Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 268
Sonntag, 11. November 1928.
18. Iahraarrg
Einselvrcis: $?oAentan6 10 Pfennig
Einzelpreis: SonntaaS 20 Pfennig
Wie England den Weltfrieden veebuegt.
Alle in den Lüften gleichstark?
Englands fromme Wünsche für Räumung und Finanzfreiheit. — Der Luftminister fühlt sich durch Frankreich bedroht.
gebesserte Lage Deutschlands ist ein Beweis, daß enge Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Großbritannien nicht zum Schaden Deutschlands ausschlägt. (?) Im Gegenteil, die Fortentwicklung dieser Zusammenarbeit in einer weiteren Zusammenarbeit wird den
Hüben und drüben.
Präsident Hoover. — Oesterreichs Geburtstag.
Amerikas neuer Wohlfahrtspräsident Hoover wird nun vom März ab im Weißen Haus gebieten nachdem ihn auch die am 6. November durch's Volk erkorenen Wahlmänner am 14. Ja- nuar aus den Schild erheben werden. Der Dollar kann sich also ruhlg schlafen legen, denn der Millionenzuwachs an Wahisttmmen drückt dem glücklichen Gewinner ein Machtinstrument in die Hand, wie es noch kein Tankeehaupt über oetn Goldland Ophir schwingen konnte. Beneidenswerte Weltbürger, denen unter dem Re- gierungSsternenbanner so wunschlos behaglich zumute ist. daß sie sich mit allen Fasern an den süßen Honigwaben ihres vom alten Kurs verbürgten Wohlstandes sestsaugen. Glücklicher Präsident, der seinen Millionen Pfleglingen jeden Tag ein »Tischlein deck dich" garantieren kann und darüber hinaus das Wohl und Wehe der halben Welt an goldenen Dollarfäden lenkt. Arme Alte Welt, die sich um ihr durch Jahrtausende ausgebauies Erbe in wahnwitziger Zerfleischung selbst betrog und den Geldras- fern jenseits der Weltmeerküsten tributpflichtig wurde! Der kühle, sachlich-nüchterne Rechner und Quäker Hoover bedeutet auf dem Präsiden- tenftuhl für den unter der Reparationsgeitzel fronenden deutschen Michel weder einen sonderlichen Gewinn noch Verlust, wenn auch die An- leiheqnellen nun zunächst wieder reichlicher sprudeln und die Daweskalkulationen etwas rascher in Fluß kommen dürsten. Und auch die Sorgensalten auf den Scbitldnergesichtern an der Themse und Seine werden sich wieder glätten, da sie den Millionenzinsendienst an den unerbittlichen Dollargläubiger doch bis auf den letzten Heller aus der Wolle des deutschen Reparationsschafs scheren werden.
Denn der Tatsachen- unb Zahlenmensch und hundertprozentige Dollarmagnat, der genau wie sein Vorgänger Coolidge die wirtschaftliche Er« pansion und Durchdringung Europas und anderer Erdteile mit amerikanischem Kapital und Rohstoff aus feine Fahnen geschrieben hat, weiß, was er Null. Er hat sich nicht umsonst aus bfirftiaen Verhältnissen emporgearbeitet und sich in jungen Jahren als kleiner Geschäftsführer einer Waschanstalt das Geld für fein Hochschulstudium vom Munde abgesvart um bann als Bergingenieur im In- unb Ausland in zielbewttßter und harter Geduld sich ein kleines Vermögen zusammenzuscharren, das er später im Mutterland in neuen Unternehmungen anlegte und ständig ausbaute. Bis er die Träume feiner Fugend erfüllt sah und als weit geachteter, tonangebender Großunter, nehmer Handel unb Wandel seines Landes entscheidend beeinflusien konnte. Für den gütigen und gewinnenden Grundzug seines Charakters zeugt die Tatsache, daß er sich in reifen Man- nesjahren wieder dem Liebeswerk der Quäket zuwandte und mit der Lebensmittelversorgung für daS besetzte Belgien beauftrag' wurde, ebenso tote et nach der Hungerblockade tausenden verelendeter deutscher Kinder ein liebevoller Helfer wurde. Diese tieferen Gefühls Wallungen werden den großen Organisator auch des amerikanischen ErnährungSwe- fen3 im Weltkrieg aber nicht abhalten, die Schutzzollmauern um das die höchsten Arbeitslöhne zahlende Dollardorado. wenn es sein muß. noch höher anktuschichten. damit brühen feder Arbeiter sein Huhn im Topf und fein Auto in der Garage hat. Auch die stählerne Energie seines WirtfchaftSimperialiS- m u S werden namentlich Mittel- unb Südamerika bald zu spüren bekommen, die er dem Dollarszepter unb Produktionsabsatz gefügiger ma- chen möchte. Noch vor Regierungsantritt wird er sich nach Lateinamerika auf den Weg machen, um dort für Panamerika'S Uebergewicht zu werben, wozu ihm Coolidge eigens ein Linienschiff zur Verfügung gestellt hat.
Inzwischen schickt sich auch Wien zum zehnjährigen Jubiläum der Republik an. Zwar tra' schon am 21. Oktober, während noch daS alte österreichische Abgeordnetenbaus tagte, eine deutschösterreichische Nationalversammlung zusammen. bie bann am 12 November Deutsch- Ssterreich als eine demokratische Repu- bilk proklamierte und zugleich in dem Gesetz über die Staats- und Regierungssorm bie Be- stimmung traf: .Deutschösterreicb ist ein B e- standteil der deutschen Republik." Damit war der Wille zum Zusammenschluß, zur Heim- kehr inS Reich aller Welt kundgetan unb die Entente mußte erkennen, baß alle Berechnungen über bie Svasiuna deutschen Landes und deutschen Volkes falsch aetoefen waren. Die Abspaltung Oesterreichs vom Reich, die Eifersucht Wiens, der Sonberstaatsgedanke Oesterreichs
London, 10. November. (Eigene Drahtmeldung.) Beim ersten Bankett unter dem Lord- mayor in der altehrwürdigen Guilbhall führte Jchaykanzler Churchill tm Kreis der Minister-Diplomaten ufto. aus, baß der Weltfriebe hergestellt sei. Es bestehen keine Schwierigkei- 'en für bie Alliierten, heute abenb die Vertreter der tapferen Nation willkommen zu heißen von der wir durch den Krieg so furchtbar getrennt worben sind Das Ergebnis ber kommenden schwierigen Reparationsverhandlungeu müfle für alle Teilnehmer wohltätig unb bazu angetan fein, bie ganze Welt auf einen sicheren unb festeren Grund zu führen. Die
Befreiung der deutschen Finanzen und des deutschen Bodens
von auswärtiger Einmischung ober Kontrolle ist ein wichtiges Ziel unserer Politik. Der Lord- major feierte in feinem Trinkspruch die britischen Bemühungen, die Ueberbleibsel desKriegs- geistes zu beseitigen. Der Luftfahrtrntnister Sit Samuel Hoare künbigte ben wöchentlichen Lufl- dienst nach Indien an unb fuhr fort. Wir wollen keinen Riistungsbewerb in Der Luft, müssen uns aber gegen Katastrophengefahren schützen Meiner Ansicht .iacg sollte es eine Vereinbarung zwischen ben Großmächten Europas auf der Grundlage der
Gleichheit der Luftstreitkräfte geben. Ohne ein solches Abkommen besteht die ernste Gefahr eines Ringens um bie Ueberlegen- heit, bas schließlich vielleicht bie europäische Zivilisation zerstören würde.
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Sie lassen voneinander nicht.
Baldwin besiegelt die Franzosenfreundschaft. — Für Strefemann nur eine höfliche Geste.
Ministerpräsident Baldwin war in seinem Trinkspruch in der Guildhalle der Hoffnung, daß die Worte Sieger und Besiegte baldverges- f e n werden. «Beifall). Wir hoben alle eine Lektion der Versöhnung und Zusammenarbeit und deS guten Willens erhalten, ohne die Fortschritte in der Welt unmöglich sind. Wir verstehen heute einander vielleicht besser als jemals. Die
waren dermaßen politisches Dogma der Franzosen geworden, daß sie wie mit einer Selbstverständlichkeit damit rechneten, Oesterreich werde eines ber ©lieber in ber Rette werben mit ber Frankreich Deutschland vom Osten und Sübosten ab riegeln wollte. Als sich diese Hoffnungen der Franzosen als falsch ertoiefen batten, wurde das Selbstbestimmungsrecht, bas die Entente allen Völkern zuzugestehen vorgab Oesterreich und Deutschland aberkannt, der Anschluß wurde verboten und es wurde in die Welt die Lüge hinausposaunt, baß biefer von Oesterreich wie vom Reich gleichmäßia erstrebte Anschluß eine versteckte Annektion und eine unerlaubte Erpansion des Reiches fei schwere Fabre sind über Deutschösterreich und feine Bevölkerung dahingegangen. Der Friesen von Saint Germain, der Oesterreich wertvolle Stücke uralten deutschen Boden- ent. riß, schuf ein Land. daS nicht leben und nich* sterben konnte. Der Völkerbund mußt- Oesterreich eine Anleihe verschaffen, durch die es mög sich wurde, die Wirtschaft des Landes wenigstens
Schlußstein in das europäische Gebäude einfügen. Deshalb sind wir aber nicht im geringsten Grade weniger auf Zusammenarbeit mit den übrigen Nationen bedacht. (Beifall.) Deutsch land steht heute da als ein große- Land unter gleichen und es verdankt dies in erheblichem Maße dem Genius Dr. Gtresemonn, dem wir baldige Gesundheit wünschen. (Beifall.)
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Die besten Friebensbürgen.
ArbeitSfriede, Antikriegspakt, Abrüstung.
Baldwin bezeichnete in feiner Rebe weiter bie Tschechoslowakei als eines ber stabilsten Elemente in Mitteleuropa. Er erwähnte bie erfolgreichen Bemühungen Italiens und bie guten Beziehungen mit Rom ebenso wie bie zum lateinischen Amerika unb gebuchte daraus ber Thronbesteigung bes Kaisers von Japan und des englisch-japanischen Bündnisses, das bie stärkste Garantie für ben Frieben im Fernen Osten sei. Baldwin fuhr bann fort: Nichts als Gutes tann auch unter ben Auspizien des VölkerbunbeS unternommen werben, Der bie Arbeitsbebingungen in allen Ländern Europas verbessern will. Je mehr sich die In- dustrien Europas, sowohl die
Arbeitgeber wie bie Arbeitnehmer einigen können, um so größer wird bas Verständnis zwischen den Nationen und umso unwahrscheinlicher wird ein neuer Krieg werben. Den Antikriegspakt wirb man einst als bie größte Tat Amerikas bezeichnen. Wenn alle Völker seinen Sinn erkennen und baran glauben, bann werben bie Nationen zum erstenmal imftanbe fein, bie Abrüstung in einer Art ZU erörtern, bie uns auf ben Weg bazu führen wirb. Balbwin schloß: Entweder wir bleiben dem Geiste des Paktes treu ober wir gehen für immer zugrunde. Lassen Sie uns mit neuem Glauben unb neuer Hoffnung vorwärlsschreiten.
einigermaßen toteber in Gang zu bringen. Dank dem Geschick seiner politischen Führer aber gelang es Der deutsch-österreichischen Republik, auch Ole schweren Jahre zu überwinden. Die Völker- bundkontrolle wurde aufgehoben, Deutsch-Oester- reich steht heute wieder gleichberechtigt unter ben Staaten Europas. Die Grundlagen für die Gesundung des vielfach als recht problematisch bezeichneten Staatsgebildes sind gelegt und wenn mtn die zehn Jahre beutsch-öesterrei- chischer Entwicklung überblickt, so wird man er kennen müssen, daß ta8 Land einer, wenn auch langsamen, aber doch andauernden Aufstieg genommen hat. auch trenn Rückschläge nicht aus üblichen sind. So kai.n Deutschöstrereich getrost •n eine bessere Zukunft fefpr.. Denn sie wird und muß nach dem unabänderttchen Willen eines Hundertmillionenvolks die Erfüllung der bereits ’or zehn Jahren erhobenen Forderung nach dem stecht ber nationalen Selb"beftimmung unb da- mit die Wiederaeku' eines Großdevtschland bringen, dessen Stimme im großen Völkerkonzert dann nicht mehr überhört werden kann. -r.
(Sitrinfenöe Fluren im Süden.
Fünfzehn Gehöfte abgeschnitten. — Die Wintersaat schwer geschädigt.
Mailand, 10. November. (Eigene Drahtmeldung.) Der Po hat in Casalmaggiore große Felder und über fünfzehn Gehöfte überschwemmt die nur mit Barken erreicht werden können.
Ein Bauer ist in den Fluten umgekommen. In der Provinz Dreskia und in der Toskana haben bie Wintersaaten stark gelitten und sind vielfach ganz weggeschwemmt worden. Der Sachschaden geht in die Millionen.
Die Lavaglut zlcht weiter.
Ein Dors am Aetna ganz verloren.
Mailand, 10. November. Die Eisenbahn brücke auf der Strecke Eptania-Messina iß von der Lavamasse deS Aetna zerstört morde», sodaß der verkehr zwischen beiden Städten nur mit
Ivier RegierungSbamPseru aufrecht erhalten wirb Die Züge konnten noch gestern mit aller Vor. sicht verkehre». DaS Schicksal deS Dorfes Nun- ziata erscheint besiegelt. (Siehe auch .Aus aller Welf. Die Sieb )
Mäcftlig? Familien,
Was die Delbrücks dem Staat waren.
Der Weg ,«« Hof. — Bismarcks rechte va-b. Der Safer der Brotkarte. — Bürgerftost vor «oaigstdroaen. - Rar die Stiftung gilt — Gitte »uzeitgemätze Ehrung.
Im alten Preußen des VornovemberS aal c3 eine Anzahl reicher lanbetngefeffener Fa« mitten, bie. mitregierten. ES waren bie sogenannten „großen Familien", bie DönhossS und Dohnas. Eulenburgs unb LehnborfsS. Der alte Adel unb der große Besitz waren indessen nicht rllein Basis ihres großen Einflusses, denn eS aab vor Dem Kriege eine mit Glücksgüter« absolut nicht gesegnete bürgerliche Familie, bie mindestens ebenso viel Einfluß im alten Preu« ßcn hatte. Das waren bie Delbrücks. Mehrere Generationen hindurch Pastoren, Ratsmänner und Advokaten Der Provinz Sachsen, kamen sie am Ausaitg des neunzehnten JahrhundertS in bie Höhe. Friedrich Delbrück wurde Er« zieher zweter preutzlscher Könige und diese Beziehungen öffneten seinem begabten Sohne Rudolf ben Weg zu einer glänzenden Lauf« bahn. Als Präsident des Reichskanzleramts war ?r später die rechte Hand Bismarcks beim Aufbau des Deutschen Reiches. Kinderlos und wohlhabend — er war außer Bismarck der einzige Nichtmilitär, ber 1871 eine Dotation ।zweihunderttausend Taler) erhielt, eröffnete er
seiner Familie große Sortieren.
Einige feiner Neffen errangen hohe Verwal« tungsposten, andre machten sich in ber Wissenschaft einen Namen, unter ihnen HanS Del« brück, der Historiker, der, wie fein Großonkel Friedrich Prinzenerzieher war und im Haufe aeS damaligen deutschen Kronprinzenpaares lebte. Er feierte in diesen Tagen feinen achtzigsten Geburtstag. Andere Mitglieder bet Familie Delbrück spielten eine große Rolle im Wirtschaftsleben, einer machte das Seebad Heringsdorf zu einer ber größten beut» lebe Kurstätten, vor allem aber ber Geheime Kommerzienrat Abelbert Delbrück, ber in den sechziger Jahren das sich rasch entwickelnde und beute führende Berliner Bankhaus Delbrück, Leo u. C o. gründete. Sein kurz vor dem Kriege verstorbener Sohn war Pri- vatbankier Wilhelms des Zweiten unb Würbe als solcher in das Preußische Herrenhaus berufen. Der prominenteste Delbrück in den letzen Jahren vor ber StaatSumwälzung wat freilich Clemens von Delbrück. Er übte sieben Jahre lang die Funktionen eines Vizekanzlers aus, ja im Kriege, als Bethmann-Holl- weg fast Immer tm Großen Hauptquartier weil- te. war er unumschränkter Leiter der innere« Deutschen Politik, vor allem Organisator ber Kriegsernährung. Ihm verdankte« wir bas ganze große Kartensystem,
von der Brot, bis zur Petroleumkarte.
Als Prinz Max von Baben Anfang Oktober den rechtsstehenden Chef des ZivilkabinettS. yerrn von Berg, stürzte, wurde Delbrück fei« Nachfolger. Zusammen mit dem damalige« Oberpräsidenten von Pommern, dem ehemaligen Reichskanzler Michaelis, gehörte er zu bet ■leinen Schar von Männern, die dem Kaiser rieten, nicht abzudanken. sondern de« Tob in offener Schlacht zu suchen, die bereit war, mit ihm zu sterben. Die Delbrücks Ware« zu stolz, um sich wie andere Familien adeln z« lassen Und so sind nur zwei mit dem Schwären Adlerorden verknüpfte ErbadelSpatente i« Die Familie gefallen. Die Ablehnung aller tnberen Adelsprädikate entsprach nur dem Fa« milienstol, der Delbrücks, die alljährlich Famft 'ientage wie die alteingesessenen Familien Pren- ßens abhi-lten unb durch Familienftiftunge« ccr Wohlhabenden allen Bedürftigen ihres Namens unter die Arme griffen. Die Delbrücks wollten
nur durch ihre Leistung etwa« fei«.
3o war auch ihre Lebenshaltung äußerst ein» tarn und bescheiden. Mit einem gewissen Köpft schütteln lieft man daher in der Einladung zur ,eier des achtzigsten Geburtstages von HanS i elbrüd, der jetzt gerade den letzten Band feiner funfbändigen Wettaeschichte beendet hat, 1fl6 abends ein Festmahl Im Adlon stattfindet itnb das trockene Kouvert vierzehn Mark kostet. Ein Komitee von Freunden deS Jubilars, bem ""ter anderem Prinz Mar von Baben, der preußische Kusiusminifter. der Reickstoehrminft 'iex ufto. angeboren, fordert hierzu auf.
Lieber und verehrter HanS Telbrüch 1 wer dein schlichtes und doch so bedeutsames Gelehrtenleben kennt, wer weiß, wie einfach et tn Deinem stillen Gelehrtenheim in der Sunw Buntschithstraße im Grünewald zugeht, dem gei