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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 275 Einzelpreis Wochentags 10 ^fenntfl. Dienstag, 20. November 1928. Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig. 18. Jahrgang

Die Staffelet ileucften Nachttchten encbe-nen wöchentlich 'echbmai nutbrnittaa». Det Äbonnemeuiepreie beuäai füt ben Monat 2.20 Jt bei freier SufteQuna ne Saue in bei Ättchaiieflelle abaeboll 2 - * Durch btt Poft monatlich 2.2<i Jt austchlikKItch SufteBunaeqebübi tVeinfprtdjet 931 unb 952 ,>ür unverlangi etnaetanbtt fleiträat kann bte Reöakiton eint Berrniwortuna ober (Scroäbt tu fernem tbaHe übernehmenHftdwbtunaen beb BezngSgelbeS ober Änlvrüche roeaen etwaiger nicht orbnunabmöftiaer Vieferuna tft auSae'chloffen. Pofticheckkonto >tr infhir' , fil einmmrr ISST plntelnttmmer 1(1 4 Sonntaflinnmmn 2N 4

Der Nuhrlohnkrieg im letzten Stadium.

Sin neuer Geist.

Griechenlands Sterne steigen.

Don Dr. Friedrich Koch Wawra.

Das moderne Griechenland ist der vollkom­menste Gegensatz zu dem alten Hellas, das wir vom Gymnasium her kennen. Diesem schien der Inbegriff aller Dinge Musik und Rhythmik, und sogar die zahlreichen Schwächen des klassischen griechischen Menschen man denke nur an die Grausamkeit des Altertums standen in einem geradezu melodischen Verhältnis zum Wert des Lebens. Doch das Los aller Kulturen ist schlich- lich der Untergang, und warum sollte das Schick- sall mit Pindar und Plaw eine Ausnahme ma­chen? Heute gibt es keine Sklaven mehr, die gratis arbeiten und je zu fünf einen Gebildeten ernähren, auf daß e r der Lust und der Erkennt­nis lebe. Denn nur dies Verhältnis eine Million Sklaven, zweihunderttausend Freie hat wirtschaftlich die gewaltige Blüte des alten Hellas, dieser einmaligen Erscheinung der Welt­geschichte ermöglicht. Diese Stadtstaaten rannte dann bekanntlich mühelos Alexander der Große über den Hausen. Doch den Hauptstoß gegen die klassisch-hellenische Kultur führte das Christen­tum. Es räumte in Europa mit der Sklaverei auf, und seitdem leben wir alle unter einem höchst melodiefeindlichen Gesetz: Ohne Weizen­felder keine Lyrik, ohne Kohlengruben keine Phi­losophie, ohne Kubställe keine Sympboniekon- zerte. Und ein jeder von uns mutz höchst per­sönlich heran! Snum quique. So hat das um­gekehrte Vorzeichen der Wirtschaft dem heutigen Griechen eine alles andere als klassische Signa­tur verliehen: Nüchternheit und Phansasielosig- keit .krasser Realismus in allen Dingen, sicherer Instinkt fürs Einträgliche, Bekenntnis zum bür­gerlich-demokratischen Wohlstand. Geschäftsleute von Gottes Gnaden, unübertrefflich an Fleitz und Sparsamkeit und Handelskniffen, mit allen Wassern des Morgenlandes gewaschen so tre­ten die modernen Griechen unter einem Bayern­prinzen in die europäische Geschichte des 19. Jahrhunderts.

Seitdem liegen die Köntgsgesinnten und die liberalen Parteien der sogenannten Dia­spora-Griechen miteinander im Kampf. Denn von den sieben Millionen Griechen leben mehr als die Hälfteim Ausland". Auf den Inseln, in Kleinasien (bis 1922) und in Amerika. Diese Peripherie-Hellenen wuchsen von Jahr zu Jahr an Zahl und Macht und Einfluß auf Kosten der Monarchisten. Und sie gewannen die Sympathien der Kern-Griechen umso schneller, als sie zugleich den Panhellenismus, ihre ureigenste Schöpfung mit ins Treffen führten und die Idee von All- Griechenland zur politischen Parole machten. So treibt dort seltsamerweise eine fortschrittliche, handelspolitisch weltbürgerlich eingestellte Partei von Geschäftsleuten von außen her völkische Ex­pansionspolitik und läßt ihre Angehörigen als die Patrioten feiern. Jedenfalls ist die lautlose Zähigkeit der Griechen im Kolonisieren, von der kein Außenstehender etwas merkt, erstaunlich. ES gibt Hellenen, soweit der liebe Dollar reicht. Und überall Neben sie politisch zusammen, drucken ihre Zeitungen, beschriften ihre Läden griechisch und gründen ihre Schulen, Klubs und Banken: Alles klug und völkisch, geschickt und panhellenisch.

Eine ernsthafte Gefahr für das Königstum wurde der republikanische Panhellenismus erst unter der Führung von Venizelos (sprich Wenisellos). Als ich diesem beredsamen Kreter zum ersten Mal in die leutseligen Augen blickte, fiel mir sofort die klassische Geschichte von dem Labyrinth ein. Pythagoras traf in Athen ein­mal einen Bekannten.Wo sind Sie eigentlich her, Herr..." fragte der große Mathematiker. Aus Kreta" entgegnete der Gefragte.Kreta gibt es nicht. Denn alle Kreter sind Lügner. Sind Sie also aus Kreta, fo müffen Sie jetzt gelogen haben. Haben Sie aber die Wahrheit gesagt, so können Sie nicht aus Kreta fein." Venizelos brachte vor allem ein Rednertum von hinreißen­der Zündkraft mit. Er erfand schon als Sieb­zehnjähriger das schöne WortMundanwall der Nation". Und seitdem steht sein Mund nicht stille. Denn Venizelos ist kein politischer Intri­gant; kein Mann, der Schleichwege geht. Und fo kam es auf Quantität an. Seit dreißig Jahren redet er, begeistert die Jugend, rührt die Herzen der Alten, sammelt die Unschlüssigen und über­zeugt die Klugen. Er redete sich in die Armee und in die Marine hinein, er kaufte ganz Grie­chenland mit dem Gold, das aus der Kehle dringt, und der letzte Monarchist schien der Kö­nig selber zu fein. Da kommt der Weltkrieg da­zwischen und beschleunigt das Werk des moder­nen Demosthenes: Als der Friede über Europa hereinbricht, stürztder bayrische Thron von Achen. Staatsstreiche und Revolution jagen sich. Der Befreiungskrieg tu Kleinasien verläuft

Ruhrsrieöe schon in Gicht.

Die beiden Parteien verhandeln wieder zusammen. Berufung beim Landesarbeitsgericht.

Berlin, 19. November. Weber die erste ge­meinsame Besprechung der Ruhr-Arbeitgeber und Arbeitnehmer berichten die Blätter: Wäh­rend noch vorher in Gewerkschastskreisen allge­mein mit einem ergebnislosen Abbruch der Ber- mittlungsaktion des Regierungsprästdenten ge­rechnet wurde, ist es nunmehr gelungen, ein posttives Ergebnis herbeizuführen und eine ae- wisse Annäherung der Parteien zu erzie­len. Es wurde eine kleine Kommission gebildet, die umgehend den gesamten Fragenkomplex be­raten wird. Einem Blatt zufolge wollen die gewerkschaftlichen Stellen von den Rechtsmitteln der Sprungreviston keinen Gebrauch machen, sondern Berufung an das Landesarbeit s- gertcht in Duisburg stellen.

* *

Die Ruhrstädte brauchen Geld

Verbilligte Kommunalkredite als Hilfe.

Münster t. 23., 19. November. Der west­fälische Provinzialausschutz stellte sich gestern auf Vorschlag des Landeshauptmanns auf den Standpunkt, daß es die Aufgabe der Provinz sei, ohne irgendwie in den Aussperrungskgmvf der Parteien selbst Stellung zu nehn:^-, bet ' I>e- eiliyten Stadt- und Landkreisen die Befchaffung der finanziellen Mittel, deren fle zur Behebung der Notstände bedürfen, zu erleich­tern. Er beschloß, daß die Landesbank der Pro­vinz Westfalen den Städten und Kreisen wesent­lich verbilligte Kommunalkredite bis zur Gesamthöhe von drei Millionen M a r k zur Verfügung stellen solle. Die näheren Voraussetzungen und Bedingungen für die Ge­währung der Darlehen sollen so schnell wie mög­lich vereinbart werden.

Letzte Gch'itte zur Einigung.

Düsseldorf, 19. November. (Privattelegramm.) Heute vormittag wurden die Einigungsverhand­lungen beim Regierungspräsidenten zwischen Ar­

beitgebern und Arbeitnehmern wieder ausge­nommen. Man ist der Ansicht, daß es sich heute um den Abschluß der Verhandlungen handelt und daß die Beilegung des Eisenkonfliktes u n - mittelbar bevorsteht.

(Siehe auch Depeschen 2. Seite.)

Der Gummiknüppel greift ein

Zusammenstöße nach der Parteiparade.

Altenburg, 19. November. Im Verlauf der hier veranstalteten Nationalsozialistischen Frei- heitslundgebung kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Nach einer Parade auf dem Marktplatz waren die Nationalsozialisten im Abmarsch begriffen, als ein Kommunist einen Zwischenfall hervorrief. Die Polizei wollte einzelne Nationalsozialisten feststellen, wurde dabei aber von einer größeren Gruppe Nationalsozialisten bedrängt, und machte von dem Gummiknüppel Gebrauch. Mehrere Nationalsozialisten wurden leichter verletzt, einer von ihnen schwer. DaS Ueberfallkomman- do in Gera wurde alarmiert, die Nationalsozia­listen marschierten jedoch vorher ab.

Moskau bereit.

Günstige Vorzeichen für den Wirtschaftsvertrag.

Kowno, 19. November. (Eig. Drahtbericht) Wie aus Moskau gemeldet wird, wurde zum Führer der russischen Delegation für die Wirt- slhaftskonserew, mit Deutschland, die am 26. November beginnt, der ehemal. Leiter der rus­sischen Handelsvertretung in Berlin Stomon- j a k o w ernannt. Das Regierungsblatt erklärt daß die Ernennung des Geheimrats Posse zum Führer der deutschen Delegation beweise, mit welchem Ernst Deutschland an die Verhand­lungen herangehe. Die Kenntnisse und Erfah­rungen Posses seien eine Bürgschaft dafür, daß alles getan werde, um einen Ausgleich zwischen den russischen u. deutschen Interessen zu finden.

Unter der Erde enislohn.

Ein romantischer Zuchthäuslerfilm. Die Hände als Schaufel.

Warschau, 19. November. (Eig. Drahtbericht) Aus dem Zuchthaus von Graudenz vermochten gestern 16 Sträflinge durch einen 18 Meter lan­gen unterirdischen Gang, den fin in monatelan» ger Arbeit mit den Händen ausgegraben hatten zu entfliehen. Der Gang führte vom Schacht des im Gefängnishof befindlichen Brunnens in

den Garten eines anliegenden Grundstückes. Die Ausbrecher schwangen sich von diesem Gar­ten auf die Straße und entflohen in zwei Gruppen. Zwei Raubüberfälle, bei denen sich die Sträflinge Geld und Kleider angeeignet haben, wiesen der Polizei die Richtung. Drei Flüchtlinge wurden wieder dingfest gemacht.

Als der Autobus umfeölun.

19 Verletzte an der Schutzinsel. Der umgeriffene Beleuchtungsmast.

Wien, 19. November. Gestern mittag fuhr vor dem Parlamentsgebäude ein mit 27 Mitglie­dern des Arbeiter-Bildungsausschusses, die das Parlament besichtigen wollten, besetzter AutobuS gegen eine Schutzinsel. Er ritz den Mast einer

Straßenbeleuchtung um, wobei sämtlich« Insassen Verletzungen erlitten und nur mit Mühe aus dem umgefallenen Wagen befreit werden tonn­ten. Neunzehn Personen, darunter drei Frauen, mutzten gleich die Hilfe der Rettungsstation in Anspruch nehmen

Sinsturzörama im Zudenvierlel.

Sechs Tote im zerschossenen Haus.

Warschau, 19. November. Im Judenviertel von Przemysl ist ein Haus eingestürzt. Sechs Bewohner wurden getötet, vierzehn verletzt. Der Einsturz scheint daraus zurückzuführen zu fein, datz das Haus während des Krieges von Russen beschossen und deshalb baufällig war.

TrivLneneinslu'» unter dem Büiorrmetster.

London, 19. November. (Eigene Drahtmel­dung.) Nach einer Meldung aus Athen ist bei der Eröffnung deS philantropifchen Instituts eine Tribüne zusammengebrochen. Der Bürger­meister, der Metropolit, ein Erzbischof und drei andere hervorragende Persönlichkeiten find er» helflich verletzt worden.

unglücklich, zwei Millionen Griechen wandern aus der Türkei in die Heimat zurück und ver­langen Arbeit und Brot. Sehn Jahre brauchte die griechische Wirtschaft, um sich von dem Erbe des Krieges zu erholen. Aber Venizelos hatte richtig gesehen und gefetzt. Ta gibt es nun im Jahre 1928 die ersten, freien Wahlen, an denen die Griechen des ganzenErdballs ungehemmt Anteil nehmen. Und was ist das Ergebnis? 98 Prozent der Wähler stimmen für Eleucherios Venizelos, der inzwischen ein schöner alter Herr

geworden ist. Run hat er dar Staatsruder in der Hand. Kein Gewaltstreich hats ihm ver­schafft, das Vertrauen des Volles gab ihm alle Macht über Groß-Griechenland. Und nun zieht der bejahrteMundanwalt der Nation" mit dem flotten, weißen Spitzbärtchen im braunen Ant­litz und der roten Nelke im Knopfloch wieder wie einstmals von Ott zu Ott und ermahnt fern Volk zur Eintracht und sozialer Brüderlichkeit. Und ein jeder, der ihn reden hört, sühtt e.: Un­ter diesem Führer wirdeSunSgutgehen.

Moskau läßt Wählen.

Das Ende der Diktatur? Der starke Mann.

(Von unserem Moskauer Berichterstatter.)

Auch Stalin, bet stärkste Diktator in Enmon wenn man Moskau beute noch ,n Enrova rechnen will gebt sich gezwungen, bet ösient- llchen Meinung nachzngcben und wenn auch nicht dem Volke, so dock wenigstens ber kom­munistischen Partei, Wahlen in Aussicht gn stellen, lieber die tiefen Riffe im Kreml Le­nins unb die sich anbabnenbe Umbildung des Sowjetregiments unterrichtet unser Mitarbeiter

Moskau, Mitte November.

Stalin hat seine Macht gebraucht, um die Wahlen ein rundes Jahr hinauszuschieben, um Zeit zu gewinnen für die Besserung der wirt­schaftlichen Verhältnisse. Er hat seine ganze Kraft darauf verwandt, Sowjetrußland zu in­dustrialisieren, damit endlich der Wa­renhunger der Bauern befriedigt werden kann. Aber die Industrialisierung ist, troßdem rie­sige Summen von Staatsgeldern darauf ver­wendet worden sind, ebensowenig geglückt wie der Anbau von Getreide mit Hilfe kommunistischer Agrargenossenschaften. Inzwischen ist die Zeit verstrichen, und die Partei drängt darauf, sich endlich in Wahlen über die heutigen Zustände aussprechen zu dürfen. Statt «hat Furcht vor dieser Kritik. Nachdem er mit der Trotzki-Opposition, die man wohl als eine Links-Opposition ansehen mutzte, durch Verban­nungen fertig geworden ist, erhebt sich nun eine andere Opposition,die von Nykow und Kalinin geführt wird, und die man als Rechts-Op­position bezeichnen kann. War die Trotzki- Opposition den Bauern feindlich und empfahl sie scharfe Ausnahmemaßregeln gegen sie, um sie zu Getreidetteferungen zu zwingen, so ist die Rykow-Kalinin-Opposition dem Bauern, ganz besonders dem

Kulak, dem Großbauern, freundlich.

Kalinin steht in der besseren Behandlung des Bauern ein wirksameres Mittel, ihn zur Erzeu­gung und zur Ablieferung von Getreide zu be­wegen als in der Bedrohung mit Zwangsmaß­regeln oder gar in deren Erekution. Stalin hat sich kürzlich bitter beklagt über dieKompromiß­ler" und über die geheime Macht des Kapita­lismus, welche den reichen Bauern günstig ge­sinnt sei und es verhindere, daß der Dorfkom- munismus, der Kommunismus derarmen Bauern" sich kraftvoller entwickele. Dierechte" Opposition läßt sich aber nicht mehr einschüch­tern. So ist es durchaus möglich, daß sie aus den nächsten

Wahlen sehr gestärkt hervorgeht. Durch die Verbannung der Trotzki- jünger ist die Einigkeit schon zum Teufel gegan­gen, jetzt wird wohl auch die Einheit daran glauben müssen. Denn die Bildung einer neuen Partei würde das Ende der Diktatur der Kommunistisch. Pattei bedeuten. Jedenfalls wird jetzt die Stellung des Gewaltmenschen Stalin von rechts und links her erschüttert. Denn wäh­rend Kalinin offen redet, arbeiten die

Trotzki-Anhänger heimlich.

Sie wenden wieder bte alten Verschwörungsme­thoden (Jllegalismus) an wie einst unterm Re­giment des Zaren. Die Staatspolizei fuchtelt nervös herum und entdeckt von Zeit zu Zeit Verschwörungen. von denen man nicht viel spricht, die sich aber durch Abschiebungen nach Sibirien oder an die Mur man rüste zu- weilen auch durch administrative Hinrich­tungen bemerkbar machen. Stalin bereut längst den Fehler der TrotzN-Verbannung, ja, eS heißt sogar, datz er ihn aus der Verbannung zurückholen und ihn als Bundesgenossen gegen Kalinin und Rykow gebrauchen möchte. Aber auch durch einen solchen Coup würde es nicht ge­lingen, bte Svalttina der Partei zuz verhindern. Trotzki zurückrufen, dar bedeutet Anerkennung des Prinzips der Oppostton. Würde aber die­ses Prinzip anerkannt, so wäre es um daS Prinzip der Diktatur geschehen. Trotzki würde sich nie unterordnen und es käme nicht blotz zur Zwiespaltung, sondern zur Dreispaltung der Partei in Stalinisten, Trotzkisten und Kalinin« Rykowleute Die bevorstehenden Wahlen wer­den viel Verwirrung bringen und möglicher- weise den Anfang des UeberaangS von der Dik­tatur der Kommunistischen Pattei zu einer De- mvkratie bilden.

Kommunisten Nocke auf die volizei.

Leipzig, 19. November. Gelegentlich einer Kundgebung des Stahlhelms und einer Gegen- kundgebung der Kommunisten kam es im Lor- ott Lindenau zu Zusammenstößen ber Polizei mit den Kommunisten, die die Beamten mit Steinen und Latten bewarfen. Ein Beamter