen der Leute getäuscht wurde.

Aachwehen -er Aussperrung.

Der Einzelhandel braucht Staashilfe.

Duisburg, 6. Dezember. In einer Versamm­lung des Einzelhandelsverbandes wurde fest- gestellt, daß die Aussperrung sich im Einzelhan­del gerade katastrophal ausgewirkt habe. Viele GesckKste waren während der Aussperrung nahezu brachgelegt. Einzelne können ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. In einer Entschließung wird gefordert, daß Reich und Staat Mittel bereit stellen, um die Not zu lindern, in die der Einzelhandel durch die Aus­sperrung geraten ist.

Riesenbetrug mit Anleihe?

Die arme Schlesierstadt alS Opfer.

Berlin, ff. Dezember. Während die Unter- suchung gegen den Leiter der Feuerverstche- rungsgesellschaften noch schwebt, wird jetzt ein neuer Fall bekamtt, bei dem der Stadt Wal­denburg in Schlesien durch ein Konsor­tium Berliner Finanzleute ein Schaden von einer Million Mark entstanden fein soll. Wie verlautet, ist der Betrug verübt wor­den bei der Aufnahme einer Anleihe für Wal­denburg im Januar 1927, die durch einen Ber­liner Bankier getätigt wurde. Dem Vermittler Rathke war. die Regelung ves Zinsendienstes usw. übergeben worden. Auch der Vermittler Reichmann soll in die Angelegenheit verwickelt fein. Die Aufklärung dürfte durch die Staats­anwaltschaft erfolgen.