Kasseler Neueste Nachrichte«
Der Altmarkt in Kelten.
Die Geschäftsleute des Altmarktes und der anlie genden Straßen fordern Berkehrsverbefferungen.
Die Geschäfte am Altmarft und in den anliegenden Straßen haben schwer zu kämpfen. Der Zug zur Oberstadt nahm ihnen die Bedeutung, die sie im alten Kastel der Vergangenheit besaßen, der lebhafte Durchgangsverkehr vom Lande, der früher im Altmarkt seinen Zielpunkt sand, wurde ins Herz Neu-Kastels Weitergeleiter, überflutet die engen Straßen, vor allem die Brüderstratze, und machte verkehrspolizeiliche Maßnahmen notwendig, die sich nun wiederum auf den Gang der Allmarktgeschäfte unerträglich auswirkten. Die Folge ist, daß die Geschäftswelt dort unten
schwer um ihre Existenz zu ringe» hat
und nun den Weg an die Oefsentlichkeit wagte, um Abhilfe zu fordern. Unter dem Vorsitz von Dr. Kall weit, dem Syndikus des Einzelhandelsverbandes. kamen am gestrigen Abend die beteiligten Geschäftsleute in den Räumen der »Stadt Stockholm" zusammen, um in öffentlicher Versammlung ihre Wünsche klarzulegen. Lebhaft war das Interesse der Behörden und Verkehrsunternehmen: Regierungsassessor Kn ost und Polizeioberleutnant K l a b u h n vertraten den Polizeipräsidenten, Verkehrsinspektor Schüfe r den Magistrat, Prokurist Werner die Große Kasseler Straßenbahn und Geschäftsführer Siebert die Kasseler Omnibusgesellschafr. In seiner Eröffnungsansprache gab Dr. Kallweit einen umfassenden Ueberblick auf die durch den steigenden Verkehr und seine Regelung entstandenen Schädigungen. Schmerzlich fühle die Kaufmannschaft des Altmarktes, daß mit dem Zug nach dem Westen auch
die Interessen der Behörden vom Altmarkt fortgewandert
seien, eine Entwicklung, die jetzt soweit führe, daß die Geschäftsleute do« unten schwer geschädigt würden. Der Publikumsverkehr habe sich infolge der unzuträglichen Verhältnisse in der Brüderstraße immer mehr verschlechtert, namentlich an Markttagen sei es unmöglich, ohne Lebensgefahr hier unten die Straße zu überqueren, und das Publikum kaufe, nachdem der Altmarkt auch noch „in Ketten gelegt" sei, lieber in der Oberstadt. Dringend sei deshalb zu fordern, daß die Brüderstraße verbreitert würde und die Polizei zur Sicherheit der Fußgänger einen Stop-Verkehr für Fahrzeuge einrichte, denn augenblicklich sei es. namentlich für ältere Leute, unmöglich, die Straße zu überschreiten.
Zur Entlastung des Durchgangsverkehrs
sei es ferner dringend vonnöten, mit dem Bau der geplanten Fulvabrücke schnellstens zu begin
nen. Ausschlaggebend sür den schlechten Gang der Altmarktgeschäste sei ferner der Umstand, daß die auswärtigen Omnibuslinien, die die Landkundschaft, den Hauptstamm der Mtmarktge- schäste, nach Kassel bringen, keine Haltestelle mehr am Altmarkt haben und deshalb hier unten nicht kaufen könnten. Die
Wiedereinführung dieser Haltestellen
müsse also dringend gefordert werden. Die Lage der Kaufmannschaft sei heute eine verzweifelte, die meisten seien infolge des schlechten Geschäftsganges nicht einmal in der Lage, ihren steuerlichen Verpflichtungen nachzukommen. — In der darauf folgenden Aussprache versprach Re- gierungsasteflor K n o st, daß die Polizei alles tun werde, was möglich sei. zu helfen. Inspektor S ch ä j e r versicherte, daß die Interessen der Stadt nach wie vor beim Altmarkt seien, daß Fuldabrücke und Brüderstraße die nächsten Aufgaben der Planungsstelle bildeten und regte an, einen kleineren Ausschuß zu wählen, der ständig mit der Stadt und der Polizei in Fühlung bleibe. Geschäftsführer Siebert von der KOG betonte, daß seine Gesellschaft die Einrichtung der Altmarkthaltestellen selbst sehr begrüßen würde. Im Verlaufe der Aussprache wurden dann noch weitere Vorschläge zur Abstellung der Unzuträglichkeiten gemacht, u. a. auch angeregt, die verschandelte Anlage Fischgasse-Iudeu- brunnen zu beseitigen und dem Verkehr nutzbar zu machen, und dnrch Erhöhung der Passantenübergänge mit gleichzeitigem Siop-Verkehr der Fahrzeuge dem Fußgänger gesichertes Ueber- schreiten der Straße zu ermöglichen. Die Wünsche der Geschäftsleute wurden, nachdem im Sinne der Anregung Inspektor Schäfers ein Ausschuß gewählt worden war, in einer
Entschließung
niedergelegt, in der es heißt: „Die heute in der „Stadt Stockholm" versammelten Kaufleute des Altmarktes und der anliegenden Straßen fordern von den zuständigen Behörden eine baldige und durchgreifende Aenderung der Verkehrsverhältnisse am Altmarkt und in den benachbarten Straßen. Sie fordern 1. Wiedereinführung von Haltestellen der Autobusse am Altmarkt. 2. Ver- breiterung der Brüderstraße entsprechend dem ständig anwachsenden Verkehr. 3. Die Schaffung einer neuen Brücke» die den Fährverkehr aus den engen Straßen am Altmarft ableitet. 4. Eine Neuregelung der Verkehrsordnung am Altmarkt, insbesondere ausgiebige Sicherheiten für den Fußgängerverkehr und die Straßenuber- querung.
Nr. 259. — 18 Jahrgang.
So wird im Hause Holzmarkt 8 eine Stadtpostagentur errichtet, bei der Postsendungen jeder Art und Telegramme außer telegraphischen Einzahlungen ausgeliesert sowie Orts- und Ferngejpräche abgewickelt werden können. Die Dienststunden sind an Werktagen von 10—12 und 15—18 Uhr.
Bei oen Postämtern 1 (Königsplatz) und 2 (Hohenzollernstratze) werden die Schalter auch in der Mittagszeit von IS—14 Uhr offen gehauen. Auch die Verlängerung der Schalterdienststunden beim Postamt 7 (Südslüget des Hauptbahnhofs) um 2 Stunden (künftige Dienststunden 11—13 und 16—19 Uhr) wird allgemein lebhaft begrüßt werden. Auch die Einrichmng einer Nachtleerung von 23 bis 23% Uhr bei den Briefkästen: Bahnhofstraße 2, Gr. Rofenstraße 2, Jägerstraße 2, MaNinsplatz 2, Altmarkt 2, Obere Königstraße 21, Wilhelms- höher Allee 24 und 60, Hohenzollernstraße 44 sowie einer Spätleerung der Brieskasten um 21,30 Uhr am Postamt und bei der Kirche in Kirchditmold bedeutet einen wesentlichen Fortschritt. Die Verbesserung der Beförderungsge- legeuheiten auf den Strecken Kassel-Frankfurt und Kassel-Karlshafen durch Einrichtung neuer Bahnposten, wird ebenfalls von vielen Seiten dankbar anerkannt werden.
Der Einzelhandel bittet...
»..von Sammlungen für Tombolas in feinen
Geschäften Abstand zu nehme«.
Mit Beginn der Wintersaison setzen allenthalben wieder die bekannten Vereins- u. sonstigen Festlichkeiten ein. Der Einzelhandel ist in den letzten Jahren, besonders stark im Winter 19'27 28 um Stiftungen aller Art für gelegentlich dieser Feste stattfindende Verlosungen, Tombolas und ähnliche Zwecke angegangen worden. Da die einzelnen Geschäfte unmöglich jeder Veranstaltung etwas zu Gute kommen lassen können, eine unterschiedslose Behandlung jedoch gewährleistet werden mutz, bitten die unterzeichneten Verbände, die maßgebenden Stellen der in Frage kommenden Vereine, von Sammlungen m oen Einzelhandelsgeschäften Abstand zu Nehmen. Selbstverständlich ist es, daß die anerkannten charitati- ven Vereine hiervon nicht betroffen werden sollen. Ihnen werden, wie auch in früheren Jahren, Mittel zu Weihnachtsbescherungen und dergleichen von den Geschäftsinhabern gern zur Verfügung gestellt werden.
wie wird -as Wetter?
Der Frankfurter Wetterdienst meldet:
Im Westen liegende Regengebiete haben unseren engeren Witterungsbezirk nicht erreicht, sondern nur im Rheinland zum Auftreten von R:cd"'"'chlägen "fuhrt. Da das im Norden liegende Tiefdruckgebiet sich mehr und mehr auffüllt, wird es zu weiterer Auflösung der im Westen liegenden Regengebiete kommen. Sie werden also unseren Bezirk kaum beeinflussen. Z^daß, abgesehen von Nebelbildung, an den nächsten Tagen vorwiegend hei'eres und trok- kenes Wetter herrschen wird. Die Temveratu ren gehen nachts stärker zurück als seither, sodaß es mehr und mehr zu Nachtfrösten kommen wird.
Vorhersage bis Donnerstag abend:
Nach Frühnebelbildung wolkig bis heiter trocken, Nachtfrostgefahr, östliche Winde.
Lokalnachrichten vom Tage.
-r- Um die technische Hochschule. Der vorbe- reitenoe Ausschuß für die Errichtung einer Technischen Hochschule in Kassel hielt am Montag eine Beiprechung tm „Herkulesbräu" ab. vor einem erweiterten Kreise über den bisherigen Verlaus der Angelegenheit Berichl erstattet wurde. Angesichts der Tatsache, oaß von anderen Städten große Anstrenmn'gen gemacht werden, um eine Hochschule zu erhalten — der Magistrat der Stadt Altona hat die Forderung in einer umsangreichen Denkschrift ausführlich begründet — war die Versammlung sich darüber einig, daß es für Kassel allerhöchste Zeit ist. feine berechtigten Ansprüche geltend zu machen u in eine ernstliche Prüfung der Vorbedingungen einzutreten. Es soll in Kurze eine größere Versammlung einberufen werden, in der alle Einzelheiten eingehend besprochen werden sollen.
4- Moliere im Kleinen Theater In der Erstausführung des tragischen Lustspiels von Molisre „Don Juan" am l.November sind beschäftigt: Die Damen Apel, Correll, Gundlach, Kiese und Steiner. Prag, die Herren: Berger, Clemm, Doppel. Fröhlich,Fuchs. Moog, Rosen, Thomauske, Wanner und Wimmel.
Der erste Spatenstich. Mit dem Bau des Hallenschwimmbades wird, nachdem die Baupläne von den zuständigen Stellen endgültig genehmigt sind, nunmehr begonnen. Tie Erdarbeiten werden zur Zett bereits vergeben.
-st Aenderung in der Postzustellung. Vom Zustellbezirk des Postamts Kassel-Rothenditmold werden am 1. November abgeziveigt: Wegmanns Obstpark, die Bahnwärterhäuser 1 und 2 an der westfälischen Bahnstrecke sowie die Siedlung am Jungseritkops zum Landzu- stenllbezirk des Postamts Harleshausen,die Wildungen- und Nordendstraße zum Landzustell- bezirk des Postamts 1 am Königsplatz.
-st Fahrplan der Kasseler Omnibuslinien. Ter Verkehrsverein Kassel e. B. gibt jetzt ein Heftchen mit Fahrplänen der Kasseler Omni« buSlinien heraus, das in kleidsamem Umschlag 13 Fahrpläne der von uno nach Kassel führenden Omnibuslinien enthält. Um das Aufschlagen der einzelnen Pläne zu erleichtern, weist der Fahrplan neben einem Ortsverzeichnis auch eine Uebersichtskarte der Omnibuslinien auf
-st Besuchsstunden der städt. Galerie Dte städtische Galerie ist versuchsweise auch während der Wintermonate an Sonn- und Werktagen in der Zeit von 10 bis 14 Uhr geöffnet.
-st Novem-.r Ausstellung des Kunstvereins Die soeben eröffnete, bis 20 November dauernde neue Ausstellung im Kunstverein zeigt Gemälde des 1926 verstorbenen Dresdener Mademicprofessors Otto Kußmann. Ferner erstmalig in Kassel eine Kollektion von arbei
ten des in Paris schassenden spanischen Malers Joso de Togores. Ferner ist es dem Kunstverein gelungen, eine Kollektion von plastischen Werken oes bedeutenden Schweizer Bildhauers Hermann Haller nach Kassel zu bringen. Schließlich werden Zeichnungen des vor nunmehr 10 Jahren verstorbenen Kasseler Malers Otto Höger gezeigt. — Die neue Einrichtung, wodurch der Besuch des Kunstvet- eins während der Wintermonate an jedem Mittwoch bis abends 8K Uhr ermöglicht wird, scheint noch zu wenig bekannt zu sein, da an den ersten beiden Abenden der Besuch gering war.
4- Im Silberkranz. Am heutigen Mittwoch feiert der Schristfetzer Karl Kanstein mit seiner Frau Elisabeth, geb. Weder, Mombachstra- tze 6 das Fest der silbernen Hochzeit. Sanftem, der sich bei seinen Arbeitskollegen größter Wertschätzung erfreut, konnte vor einiger Zeit fein 25jähriges Arbeitsjubiläum bei der Firma Edmund Pilardy begehen. — Ebenso begeht am Donnerstag der allgemein beliebte u. geachtete Buchbindermeister Alexander Ditzel, Ständeplatz 9, der erst vor kurzem sein Ge- schästsjubiläum feiern konnte mit feiner Ehefrau das Fest der Silberhochzeit.
-r- 25 Jahre Christusgemeinde Kassel W. Am 1. Advent (2. Dezember) feiert die Christusgemeinde Kassel-W ilhelrnshöhe ihr 25jähri- ges Bestehen als selbständige Kirchengemeinde und zugleich das Gedächtnis an die damit verbundene Einweihung der Kirche. Der Kirchenvorstand hat für die Feier eine Festfolge ausgestellt, die für Sonnabend, den 1. Dezember, abends 8% Uhr eine Aufführung der „Glocke" von Romberg durch den- Kirchenchor tm Gemeindehaus Rammelsbergstraße 21/23 vorsieht Ter Sonntag wird vormittags um 7 Uhr durch ein Festgeläut eingeleitet, um 9 Uhr ist Posaunenblasen vorn Turm, an das sich um 10 Uhr der Festgottesdienst anschließt. Um 19,30 Uhr findet in der Kirche ein Gemeindesest- abend mit Aufführung des Weihefestspiels „Das Kirchenjahr" statt. Als Festprediger sind für den Vormittag Landesoberpfarrer D. Mol' ler für den Abend Pfarer Weber, Berlin vorgesehen.
Einführung in die Völkerpsychologie. Die Vorlesung von SludiSnrat Dr.Gaebel „Wir — und die anderen" in der Fichtebochschule beginnt am Mittwoch, den 31. Oktober 1928, abends 8,15 Uhr im Realgymnasium 1
Straßensperrung. Infolge der an der Aschrottstraße durchgeführten Bauarbe>- ten wird der Turchaangsverkehr auf der Aschrottstratze von der Wilhelmshoher Allee in Richtung Kaiserstraße-Hobenzollernstraße bis zur Einmündung der Reaentenstraße gesperr, Die Umleitung erfolgt über die Zedfitzstraße
--- Ein altes Gasthaus in neuem Gewand. Die altbekannte Wirtschaft von Karl Fenner am Pferdemarkt. Ecke Kasernenstraße wurde durch die Kasseler Architekten Jordan und Gäb- me einem vollständigen Umbau unterzogen und am heutigen Tage wieder mit einer kleinen Feier dem Verkebr übergeben Schon das Aeußere des Hauses bat durch die gescknckte schlicht-moderne Aufteilung des neuen Erdgeschosses zum Vorteil des Straßenbikdes frbr gewonnen, erstaunlich ist. was im Innern durch Einbeziehung alter Schuppen und eines Teils
des Hofes geleistet worden ist. Hier entstand in leichtem Grün mit modernen Beleuchtungskörpern versehen ein gemütlicher Ausenthalts- raunt, der gut ventiliert und separat zugänglich auch als geschlossenes Gesellschaftszimmer Verwendung finde« kann. Erwähnt sei noch, daß auch die Toiletteufrage eine einwandfreie Losung gesunden hat. Das Gasthaus, das nach wie vor dem Ehepaar Zufall (Wwe Fenner) gehört, wird von dem bekannten GastWtrtsehe- paar Strack in Pacht geführt. 'M.
— Führungen durch Wilhelmshöhe. Die Volkshochschule veranstaltet am Sonntag, den 4. und Sonntag, den 11. November, vormittags unter Leitung von Dr. Paetow zwei zusammenhängende Führungen durch Wilhelms- höhe. Die erste Führung hat die ©efamtama» qe, die zweite Schloß und Löwenburg zum Gegenstand. Jede Führung dauert etwa VA- Stunde. Vorherige Anmeldung auf der Geschäftsstelle Mauerstraße %. ist unbedingt erforderlich. „
Eine Haustochter verschwunden. Ver- untzt wird feit dem 17. Oktober die Haustochter Luise Thormann, geb. 21. 3. 1911 in Kassel, zuletzt Qnellhöke 48 wohnhaft. Die Ver- mißte ist 1,68 Meter groß, Hai rotblonbe, krause und dichte Kopfhaare, Herrenschnitt, frisches, rundes, volles und sommersprossiges Gesicht, hohe Stirn, graue Augen, bogenförmige Augenbrauen, gradlinige Nase, kleine Ohren, kleinen Mund, vollständige Zähne, breites Kinn, gepflegte Hände, kleine Füße und aufrechten Gang. Sie War bekleidet mit grauem Mantel mit Farbenflecken, blauweißem hellen Waschkleid, weißem Unterrock, weißer Unter- Wäsche, blauer Schlupfhose, schwarzen Strümpfen, runden grünlichen Strumpfbändern und schwarzen Wanderschuhen. Personen, die über den Verbleib der Thormann Angaben machen können, werden gebeten, die Kriminalpolizei im Polizeipräsidium, Zimmer 79. davon in Kenntnis zu setzen.
-r- Brennende Speckseiten. Die Feuerwache Mauerstraße wurde am Dienstag kurz nach 23 Uhr nach der Kasernenstraße gerufen, wo in einer Räucherkammer durch umberflteaenbe Funken mehrere Speckseiten Feuer gefangen hatten. Die Wehr bekämpfte den rasch um sich greifenden Brand mit einem C-Rohr und hatte nach einhalbstündiger Tätigkeit jede Weitere Gefahr beseitigt.
Allerlei vom Tage. Aus dem Schulhof deS Realgymnasiums in der Mlhelmshöher Allee ereignete sich am Dienstag abend ein weiterer bedauerlicher Unglücksfall. Bet einem Fußballspiel kam der Untertertianer Rudolf A. so unglücklich zu Fall, daß er sich einen linken Un- terarmbruch zuzog. — In der Wilhelmshöher Allee Wurde ein Wäschereibesitzer ans der Ziegelstraße von einem Personenkraftwagen um- gefahren Er erlitt schwere Verletzungen am Hinterkopf und an den Schultern anscheinend auch innere Verletzungen. Die Hauptsanitäts- wache brachte den Verletzten in das Krankenhaus „Rotes Kreuz'. — Aus dem Wohlfahrtsamt im Ratbaus geriet ein Miähriger Arbeiter aus der Wollstraße derart in Erregnng daß er einen schweren Tobfiichtsansall bekam. Er bedrohte die dort beschäftigten Beamten und den zu Hilfe gerufenen Arzt und konnte erst nach großen Anstrengungen in eine Marinetrage ge»
Donnerstag, 1 November 1928.
schnallt werden. Die Hauptsanitätswache beförderte den Kranken in die Brunnersche Anstalt „Neue Mühle". — Vom eigenen Fuhrwerk über- fahren wurde ein 22 Jahre alter Fahrbursch in der Roonstraße. Das schwere Fuhrwerk ging ihm über einen Fuß, der übel zugerichtet wurde. Der Verunglückte lag eine ganze Zeit auf der Wenig belebten Straße, bis sich ein vorbeikommender Personenkraftwagen seiner annahm und ihn in seine Wohnung in Wehlheiden brachte. Die Schwere der erlittenen Verletzung machte jedoch seine Uebersührung in das Krankenhaus „RoteS Kreuz" durch die Arbeitersamariter notwendig.
Wohin gehen Wir am Donnerstag?
Staatstheater: „Der Troubadour", 19,30 Uhr.
Klein etz T Heater: „Don Juan", 20 Uhr.
Landesbibliothek: Kurheisische Gesellschaft für Kunst nnd Wissenschaft: Vonrag Prof. Dr. v. After-Gietzen, 20 Uhr.
S t a 6 t 6 <i 11 e: 2. Meisterkonzert: Hermann Abend- roth mit dem Kölner Kammerorchester. 20 Uhr.
Letzte Depeschen.
pariser Darves-pralu-ierr.
Kümmert man sich um Amerika nicht?
London, 31. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Ein französischer Korrespondent meldet auS Paris: Im gestrigen Ministerrat wurde erstens erörtert, ob die Sachverständigen für die Daweskommission unabhängige Führer der Finanz und Industrie oder Beamte sein sollen, die durch Instruktionen gebunden find. Man glaubt jedoch, daß es keiner der Beauftragten unterlassen werde, auf die Instruktionen ihrer Regierung Rücksicht zu nehmen. Der zweite Punkt bezog sich auf die interalliierten Schulden und die noch nicht ratifizierten Fundierungsabkommen mit England und Amerika. In manchen Kreisen scheint man geglaubt zu haben, das sranzösische Parlament würde ein geeignetes Mittel sein, um die amerikanische Unterstützung für die Konsolidierung der deutschen Schuld zu gewinnen. Es ist aber gestern keine endgültige Entscheidung erzielt worden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird dem Parlament eine Ratifizierungsvorlage nicht zugehen, bevor ein Abkommen mit Deutschland erreicht ist.
Ertrinkende Straßen.
Der Rohrbruch unter dem Bürgersteig.
Berlin, 31. Oktober. (Funkdienst.) Das Hauptleitungsrohr der Städtischen Wasserwerke ist heute nach gegen 1 Uhr im Südosten Berlins unter dem Bürgersteig geplatzt. Gewaltige Waffermengen überschwemmten in kurzer Zeit mehrere Straßen. Trotz baldigen Eingreifens dauerte es recht lange, bis die Maffermen- gen abgelaufen waren. Der Verkehr mußte um» geleitet werden. Zwei Straßen wurden gesperrt Die Arbeiten an der Untergrundbahn mutzten wegen Ueberschwemmung der Baugrube eingestellt werden. Gegen 3,30 Uhr war das Wasser zum grotzten Teil zurückgetreten. Durch die Unterspülung sind erhebliche Stratzen-Schänden entstunden.
Die grüne Linie.
Danzig schlichtet den Poststreit mit Polen.
Danzig, 31. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Am 7. November sollen hier Verhandlungen zwischen Danziger und polnischen Vertretern über die Frage der Durchführung des Volker- bundsentscheids in der Postfrage beginnen. Besonders soll die Begrenzung der sogenannten grünen Linie, die das Gebiet der polnischen Post umgrenzt, genau festgestellt werden. Außerdem sollen prattische Fragen des Postverkehrs zur Verhandlung kommen. Bekanntlich befinden sich einige polnische Briefkästen immer noch außerhalb der grünen Linie.
Die ganze Nacht gerungen.
Noch keine Einigung in der Eisenindustrie.
Berlin, 31. Oktober. Nachdem im Lohnkonflikt der Eisenindustrie unter den Parteien in lOstündiger ununterbrochener Verhandlung keine Einigung zustande gekommen war, wurden die Beratungen gegen 1 Uhr nachts unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsministers Wissel weitergeführt. Auch die Vermittlungsversuche des Reichsarbeitsministers blieben ohne Erfolg, so- daß die Einigungsverhandlungen gegen 430 Uhr morgens erfolglos abgebrochen werden mußten. Die Verhandlungen sollte» um 12 Uhr wieder ausgenommen werden
Der Reichsarbeitsminister teilte mit, daß seine Entscheidung »och heute erfolgen werde.
(S'nfpruth des <5iaatfantoaUe8<
Essen, 31. Oktober. (Privattelegramm.) Laut der Essener Volkszeitung wird die Staatsanwaltschaft in dem Prozeß Husmann Revision einlegen.
Gin üerungltitfttr Itkichebohnrctt.
Frankfurt 31. Oktober. (Durch Funkspruch.) Am Dienstag abend fuhr der Gleiskraftwagen des Betriebsamtes Wetzlar von Ulthanfen kommend kurz vor dem Bahnhof Wetzlar auf eine dort haltende Lokomotive auf Der Vorstand des Betriebsamtes, Reichsbahnrat Hoff- mann, wurde schwer verletzt. Der Wagenführer und zwei weitere Insassen kant'n mjt leichteren Verletzungen davon Der Gleiskrastwa- gen ist schwer beschädigt Dir Ursache des Unglücks ist noch nicht geklärt.
Heber ote 3uDihou»mauer in die Wälder.
Berlin, 31. Oktober. In der Dämmerung Heiterten zwei Strafgefangene vom Anstaltshof der Strafanstalt Golnow in einem unbewachten Augenblick über die Mauer und entkamen trotz fofortiaer Verfolgung in den Wäldern der Umgegend. Ein Kommando der Schutzpolizei aus Stettin durchstreifte die Wälder bis Hammer «Kreis Eamminl nortfiufin ergebnislos
Sie heutige Nummer umfoBl 16 Gelten