Nr. 285.
Achtzehnter Jahrgang.
Kasseler Neueste Nachrichten
3. Dettage
Sonntag, 2. Dezember 1928.
’* £ \
■
■
W
L * *
Ditta Parlo
verkörpert die Marika in dem Film „Ungarische Rhapsodie" des Kasseler Ufa-Theaters. (Siehe den Bericht aus dieser Seite.)
Aus -en rrasseler Kinos.
Ufa-Theater: Ungarische Rhapsodie.
Der überraschend große Erfolg der „Ungari- fchen Rhapsodie" in Berlin und im Reich et« klärt sich aus zwei Momenten: Die breite Masse der Kinobesucher begeistert sich an der ewigen Operettenidee von dem Grafen, der das arme Mädchen liebt, der den Ofsiziersrock hingrbt für den Pflug. Der anspruchsvolle Filmfreund ist frappiert von der flüssigen Regie (Hanns Schwarz!), von dem unerhört logischen Film- schnitt, den unwahrscheinlich sonnigen Aufnahmen aus der ungarischen Ebene, dem höllischen Tempo des Erntefestes, der wilden Feier im Offizierskasino und des Kasernenalarms. Aber das ganze Publikum ist gefesselt von dem Sp'el der schönen Lil Dagover der zarten Dita Parlo, des prächtigen Willi Fritsch. Wieder hat Erich Pommer, der Produktionsleiter dieses Spitzenfilms der Ufa, ein Thema gefunden, das feie „Heimkehr" in aller Welt verstanden wird. Womit der Welterfolg der Rhapsodie gesichert erscheint.
Im Beiprogramm läuft der große Zeppelin- tzilm der Ufa, der die beiden Festland fahrt en und den Amerikastug im Bild festhält. Wir hatten uns die Ausnahmen des Ozeanflugs ort« gineller, spannender vorgestellt, vergessen aber wohl bei dieser Kritik, unter wie schwierigen Umständen dieser Film gedreht werden mußte.
Die Wochenschau bringt u. a. seltene Ausnah. men vom feuerspeienden Krater des Aetna. — Die Xylophoneinlage verdient hohes Lob. V.
Ä. d. W.: „Eine Fra« von Format".
Ein entzückendes Lustspiel, das Fritz Wendhausen nach der gleichnamigen Operette von Schanzet und Wehlisch für den Film inszenierte. Mit sicherem Blick für einen netten anständigen Humor, ohne Zweideutigkeiten, ohne Burleske. Und trotzdem (oder gerade deswegen) so char« mant, daß man bedauert, wenn der „Diploma- tenkrieg" zwischen der Gesandtin von Türkisien und dem Herrn Kollegen von Mystilien schon zu Ende ist. Wie diese beiden „Gegner" um den Besitz einer Insel kämpfen, die die vergnügungssüchtige Fürstin von Sylistrien verkaufen will, weil sie ein paar Wochen in Paris zu verleben gedenkt und Geld braucht, das muß man gesehen haben. Und man wird nebenher seine Freude an einer ganzen Reihe netter Einfälle des Regisseurs haben, an schneidigen Phantasiekostümen und südländischen Landschaftsbtl- dern Mady Christians stattet die „Frau von Format" mit all ihren Reizen verführerisch aus, Diana Karenne erscheint als Fürstin. Die Lacher hat der famose Hermann Thimig als Adjutant aus seiner Seite. Nebenbei: wir sind überzeugt, daß dieser Film besser ist, als sein Vorbild, die Operette, auS der der Sänger Waldemar Klingelhöfer zum Film einige Schlager singt. Im Beiprogramm neben der Emelka-Woche, die u. a. brennende Oelquellen zeigt, zwei Grotesken, von denen nur die eine (Abenteuer in einem „Schreckensschiff") Anspruch auf Orrginalität erheben darf, »schic.
*
Chaffalla.
Mary 8ou ist Lya Mara. Mehr braucht man eigentlich nicht zu sagen, denn dann weiß der Filmfreund, w,e der ganze Film ausschaut: spritzig, lustig, flott, ein bißchen (Sentimentalität, viel Tanz, Zirkus, stille Liebe, ein reicher Onkel «nd ein glückliches Ende trotz aller Widerwärtigkeiten. Mary Lou, die Tochter eines ehemaligen Großfürsten, wurde von einem alten Kapitän fenseits der Grenzen erzogen; als der Alte aber bei einem Raubüberfall ermordet wird, steht sie mittellos da. geht zum Zirkus, wo sie liebevoll ausgenommen wird, verliebt sich in einen Kunstreiter, der sich als ehemaliger Offizier entpuppt, finhet einen reichen Onkel plötzlich wieder, läuft dafür allerdings Gefahr, den Liebsten zu verlieren, renkt aber mit eines treuen Freundes Hilfe alles wieder ein und kann zum Schluß eine russtscbe Hochzeit mit gllem Pomp feiern. Was sie auch nach ihrem
Der Wille zur Einheit!
Landeskirchentagssitzung vom Freitag.
— Konkordat und
Mit schwerem Herzen, aber in Erkenntnis der unbedingten Notwendigkeit hat der Landeskirchentag die Abtretung des Kirchenkreises Bockenheim und das neu zur politischen Gemeinde Frankfurt hinzugekommenen Dorfes Fechenheim beschlossen. Abg. Amtsgerichisrai Hasse begründete den vom Großen Ausschuß gefaßten Beschluß und bar um Annahme. Es war noch einmal mit Vertretern der Frankfurter Landeskirche Fühlung genommen worden über die Abfindungssumme. die wir wegen des Verlustes an Kirchensteuern durch die Abtretung Bockenheims von Frankfurt haben sollen. Es ist nicht leicht für eine kleine Landeskirche wie die nnsrige, 70 000 Mitglieder abzugeben und fast ein Zehntel des gesamten Betrages der Kirchensteuer zu verlieren. Frankfurt hatte angeboten a) eine einmalige Abfindungssumme von 250 000 Mark oder b) am 1. 4. 1929 150 000 Mark und am 1. 4. 1932 noch einmal 150 000 Mark, wenn bis dahin der Zusammenschluß der beiden Kirchen noch nicht erfolgt sei. Da uns von einer Seite der Vorwurf gemacht worden war, wir sträubten uns gegen die Abtretung, weil wir möglichst viel dabei verdienen wollten, haben wir uns für den unter b) genannten Vorschlag entschieden, um zu beweisen, daß es uns
auf den Zuammenschlutz ankommmt.
Abg. Rektor Jaspert, der zu den Vertretern des Bezirkes Bockenheim gehört, dankte allen, die das Werk der Abtretung durch Rat und Tat gefördert haben und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß wir voraussichtlich bald wieder in einer Provinzialkirche zusammengehören würden und daß dieser Zusammenschluß dann öffentlich der Anfang der einen deutschen evangelischen Kirche sein würde. — Äbg. Pfr. B l e n d i n bat, die nun zu Frankfurt gehenden 13 Pfarrer möchten noch ebenso mit ihnen zusammen arbeiten wie bisher und dadurch den Zusammenhang und die gegenseitige Befruchtung der beiden Landeskirchen herbeiführen helfen. Das Kirchengesetz über die
Versetzung der Pfarrer im Interesse des Dienstes
wurde zurückgestellt, das Dienststrafgesetz für die Pfarrer und die kirchlichen Beamten der Landeskirche wurde angenommen, ebenso das Altersgrenzegesetz, nach dem der Landesoberpfarrer, die beiden Landespfarrer und die kirchlichen Beamten mit 70 Jahren in den Ruhestand treten wenn sie nicht nach Vollendung des 65. Lebensjahres auf eigenen Wunsch oder auf Anordnung der Kirchenbehörde in den Ruhestand versetzt worden sind. Für die Gemeindepfarrer kann das Gesetz nicht gelten, weil wir sonst nicht alle Pfarrstellen besetzen könnten. Einen breiten Raum nahmen die Verhandlungen über eine neue Konfirmationsordnung ein. Das vom Landeskirchentag beschlossene diesbezügliche Ge-
Bockenheim an Franffurt abgetreten. Staatsvertrag.
setz war von den Kreiskirchentagen, die gutachtlich gehört werden müssen, abgelehnt worden. Sehr wichtig waren auch die Verhandlungen, die sich auf den
Abschluß eines Konkordats
bezogen. Der Abg. Senatspräsident Dr. H e l d - mann legte in klarer und übersichtlicher Wetse die staats- und kirchenrechtliche Sachlage dar. In Frage kommen Konkordate, Staatsverträge und Staatsgesetze; eine besondere Form war die „Konvention" Preußens von 1821. Jedenfalls müsse die evangelische Kirche vom Staate verlangen, daß die Verhandlungen mit beiden Kirchen gleichzeitig geführt würden, aber nicht so, wie es jetzt geschieht, daß die Verhandlungen mit der katholischen Kirche weitergeführt werden, die mit der evangelischen Kirche aber nicht. Er empfahl die Annahme der von dem Großen Ausschuß vorgelegten Entschließung. Abg. Prof. Dr. Herrn e l i n k ist der Ueberzeugung, daß es das Bestreben der römischen Kirche ist, mit Hilfe der gegenwärtigen politischen Lage das internationale Ansehen der Kurie dadurch zu stärken, daß sie mit dem größten protestantischen Staat ein Konkotf bat schließt. — Abg. Hassen Pflug bat die Kirchenregierung dringend, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß die Schule in etwaigen Verträgen der Kirche mit dem Staate nicht genannt werden würde, weil dadurch
das Vertrauen zwischen Schule und Kirche zerstört würde und Abg. Rektor Troll gab seinen Widerspruch gegen ein derartiges Tun zu Protokoll. — Landesoberpfarrer D. Möller sagte wie schon in den gestrigen Ausschußverhandlungen zu, daß er seinen Einfluß dahin aufbteten würde, daß die Schule nicht in die Abmachungen einbezogen würde. — Abg. Prof. Hofmann erläuterte die schlimmen Wirkungen eines Konkordats an Aussprüchen bedeutender Staats- und Kirchenrechtslehrer und. an Beispielen aus den Erfahrungen in Bayern. Er beantragte zu der vorgelegten Entschließung einen Einleitungssatz der angenommen wurde und mit dem sie nun folgendermaßen lautet:
„Wir wissen von den schweren Besorgnissen weitester evangelischer Kreise gegenüber der neueren Entwicklung der Konkordatsfrage und den in einem Kon- kordatsabschlutz an sich begründeten Gefahren. Nachdem nun feststebt. dass im preussischen Staatsministerium die Möglichkeit des Abschlusses eines Konkordats geprüft wird, fordert der Landeskirchentag namens der evangelischen Landeskirche in Sessen-Kasse! dass die Verhandlungen, die zwecks Abschlusses eines Staatsvertrages zwischen dem Staat und der evangelischen Landeskirche seitens der zuständigen Herrn Ministers angeknüvft sind, weiter geführt werden damit der gleichzeitige Abschluss eines Staatsvertra aes mit der evangelischen Kirche ermöglicht wirb. Wir legen den allergrössten Wert darauf, dass auch schon in der Art der Vorbereitungen dieser Frage die Parität nach jeder Seite hin gewabtt wird. Jede Zurücksetzung der evangelischen Kirche würbe in den weitesten Kreisen der Bevölkerung bas Vertrauen in die Gerechtigkeit des Staatswillens cnrtiftnMie erschüttern." G. Hg.
Vogelschutz und Kanarienzucht.
Ausstellung des Vogelschutz- und Kanarien zuchtvereins „Gut Hohl"- Kassel, im Braustübl.
Die alljährliche Kanarienausstellung des Vogelschutz« und Kanarienzuchtvereins „Gut Hohl" ist immer etwa sbesonderes, denn wenn der Vorsitzende, Postschaffner Johannes Wagner — vielen Kasselanern als der biedere Landbriefträger bei der letzten Wagenschäu noch in guter Erinnerung — etwas in die Hand nimmt, dann klappt es auch. So ist mit Hilfe eifriger Freunde und Förderer eine Ausstellung entstanden, die viel Lehrreiches und Unterhaltendes bietet. Denn im Vordergrund der Arbeit des Vereins steht der Vogelschutz, die Kanarienzucht ist nur die notwendige Ergänzung. Die Ausstellung, die vom 2. bis 4. Dezember im Restaurant „Zum Brauftüb'l" in der Holländischen Straße stattfindet, zeigt in den unteren Gesellschaftsräumen wieder den bekannten
Bogel- und Wildpark, der in diesem Jahre eine wesentliche Vergrötze- rung erfahren hat. Ein seltsam lebendiges Bild empfängt hier den Eintretenden, das schwirrt und hüpft, zwitschert und piept hinter den engmaschigen Gitter im grünen Nadelwald, das Jeder seine helle Freude daran hat. „Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar", lebende Fasanen, springlustige Eichhörnchen haben sich eingefunden. Daneben stehen schlanke Rehe, eine Dachsfamilie und ein Fuchs — natürlich ausgestopft! Doch nein! Gleich am Anfang des großen vergitterten Waldes blickt
„Meister Reinecke" auS listigen «euglein aus einem besonderen Abteil, unbeweglich, starr liegt er in feiner Ecke, man mutz schon scharf auf- paffen, um zu sehen, datz es ein „richtiger, lebendiger" Fuchs ist. Uber ihm thront — ebenfalls in besonderem Abteil — in majestätischer Ruhe ein Mäusebussard und daneben eine Elster und eine Nebelkrähe. Und in all das lustige Hüpfen, Schwirren und Zwitschern tönt aus seinem versteckten Schlupfwinkel der Ruf des Kuckucks. Den „Vogel- und Wildpark" ergänzen die prachtvol- Icn Sammlungen von Rechnungsrat Hennig und S e i d l e r. Eine Fülle ausgestopfter Vögel farbenbunte Schmetterlinge, Käfer, Geweihe und Muscheln, es ist zu viel, alles aufzuzählen. Von besonderem Jntereffe, namentlich für die Schuljugend, sind die Einzel-Vogelkäfige, in denen
unsere heimischen Wildvögel
gezeigt werden. Sie sollen in erster Linie als Anschauungsmaterial für die Schulen dienen, deren jede, die der Ausstellung einen Besuch abftattet, einen Kanarienvogel erhält. Aber auch die Erwachsenen werden nicht zu kurz kommen, jedem 100 Besucher winkt ein erstklassiger „Sänger fürs Haus." Im oberen Saal aber stehen in dichten Reihen die Produkte der diesjährigen Zucht,
41 Stämme mit über zweihundert Kanarien! Diese überaus reiche Beschickung der Ausstellung ist ein beredtes Zeugnis für den Geist, der die Mitglieder des Vereins beherrscht. Eifrig walten die Preisrichter ihres schwierigen Amtes, die besten der „gefiederten Sänger" — und damit auch die Arbeit der Züchter — zu prämiieren. Zwei volle Tage gehören dazu. Eine besondere Ueberraschnng für die Besucher sind die deutschen Gestaltsvögel, eine ganz besondere Züchtung, die Schriftführer Grün eigens für diese Ausstellung von einem Münchener Züchter hat kommen lasten. Merkwürdige Geschöpfe sind es, die einen gelb, die anderen bläulich-weiß gescheckt, mit hohen Beinen und langen Hälsen. Es sind die ersten ihrer Art, die in Staffel gezeigt werden. — Eine reiche Schau an Futter, Sämereien und Utensilien für die Kanarienzucht der Firma Leise u. Siebert bildet die unumgängliche Ergänzung der reichhaltigen, äußerst interessanten Ausstellung. -ee.
•
Ausstellung be8 KanariensportvereinS Kassel.
Wie jede Sporttichtung ihre Saison hat, so ist auch der deutsche Gesangskanariensport, der sich mit der Veredelung und Höherentwicklung des Kanarienliedes befaßt, jetzt auf seinem Höhepunkt angelangt. Nachdem der Kanarienzüchrer das ganze Jahr über in mühevoller Arbeit die gesangliche Ausbildung seines Zuchtproduktes durchgeführt hat, tritt er nunmehr damit an die Oeffentlichkeit, um in Form von Ausstellungen von seinen? züchterischen Können Zeugnis abzulegen. Der Kanariensportverein Kastel hat sich die Pflege des deutschen Kanariengesauges als vornehmste Pflicht auferlegt und wird sein Können am Sonntag, den 2. Dezember durch eine Ausstellung im Restaurant Kleeblatt, Frankfurterstratze 20 unter Beweis stellen- Die vor Jahren vor dem Verein eingeführte Einrichtung von besonderen Abhörzimmern, in denen dem Publikum Gelegenheit geboten wird, dem Gesang der Kanarien ohne Störung zu lauschen, wird auch diesmal wieder den Anklang der Besucher finden. Um nicht nur dem Ohr, sondern auch dem Auge der Besucher etwas zu bieten wird neben der Kanarienausstellung noch eine Schau von Exoten und Aguarien, gestellt von der Firma Haller, Hohenzollemstraße, stattfinden. Die Zur Zucht und Pflege von Kanarien verwendeten Utensilien werden in einer Zusammenstellung von der Firma Stephan Münch Frankfurterstratze, gezeigt. Für die Prämiierung stehen eine große Anzahl von echt goldenen und silbernen Medaillen und sonstiger Ehrenpreise zur Verfügung, die ab Mittwoch, den 28. d. M. im Schaufenster der Firma Haller, Hohenzollern- straße, ausgestellt sind-
Eine Frau von Format
Mady Christians in der Titelrolle des im K. d. W. Kassel laufenden gleichnamigen Lustspielfilms. (Siehe den Bericht -auf dieser Seite.)
aufregenden Leben ehrlich verdient hat...Für jeden Lya Mara-Freund ist dieser Film ein Hochgenuß. — Nebenbei läuft ein amerikanischer Wildwestfilm „Der Teufel int Sattel" mit Ken Maynard, einem neuen Cowboystar, und die Deulig-Woche, die schöne Aufnahmen der eng» lischen Flottenmanöver bringt. »schk.
♦
Palast-Theater: Eva in Seide.
Stellen Sie sich vpr: Ein armes, halbver« hnygertes, aber immerhin passables Mädel wird durch die absurde Idee eines Menschen in lächerlich kurzer Zeit zu einer Dame von Welt gestempelt. Kommt in die höchsten Streife, wird sogar Prinzessin... Sie werden sagen: Unmöglich. Schön, aber vielleicht doch nicht ganz. Schließlich bezweckt der Film doch nur das: Selbst die tollsten Sachen werden, nur''- richtig aufgezogen, schon klappen. So auch hier. Unter Pelz, Seide, Adlon, Paris und Riviera ist allerdings nichts zu machen. (Offen gesagt, schneiden die Männer bei der Affäre schlecht ab.) Ja, es ist schon so. So ein kleines Mädel bringt selbst die obersten Bonzen in einen gelinden Trab. Aber der Kreislauf wird nicht unterbrochen. Am Schluß ist alles wieder beim Alten. Wenn auch in verbesserter Auflage. Lissy Ar- n a gibt eine ausgezeichnete Leistung. Ihr kann man den Aufstieg schon glauben. Eine Eva in Reinkultur. Walter Rilla mimt den „Dussel". Merkt erst zehn Sekunden vor Schluß, baß er auch noch da ist. Na. und die Kupfer sorgt für die nötige Heiterkeit. „Eva in Seide" wird jedem gefallen. Zwischendurch kommt Amerika mit zwei typischen Grotesken. Ausgezeichnet-ist die Opelwochenschau. Hat diesmal u. a. packende Aufnahmen vom Fußball-Städtespiel Wien- Berlin! Ferner gibt es einen Film über den Werdegang der Zigarette mit Aufnahmen aus der Zigarettenfabrik Haus Neuerburg. Sp.
Metropol-Theater. < '
Warum der Film „Pat und Patachon im Prater" heißt, ist etwas dunkel. Er könn'e gerade so gut Pat und Patachon als Reservisten heißen. Eine übermütige, reichlich verwickelte Geschichte mit rech: gewaltsamem Schluß. „Eddy Polo im Wespennest" ist ein Kriminalfilm voll tollkühner Abenteuer und wildbewegter Szenen. Der sogenannte „Sensationsfilm mit allen Schikanen". Ein „zeitgemäßer" Kulturfilm „Vom Tabakbau bis zur fertigen Zigarette" mit reichlich viel Rellame für eine bekannte Zigarettenfabrik und die Wochenschau bilden die übliche Abrundung.
• i
Apollo Theater.
Charlin Chaplins „Zirkus" ist zu bekannt, um über diesen anerkannten Spitzenfilm noch etwas zu sagen. Doch, sagen ’ann man schon, nachdem man ihn hier wieder gesehen hat, daß ihm auch aus der neueren Produktion nur wenig an die Seite zu stellen ist. Und übertroffen ist er noch nicht. Er übt auch im Kino in der Bremerstratze seine alte Anziehungskraft aus, hat auch hier ferne befonbere Wirkung. — Im „Erwachen de« Weibes" Zeigt Grete Mosheim ihre besondere Eignung für den Film mit auf« klärendem Charakter Das uralte Problem der Jugendlichen, die in Harmlosigkeit und Naivität von der „Liebe" nascht und die Folgen mit Schrecken und Enffetzen erst zu spät erfährt. Der alte Schrei nach Aufklärung der Heranwachsenden Jugend. Doch auch hier keine lefriedigende Lösung dieses heiklen und ernsten Problems. Auch das „Happy End" kann darüber nickt hinwegtäuschen. Immerhin als leich'e Unterhaltung genommen, ganz nett. Wochenschau und Lehrfilm ergänzen die Spielfolge. =ee«
Fatal.
„Ach. ich habe gar keine Lust, mit euch ins Theater zu geben. Ich habe eine schreckliche Entdeckung gemacht: mein Mann hat mein Bild nickt auf die Reise mitgenommen, — er hafs ans dem Schreibtisch liegen lassen".
„Aber das ist dock kein Ungltzck".
„Er hat mir aber geschrieben, jeden Abend sähe er mein Bild an*.