Kasseler Neueste Nachrichten
Achtzehnter Iahrganq.
V.
Aus aller
kN
Luzifers Ende
a:
Roman von W. Klöpffer.
Sie einmal auf:
ich bin der Bruder jenes Sander, den Lugano auf eure Isla del diablo ver-
Sie halten es für schwierig, Lauspersonal zu finden? Wenn Sie in den Kasseler Neuesten Nachrichten Lauspersonal durch eine Kleine Anzeige suchen, dann werden Sie bald davon überzeugt sein, wie außerordentlich leicht es ist, geeignete Lilfe zu erhalten. I
Schreitet man die steile Hügelfiraße weiter hinan, so ist man fast versucht, zu glauben, die Gudulakirche solle ein Bindeglied zwischen den beiden Stadthälften abgeben: gar so verschieden ist das Bild der bürgerlichen Mtstadt im Tal vom Restdenzviertel auf dem Koudenberge. Ein weitläufiger Gebäudekomplex, liegt das königliche Schloß da, Lessen langweiligem Renaissancestil man unschwer den Pariser Einfluß des vorigen Jahrhunderts anmerkt. Ringsum die Regierungsbauten im klassizistischen Geschmack; Lurch verbindende Parkanlage zu formenschöner Einheit zusammengesaßt. Seit uralten Zeiten haben hier oben die Herren des Landes gesessen, und oft genug mögen sie in längst vergangenen Jahrhunderten mitleidig auf die Bürgerstadt im Tal hinabgeblickt haben, die in den feuchten Niederungen der Senne als „Bruossele". d. h. wörtlich „Bruchsiedelunq" in
1. Beilage.
Sonntag, 25. November 1928.
51)
Passen Also, ihr von W,
schleppt habt. Ich bin euch seit Wochen auf der Spur und vorhin ist die Sache zum Klappen gekommen. Wir haben Devil, kennen die Gru-
grauer Vorzeit gegründet worden war. Ms Brussel dann um di« Jahrhundertwende durch seine bevorzugte Lage am vielbenutzten Verkehrsweg von Brügge, der damaligen bedeutendsten Hafenstadt, nach Köln, das schon zu jenen Zeiten eine Vorburg deutschen Handels war, rasch emporblühte, schützten starke Mauern und Befestigungswerke tue Stadt. Sie sind längst geschwunden, und an ihrer Stelle laufen heute, überragt vom mächtigen Justtzpalast, dem größten Bauwerk Europas, die breiten, baumgeschmückten Boulevards um die Stadt. Auf ihnen spielt sich das elegante, großstädtische Leben ab, und hier wird der fremde Besucher noch am ehesten den Eindruck gewinnen, er weile in einem »Klein-Paris". Dr. G.
Llnfchulbig im Äuchlhcnrst
Am 5. Dezember 1919 wurde der Mechaniker Otto Götz vom Augsburger Volksgericht zum Tode verurteilt. Sein Begnadigungsgesuch hatte Erfolg, und das Todesurteil wurde in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt. Nach dem Urteilsspruch hat Götz seine Geliebte mit Zyankali vergiftet. Am 7. September 1919 war der Angeklagte mit seiner angeblichen Frau in Augsbuxg eingetroffen und hatte sich im Hospiz des evangelischen Vereinshauses auf 2 Tage eingemietet. Am nächsten Morgen hatte er das Hospiz verlassen und versuchte, ins besetzte Gebiet zu fliehen. Das Mädchen fand man in Augsburg tot im Bett, daneben einen Zettel, auf dem stand, daß Götz einen Abtreibungsversuch unternommen habe. Die Aerzte teilten jedoch Zyankalivergistung fest. Götz onnte in Stuttgart verhaftet werden und hatte
Sin veunkyer Sracvlvampfer ge,unken.
Der Passagierdampfer »Estonia" der Ostrsia- tischen Kompagnie, der sich auf der Fahrt von Newyork nach Danzig befindet, wurde Donnerstag nacht von dem deutschen Dampfer „Herrenwijk", der sich auf 54 Grad 52 Minuien nördlicher Breite und 24 Grad 30 Minuten westlicher Länge in Seenot befand, zu Hilfe gerufen. Es gelang der „Estonia", bis drei Uhr Freitag morgen sechs Mann der Besatzung zu retten, als ein zunehmender Nordwestork an die Fortsetzung der Rettungsarbeiten unmögl-ch machte. Die „Estonia" blieb an der ünsallsielle, in der Hoffnung, die übrig bleibenden 20 Mann der Besatzung bei Tagesanbruch in Sicherheit zu bringen. Der Orkan nahm iedoch vettern r an Stärke zu, und Freitag vormittag 10 Uhr sank die „Herrenwijk". Bis ein Uhr mittags waren im ganzen 13 Mann gerettet. Die „Esto- nia" wird die Unglücksstelle bis zum Anbruch der Dunkelheit abpatroullieren, um möglicherweise weitere Mitglieder der Besatzung des ge enkten Schiffs aufzunehmen. Die „Herrenwijk" gehörte der Reederei Lübeck-Linie A.-G. in Lübeck und war auf der Reise von Hörnesand nach Rewhork mit einer Ladung Zellstoff. Der Dampfer, auf dem sich Sir Austen Chamberlain auf der Rückreise befindet, ist ebenfalls dem deutschen Dampfer zu Hilfe geeilt.
sich in Augsburg wegen Mordes zu verantworten. Er erklärte, daß er mit dem Einverständnis seiner Braut einen Abtreibungsversuch unternommen habe. Das Mädchen habe ihm unmittelbar nach Einnahme des Mittels erklärt, große Schmerzen zu haben, und habe sich ihm an den Hals geklammert. Einige Minuten darauf sei sie in seinen Armen gestorben. Das Urteil lautete trotz dieser Darstellung aus Todesstrafe wegen Mordes. Von der lebenslänglichen Zuchthaussttafe hat Götz bisher neun Jahre verbüßt. Seinen Bemühungen ist es jetz! gelungen, das Wiederaufnahmeverfahren durchzusetzen. Es haben sich neue Tatsachen ergeben, die dafür sprechen, daß er unschuldig verurteilt worden ist.
* Selbstmord eines Berliner Fabrikdirektors Der Direktor Levy der Firma Adolf Pietsch in Nowawes bei Berlin wurde in seinem Schlafzimmer tot aufgefunden. Er hatte sich mit einer braunen Masse, die noch untersucht werden muß vergiftet. Aus hinterlassenen Briefen geht hervor, daß die Tat im Zusammenhänge mit der Zahlungsunfähigkeit der Firma erfolgt ist Die Firma Pietsch erklärt, den Betrieb nach Möglichkeit weiter führen zu wollen, wenn auch vielleicht in geringerem Umfang. Die Auszahlung der Löhne und Gehälter der etwa 600 Angestellten ist vorläufig sichergestellt. Durch den Zusammenbruch der Firma sollen meist holländische Banken in Mitleidenschaft gezogen worden sein.
* Schreckensfahrt in einem Bauerngefährt. Auf der Landstraße nach Groß-Walde (OstfrieS- land) löste sich an einem Bauerngefährt aus unbekannten Gründen die Wagendeichsel. Der Wagen rollte von der Straße in eine tiefe Grube, wo er sich überschlug und dieJnsassen, einen Landwirt mit seiner Frau, seine 83jährige Tante und ein sechsjähriges Mädchen unter sich begrub. Als Hilfe herbetettte, waren der Landwirt, seine Frau und die Greisin schon tot. Nur das Kind war noch am Leben.
* Geständige Mörder. In Garsching bei München wurde am 22. Oktober d. I. ein gewisser Ludwig Pfeifer ermordet ausgefunhen. Jetzt haben sich bei der Wienerneustädler Poli- zeit der Hilfsarbeiter Alois Steinkirchner aus München und der Fleischhauergeselle Oskar Preinsprenger, zuletzt ebenfalls in München wohnhaft, mit der Anzeige selbst gestellt, daß sie den Mord an Pfeifer begangen haben. Beide wurden verhaftet und dem Kreisgericht Wiener-Neustadt übergeben.
* Rettung aus Seenot. Das Motorrettungs- boot „Hindenburg" der Rettungsstation Bor- kum-Süd hat von dem Dampfer „Hagfors" aus Uddeolm, der auf Borkum-Rifs gestrandet war, 12 Mann Besatzung gerettet. Der Dampfer war mit einer Ladung Hol; von Gothen- burg nach Frankreich unterwegs
• Einbruch als Nervenanregung. Die Poli- zeit hat zwei Studenten verhaftet, deren Fall an gewisse Verkommnisse in den Vereinigten Staaten erinnert. Es handelt sich um zwei Brüder, die beide Jura studierten und die versucht hatten, eine Wohnung nach allen Regeln der Kunst auszuplündern. Sie wurden aber von dem Wohnungsinhaber, der vorübergehend abwesend gewesen war, ertappt und entflohen
in einem bereitgehaltenen Auto. Darauf wure den sie von der Polizei ebenfalls im Auko verfolgt und konnten eingeholt werden. In ihrem Auto wurde eine vollständige Einbrecheraus.'ü-- fiung aufgefunden. Die beiden scheinen den Einbruch begangen zu haben, lediglich um sich einen Nervenkitzel zu verschaffen, denn sie verfügten über genügende Unterhaltungsmittel.
♦ Aus Spiel wird Ernst. Der Landwirt Oms in Jnsmingcn (Lothringen) hing sich, um seine Familienangehörigen zu erschrecken, vor deren Augeg in der Scheune auf. Er wurde, wie er erwartet hatte, sofort wieder abgelöst, fiel dabei aber so unglücklich, daß er eine schwere Kopfverletzung erlitt und kurz darauf starb,
* Ein Sägewerk eingeäschert. In Fram-- mersbach bei Würzburg brach in dem Sägewerk Amrhein u. Sohn, wahrschnnli tz infolge von Kurzschluß, Feuer aus, das fast die gesamten Werkanlagen und das große Holzlager vernichtete. Durch den Brand wurde ferner auch die elektrische Ueberlandleitung zerstört, so daß kurz nach dem Ausbruch des Feuers die ganze Ortschaft ohne Licht und Kraft war.
Klkin-Varis.
Spaziergang durch Belgiens Metropole.
Die erste Enttäukchuug. / Aber die Altstadt! W» Egmont cutbauvtct wurde. I Das größte Bauwerk Europas.
»Klein-Paris" wird die Hauptstadt Belgiens allgemein genannt, und auch die Brüsseler selbst hören diese Bezeichnung nicht ungern. Wer aber die belgische Metropole betritt in der Erwartung, hier eine verkleinerte Ausgabe der glänzenden Metropole an der Seine vorzufinden, wird zunächst herb« Enttäuschung erleben Das Bild eines unsauberen Platzes, den unschöne, reklameübersäte Häuserfronten rings umschließen, ist der erste Eindruck. Und die Bahrnehmungen werden kaum freundlicher, wenn man sich nun von einer der Hauptverkehrsstraßen, dem Boulevard du Nord, dem Innern der Stadt entgegentragen läßt. Ueberreich entschädigt für die bisherigen, nicht erhebenden Eindrücke aber wird der Spaziergänger, wenn er durch ein Gewirr enger und winkliger Gassen dem Kern der Brüsseler Altstadt, der weltberühmten »Grande place", entgcgenschrei-
Unbeschreiblich ist der Eindruck, den das Bild dieses Platzes, urplötzlich und unerwartet an einer Biegung der Straße auftauchend, auf den Beschauer ausübt. In einzigartiger Geschlossenheit hat er sich sein altertümliches Gepräge erhalten: ein Viereck barocker Gildenhäuser, und in diesem köstlichen Rahmen ein Kleinod, das an Schönheit und Anmut seino'aleichen sucht: das gotische Rathaus.
Mit einem Schlage fühlt sich der Beschauer um Hundert« von Jahren zurückversetzt. Vor diesen Zunfthäusern mit ihren reichen Vergoldungen mit formenschönen Giebeln und Pilastern, mit ihrem reichen Schmuck an Skulpturen und Figuren, vor diesen mit den mannigfaltigen Zunftzeichen geschmückten Gildensitzen der Krämer, der Schisser, der Bogenschützen, der Schreiner und Böttcher, der Buchdrucker, der Bäcker, Schlächter und Brauer; zu Füßen dieses anmutigsten aller gotischen Rathäuser spielte sich dereinst das ganze öffentliche Leben der Stadt ab. Viel Frohsinn und Freude, manch prunkendes Fest, aber auck> Fülle von Zorn und Empörung, Mut und Tränen, hat die »Grande place" gesehen. Hier auch war es. wo 1568 die Grafen Egmont und Horn aus Herzog Albas Geheiß enthauptet worden.
Durch die geräumige glasgedeckte Galerie Saint Hubert mit Theatern, leckeren Schmaus- stätten französischer Küche und verlockenden Auslaaen der Spitzenhändler und Antiquitätengeschäfte gelangt man auf eine jener hügeligen Straßen, die aus der alten Unterstadt zur Residenz auf dem Koudenberge emporleiten Während man noch der ansteigenden Gasse folgt öffnet sich an einer Windung des Weges plötzlich überraschende Sicht auf ein Bauwerk, das sich seiner Nachbarschaft zu den baulichen Klejn- odie.n der »Grande place" nicht zu schämen braucht: die im schlichten strengen Stil braban- tischer Gotik erbaute Kathedrale St. Michel und Si. Guduls.
Lux schluckte. Dann berichtete er, daß die Isla die nördlichste der Galapagosinseln sei, zu Ecuador gehört habe und von Mr. Devil vor 10 Jahren von dieser Regierung erworben worden sei--“
,Zch weiß. Um ein Butterbrot. Denn ihr hattet nach der Entdeckung des Jnselinnern ja alle Taschen voll Platinerz," unterbrach ihn Klaus, der die Sache von Peter wußte. Der andere sollte meinen, Klaus frage um einer Formsache willen.
Sodann bezeichnete Lux die genaue geographische Lage der Insel.
Sander hatte Mühe, seine Befriedigung zu verbergen. Er sagte:
„Fahre wir weiter. Mr. Devil hat große medizinische Entdeckungen gemacht. Was wissen Sie davon?"
„Nur den Namen und das jeweilige Anwendungsgebiet. Devil ließ niemand in seine Karten schauen."
„Die chemische Zusamensetzung, bie Herstellungsmethode?" forschte Klaus.
ist mir unbekannt."
„Hören Sie, das nimmt mich wunder, Lux. Ich denke, Sie sind seine rechte Hand?"
„Schon. Aber die Fabrikation feiner Präparate und das Wesen seiner anderen Erfindungen sind sein ureigenstes Geheimnis, von dem er nie eine Silbe gegen mich oder jemand anderen hat verlauten lassen. Nicht einmal dem Gouverneur hat er das anverttaut." Das konnte stimmen, wenigstens ließ sich nicht das Gegenteil beweisen.
»Sie wissen also nicht, wie das Hypnal und fein Gegenmittel hergestellt werden? Ueber- legen Sie sich, was Sie sagen, Lux!"
»Nein". Es klang unbefangen.
„Hatte Mr. Devil ein gewisses Quantum der beiden Präparate hier in der Klinik?"
»Nicht hier. Drüben im Laboratorium, in dem großen Tresor, der in feinem Arbeitszimmer steht".
Klaus fühlte sich ordentlich erleichtert. Das Antihypnal war gefunden Die Wiederherstellung Tommy Angels und der Jnselgefangenen war damit stchergestellt. Das Fragezeichen von
' ~ Kellog legt« Sander die Hand aus die . Schulter:
1 _ .Sie sind ein verdeubeli heller Junge, Mr. ‘ nri>men Sie mir es nicht Übel. Aber 1 W stoppen wir das Ganze ab und gehen zum Diner. Mein« Frau hat mir auf die Seele gebunden, Sie mitzubringen. Sie und Grave- Iharn."
Vier Stunden später dampft« ein Zerstörer, der daz Sternenbanner am Heck führte, nach suden, gegen den Panamakanal zu. ' Ihm folgte ein modernes Flugzeugmutterschiff mit drei Flugzeugen, die erforderlichenfalls in Ak- tton treten sollten und eine Menge Flieger«
M. führten. Ein U-Boot machte den Beschluß. Die Union war entschlossen, das Nest mit einem Schlage auszuheben
Klaus Sander halte in einer persönlichen Unterrebung mit dem Kommandanten diesem die kleine, braune Atimeh besonders aus Her, gelegt.
. Das war sein Dank für die vier Tage und vier Nachte auf der Jfla del diablo . . .
Kapitel 18.
Der .Kondor" landet.
Auf dem SBertwt des kleinen Binnendamp- l^rs, der von Manhattan herkommend, die Newyorker Bay in der Richtung auf Staten Island zu durchpflügte, saßen zwei Damen und ein Herr in ernster Unterhaltung. Klaus, der mit Gufly und JneS erst am Manhattan« ÄÄ’?’ war, hatte soeben seine ?u/führliche Schilderung des gestrigen Tages beendet. Ines de Castro schaute in tiefer Versunkenheit über das Wasser. Endlich raffte sie nch zu einer Antwort aus. Sie sagte:
»Es ist schrecklich, Klaus. Nie, gar nie, hätte ich hinter Angel, wie ich den Mann noch immer nenne, ein solches Geheimnis vermutet. Durchs Feuer Ware ich für ibn gegangen. Und nun ist er. — tch mag das Wort nicht aussprechen. - Em Schauder flog über ihre Glieder „E« ist grauenvoll zu denken, daß alles Lüg« war, fein Gebrechen, daS silbern« Haar, seine Wohltaten, b.er llanze Mensch . . . Lächle, aber es ist mir ein druckendes Bewußtsein, daß gerade er Mae na retten mußte". (Fortsetzung folgt.)
Die argentinischen Drillinge. Drei Kinder, die auf seltsame Art zusammengewachsen sind.
.Die »siamesischen Zwillinge", Margarete und Mary Gibb, die Tschechinnen Radika und Dodika — man kennt sie alle und hat sie teils als Attraktionen der Jahrmärkte bestaunt oder sich wissenschaftlich mit ihnen beschäftigt, uno man war immer wieder aufs neue bestürzt von der «furchtbaren Laune der Natur, die zwei Menschenwesen aneinander wachsen ließ, durch irgendeinen Körperteil fest miteinander verbunden und zumeist so unlöslich, daß eine trennende Operation den Tod zumindest einer der beiden zusammengewachsenen Zwillinge herbeiführen mußte.
Jetzt hört man aus Argentinien, daß dort die Mestizin Jouanna Rigio Drillinge zur Welt gebracht hat, drei Knab--n die alle drei zusammengewachsen sind. Zwei der Kinder sind an den Schultern, der dritte Junge an dem Rucken eines der beiden anderen angewachsen. Die an den Schultern zusammengewachsenen Knaben haben normale Augen, Nase und Mund sie besitzen zusammen jedoch nur zwei Hände, der eine eine rechte, der andere eine linke Hand außerdem haben sie Mag.cn und Darm gemein« wm. Der Körper des dritten Jungen ist durchaus normal bis aus die Ausnahme, daß sein Rucken mit dem des Bruders ein vollständiges Ganzes bildet. Man hat diese unglücklichen Geschöpfe die »Argentinischen Drillinge" genannt, und die berühmtesten medizinischen Ka- pazttäten Amerikas haben sich mit ihnen beschäftigt. St« haben die Diagnose gestellt, daß die drei Kinder nicht lange am Leben bleiben werden. Man hat ein besonderes Bett für die Drillinge gebaut, in dem sie in vertikaler Stellung schlafen. Besonders schwer ist die Ernäh- ntng der Drillinge, da sie zusammen nur zwei Magen besitzen. Es ist festgestellt worden, daß an eine operative Trennung der drei Kinder keinesfalls zu denken ist.
Das anatomische Studium dieser seltsamen Geschöpfe wäre für die medizinifche Wissenschaft natürlich von wesentlicher Bedeutung. Die Wissenschaftliche Gesellschaft in Washington hat den Eltern der Drillinge die Summe von 200000 Dollar angeboten, wenn sie di« Kinder, falls sie sterben sollten, der Gesellschaft zu Studienzwck- ken überlassen wollen. Man nimmt an, daß die Eltern, sehr arme Leute, dieses Angebot das ihre Lebenslage von Grund aus ändern könnte, annehmen werden. Außer der Wissenschaftlichen Gesellschaft in Washington haben noch an« bere wissenschaftliche Korporationen und mehrer« Manager Angebote für den Fall des To-
Drillinge gemacht, die meist sehr respektable Summen aufweisen.
einem Menschen dort in dem Sessel machte nicht den Eindruck, als ob es Lügen Produziere.
»Etwas anderes, Lux. Wie kommt es, daß Devil die Farbe seiner Augen beliebig verändern kann?" Klaus fragte ungeniert darauf los es würde schon stimmen.
»Nicht beliebig. Nur von Grau in Blau. Er hat einen Stofs entdeckt, der imstande ist, das Pigment einer grauen Regenbogenhaut in blaues zu verändern, allerdings nur vorübergehend. Die Einträufelung muß täglich wiederholt werden".
Donnerwetter, dacht« Sander, also so erklärt n<h das. Dieser Banker war der reine Hexenmeister. Offiziell ließ er sich indes nicht imponieren und fuhr fort zu inguirieren:
»Eine Frage noch. Sie heißen nicht Lux. Tun Sie nicht so erstaunt. Es ist doch ganz klar, daß der frühere Assistent Mr. Devils in Philadelphia hier in Newvork nicht unter seinem richtigen Namen auftritt; das werden Sie zugeben?" Es war Sander nämlich soeben eingefallen, daß Peter in seiner Erzählung damals einen Mann erwähnt batte, der gemeinsam mit Devil aus Philadelphia geflohen war. Das konnte nut Lux fein.
-JO heiße eigentlich Red Carpenter", gab der Oberarzt zögernd zu. Es wurde ihm immer unheimlicher. Dieser Teufel wußte rein alles:
Jetzt endlich sah Klaus völlig klar.
sandet bat Mr. Kellog, das Verhör schließen zu dürfen. Während die beiden Geheimpolizisten den Verhafteten mit möglichster Stille abtransportierten, wendete sich Sander an den Polizei chef:
»Di« Sache mit den „Manschettenknöpsen" liegt letzt aus der Hand. Es gibt nur ein Paar und das gehört Devil. Nachdem sich dieser in Lugano in der Maske des biedern Angel von Ines de Castro verabschiedet batte, entführte er meinen Bruder. In der Nacht zuvor verlor < er das eine Exemplar in jener Mauerrille des Hotels Cecil. Das andere bewahrte er nach sei- net Rückkunft als zwecklos In der Waschtisch- < schublade seines Schlafzimmers auf So ist die : Geschichte." ,
Di« Herren erhoben sich.
be unter dem Laboratorium und den Studer, was meinen Sie, daß Sie uns noch viel verraten können? Zu Ihrer Beruhigung will ich Ihnen auch noch mitteilen, daß mein Bruder durch einen kleinen Trick, den wir uns mit dem Gouverneur erlaubt haben, bereits unterwegs nach Staten Island ist, versteht sich auf dem „Kondor" mit Kamura am Steuer — also was wollen Sie noch viel gestehen?
Kellog bewunderte im stillen Sanders takti- fches Geschick.
Gravesham rieb sich bie Hände und dachte: „Ein verfluchter Bengel! Ich werde nachher Kellog einen Rat geben."
Dr. Lux klebte wie ein Häuschen Elend auf seinem Stuhl. Sein Gesicht war fleckig ange- lausen, sein schwarzes Haar hing unordemlich in bie Stirn. Er glaubte Sauber Wort für Wort. Er war von bem Gebanken, alles zu gestehen, gerabezu besessen. Er stammelte mit weißen Lippen:
„Fragen Sie, ich werde nicht lügen. Fragen Sie"
„Schön, ich werbe fragen. Also, wo liegt bie Jfla del diablo?"
Das war bie Harbinalfrage. Klaus war zum Bersten gespannt. Aber er setzte bie gleichgültigste Miene von bet Welt auf.
Lux zauberte.
Sauber brängte: „Die Jfla mit ihrem U- BootHafen, den brei Stabtteileu, ber Platin- gmbe etcetera. Na, wird's bald, Lux?!" Die Namen flogen bem Oberarzt nur so um den Kopf.