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Meler Neueste Mchrichtm

Aesstsche Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

18. Jahrgang

Dienstag, 23. Oktober 1928

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

Nummer 251. Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

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Alle Kriegsschulden auf unfern Schultern!

Autoöroscbkenssreik in Hamburg / Streiflichter aus dem Husmanu-Vrozeh.

Die längste Lebet.

Auch von Blacdonald für uns nichts zu hoffen (Von unserem Berliner Berichterstatter.) Der frühere englische Premierminister Mac- donald, der lebhaft damit rechnet, schon nach den nächsten Wahlen wieder mindestens dicht am Steuerruder der englischen Weltmacht zu stehen, hat sich bei seiner kürzlich im deutschen Reichslag gehallenen Rede und be, seinem Presseempfang im Hotel Sldlon fo planmätzig über alle brennenden politischen Gegenwarts­probleme Deutschlands auSgeschwiegen, daß auch die überzeugtesten England-Optimisten sich über die Wahrheit keiner Täuschung hingeben kön­nen. Die Dinge nd zu ernst, zu lebenswichtig für Deutschland, als daß man über diesen Be­such Macdonalds in Berlin mit ein paar lie­benswürdigen Worten der Gastfreundlichkeit Hinweggleiten und die ungeheure Ent­täuschung dieses Besuches hinunterschtucken dürfte. Macdonalds Rede im Reichstag wirkte hinreißend, solange man seine Stimme, einen weichen, schwingenden Bariton, hörte. Aber außer diesem weichen Klang wurde uns nichts geboten. Macdonald hatte die interessantesten Redensarten gemacht, ohne entschieden zu der Verständrgungsftage Stellung zu nehmen. Beim Pressempsang war er sichtlich nervös. Als man ihn kurzerhand über die Rheinlandkrage an­zapfte, antwortete er ziemlich gereizt daß sie überflüssig sei, machte aber nicht die leiseste An­deutung, daß die Arbeiterpartei für ihr eigenes politisches Programm aus dieser Erkentnis ir­gend einen Deutschland interessierenden Schluß ziehen würde, sondern bar mir ironisch-mali- tiösem Lächeln um den .nächsten Schuß", wo­mit er deutlich genug unterstrich, daß ihm die Frage nach der Rheinlandbeschung unbequem gewesen sei.

Bei einer berechtigten Frage über die Rhein­landmanöver wich er mit dem Vorwand seiner kanadischen Reise aus. Dabei ist diesem gewandten Politiker mindestens so klar wie sonst jedermann, daß man sein Urteil über dieses eng- kisch-französische Manöver vor jedem Punkte der Welt aus geben kann und befinde man sich gerade auf den Krokodilleninseln. Mit seiner Kritik der Besatzungsnot wollte er die deutsche Mißstim­mung nur auf Frankreich ablenken. Er ist eben vielzusehrEngländer, um zu einer noch so klar liegenden Angelegenheit eine objektive Stellungnahme zu bekunden, wenn sie seinem Lande unbequem ist. Nach diesem Auftakt konnte es nicht mehr Wunder nehmen, daß er die wich­tigste Frage nach der Reform des Repara­tionsvertrages nach dem üblichen Schema ihrer Verknüpfung mit der Schuldenfrage für die Ententeländer behandelte. Wenn Amerika streicht, schön, dann will sich auch John Bull erweichen lassen. Diese Melodie ist uns in Deutschland allzu oft gesungen worden. Ebenso wie die Frie­denfranzosen, die sie uns beharrlich vortragen. vergaß auch der Verständigungsengländer Mac­donald die eine schlichte Tatsache anzuführen, daß alle Dollarkapitäne mit erstaunlicher Einstimmig­keit versichern: Krtegsschuldenerlatz für Frank­reich usw.? Nie, nie, nie! Nicht eher, als bis dieser ungeheuerliche Rüstungsluxus Frankreichs und Polens und der Tsche­choslowakei aufhört. Nach dieser jüngsten Ver­ständigungspleite liegt es jedenfalls klarer als jemals zutage, daß England die deutsche Wirt­schaft und ihre erneute Aufwärtsentwicklung als Bedrohung empfindet, die durch den Krieg nicht beseitigt worden ist.

Wir können eine Erleichterung unserer Lasten niemals über Egnland erreichen, weil England einschließlich Macdonalds unv seiner Anhängerschaft die Niederhaltung Deutsch­lands will und wollen mutz. Aufstieg der deut­schen Fdnustrie bedeutet ja auch Schwächung der Lebensaussichten der englischen Arbeiter, solange keine Angleichung der deutschen und der englischen Weltmarttinteressen erfolgt. Und wie unendlich weit ist der Weg dahin! Wir erreichen die Lockerung deS Reparationsvertrages, der uns zu so unwürdigen Tributen wie die Liefe- rung von fünf Klavieren an Griechenland ge­zwungen hat um nur ein einziges unter vie­len Reparationskuriosa anzuführen allenfalls über Amerika mit dem Hinweis aus die Ge­fährdung unserer Wirtschaft und ... der Dol- larkredite bei weiteren schwereren Dawes- schröpsungen. Gewiß kann man gegen diese traurige Verständtgungsbilanz einwenden, datz Macdonald vor den Wahlen starke Gründe ,u einer vorsichtigen Haltung habe. Leider bat er uns aber bewiesen, daß er keine stärkere Empfeh­lung für seinen Wahlkampf benötigt, als daß

er in allen großen politischen Fragen trotz der internationalen Bindungen der Arbeiterpartei und der sozialistischen Gruppen Englands stock- englisch war, ist und bleiben wird. Diese Empfehlung hat er sich jetzt in Deutschland ge­holt. Bei seiner verflossenen Premierminister­schaft hat Macdonald noch außenpolitisch in der Richtung eines Entegenkommens zu unseren Gunsten und im Sinne eines wahrhaftigen Völkerbundes experimentiert. Vermutlich wird er aber bet -»einer nächsten Regentschaft Stock- cngländer sein, wie nur irgend ein anderer Staatsmann Englands aus sehr weit entfern­tem politischen Lager. Das ist ein unangeneh­mes Ergebnis des Lerständigungsbesuches. Aber es ist dennoch wichtig und begrüßenswert, weil es Klarheit schafft. L.

Kein Schul-enablatz.

Aber sonst ist Amerika revifionsfreundlich.

London, 22. Oktober. In einem Washing­toner Bericht heißt es: Die amerikanische Regie­rung stehe einer Aenderung des Dawesplanes sympathisch gegenüber. Der republikanische Prä­sidentschaftskandidat Hoover habe erst kürzlich darauf hingewiesen, daß die amerikanischen Touristen mehr Geld nach Europa zurückbräch­ten als die Alliierten an Kriegsschulden an die Vereinigten Staaten zu zahlen hätten. Bei der Wahrscheinlichkeit, daß Hoover zum Präsidenten gewählt würde, verdiene diese Haltung die spä­tere Regelung Beachtung.

John Bull macht stchs bequem

Die andern sollen seine Kriegsschulden bezahlen.

London, 22. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Ein diplomatischer Korrespondent rechnet bereits mit einer Herabsetzung der Reparations-Jahres­leistungen von 2% Milliarden auf zwei Milliar­den Mark. Der W^prozentige Anteil Englands an den gänzlichen Leistungen müsse ober noch hoch genug bleiben, um zusammen mit den alliier­ten Schuldenzahlungen die jährlichen Verpflich­tungen Englands an Amerika zu bet­ten, sodaß England aus eigener Kasse nichts hinzuzufügen habe. Diese Forderung rich­tet sich an Frankreich, das scheinbar England nahegelegt haben dürfte, von seiner starren Hal­tung abzugehen und Zugeständnisse zu machen. -

*

Was sie uns aufbürden.

Amerika läßt sich von Paris überreden. Wie sie sich an dem Reparationsschacher beteiligen.

Washington, 22. Oktober. (Durch Funkspruch) Die Herabsetzung der Kriegsschulden der Alli­ierten wird hier nach wie vor strikt abgelehnt. Dagegen findet der offenbar von Paris ange­nommene Plan einer Gleichsetzung der deutschen Reparationen mit dem Gesamtbetrag der alliierten Schulden zuzüglich der Zinsen und Amortisterungskosten der französischen Wie­deraufbauanleihe Sympathien. Man billigt auch die inoffizielle Beteiligung amerikanischer Sach­verständiger an den Dawes-Besprechungen, wenn auch für den von Paris bevorzugten für Smith kämpfenden Owen Young vorläufig noch wenia Begeisterung vorhanden ist.

Gin Schachzug poincarös.

Dollarköder für die DaweSrevision.

Paris, 22. Oktober (Eigener Drahtbericht.) Wie in politischen Kreisen verlautet, wird Prä­sident Poineark im Kabinett heute die Ratifizie­rung des Schukdenabkommens mit Amerika be­antragen, und zwar wegen der bevorfienhenden Verhandlungen über die Dawes-Revision. Poincare wolle damit in den Bereinigt. Staa- ten einen günstigen Boden für die Unterbrin­gung der deutschen Reichsbahn- und Industrie- Obligationen schaffen.

Fronzosenjagd oui OtitröuDer.

Paris, 22. Oktober. Rach einer Meldung aus Casablanca wurde bei der Verfolgung der Ein­geborenen, die den Ueberfall auf ein Europäer- Lastauto verübt haben, ein französischer Beamter von den Eingeborenen getötet. Die Franzosen töteten ihrerseits zwei Eingebo­rene und verletzten vier. Der entführte Euro­päer ist noch nicht befreit worden.

Falsche Gerüchte um Husmann

Die heutigen Zeugenaussagen.

Essen, 22. Oktober. (Privattelegramm.) Im Hußmannprozeß (siehe auch 1. Seite 2. Beilage Die Red.) beantragt der Verteidiger heute drei weitere Zeugen zu laden. Ein Bademeifttr soll

bezeugen, daß drei Tage vor der Tat Hußmann Nasenbluten gehabt habe. Hieraus gibt der Staatsanwalt eine Erklärung ab, die sich aus die im ganzen Bezirk über Dr. Lutter umlaufen­den Gerüchte bezieht. Der Staatsanwalt er­klärt, daß es der Staatsanwaltschaft von An­sang an bekannt gewesen sei, daß in der Oes- fentlichkeit Dr. Luller mit der Tat in Ver­bindung gebracht werde. Die Erhebungen hät­ten aber absolut nichts ergeben, was für Dr. Lutter belastend gewesen sei. Auch der Vor­sitzende warnt vor der Verbreitung so törichter Nachrichten. Wenn neue, ernste Momente auf- trälen, würde sich das Gericht sofort mit der Sache befassen. Der Staatsanwalt teilt dann noch bezüglich des Briefes an Rektor Daube mit, daß der Bote gestanden habe, den Brief selbst geschrieben zu haben. Darauf schilderte Studienrat Rogowski den KommerS, bei dem er durch ein Stück einer Schlägerklinge ver­wundet worden war. Die Verletzung war nicht sehr bedeutend. Rach Anlegung eines »einen Verbandes habe die Wunde nicht mehr geblutet und Bluttropfen seien nicht auf den Boden ge­fallen. Medizinalrat Dr. Hilt mann äußert nach einer Frage, daß er beim Aufbruch vom Kommers etn Drängen Hußmanns nicht be­merkt habe. ______

Vorbeigeschossen r

Die Polen beschuldigen wieder Dr. Hermes.

Berlin, 22. Oktober. Wie zuverlässig verlau­tet, ist die Warschauer Nachricht, daß die De­mission des deutschen Handelsführers in Polen, Dr. Hermes, bevorstehe, völlig aus der Luft ge­griffen. Die Campagne der polnischen Blätter kennzeichnet sich vielmehr als beabsichtigter Vor­stoß, in dem sie die bereits gewohnte polnische Taktik verfolgt, für das Scheitern der Berhanv- handlungen Personalfragen verantwort­lich zu machen, während in Wahrheit politische Motive die Verhand I gen aufgehalten haben Dieser neue Vorstoß ift wenig geeignet, die Fort sührung der Verhandlungen zu beschleunigen.

Wildwestromantik von heute Ein großer Kankcoup in nUgarn mißglückt. Der Bandensührer dingfest gemacht.

Budapest, 22. Okwber. Hier wurden zwei Mitglieder einer ausländischen Berbrecherbande verhaftet, die nach Budapest gekommen waren, um hier einen groß angelegten Bankenraub aus­zuführen. Der Führer der Bande, der Franzose Rochefoucald hatte mit seinen Helfershelfern verabredet, einen Bankbeamten, der einen Geld transport in Höhe von 100 000 Pengö auszu­führen hatte, mit einem Auto zu verfolgen und ihn im geeigneten Augenblick niederzuschlagen und zu berauben. _____

Rust China den Autokönig?

Henry Ford hilfsbereit. Reue Goldquellen für den Dollar.

London, 22. Oktober. Nach Meldungen aus Newyork ist Henry Ford und vier weitere bedeu­tende Amerikaner von der nationalistischen Re­gierung in China ersucht worden, ehrenamtlich den wirtschaftlichen Wiederaufbau Chinas in die Hand zu nehmen. Ford erklärte, daß er ein derartiges Gesuch annehmen würde, so bald eS in seinen Befitzg «lange« sollte.

Wenn die Autos streiken.

Diesmal lassen die Besitzer nicht sahren.

Hamburg, 22. Oktober. (Privattelegramm.) Aus einer Versammlung der Autodroschkenbesit­zer wurde beschlossen, am Montag keine Auto drofchken sahren zu lassen. Tatsächlich schien heute in Hamburgs Straßenbild die Kraftdrosch­ken. ES dürfte sich vermutlich um einen De- monstrationöakt handeln. Im Laufe des Montags soll eine Massenversammlung dazu Stellung nehmen. Diese Versammlung wird auch darüber entscheiden, ob eS bei dem zwund- vierzigstündigen Streik bleibt, oder ob der Streik von längerer Dauer fein wird.

9000 defchiagnadmie Wohnungen!

Laut Stattstik sind im altbesetzten Gebiet be­schlagnahmt: 3203 reichseigene Besetzungswohn­häuser, dazu kommen noch 1762 Wohnungen in anderen Reichsgebäuden. In Privathäusern sind außerdem 3902 Wohnungen beschlagnahmt, so­daß insgesamt zur Zeit 8867 Wohnungen für Besatzungszwecke requiriert worden sind. Dazu kommt noch die vollständige Beschlagnahme von vierzehn Schulen und die teilweise Beschlag­nahme von siebzehn Schulen. Die Zahl der be­schlagnahmten Wohnungen hat sich seit 1927 noch erhöht.

Hugenberg führt.

Der neue Kurs bei den Deutschnationalen. Gras Westarp »erhrärtat. Hvgenbergs erst« Werber«»«. Kritik a« Stt«sema«v. Wie er Sozialpolitik «ad Parlamentarismus oerbefferu will.

Berlin, 22. Oktober. (Privattelegramm.) Auf der Vertreter-Tagung der Deutschnationalen wurde der Geheimrat Hugenberg, M. d. R. zum Parteiführer gewählt. Hugenberg nahm die Wahl an und sprach dem scheidenden Partei- Vorsitzenden Gras Westarp den tiefgefühlten Dank der Partei aus. Die Wahl des stellvertre­tenden Vorsitzenden erfolgt später. Darauf wur­de die Aussprache über die allgemeine politische Lage fortgesetzt. Bei einer Helsferich-Ge- dächtnisseier, an der auch die Witwe Dr. Helfferichs teilnahm, wurde der Helfserich-Preis verteilt.

Berlin, 22. Ottober. Geheimrat Hugen- berg verurteilte nach seiner Wahl zum Partei- Vorsitzenden den Grundsatz:Nach uns die Sintflut". Die deutsche Politik habe es nicht erreichen können, daß sich die Hoffnungen der Währungs-Stabilisierung erfüllten. Dr. Stre« semann habe nicht alle Möglichkeiten ausgenützt. England und Frankreich hätten sich wieder gefunden, und zwar ohne Deutschland. Die entscheidende Frage sei heute nur, ob Deutschland Gefahr laufe, das

Schlachtfeld der Welt zu werden.

Dies sei mit allen Mitteln zu verhindern. Da» ernsteste Problem der inneren Lage sei die un­geheure Verschuldung. Wenn diese Form der Wirtschaft noch zehn Jahre fortgesetzt werde, sei Deutschland ausverkauft und das Ende der deutschen Wirtschaft sei erreicht. EL gebe dagegen nur ein Ziel: Die Verbreiterung der Decke der deutschen Wirtschaft. Der häßlich­ste Vorwurf gegen einen Politiker laute, daß er kein Herz für die breiten Massen des eigenen Volkes habe. Politik könne nur in dem Ziel bestehen, die

Lebensmöglichkeiten für die große Masse des Volkes zu verbessern. Niemand könne an dem Geiste rütteln, der die soziale Fürsorge durchziehe. Jeder müsse sich dafür einsetzen, daß für die breiten Schichten des Volkes jede nur mögliche Fürsorge organisiert werde. Aber es müsse verhütet werden, daß die sozia­len Einrichtungen ein Machtinstrument einer einzelnen Partei der einer einzelnen Richtung würden. Für die deutsche Landwirtschaft be­stehe die Gefahr, daß sie in die Hörigkeit deS internationalen Kapitals oder einzelner Partei­richtungen gerate. Zur Aufrechterhaltung deut­schen Geistes gehöre auch, daß man mit den

Fehlern deS parlamentarischen Systems, mit den zahllosen und nutzlosen KommissionS« beratungen ein Ende mache, und die auch im Parlament vorhandenen guten Kräfte wieder für gesunde Arbeit einsetze. Die Deutschnatio­nalen wollten die überparteilichen Kräfte der Wirtschaft und der Wehrverbände anregen. Ihre einzige Hoffnung sei die Angst vor der Verant­wortung, die in Wahrheit ihre Gegner beherr­sche. Denn die Verantwortung bestehe nicht darin, daß man Kompromisse mache, sondern daß man dir Probleme wirklich mei« fiere. Der deutsche Staat müsse aufgebaut und umgebaut werden, nicht im westlichen Sinne .sondern auf der Basis der Geschichte und der Eigenart der deutschen Volker. Der Leit­stern bleibt die Freiheit nach innen und nach außen. Graf Westarp steht die Gefahr einer Kommerzialifierung der Daweslasten, die darin bestehe, daß die jetzigen

Lasten privatwirtschaftlich festgclegt würden. Dazu komme, daß Poincark wahr« scheinlich nicht die Endlösung der Reparation, sondern nur die Deckung der nächsten dringen­den Verpflichtungen Frankreichs beabsichtige. Die Verfassungsreform betrachtet er skep­tisch. Dazu müsse man einen VersassungSauS- schuß deS Reichstages finden. ES sei fehler­haft, die Jnteressenpolitik zu sehr in den Vor­dergrund zu stellen. Die Opposition müsse jedevt zeit auch die Macht übernehmen können.

3toei (Sonntags- Aufmärsche in Berlin.

Berlin, 22. Okwber. Bei einer sozialdemokrM tifchen Kundgebung von etwa 25 000 Personeiss zur Erinnerung an den Erlaß deS Sozialisten^ gesctzes vor fünfzig Jahren sollte ein historisch« Festzug das W e r d e n der S. P. D. in zahle«