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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 231. Einzelpreis: io Pfennig Sonnabend, 29« September 1928. Tinzelpre,?. Sonntags 20 Pfennig 18. Jahrgang

Sin Dreibund pans-Lonöon-Nom?

Für Wien zu schlechtes Wetter. Wie weit fliegt er heute? Löbe fliegt mit.

bei Jahres bedeuten.

Molekülzertrümmerung soll eS möglich sei» Wasserstoff in unbegrenzten Me.-gen zu gewinne«. Dieser Wasserstoff soll daun in der gleichen Weise als GaS benutzt -'erden kön­nen, wie SohlengaS für Snrftzwecke benutzt wird. Die niedrigen Herstellungskosten würden das

London, 28. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Auf der Welt-Brennpoff-Tagung vertrat ein geborener Berliner, Dr. von H o h e n » u auf Grund dreizehnjähriger Studie«, bk »«ficht, daß Wasser mit wenig Kilowattstunden Elektrizität eines Tages die Sohle alS Brennsttffer-

Sn Saizdu g um evreksi

Salzburg, 28. September. (Privattelegramm.) Ilm 9.48 Uhr signalisierten zwei Kanonenschüsse das Herannahen desGraf Zeppelin". DaS Luftschiff überflog die Stadt, führte einige Be- wegungsmanöver ans und schlug dann eine gro­ße Schleife fahrend wieder die R i ch t u n g nach Bayern ein.

aber Sie haben keinen Begriff von der unbe­schreiblichen inneren Erhebung, die eS gewährt, on_ einem so schönen Morgen wie heute über Wälder, Seen und Städte zu fliegen, in der Nachbarschaft der Berge, die im Neuschnee er­glänzen. Dabei haben wir ein Gefühl der abso­luten Sicherheit, das uns alle belebt. Mr fit zen hier

wie im heimatlichen Sofa, wie in dem Abteil eines D-Zuges, nur daß die Fahrt ruhiger ist und die Gegend schneller vor­beifliegt. Wir beglückwünschen den genialen Schöpfer dieses Luftschiffes, Dr. Eckener und seine tapfere Mannschaft und hoffen auf eine weitere glückliche Fahrt. Exz. v. Miller er­wähnte die Lustschiff-Reliauien im Deutschen Museum und daß er vor 20 Fahren mit dem ersten Luftschiff über den Bodensee gefahren sei. Ein Luftschiff von damals verhält fich zu dem heutigenGraf Zeppelin" ungefähr» so wie ein Bodenseedampfer zu den jetzigen Ozeanrie- 'en. Wir Deutschen dürfen froh und stolz sein.

daß es ein Deutscher war,

der der Menschheit die Kühnheit gegeben hat, die Luft zu erobern. Wir dürfen auch die große Freude haben, daß ihm ein Nachfolger von so großem organisatorischem Geschick und so großer Führerfähigkeit wie Dr. Eckener erstanden ist

Senkung der Einkommen- und Revifion der Sa- pitalertragfteuer.

Eine Reform des SPiritus-MonopolgesetzeS will möglichst das Handwerk der Schwarzbrennerei­en verhindern. Ueber allem aber stehen zweifel­los die Bemühungen um daS sog. Stuerverein- heitlichungSgesetz. das die zum Nachteil de» Steuerzahler hervortretendeDoppelbesteuerung in Reich und Ländern beseitigen, VerwaltungS- ersparnifie erbringen und ermöglichen will, daß hinfort der Steuerpflichtige feine Steuererkbä- rung ohne wiffenschaftlich geschulte Experten abzuaeben in der Lage ist.

Bon sozialpolitischen Ausgaben muß dar Arbeitsschutzgrsetz seinen Instanzenweg von vorn beginnen. Parallel damit läuft die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens. Außerdem schwebt ein BereufsausbildungSge- etz, das

Lehrlingswese« nach heutigen Gestchtspuntten regeln. Wichfig ist auch die Reform deS

Gin neuer Welt-Dreibund?

Paris-Londo« ködern Mussolini. Wie fie das Fell verteilen.

Berlin, 28. September. (Eigene Drahtmel­dung. Wie aus Rom verlautet, sollen England und Frankreich verschiedene Demarchen unter­nommen haben, um Italien in die gemeinsame englisch-franzöflsche Front hineinzuziehen. Es soll für einen Europapakt gewonnen wer­den, für dessen Beteiligung ihm folgendes Ange­bot gemacht worden fei:. 1. Der gesamte

Balkan soll unter einem Konzern der drei Mächte vereinigt

werden. 2. Italien soll besondere Konzeffionen im Ferne« Osten und 3. S h r i e n als Mandat erhalten. 4. Sein Einfluß in Abessinien und Südarabien solle erweitert werden. Italien müsse dagegen seine Forderungen in Tunis an Frankreich aufgeben. Unter diesen Umftän- den soll eS in das Franko - englische Abkommen aubgenomme« werden und Frankreich wolle dar- auf verzichten eine LuflbafiS a« der italienischen Front zu bauen.

Berlin, 28. Sept. Wie wir erfahren, wird ich im Reichstag der vorherrschende Zug au Verwaltungsvereinfachung mit möglichster Ver­billigung und damit Lastenminderung der Staatsbürger richten. Aber in der Tat hemm» die labile parlamentarische Bosts der neuen Reichsregierung fast jede prattische Airbeit. So stehen denn taktisch« Bedenken beherrschend tm Vordergrund und nahm selbst das Schicksal der bedeutendsten Vorlagen unsicher. Ob das Innenministerium neben der Wahlrechtsreform ein Reichsschulgesetz vorlegen wird .über dem bekanntlich das letzte Kabinett Marx stürzte, ist zweifelhaft. Die schon berichtete Sammlung des Reichsrechts soll ferner in das Gesetzchaos Ordnung bringen. Für den Finanzausgleich (Mittel für die Länder) wird erst die deutsche Reparations-Gesamtverpflichtung zugleich auch Klarheit für den deutschen ReichkhauShalt bringen. Praktisch bedeutsamer sind dann die geplante

Friedrichshafen, 28. September. (Sonder- bericht ) DerGraf Zeppelin" ist heute morgen punkt 7 Uhr aufgeftiegen. Kurz nach 7 Uhr war er schon in den Lüften verschwunden, obwohl der Rebel sehr stark auf ihn drückte. Es herrschte leichter Nordwind und Regen. Gegen 8,45 Uhr kreuzte er bereits über München in einer Höhe von etwa 150 Metern und flog dann in der Richtung Salzburg weiter. Dr. Eckener äußert« fich vorher zu einem Pressevertreter, daß der Besuch von Wi?n wegen der Witterungs­verhältnisse heute ausgeschlossen sei.

* * *

Viel schöner als im Sofa«

Lustgrütze hoher Gäste aus der Gondel.

Löbe-Miller feiern das heroische Werk.

gegeben. Auch die italienische Botschaft wurde mnge Jahre von einem Diplomaten geleitet, der nch in der Wissenschaft einen Namen gemacht hatte. Graf B o S d a r i, den Mussolini plötzlich abberief, hatte viel über Earducci geschrieben, während feine Gemahlin, die einst von d'An- nunxio besungene Gräfin Bruschi Falgari, mehr der Musik lebte. Eine große Dame alten Stils, voll von Charme und Esprit, empfing sie jeden Nachmittag um fünf Uhr. Das ist anders ge- worden, denn der jetzt amtierende italienische Botschafter Graf Aldrovandi ist Jungge­selle. Die Tatsache indessen, daß er erst Anfang vterzlg ist und sehr gut aussieht, muß die Mut- ter im diplomatischen Korps trösten. Unverhei- rötete Botschafter sind immer eine große Partie Aber noch eine andere große Partie schwimmt m diesem Korps. Auch der spanische Botschafter Esptnosa de los Monteros, der in einer Villa der Regentenstraße

residiert, ist Junggeselle.

Sie geht freilich nicht auf in diesem Berus. Eine vorzügliche Kinderärztin arbeitet fie tag- lich, um ihre wissenschaftlichen Kenntnisse zu vertiefen, in der K i n d e r kl i n i k der Chari- tee. Ihre Vorgängerin als Doyenne war Lady d'Abernon. Weltdame vom Scheitel bis zur Sohle, elegant und gewandt, trotz ihrer sechzig Jahre eine vorzügliche Tänzerin und eine un- ermüdliche Reiterin, hat sie vier Jahre lang eine große Rolle gespielt. Im Palais der ante, rtkanischen Botschaft residiert Jakob Gould Shurmann, der 1899 feinen philosophischen Lehrstuhl aufgab und in den diplomatischen Dienst trat. Herr und Frau Shurmann emp- angen viel und sind häufig in der Berliner Gesellschaft zu sehen. Bon ihren Töchtern hat die ein« vor zwei Jahren einen amerikanischen Marineoffizier geheiratet, die andere hist ihrer Mutter bei der großen Repräsentation. Passio­nierte Automobilistin, gehört sie zu den weni­gen Diplomaten, die nicht abergläubig sind. Aus ihren Wunsch hat ihr das Berliner

Polizeipräsidium die Autonummer 13

Brenngas aus... Wasser?

Btelleicht daS Ende der Sohl«. Was ein deutscher Erfinder anzeigt.

Schlichtungswesens. Z. Zt. prüft man auch die Möglichkeiten einer Rationalisierung der Ver­waltung in der V e r s i ch e r u n g, die ohne Bei­trags- eine Erhöhung, der Leistungen bringen soll. Die Herabsetzung der Altersgrenze in der Angestellten-Verficherung vom 65. auf das 60. Lebensjahr ist jedoch in absehbarer Zeit noch nicht spruchreif, weil sie mit zu gro­ßen Kosten verbunden sein würde. Für diesen reichlichen .GesetzeSsegen*. zu dem auch noch eins gegen die Todesstrafe und ein ReichSmilchgesetz kommen sollen, muß aber erst die Stabilisierung der Reichskabinetts die er- forderliche parlamentarische Basis schaffen.

Dle große Vielte.

Warum man uns zum Rheinkauf drängt. Von Dr. Paul Rohrbach.

Nach den Enthüllungen der Dollarpresse hat England in dem Kompromiß den Franzosen vorweg zugestanden, daß sie ihre ausgebildeten Reserven, also ihre eigentliche Hauptmili- tarmacht, für die Abrüstungskonferenz als nicht vorhanden betrachten und von der Kon- senrenz fordern dürfen, daß sie diesen Stand­punkt anerkennt; England dagegen sichert sich dte französische Nnterstützung dafür, daß nur G ro ß k a m p f s ch i f f e, große Flugzeug-Mut­terschiffe und Kreuzer mit einem höheren Ge- schutzkaliber als sechs Zoll in die Abrüstung ein­bezogenwerden sollen, außerdem nur U-Boote itber 600 Tonnen Die letztere Bestimmung ist em Pstasier für Frankreich, das gern eine be­deutende U-Bootflotte besitzen möchte; nur soll es keine großen Boote bauen. Der entscheidende Punkt aber ist, daß England unbeschränkt kleine Kreuzer bauen und im Kriegsfall lerne schnellfahrenden Handelsdampfer, die schwerere Kanonen nicht tragen können, armie- ren darf. Alles was mehr als sechszöllige Ge­schütze hat. soll der Abrüstung oder Baube- schrankung verfallen. Gerade dies ist die Stelle, an der die letzte Marineabrüstungskonferenz in Genf zwischen England und Amerika schei­terte. Die Amerikaner, die kein solches Retz von Flottenstützpnnkten in allen Meeren besitzen, wie England, verlangen größere Kreuzer mit schwererer Armierung. Gerade diese aber wür­den nach dem englisch-französischen Abkommen der Proscrtptionsliste verfallen!

zu gewinnen wäre. Die deutsche Politik könnte keinen gefährlicheren Weg gehen, als de«, daß sie sich in den beiden Fragen der Räumung und der Zahlunasverpflichtungen von ihrem, bisher wenigstens prinzipiell festgehaltenen, Rechts- standpunkt auch nur einen Schritt breit abdrängen und sich zum Werkzeug französischer und «inglflcher Interessen und Absichten gegen die Vereinigten Staaten mache« ließe.

Witwer ist der französische Botschafter de Mar- Serie, der in zweiter Ehe die Tochter eines be- kannten Pariser Advokaten geheiratet hatte, die bei ihren Empfängen selbst dte Harfe zu met- ftertt pflegt. Die französische Botschaft ist wie die spanische eines der schönsten Gebäude Berlins. Richt toett davon am Königsplatz liegt das Palais des japanischen Botschafters Nagaoka, der vorher in der Handelsvertrags- abteilung in Tokio die deutschen Verhältnisse kennen gelernt hatte. Der bereits nach Jab- reSsrist in Berlin abberufene englische Bot­schafter Lindsay war zweimal mit Amerikane­rinnen verheiratet und hatte daher große Mit­tel. die ihn in die glückliche Lage versetzte«, ebenso glänzend wie fein Vorgänger repräsen­tieren zu können. Sein Nachfolger ist Str Ho- race Rumbold. AlS letzter der acht Botschafter ist noch der türkische zu erwähne«. Er bewobnr die Räume, in denen vor dem Kriege Arnold von Siemens und feine Gattin geborene von

München, 28. Sept. (Privattelegramm.) Die Besatzung warf über München Grüße ab für dietreue Hüterin von Kunst und Wissenschaft". Während das Luftschiff über der Stadt Mün chen kreuzte, hielten in der Funkkabine Dr. Ecke­ner, Reichstagspräfldent Löt und Oskar von Miller, Schöpfer des Deutschen Museums, An- prachen an die Münchener Bevölkerung. Dr. ' Eckener wünschte den Münchenern einen Guten ! Marge» und führte aus: Dies ist das erste Mal daß ein Luftschiff an den Rundfunk angefchloffen 1 ist Ich danke allen, die zum Bau des SchiLF beigetragen haben. Wir sind in UZ Stirn!/« bis über München gekommen. Wenn ich über die Schönheit und Annehmlichkeit dieser Fahrt zu Ihnen sprechen wollte, so würden Sie doch vermutlich mich für Partei ahllen, aber unsere hohen Gäste werden Ihnen jetzt dies« Eindrücke bestätigen. Reichstagspräsident Löbe entbot als­dann de« Münchenern seine Grüße, die dem Zeppelin freundlich zugewinkt haben. Sie haben das majestätische Flugzeug nur kurz erblickt,

Herlulesarbeit für den Reichstag

Die Bolkswohlfahrt erfordert rasche Arbeit.

Dte Entrüstung in Amerika gegen die Einehitsfront" tst daher groß, und sie wird nicht kleiner, daß deutlich zu sehen ist, wie pa­rallel mit der Frage der Flottenrüstung, noch eine zweite Einheitsfront", auf fi­nanziellen Gebiet, gegen Amerika gebildet werden soll. In diese Front, und hier ist der Punkt, wo die Sache für uns gleichfalls gefähr­lich wird, soll auch Deutschland hin­eingezogen werden. England tst im Be- griff, finanziell den Atem zu verlieren, wenig­stens gegenüber Amerika. Seine Arbeitslosen­unterstützung kostet ihm andauernd zwischen einer und zwei Milliarden Mark jährlich. Sein Kohlenerport. eine der Hauptsäulen seiner Wirt­schaftsmacht, sinkt, und kann, wenn überhaupt nur durch eine große und kostspielige Rationali­sierung gerettet werden. Die Bergwerksbesitzer können das Geld nicht aufbringen, also wird der Staat die nötigen Milliarden dranwenden müssen. Auch die Nationalisten um Poinvare sehen thre Sage zn rosig an. Namentlich an Amerika sind in Kürze große Beträge fällig. Es ist kein Geheimnis, daß man den deutschen Reichskanzler in Genf dahin bearbeitete, im In- tereffe einer Ermäßigung der deutschen Tribut­leistungen an einer Aktion teilzunehmen, die aus eine vorteilhafte Regulierung der französi­schen Verpflichtungen an Amerika abzielt.

Es kann sein, daß sogar diejenigen Recht ha­ben. die hinter den französischen Zumutungen in Bezug auf die Dauerkontrolle im Rheinland ein Druckmittel sehen wollen, um Deutschland in Bezug auf die finanzielle Ein­heitsfront gegen Amerika williger zu machen. Zwar hat der französische Generalstab hier seine eigenen Wünsche, aber Geldnöte können sogar stärker sein, als Generalstabsforderungen. In der amerikanischen Presse ist schon die Formel aufgetaucht, daß Amerika zugemutet werde, Frankreich dafür zu bezahlen, daß es seine Truppen ans dem deutschen Rhein­land zurückzieht: erstens durch eine große Obligationenanleihe an Deutschland, deren Er­trag als Lösegeld für die Räumung dienen soll, und zweitens durch Schuldenherabsetzung, indem den Franzosen zugestanden werden soll, daß sie in keinem Falle mehr zu bezahlen brauchen, als sie von Deutschland bekommen. Unter der Hand aber soll das Lösegeld so bemessen wer­den. daß auch noch die sranzösischen Militär- Pensionen und die WiederherstellungSar- beit in den zerstörten Gebieten dabei heraus* kommt. Wie stark Föhn Bull an dem Geschäft interessiert ist, zeigt der neue .Herzensbund mit Marianne". In Paris scheint man zu glauben, daß allerdings auf den Außenminister Strese- mann für solche Pläne nicht gerechnet werden kann, daß aber der neue Reichskanzler vielleicht

5m BotschlMekheim.

Was die fremden Gäste in Berlin treiben. Das gebe« ,» kostspielig. Sie schließen sich e««r wfammen. - »ran Krestinski in der «in- derklimk. Die kouraaierte Miß. Zwei eien- lende Junggeielleuvarticn. Der Rowan einer äevvtiichen Prinzeß.

In der internationalen Welt der Diplomatie galt Berlin vor 1914 als einer der beliebtesten Posten. Heute geht kein fremder Diplomat gern nach Berlin. Er muß sich in einer ungeheuer schwierigen, ziemlich undurchsichtigen Atmo­sphäre bewegen, der Glan, der Hofgesellschaft und des Hofes ist erloschen, ein gesellschaft­liches Leben, wie es andere republikanische Hauptstädte, z. B. Paris und Warschau in gro­ßem Umfange haben, ist erst im Entstehen; das Bedrücicndste aber für ihn sind die ho­hen Preise. Es gibt keinen in Berlin accr«. bttterten Diplomaten, der nicht über das kost­spielige Berliner Leben klagt und behauptet, Berlin fei die teuerste Großstadt der ganzen Welt. Vielleicht als Ersatz für die geringe Ge­selligkeit in der Reichshauptstadt besteht im die- plomatischen Korps ein engerer Zusammen­schluß als sonst in großen Metropolen; die gesellschaftlichen Beziehungen untereinander find sehr intensive. Führer und Doyen des di­plomatischen Korps ist feit 1920 der päpstliche, Nuntius Paeelli, dem der Vatikan eine schöne Villa eingerichtet hat. Da er indessen einen großen Teil des JahreS in München und Rom verbringt, vertritt ihn während dieser Zeit als^ Doyen der am längsten accrcbitierte russische Botschafter Krestinski, ber feit 1922 in Ber­lin amtiert. Dohenne der

Damen ist Frau Krestinski.

bemEinzelheiten werde et den eng Ende der Sohle als Brennstoff und damit «e lisch-deutschen Regierungen unterbreiten. Durch umwälzendste Erfindung - - -