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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Nummer 277

18. IaLraang

Freitag, 23. November 1928

CHn*elUr«i>: Sonntags 20 Pfennig

ffinfrlvrcte- Wochentags 10 Pfennig

Flucht. Sie benutzten ein Auto mit gefälschter

Nummer und ein gestohlene- Lieferauto, um *ti entkommen. Da« Personenauto wurde bei Marseille verlasse» vorgefunden. Das Lie­ferauto wurde von der Polizei bei Pont de Bompan angehalten und drei Insassen verhaf­tet. Die beiden anderen Räuber, die da- Geld mit stch führen, find noch nicht srstgenommen worden.

rung soll es nicht dahin kommen lassen, daß da­proletarische Landvolk über die

müssen uns zunächst auf diejenigen Forderungen einigen, die eine Aussicht auf Ver­wirklichung haben, weil sie auch im In­teresse der übrigen Länder liegen. Graf Westarp verlangt Schluß mit der Locarno- Politik. Wir sagen demgegenüber: Deutschland hat seinen wirtschaftlichen Wiederaufstieg nur unter der Locarno-Politik beginnen können, weil Locarno uns eine gewisse Sicherheit gegen Verwickelungen mit den Westmächren bietet.

ES wäre die größte Dummheit,

wenn wir uns von der Locarno-Politik zurück- ziehen würden. Trotz aller Rückschläge bringe die Locarnopolitik Deutschland

Köpfe der Führer hinweg in seiner Verzweiflung zu proletarischen Kampf­mitteln greife. Eine scharfe Angriffsrede hielt auch der Nat.-Soz. Graf zu R e v e n t l o w, wäh­rend Abg. Best (Volksrechtspartei) die Nichtbe­friedigung der AufwertungSgläubiger für die Höhe der DawcSlasten verantwortlich machte.

* * *

Allheilmittel toearno.

Breitscheid contra Westarp.

Abg. Dr. V r e i t s ch e i d (Soz.) verteidigt« m einer scharfen Auseinandersetzung mit Abg. Graf Westarp (Dntl.) die Locarnopolitik und forderte, daß an ihr festgehalten werde. Wich­tiger als die Wrüstunasfrage sei die Idee der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit, wenn für die Landwirtschaft ein besonderer Vertreter be­stellt werde, müsse auch die Arbeiterschaft 6e- sondere Vertreter haben. Auch Abg. Emm in. ger (Bahr. Vp.s trat trotz aller Enttäuschun­gen für den realpolitifchen Inhalt der Locarno» volitik ein. Akm. Dr. Schreiber (fitr.) ver­teidigte dem Abg. Breitscheid gegenüber seine Forderung, daß bei der außenvolitischen Ver­tretung Deutschlands eine gewisse weltanschau­liche und konfessionelle Parität durchgeführt werden müsse. Darauf wurde der Mißtrauen-* antraa abgelehnt. Nächsten Dienstag kleinere Vorlagen.

Flottenpolfttkaüf^rigene Faust

London, 22. November. Auf die Anfrage h« Unterhaus, ob der englisch-französische Flotten­

ganz realpolitische Vorteile

Der Redner wünschte in dem Sachverständigen- Gremium für die Reparationen auch Vertreter der Landwirtschaft,

Wildwest in 6tr Hauptstadt Lstmas.

Nanking, 22. November. (Funktelegramm.) Zwei große chinesische Banken, die im beleb­testen Geschäft-Viertel liegen, wurden gestern am Hellen Tage von Banditen überfallen, die im A u t o m o bi l vorsuhren, da- Personal mit dem Revolver in Schach hielten und die Handkaffen mit zehntausend Dollar ausleerten.

Betrug eines StatuenfSlscherr

Renaiffance- Meisterwerke von... einem lebenden Italiener.

Mailand, 22. November. Wie aus Rewvork bekannt wird, hat sich unter den Liebhabern und Sammlern antiker italienischer Kunst In Amerika da» Gerücht verbreitet, daß einige nach Amerika verkaufte Statuen, die toskanischen Renaiffance. Meistern zugeschrieben wurden, da» Werk eines noch lebenden Bildhauer» der Lombardei sind, dessen Tätigkeit mit Erfolg auch europäische Antiguare in Anspruch nehmen sollen. Eine ame- rikanische Kunstzeitschrift und die amerikanischen Kritiker bereiten die Unterlagen für Aufsehen er- regende Enthüllungen vor.

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der Regierungssiolittk durchsetze

»Wir kommen nicht weiter, wenn jede Partei ihre Sonderforderungen stellt, wenn sozusagen jeder Deutsche seine Eigenautzenpolitik treibt. Wir

dem Abg. Frhr. von Rheinbaben (Vp.) Veranlassung zu Betrachtungen über die Verant­wortlichkeit der Führer großer Wirtschaftsver­bände, die ihre Interessen nur im Einklang mit ' " en könnten.

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Was die nächste Repamstonsnote bringt

Das Rheinland ruft nach dem Reikhsehrenmal / Geldränber und KunftfälfOer.

beider Staaten, bei gleichzeitiger Aufwieglung der Ukraine gegen Moskau aussichtsreich England aber wird sich sicherlich einem Plan solcher Art grundsätzlich nicht versagen. . Als das französisch-englische Abkommen über die i Flottenfrage und verschiedene andere Tinge von ; Moskau auszuerst bekannt gemacht wurden, war ; Samir auch sogleich ein russischer Hinweis daraus verbunden, daß diese Verständigung eine Spitze gegen Rußland habe. Tas ist durchaus glaubhaft. Französische Gegenleistun­gen gegen die große englische Nachgiebigkeit in der Abrüstungssrage müssen vorhanden sein, und man wird in der Tat anzunehmen haben, daß stch in dem eben entwickelten Zinne eine Front .Best gegen Oft* vorbereitet.

Alar zum Gefecht.

Umrisse dr» großen Reparationsduells.

London, 22. November Nachdem fetzt die alliierten Reparations-Denkschriften in Berlin überreicht sind, entwirft man die Antwort auf die deutsch)« Note über die Sachverständigenkom- mffion. Und zwar wird uneingeschränkt« Zu­stimmung, wie verlautet, der Vorschlag erhalten hervorragende amerikanische Finanz-sachver­ständige zur Teilnahme einzuladen. Fedes Land wird durch nicht mehr al« drei, oder auch nur zwei Sachverständige vertreten sein. Gegen die Unabhängigkeit der Sachverständigen werden Einwände nicht erhoben werden, wenn die Sachverständigen zwar ihren Regierungen ver­antwortlich sind, jedoch durch irgendeine ständi­ge offiziell« Kontrolle nicht behindert werden und nicht Beschlüsse anzunehmen gezwungen sind, die sie nicht billigen. Die Beschlüsse des Ausschusses werden

nur beratenden Eharakter haben und an die verschiedenen Regierungen ad Referendum gehen. Al» Tagungsort bevor, zugt man Paris au» technischen Gründen. Der Ausschuß wird u. a. zuständig fein für: Fest­setzung der Anzahl und Höhen der Annuitäten, di« Deutschland künftig zu« vollständigen und endgültigen Begleichung seines Schuldbetrages an die Alliierten al» Kriegslasten zahlen soll, Form und Bedingung dieser ZahlungSver- pfichtuugen. Abschluß einer Vereinbarung da­rüber wie die Kapitalisierung und Kommerzia­lisierung erfolgen soll. Anpassung des Dawes planes an die endgültige Regelung.

Falsch beschuldigt.

Reichsbahnoberrat Schulze freigesprochen.

Berlin, 22. November. Der Retchsbahnober- rat Schulze vom Eisenbahnzemralamt wurde heute vormittag nach mehrwöchiger Verhandlung von der gegen ihn erhobenen Anftage der Be­stechung freigesprocheu, und zwar man­gels ausreichender Beweise. Die Kosten des Verfahrens falle» der Staatskasse zur Last.

Drama im Bärenköfig.

Dcr Wärter beinahe zerfleischt.

Belgrad, 22. November. (Eigener Drahth.) Während ein Wärter vom Agramer Zoologi­schen Garten den Bärenkäsig reinigte, wurde er von dem Bären überfallen, der ihm ein großes Stück aus der Wade ritz. Auf die Hilfeschreie eilte das Publikum und andere Wärter herbei, die den Bären mit Eisenstangen von deut Wär- ter zn verjagen suchten. Dadurch wurde der Bär aber noch mehr gereizt u. er bitz den Wär­ter noch zwei weitere Stücke au« dem Körper heraus. Schließlich ließ er von ihm ab. An dem Aufkommen des Schwerverßctzten wird ge­zweifelt. _______

Moskau sucht Freunde.

Die erste deutsche Handelskammer-Sektion.

Moskau, 22. November. Bei der Eröffnung der deutschen Sektion der Handelskammer be­tonte im Beisein vieler Vertreter de« russisch­deutschen Gesellschaft Vorsitzender Tschintschnk, Die deutsche Sektion sei die erste der auSländi- chen Handelskammersektionen. Die deutsche Aus- ühr nach der Sowjetunion fei von 175 Millio- nett Rubel im Jahre 1927/27 auf 242 Millionen Rubel im verflossenen Jahre gestiegen. Die In­dustrialisierung der Sowjetunion werde den - deutschen Export ständig weiter erhöhen. Er sprach darauf sein Bedauern über die Angriffe au», die gegen da» fowjeirufsifche Handel-mono- , Pol gerichtet würden. Die deutsche Sektion werbe \ das Verständnis für die Sowjet-HandelSformen fördern und dadurch zu einer Festigung der Be- , ziehnngen beitragen. Di« eerfammhmg wählt« i dann einen Borstand aus Vertretern der groß- i

icn sowjetistischc» Wirtschaftsorganisationen, deutscher Firmen und gemischter Gesellschaften.

D Siulier St per g sasil.

Paris, 22. November. (Eig. Drahrbericht) Jn Lüttich wurde, al» er an der Bahnpoft Briefe abzuholen versuchte, heule de« Italiener B a r t o l o m e i verhaftet, der den italienischen Priester Caravadossi erschösse» hatte. Er be­kannte sich zur Tat und wurde in da» Gefäng ni» eingeliefert, verhaftet wurden auch die Brüder vechio, die an die Häuser italienischer Staatsbürger Plakate angeschlagen hatten, in denen zur Ermordung der Faschisten aufgefor­dertwurde. Sie verweigerten jede Aussage über dtr Herkunft der Aufrufe.

e«t)e gebellte Isioisronlttlmpser

Hamburg, 22. November. (Privattelegramtm) Die Polizei nahm sechs Rotfrontkämpfer fest, die al- Mittäter bei einem am Mon ag verübten Ueberfall auf eine Sportabteilung des Reichs­banners in Frage kommen. In de« Wohnung eines der Verhafteten fand man die Pistole, die 1923 bei den damaligen Unruhen einem Polizei- beamten entriffen worden war.

wohin mit dem Ehrenmal.

Da» Rheinland gegen Berka für sich selbst.

Koblenz, 22. November. (Privattelegramm) Unter dem Vorsitz des Landeshauptmanns Dr. Horion kamen Vertreter des Rheinlande- über­eilt, daß bie Errichtung eine» Reichsehrenmals erst in Frage kommen könne, wenn eine Eini­gung der weitesten BevölkerungSschichten über die Platzfrage erzielt worden sei. Auch mit Rücksicht auf die noch andauernde Besetzung wurde die Errichtung deS ReichSehrenma!» z. Zt. noch nicht für angebracht gehal- fen. Berka könnte allerdings nicht in Fra­ge kommen, weil es zu einsam liege und auch die Platzfrage schwierig sei.

Sie Lomvr in der SamMenpenflon.

Melbourne, 22 November. (Durch Funkst).) Hcute früh wurde in eine hiesige Familienpen- sion eine Bombe geworfen. Durch di« Explo­sion wurde eine Person verletzt und erheblicher Schaden angerichtet. Die« ist bereit» da» sieben­te Attentat, das in der letzten Zeit hier verübt worden ist.

Moderne Freibeuter im Auto. Die Kaffenboten niedergeknavt. Drei Ban bitt« erwischt. Mit bent Raub entkommen.

Paris, 22. November. (Eigener Drahtbe­richt.> In Marseille wurden drei Kaffenboten, die 358 000 Franken Lohngelder transportierten, von mehreren bewaffneten Banditen überfallen. Al« sie sich wehrten, eröffneten die Banditen da« Feuer. Ein Beamter wurde getötet, die beiden übrigen schwer verletzt. Die Räuber entkamen im Automobil

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Marseille, 22 November. Der «anbüberfall^ Letzteren Wunsch vertrat auch von Sybel aus die drei Kaffenboten wurde bereit« nachts, (Ehr. Rat. Bauernpartei), der die Regierung«, aufgeklärt^ Die fünf Räuber teilten sich auf der Politik scharf bekämpfte. Er meinte, die Regie- <. --- run6 sx,ll e« nicht dabin kommen lallen, boft da«

Es bleibt bei Locarno

Starke ®Ü'?e.i für esemanu.

Die auheavolitisch« Debatte im Reichstag bat am Dienstag nachmittag ihren Ahschlntz babnrch gtfttnbc«. batz ein Mihttanensantrag her Ratioualio-ialiuen gegen den Aubenmini» fter Dr. Stretemon» bei schwachbesetztem Hause mit 218 Stimmen gegen 8b Stimmen bei Drei Stimmentbaltn» en abgelebnt wurd«. Gegen den Antzenminlster votierte« die Nationalsana- liften, die Dentschnationalen. die Kommnnifte« nnd bie «Tirtm. Rat. Banernvartei. Uebet be« Verlauf btt Sitznug wird nno berichtet- Berlin, 22. November. In der Dienstag« Reichstagsdebatte kritisierte Abg. Münzender- (Komm.) scharf daS Fiasko von Gens und ver­mißte in der Rede des Außenministers jede Aeußerung über hie Beziehungen zu Rußland. Die deutsche Außenpolitik verfolge das Ziel, Deutschland In den Bund der westlichen kapi. alistischen Mächte gegen Sowjetrußland einzu­gliedern. Ein Beispiel sei die Beschlagnahme russischen Staatseigentums, dar in Berlin ver­steigert werden sollte. Der rumänisch-deutsch« Wirtschaftsvertrag gehöre in dasselbe Kapiteh, Die Kommunisten würden gegen diesen anti- russischen Bund der deutschen Außenpolitik be« Kampf aufnehmen und zwar durch eine Bewe­gung der Arbeiterschaft. Im kommenben Krie­ge würben die Kommunisten die Reichswehr aufforbern, zu Sowjetrußlanb überzugehen. Von ben Nationalsozialisten ist gegen

Dr. Stresemann ein Mißtrauensantrag eingegangen, das auch von dem Führer be» Reichslandbunbes Hepp unterschrieben ist, der noch im letzten Reichstag als FraktionSgenoffe des Außenministers gesessen hat. Diese Tat­sache gab

Moskau umfteOt!

Der Aufmarsch von West gegen Oft.

I» Moskau herrscht Unruhe. Man behaup- seh eis großer Angrifsspla» vom Weste» sei NN Werden; Frankreich habe dabei die Führung Polen und Rumänien sollten vereint den Stoß führen, andere benachbarte Staaten, darunter Bulgarien, sollten eine Htlsssttllung etnneh- me». Die Sowjetpresse teilt sogar Einzelheiten des unter französischem Patronat geschloffenen polnisch-rumänischen Abkommens mit: über den Oberbefehl, über die Zahl der einzuse-enhen Divisionen usw Der Oberbefehl, das wird be­sonders unterstrichen, soll weder von Rumänien noch von Polen, sondern von einem franzö­sischen General geführt werde». Sogar der Name wird genannt, und zwar hex des Ge- neraI Le Rond. Umsonst wird letzterer nicht mit PilsudSki in Rumänien zusammengc- troffen sein. Man hat auch erfahren, daß der plötzliche Regierungswechsel in Rumänien mit dem französischen Besuch eine» Zusammenhang hatte. Handel und Wandel waten unter dem liberalen Kabinett, wie auch an dieser Stelle gezeigt, so heruntergekommen, daß von einer wirklichen Regierungsautorität nicht mehr ge­sprochen werden konnte, General Le Rand hatte den Eindruck, daß unter den Umständen eine normale Mobilmachung kaum mög Heb und daß es fraglich sein würde, ob die Einziehung der Reserven aus der Bauernschaft im Kriegsfall durchzusühre» wäre. Der Gene­ral soll daher den drei Regenten sehr ernstliche Vorstellungen gemacht und einen Wechsel der Regierung verlangt haben. So würde sich in der Tat der sehr plötzlich gekommene Entschluß zur Ernennung des Bauernführer» Maniu er- klärew Maniu ist zur Zeit der Einzige in Ru­mänien, der über eine wirkliche Autorität bei den Massen verfügt. Wie er sich zu dem pol­nisch-französischen Plan einer Offensive gegen Sowjetrußland stellen wird, so­bald die Neuwahlen zum rumänischen Parla­ment vorbei sind, ist eine andere Frage. Für Rumänien handelt es sich gegenüber Rußland um die Sicherung des Besitzes von Bessara­bien. da» aber, neben etwa 50 Proz. Rumä­nen und eine Anzahl Deutschen, Bulgaren und Griechen, viel weniger ein« russische als eine ukrainische Bevölkerung hat.

Der eigentliche Angelpunkt deS Planes, um den es stch bei de» Moskauer Enthüllungen han­delt es ist kein Zweifel, daß bei diesem Rauch auch ein Feuer ist muß ganz wo anders ge­sucht werden Die konservative Regierung in England denkt nicht daran, ihre Feindschaft gegen Sowjetrußland aufzugeben, denn diese Feindschaft entspringt der fortdauernden Be­sorgnis umJndien. Dorr macht die anti­englische Bewegung deutliche Fortschritte, und zwar, was das Gefährliche ist, in organisierter Form. Sie schließt sich zusammen um die Oppo­sition gegen de» politische» Sanierungsplan, de» die von England entsandte Reformkorn« Mission unter Siemon in der Richtung auf Erweiterung der indischen Selbstverwaltungs­rechte verfolgt. Um dieseSanierung" geht jetzt in Indien der Kampf. Tie indische Regierung, dte unter dem Druck der von Moskau geschür­ten Eingeborenenbewegung steht, möchte in der Nachgiebigkeit gegen hie Eingeborenenbewegung weiter gehen, ass die Militärverwaltung und als diejenige Richtung in London, die mehr für eine Politikder starken Hand ist. Auch der neuliche Rücktritt des Ministers für Indien, Lord Birkenhead, der nichts von den in­dischen Forderungen wissen wollte, hängt damit zusammen. Vor der Oeffentlichkeit wurde er natürlich anders begründet.

Mit dieser indische» Sorge hängt eS zusam­men, daß England sich für jede Möglichkeit in­teressiert, dem Sowjeiregime in Moskau ein Ende zu machen. Polen und Frankreich gehen Hand in Hand. PilsudSki» alter Plan ist die Benutzung der Ukraine zur Schaffung einer 1 polnischen Großmacht und al» Sprengmit. tet gegen Moskau. Allein ist Polen gegen Rußland zu schwach, selbst bann, wenn ein ukrainischer Ausstand erfolgen sollte. Daß es eine Richtung unter ben Ukrainern gibt, die be­reit ist, mit polnischer Hilfe zu arbeiten, ist Tat- ' fache Der gleich nach dem Regierungsantritt Pilsubski» in Parts ermordete ukrainische H etz- manPetljura war politisch ein Freund der polnische« Orientierung und speziell PilsudSki» ES wirb glaubhaft behauptet, daß fein Tod durch bie Kugel eines jüdischen Studenten auf Anftiften von Moskau erfolgte. Tritt Rumänien hinzu, so ist eine vereinigte Offensive