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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

18. Iahraairg

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig

Sonnabend, 20» Oktober 1928

Nummer 249

Einzelpreis Wochentag» 10 Pfennig

Handelsvertrag mit jjolen unmöglich

WennderZeppelin zumNordpolMrt

MU hundert Paffagieren

Eckener-Ranken als Führer. April bis Juni drei Fahrten.

Abbruch mit Polen?

Wie immer har Deutschland Schuld.

Warschau, 19. Oktober. (Eigener Drahtbe­richt.) Die polnische Presse hebt hervor, daß zur Weitersührung der Handelsvertrags-Ver­handlungen der deutsche Standpunkt zur polni­schen Ausfuhr von landwirtschaftlichen Erzeug­nissen von ausschlaggebender Bedeutung gewesen lei. Run habe Deutschland gerade in diesem Punkte eine Hartnäckigkeit bewiesen, die schließlich zum Abbruch hätte führen müssen. (Di« polnische Presse versucht also, die Schuld auf Deutschland zu schieben, nach ei­net Methode, die so alt ist, wie die Handelsver- tragsverhanvlungen mit Deutschland überhaupt int Gange sind. D. Red.)

Gilbet' gehabt habe. ES bleibe vot allem die Frage zu regeln, welche Regierung die Jnitia- live ergreifen und offiziell di- Frage nach der Zusammensetzung des Sachverftändigen-Komi- tees erheben werde. England werde die Ver­suche solange nicht aufhalten, als keine neuen Lasten dem englischen Steuerzahler auserlegt würden. Die Regelung der Reparationssragen scheine eine wichtige Voraussetzung für die Ver­besserung der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich zu sein.

Bittere Wadrbelttn, Stürzt Lloyd George die Konservativen? von

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John Butt abgerungen. Reparationskonferenz nach den Wahlen. Washington, 19. Oktober. Rach einer Mel­dung aus London, ist es dem Reparationsagen, ten Parker Gilbert nach erheblichen Schwierig­keiten gelungen, den Schatzkanzler Churchill zu dem versprechen zu bewegen, daß England Vie kommende DawrS-Konserenz nicht durch Obfirut- tion behindern werde Diese Konferenz soll zwischen dem 10. November und dem Monat März abgehalten werden, also nach den ameri­kanischen PrästdentschaftSwahlen und den bri­tischen Parlamentswahlen.

gefordert haben. Lord Birkenhead gilt seit dem Rücktritt Lord Robert TecilS, den Pre. miermtnister Baldwin mit eingeschlossen, für den stärkstenKopfim Kabinett. Von ihm wird die Aeutzrrung kolportiert, seine Kollegen seien Dummköpfe, nur einer, Churchill, sei etwas an­deres, nämlich «in Phantast! Wenn die konser­vative Regierung auch noch ein starke« Aufflam­men von Schwierigkeiten in Indien erlebt, so ist daS ein weitere« P a s s i v u m für ihre Aussich­ten im Wahlkampf. In Moskau wird man jeden­falls bemüht sein, mit dafür zu sorgen.

hi» zu« Nordpol 20 Stunden brauchen wird. Die Expedition soll während der Monate April biS Juni stattfinden, da während dieser Zeit nur selten Rebel Vorkommen. Am schwierigsten sei die Beschaffung der notwendi­gen Gelder zur verstcherung de» Luftschiffe« Die Gelder für die Etteditiou selbst find bereits vorhanden. Diese Polarerpedition wird die größte sein, die die Welt bisher erlebt hat. Der wissenschaftliche Leiter Raufen erhält 12 Ge­lehrte al» Assistenten. Im ganzen werden etwa hundert Personen an Bord sein.

Co-essttafe ober nicht?

Koch und dte Linksparteien für Abschaffung.

Berlin, 19 Oktober. ReichSjustizminister Dr. Koch trat gestern im Strafausschuß (wie schon ein Teil der gestrigen Ausgabe berichtete. Tie Red.) für die Abschaffung der Todesstrafe ein. Er machte aus die Möglichkeit von Fehlur­teilen aufmerksam und gab zu bedenken, daß man demgegenüber nicht allgemein aus einzeln« Fälle abscheulicher Art blicken dürfe. Solche Verbrechen seien immer voraekommen und wür­ben immer vorkommen, gleichviel, ob die üfjo- vesstrafe angedroht oder abgeschafft sei. Ter Grund, daß die Todesstrafe abschreckend wirke.

Harte Schö-el.

Parker Gilbert bearbeitet einen nach dem andern

Paris, 19. Oktober. (@tg. Drahtbericht. Laut Pressenotiz ist der Reparationsagent aus Lon­don kommend in Paris etngetroffen und wird heute eine Unterredung mit Poincare über die Dawesrevision haben. Bon Pari« aus wird Parker Gilbert nach Rom und daun wahr- scheinlich nach Brüssel fahren, um dort Bespre­chungen über daS gleiche Thema zu führen, als- dann wird er in Berlin mit der Reichsregie, rung weitet verhandeln.

Konflikt zwischen dem Minister und dem Vtze- köntg von Indien, Lord Jrvin. In Indien ar­beitet gegenwärtig die sogenannte Siemens- komMission für die Reform der indischen Verfassung. Lord Birkenhead hat es seinerzeit durchaesetzt. daß sie keine indischen Mitglieder er­hielt. Die Folge war ein scharfer Bohkott der Inder gegen die Kommission. Der Vizekönig hofft, die gemäßigten Rationalisten im indischen Parlament zu gewinnen, wenn der Minister geht Es ist schon soweit gekommen, daß große eng­lische Blätter in Indien seine Entlassung

Augenblick einen Selbstmordversuch. Für die Familien der Opfer wurden Stadtkredite ge­währt. Die Beerdigung erfolgt aus Kosten vcr Stadt. Anscheinend wollte der Italiener Pro- vini aps Ersparnisrückstchten, die Pläne deS Neubaues nicht durch einen Architekten, sondern durch einen etnsachen Bauzeichner Herstellen las­sen. Außerdem soll der Bau zu schnell durch- geführt worden fein. Nach dem Petit Journal hatte daS Gebäude trotz seiner

sechs Stockwerke nur 80 Zentimeter starke Grundmauern.

Boi- vierzehn Dagen soll man einen Riß und sogar ein leichte» Nachruischen auf dem linken Wügel nach dem Garten hin bemerkt haben, und ein Maurermeister erklärte, Provini Hape, al» er ihn daraus ausmerksam machte, befohlen, da» Loch mit Zement zuzustopfen.

Wien, 19. Oktober. Der französische Krieg» minister Painlevö ist in Begleitung des Direktors Bouranignon in Wien eingeltoffen und wurde vom französtschen Gefandten begrüßt. Die Reife Painlevts entbehrt, wie dieser selbst be« tont, jede» politischen Eharakters. Er werde aus Einladung des Kulturbundes einen Vortrag über Wissenschaft und Verständigung der B S l k e r halten. Heute Vormittag wird Poin- ente beim Bundespräsidenten und BundeSkanz. let Besuche machen.

Bitte, nach Ihnen r

Wer macht den ersten Reparationsschritt?

London, 19. Oktober. (Eigener Drahtbericht) Ein Blatt berichtet, daß Premierminister Bald­win von «ix Le» BainS nach London zurückge- kehrt und wichtige Besprechungen in Paris über die Dawesrevision mit Poincare und Parker

Stockholm, 19. Oktober. Eigener Drahtbericht) Die Gesellschaft für die Erforschung der arkti- scheu Gebiete beschloß unter Leitung von Frie­drich Ranken, daß bei der großen wissenschaft­lichen Expedition im nächst« Sommer der Graf Zeppelin verwendet werden soll, den die deutsche Regierung für drei lange Fahrten gut Verfügung gestellt habe. Dr. Eckener, der al« Luftfchifs führen wird, habe gewünscht. Harpa- randa al« Bast» zu wählen, von wo au« da« Luftschiff

Frankreichs Kriegsminister in Wien

Auch Painlevö betätigt sich nutwissenschaftlich"

Dr. Paul Rohrbach.

Der heute wirrer anerkannte Führer der Li­beralen, Lloyd George, nannte kürzlich auf dem liberalen Kongreß den stellvertretenden Außen­minister Lord Eushendun eine .ausgestopfte und aufgezogene Figur", dte alleS wiederhole, was man in ihren Grammophonkopf hineinspräche. Für englische Verhältnisse ist das eine unlie- oenswürdige Ausdrucksweise, selbst mit Rücksicht auf die beginnende Wahlagitation, wobei et sie Brücken zur Arbeiterseite durchaus nicht abbrach. Wichtiger sind jedoch die außenpolitischen Per­spektiven und andere Dinge. Lloyd George be- zeichnete die Außenpolitik der Konservativen für katastrophal. ES sei verkehrt, Italien, und es sei ein Wahnsinn, Amerika sich zu entfremden. Deutschland gegenüber sei die Regierung bet« tragSbrüchig, und gegen den Völkerbund habe sie einen Vertrau ensbruch begangen Die Genehmigung deS französischen Verlangens, alle Armeereserven sollten von der Abrüstung ausgeschlossen werden es handelt sich bei Frankreich, Polen und der Tschechoslowakei um zusammen acht Millionen Mann sei v e r b r e- che r i f ch, und außerdem könne niemand begrei­fen, warum die Regierung es den Franzosen er­laube,den Kanal mit Unterseebooten zu füllen"! Man kennt Lloyd Georges drastische Stilisie- rungskrast noch auS dem Kriege. In England bedeutet eine solche Fähigkeit in der politischen Debatte nicht wenig. Selbst aus konservativer Seite kann man lesen, daß Lloyd Georgedie stärkste dynamische Kraft" Englands ist. Aus ir­den Fall hält Lloyd George im Augenblick dte auswärtige Politik für den , ch w ä ch st e n P u n k t der Konservativen, auf den ein Angriff den meisten Erfolg verfpricht.

Es ist in bet Tat bemerkenswert, wie unfroh die Stimmung in England geworden ist, nicht zuletzt wegen des Abkommen mit Frankreich, von dem die öffentliche Meinung fühlt, daß die Regierung sich gezwungen geglaubt hat, die Kon- sequenzen au« einer gegen Frankreich unterlege­nen Situation zu ziehen. Auch daß sie sich so­lange darum zu drücken versucht, da« Abkommen zu veröffentlichen, wird so gedeutet. Roch mehr wird die St.mung beeinflußt durch den hoff­nungslos unbefriedigenden Stuf'- der Kohlen- frage. Dieser Pfeiler der englischen Wirtschafts- Macht scheint überhaupt nicht mehr untermauert werden zu können. Auch über den Geldmangel wird geklagt.. Heute lacht niemand mehr, wenn Lloyd George und die Arbeiterführer die kom­mende konservative Wahlniederlage für felbstverständlich erklären. Auffallend ist die Leb- hafttgkeit, mit der man sich auf bet liberalen Seite jetzt Deutschland annimmt. I scheint, als ob die Franzosen nicht nur erreicht haben, durck die Drohung mit ihrer Reihe befestigter Flug- zeugvasen längs der ganzen französischen Kanal- küste die verantwortlichen Männer ti Robinet einzuschüchtern, sondern daß es ihnen auch ge- f.» »ff. hen Konservativen di.' deutsche Wirt- schaftSkonkurrenz al« Gespenst an die Wand zu malen. Je stärker Lu8 Unbehagen über die eigene ungünstige Lage toLb, desto leichter kön­net solche Silber schließlich doch wirksam wer­den. Diebeutfuje Legend ", d. h. daS beinahe schon tut Formel gewordene Wort .Die Dew- schen bringen alles fertig' spielt in manchen Krei­sen in England bald eine ähnliche Rolle, wie die Warnungen vor der-deuischen Konkurrenz wäh­rend der letzten zwei Jahrzehnte vor dem Kriege. Daraus, daß man verhältnismäßig wenig davon in den Zeitungen lieft, sind keine Schlüsse zu ziehen; im Gespräch begegnen die Sorgen um so öfter. Llovd George ist diesmal sicher nicht nur Wahlagitator, wenn er in der Abrüstung», und in der Rheinlandfrage die Sache Deutschlands vertritt; vielmehr sieht er ein, welch einen Feh ler die Politik der Konservativen begeht, wenn sie ans Angst vor den französischen Flugzeugen und auS Angst vor einer neuen deutschen Gefahr Europa den Franzosen a u 411 e f e r t.

Die Konservativen haben noch eine große stra­tegische Reserve für den Wahlkamp, verfügbar: den Schutzzoll. Auch hier ist Deutschland ausgesprochen ober unausgesprochen, das Ärgu ment, mit dem gearbeitet wird: England» Wohl­stand sei bedroht durch die vordringende Konkur­renz des Auslandes An dieser Stelle sind auch die Reihen der Liberalen nicht ganz geschlossen Ein kritisches Zeichen für dte Konservativen ist Übrigens auch der Rücktritt des Ministers für Indien, Lord Birkenhead Die prlvatwirt- schaftlichen Gründe, die dafür angegeben werden find nicht die wirklichen. Wirklich ist dagegen der

Dte Raffelet iieutfttn Sladtrubtee. erüde'aen wöckemli» '«»»mal naämttta««. Der AbonnemenkSprei» beträgt für bett Monat r.SO X bet tret« ,-iustelluu« in» »me la bet ®eftbäft»ftelle -bgeholt 8.- X Dur» bif »oft momttli» 2.30 X auiftbtiefilub .Hüftenuna»«bflta. ssertttvrechei 861 nnb »52 ftftr unoerUnet etngefanbte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oper (Semäbt ttt keinem fraHe übernehmen Rück«hlnnaen de» vemgSaelbe» ober tttvrüche wegen etwaige, nicht orbnunasmätzfgtt Siefernna ist auiaetblofltn. - Pofttckeakonto itranffun <» M Nummer RSso CHnielittimmet 10 4 SennMeennmmn 30 *

Das zweite Äenbau-Masiengrab.

Hebet zwanzig Tot« unter ben Trümmern. Genau wie in Prag. Sträflicher Leichtsinn, eines Italieners.

Unglückickie Esten.

Länber-Wettlaus um den ScheidungS-Rekord.^ lieberen vermehrte Ehescheidungen. -7 Sinkend« tenbeni tu Den»»!««» web Österreich. Dal- lar- um» Lvwjetreich an der Svive. Rückkehr dur Dituerehe.

Der Weltkrteg hat nicht nur wirtschaftlich und sozial, sondern auch in ben Einrichtungen bet Ehe fast darf man sagen revolutionierend ge­wirkt. Alle wichtigen Kulturländer weisen in Der Nachkriegszeit eine außergewöhnliche Stei­gerung der Ehescheidungen auf. Deutschland hat beispielsweise seine Ehescheidungsziffer mehr als verdoppelt. 1913 betrug sie bereits aus 100 000 Einwohner berechnet 27,9, während die Rach- kriegshöchstzisser 57,8 Scheidungen auf je 100 000 Einwohner erreichte. Deutschland gehört aber zu den Ländern, in denen sich diese Scheidungs- bewegung bereits wieder zu beruhigen be­ginnt trotz der zum Teil stürmischen Forderung der Ehescheidungserleichterung; die neueste Scheidungszifse-' beträgt nur noch 54,3 bei einer ganz gewaltigen

Zunahme < - Eheschließungen in den letzten Jahren. Aehnlich, aber noch viel bewegter hat sich die Lag in Oesterreich gestaltet, wo sich die Scheibungszisi-r bis 1924 mehr als versiebensacht hat. Aber auch Oestrereich befin­det sich im flotten Abstiege von der Höchstzifser 87,5; die Scheibungszahl wird in diesem Jahre schon nicht mehr 80 erreichen, wobei noch beson­dere Verhältnisse ins Gewicht fallen. Länder mit rasch steigender Scheibungszisfer, bte noch nicht zum Stillstand ober Rückgang kommt, sinb unter anberen bie Nieberlanbe, Schweben, Dänemark unb Norwegen. Gerabe die skanbinavischen Staaten sinb in ben letzten Jah­ren mit Scheibungserleichterungen vorgegangen. Wie Deutschlanb unb Oesterreich gehören zu ben Ländern mit emporgeschnellter und nun wieder abfallender Scheibungszisfer B e lg i«n, F ra n k- reich, Ungarn und die Tschechoslowa» k e i. Eine ganz eigenartige Sonderstellung neh­men Rumänien, England und Japan ein. In Rumänien ist die Scheidungsziffer von 43 fast unverändert gleich geblieben. Die Ereignisse sind in dieser Hinsicht an dem Lande so gut wie spurlos vorübergerauscht. In England hat sich die Scheibungszisfer vervierfacht, ist aber im­mer noch als bte

niedrigste Scheibungszisfer auf bet Erde zu betrachten. InIapan aber senkte sich wäh- rend des Krieges und später die hohe Friedens- scheidungsziffer von 112,5 die selbst über der Scheibungszisfer bet Vereinigten Staaten gele­gen hat, unausgesetzt auf nunmehr 82,8. Die Ehescheibungshäusigkeit in ben Vereinigten Staa­ten ist nach bem Kriege noch ungeheuer stark an- gewachsen, sobaß sie schon 1924 ben u tt b e ft r i t - tenen SchetbungSweltrekorb von fast 160 erreichten. DaS europäische R u tz l a n b über« bietet sie aber mit 167 unb bte Ukraine sogar mtt 175. Der Zusammenhang biefer Höchstziffer mtt bet sehr radikalen russischen Ehe- unb Schei« vungSgeseygebung liegt auf bet Hanb. In Ruß­land genügt ja heute schon eine

«inseitige unbegründete Willenserklärung zur Scheidung.

Obwohl dte Ehescheidung in der Schweiz jetzt mindestens so einfach unb erletchternb gestaltet worben ist wie in ben Vereinigten Staaten, gab es hier aber nur ein Anwachsen von 41,6 auf 59,9 bei anscheinenb jetzt wieber fallenbet Ten- benz. Für bie Dauerebe unb für bie Familie er­klären sich in bem Wiebetabsinken bet Schei­bungszisfer alle alten europäischen Kulturnatio­nen, wobei alS besonder« interessant erscheint, daß Japan auch diese europäische Entwicklung mttmacht und baß Englanb, dessen niedrige Ehe- scheibungSziffer nur von bem zähen Willen bet Vermeibung ö f f e n t l i ch e r S t a n b a i e zeugt unb natürlich nicht bat wahre Btlb der tatsäch­lich vorhanbenen Shezerrütiungen vermittelt, sich zur Wahrhaftigkeit burchringt. -Mf.

Paris, 19. Oktober. An btt Einsturzstelle des sechsstöckigen Neubaues in Bincennts (sie auch .Aus aller Welt' D. Sieb.) würben im Laufe der Rächt weitere vier Tote geborgen. Unter ben biS jetzt zu Tag« gesötbettrn steben Toten befin­det sich auch jener Arbeiter, mit bem die Ret­tungsmannschaften gestern abenb sprechen unb ihm Rum zur Stärkung einflößen konnten. Während bet AufräumungSarbeiten finb noch fünf Böden eingestützt. Man hörte noch bie Stimmen von zwei Personen, die auf Noch nicht befreit werben konnten. Man glaubt, baß nun- mehr noch etwa 12 Arbeiter unter ben Trüm­mern liegen, da nach Angabe de» Bauherrn Provini

29 Leute im Hause beschäftigt aewesen fein müßten. Der Hauseigentümer Provini unternahm in einem unbewachten