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Raffelet Neueste Nachrichten

18. Jahrgang. Nr. ?3<V

300000 Wohnungen für 1929

Neues aus Kaffel

Admiral Sckeer t (S. a. Depeschen 1. Seite. D. Red.)

Düfleldorf, 26 November. (Privattelegrammf Regierungspräsident Bergmann wird voraus- ichtlich noch heute vormittag die Mrtallarbeiter- Bertreter und von Arbeit-Rordweft getrennt zu neuen Behandlungen zu sich bitten. Man äußert sich angesichts der durch Vas zweite Duisburger Urteil und den Mißerfolg der er­sten Einigungsverbandlungen beim Regierungs­präsidenten verschärften Sage, nicht sehr opti­mistisch über die Möglichkeit, nun doch noch zu einer baldigen Wiederaufnahme der Arbeit, vorbehaltlich der Entscheidung des Reichsar beitsgerichtS zu gelangen. Man müsse nahezu von vorn anfangen. Sollten die neuen Eini- gungSbemühungen scheitern, so wäre noch mit einer mehrwöchigen Dauer des Kampfes zu rech­nen, zumal die Entscheidung des ReichSarbeits- zerichtes kaum vor Ablauf von 14 Tagen vor- iiegen dürfte.

Das Schicksal der Thüringischen Landes- Theater.

Das vom Thüringischen Staatsministerium veranlaßte Gutachten des früheren Geraer In- tenDanzratS Medenwaldt sieht einen starke« Ab-

Bauen. Warum so vertraulich!

che Bautätigkeit leidet allerdings unter der zu- rückgehenden Koniunktur. Bon der Geldseile er­fährt die Wohnungsbautätigkeit also eine gewisse Anregung. Diese günstigen Momente ließen sich durch eine Beseitigung der Kapitalertragsteuer für festverzinsliche Werte verstärken, die jetzt von beachtlicher Seite wieder verlangt wird. Fest steht jedenfalls, daß im nächsten Jahre rund

dreihunderttausend Wohnungen gebaut werden müssen, wenn man bett nächstjährigen Reinzugang an Haushaltungen unterbringen, einen Teil des Wohnungsfehlbedarfs tilgen und einige zehutausende überalterte Wohnun­gen ersetzen will. Das jetzt vielgenannte Woh­nungsbauprogramm deS Reiches bringt keine bestimmten Zahlen über die Wohnungen, die 1929 gebaut werden müssen. Diese Reichsricht- linien werden leider noch immer vertraulich behandelt. Im WohnungSausschutz stimmten die Sozialdemokraten für die Annahme der Reichs- Richtlinien, die bürgerlichen Parteien verlang­ten dagegen genauere Unterlagen. Sobald fest­steht, welche Sauszinssteuermittel 1929 eingehen werden, soll über die Richtlinien weiter verhan­delt werden.

Herr Lamberthier.

Gastspiel Mierendorf-Rovano im SU. Theater.

Hans von Mierendors, der sich mit Wallaces freier in Kassel einsührte, gastiert auch ^dies­mal in einem Schauspiü von ähnlicher Span­nung, von ähnlichen Mordumständen. »Herr Lamberrhier" ist allerdings kern reines Krimi- nalstück, da Verneuil als Verfasser zeichnet,^mit­hin das Eheproblem wie in allen Verneuil-stuk- ken nicht ausgeschaltet ist. Ter Theaterwert die­ses Schauspiels liegt in seiner beinahe nerven­zerrüttenden Spannung, die nur im dritten Akt nachläßt, weil hier ver Verfasser selbst an der Form des Stückes (dem Dialog von Mann und Frau unter Ausschaltung jeder Nebercher- son) scheitert und zu einem Verlegenheitsschlutz kommt.

Mierendorf spielt den Mann, der seine Ge­liebte heiratet und seine Ehe durch wütende Ei­fersucht gefährdet, bis er den Mann, der wie ein drohender Schatten über jeder Szene steht, bis er Herrn Lamberthier ermordet. Mierendors wird erst dann groß und echt, wenn seine Eifer­suchtsausbrüche aus einer rauhen Kehle stürzen» ungehemmt, entnervend. Das Erlebnis des Abends ist aber Lotte Rovano-Baart (vom Lan­destheater Stuttgart). Eine Schauspielerin von jener Eigenart, die wir auf den Bühnen so sel­ten erleben: rein, durchsichtig und grenzenlos schmiegsam; nicht rutiniert und doch jeder Si­tuation, jedem Gefühl gewachsen. Ihre Stimme ist schlicht und klar, aber suggesttv und nie wer-

Der rNusiker-Rouflikt.

Bor der Schließung der Wiesbadener Bühne.

Die vom deutschen Mustkervelbano in Berlin über die Preußischen Staatstheater verhängte Sperre droht sich ernstlich zu verschärfen. Vom Landtag ist eine Beratung über die Forderun­gen der Musiker-Verbände erst auf Mitte De­zember angesetzt worden, sodaß der Intendanz bis dahin keine Möglichkeit gegeben ist, ihrer­seits mit dem Musikerverband zu verhandeln. Aus der anderen Seite weicht der Vorschlag des Kultusministeriums, der eine Zulage von durch­schnittlich 300 Mark für die Orchester-Mitglieder vorsieht, so außerordentlich von den Fordernis gen der Musiker-Verbände ab, die etwa 1600 3t Zulage verlangen, daß int Musikerverband der Eindruck erweckt ist, als fei es dem Preußischen Kultusministerium mit seinem Vorschläge gar- nicht ernst. Dom Musikerverband selbst wiro milgeteilt, daß eine Schließung des Wiesbade­ner Staatstheaters zu erwarten ist, da die In­tendanz nicht mehr über die nötigen Hilfskräfte dort verfügt, die eine reibungslose Vorstellung gewäbrleisten können. Auch für Kassel werden Schwierigkeiten erwartet, während am längsten vermutlich die Intendanz in Berlin den Kamps durchführen kann. Der Musikerverband weist daraus hin, daß Die Sächsischen und Hamburger Bühnen beispielsweise weit höhere Tarise zah­len als die Preußischen Staalsbühnen.

Schlechtere Arbeitslage. Billigeres

Aus Bausachkreisen schreibt man uns: Der Beschäftigungsgrad im Baugewerbe hat jetzt erheblich abgenommen, lieber zehn vom Hundert der Bauarbeiter sind bereits arbeitslos. In der Vorwoche zählte man in Mitteldeutschland be­reits über zehntausend arbeitsuchende Baufach- arbeiter. Äehnlich gestaltete sich die Lage in Schlesien und in Pommern. Auf das rheinisch­westfälische Baugewerbe wirkt sich die Aussper­rung im Ruhrgebiet ungünstig aus. Auch in Berlin verschlechterte sich die Arbeitsmarktlage, gleichzeitig kam es zu Abschwächungen am B a li­st off markt. Erfreulich, daß man eine

Verbilligung des Bauens

trotz gestiegener Löhne und erhöhter Frachten feststellen kann. DaS Nachlassen der konjunktu­rellen Hochspannung ergab für die diesjährige Bautätigkeit besonders gegen Schluß des Bau­jahres eilte gewisse Erleichterung der Finanzie­rung, die man sich trotzdem noch sehr viel flüssiger wünschen kann. Vor allem hat der Wohnungsbau aus dieser wirtschaftlichen Kon­stellation Nutzen gezogen, denn es werden in die­sem Jahre sicher auch wie 1927 rund 290000 Wohnungen gebaut sein. Die gewerbli-

morgen die Heimreise über Berlin nach Mai­land antreten, wo für ihn ein intimer Empfang veranstaltet wird. . .

Der Katechismus von . . . Siam. Der König von Siam hat angeordnet, daß Sonntagsstunden über Ethik und Moral gegeben würden und hat dafür selbst einen Katechismus verfaßt, um da­durch den überhand nehmenden Morden und Räubereien in seinem Land steuern zu können.

Ein geöffne eS Königsarchiv. Die bisher ver­schlossenen Kriegsarchive des bayerischen Königshauses werden jetzt unter dem Titel Kronprinz Rupprecht, Mein Kriegstagebuch der Oeffentlichkeit übergeben. Die Aufzeichnun­gen reichen von 1914 bis 1919 und sind ein Quellenwerk von höchster nationaler Bedeutung.

Reißender Absatz von . . . Flugzeugen. Der letzten Zählung zufolge besitzt Amerika zur Zett 140 Flugzeugfabriken. Hierbei sind kleinere Werkstätten und selbständige Konstrukteure nicht mitgezählt. Die Nachfrage nach privaten Flugzeugen ist zur Zeit kaum zu decken, was beweist, daß Flugzeugfabrikationen in Amerika ein sehr gutes Geschäft bedeuten, umso mehr als sich diePreisewesentlichhöher als in Europa hatten.

Arbeitslosenkrise in England. Ter Londoner Stadtrat hat den Vorschlag der Regierung ab» gelehnt, die arbeitslosen Bergarbeiter nach den großen Industriezentren zu verpflan^n. In London habe es am 5. November 98740 Ar­beitslose gegeben, und die von Baldwin empfohlene Politik würde die k r i t i s ch e L a g e in bet Hauptstadt weiter verschlimmern.

Schiedsspruch als formell richtig zustandegekommen und als vorliegend an. Das Eingreifen in den bestehenden Manteltaris halte gas Gericht für unerheblich. Es fei durch­aus möglich, daß auch bei formell bestehenden ungekündigten Abmachungen in irgendeiner Sache ein allgemeines Interesse an einer neuen Vereinbarung bestehen könne, sodaß in diesem Falle Der Schlichter als Beauftragter des Staates von sich aus auch eine

bestehende Tarifabmachung abändern £Ön$)ie Senate des Reichsarbeitsgerichts bestehen außer dem Vorsitzenden auS zwei richterlichen und je einem Beisitzer der Arbeitgeber und Ar­beitnehmer.

Jt ire na« otr 5t t« regtetunp.

Duisburg, 26. November. In einer Erklä­rung des Christlichen Metallarbefterverbandes heißt es: Das zweite Urteil, daß der Schieds­spruch gültig sei, entspreche dem Rechtsbewußt­sein von Millionen Deutscher und das Urteil müsse rechtswirksam gemacht werden. Die Wei- tete Aufrechterhaltung der Aussperrung wäre eine Ungeheuerlichkeit. Wie die Metallarbeiter int Vertrauen auf die Entscheidung des Reichs­arbeitsministers bereit gewesen seien, ihre lebenswichtige Arbeit sortzuführen, so seien sie auch heute noch dazu bereit. Sie appelieren an das Gerechtigkeitsgefühl aller billig denkenden Menschen und forderten sie auf, mit ihnen ge­meinsam der Reichsregierung klar zu machen, daß sie endlich einschreiten müsse, um sich Gel­tung zu verschaffen. Erforderlichenfalls sei ein Notgesetz zu erlassen, auf Grund dessen die Be­triebe wieder geöffnet werden und der Rechts­streit auf dem ordentlichen Rechtswege abge­tragen werde.

Weidmannsbraucft.

Von

Karl Alexander Pruß.

Sitzen da in Schwarzbach in einer Gast- wirtfchaft, der Kreisarzt und der Bürgermeister vom nahen Städtchen mit ihren Frauen beim Schoppen zusammen, während in der Küche be­reits für jeden ein Rebhuhn in der Pfanne britzelt. Da tut sich die Tür auf und der Rai- nerwastl tritt herein.

Mit Verlaub, Ihr Herrschaften« sagt der Wasil, und nimmt an dem Tisch der Stadtleute Platz. Bald ist man so lebhaft im Gespräch über die heurigen Vieh- und Holzpreise, über Leutenot und Jagd, daß das Wirtstöchierlein meint, der Wastl fei zu dem leckeren Gericht ein- geladen. Wie nun der Wirt mit den vier lei­teten Vögeln auf einer Platte erscheint, sagt der Kreisarzt lächelnd zum Rainerwastl:Wir würden Euch gern zum Essen einladen, aber seht, es sind nur vier Hühner. Wenn Ihr aber das Kunststück fertig bringt, die^el. ohne sie zu zerschneiden, unter uns gleichmäßig zu ver­teilen. so sollt Ihr unser Gast sein.

Nichts konnte den Rainerwastl schwerer kränken als wenn man ihn zum Besten hielt. Mit scharfem Blick übersah er die Lage, unv kratzte sich hinter den Ohren:Nichts leichter als das, Herr Doktor, teilen wir nach Weio- mannsbrauch: drei gegen drei. Dann gehen die Portionen gerade auf".

Wie? Was?« riefen die Damen, der Bür­germeister und der Arzt zugleich. Wie wollt Ibr das machen?" m

Gills die Wette?« fragte der Wastl und lächelte verschmitzt.

Aus Ehre!" riefen die anderen.

Da erhob sich der Wastl. wandte sich an ter Herrn Bürgermeister und sagte:Sie, £err Bürgermeister, Ihre Frau und dieses Rebhuhn hier, sind drei.« .

Damit spießte er eins der vier Rebhühner auf die Gabel und legte es der Frau Bürger­meister auf den Teller. Nun wandte er i«d an den Kreisarzt, spießte wieder ein Rebhuhn

20 vom 100 unter gewissen Voraussetzungen auch ohne daß eine Verschlimmerung ihres Leidens nachweisbar ist, wieder eine Rente er- halten können. Die Gesamtzahl der Hinter­bliebenen betrug im Oktober 1924: 1597155, tm Oktober 1926: 1514150 und im Mai 1928: 1430 761. Jrn Reichshaushalt 1928/29 sind für die Kriegsopfer bereitgestellt 1360 Millionen D

auf und fagte:Sie, Herr Doktor, Ihre Frau und das Rebhuhn sind auch wieder drei.« Da­mit legte er das Tier auf den Teller der Frau Doktor.Und nun, meine Herrschaften«. ,fuhr der Rainerwastl schmunzelnd fort,die übri­gen zwei Rebhühner und ich, wir sind zusam­men auch drei. Somit gehen nach Weidmanns­brauch tm gleichen Verhältnis die Hühner un- angeschnitten auf.«

Und der Rainerwastl zog die Platte ohne weiteres an sich, und fiel mit Messer und Ga­bel über das leckere Gericht her.

Die Arbeitgeber im Unrecht-

Rach dem Urteil in zweiter Instanz.

Essen, 26. November. Das Landesarbeits­gericht in Duisburg hat das Urteil der ersten Instanz aufgehoben und den Schiedsspruch in der nordwestlichen Eisenindustrie für rechts­gültig erklärt. Die Arbeitgeber wollen beim Reichsarbeitgericht Revision einlegen. Die Kosten, eine Million, werden dem Kläger (Ar­beitgeber) auferlegt. ,

In der Begründung heißt eS: Der Schlich­ter sei als Vertreter des Staates in der Schlnv- terkammer tätig und könne von sich a u 8 den Schiedsspruch und materiell die Entscheidung fällen die er im Interesse der allgemeinen Be­lange für richtig halte, da er als SS er tretet der vorn Staat gewunfchten Lohnpolitik fungier«. Das Gericht fehe daher den

Der Schutz bei der Trauung.

Unglückliche Liebe für eine andere.

Warschau, 26. November. In einer Warschauer Kirche fiel während einer Trauung plötzlich im Chor ein Schutz. Unter den Hochzeitsgästen ent­stand eine Panik. Die Nachforfchungen ergaben, daß ein junger, fchwarz gekleideter Mann im Augenblick der Verkündung der Trauformel fei­nem Leben durch einen Revolverfchutz ein Ende gemacht habe. In feiner Tasche fand man einen Zettel, aus dem hervorging, daß der Selbst­mörder nicht etwa der Braut wegen, sondern ans unglücklicher Liebe zu einer anderen in der Kirche anwesenden Fran, in den Tod ge­gangen sei.

U Million Uriegsbeschabigte. Renten auch für Abgefundene. Wieviel der Staat bewilligt

Einer Ministerdenkschrift zufolge hat sich die Zahl der unterstützten Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen wie folgt verändert: 1924: 720 931, Oktober 1926: 736 867, Mai 1928: 761294. Und zwar hat sich meist ein zunächst gering­fügiges Leiden inzwischen bis zu einem versor­gungbegründenden Grade beränbert. Auch kom­men Beschädigte dazu, deren Erwerbsfähigkeit jetzt mindestens um 25 von 100 gemindert ist. Den Hauptanteil dürfen zur Zeit die Ab g e- sundenen stellen. Dies hat feinen Grund darin, daß feit Februar 1928 auf eine Ent­schließung des Reichstages die Abgesundenen mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um

Dienstag, 27. November 1928.

löfurig anzunehmen sei, Die die Erfüllung aus eigener Straft ohne Gefährdung der Lebenshal­tung des deutschen Volkes gewährleiste. Ter Minister wies weiter auf dir Zusammenhänge zwischen Politik und Wirtschaft und die inter­nationalen Verständigungen der großen Wirt­schaftsverbände hin. Im Jnneien müsse man den notleidenden gewerblichen Mittelstand schützen und überhaupt weitgehende Erleichte­rungen für die Wirtschaft im Interesse der besse­ren Konkurrenzfähigkeit schaffen. Durch die Ein­heitlichkeit der Wirtschaftspolitik könne der Staat besser als Ausgleichs-Organ das Gemein­wohl fördern. Notwendig sei aber vor allem eine Entspannung der Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit. Der endgültige Reichswirt- schaftsrat werde auf diesem Gebiete zu arbeiten haben.

Das tpoftperfonal kündigt

Düsseldorf, 26. November. Der Gesamwor- stand der deutschen Postgewerkschast nahm zu den Standesfragen für das Lohnempsängerper- fonal bei der Reichspost Stellung. Man hielt es für notwendig, den Lohntarif zum 31. De­zember 1928 zu kündigen, da der steigenden Verelendung des Personals entgegenge- wirtt werden müßte. Die Kündigung wurde nach ausgiebiger Aussprache einstimmig beschlossen.

Die Zeche bringt nichts ein.

Stillegung im Mannesmann-Konzern.

Dortmund, 26. November. Der Stillegungs Komiffar teilt mit, datz gestern mit Arbeitneh­merverbänden, Behörden und BetriebSvertretun- gen über den Antrag der Mannesmann Röhren- werke auf Stillegung der ZecheUnser Fritz" in Wanne-Eickel verhandelt wurde. Die Stillegung wurde mit dauernder Berlustwirtschast begrün­det und soll dazu beitragen, die Feierschichten herabzumindern. Die beigebrachten Unterlagen würben als richtig anerkannt und die Stillegung genehmigt. Bon den 111 Angestellten und 1217 Arbeitern wird der größte Teil auf den Konzernwerken sowie auf Nachbarzechen unter gebracht werden. Ein Teil wird mit Notstands arbeiten beschäftigt, sodaß nur ungefähr dreihun­dert Mann arbeitslos werden.

Noch 14 Tage Nuhttrise?

Schlechte Einigungs-Aussichten. - Verfchärste Kampftage. - Jetzt muß das Reichsarbetts- gericht sprechen.

Gegen Schund und Schmutz.

Bücherausstellung des Städt. Jugendamtes.

Das Städtische Jugendamt veranstaltet in Verbindung mit dem Verein zur Bekämpfung von Schund und Schmutz in Wort und Bild eine Ausstellung guter Bücher imSaal der Ju­gend«, Wolfsschlucht 23, die von Montag, den 26. November, bis Sonntag, den 2. Dezember, in der Zeit von 1113 und von 1620 Uhr ge­öffnet ist. . ,

Die Eröffnung der Ausstellung findet am heu­tigen Montag um 20.15 Uhr statt. Regierungs­bezirksjugendpfleger Völger hält einen Vortrag über das Thema: »Der junge Mensch und das Buch"'. Außerdem läuft ein Film:Ein Besuch in Deutschlands größter Kalenderfabrik".

bau der Thüringischen Landestheater vor.So sollen insbesondere die Landestheater m Gon­dershausen, Meiningen, Altenburg und Gotha ganz geschlossen werden und nur ein Thüringi­sches Landestheater in Weimar für Oper und Schauspiel bestehen bleiben, das in Den übrigen Theatern turnusmäßig gastieren soll. Gedacht ist ferner zur Unterstützung an die Schaffung einer Wanderbühne. Das Gutachten tat davon ab, die eventuell zur Schließung kommenden Theater anderweitig zu verpachten.

Der Eindringling.

Ein Hörspiel im Kasseler Rundfunk.

Dieses auf Totensonntagsgedanken abge- ftimmte Werk von Maeterlinck fand unter Man­fred Marlos Regie erfolgreiche Aufführung. Eindringling" ist der Tod. Eine junge Mut­ter stirbt an den Folgen einer schweren Geburt. Nacht ist. Draußen singt die Nachtigall: aber plötzlich verstummt ihr Lockruf. Der blinde Großvater hört, oaß jemand kommt, hött Türen gehen. Niemand ist zu finoen Eine -en,c rauscht, vielleicht schneidet der Gartner in der Vollmondnacht Gras? Doch der Blinde ist nicht zu täuschen, er weiß, daß der Eindringling gekommen ist. Bald kommt die Nachricht: die junge Mutter ist tot ..

Die Besetzung der Rollen war vorzüglich. Fran; Sauer wirkte überzeugend als blinder Großvater. Karl Ravdt (Vater) und Fritz Ve­rend (Onkel) schufen zwei lebensechte Gestalten. Die Tochter Die Funkregie hatte, beoingt durch den Verzicht auf Sichtbares, Die Rollen der drei Töchier zu einer vereinigt, die Toch­ter fand durch Tilde Mafchats zärtliche Stimme sinnvolle Verkörperung. Anita Fedden sp ach die Rolle der Dienerin. Kapellmeister Eugen Bodart hatte eine wirkungsvolle Musik geschrie­ben, die sich restlos dem Inhalt des Dramas an­paßte und ihm wesentliche Steigerungen ver­lieh. Vorauf gingenDer Schwan von Tuane- la" eine Legende für Orchester von Jean Sibeli­us, gut gespiilt vom Rundfunkorchester, uns von Otto zur Linoe eine feinempfundene Rezitation Mein Schiff ist gefahren so weit übers Meer".

Der Gesamthaushalt für Versorgung und Ruhe­gehälter schließt mit 1780 Millionen Mark ab.

Aus Politik und wirtschaft.

Heimkehr des Nordpolkrüppels. Kapitän Mariano, einer der Ueberlebendeu der Malm- greengruppe, wird nach seiner Beinoperation bend, nie kokett oder nur spielerisch. Warum vermag ein Kasseler Theater nicht solch eine Kraft zu finden, warum scheint man hier mehr Wert aus das Theater als auf den Menschen zu legen?

Um der Schauspielerin Lotte Rovano willen sollte heute jeder Theaterfreund den Weg zum Kleinen. Theater finden I G. M. V.