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Staffelet Neueste Nachrichten

Dienstag, 27. November ISN.

Nr. 280. 18. Jahrgang.

Am Abend finden in fast allen

BurgL

-ee-

Friedhofs. Kirchen

statt. Eine veranstaltet Verbandes

Der Thronfolger weilt fern.

Der Prinz von Wales, dessen Rückberufung von seiner Afrikareise bereits erwogen wurde.

den darf und es müssen Lücken im Gesetz sein, die dies ermöglichen. Eigentlich bin ich gar nicht auf der Welt. Ich bitte den hohen Gerichtshof, diesem Zustand ein Ende zu bereiten, indem die Behörden angewiesen werden, nach meiner Abstammung und nach meinem Namen zu for­schen. Es könnte sich ereignen, daß ich etwas erben soll und niemand würde mich finden. Es könnte sich ereignen, daß ich mein Testament machen muß und kein Notar würde es beglau­bigend

So weit der Notschrei dieses Mannes, der lauter Pflichten und keine Rechte hat. Er hat nicht das Recht, Eingaben an eine Behörde zu machen. Und so kann es ihm passieren, daß auch dieser Notschrei in den Papierkorb wan­dert, weil der Mann, der die Eingabe machte, für den Staat formell nicht existiert.

ger und cS ist noch niemals vorgekommen, daß ihm jemand verwehrt hat, seine diesbezüglichen Pflichten zu erfüllen. Aber mit den Rechten ist das so eine Sache. Die darf er nicht aus-

Jch nenne mich aufs Geradewohl Warren. Ich muß Steuern zahlen, die Gesetze des Landes be­folgen, ich bin kürzlich wegen des Besitzes von alkoholischen Getränken verurteilt worden. Mer id) darf kein Wahlrecht ausüben, ich kann vor keiner Behörde erscheinen, weil ich keine Papiere habe, ich kann keinen gültigen Vertrag abschlie- tzen, es ist ein Wunder, daß ich überhaupt le«

liturgische Abendfeiern

besonders eindrucksvolle Gedenkfeier der Fechtverband des Kreiskneger- Kaflel-Stadt im Rahmen eines

gen, die dem ernsten Charakter des Totensonn­tags würdig angepaßt waren, zu beobachten. Der Besuch der Friedhöfe, die Ausschmückung der einzelnen Grabstätten an diesem Tage nahm immer größere Formen an.

In diesem Jahre litt der Totensonntag stark unter dem unfreundlichen Wetter. Wohl hatten die Gärtner alles ausgeboten, um allen Anfor­derungen hinsichtlich des Gräberschmuckes gerecht zu werden, wohl fehlte es nicht an besonderen Totenfeiern aller Art, aber die stürmische, regen« chwere Witterung hielt doch viele Menschen ab, ,ie letzten Ruhestätten ihrer Verstorbenen auf« züsuchen. Den Auftakt bildete eine eindrucks­volle

Totengedenkfeier des Reichsbanners Schwarz- Rot-Gold

am Vorabend des Totensonntags an der Krie­gergedächtnisstätte in der Voraue. Tiefe Stille liegt über der nachtdunklen einzigartigen An­lage, die Kurheflens Heldensöhnen gewidmet ^st. Bald aber wird es lebendig, Mteilung folgt auf Wteilung, nimmt Aufstellung uns den einzelnen Terrassen und am Fuße der Anlage sammelt sich eine große Schar von Ehrengästen, Freunden und Angehörigen des Reichsbanners. Wie mit einem Schlag leuchten die Fackeln auf, werfen die beiden Fanale ihre flackernde Glut in den regennassen Park und dumpfer Trommelwirbel kündet den Beginn der Feierstunde. In die an- dachtsvolle Still« der großen Trauerversamm- hing klingt die getragene, feierliche Weise des Ave Maria" von Franz Schttbcrt. Von der zweiten Terrasse herab schallt eine klare Stimme aus flackernden Feuerbränden hinaus und der Wind trägt Ricarda HucksTotenklage' hinaus in die Fernen, wo Deutschlands Heldensöhne in fremde Erde ausruhen vom heißen Kampf um Heimat und Vaterland. Ihnen gilt auch der Gruß des Hauptschriftleiters Dr. Hägermann, der in seiner Ansprache das hohe Lied deutschen Heldentums betont.Üeber Alle breitet sich ein Himmel, sie alle deckt eine Erde undWofür' ist die große Frage der Lebenden. Mit ihrem Herzblut erkämpften sie das Recht des freien Bürgers, das freie Vaterland nnv sie kämpften und starben für den Frieden. Das ist ihr Ver­mächtnis. das wir zu pflegen und zu erfüllen haben.' Unter andächtigem Schweigen verklingt das Lied vom guten Kameraden, dann endet dumpfer Trommelwirbel die Feier.

In strömendem Regen graut der Sonntag« morgen herauf. Während die ersten Kirchgänger dem Gotteshause zustreben, zieht das Reichs­banner hinaus auf den großen Friedhof vor

Wohltättgkeitskonzerts zum Besten der Krieger­waisen in der Garnisonkirche. Um den Altar des altehrwürdigen Kirchenraumes nehmen die Fah- nenabteilungen der Kriegervcreine Aufstellung. Lehrer Reinhold Miebs eröffnet den Abend mit dem Präludium in E-Moll von Johann Sebastian Bach. Rach zwei stimmungsvollen Chören des Unterneustädter Kirchenchores (Di­rigent Hermann Schleiden), der über prachtvol­les Siimmaterial verfügt, weist Geheimer Ron« sistorialrat Dr. Trepte in einer zu Herzen gehen­den Ansprache auf Mahnung und Bitte der Ge­fallenen hin. Sie mahnen die Lebenden zu treuer Pflichterfüllung und dankbarer Ehrerbie­tung und bitten ihre hinterlassenen Familien nicht zu vergessen, sondern das Gelöbnis kame­radschaftlicher Treue auch ihnen zu halten. Dar­bietungen des Kasseler Konzertorchesters (Kapell­meister Heinrich Schröder) wechseln mit Solo­gesängen von Frau Emmv Krause, deren silber­heller Sopran große Weichheit und Schmiegsam­keit besitzt, und weiteren Chören und Orgelvor­trägen. Die Weihestunde klingt ans in dem ge­meinsam gesungenen Lutherlied .Ein' feste

Die Rache -es Fakirs.

Mr einen Scherz mit dem Tode bestraft.

In der Nähe von Haidarabad (Vorderin­dien) lebt ein berühmter Fakir und Schlangen­beschwörer, zu dem seit Jahren unzählige Menschen hinpilgern. Sinds Gotarinath, so ist sein Name, hat den Ruf eines bedeutenden Heilkundigen, besonders für Hautkrankheiten. Er läßt sich für seine Mühen natürlich gut be­zahlen, was ja auch nicht mehr als recht und billig ist. Vor einigen Monaten kamen vier englische Reisende, darunter eine Frau, in die Nähe von Haidarabad, und da sie schon viel von dem wunderbaren Fakir gehört hatten, beschlos­sen, sie, ihn aufzusuchen. Da sie jedoch seinen Wunderkuren nicht viel Glauben schenkten wollten sie ibn aus die Probe stellen.

Einer von ihnen, der ganz gesund war, legte um eines seiner Beine einen dicken Verbano, begab sich zu dem Fakir und klagte ihm, daß sein Bein seit langer Zeit von Geschwüren be­deckt sei; schon viele Fakire sei er um Rat an­gegangen, aber keiner habe ihm helfen können - Es schmeichelte der Eitelkeit Sinde Gotarinaths, daß der Engländer ihn um Hilfe bat. und er wandte seine ganze Befchwörungskunst an, um dem Fremden seine Wunderkraft zu zeigen Nachdem er mit seinen Beschwörungen zu Ende war, sagte er dem Engländer, daß er innerhalb vierzehn Tagen geheilt sei. Jetzt war der an geblich Kranke so unvorsichtig, den Verband tn Gegenwart vieler Besucher abzunehmen und sein gesundes Bein zu zeigen. Der Fakir er­kannte, daß der Engländer sich einen Scher, mit ihm erlaubt hatte, sagte jedoch nichts.

Die vier Rettenden setzten ihren Weg un­gehindert fort Sie lachten noch oft über den gelungenen Scherz. Doch der vermeintliche Scherz, sollte ein Ende finden, an das niemand gedacht hätte. Ws die vier von ihrer Reise ins Innere des Landes nach Kalkutta zurückgekehrt waren wurde eines Nachts der Mann, der da­mals den Scherz mit dem Bein gemacht hatte, von einer giftigen Schlange gebissen, an deren Folgen er nach einigen Stunden unter qual­vollen Schmerzen starb. Roch am selben Tage erhielten die drei anderen Reisenden jeder einen Brief, der nur die Worte enthielt: Buddha läßt nie mit sich spotten'. Es ist als gewiß anzunehmen, daß der Fakir sich aus diese Weise gerächt hat, wenn auch keine sicheren Be­weise dafür vorliegen. Das Gericht hat eine Untersuchung angestellt, die noch nicht abge­schlossen. ist. Ms.

Der Mann ohne Namen.

Oder: Reckte u Pflichten eines Staatsbürgers.

Aus Rewvork schreibt man uns: Das sittliche Prinzip des .Staatsbürgers' beruht auf der gerechten Verteilung von Rechten und Pflich­ten. Wir bezahlen unsere Steuern, trinken kei­nen Mkohol, benehmen uns anständig und dür­fen dafür Präsidenten wählen, Behörden in Anspruch nehmen und Beschwerden an zustän­dige Stellen richten. Das ist alles so natürlich, daß neunundneunzig Prozent aller Staatsbür­ger nicht mehr darüber nachdenken. Aber es gibt in New-Jersev einen Mann, der hat doch darüber nachgedacht, und ist trotzdem auf keinen

üben.

Lassen wir zur weiteren Erklärung das Schreiben folgen, das dieser Mann an den Obersten Gerichtshof gerichtet hat: .... ich soll um das Jahr 190V in Newyork geboren worden ein. Das Datum 'st auf Grund einer Blut-

Englanö sorgt sich um -en König.

Vor dem Buckinghmn-Palast in London wartet die Menschenmenge auf Nachrichten über daz Befinden des Königs, über das die Kasseler Reuest. Nachrichten fortlaufend bettchten.

den Toren der Stadt, wo neben Tausenden in Gefangenschaft verstorbener, Hunderte pflicht- bewußter deutsche Landsturmlente liegen. Auf dem

Gefangenen-Friedhof in Niederzwehren gedenkt Schriftleiter Jöckel der Toten des Welt­krieges. Ein Kranz mit schwarz-rot-goldener Schleife ift der sichtbare Ausdruck des Fxiedens- willens der Lebenden. Zu gleicher Zeit gedenkt

ein« andere Abteilung des Reichsbanners auf dem Mililärfriedhof an der Holländischen Straße der Gefallenen und neben ihrem Schleifenkranz vor dem Ehrenmal der im Weltkrieg Gefallenen finden im Laufe des Vormittags noch andere Platz. Der Gedenkfeier des

Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen folgt eine Abord­nung desKönigin Luise'-Bundes, der sich die Feier des Zentralverbandes der Kriegsbeschä­digten anschließt. Der Hauptfriedhof ist schon in früher Morgenstunde das Ziel Vieler, ein fortwährendes Kommen und Gehen, das auch den ganzen Tag über anhält, wenn auch nicht in dem großen Ausmaß vergangener Jahre. Der Silcherchor gedenkt seiner verstorbener Vereins­mitglieder durch

stimmungsvolle Männerchöre und den ganzen Tag über klingen die ernstwür- digen Weisen der Posäunenchöre der christlichen Jungmännerbewegung durch die Stille des

Sn ©chubtrts Geist.

Konzert der Kasseler Volksbühne.

Im großen Saale des Evangelischen Ver- einshau,es veranstaltete die Volksbühne Kassel am Freitag abend zum Geoächtnis Franz Scku- berts ein Konzert, dessen Darbietungen sämtlich auf einem sehr hohen Niveau standen. Der Abend war eine musikalische Weihestunde selte­ner Art. Den tieft'ten Eindruck vermittelten uns die Klaviervorträge

In mehreren Impromptus und Moments mustcaux zeigte Frau Maria Hellmuth sicheres technisches Können, verbunden mit einem fein­sinnigen Sichhineinsühlen in die perlenden Köst­lichkeiten der Schubertschen Kompositionen. Be­sonders fein empfunden war das prächtige Im­promptu in As-dur op. 90, ebenso das Im­promptu in As-dur op. 142, das in seiner Plät­schernden Lebenoigbeit und beschaulichen An­dacht zu einem eindrucksvollen Gemälde wurde. Frau Emma Grosch fang zehn der schönsten Schubertlieder, dem sie ein elftes als Zugabe beifügen mußte. Abgesehen von einigen forcier­ten Stellen imGanymed', gab die Sängerin nur beste Kunst; sie wußte sich mit erstaunlicher Sicherheit der Schubertschen Romantik anzu- schmiegen. Ihre klare Stimme brachte die Lie­der melodisch und schön zum Vortrag. Von fließendem Wohlklang war das LiedAn die Musik'; lieblich uno von köstlichem Frühlings­duft durchweht das LiedIm Frühling", von schelmischer Fröhlichkeit derMusenfohn". Rei­chen Beifall sand besonders das lieblich schim­mernde LiedAuf dem Wasser zu singen".

Die Chorvorträge des Abends wurden von dem Männerchor Wahlershausen u. dem Ge­sangverein Union, Wehlheiden unter der Lei­tung Yon Hermann Schleiden zu Gehör gebracht. Mit reiner Jntouierung und gleichmäßiger Stimmverteilung sang der ausgeglichene Ton­körper, der über schöne Stimmen verfügt, vier Lieder, von denen der ost und gern gesungene . .Gondelfahrer' uns de» schönsten melodischen Eindruck verschaffte. Der Blüthner-Fliigel, an dem Maria Hellmuth ihre solistisch. Darbietun- , gen zu Gehör brachte und Einzelgesänge und Chor begleitete, wurde von dem Musikhaus Reinhold gestellt. M-ot.

Kein Tag int Jahr zeigt mit größerer Deut­lichkeit, wie tief das Sehnen im deutschen Voll, nach innerem Halt, nach seelischer Verbunden­heit mit her Welt der Entschlafenen ist, wie der Totensonntag. Auch in Kassel war in den letz­ten Jahren eine sich dauernd steigernde Anteil­nahme aller Kreise der Bevölkerung an den be- onderen kirchlichen und privaten Veranstaltnn-

Buntes Allerlei.

Die Erhaltung der Dlcvungei-Romantik.

In den Londoner Zeitungen ist seit einiger Zeit eine heftige Diskussion im Gange darüber, ob die von der indischen Regierung in den letz­ten Jahren stärker betriebene Ausrottung der wilden Tiere und Giftschlangen im Dschungel den wahren Bedürfnissen des Landes entspreche. Die Jäger sehen das Ende der Dschung«l--Ro- mantit voraus und weisen darauf hin, daß an Stelle der Tiger und Panther sich Schakale und Hunde breitmachen, die der Landwirtschaft grö­ßeren Schaden zufügen als vorher. Ein« andere Zuschrift weist darauf hin, daß im letzten Jahr nur" 28000 Menschen in Indien dem Dschun- gcl zum Opfer gefallen sind, woran die Gift- schlangen den Hauptanteil haben. Es sei daher viel vorteilhafter, statt die Tschungeltiere aus- zurotten, die Straßen und Plätze besser zu be« leuchttn, da die Giftschlange erfahrungsgemäß das Licht meidet.

©pracborgan für Stumme

Sechshundert Menschen leben heute in Deutschland ohne Stimmbänder. Diesen Un­glücklichen mußten sie wegen Krebsgeschwüren herausoperiert werden. Nur vierzehn künstliche Stimmapparate sind seit zwei Jahren im Ge­brauch und werden gegenwärtig verbessert. Der Apparat sieht einer umgekehrten Pfeife gleich. Eine dünne Scheidewand von Gummi dient als künstliches Stimmband. Sie schließt den Durch­gang der Röhre, die vom Kehlkopf in den Mund führt ab. Wenn die Person atmet, als ob sie sprechen wollte, vibriert die Scheidewand genau so wie sonst das Sttmmband. Das Rohr wird in den Mund hineingehalten, sodaß die Schwin­gungen des Atems sich aus das Gummiband ohne weiteres übertragen.

Die Not der Sungflefeüen. -

Ueberall werden bekanntlich Versuche gemacht, eine Junggesellensteuer einzuführen, so auch in Tilburg (Holland). Dort stieß jedoch der Antrag auf Widerstand in der Stadtverordnetenver­sammlung, welche solgende Entschließung an« nahm:Wenn ein Junggeselle heiratet, so tut er es deshalb, weil Mann und Frau gemeinsam besser durch das Leben kommen. Bleibt jemand ledig, so verzichtet er also auf die Vorteile (!), welche ihm eine Ehe einbringt. Allein bleiben ist schlimm genug, und es wäre unrecht, solche Armen auch noch mit einer Steuer zu belegen." Der nächste Schritt wäre demnach eine Ehemän- nersteuer.

, Bme zu »eilen i"

In einem der elegantesten Hotels zu Amster­dam hängt in jedem Zimmer neben dem Klin­gelknopf ein Schild mit verschiedenen Aufschrif­ten in mehreren Sprachen. Obenan steht in der Weltsprache Franz östfch:Sonne; ici!", also Bitte hier klingeln". Dann folgt dasselbe auf Englisch:Ring the bell Here", also:Drücken Sie auf diesen Knopf"; dann vlämisch: Belt hier, und endlich auch deutsch-Gefälligst bellen Sie hier." Wenn nun die Gäste diese Auffor­derung befolgen?

grünen Zweig gekommen. Er ist ein StaatSbür- probe festgestellt worden. Einen Geburtsschein ' * ' ------ 1 *------ 11 habe ich nicht. Niemand weiß, wer meine El­

tern waren. Niemand kennt meinen Namen.

Der Tag der Toten

Ernste Feierstunden in Kassels Mauern.

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[ Schon rvenige Tropfen genügenj

Es schmeckt wirklich, besser

mit MAGGI3 Würze