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Lkafseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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18.

Freitag, 30. November 1923.

Einzelpreis: Sonntage 20 $fennig

N«m 283 PtntelprrtS WocheninoS 10 Pfennig

Das Reich greift in die RuhMe ein.

Ehineken-Boljkott gegen Japan / Schweiz und Schwarzwald 'm Schnee.

geheimen

seinen Pflichten als politischer Beamter nicht ge­wachsen gezeigt, weshalb beantragt Werve» soll, rhn zur Disposition zu stellen. Ob Herr von Gilsa dann innerhalb der Verwaltung an anderer Stelle verwendet werden kann, ist eine zweite Frage.

Hinaus mit den Japanern!

Boykott in Rortzchina gegen die Besetzung.

London, 29. November. (Eigene Drahtmel­dung.) In den nordchinestschen Provinzen wird ein antijapanischer Boykott durchgeführt. Die Behörden in Peking haben Posten ausgestellt um Ausschreitungen gegen Japaner zu verhin dern. Zweck dieses Boykotts ist, der nationali ftischen Regierung in ihren Bestrebungen zu Hel fen, die Zurückziehung der javanischen Truppen aus Honkong zu erreichen. Die Java ner bestehen bekanntlich darauf, daß die Rankin ger Regierung zunächst einen Beweis gibt, die Ordnung in China allein aufrecht zu erhalten.

tatur ist im wesentlichen ein vorübergehendes Aushilssmittel für den Notfall, meistens eines, das hervorgerusen wurde durch Unwis­senheit, Korruption und durch den kur;sichr.g-n Opportunismus der parlamentarischen Rez-e- rung. Dars ich noch hinzusügen, daß nicht alle Diktatoren Genies sini.?

Frage: Ich höre, daß Sie an die Zukunft des Bolschewismus in Rußland glauben. Bitte, sagen Sie mir warum? Antwort: Einfach des­halb, weil die Bolschwestien die russischen Kin­der gemeinnützliche Anständigkeit lehren, wäh­rend alle kapitalistischen Staaten fte lehren, ihre höchste Bestimmung darin zu suchen, reiche Fau­lenzer zu werden. Wenn Rußland daran fest­hält. wird es alles bisher Dagewesene übertref­fen Man kann stch keine verschiedeneren Genies als Marr und Tolstoi vorstellen. Sie haten nichts gemein, abgesehen von ihrem Welt- verbesserungswahn, ein Nebel, an dem auch ich leide. Tolstoi kannte die Welt bester als Marr denn er war Soldat, besaß Mittel und eine so­ziale Stellung und war daher naturgemäß welt- ersahrener als der verarmte Verbannte, der sein Leben im Lesesaale des Britischen Museums ver­träumte. Aber Tolstois Welterfahrenheit führte ihn nur zu persönlichen Verstiegenheiten, die unter anderem darin bestanden, daß er schlechte Schuhe machte, Wände errichtete, die einstürz- len, und einen Bauernkittel trug. Narrheiten, die Marx unter seiner Würde gefunden hätte.

Frage: Wie hat der Krieg die Stellung der Frauen in England beeinflußt? Nn - wo«: Er hat es den Männern gestattet, heraus- u finden, daß fte von der Arbeit, der Frauen leben können. Das bat hie Möglichkeit drr öko­nomischen Unabhängigkeit des Mannes bewie­sen. Aber es bewies auch die Möglichkeit der ökonomischen Abhängigkeit des ManneS. der Wie nur ie eine Frau bereit ist. für sich sorgen zu tasten. Wir werden diese Seite der Lage im Auge behalten müsten.

Bei Mussolini.

Audienz auf einem Presse Rundflug.

Von Rolf Brandt

Nach oben angestoßen.

Hört London Brittens Marinevorschlag?

London, 29. November. Am Montag wird Baldwin die Anfrage im Unterhaus beantwor­ten, wie er sich zu der vom amerikanischen Ma- rineausschuß-Vorsit>enden Britten beantrag- xn Zusamenkunft zwecks Erörterung der Frage ter Seerüstungen stellen will. Ein Washingtoner Berichterstatter meldet: In Washington hat die Anregung Brittens verblüfft. Den Presse- vertretern gegenüber wurde es in gereiztem Ton abgelehn'. sich über diesen Vorschlag zu äußern. ES sei übrigens eine strafbare Hand­lung, ohne Ermächtigung der Regierung direkt sich mit anderen Negierungen in Verbindung zu sehen, um die auswärtige Politik einer fremden Regierung zu beeinflussen Der Berichterstatter schliesst, der Vorschlag BrittonS werde zwar nich! von Cooltdge, Kellogg und den Marinebehörd-n aber sonst allgemein von der komischen Seite genommen werden.

Das Reich läßt schlichten.

Wer wird die Ruhrparteien überzeugen?

Berlin, 29. November. (Privatinformation.) I« unterrich eten Kreisen wird der Versuch deS RegierungSsrästdenten von Bergemann, eine Einigung in der Metallindustrie herbeizuführen, alS gescheitert betrachtet. Da die juristische Ent­scheidung noch einige Zeit auf sich war en lasten wird, erwägt nunmehr das ReichSarbeitS- ministerium, wie der Arbeitskampf zu beenden ist, ehe sich bedrohliche Folgen einstellen. Und zwar will man eine besonders geeignete Persön­lichkeit damit beauftragen, den

Parteien ein Gutach en vorzulegen, dem sich beide aus Billigkeitsgründen fügen. Dabei werden die Namen des Reichsgerichts­präsidenten Siemons und des früheren ReichS- arbeitsministers Braun genannt. Bon unterrich­teter @ei'e wird aber betont, daß diese beiden Herrennichtin Frage kommen Es ist jedoch anzunehmen, daß der Name des Trägers dieser Aktion noch heute bekannt wird.

BIS Sonnavmb vertag',

Berlin, 29. November. Die Einigungsver­handlungen in der Eisenindustrie wurden auf Wunsch der Arbeitgeber bis Sonnabend ver­tagt, und zwar einem Blatt zu'olge aus dem Grunde, weil bis dahin die Frist für die Kündi­gung des Arbeitszeitabkommens abgelaufen ist, sodaß unter Umständen ein neues Schlich­tungsverfahren eingegleitet werden könn­te. das Lohn- und Arbeitszeltrege­lung zu gleicher Zeit erfaßte.

Was ist mit -em Lair-rot?

von Gilsa wird zur Disposition gestellt?

Berlin, 29. November. (Funkdienst.) Wir von zuständiger Seite verlautet, ist in keiner Weise beabsichtigt, gegen den Landrat von Gilsa in Kirchhain das Disziplinarverfahren einzlfleiten. Tatsächlich habe der Landrar von Gilsa eS, entgegen feinen Pflichten, versäumt, an seine vorgesetzten Dienststellen zu berichten, vaß innerhalb seines Bezirks nationalsozialisti­sche Gruppen militärische Heftungen veranstaltet und insbesondere auch nachts durch- oeführt haben.

Oft Fahrlässigkeit oder irgendwelche andere Mo­tive vorliegen, stehe bisher noch nicht fest, sei ifter Gegenstand der Ermittlungen. Jedenfalls habe nach dem gegenwärtigen Stande der Din­ge das preußische Innenministerium nicht ISn «er den Landrat von Gilsa im Amte belassen können, sondern mußte dafür sorgen, daß seine persönliche Amtstätigkeit einstweilen ruht. Er hat sich nach der Ansicht des Innenministeriums

Hur Lee gleich stark.

Lord Cecil für Amerikas Angebot

London, 29. November. (Eigener Drahtbe» richt.) Lord Robert Cecil sprach sich vor dem parlamentarischen Völkerbund - Komitee dafür aus, Amerikas Angebot auf vollständige Gleich­heit zur See ohne Vorbehalt anzunehmen. Er fei zugunsten einer vollständigen Ver­ständigung sowohl hinsichtlich der Tonnen zahl wie auch der Geschützfrage, beides sei gleich wichtig. Er glaube, daß auf dieser Grundlage eine vollständige Einigung erzielt werden könne Ebenso könne dies mit Japan geschehen und er würde dann so weit geben, daß man der fran­zösischen Forderung nach Begrenzung auf Grund der Gesamttonnage in gewisser Weise entgegen« kommen könne. _____

Nach -er pfeife Poinearös.

. . . werden alle Reparationsgläubiger tanzen.

London, 29. November. (Eigener Drahtbe­richt.) Ein französischer Korrespondent meldet aus Paris: Der britische Botschafter hat auf dem Quai d'Orsey vorgeschlagen, daß in Zukunft zwecks Erleichterung oer Reparationsverhand­lungen die fünf beteiligten Regierungen den notwendigen Meinungsaustausch untereinander in Paris vornehmen sollten. Kurz gesagt, eS wirs erwartet, daß P o i n c a r e schließlich Vorschläge entwirft, bte die Ansichten der Mächte verkörpern, und die von jeder der Mächte bei Beantwortung der deutschen Note benutzt werden. Die britische Regierung Dürfte keinen Einwand gegen die formelle Ernennung der Sachverständigen durch die Re- parationskommtsston erheben.

Dichters ßolitit

Ein Interview mit Bernhard Shaw.

VvN -ie treu Tr.b.UJi.

Der geistvolle Spötter, der vielumstrittene aber führende Vertreter des angetfächfischen Schrifttums hat auch über politische Angelegen­heiten Wesentliches beizuvringen, namentlich wenn er sich zu feinen besten Freunden darüber ausläßt

Ich fand ihn diesmal, so plaudert Trebitsch, auf seinem idyllischen Landsitz in Herls nach einem überheißen Sommer in glänzender Ber- sassung, angeregt durch seine Genfer Eindrücke vom Völkerbund, bei blühendem Aussehen, braungebrannt und in alter Kraft und Jugend- frische wieder. Auf einem Spaziergang äußerte ich auf Grund von allerlei Gerüchten, daß ein so großer Erzieher der Menschheit als den er sich durch sein neues Werk erwiesen habe, auch mich vielleicht noch zu einem Gelegenheitsjournalisten erziehen könnte. Shaw ging auf diesen Gedan­ken augenblicklich ein und ermächtigte mich 'a- cheud zur Veröffentlichung dieses ersten In­terviews. Frage: Glauben Sie, daß stch die Dinge in England infolge des Krieges zum Bes­seren gewendet haben? Antwort: Nein! Den Engländern ist es genau so ergangen wie den anderen kriegführenden Staaten: sie haben her­ausgefunden, was für Barbaren sie sind trotz ihrer eingebildeten Zivilisation. Das hat uns unseren moralischen Hochmut ein wenig ausge- trieben: das ist alles. Frage: Wie stellen Sic sich zu der Idee der Vereinigten Staaten von Europa? Antw rt: ^ch halte sie für verhei­ßungsvoller als die Vereinigten Staaten der ganzen Welt, die Genf anstrebt. Die Ver­einigten Staaten von Nordamerika, die einen wirklichen Völkerbund darstellen, sind bereits vorhanden, aber Sie dürften wissen, daß es keine Vereinigten Staaten von Nord- und Südamerika gibt. Staaten können stch erfotgreid; verbünden, aber sie können sich nicht bereinigen, wenn sie nicht psychologisch gleichartig sind. Schon droht das britische Reich im Osten Genf im Stich zu lassen, dessen Bestrebungen das westliche Reich fest verbunden bleibt. Sogar in Europa selbst könnte der psychologische Unterschied zwischen dem Norden und Süden der Donau zwei euro­päische Völkervereinigungen Hervorrufen. Mei­ner Meinung nach ist ein Weltbündnis viel leich­ter durchführbar als eine Weltvereinigung.

Frage: Ist der Anschluß Oesterreichs an Deutschland wünschenswert? Antwort: Gewiß! Denn, .was Gott zusammengefügi hat, soll der Mensch nicht scheiden". Frage: Ist die DUtatur eines Genies der Regierung von Durschnittsmenschen vorzuziehen? Antwort: Das hängt von den Umständen oft. Der Fall Mussolini , an den Sie denken, lag nach dem Kriege so, daß der König politisch eingefdiüd? tert, durchaus vorbereitet war, mit wöchentlicher Kündigung ins Exil zu gehen. Die Liberale,' bilden sich ein, daß die Dinge ganz von selbst auch ohne Mussolmi. in Ordnung gekommen wären, eine Ansicht, die auch in dem trägen England verbreitet ist, wo man an das Fort­wursteln glaubt. In dieser Hinsicht sind wir die wahren Lazzaroni Europas. Aber nach dem Krieg waren die Italiener in den ; Sät raipicften von ihrer Faulheit geheilt. Nack de: He u lehr sanden sie, daß die, die cs sich in den schwindelhaften Geschäften der Krtegs- zeiten gut gehen ließen, statt es sich in Ben Schützengräben schlecht gehen zu lassen: die Nar­ren ihrer törichten Vorstellungen vom Sozialis­mus und Syndikalismus waren, daß sie sich der 1 Fabriken bemächtigten und sie schonungslos zu Grunde richteten, daß sie Reden hielten und revolutionäre Flaggen schwangen und überd'es noch den Krieg beschimpften und die .Ideale ver- leugneten, für welche die Soldaten wie sie we­nigstens geglaubt hatten, fochten, litten und starben. Das machte sie rasend und sie fanden ihren Führer und Sprecher :n Mussolini, ber Journalist und Kriegsvet-ran zugleich war Er drückte genau das aus, was sie empfanden, und fache: .Wir müssen diesen Stall reinigen, was soviel heißt wie: .Wir müssen mit dieser Gesellschaft aufräumen. Er organisier: den Marsch der Faschisten nach Rom, der wie ein toter, heißer Schuß durch ein Pfund Butter, durch die empörte liberale Opposition ft-tvurch- g-n-. Die Stunde hatte ihren Mara gefunden. Aber das hätte er auf keine an­dere Weife den als Diktator vollbringen kön nen. Es war keine Zeit für Wahlen, Doflsab 1 stimmunaen i»n*» v«f»r folgen Nm

ständen ist eine Diktatur eine Lebensnntwendtg- leit für eine Nation Darüber streiten ob sie berechtigt war. und über Usurpation und Tv- tgnnci leeres Stroh dreschen, ist zwecklos. Sil*

Schon tief im Schnee.

Verschneite Alpen- und Schwarzwaldhöhen.

Basel, 29. November. (Eigene Drahtmeld.) Seit dem Mittwoch morgen schneit cS in der ganzen Schweiz. Die Temperatur ist nahe dem Gefrierpunkt. Aus den Bergen ist der Schneefall noch stärker. Der Rigi verzeichnete vierzig Zentimeter Neufchnee und eine Kälte von neun Grad. Auf dem Feldberg (Schwarzwald) hat der Wintersport schon begonnen.

Freiburg i. B., 29. November. Privattele­gramm.) Die Schneefälle im südlichen Schwarz wald haften weiterhin angehalten. Im Feld fterggeftiet liegt bereits eine Schneedecke von fünfzig Zentimetern. Die Temperatur beträgt fünf Grad unter Rull.

roemget laue mit ben iiibrenben S «er« das Problem Kniete» tirbteile» können nnb dabei Gelegenheit «eba die anlifien »u fdiaucn unb die Triebitölte zu beobachten. 3n leinen Buch zeichnet er nun dieses ..Gesicht-------

tSanieatilcke Lerlagsanstalt. Hamburg 86 nnb Kerttn-Leimig).

Sin großer Wartesaal, das Galeerenzimmer, in dem ein dauerndes Kommen und Gehen ist. Ein alter Diener flüstert den Namen, man tritt in einen zweiten länglichen Saal, in dem die Herrschaften warten, die bestimmt noch von Mussolini empfangen werden sollen. Ich weiß, daß ich als letzter an die Reihe komme. Die Tur des kleineren Vorzimmers wird geöffnet. Ter Arbettssaal von Mussolini. Sein Gesicht und seine Haltung kenne ich von einer kurzen Episode tn Locarno, über die man bestimmt nicht sprechen wird. Er erhebt stch und streckt mir die Hand mit einem ernsten und prüfenden Blick entgehen.

Die ersten zehn Minuten dieses Gesprächs, das nun beginnt, sind, wie man deutlich fühlt, voller Hemmung. Mussolini verweist auf seine letzte große Rede über Außenpolitik, in der er so offen wie möglich gesprochen habe. Er fragt nach meiner Reife. ,S>e sahen Baldwin? Ich bericbte wieder von der ernsten Auffassung deS Engländers. Mussolini macht eine merkwürdige Handbewegung, so als ob er manches in Gedan­ken unterstriche. Sein Gesicht ist jetzt sehr scharf gespannt Seine Augen sind sehr fest und sorg- sam behütet. Trotzdem spricht sein Gestchl fast bei jedem Satz, den er hört.

Immer wieder nur kurze Sätze; immer wie­der die Aufforderung zu weiterem Bericht. Haben Sie mit Painlevs von Locarno gespro­chen? Von Rheinlandräumung? Ich verschweige gar nicht, daß ich Gespräche dieser Art genug gehört habe. Ich bekenne, daß ich zu den Deut- scheu gehöre, die nicht mit PoincarS reden möch. ten. Mussolini schweigt. Sein Schweigen ist so stark, daß eine tiefe Zäsur deS Gesprächs eintritt

Er macht eine Handbewegung. als lege er einen Gedanken beiseite. »Dann waren Sie in Spanien . . .

Der Ministerpräsident bat mir ausdrücklich gesagt, daß er so lange seine Pflicht erfüllen werde, wie er das Vertrauen seine- Volkes und seines Königs habe.

Er zieht einen kurzen und natürlichen Schluß: »Ein hartes Land, im Aufstieg begrif­fen; es ist fast doppelt so groß wie Italien und hat nur 24 Millionen Einwohner. Jetzt wird da- Gespräch aufgeschlossener. Mussolini lehnt sich ein wenig zurück.

Er fragt nach der Stimmung in Deutsch­land. Ich sage:Sie ist friedensfreundlich im Grunde, aber die deutsche Jugend, die Sie ge­rade lieben und schützen würden, Exzellenz, kann nicht vergessen unb wird nicht vergessen. ES ist eines Volkes unwürdig, demütig daS Haupt vor Unrecht zu senken. Wir, wir wollen eS nicht! Ich entwickle dann weiter, daß ber Korribor, der mitten durchs deutsche Gebiet gehe unb die Stadt Kants zur Hauptstadt einer Kolonie mache, unerträglich fei für Realpolitik und das Gefühl beleidige.

Mussolini denkt einen Augenblick nach .In ber Tat eine sehr ernste Angelegenheit für Sie; man kann baS selbstverständlich verstehen.

Nun nähern wir uns ber Frage, die ich unter keinen Umständen vermeiden wollte zu be­rühren, wenn ich mit dem Mann spräche, bet bas Schicksal Italiens in ber Hand hält. Musso­lini spricht von dem Geist ber Juaend, bte ein­mal das Schicksal Europa- tragen muß. Da be­merke ich: .Gerade diese Jugend, deren Geist Sie Heften, kann in Deutschland nicht über die Frage von Südtirol fortfonroten. Richt so, als oft wir wünschten, unser Verhältnis zu Italien unfreundlich zu gestalten; eS ist eine Frage des Gefühls. Jetzt beginnt MussoNni außerordentlich lebhaft und schnell französisch zu sprechen:Es gibt politische Fragen allererster Ordnung und solche anderen Grade-. Ein Staatsmann wie Ihr BiSmarck hätte das, waS Ihr hartnäckig und vergeblich als .Süd­tiroler Frage bezeichnet, wahrscheinlich als eine solche minderen GradeS betrachtet.

i Rach einem Ausflug auf andere politische Fragen kommt Mussolini von selbst wieder auf