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Meler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

18. Jal raairg

Sonntag, 7. Oktober 1928

Einzelpreis: Sonntage 20 Mennig.

Nummer 238

Einzelpreis! Wochentags 10 Pfennig.

Lloyö George geißelt die Frieöensheuchler

Die verzauberte Stabt

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Leiter Professor Sarnuelowitfch äußerte flch zu

her sollen die Behörden sogar verboten haben,idie wi rll iche L age i n « o «jetru tzl an d ihm die nötige Medizin zusammen zu lasse«. I und das Schicksal Trotzkis und Radeks zu machen.

Aber auch Radek fall an einem Nierenleiden erkrankt fein und über keinerlei Mittel verfügen. Die Delegation fall Aufsehen er­regende Dokumente mit flch führen, die später veröffentlicht werden sollen. Ihre Absicht i# eS, hauptsächlich in Westeuropa Mitteilungen über

OSlo, 6. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Wie ein Blatt zu berichten weiß, erwartet man hier in nächster Zukunft den Besuch einer Sow- ietdelegation. Trotzki ist bekanntlich so krank.

daß seine Freunde alles daran setzen wollen, um ihn in ein anderes Slim« zu schaffen. Bis

glied der Italia-Bemannung der nach dem Ab­sturz mit der Ballonhülle Fortgetriebenen noch am Leben sei. Der Winterbeginn in der Arktis habe ihn gehindert, wenigstens die Leichen zu bergen.

gesinnte Gäste waren. Auch die Kaisersöh­ne waren häufig bei Baron und Baronin Ge« vers zu Gast. Der Baron empfing sie dann genau wie in der Kaiserzeit an der Haustür und ließ sich durch keine Einwendungen davon abhalten, jüngere preußische Prinzen unten aus der Straße zu begrüßen. Als der Kronprinz auS Wteringen zurückkam, gab ihm daS holländische Gesandtcnpaar ein großes Begrü- ßungsdiner, zu dem alle in Berlin anwesenden Preußischen Prinzen, ehemalige Hofchargen und andere Prominente Mitglieder der Hofgesell­schaft geladen waren. Dieses Diner führte na­türlich zu einer Interpellation im holländischen Parlament. Die Interpellanten meinten, daß eS der Pflicht des Gesandten bei einer Republik nicht entspräche, den Thronprätendenten so zu feiern und verwiesen auf die reservierte Hal­tung der Königin Wilhelmine, die den

Kaiser bekanntlich niemals sieht.

Erst sehr viel später, als Berlin ruhig gewor­den war, und die Nachwehen des Kapp-PutscheS verdaut hatte, folgten die Häuser von Dirksen und von Schwabach dem Beispiel von Baron Gevers und öffneten ihre SalonS den spärlichen Resten der Hofgesellschaft. Auch die Gräfin Groeben nahm die sonntäglichen Musikempfänge wieder auf, mit denen sie vor dem Kriege so viele Jahre hindurch alle Musikfreunde der Berliner Hoskreise erfreut hatte. Ebenso fin­gen die Gräfinnen Dönhoff und Schlippenbach- Metzler wieder an. Geselligkeit zu geben. Rur wenige SalonS gibt es. in denen sich alte und neue Zeit treffen. Es sind in erster Linie die hübsche Villa der Fürstin L i ch n o w S k y. die kleinen, aber mit prachtvollen japanischen Kunst- schätzen geschmückten Räume der bekannten Ma­lerin und Schriftstellerin Marie von Bunse» und das prachtvolle Palais Siemens in Lank­witz. Bei Marie von Bunfen im kleinen aber tnleresianten Kreise zu frühstücken gehört zu den feingeistigen Genüssen der Reichs- Hauptstadt. Dasselbe gilt von den kleinen Essen, zu denen die Fürstin Mechtilde Sich» notofh) häufig einlädt. Bei ihr trifft man hauptsächlich moderne Künstler und Schriftstel­ler. DaS prunkvollste von den Häusern der alte« Hofgesellschaft machen freilich Herr und Frau B e r n er F. v on Siemens. Durch einen glücklichen Zufall gelang e» ihnen, die Basi- ihrer glänzenden Geselligkeit zu finden. daS rie­sige prunkvolle HauS eines pleitegegangenen Kriegs- und InflationSgewinnlerS in Lankwitz. Der HauSberr ist zwar kein Freund großer Ge­selligkeit, denn er lebt ganz der Musiki Aber die Nuge Gattin, die gar zu gern auSgeht und empfängt, ist eine Eva. Sie spannte die Vorliebe ibreS Gatten für die Musik ein und machte zum Mittelpunkt deS Im März 1928 gege­benen großen Empfanges ein Orchesterkonzert, daS der Hausherr, der früher einige Jahre Ka­pellmeister war, dirigierte.

SS war fabelhaft.

Die HauSsierrin empfing die Gäste eS Waren mehrere Hundert in einem Stilkleid mit . grauer Perücke, geziert mit ihrem berühmten

Berlin, 6. Oktober. (Funktelegramm.) Heute nacht wurde im Norden der Stadt ein Passant aus noch ungeklärter Ursache von etwa zehn jüngeren Leuten überfallen und zu Boden ge­schlagen. Ein zu Hilfe eilender Polizeibeamter erhielt mit einem BierglaS einen Schlag ins Gesicht, sodaß er eine klaffende Wunde davon- trug.5' Darauf ergriffen die Täter die Flucht, wobei einer von ihnen auf den verfolgenden Beamten zwei scharfe Schüsse abgab, die jedoch ihr Ziel verfehlten. Der Beamte folgte

Mussolini drangt auf Räumung?

Ein vielsagendes Dementi. Wem soll man glauben? Eine Spitze gegen Paris.

Alle Well ist gewannt.

Sie wollen Moskau entlarve«. Rettungsaktion für Trotzki-Radü.

betont werde, daß Washington nicht den Wort­laut, sonder« nur eine zusammenfassende In­haltsangabe erhalten habe. Wichtiger «och als die gefährliche Uboot-Klausel sei eine andere. Ich beziehe mich auf die englische offizielle An- erkennung der französischen These über die mili­tärischen Reserven. Frankreich und seine Ber- bündeten können innerhalb weniger Tage

mehr als acht Millionen ausgebildeter Soldaten

unter die Waffen stellen.. Kein Wunder daher, daß Italien sich dem Pakt gegenüber unbe- h aglich fühlt und daß Deu.schland der fron- zofischen Behauptung, oie Rheinlandbesetzung sei zur AufrechterhaUung der Sicherheit Frankreichs unbedingt notwendig, so skeptisch gegenübersteht. Wen« sich die gigantlschen Reserve« bewahrhei- ten, bann ist die Sache deS Friedens von den Regierungen Frankrei.lS und C glandS in wohl überlegter Weise einfach » e r ra t e n und p re lä­ge g e b e n worden.

der Bande in ein Lokal, in daS sie sich zurückge­zogen hatte. Als er sich legitimierte erlosch daS Licht und man fiel über den Polizeibeamten her, schlug ihn zu Boden und würgte ihn. In dieser höchsten Not gab der Beamte vier Schüsse ab, wodurch ein achtzehnjähriger und ein zwanzigjähriger Arbeiter schwer verletzt wurden. Ein dritter Angreifen, der nochmals auf den Beamten eindrang, erhielt einen Schlag mit dem Pistolenkolben. Ein herbeieilendes Streifkommando nahm vier der Täter fest.

Eine Prise ßofluft.

Stelldichein der alten Hofgesellschaft.

Di« alt« Hofgekellschast des 8otno»em6et8 ist uich» tot, sie lebt noch, «nr nicht Io Berlin. Im Gegensatz ,n trübet liegt ihr Schwergewicht ans dem Lande. I» die nnr höchsten Grsell- schaltsivitzen »ngänglichen Häuser Iaht nns unser eingeweihie Mitarbeiter interesiante Blicke werten.

Auch diese Gesellschaft hat Konzessionen an die neue Zeit gemacht. Scheidungen, früher verpönt, Weil die Kaiserin Auguste Viktoria geschiedene Frauen niemals bei Hofe empfing, sind häufig geworden. Bubiköpfe und kurze Röcke werden getragen, die jungen Herren sind Bankbeamte ober in Getretdegeschästen, Berufe, von denen man früher schaudern sprach, die jungen Mäd­chen verdienen ihr Brot als Gutssekretärinnen oder Sie notypi st innen, und nur Wenige, die besonders tüchtig sind und Glück haben, wer­den Privatsekretärinnen prominenter Politiker ober großer Jnbustriemagnaten. Nach bem Um« turz war es merkwürdigerweise kein beutsches Haus, das die versprengten Getreuen des Rat« erhauses wieder sammelte, sondern ein auslän­disches, nämlich das des holländischen Gesand­ten Baron GeverS. Bis 1927 Vertreter ber Niederlanbe in Berlin, machte er kein Hehl bar» aus, baß ihm bas alte Kaiserreich lieber sei alS ble Republik. Ja, er setzte biese Vorliebe sogar m bie Tat um unb machte zusammen mit sei­ner eleganten Gattin aus dem schönen Ge« sandtschaftspalais in ber Rauchstraße einen Mittelpunkt ber alten Berliner Hofgesellschaft, ja er gab große Abende, auf benen -

strengste gesiebt nur monarchistisch

Die öaReler jleueften 9iad)rtd)ten «eiche»aeo wöcheniUch »echsmai aachmittag». Der äbonnementepreie betragt für den Monat 2.20 jf bei freier Zustellung tng Hau» in bet Äeichaitsitelle abgehott t Jt Durch bie Soft monatlich 4.20 Jt ausichliehbch .-ittitellunasgehiihr Feinlorrchn 95t unb 952 Für unverlangt etngeiunbte Beiträge kann bie Redaktion eine Berantwortung ober Gewahr in keinem Kalle übernehmen Nllck«h>ungen b«s Bezogsgelbe« oder Sniorüche wegen etwaiger nicht orbnungsmähiger Lieferung isi au8ge,d>!onen. Polticheckkonto itranffun a M Rümmer WO @inwlnnmmer 10 <f LonntogSnummer 20 4

Innere GeslcMe.

Kassel wirb Köhl und Fllchner lausche«.

Run werden auch wir Ihn kennen lernen, um «n Wit gebangt haben, als sein metallenes Lusttoß zum Weitmeerslug on Irlands Küste aufstieg, um den wir zitterten, alS uns die der- ] stümmelten, ungewissen Funkjprüche von der ; abenteuerlichen Landung auf dem unwirtlichen ( Felsen-Eiland pon Gteenly Island wie - verslatterte Sturmvögel umschwirrten, und den , Wir mit seinem todestreuen Kameraden wie i ein paar Kreuzzugritter feierten, als sie den i Fuß wieder aus Heimaterde setzten. Aus dem uns erblichen Lorbeer dieses ersten und bisher noch nicht wieder nachgemachten Doppeldecker« sluges EuropaNewyork will aber die stahlge- schweißte Energie der Weltmeereroberer nicht ausruhen. Und während der monokelblitzende Flug-Enthusiast Hüneseld soeben im tiefsten Asien auf dem Tokioflug um einen weiteren Weltrekord ringt, pflanzt nun Hauptmann Köhl von Mund zu Mund nach Art der alten Barden sein selbst erlebtes Heldenepos fort von Geschlecht zu Geschlechtern.

Was er mit dieser völkerverbindenden Pio­niertat an weltweiten Perspektiven für sein Volk und die noch immer in Mißtrauen unb Mißgunst zerfallene Menschheit aufrttz, soll ihm unvergessen bleiben, auch wenn man ihm in Linkskretson sein allzu unbekümmertes poli­tisches Intermezzo in Doorn vielleicht allzu heftig verdacht hat: Die aus liebender Wetbes- fcele htngestainmelte köstlichste aller Huldigun- gen von Millionen Lippen, bet inbrünst'g-glau- biae in fast kindlicher Demut über den Ozean gefunkte süßeste Preis für den reckenhaften Em- satz eines Menschenlebens:Ich hab'S gewußt. Dein Peterle- . . . Soll diese rührend-zarte, felsenfeste Zuversicht nicht auch in unseren Her­zen zum Motto des TankeS an die Fackelträger der Zukunft, zum Eckstein eines neuen gewissen Geistes, zum Jungborn der Ichafssnslust und deS Opfermuts für daS Wiedererstarken der Nation unb einer neuen Kulturblüte werben? Wir wollen ben dunklen Rornen bc8 Schicksals danken, daß uns dürstenden Wüstenwanderern doch hie unb va ein kühler Oasentrunk wegwei­senden, mitreißenden TatwtllenS, hochsliegender Erfinder-Phantasie bte vertrockneten Lippen netzt. Wenn auch kein feuriger Engel ber Staatskunst deS Rote Meer der Widersacher vor uns teilt. Wenn auch kein politisches Seher­auge, keine weltteilsuchenbe EolumbuSseele am Steuerrab der Zett auch nur eine Winzige Robinsoninsel an fernsten Horizonten erspäht, bie uns Umgetriebenen Rast und Nahrung ge­währen würde. Darum sollen sie freudig will­kommen setn. um deren unsichtbare Schwingen mehr silberne und goldene Zukunftsstreifen leuchten alS sie uns irgend ein Bergsteiger ber Politik je gezeigt hat. Darum lassen wir uns willig und begeistert heute wie am ersten Jubel­tag, als die Dollarmetropolen Blumen- und Pa­pier-Wolkenbrüche auf die Weltmeerbezwinger niederschütteten (ein Goldregen hätte siöb mehr empfohlen), von Köhls Adlerwillen entführen über Wellen- und Wolkenberge. lassen unS be- schwingen vom stählernen Glauben an unsere noch unerfüllte WeltM'ssion und an die wahre Völkerverflechtung durch Geist und Tat.

Diese Weltschau innerer gleichsam zweiter Gesichte, diesen linden Trost im Leid und Auf­schwung in golbenere Alltagsgefilde Wirb auch der große Asien - Abenteurer Wilhelm Filchner in unS erwecken, ber genau vier Wochen später (Köhl wirb am kommenben Mon­tag Abend bie Stadthalle füllen) am 6 Novem­ber im Evangelischen VereinshcmS und zwar als Gast ber Kasseler Presse ein Weltaufge« schlosseneS unb lernfreubigeS Publikum um sich versammeln wird Sollte unS bas Keine Opfer cm Zeit und Mammon auch für dielen vielge­prüften Weltenfahrer, um den unS andere Völ­ker beneiden, zu groß sein, nm es einzutauschen gegen ben faszinierenden RhvthmuS lockender Orientmelodien, die eine von tausend unbekann­ten Schrecken fernster Tibetzonen umwitterte Gestalt ausstrablt? Nun Wir wissen, daß auch Kassels Bürgerschaft noch unerhörte« Wagemut und stahlgeschienten Männer-rnst zu schätzen weiß Und Mas sie an Bewunderung und Dank- barkeit den heimischen Luftheroen zollt. Wird sie seinen noch ehrenreicheren Siegern zwischen Himmel und Erde nicht vorenthalten. Die er­lebnisstarke Stunde zu Füßen des fetzt wieder für Amerika aeWabbneten Zepvelin-Komman- banten steht wie ein leuchtendes Fanal der Bür- «erfreue in unserer Erinnerung. F. R.

KriegSbilder Wie an der Front.

flch davon überzeugen, daß die Bevölkerung vo« Wiener Neustadt infolge der Vereinbarungen über den getrennten Aufmarsch und der ge­troffenen Sicherheitsmaßnahmen vollständig beruhigt ist. Die Gerüchte von einer veunruhi. gung der Geschäftsleute, geplanter Berschalung der Geschäftsläden ufw. entbehren jeder Grundlage.

* Für den schlimmsten Fall

Wien, 6. Oktober. In Wiener Neustadt mutz­ten viele Akademieschüler bie Anstalt räumen und wurden in ihre Heimat zurückbefördert. Im Krankenhaus wurden 300 Rotbetten und 22 Tragbahren bereitgestellt. Eine größere Anzahl Wiener Aerzte ist zur Verstärkung des Dienstes nach Wiener Neustadt gekommen. Der Sonn­abend-Wochenmarkt fand bereits gestern statt, da am Sonnabend früh sämtliche Betriebe der Stadt und der Umgebung stillstehen. Auch die Geschäftsleute in Wiener Neustadt Werden Wahr- scheinlich ihre Läden bereits am Sonnabend mittag schließen, ebenso Wie die GastWirtschaf- I ten. Die neutrale Zone wird bereits am Sonn- abend um 12 Uhr abgesperrt. Sie darf von keinem der Teilnehmer der Veranstaltung Bette» I ten werden.

Leningrad, 6. Oktober. Bon Flugzeugen unb sei Ü^tzeuA daß kein Mtt

Kriegsschiffen begleitet, ist der EisbrecherStraf, *"pever.rerern, " aoet«eU0t ' V " fln" in Leningrad eingelaufen, wo die Besatzung enthusiastisch begrüßt wurde. Dem Empfang wohnten auch die Auslandsvertreter bei. Der

bin Schupo in der Rolvdie-Falle.

Bier scharfe Schüsse in der Notwehr

«njetatnorttte: iStnbetmtfdx Sdtiäftfcineigen bte mm-ädk 10 4 .aubmärttqe Gcichälisa »zeige, bie mm .Seile 10 4 ftamtlienanjetatn bt« mtn«3eue 10 4. Nietn« Anzeigen ans 8afiel bas Son 6 J au8roantge Winne «W« bi«mm« Zeile 10 4 Reklamen bie mm-Zeil« « 4 OfUrtoebübi 95 4 (bel 3uf eauno § 4> Rechn ungsderräge tnnerbalb 5 Tage» yblb.ii , durch Fernlvrecher autaegedenen «»zeige» lomie lür «ulnadmebate» und Vlatze kann nicht Mtanhert werden Äöt «n zeigen «<> be'vnders '»miertgem So6 1<» Prozent «uUchlag Druckereik Tchlachrbotttr 2R/R0 Aetchättsttelle: SSln etr b.

Paris, 6. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Halbamtlich wi»d aus Italien die Meldung dementiert, dcrzufolge oer itnlieni che Botschafter in London dem englischen Außenminister eine gemeinsame Aktion in der Frage der Rheinland­räumung unb der Reparationen unter Ausschluß Frankreichs vorgeschlagen habe, d'e aber ab« gelehnt worden sei. DaS Echo de Paris, daß diese Mitteilung veröffentlicht hatte, häll trotz des Dementis seine frühere Behauptung aufrecht

8 Millionen Reserven.

Wie Ll'yd George die Flottenpolitik geißelt.

Wien, 6. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) In der Presse beschäftigt sich Lloyd George mit dem englisch-französischen Abkommen, das er als das ungeschickteste und unheilvollste Doku­ment der letzten Jahre bezeichnet. Es zeige flch jetzt, daß keine der Hauptmacht unterrichtet war, da In der amerikanischen Note ausdrücklich

Wiener-Neustadt ein einzige« Heerlager.

Wien, 6. Oktober. (Privattelegramm.) Nach einer Schilderung der Arbeiterzeitung macht Wiener-Neustadt den Eindruck einer besetzten Stadt. Militärpatrouillen mit Karabinern und aufgepfianztem Bajonett durchziehen die Straßen. Auch die Gendarmen find mit Stahlhelmen ausgerüstet. Am Bahnhof kommen immer neue Truppen an, ausgerüstet mit Feldküchen ufw. Seit dem Kriege hat man in der Stadt

nicht mehr so viel feldmarschmäßig anSge- rüfieteS Militär gesehen.

DaS Militär hat sämtliche Amtsgebäude b e - etzt. Vor dem Post- und Telegraphenamt hat eine Kompagnie mit Maschinengewehren Ausstellung genommen. Die ganze Stadt ist r o t beflaggt. Rings um den Turnplatz werden dir Heimwehren aufmarschieren. Die Stadt gleicht einem einzigen rotenFlaggenmeer.

* * *

Der Tanz kann beginnen.

Bange Stille in Wiener Neustadt.

Wien, 6. Oktober Landeshauptmann Dr. Buresch unternahm gestern einen längeren Rundgang durch Wiener Neustadt und konnte

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Auf ewig am Nordpol verschollen

Heimkehr der tapferen Sowjet-Retter. Wie Moskau fle umjubelt.