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SötrnttfieitS, 24. November 1928.

Raffeter Neueste Nachrichten

Sie heutige Nummer umW 12 Belten.

Nachdem am vergangenen Montag .mit Rück- icht aus die Geschäftslage" die Siadrverorvne- tensitzung abgeblasen wurde, bringt das für Ben tommenven Montag anbcraumre Stelldich­ein im Rathaus einen ergiebigen Speisezettel von 24 teils leichter teils schwerer verdaulichen Gerichten, sodaß mit einem .Großkampftag" erster Ordnung gerechnet werden kann. Zu der Sitzung werden Tribünenkarten ausge­geben. Die Tagesordnung bringt die schon ein­mal verschobene Wahl des Stadtverordneten­vorstehers und Schriftführers, sowie der Stell­vertreter, dann die

Erklärung des Magistrats zum Nachtragsetat Ferner Beschlußfaffung betr. Grunderwerbs­steuerzuschläge, und Nachbewilligung von 6000 Rm. zur Unterstützung der Privatschulen. Ge­legentlich der

Elektrifizierung der Schleuse wurde es notwendig, die Schleuse trocken zu legen. Hierbei stellte sich heraus, daß der bau­liche Zustand der Schleuse namentlich Hinsicht lich der beweglichen Teile, derart mangelhaft ist, daß eine sofortige Beseitigung der vorhan­denen Schäden vorgenommen werden muß. Fi- nanzkommisiion und Magistrat haben beschlossen den angesorderten Betrag von 20 000 Rm. aus Anleihemitteln zu bewilligen. Die Stadtver­ordnetenversammlung wird um Zustimmung gebeten. Es solgt dann die Besprechung ver­schiedener Eingaben: des Regierungsbezirks Verbandes Kassel im Reichsverband der Klein­gartenvereine Deutschlands, betr. Hergabe von Dauergelände für Klein- und Schrebergarten zwecke, einer Eingabe, betr. Benemann'sche Mo- schinenbattschule und einer Eingabe der Berei­nigung städl. und genosienschastlicher Mieter e B Kall-'. betr. Unterbringung der Zahlstel des Wohlfahrtsamtes. Die Fraktion der Deutschnationalen fragt an, weshalb die Fi- nanzkommission immer noch keine Aufklärung darüber erhalten hat, welche Kosten diesog Aschrott'schen Bereinigunasverträge" bisher er­fordert haben und voraussichtlich noch erfordern werden und wie es zu erklären ist, dab die Ak­ten, die über diese Frage erschöpfend Aufschluß geben könnten, nicht aufzufinden sind?

Der Fulda-Rettungsdienst.

Ein Antrag der Kommunistischen Stadtver- ordneten-Fraktion lautet: »Die in der letzten »seit immer häufiger auftretenden Beschweroen in der breitesten Oefsentlichkeit über das voll­kommene Versagen oes Fuldaretlunasdienstes machen es erforderlich, daß der Magistrat der Stadt Kasiel in der kürzesten Zeit Abhilfe schafft Die Kommunistische Stadtverordneten-Fraklion beantraat daher, daß von den entlassenen Ret-

Der SoL unterm Auto.

Der Fall Rudorfs vor dem Großen Schöffen­gericht.

Der bedauerliche Berkehrsunsall, dem am 31 Oktober die Studienrätin Emma Rudorfs zum Opfer gefallen war, fand am Donnerstag vor dem Großen Schöffengericht die gerichtliche Sühne. Angeklagt war oer Verficherungsver- treter Willy Thiele, Oer am Morgen des be- tressenoen Tages gegen Uhr mit seinem Kraftwagen vom Kirchweg durch die Wilhelms- Höher Allee gefahren war. Hinter einem Stra­ßenbahnwagen der Linie 1 hersahreud, hatte er die Haltestelle an der Ulmenstraße nicht bemerkt und wollte Vollgas gebend, an dem Straßen­bahnwagen vorbeisahren. Die in diesem Augen­blick von der vorderen Plattform absteigende Studienrätin Ruoorfs wurde von oem Auto zu Boden geschleudert und etwa 810 Meter mit­geschleift. 67 Meier weiter hielt dann das Auto an. Der Angeklagte hatte sie dann in das Rote Kreuz" gefahren, woraus er sich nach dem Polizeipräsidium begab, um den Unfall zu mel­den. Profeffor Bertelsmann hatte neben einem dreimaligen Bruch des linken Armes ganz schwere Kops- und Gehirnverletzungen festge­stellt. Nicht lange nach oer Einlieferung starb die Verletzte.

Das Gericht hatte sich während der Verhand­lung an den Tatort begeben, um alle Umstände genau sestzuleqen. Nach der Wiederaufnahme im Gerichissaal bekunden vier Zeugen, darun­ter der Schaffner und der Führer des Straßen­bahnwagens, ferner ein Fahrgast und ein Fuß­gänger, daß der Straßenbahnwagen bereits ge­halten hatte, als das Auto an ihm vorbeisuhr. Nur eine auf der gegenüberliegenden Seite ge­hende Zeugin sagte aus, daß der Straßenbahn­wagen noch tm Fahren war, als sie jemand her­ausfallen sah. Der Staatsanwalt beantragte 10 Monate Gefängnis. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung und Vergebens gegen § 23 der Verordnung über das Kraftfahrwesen. Nach zwei Monaten verbüßter Strafe soll eine Bewährungsfrist von 3 Jahren gegen Zahlung einer Butze von 500 Jt bewilligt werden. IP-

verlängert wird.

Auch tn Mitteldeutschland gekündigt.

Magdeburg, 23. November. (Privattelegr.) Der Verband mitteldeutscher Metallindustrieller ist bereit, den soeben gekündigten Tarifvertrag zu erneuern und auch über den 31. Dezember hinaus in Geltung zu lassen, sofern der Vertrag für eine längere Zeit abgeschlossen werden sollte. Sollten die Metallarbeiter auch im übrigen mitteldeutschen Gebiet Forderungen auf Lohnerhöhung erheben, so würden die Me­tallindustriellen ihrerseits die Forderung auf Lohnherabfekung stellen Das Kündigungsge­biet erstreckt sich über die Provinz Sachsen und Anhalt.

Flug zum-pol? E

Kapitän Welking's erster Vorstoß.

Newyork, 23 November. lFunkdienst.) Rach zuverlässigen Rachrich en hat Kapitän Welling in der südlichen Antarktis mit seiner ersten Ex­pedition einen Vorstoß begonnen. Kapitän Wilking ist bereits mit seinem Flugzeug unterwegs.

Zweimal zum Nordpol.

Nansen chartert den Zeppelin.

Oslo, 23. November. (Funkdienst.) Profeffor Sverdrup, der Vorsitzende des norwegischen Nordpol-Komitees, erklärte, die Berliner Ver­handlungen Nansens liefen darauf hinaus, daß Graf Zeppelin für zwei Fahrten im Jahre 1930 zur Verfügung gestellt werde.

Den Falschen gefotzt k

Avignon, 23 November. (Eigene Drahtrnel- dunq.) Die in der Raubmordangelegenheit von Marseille verhafteten drei Personen find an der Beraubung der Kaffenboten und Tötung des ei­nen unschuldig. Man scheint aber den ei­gentlichen Tätern auf der Spur zu sein.

Ottoffenginmoroe erntr Lvahnsinnigen.

Newyork, 23. November. (Durch Funkspruch.) Eine Farmersfrau von Union Ville, die einundzwanzig Giftmorde verübt hat, ist für un- zurechnungsfähig erklärt worden. Es wurde ihre Ueberführung in eine Irrenanstalt angeordnet.

N unir uen unser oem Baugerüst

Budapest, 23. November. (Eigener Drahtbe­richt ) Beim Einsturz eines Baugerüsts wurden voit den auf dem Gerüst und in der Nähe des Hauses Beschäftigten neun Frauen verletzt. Fünf von ihnen konnten nach der ersten Hilfe wieder entlassen werden, vier kamen ins Kran­kenhaus.

Wieder zwei tn höchster Seenot

London, 23. November. (Eigene Drahtmel­dung.) Aus Vancouver (Britisch Columbien) wird gemeldet: Der britische DampferAlbion Star" ist auf dem Felsen von Race gestran­det. Bcrgungsdanwfer leisten Hilfe.

Liffabou 23. November. (Eigene Drahtmel düng.) Der schwedische Damvser Virgilia funkt, daß er im Begriff ist, vierzig Meilen westlich von Leimoes zu sinken. Mehrere Schiffe sind ausge'an'en. ihm beizustehen.

Liffabon, 23. November. (Eigene Drahtmel­dung.) Die Schiffe, die zur Hilfe des in Seenot befindlichen schwedischen DampfersVirgilia" ausgefahren waren, sind unverrichteter Dinge nach Leixocs zurückgekehrt. Sie haben von dem Dampfer keine Spur gefunden. Die Hilferufe hat man zuletzt um 11 Uhr vormittags in Lava- douros vernommen.

Tyohusevivemle tn £tpn.

Paris. 23 November. (Eigene Drahtmeldung.) In den Krankenhäusern von Lnou werden zur­zeit WZ Fälle behandelt. Bis jetzt ist noch kein Todesfall zu verzeichnen.

Don ftürzeuven Sromiffen begraben.

Cadix, 23. November. (Eigene Drahtmeld.) In Paterna wurden durch einen Erdsturz mehrere Arbeiter verschüttet. Zwei kamen dabei ums Leben. Mehrere andere sind schwer verletzt.

W-nn der Bohnwü- er schläft

Warschau, 23. November (Eigener Drahbbe- richt.) Zwischen Bromberg und Thorn wurde ein Automobil bei einem Bahnübergang von der Lokomotive eines Personenzuges ersaßt. Die beiden Insassen sind schwer verletzt. Der polnische Bahnwärter hatte es verabsäumt, die Schranken zu schließen.

Don Oer Faortkwand erschlagen.

Arnstadt (Thüringen), 23. November. (Pri- oattelegramm.) Bei einer heftigen Explosion in der Arnstadter Viscose A. G. stürzte eine Wand ein und auch das Dach wurde stark beschädigt. Ein Arbeiter wurde von der umstürzenden Wand verschüttet und schwer verletzt. Drei andere Arbeiter, deren Kleider Feuer fingen, trugen Brandwunden davon.

«tnder in Oer «inopanlf.

Madrid, 23. November. (Eigene Drahtmel­dung.) In einem Kino in Corona geriet ein Film in Brand. Es entstand eine Panik, bei der zahlreiche Kinder zum Teil schwer verletzt wur­de«. Von den wenigen vorhandenen NotauSgän- gen konnte einer überhaupt nicht geöffnet werden.

8,30 Uhr ab bis um Mitternacht eine Ehren­wache des Reichsbanners mit Fahnen und Fackelträgern stehen. Die Halle kann nach Schlntz der eigentlichen Feier, also etwa von 9,30 Uhr ab von der Aue heraus und von der Schönen Aussicht aus von jedermann betreten werden. Am Totensonntag veranstaltet das Reichsbanner durch Abordnungen seiner Gruppen eine Ge­dächtnisfeier für die im Niederzwehrener Lager verstorbenen ehemaligen Kriegsgegner auf dem dortigen englischen Friedhof. Der Kranz, der dort nach einer Ansprache von Redakteur Jöckel niedergelegt wird, trägt die Inschrift .Allen, die für den Frieden starben" und kennzeichnet dadurch deutlich den Charakter der Feier. Be­ginn der Feier ist 10 Uhr vormittags. Zur glei­chen Zeit beteiligt sich das «eichsbanncr durch Abordnungen an der Gedenkfeier, die der Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Kriegs­hinterbliebenen auf dem Militärfriedhose ver­anstaltet.

-? Trauerfeier in der Friedhofskapelle. Am Totensonntag um 11% Uhr hält Kreispfarrer Ltc. Bachmann einen Gottesdienst in der Fried- hofskapell«.

4- Krenek tm Stamstheater. Sonnabend, den 24. November, kommen im Staatlichen Theater Kreneks drei Operueinakter .Der Diktator", .Das Heime Königreich" und .Schwergewicht" als erste Overnneuheit dieser Spielzeit zur Auf­führung. Inszenierung Dr. Georg Pauly, musi­kalische Leitung Kapellmeister Wilhelm Franz Reutz. Dte Bühnenbilder und Kostüme wurden nach Entwürfen von Lothar Schenck von Trapp in den Werkstätten des Theaters angefertigt. Die neuen Opcrnwerke Kreneks wurden in Kassel komponiert und im Sommer dieses Jahres in Wiesbaden uraufgefnhrt. .

Postverkehr mit Danzig. Es wird von der Oberpostdirektion daraus hingewiesen, daß tm Päckchen-Verkehr mit der Freien Stadt Dan­zig nur Briefpäckchen bis zum Gewicht von ein Kilogramm zugelaffen sind Sonstige Päckchen werden nicht befördert.

-z- Bezirksvertretertagung der Stenographen. Am kommenden Sonntag findet im Restaurant .Kaisereck" die diesjährige Herbfivertretertagung der Vereinsvertreter des Bezirks .Fulda-Werra mit Waldeck" im .Mittelwestdeutschen Steno­graphenbund Stolze-Schrey" statt. Wichtige Be­sprechungen über erfolgreiche Durchführung der Winterarbeit werden den größten Teil der Be­ratungen ausfüllen, da die eigentlichen Richt­linien für zielbewußtes Weiterarbeiten im System .Stolze-Schrey" festliegen.

-4- Beleuchtungsvorschriften für Kraftdrosch­ken. Die neueste Ausgabe des Amtsblocktes der Regierung enthält einen Nachtrag zur Bekannt­machung über die Art, Beschaffenheit und Aus­rüstung der Kraftdroschken in der Stadt Kaffe! wonach die Fahrpreisscheibe während der Dun­kelheit so zu beleuchten ist. daß sie vom Fahr­gastraum dauernd beobachtet werden kann

Bullenkörung in Kassel. In der Stadl Kassel findet die Körung der Bullen am Diens­tag, dem 4. Dezember um 11 W auf dem Hote des Landwirts CHristian Geldmacher, Kohlen- 'tTa^ Eine treue Leserin. Am Sonnabend, den 84. November begeht Frau Charlotte Ude, E'.isabethstraße 7, in voller geistiger und körper- licher Rüstigkeit ihren 80. Geburtstag. Die Jubi-

ttmgsmannschaftn des städtischen Flußbades ge' eignete Personen für oen Fuldarettungsdienst von der Stgdt Raffel eingestellt werden. Ein weiterer Antrag oer Kommunistischen Stadtver- ordneten-Fraktion verlangt für alle Erwerbslo­sen, Wohlfahrts- und Rentenempfänger der Stadt Kassel die

Zahlung einer regelmäßigen Mietsunterstützung in der Höhe von 2 Drittel der zu zahlenden Miete, die Zahlung der Mietsrückstände aller Erwerbslosen,die länger als 2 Monate erwervs- los sind und die Nieoerschlagung der riickständr- gen Zahlungen für Gas- und Elektrizitätsgeld für alle länger als 8 Wochen Erwerbslosen.Fer- ner Die Gewährung von kostenloser Kleidung für alle Erwerbslosen und deren Angehörige, regelmäßige Abgabe von Gutscheinen an alle Erwerbslosen zum Empfang vonLebensmitteln, Heizmaterialien und insbesondere zur Lieferung von Milch für die Kinder der Erwerbslosen

Stabtvark (grober Saal): Schlierseer Bauet«« tbeater:Sunt läßt aus". 20 U6r.

Stadtvark (kleiner Saal): Wobltatigkerts-AbenS des Reichsverbandes für Waisenfürlorge. 20 Uhr.

Letzte Depeschen.

Doch ein Anfang. EM.

Ein Teilabkommen im Eiseu-Lohnkrieg. '"C

Berlin, 23. November. (Funkdienst.) SaÜf Pressenotiz wurde für das Gebiet der Velde» ter Eisenindustrie, das etwa 15 006 Mann be­schäftigt, eine Vereinbarung zwischen den Ge­werkschaften und dem Arbeitgeberverbande ge­troffen, wonach das btshergeltendeLohn- abkommen bis zum 30. 4. nächste« Jahres

und eine

Einmalige Winterbeihtlfe an Erwerbslose, Wohlfahrtsempfänger und In­validen, für Verheiratete 50 Rm. und 5 Rm. für ledes Familienmitglied uno für Unverheiratete 30 Rm. Ferner beantragt die Kommunistische Fraktion, daß an alle städtischen Arbeiter eine durchschnittliche

Lohnerhöhung

von 15 Psg. pro Stunde zu zahlen ist und daß die Stadt aus dem Hessen-Nassauischen Wirt- schaftsverband auszutreten hat. In einer wefte- ven Anfrage der Kommunisten wird gefragt, was der Magistrat zu tun gedenkt, um Dem in den städtischen gewerblichen Betrieben immer mehr um sich greifenden Ueberstundenwesen zu steuern. Die Stadiverordnetengruppe der Na­tionalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei er­sucht den Magistrat, bis aus weiteres, d h bis oas Kleine Theater längere Zeit hinaus durch einwandfreien Spielplan gezeigt hat, daß es eine Kunststätte und nicht eine Stätte für Ob­szönitäten sein will, Zuschüssen und jede Ver­günstigung, insbesondere auch bei der Strom­lieferung. für das Kleine Theater zu sperren. Die Sozialdemokratische Stadtverordneien-Frak- iion stellt erneut den Antrag auf

Erhöhung der Richtsätze für Unterstützungs­empfänger.

Den Schluß macht die Anfrage der Stadtv. Gruppe Der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei betr. Maßnahmen zur Unterstüt­zung von existenzlosen älteren kaufmännischen und technischen Büroangestellten u. Arbeitern geistiger Berufe, die wir bereits veröffentlichten, larin ist eine eifrige und treue Leserin der »Kasseler Neuesten Nachrichten" feit Bestehen und nimmt noch an allen Angelegenheiten des öffentlichen Lebens regen Anteil.

Ei« folgenschwerer Verkehrsunfall. An der Kreuzung Niedervellmarer Weg und Bnn- senstratze stieß ein Kraftwagen mit einem Pfer­defuhrwerk zusammen. Der Fuhrmann wurde leicht verletzt und von dem Kraftwagensührer vor seine Wohnung gefahren. Das Pferd wurde bei dem Zusammenstoß getötet. Wen die Schuld trifft, muß noch geklärt werden.

4- Grober Unfug. Wir berichteten vor htr* zer Zeit von einer falschen Alarmierung der Arbeitersamariter nach dem Holländischen Platz. Nunmehr wurde die Sanitätshauptwache das Opfer einer bewußten Irreführung, indem der Täter unter dem Namen eines bekannten Arztes die Wache ebenfalls nach demselben Platz zu einem Krankentransport telefonisch beoroertc, dem kurz darauf eine Unfallmeldung ebendahin folgte. Eine spätere Nachfrage bei Dem betref­fenden Arzt ergab, daß demselben von einer Be­orderung der Sanitäter nichts bekannt war. Es scheint sich um ein und denselben Täter zu handeln.

Tragischer Zusammenbruch. Ein ISjähr junger Mqnn, der erst vor kurzem nach längerer Krankheit aus dem Landeskrankenhaus entlas­sen war. brach infolge der Aufregung bei der Beerdigung seines 16iährigen Bruders aus dem Hauptfriedhof plötzlich bewußtlos zusammen. Die Hauptsanitätswache überführte den Be­dauernswerten wieder in das Landeskranken- yaus.

Festgenommener Unhold. Die Kriminal­polizei nahm einen Invaliden fest, der sich in unsittlicher Weise an Kindern unter 14 Jahren vergangen hatte.

-T- Unehrliäres Bott. Gestohlen wurden aus einem Geschäft in der Kurfürstenstraße ein Federbett, durch Einbruch aus dem Ladsn eines Althändlers in der Kastenalsgaffe, mehrere Ta­schenuhren und einer Haustochter, die sich int Leihhaus aushielt, die Aktentasche mit einem größeren Geldbetrag.

Aus der Unfall-Chronik. Ans dem städ­tischen Kiesplatz in der Schützenstraße wurde eilt 26jähriger Arbeiter aus der Schäsergaffc von einem ausschlagenden Pserd so iMglücklich in die Seite getroffen, daß er mit schweren in­neren Verletzungen durch die Hauptsanitätswa- che dem Landeskrankenhaus zugeführt werden mußte. In der Ziegengaffe blieb die 58 Jahre alte Ehefrau eines Gastwirts mit dem Fuß an der Windfangtür hängen. Sie stürzte und zog sich einen Schenkelhalsbruch zu. Är- beiterfamariter beförderten die Schwerverletzte in das Elisabethkrankenhaus. Beim Ueber« schreiten des Fahrdamms wurde in der Fisch- gaffe ein 40jähriger Mann aus der Sophien- straße von einem Motorradfahrer überfahren Er erlitt eine schwere Armverletzung und wurde durch die Sanitätswache Fuldabrücke zunächst einem Arzt und später seiner Wohnung zuge- führt. .

Wohin gehe« wir am Sonnabend?

St«at»tbe«ter:Der Diktator",DaS «e- heime KSntgreich" unt>Schwergewicht", 19.30. Kleines Tbeater: ..Der dovvelte Moritz". 20.00. Ufa-Tieatrr:Der Unüberwindliche" und das «roße Beivrogram«. .

Kino der NeftenS:Der fektfam« Fall eines Arztes" undDas 4. Gebot".

Großkampftag im Stadlparlament

Die Stadtverordnetensttzung am kommenden Montag.

Rr. 278. 18. Jahrgang.

borangeaangen. Aber auch in Deutschland ma­chen heule bekannte Gelehrte Versuche, Nerven­ärzte erforschen das Geheimnisvolle tm mensch­lichen Geistes- und Seelenleben, ziehen daraus Schlüsse und können Heilung erzielen. Der Mensch hat ein Ober- und ein Unterbewußtsetn. das letztere arbeitet ganz selbständig, ist zu Lei­stungen fähig, die uns in Erstaunen setzen. Tas .Doppelich" die Doppelspaltung fühlt man (Goethe: Zwei Seelen wohnen ach, in meiner 83ruft--) ein Fremdheitsgesühl im Traum

tritt ein, man schreibt, handelt unbewußt tm Trancezustand. Beispiele werden angeführt von besonders medial veranlagten Frauen.

Telepathie Hellsehen, gleiche Gedanken, zur gleichen Zeit Briese schreiben. Unser Ge Hirn ist wie eine Radiostation, kann Wellen aussenden empfangen. Der Mensch besitzt Lichtausstrahlungen, das ist erwiesen durch wis­senschaftliche Versuche. Durch intensive Dcnk- tätigteit werden Strahlen ausgesandt. Wir können das Bewußtsein anderer Menschen in uns aufnehmen. Welcher Geist im Hause herrscht, davon Kinder in srüher Jugend beeinflußt werden, ist sehr wichtig. Alle diese Probleme sucht die moderne Wissenschaft zu er­gründen, zu durchdringen. E. F.

Bockenheim und Rassel.

Zur Neugestaltung der evangelischen Kirchen- Verhältnisse in der Provinz Hessen-Nassau.

Die Frage Der Neuzuteilung des Kirchen­kreises Bockenheim an die evangelische Landes­kirche in Frankfurt hat die weitere Frage der Neugestaltung sämtlicher evangelischer Ktrchen der Provinz Hessen-Nassau in Fluß gebracht. Wie wir erfahren, sind für die notwendige Ab­tretung des Kirchenkreises Bockenheim in dessen acht Kirchen gemeinden bisher 16725 befürwor­tende Unterschriften von Stimmberechtigten Ge- meinbeglleoern abgegeben und an die Kirchen- regierung in Kassel weitergesandt wurden Tie Frage wird in der. in Der nächsten Woche be­ginnenden Versammlung des Landeskirchentags ausführlich zur Verhandlung kommen. Wtr werden über die Verhandlungen fortlaufend be­richten.

wie wird das Wetter?

D-r Frankfurter Wetterdienst meldet:

Ueber Großbritannien hat heute kräftiger Druckfall verbunden mit einem ausgedehnten Regengebiet eingesetzt. Bei schnell fallendem Barometer können wir bald mit dem Einsetzen stürmischer, zunächst sehr milder südwestlicher Winde uno verbreiteten Regensallen rechnen. Die Niederschlagstätigkeit wird sich weiter fort» setzen.

Vorhersage bis Sonnabend abend:

Verbreitete, vielfach kräftige Regenfälle, zu­nächst noch etwas müder, kräftig« bis stürmische westliche Winde.

Lokalnachrichten vom Tage.

-j- Gedenkfeier für die Gefallene«. Am Toten- sonntag, vormittags zehn Uhr, veranstaltet Der Reichsdung der Kriegsbeschädigten und Hmter» bliebenen, Ortsgruppe Raffel auf dem Milttar- friedhos (Holländischestraße) eine Gedenkfeier für die Gefallenen Freunde und Nahestehende Dieses ehrenden Gedenkens können dieser Feier beiwohnen und find herzlichst eingeladen

Gedächtnisfeiern deS Reichsbanners. DaS Reichsbanner scbwarz-rot-gold veranstaltet seine diesiährige große Gedächtnisfeier für die Toten des Weltkrieges am Sonnabend, den 24. d. M. an der Gesallenengedächtnisstätte in der Aue. Der Aufmarsch beginnt um 8, die Feier um 8,30 Uhr. Durch Hunderte von Fackeln wird die Ge- fallenen-GedächtnisstStte beleuchtet. Die Gedächt­nisrede hält Hauptschriftletter Dr. Hagermann. Es ist Vorsorge getroffen, daß daS teilnehmende Publikum näher als in den bisherige« Jahren an der GedächtniSfiStte stehen kann. I« der Halle, am Sautterfchen vesallencn, wird von