1 Fr«tag, z Novern brr 1928.
Spiel des ZutaNS.
I Eine sehr merkwürdige Liebesgeschichte.
Eine sehr merkwürdige Heirat, die der Ko- Vtlk bei aller Tragik nicht entbehrt, ereignete sich vor einiger Zeit in London. Und eine eigen- «trge Vorgeschichte ging dieser Hochzeit voran. Es lebte in Süddeutschland in einem kleinen Ort zwei Eheleute, Johann und Meta Zimmer. Der Mann, seines Zeichens Uhrmacher, war lebenslustig, was ihm seine Frau nicht we- niH übel nahm. Es gab viele Auseinandersetzungen, dre den Mann heftig verbitterten. Und E«S Tages beschloß er, das eheliche Heim zu meiden. Zwar schrieb er seiner jungen Frau noch einen zärtlichen Abschiedsbrief, kehrte aber nicht mehr in die gemeinsame Wohnung zurück. Er wanderte aus, machte die Uebersahrt auf einem Dampfer und langte in Amerika an, wo er ziemlich lange suchen mußte, bis er Arbeit fand. Schließlich hörte er aus den Rat etues Freundes, nahm einen anderen Namen au, nannte sich Edward Sills und wurde Lei- tar in einer großen Uhrenfabrik.
Es ging ihm wirtschaftlich sehr gut, und etwa nach acht Jahren bekam er Sehnsucht nach seiner Frau, schrieb ihr einen Bries, sandle chr das Geld zur Uebersahrt, aber Bries und Geld kamen als unbestellbar zurück. Die Frau hatte den Ort, an dem sie gelebt, verlassen und war unbekannt verzogen. In Wirklichkeit hatte sie rn London eine Stellung angenommen, lebte zuerst in einer Familie, und wurde dann Aus- seherin -in einem großen Warenhause, arbeitete fleißig und tüchtig, und kümmerte sich im übrigen sehr wenig um ihre Privatangelegenheiten. Das Warenhaus trat mit- der amerikanischen Uhrenfabrik in Verbindung. Und der Leiter der Fabrik wurde eines. Tages nach London gesandt, um sich über die Ansprüche der eng- lischen^Kundschaft zu unterrichten. Mr Edward Sills wurde sehr gut ausgenommen, zum Frühstück eingeladeit, und diesem wohnten auch einige Angestellte des Warenhauses bei. Auch Frau Meta Zimmer, die Aufsichtsdame, erschien. Hatte sie sich in den zehn Jahren so sehr verändert, oder war Herr Sills garnicht darauf gefaßt, hier seine ehemalige Frau wiederzusinden? Das Ehepaar erkannte Einander nicht. Aber irgend ein Band der Sympathie schlang sich um sie beide.Sie verabredeten eine Zusammenkunft, und Herr Sills ging mit der Aufsichtsdame des Warenhauses am Abend in ein Theater und dann nahmen sie noch einen Tee ein. Herr Sills war von der Anmut, der Tüchtigkeit und der reisen Schönheit seinckr Begleiterin so entzückt, daß er ihr gern einen Heiratsantrag gemacht hätte . . . wenn . . .
Ja, wie das zuweilen so ist im menschlichen Leben. Man trifft einen Partner, bringt ihm ungehemmtes Vertrauen entgegen, hofft aus Verständnis und auf eine mitfühlende Seele So erging es Herrn Sills. In der Aufsichtsdame des Warenhauses sand er die Schwingungen, die seine Seele entfachten. Er schüttete ihr sein Herz aus, sprach von seiner Einsamkeit und von seiner ersten Ehe mit Meta. Er berichtete, wie seine Ehe verlaufen sei, wie er nicht verstanden habe, seine Frau zu erziehen, wahr- kcheinlich, weil er selbst noch vom Leben nicht erzogen war. Und die Sehnsucht nach der ersten Frau War nicht zu verkennen. Meta, sie Aufsichtsdame des Warenhauses, forschte. Fragte nach dem Wohnort, lauschte vergehend dem Klange der Sehnsucht und warf sich ungestüm mit einem Male dem verdutzten Mr. Sills an die Brust. Er bettete ihren Kopf an sein Herz, überrascht, — meinte er doch, daß seine Trauer um Meta seine jetzige Freundin abkühlen müsse Es währte nur noch kurze Zeit, da wußte Edward Sills, wer seine Angebetete sei.
Das Spiel des Zufalles, das oft kitschiger ist, als der sentimentalste Film, hatte zwei Menschen, die füreinander bestimmt waren, wieder zusammengeführt. Ja, aber ganz so einfach war die Sache denn doch nicht. Edward Sills mußte erst nachweisen, daß er noch nicht verheiratet gewesen sei, und Johann Zimmer, wie er sich nun wieder nennen wollte, ja, der war verheiratet. Schließlich hatten die Standesbeamten ein Einsehen und Johann Zimmer brachte seine Frau, mit der er vor zehn Jahren schon die Ehe eingegangen war, als junge Frau wieder nach Amerika. Und da in dem nüchterne» Dollarlande die Romantik in höchster Blüte steht, bekam das Ehepaar durch diese romantische Geschichte ein bedeutendes Ansehen.
Erfinder an -ie Front.
Was «och alles zu erfinden ist.
Die Frage, was man noch erfruden sollte, ist zwar sicher wichtig, aber die, was man nicht erfinden sollte, viellercht ebenso bedeutungsvoll. Ein Amerikaner kam z. B. aus die epochale Jose, einen Alarmapparat zu konstruieren, der beim Eindringen von Einbrechern das schöne Lied «Stille Nacht, heilige Nacht" spielte — eine Erfindung, die zwar zweifellos von einigem Humor zeugt, aber doch wenig Käufer finden dürfte. Denn eine einfache Alarmklingel lut denselben Dienst.
Um die Erfütderwut in vernünftige uns aus- pchtsreiche Bahne» zu lenken, hat sich in London eine Gesellschaft gebildet, das «Institute of Patentees", die es sich zur Aufgabe gestellt hat, Wünsche aus dem Publikum aufzunehmen und an die Erfinder zur Bearbeitung weiterzugeben Ei» «rotes Buch", eine Art Wünsche- und Beschwerdebuch, liegt im Jnstittri aus, und icder kann »ach Belieben seinen Bedarf oder seine Vorschläge darin eintragen. In Washingwn z. B. werden jährlich 80 000 Patente angemeldet, 50 000 werden davon erteilt — aber nicht einmal die Hälfte davon hat praktische Chancen. Das «Institute of Patentees" dürfte daher viele» Erfindern wertvolle Dienste leisten: Allein im letzten Jahrbuch der genannten Organisation «What'S wanted?" — «Was brauchen wir?- — werden 150 Vorschläge gemacht deren erfolgreiche Ausführung dem glücklichen Erfinder ein Millionenvermögen garantiert.
Ein dankbares Gebiet für Erfindungen war seit jeher alles, was mit dem Verkehrswesen direkt oder indirekt zusammenhing, und noch
Staffele* ffUaej i pra«vrichten
Sm Führer der Äugend.
Stadtturnrat Buchenau 40 Jahre im Dienste der Stadl Kassel.
Am heutigen Donnerstag feiert eine der bekanntesten und beliebtesten Persönlichkeiten Kassels einen besonderen Ehrentag: Stadtturnrat Buchenau blickt auf eine'40jährige Tätigkeit im Dienste der Stadt Kassel zurück. Ein halbes
Menschenalter eifrigster unermüdlicher Arbeit, deren Erfolg und Fruchtbarkeit sich überall sichtbar bemerkbar macht. Ein Freund und Förderer der Jugend, hat Buchenau in nimmermüder Tätigkeit für sie gekämpft und gestritten.
Am 1. November 1888 kam der Lehrer Buchenau von Wickenrode nach Kassel, um an der damals neugegründeten Bürgerschule 5 seine Lehrtätigkeit zu beginnen, bte ihn hier bis zum Jahre 1913 beschäftigte. Seme eifrige Förderung des Schulturnens fand ihre Anerkennung darin, daß chn die Stadtschulverwaltung bereits am 1. April 1911 zum ehrenamtlichen Leiter des gesamten Kasseler Knabenturnens ernannte. Die stetige Entwicklung der Leibesübungen und ihre Pflege in den Schulen konnte keinen besseren Leiter finden als den ewig-jungen Jugendführer, der vom 1. April 1914 als Turninspektor die Leitung des Turnwesens der Kasseler Volksschulen übernahm. Seine Verdienste um die Jugendpflege wurden int Jahre 1925 von dem Minister für Volkswohlfahrt durch die Ernennung zum Kreisjugenbpfleger anerkannt, wie auch die Stadt durch die Ernennung zum Stadtturnrat (1. Oktober 1926) seinem verantwortungsvollen Amt die erforderliche Stellungauch nach außen hin gab.
Stadtturnrat Buchenau, das ist nicht nut ein Name, dos ist heute für die sportbegeisterte Jugend Kassels ein Begriff. Und so wie die Jugend zu ihrem Führer aufblickt, so blicken auch die jüngeren Jugendführer zu ihm auf. Ein Vorbild im Sport und in der Jugendpflege . . . das ist Buchenau!
Auto un- Motorrad
Die größten D. T-Vereine.
Di« Deutsche Turuerschaft.
größt« Leibesübungen treibende Verband der Seit, zahlt unter ihren fast 13 000 Vereinen 21 Ver- ein« mit über mehr als 2000 M itgliedern und fünf
mit mehr als 3000 Mitgliedern.
®ä sind dies: Berliner Tschft mit 5460 Vereins«»gehörigen: MTV v. 1879 München mit 4473, darunter ?Ajn llSS Krauen: Hamburger Tschft v. 1816 mit 4110: Turnklubb Hannover mit 3171 und ATB Leipzig mtt 3071 Mitgliedern.
„ 3« den Zweitausender« gehöre«:
,"ctvzlg-Liirdenau 2866, TB 46 Nürnberg 2800, TV 46 Mannheim 2738, Tgm. in Berlin 2682, Ulmer Tbö. v. 1846 2506, TB Borwärts-Breslau 2498, TB 1834 Pforzheim 2391, ATB Dresden 2382, TB 1860 Sürth 2254. TB 1860 München 2287. Mufterturn- Ichule Hannover 2231. TB N. u. A. Dresden 2179, TG 1867 Dresdcn-Saubegasi 2135, MTB 1860 Altenburg 2089. TB 1661 Forst 2035 und TB. Eintracht 1848 Dortmund 2008 Mitglieder.
16 Uhr. Der Platz für die Znfchauer ift so gewählt, hak, die ganze Schleppe gut zu verfolge« ift.
Das Caurbridgeshire-Haudicao in Newmarket, als letzte gröhere englische Prüfung der Saison gelaufen, wurde von I. Wittoucks Palais Royal II <M. Allemands vor Baotown und Infight II gewonnen.
Ringen.
Deutsche Ringer in Stockholm.
Gebring - Ludwigshafen erlitt beim Ringkarnvfturnier in Stockholm von dem schwedischen Olymvtafteger eine Punktniederlage. Rieger-Berlin siegte über Aohannssen, unterlag aber gegen Westergren.
Susibäll.
Deutschland — Schweiz in Mannheim.
Wie wir erfahre», soll der nächste Fußball» Länderkamvf zwischen Deutschland und der Schweiz am 17. November 1829 in Mannheim ausgetragen werden.
Nordböbmcu schlägt Mittelsachse«.
Die ADAC-A«terikafahr«r aus der Heimreise.
Die Amerila-Siudienfahrt des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs ift jetzt abgeschlossen. Die Teilnehmer haben sich bereits von Newyork aus mit dem Lloyddamvser „D r« s b« n" wieder nach Deutschland eingt= schisst..
Deutsche Trrrirerschaft.
Berlin — Hambnrg — Leimig gesichert.
Der 16. St 8 dt« kampf t m Kunstturnen zwischen den Mannschaften von Berlin, Hamburg und Leipzig kann wie vorgesehen am Bußtag. 21. November, im Grose» Schau- spielhaus zu Berlin ftattfindeu. denn die polizeiliche Genehmignng liegt nunmehr vor. Die Ungewißheit, unter der die Vorbereitungen bisher litten, ift durch di« Genehmigung endlich beseitigt.
Pferdesport.
Reitturnier in Genf.
Für das am Samstag den 3. November beginnende dritte internationale Reitturnier in Genf stud eine große Anzahl von Anmeldungeu eingegan- gen. Nicht weniger als 118 Reiter und 216 Pferde werden die Konkurrenzen bestreiten. Folgende Länder werben bei de» erstklassigen Sprinakonkurrenzcu vertrete» sei«: Deutschla»d sdurch Prinzessin Friedrich Sigismund von Preußen und F r h r. ». Laugen), Frankreich, Belgien, Italien, Ungar», Dänemark. Chile, England trnd di« Schweiz.
Hubertusjagd in Fritzlar.
Die 13. freit.) Batterie 6. Artillerie-Regiment Fritzlar veranstaltet am kommende» Sonntag, den 4. November, eine SuSertuSjagd. Abreiten der Teilnehmer und Abfahrt der Zuschauer von der Kasern« um 18 Uhr. Rückkehr nach Fritzlar etwa
Am Mittwoch isächsischcr Reformationstag) kam in Chemnitz vor 5000 Zuschauern «in Fußball- Länderkamvs Nordböhmcn gegen Mittelsachsen zum Austrag, der von den Deutschböhmen 4:3 gewonnen wurde.
Boren.
Neuigkeiten ans dem Boxring.
Teddv Saudwina schlug in Paris den Italiener Bussi bereits nach zwei Minuten k. o., während sich H a o m a n n mit demselben Buffi siebe» Runden berumgeschlagen hatte.
Der Sarnos Haumann — Bertazzolo als Ausscheidung um die Europameisterschaft im Schwergewicht ift für den 1L November in der Dortmunder Beftfalenhall« gesichert.
Deutschland — Frankreich in Dortmund. Der Läuderkamps Deutschland — Frankreich der Amateurboxer wird am 26. Januar 1929 in der Dortmunder Weftsalenhalle ftattfindeu.
Luis Firv, gegen Paoliuo? Der südamerikanisch« Schwergewichtler LuiS Firvo. der einen Welt- meister wie Jack Demvsev aus dem Ring schlagen konnte, hat sein Training wieder ausgenommen. Der Argentinier wird im kommende» Frühjahr in den Bereinigten Staaten wieder in den Ring steigen und zwar nennt man als seine« ersten Gegner den Emropameifter Paoliuo.
Rudern.
Hamburger Senat stiftet 10 Gig-Vierer.
Der Hamburger Senat, der schon immer für die Svortbewegung viel übrig hatte, hat, um die Hamburger Jugeni-Ruderei zu bebe», zehn ® la-Sierer gesittet, die auf einer Hamburger Werft gebaut werde» und an Schüler-Rudervereine zur tzerteilung gelangen. — Würde sich jede Stadt und jeder Staat so um sein« Jugend kümmern wie Hamburg, so jtümde «5 um den deutschen Sport um vieles besser.
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Dio Romantik -er modernen Technik.
Die Ausstellung «Baute» der Technik' in Esse» wurde am 21. Cttoter eröffnet. Besondere Bewunderung erregen die hier gezeigten Verladebrücken von der Friedrich Krupp-A-G.
1$. Jahrgang. — Ne 260.
heute bieten sich für ve» Erfinder hier zahlreiche Aufgaben. Verbesserungen an Leiten oo» Zugmaschinen, an Wagenkonsttuktionen, an Untergestellen werden mit ve» gesteigerten Anforderungen durch das Tempo unserer Zeit immer notwendiger Die normalen Güterwagen sind z. B. aus einer ganzen Anzahl von patentierten Einzelteilen zusammengesetzt und stellen dar Resultat der Arbeit vieler Erfinder dar Ein ebenso dankbares Gebiet bieten alle Maschinen der Bürotechnik, und noch immer lassen sich hier Verbesserungen und Neuerungen denken Auch an fotografischen Apparaten ist noch viel zu verbessern. Der Erfinder, der es ermöglichte, gleich im Apparat oas Filmbild mit dem dazu gehöri- den Text zu versehen, hat mit seiner Id« 300 000 Dollar verdient.
Die besten Erfindungen entstehen fast immer aus dem zwingenden Bedürfnis deS Privatmannes. Hausfrau und Mutter haben hier schon Vorbildliches geleistet. Eine Frau kam $. B. auf die Idee, ihren Kinderwagen mit tablettartigen Unterlagen an den Rädern zu versessen, damit er. vom nassen Bürgersteig in den Flur gebracht, keine Schmutzflecken macht Kleine Kinder schreien immer lehr, wenn sie nach der Spazierfahrt aus dem Wagen gehoben werden: eine i'esorgte Mama kam so auf den Gedanken, einen Kinderwagen zu konstruieren, aus dem daS schlafende Kind mit dem Bettchen zusammen ssera"saessossen werden kann. Ueber weitere Möglichkeiten ein ander Mal. Dr. B.
Zwei R lassen von Verbrechern
Shaw verfolgt keinen Scheckfälscher.
Wenn einer von uns um 10 000 Mark betrogen würde, so würde er das doch gewiß zur Anzeige bringen u. auf Bestrafung des Schuldigen dringen. Aber Shaw tut nichts dergleichen. Im Verlauf einer Debatte über Verbrechen und Strafe in einem Klub, an der er sich kürzlich beteiligte, erzählte er, daß er durch einen gefälschten Scheck um die Summe vou 500 Pfund gekommen sei, aber zum größten Erstaunen der Bank aus jede Untersuchung des Falles verzichtet habe. Er wolle mit dieser Geschichte nicht die Zuhörer ermutigen, dem Beispiel des Fälschers zu folgen, meinte er, aber er sei der Ansicht, daß eine gerichtliche Verfolgung des Falles nichts Gutes gebracht hätte.
«Ich würde meine 500 Pfund nicht wieder bekontmen haben," sagte er, «und auch dem Ver brecher wäre damit nicht gedient gewesen; er würde davon nur eine Menge Unanneh nlich- fetten gehabt haben. Natürlich hätte die Allgemeinheit vor diesem Menschen geschützt werden müssen. 9tber dir Bestrafung ist nur dann ein toiriltd)e8 Abschreckungsmittel, wenn jeder Verbrecher mit Sicherheit entdeckt und überführt würde. Ein großer Prozentsatz aller Mörder wird bei uns niemals zur Rechenschaft gezogen, und jeder, der einen Moro begeht, ist deshalb davon überzeugt, daß er zu diesem Prozentsatz gehören wird."
Shaw unterschied zwei Klaffen von Verbrechern: den gewöhnlichen Typus, der durch richtige Behandlung gebessert werden kann, und die wilde Bestie, die unverbesserelich ist. »Für sie erste Klasse," erklärte er, „hat unser Ge- fängnissystem nur das Ergebnis, daß er zu dem zweiten Typ umgewandelt wird. Notwendig wäre ein System, durch das der Verbrecher abgehalten würde, die Allgemeinheit weiter zu schädigen, und eine Erziehung zur Selbstzucht erhielte, ohne daß er sich deshalb wie ein aus der Gesellschaft Verstoßener und moralisch Verkommener fühlt. Dieses System müßte so ähnlich wie bei dem Heer sein, wo Menschen in Kasernen beisammeulsben und sich selbst zum Gehorsam und zur Beherrschung erziehen. Ter zweite Typ aßet, der Mensch mit oem Raubfierinstinkt, sollte nicht erst vor Gericht gebracht werden. Wenn ein Tiger ein Dorf an- fällt und Menschen tötet, dann zerbrechen wir uns nicht erst den Kopf darüber, ob das sittlich verwerflich ist ober nicht, sondern wir erschieße« ihn "
Hessische Denkwürdigkeiten.
In zwangloser Folge zusammengestellt.
Nachdem am 21. 9. 1762 in dem 14stündigs» Kampfe an der Brücker Mühle bei Amöneburg der Durchbruchsversuch der französischen Marschälle Marquis d' Esttees und Prinz Soubise durch den Herzog von Braunschweig vereitelt wurde, sanden sich die maßgebenden Persönlichkeiten zum Zwecke des Abschlusses ekteS Waffenstillstandes am 15. 1L 1762 in dem von mehr als 60 Kanonenkugeln beschädigten Brak« lec Wirtshaus zusammen. Hiermit endete der lange Krieg zwischen England und Frankreich, der auch über das Hessenland maßloses Unglück gebracht hatte. Aus der Vorderseite dieses denkwürdigen Gebäudes erhebt sich heute ein 8% Meter hohe Friedenssäule mit den Wappen von England und Frankreich, ferner erblickt man die Namen der Heerführer, ebenso eine Inschrift, die sich lediglich auf die Wiederherstellung des durch den Krieg zerstörten Gebäudes bezieht.
Vor der Ueberfühmng des letzten Kurfürsten von Hessen ging die Liebenswürdigkeit des preußischen Hauptmanns von Lettow so weit, daß er die für den Fürsten bestimmten Milch- brate, um zu sehen, ob Briese darin verborgen wären, mit dem Bemerken zerbrach, der Kurfürst gebrauche kein Weißbrot: kurz daraus ließ Lettow zwei Posten vor dem Wohnzimmer aufmarschieren, damit ein Entweichen ausgeschlossen bliebe. Gustav Wentzell.
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C&*K
gesundet und sihönes Haar zu besitzen, erfüllt sich leicht bei regelmäßigem Haaremaschen mit Laoaren. Der neuartige DuflbeuteL der- der neuen 30 Pfg.-Packung beiliegt, oerleihi dem Haar einen vornehmen, köstlichen Dufts
Verlangen Sie ausdrücklich das ... . „
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er lieh über alles Wissenswerte unterrichten tollt lieft die Kasseler Neuesten Nackrlcbten