Einzelbild herunterladen
 

Meler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

18. Jahrgang

Dienstag, 13. November 1928,

Sinzel-rei-- Sonntag» 20 Pfennig

Nummer 26S. Einzelpreis: Wochentag» 10 Pfennig.

Die Ränder Neuesten Nachrichten erichdaev wSchenrltch le» B mol nachmittags. Der AbonaementSprei» beträgt für »en Monat 1.20 X bei freier.Anstellung ins Haus in der «elchSitSstelle abgeholt 2.- X Durch die Po» monatlich 1.20 X auslchliekiltch .^ustellunaSaebübr. sieralnrecher 961 und 961. yür nnverlangt eingeiandte Beiträge kann die Redaktion eine Berantwortnna oder »ewübr in keinem Kalle übernedmea Rücksablunae» de» Ben-gSaeldeS oder Anivrllche ««» etwaiger nicht ordnungSmäbiger Sieieruna ist auSge'chlosten. Postlcheckkonto itranffim a M Nummer MRO Eineelnummer 10 X SonntagSnnmmer 20 X

»nsetgeanretf«: Pindetnniche SelchäftSauseigen bi« mm-Setle 10 auswärtige Seichäkisanseige« die mw.-feile 10 X. ftamiltenanzeigen die wm.Aeil« 10 Z »leine Aa«iaeu au» »astel ««» «'M S ^auswärtige »leine bi» mm.

$.»,=n%"tra«Vnrrt<Vs Tarn wtUw«

»«ilchlaa Druckerei: Gchlacktboistr »/80 «elchSitSstelle: »vln Str, d.

Poincate soll die Reparationen meistern.

An Schuldennachlatz nicht zu

fieber.

nicht.

l

Wenn nach einem alten Wort die Geschichte lehrt, daß )ie nichts lehrt, so würde den Beweis hierfür Frankreich mit seiner Politik gegenüber dem Elsaß erbringen. Es hat aus den Fehlern, die Deutschland seinerzeit beging, wirklich nichts gelernt und es scheint, als ob man in Paris noch immer nicht sehen will, wie die Dinge im Elsaß laufen. Anders wenigstens ist gar nicht der Beschluß der französischen Kam­mer zu erklären, der die Mandate der elsässi­schen Abgeordneten Ricklin und Rosse als nn-

Andererseits verstünde Europa nicht die ameri­kanischen Lebensidcale. Wenn wir, so schloß Coolidge, etwa mehr Entgegenkommen seitens Europas finden könnten, namentlich bei der endgültigen Liquidierung der Kriegsschulden und bei der Frage der Rüstungsbeschränkung,

hin in der Abrüstungsfrage bei dem englisch- französischen Uebereinkommen, wobei es herz­lich gleichgültig ist, ob man auf einige technische Vereinbarungen des Flottenkompro­misses Verzicht leistet, so haben die letzten Vor­verhandlungen über das Rep.'.ratiousproblem auch gezeigt, daß die Gefahr einer englisch-fran­zösischen Reparationssront nach wie vor bestehl. Tatsächlich haben sich renn auch die stark verärgerten französischen Linksparteien doch nicht von PoincarL zu trennen gewagt und dem unverbesserlichen und unbe­lehrbaren Deutschenfrefler wieder die Geschicke de» Lande» in die Hände gelegt. Lieber wckl man sich noch eine Weile am Gängelband seiner Diktaturgelüste leiten lassen, al» auf einen Deut der Versailler Zwangsparagraphen oder einen Pfennig der Reparationstribute verzichten,

für deren Eintreibung ebenso wie für da» gro­ße Schuldenclearing mit Amerikas neuem Präsidenten gerade PoincarL der rechte Mann ist. Das alles steht nicht gerade danach aus, als ob den liebnswürdigen Aeußerungen der Regierungsgewaltigen irgend welche Taten fol­gen werden. Es scheint vielmehr, als ob die scharfe Kritik, die die Außenpolitik der engli­schen Regierung im eigenen Lande und auch in der eigenen Regierungspartei gefunden hat, die englischen Minister veranlaßt hat, die Kritiker zu beruhigen, d. h. zu beruhigen durch Reden, di« gut klingen und nichts kosten. Uns aber wird man es unter diesen Umständen in London nicht gerade Übelnehmen können, wenn wir auf diese freundlichen Reden mit dem be­rühmten Faustwort antworten:Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."

Nichts gelernt.

Leidenstage im Elsaß. Poinrarös Wiederkehr.

Poincare wieder der Prellbock

Er soll den Anschluß vereiteln und Deutschland weiter schröpfen.

Paris, 12. November. (Eigene Drahtmel­dung.) Die Morgenblättrr kündigen überein­stimmend an, daß PoincarL bei der Neubildung des Kabinetts durch die Abgabe des Finanzmi­nisteriums an C h L r o n sich die nötige Mehr­beit für die kommenden Reparationsverhand­lungen habe sichern wollen. Vermutlich werde der Ministerpräsident unter diesen Umständen Reisen tn das Ausland unternehmen. Pertinac äußert sich:'PoincarL werde jetzt ent­scheiden, ob das Rheinland ausgegeben werden wll, ohne daß

Garantien gegen ein Anschluß Oesterreichs an Deutschland vorliegen würden. Bezüglich veS Reparationsproblems müsse er die Thesen durchdrücken, wonach Deutschland genug bezah­len soll, um die von den Bereinigten Staaten geleisteten Vorschüsse zurückzahlen zu können und Franreich für einen Teil seiner Wieder- aufbaukosten zu entschädigen und daß infolgedessen die im Dawesplan vorgesehe­ne Jahreszahlung von

2«4 Milliarden Mark nicht wesentlich herabgesetzt

werden dürfe. Man werde wahrscheinlich ver- suchen, die Bereinigten Staaten zu irgend einer Intervention zu veranlassen.

all den trüben Erfahrungen, die Deutschland mit schönen Reden und guten Zusicherungen gemacht hat, ist man nun bei uns doch mit der Zeit selbst gegenüber den schäumendsten Liebesbechern etwas skeptischer geworden und fragt lieber nach den Taten als nach den Worten. An diesen Ta­ten aber hat es bisher völlig gefehlt. Wir haben in Genf in der Abrüstungsfrage ein englisch­französisches Zusammenarbeiten erlebt, das noch unvergessen ist. Man weiß heute, daß die scharfe Briandsche Rede auf den Vorstoß de» Reichs­kanzlers Müller in der Abrüstungsfrage durch Lord Cushendun sehr sorgfältig vorbe­reitet war.

Man weiß auch, daß auf Grund de» Flotten- kompromiffes, das Frankreichs Landreserven von der Rüstungsbeschränkung freiläßt, di« Franzosen berauSrechnen, daß die deutschen Reichswehr etwa gleich stark oder noch etwas stärker ist als das französische Heer, da bei dieser Berechnung unberücksichtigt bleiben die Rekruten, die noch in dec Ausbildung be- griffen sind und andererseits auch die schon fei* tig ausgebildeten Reservisten. Bleibr e» mit-

Washington, 12. November. (Durch Funk­spruch.) Präsident Coolidge hob bei einer Waf­fenstillstandsfeier hervor, daß die Vereinigten Staaten beim Friedensschlutz sich weder an der Aufteilung des deutschen Kolonialbesitzes betei­ligt noch das Privateigentum behalten hätten. Dagegen belaufen sich Amerikas Kriegs­schulden selbst nach Abzug der Schulden der Alliierten auf 36 Milliarden 500 Millionen, wo­zu noch sieben Milliarden Zinsen hinzukämen. Den Kosten dieser schrecklichen Tragödie ständen wenigstens große Fortschritte der Selbst- regierung in Europa gegenüber (?), wenn auch die soziale Zersetzung in einzelnen Län­dern so stark fei, daß sie sich neuen Formen des Absolutismus unterwerfen, um der Anar­chie vorzubeugen. Geblieben sei jedenfalls das Problem der Kriegsverhütung und der Vertei­digung. Eine Zustimmung zum Flottenkompro- mitz hätte die Aufgabe der Rüstungs­beschränkung für die Flotten Englands und Frankreichs bedeutet. Amerika erstrebe vor allem:

Beschränkung der Rüstungen und Kriegs- verzicht.

Der verbotene Krieg.

Ist der Weltfriede jetzt gesichert?

Kellooq liebte# fei« Werk. Bin Welttribmral «och nicht möglich. Sanktionen macht Amerika nicht mit. Schiebsserträge für alle Welt.

Newyork, 12. 'November. Staatssekretär Kellogg bezeichnete als bestes Mittel zur Aus- schaltung von Kriegen Schiedsverfahren und Verträge, die das Prinzip des Vergleichs für alle nicht in den Bereich der Schiedsgerichtsbar­keit fallenden Fragen vorsehen und alle Natio­nen verpflichten, den Krieg zu verdammen. So könnte die Ungesetzlichkeit des Krieges als Rechtsgrundsatz aufgestellt werden. Weiter müsse man die Völker belehren, daß der Krieg ein bar­barisches Mittel für die Regelung von Streitig­keiten ist, daß über die Welt das größte Leid und Unheil gebracht hat. Wenn die Völker ent* chlofsen sind, keinen Krieg mehr zu führen, so wird es keinen Krieg mehr geben. Ver­mittlung kann als Werkzeug zur Erhaltung des Friedens nur dann wirksam werden, wenn hin­ter ihr der Friedenswille der Völker steht. Heute ist der Kriegsächtungspakt der beste Aus­druck der Hoffnung für Millionen von Men­schen und der ganzen Welt. Er entstand aus der Vision der Schlachtfelder, der Ruinen und der

Kriegsopfer.

Der Pakt ist nicht mit Vorbehalten und Bedin­gungen belastet, die besagen, daß eine Nation etwa berechtigt sei, einen Krieg zu erklären Die ganze Welt müßte ihn zum Grundsatz der Poli­tik machen. Die Ideale eines Welttiibu- nals oder einer anderen überstaatlichen In­stanz, die zu entscheiden habe, wann eine Nation gegen die Abmachung, nicht zum Kriege zu schreiten, verstoßen hat, hielt der Redner für noch nicht durchführbar. Amerika werde durch den Vertrag auch nicht in Europas An­gelegenheiten herangezogen. Er habe restlos klar- gestellt, da-ß di« Vereinigten Staaten an

Sanktionen gegen Vertragsbrüchige nicht teil­nehmen

könnten, wie immer auch die anderen Staaten

PoincarS hat das neue Kabinett mit folg. Be­setzung gebildet: Ministerpräsident PoincarL, Finanzen: ChLron, Justiz: Barthou, Außenrni- nistreium: Tardie«; Krieg: PainvelL, Marin«: LeygueS, Handel: Bonnefous, öffentlich« Arbei­ten: Forgeot, Arbeit: Loucheur, Unterricht: Mar- raub, Luftfahrt: Laurent Eynac, Landwirtschaft:

gültig erklärt. Kein Wunder, daß man itn Elsaß über diesen Beschluß entrüstet ist, daß man von einer Scherbenpolitik der französischen Re­gierung und von der Mißachtung her Volkssouveränität und des Urteils der elsässischen Wähler spricht. So zeigte auch eine in Straßburg abgehaltene Vers rmmlung, in der gegen Viesen Beschluß der Kammer protestiert wurde, eine äußerst gereizte Stimmung. Dabei brachte bu Versammlung insofern eine Sensa­tion, als einer der im Abwesenheitsverfahren im Autonomistenprozeß Verurteilten, nämlich Dr. Roos, vor der Versammlung erschien und die Erklärung abzab, daß er sich den französi­schen Behörden stellen werde, um die Wie­deraufnahme des Prozesses zu er­zwingen. Tatsächlich wurde der Märtyrer von Franzose.ibüueln aus der Versammlung hreaus verhaftet. Damit kommen die französi­schen Behörden in eine für sie äußerst unange­nehme Lage, da auch nach französischem Straf­recht in diesem Falle ein ordentliches Schwur­gerichtsverfahren eingeleitet werden muß. Der großen Autonomistenprozeß wird auf diese Weise noch einmal aufgerollt und das französische Ansehen, dem schon durch die hart­näckige Verweigerung der Revision des Colma­rer Prozesses ein schwarer Schlag versetzt wor­den war, wird weitere Einbuße erleiden. Denn daß die Autonomisten alles tun werden, um die französischen Methoden im rechten Licht erschei­nen zu lassen, ist selbstverständlich. Ein Elsaß* »ertretei hat denn auch in der Kammer schon auf die Flugschrift mit dem Titel hingewiesen: Die Mystifiation des großen Komplotts von Straßburg", in der die Haltung des ehe­maligen Oberstaatsanwalts Fachot auf das schärfste litifiert und verlangt wird, das durch eine Amnestie ein Strich unter den Col­marer Justizsandal gezogen werde. Die Pariser Spitzel werden in dem neuen Prozeß vor allem den schweren Verdacht bekräftigen müssen, daß der bereits wieder eingekerterte Dr. Roos der Urheber einer angeblichen deutschen Spionage­zentrale in Freiburg (Br.) sei. Dieser neue Pro­zeß dürfte sowohl der Justiz wie auch den Re­gierungsbehörden unter solchen Umständen alles andere als erwünscht sein.

An der Themse zeigen sich die etwas Wahl- ängstlich konservativen Regierungshäupter neu­erdings sehr beflissen, dem deutschen Argwohn und der Kritik gegenüber dem Flottenkompromiß mit Paris die Spitze obzubrechen .indem sie uns in rührenden Tönen immer wieder ihrer Her­zensfreundschaft natürlich in weitem Abstand hinter der Liebesehe mit Marianne beteuern. Churchill, Cushendun, Baldwin können sich nicht genug tun, die Schalmeien der Versöh­nung, Zusammenarbeit und deS gegenseitigen guten Willens zu blasen und wenn es nur auf Worte ankäme, so könnte man in Berlin wirklich voll befriedigt sein. Wenn sich diese Befriedigung trotzdem nicht einstellen will, so wird man das auch in London wohl verstehen müssen, denn nach

dazu stehen Frankreich (?) und die Vereinigten Staaten haben den anderen Völkern einen hoff- nungsvollen Pfad zum Weltfrieden gewiesen; die anderen Nationen wollen freudig folgen. Dieser Verttag soll die Verwirklichung dieses IdealsFriede auf Erden" erleichtern!

Die Krone im Regenbogen.

Als der Mikado den Thron bestieg.

Tokio, 12. November. In Kioto bestieg gestern der Mikado Hiro hito den Thron seiner Väter und nahm von den Heiligen Schätzen Besitz. Während des mystischen Akts hörte der seit zwei Tagen andauernde Regen auf, und ein pracht­voller Regenbogen zeichnete sich am blauen Himmel ab, was von der Bevölkerung als günstiges Vorzeichen betrachtet wird. Im

Thronsaal wohnten Tausende

von Gästen der späteren Privatfeier bei. Di« Leibwache in den alten Samurai-Rüstungen bil­dete Spalier. Außer den P r i n j e f f i n e n, die farbenprächtige Kimonos trugen, waren die Teilnehmer in Frack und Gesellschaftskleidern erschienen. Riesige Gongs verkündeten das Er­scheinen des Kaiserpaares, dem man ein brei* sacheSBanzai" barbrachte. Der Mikabo ver­sprach allen ein Vater sein zu wollen. 35 000 Verurteilte wurden begnadigt und allen über achtzig Jahre alten Japanern Geschenke überwie­sen. Ferner wurden 101 gute Söhn«', vor­bildliche Gatten und treue Bedienstete durch Ge­schenke ausgezeichnet.

Baben fühttsichstark.

Der Einheitsstaat gilt nur für die anderen.

Heidelberg, 10. November. Der badische Staatspräsident und Innenminister Dr. Re- mele führte in einem Vortrag über den Ein­heitsstaat u. a. au?: Di« Verfassung von Wei­mar ist auf halbem Wege stehen geblieben, in der Erkenntnis, daß Preußen als Rückgrat der Staatsgewalt nicht zerschlagen werden dürfe. Der Eiirwicklung zum Einheitsstaat stehen heute zwei Faktoren entgegen: Der Partiknla- rismus Bayerns und der Dualismus zwischen Reich und Preußen. Als die größt« Gefahr habe sich der Bürokratismus des .Reiches entwickelt, der immer neue Länderver­waltungen aufsaugen wolle. Die Forderung ist nur berechtigt, leistungsschwache Länder zu

Reichsländern umzugestalten. Länderregierungen und Parla. mente sind viel zu teuer. Die höchsten Verwaltungskosten haben Hessen und

der französische Gesandte in Bern Jean Hennes­sy, Kolonien: Maginot, Pensionen: Antefion.

Zu Unterstaatssekretären wurden ernannt: Martin, Post; Abg. Patch körperliche Ertüchti­gung; Oberkirch, Arbeit; Abg. Francois-Poncet, Untrericht und schöne Künste.

<3tn waffenstillstanbsskanbal.

Die Kriegsverletzten müssen stehen. Stürmische Szenen im Pariser Rathaus. Paris, 12. November. Im Pariser Rathaus waren gestern bei einer Wafsenstillstandsfeier der StadtverwaUung die vorhandenen ungenü­genden Sitzplätze durch die vornehmen Gäste und ihre Angehörigen belegt worden, sodaß mehrere Hund er t Kriegsverletzte zum Stehen gezwungen waren. Letztere ver­anstalteten daraus eine stürmische Kundgebung. Sie überhäuften eine halbe Stunde lang die Organisatoren der Feier mit Schmähungen Schließlich verließen sie mitten in einem un­geheuren Durcheinander mit fliegen­den Fahnen den Saal. Box dem Rathaus zwang die Polizei die aufgebrachten Manife­stanten die Fahnen zufammenzurollen und den Platz zu verlassen.

Bomcars als Reparation- Minister

London, 12. November. (Eigener Drahtbe- richt.) In Parifer Berichten wird als der be­deutendste Wechsel das Ausscheiden PoincarLS aus dem Finanzministerium bezeichnet. AlS Grund hierfür wird der Wunsch PoincarLS an­gegeben, sich zukünftig ganz den Verhandlungen über die Revision deS DaweSplaneS zu widmen. Kolonialminister Maginot gilt als besonders reaktionär.

ten uns aber jeder unerwünschten oder erfolg­losen Einmischung und wollten außerdem auch nicht die Rüstungen unterstützen, denn wel­che Hilfe wir auch bei Kriegsbeendigung leiste­ten, wir fühlen uns Verantwortung»- frei von Beginn. Wir wünfchen auch

nicht künftige Kriegsvorbereitungen zu finanzieren.

Wir halfen in der Nachkriegszeit in gleicher Weise Freund und Feind. Die Anleihen für Deutschland müßten als bedeutender Faktor der deutschen Zahlungsfähigkeit angesehen werden. Im allgemeinen habe Europa einen solchen Grad der finanziellen Stabilität und des Wohlstandes erreicht, sodaß man von Amerika keine Verpflichtung zu einer Wicderauf- bauhilse erwarten könne, die über die strikte Ge- schästsbasts hinausgchi. Deshalb sei daS ge­genseitige Verstehen noch immer mangelhaft. Amerika finde die Jahrhunderte alten

Voreingenommenheiten Europas unver­ständlich.

| Amerika bleibt Europa fern.

Coolidge zeigt die Krtegswundmale. Scharfe Rügen für Europa» Rüstung»- fieber. An Schuldennachlatz nicht zu denken. Alte und Reue Welt verstehen sich

Geduld, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft kennzeichneten Amerikas Haltung zu Europa. Die Schuldenabkommen wurden abgeschlossen nicht im Hinblick auf die Höhe der Schulden, mm «« ---------

sondern unter Berücksichtigung der Zah- so würden wir auch unseren Bemühungen für .ungSföhigteit der Schuldner. Wir den Fortschritt Europas mehr Zuversicht leisteten mit Rat und Tat Beistand, e n t h i e l- schenken.