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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Mittwoch, 14. November 1$23-

18. Iabraang

Einzelpreis: Sonntag» 20 Pfennig

Wie stellt sich Hoover zu Moskau?

vier verhaftet.

fei provozierend auf die gesamte französische

PotncarS sich selbst von einem solchen Kamps-

leitet diese« in-

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Linke wirken. Sein erster Erfolg ist deshalb auch Kabinett verspricht. Jedenfalls der, daß sich diese Linke wieder vereinigt frit tereffante neue Entwicklungen ei Der Zwiespalt von Anger« ist überwunden. Die Ilgen nationalen Einheit ist e« zu Ende. Mer- Radikal-Sozialisten stehen wieder Schulter en dingS wird man in der Außenpolitik mit Potn« Schulter. Die Sozialisten nähern sich den Rad«, carö weiter durch D i ck und D Ü n n gehen. Nur

Stegerwalö warnt.

Ganz auf Seiten der Arbeitnehmer.

Abg. Florin (Komm.), der dann die In« terpellatton seiner Fraktion begründete, rief die Arbeiterschaft zum Kamps gegen das Schlich-

velgrad, 18. November. Gestern marschier­ten die Studenten von Laibach, anläßlich des

tnnerpolitisch werden sich die Züge der neuen Aera schärfer ausprägen.

einer Versammlung unter vorantrl Fahnen von Triest, Fiume und C durch bi« Hauptstraßen. Die Polizei ______

den Demonstranten entgegen und versuchte.

ein. Mit der hei- Ende. All«

Radikal-Sozialisten fiel Schulter. Die Sozial!! .. ...................

kas-Sozialtsten, das heißt, den Bürgerlichen. Ran fragt sich erstaunt, waS ein Nuger Kopf wie

ihnen die Fahne« zu entreiße«. ES kam dabei zn ernsten Zusammenstöße». Di« Polizisten

Jahrestage» der Unterzeichnung der italienisch wurden mit Steinen beworfen, woraus sie von jngoslavische« vertrage« von Rapallo. Rach der Schußwaffe Gebrauch machte«. E« wurden ----'------"" lorantragen der im ganzen 15 Schüsse abgegeben. Ein unbetei-

Görz geschlossen ligter Lehrling wurde schwer verletzt. Bier Po- olizet stellte sich iizeibeamte wurden durch Stetnroutfe verletzt

London, 13. November. (Eigene Drahtmel» düng.) Ein diplomatischer Korrespondent erwar- tet, daß da» neue Kabinett Poincarö die Repa­rationsverhandlungen beschleunigen werde. An> dererseU» könne e« möglich sein, daß die Finanz, abkommen zwischen Deutschland und Ru­mänien eine wichtige Auswirkung auf die bel­gischen Ansprüche hinsichtlich der Anerkennung der deivschen Mark nach sich ziehe. Im Uebrigen wird baS neue Kabinett von der Presse meist günstig ausgenommen. Poincarö habe sich jetzt für die Reparations- und Räumungsverhand­lungen eine gewisse Handlungsfreiheit gesichert.

Gin gefährlicher Gegner.

Poincare will di« Schulde« auf uns wälzen.

Paris, IS. November. (E-ig. Drahlbericht.) Den Blättern zufolge ist Poincare entschlossen, keine Verzögerung der Sachverftändtgenkonfe- renz und endgültigen Gchuldenregelung eintre ten zu lassen. Auf letztere wird auch die Regie­rungserklärung vom Dienstag Bezug nehmen. Das Journal erklärt, eine

Ermäßigung der deutschen Schulden sei solange unmöglich

Eine Hymne auf Locarno.

Wir merken von England» Freundschaft nicht«.

Ottawa, 13. November. «Funkdienst.) Sir Austen Chamberlain trat im Kanadischen Club für Zusammenarbeit der Überseeischen Domini- on« mit dem Mutterlande ei«. Die britische Re­gierung habe nur den Friede« und die Sicher­heit gefördert und konnte dem Gedanken «ich* zu­stimmen, den Bölkerbund in ein« Art von Neber-

Nummer 270. Einzelpreis? Wochentag« 10 Pfennig.

zu erfüllen seien 62 Dawesplan-Anuitäte« von je iVi Milliarden Mark nicht zuviel. Poincare werde feine ganze Autorität nötig haben, um überall di« Manöver zu leiten, i« Berlin, in London und i« Washington.

erwogen werde. Aufgabe Deweys sei es, ins­besondere die Stabilität deS Sowjetregi­mes, bie Möglichkeiten fremder Kapitalanlagen sowie Rußlands Einstellung zur Frage der Schuldenregelung und zur gefürchtete« kommu-

Die Raffelet Neueste» Nachricht«» ersche»»e» wücheurltch lech«mal »aLmtttagS. Der ildoauemeotSprei» beträgt für bett Monat 1.20 jt bei freier Zustellung ins HauS in bei ivelchältSltelle abgeboll 1.- J Durch bi« Poll monatlich 1.90 jt auSIchliestltch Zuitellungsgebühr fterwvreche» 961 unb 961 yür anverlangt eingelanbte Beiträge kann bie Redaktion eine Benntntorhtng ober Gtrnädr in keinem iballe übernebmen Rllckeablungeo beb BejuaSgelbt» ober Aniorüche wegen etwaiger nicht orbnangtnfifciger eteferung ist aubge'chloffen. - Pofflcktckkovt» »r.tnffuT? o M Summer WO »in^lnommer 10 4 Sonatagbnnmmer 90 4

Lnwinow druckt sich beiseite.

Pari«, 13. November. Der mit der Unter- suchung deS Falle« Litwinow betraute Polizei« kommiffar hat sein Material, darunter sieben angeblich gefälschte Wechsel im werte von 200000 Pfund Sterling, dem Untersuchung«- richter übergeben. Litwinow selbst hat seine möblierte Wohnung in Pari« verlassen und ist seitdem verschwunden.

So schwer aber auch diese Probleme fein mö­gen, c» wäre auch über sie noch eher iu einer Verständigung zu komme«, al« über die kultu­rellen Probleme. Und auch da« fordert nun wie­der den Vergleich mit Deutschland heraus Wahrend da« Schicksal Europa« von Repara­tionen und Rhetnlanv-Raumung abhängt, stret- tet man sich über Schulfragen. Der Unterschied liegt nur darin, daß in Deutschland die Konses- fionrschule besteht, und von de« Katholiken in der Regierung verteidigt wird, während in Frankreich die weltliche Schule besteht, die von d-n Katholiken angegriffen wird. Da« neue Ka­binett Poincars bedeutet aber den rücksichts­losen Kampf gegen die Latengesetzgebung Eben die» gibt ihm sein Gepräge. Kein Sinti- Politiker von irgendwelcher Bedeutung gehört diesem Kabinett mehr an. Es wird ohne Zwei-

staat umzuwanbeln, bet bie souveränen Rechte anberet Staaten einschränkte. Statt besten wurde bet Locatnovetttag geschlossen. Wir kamen mit Sttesemann auf bent Fuß bet Gleichberechtigung zusammen, bie bald ben Charakter bet Freund­schaft (?) erhielt, unb haben al« freie Männer mit freiem Willen unb nicht unter Zwang einen neuen Pakt ber Sicherheit geschaffen, bet bi« Ge­fühle Europa« verändert unb eine wirkliche Aera be« Fried« n « eröffnet hat.

Hoover angelt nach Moskau.

In zwei Jahren mutz sich's entscheiden.

Washington, 13. November. (Funkdienst.) Ein Blatt bezeichnet e« al« außerordentlich be­merkenswert, daß, im Augenblick, wo Hoover den Autzenhandel Südamerikas nach den Ber­einigten Staate« lenke« will, sei« intimer Freund Charles Dewey, jetzt Finanzberater Polen», leise und inoffiziell nach Moskau fährt. Dies sei umso interessanter, als bekanntlich die Frage der Anerkennung Rußlands ernstlich

Btnwtte: etnbetmtftb« (9ef*äh»anwtgen bk mm-Sell« 10 4. euewärtta« ftbüttitigen bie mm.Heile 10 4. pamiltenangeigen bie wrn-Aeile 10 4 Anzeige» a«S Raffel ba8 Sort 0 4. auswärtige Riet ne fl »»eigen bte mm* Zeile 10 j Reklamen bie rnrn-Zeile 98 4 Dffertgebflbt 96 4 (bet Zustellung » Rechnungsbeträge tnnerbalb » tagen wblbrr All, bte Richngkeit aller durch sternivtecher anfgegebene« Anzeigen io wie für Wninabmebate» unb Plätze kgnu nicht garanfteti werben, stör «ngetgen mit beionbers ftbrnierigem Satz 100 Vroeenf Suktchlag Druckerei: Schlachibotstr KW AeickMtSiielle: Köln Str b

Die ersten Trümmer oestchtet.

Rewyork, 13. November. (Funttelegramm.) Um 9 Uhr befanden sich di« amerikanischen Schiff«, sowie der deutsche Dampfer .Berlin" an der Stelle, wo die B. unterge­gangen war. Ein Dampfer funkte: Wir passte- ten im Augenblick einige Trümmer, Die­ser Funkspruch spricht zum erste« Male von Trümmer«, während alle anderen Schiss« bis­her nicht gesehen hatte«.

®« steht fest, daß der Dampftr innerhalb vier Stunde« gesunken ist. Der Kapitän versucht« zu­nächst. weiter zu fahren als das Wasser i« die Maschine eindrang und damit den Funker ver­hindert«, weitere Nachrichten zu gebe«. Der Funker verließ mit dem Kapitän zusammen al« letzter dar Schiff, nadjbem vorher alle Passagiere in di« Boot« gegangen waren.

)en; Propaganda im Ausland zu studie­re«. Die Herstellung diplomätisther Beziehun­gen werde je nach Rußlands gegenwärtigem Verhalten innerhalb bet nächste» zwei Iahte erfolgen oder sich noch sehr lange hin- auszögern. Denn Hoover werde wahrscheinlich nicht vier, sonder« acht Iahte den Ptäfiden- tenstuhl innehabe«.

Sie Passagiere der Bestris gerettet?

Schon alle Rettungsboote »ufgefunbenf

Ganz Wie bei uns.

I Regierungsschmerzen t« Paris-Berlin.

Das neue Kabinett Poincare ist sozusagen per Telephon zustandegekommen. Eine doppelte Ueberraschung: erst hatte Poincare stolz und starr das Regieren überhaupt verschworen und dann versichert, nur unter dem Szepter der hei- Ilgen nationalen Einigkeit wiederkehren zu wolle«. Jetzt hat er die Regierungsbildung doch übernommen und jetzt hat er die heilige natio­nale Einigkeit doch vreisgegeben Er kehrt alt Ministerpräsident wieder, aber seine Position als Politiker war vor der Uebernahme dieser neuen Präsidentschaft stärker als heute. Ver­blüffend ist die Aehnlichkeit der Situation in Frankreich und Deutschland. I« beiden Län­dern geht e» nicht ohne Koalition, und zwar nicht ohne da», was wir in Deutschland große Koalition nennen. Und gerade diese ein­zig ttagfähiga Koalition begegnet in beiden Landern immer wieder den unglaublichsten Schwierigkeiten. Und zwar liegen dies« da. wo letzten Ende» auch die Entscheidung liegt: nicht, wie man meinen sollte, in den g-oßen Fragen der auswärtigen Polittk, die doch heute mehr denn je das Schacksal der Völker bestim­men. In Frankreich kehrt Briand wieder, tote in Deutschland Sttesemann wieder­kehrt. Das Ministerium des Auswärtigen wird in Paris wie in Berlin schon als eine Art Fachministerium betrachtet. Unter stillschwei- genber Vereinbarung aller Parteien wird der Minister des Auswärtigen von dem hin- und hetwogenden Getriebe der Parteien ausgenom­men. Darin wenigstens dokumentiert sich eine gesunde Einsicht. Es wäre für ganz Europa katastrophal, wenn auch auf dem Bo den der auswärtigen Politik bald linke und bald rechte Erperimenie gemacht würde«, bei denen es jedesmal auf Tod und Leben ginge Das hat man nun doch wenigstens begriffen daß nach dem Weltkriege bet allmähliche Wiederaufbau eine gemeinsame Ausgabe aller europäischen Völker Ist. Natürlich sind un­sere Kosten in diesem Heilprozeß nach frucht­bar und fast unerträglich, aber die gemeinsame Not ist doch viel zu groß, alS daß man sich au» noch darüber streiten könnte, ob überhaupt wie» der Aufbau ober neue Gewaltpolitik. 3« die­sem Sinne liegen bk Richtlinien von Locarno wirklich fest. Deshalb bleibt Briand in Frank­reich, wie Sttesemann in Deutschland.

Viel kommt auf die Entscheidung bet Sozial- demokratie hüben tote brüben an. Aber auch ba in Frankreich unb Deutschlanb manche Sehnlich- leit: man barf ben Kommunisten nicht bte rabU kalen Parolen überlassen. Man fürchtet sich vor den Kompromissen, ohne di« da- Mittegiet«n niemals möglich ist. Ueber das Regieren hinaus denkt man schon wieder an da- Opponieren und Agitieren von übermorgen. Dazu mancherlei Unsicherheit in den eigenen Reihen. Paul Bon- cour setzte sich mit seiner Militär-Politik zur Panei-Leitung in Widerspruch, tote in Deutsch­land Alt-Sozialisten und gelegenttich sogar so- zialistische Minister. Und eine noch viel größere Unsicherheit in den Reihen de« mittleren Bür- gertums. Soll man mit den Sozialisten zusam mengehen? Soll man sich für Räumung der Rüetnlande, gegen da« Flottenabkommen nut England, für Entgegenkommen in der Repara- tionsfrage und für ähnliche unpopuläre Dinge etnsetzen? Die Radikal-Soziale Partei stand In Angers hart am Rand« des Zerfall«. In Deutfch- land ist ein ähnlicher Gegensatz zwischen Demo- traten und Volksparteilern. Immer wieder taucht der Gedanke der stabilen großen Koalation auf, und immer wieder verschwindet er Im Nebel des Zagens und Zweifeln», wenn man schon glaubte, daß Hertiol oder Caillaur oder sonst ein kühner Staatsmann diese rettende Lösung fest ergriffen hätte. Da« französische Volk ist offen­bar selbst noch nicht klar genug über die zu ttef-

alS bie Bereinigten Staaten, wie Coolibftc «r- wtouibenrcflclung unb zur ge| --------

neut betont habe, bi« KriegsschnldeuabkorTrmev mstischen, Propaganb» im Aus>->nb zu

nicht änderten. Um diese» -schulde,tabkommen " -- -- -- - -

Straßenschlachtin betStubentenftabt.

Serbisch« Student«« demonstrieren gegen Italien. Di« Polizei schießt in der Notwehr.

Dampsern, darunter dem Schlachtschift Wyo­ming, mit Scheinwerfern abgesucht. Weitere fünfzehn Dampfer befinden sich auf dem Wege zur Unglücksstelle. ES herrscht starker Wind bei hohem Seegang. In der Passagierliste des ge­sunkenen Schiffes wird der Deutsche Hermann Rückers erwähnt.

Rewyork, 13. November. (Funktelegramm t Nach einem weiteten Funkspruch sah ein ameri­kanischer Dampfer aus dem Wasser flodernbe» rote» Licht. Bald daraus gelang e» ihm, da» Rettungsboot de» Dampfers Bestri«, von dem das Licht ausging, längsseits zu nehme«.

Rewyork, 13. November. (Funktelegramm.) Ein Funkspruch besagt, daß ein amerikanischer Dampfte Rettungsboote deS gesunkene« Damp­fet»BrstriS" aufgefunden hat und mit der Uebernahme der Insasse« beschäftigt ist. Nähere

Poincatt hat jetzt freie Hand

Belgiens Reparationsgelüste.

Rewyork, 13. November. (Funkdienst.) Diel Einzelheiten fehlen noch. Der französische Tank- Stell«, an der sich der Untergang deS Dampser« dampserMyriam" hat ei« weitete» «ettungS- VestrlS ereignet hat (stehe auch den Bericht boot betVestrlS" ausgenommen.

Aus aller Welf. D. Red.), wird bdft fünf

Klagen im Reichstag.

Der ArbeitSmtnister zur Ruhrkrise.

9* tot ««»rite* «rite* RelchStagssttzvug «ach M« Bette* ttonbta bte Jutcrvcllatiollk« ««d ««trage der LIvkspartete* nnb des Zentrums S«t weftdeatlche« «rdritskrite e«f der Tages- ordaaag. Asch a«S de« Daritell««gr» des RrichsardeitsmIallterS lädt sich leider »och »tcht dte HoN««*, eef baldige B-ilegu-g des fatale* Sonslikts gewi**«*, roäbtenb man die leidige Pa«,erkre«^rirage mabrschrialich durch Riederüimmuag de» Geseuautrags wo* links wird. Die Sitz«*, «er«

Zunächst wird bte sofortige Beratung des Anträge» Dr. Frick (Nat.-Soz.), die Regierung zu beauftragen im Bölkerbundsrat die deutsch, österreichisch« Anschlußfrage zur Beratung zu bringen und dem österreichischen Nationalrat in einem Telegramm die Sympathie de» Reichs­tages für den baldigen Anschluß zu bekunden, abgelehnt. In der Aussperrungsdebatte er­klärt ReichSarbeltsmlnMer Wissel zunächst zu dem zugunsten deS Arbeitgeber-Standpunktes ergangenen Urteil deS Arbeitsgerichts DuiS- bürg, damit sei die Rechtslage noch > : ch t e n d« gültig geklärt, er wolle b. .,dt wirken, baß bie endgültige

Entscheidung des ReichSarbettsgerichtS möglichst schnell herbeigeführt werde. Der Mi­nister schilderte dann die Entwicklung bet Lohn­streitigkeiten. Die noch vor ben letzten Schlich- tungsverhanblungen von der Arbeitaeber-Orga- MMon ausgespivrhene Kündigung bet tet yube das SchlichtungsoerfahrLN s - h r, t,T* schwer!. Immerhin sei die Verblndltchkeus- erklärung deS Schiedsspruches der Arbeitgeber- prganifatton noch längere Zeit vor der Entkas- sung der Belegschaften zugestellt worden. Die Unternehmer hätten also die Entlassung nicht durchführen dürfen, weil ja Inzwischen schon wieder dur den Schiedsspruch ein rechts­gültiger Tarifvertrag entstanden war. Die von der Arbeitgeber-Organisation gegen die Recht»- gultigkeit deS Schiedsspruches gemachten Ein­wande seien abwegig. Nach der Schlich. (ungSordnung fei eS der gegebene Weg, daß beim Rtchtzustandekommen einer Einigung die

Stimm« des Schlichters die Entfcheidung bringt. Di« Regelung der Akkordlöhne falle ebenfalls in den Rahmen des Tarifvertrages. Trotz der Mehrbelastung der Werke habe er an­dererseits nicht übersehen können, daß in ande­ren Bezirken die Löhne und Verdienste der Arbeitnehmer günstiger sind als in der Gruppe Nordwest und zwar sogar noch nach Durchführung des umstrittenen Schiedsspruches (Hört, hört.). Diese höheren Löhne sind sogar zum Teil frei vereinbart worden. Wirtschaft­liche Dinge werden aber natürlich verschieden gesehen. Ei wäre auch nicht nötig gewesen, 213 000 Arbeiter auszusperren. Die Rechtsfrage konnte durch die Arbeitsgerichte entschieden werden, während in den Betrieben weiter gearbeitet wurde. So konnte auch die wirtfchaftlich« Tragbarkeit der Schiedsspruches für die einzelnen Betriebe am besten praktisch erprobt werden. Der Minister

lehnte eS ab, von sich aus neu« BermittlungSverfuche

zu machen, denn er könne nicht die Hand dazu bieten, daß ein rechtmäßig zustandegekommener Tarifvertrag durch eine unrechtmäßige Kampfhandlung der Arbeitgeber zu­gunsten der Arbeitgeber geändert wird. Der richtige Weg sei der, die Klärung der Rechts­lage abzuwarten, aber inzwischen die Arbeiter weiter zu beschäftigen. Gegen die Gewährung der ArbeitSlosen-Unterstützung an die AuSgesperrten äußerte der Minister Br- denken. ES gehe nicht an, die Kosten einer solchen Kampfhandlung auf die Arbeitslosen- Unterstützung abzuwälzen. Hier müßten zu­nächst die Gemeinden mit Unterstützungen vor­gehen und die Reichsregierung wolle gemeinsam mit Preußen den Gemeinden beispringen. Soll­te tatsächlich die Behauptung zutreffen, daß die Arbeitgeber-Organifatton mit ihrer Aussver- tung den Kampf gegen daS staatliche Schlich- tungswefen führen wolle, dann würde ein strenges Vorgehen gegen e.ne solche Tak- lik am Platze sein. Die Staatsgewalt habe nichts versäumt, um den Kampf zu verhindern und wolle alles tun, um ihn möglichst schnell zu beenden.