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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

AnzcigenoreNr: Eindcimil»« iSe'chaiiSanzeigen die mm-Zeile 10 A. auswärtige Geschänsan,eigen die mm-Stilt 10 A. Kamilienanzeigen die wlli-Zetl« 10 A. Kleine Änreiqen aus Kabel das Won 6 A auswärtige Kleine Anzeigen die mm- Zeile 10 A Reklamen bi« mm-Zeile 8H A Lliertgebübr 25 A (bet Zustellung « Jl RechnnngSbetiSge tnnerbalb 5 tagen zahlbar kür die Richttaken aller durch ssernkorecher ontaegebenen An-eigen «owie fül Äufnabmedaten und Plätze kann nicht garaniten werden ftfli Anzeigen mit be'onderS schwierigem Latz 100 Prozent AnNchla» Druckerei! Schlachiboistr 23'30. GeichäktSstelle: Köln Sir. 6.

I

Nummer 225.

Eln,ekpretS: Woch^ntogL 10 Pfennig. Sonnabend, 22. September 1928.

Einzetvre'S: Sonntags 20 Pfennig.

18. Jahrgang

Amerika hält die Räumung nicht auf.

tinaerechtf Lasten.

Warum die Dawes - Revision drängt.

Sieht man von der hinterhältig betriebe­nen Verkoppelung der Reparations- mit der Räumungssrage ab, so entspricht ja der Genser Beschluß, das Reparationsübel an der Wurzel anzupaeken, durchaus den Forderungen, die Deutschland schon seit Jahren gestellt hat. Das heißt mit anderen Worten: er würde dieser deutschen Forderung strikt widersprechen, wenn er nur eine teilweise Regelung der Reparations­frage erstreben sollte. In der Debatte in Genf hat die Frage einer Mobilisierung der Eisenbahnobligationen und womöglich auch der Sndustrieobligationen eine große Rolle gespielt.

ine solche Mobilisierung würde den Repara- lionsgläubigern Deutschlands zwar sofort eine größere faßliche Summe in die Hände spielen, aber sie würde auch einen sehr gewichtigen Teil des Reparationsproblems derartig flüssig ma­chen, daß für diesen Teil wenigstens eine spätere Revision überhaupt nicht mehr möglich wäre. Da Deutschland eine grundsätzliche Umänderung des in den Dawesplan festgelegten Reparations­problems verlangt, kann es jetzt nicht gut durch die Mobilisierung eines Teils dieses revisions­bedürftigen Dawesplans seiner eigenen berech­tigten Forderung den schwer st en Schlag versetzen. Man wird also in Deutschland der Einsetzung einer Sachverständigen-Kommisston in der Reparaticns frage nur dann zustimmen können, wenn der Aufgabenkreis dieser Kom­mission aus die Gesamtregelung des Gesamtpro­blems festgesetzt wird.

Wie werden sich nun die deutschen Forde­rungen auf eine Revision des Dawesplans zu gestalten haben? Deutschland erblickt das Kern­übel des Dawesplans in den ungeheuer schwerwiegenden Fehlern, die sich die Sachverständigen seinerzeit bei der Ausarbei­tung des Gutachtens sich zu eigen machten. Diese Fehler führten zu den rechtlich untrag­baren Verpflichtungen Deutschlands und zu der falschen Berechnung der Leistungen, die Deutschland unmittelbar nach der Unterzeich- nung des Versailler Friedensvertrages tätigt. Wir stellen hier nochmals fest, daß der Schieds­vertrag die Grundlage des Dawesplans nicht bilden kann, weil er durch eine zu weite Fas- sung des Begriffs der Zivilschäden einen glat­ten Vertragsbruch des mit Uebereinstim- mung aller Mächte zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland geschlos­senen VorfriedensvertrageS darstellt. In den vierzehn Punkten Wilsons, die nach der Forde­rung der ehemaligen Entente nicht als Grund­lage einer Debatte, sondern als schon sest abge­schlossene Bedingungen gelten sollten, wird die Restaurierungspflicht* Deutschlands sestgelegt. Unter Restaurierung verstanden die ehemaligen Ententestaaten nach ihrer eigenen Angabe die Leistung von Kompensationen für den ganzen Schaden, der der Zivilbevölkerung der Sieger­mächte im Krieg zugefügt worden sei. Mit die­ser Formulierung legte der Vorfriedensvertrag Deutschland lediglich die Wiedererstat­tung der Zivilschäden auf. Als dann einige Monate später das Versailler Diktat erschien, war dort zu lesen, daß Deutschland im Prinzip alle Kriegskosten zu tragen habe und lediglich, weil es dazu nicht imstande sei, be­schränke man sich auf Ersatz der Schäden, die der Zivilbevölkerung zugesügt seien.

In der Anlage des Verttages werden dann die Schäden im einzelnen aufgezählt, darunter auch, was gerade den ungeheuerlichen Wortbruch ergibt, die Militärpensionen. Man hat hier zu beachten, daß es lediglich diese Militär- Pensionen sind, die die ungeheure Schuld Deutschlands auf Grund des Versailler Vertra- geS bedingen. Deutschlands Gegner haben nie­mals eine Begründung dafür abgeben können, wie man den Begriff der Militärpenstonen mit der Verpflichtung Deutschlands, Zivilschäden zu ersetzen, in Zusammenhang bringen konnte. In der Zwischenzeit hat man erfahren, daß wäh­rend der Geheimverhandlungen vor dem Diktat wegen der Gefahr dieses Wortbruchs sich Gewis- sensbedenken geregt hätten. Wilson wurde aber bekchwichtigt durch die geradezu diabolische Erklärung seiner Ententefreunde, daß ja im Augenblick des Friedensschlusses die Getöteten und Verletzten nicht mehr Militärpersonen seien, sondern Zivilpersonen. Hier liegt also der ungeheure Vertragsbruch, der der deutschen Re­visionsforderung ihre unerschütterliche rechttiche und moralisch« Kraft verleiht.

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polen nagt sich bet Detand rms.

Paris, 21. September. (Eig. Drahtbericht.) Der polnische Außenminister traf gestern auS Genf hier ein. (DaS Thema für Briand-Za-

DieWlilfchaft soll uns verbinde n.

Dr. Breitscheid als Bahnbrecher in Genf.

Gens, 21. September. (Eigene Drahtmeldung.) In der Bülterbundsversammlung sührte heute Abg. Dr. Breitscheid bei der Aussprache über die wirtschaftlichen Arbeiten des Völker­bunds u. a. aus: Die Ueberzrugung, daß alle Völker sich in einem Zustande gegenseitiger wirtschaftlicher Abhängigkeit befin­den, ist heute Allgemeingut geworden. Die Zer­störung der wirtschaftlichen Basis der Völker durch den Krieg ist in gleicher Weise für die Sieger wie sür die Besiegten von gro­ßem Schaden gewesen. Wenn die wirtschaftliche Lage jetzt eine der Grundlagen des politischen Lebens sei, dann müsse der Krieg nicht nur durch juristische Formeln und durch den Geist des Pazifismus bekämpft werden, sondern auch durch Anerkennung der gegenseitigen wirt­schaftlichen Abhängigkeit der Staaten voneinander. Aus dieser Erkenntnis müsse nun die notwendigen Folgen ziehen. Dr. Breitscheidt begrüßte sodann die Beschlüsse der Weltwirt- schastskonscrenz.

Ungleiche Löhne.

Die Metallarbeiter im Westen kündigen.

Essen, 21 September. Die Metallarbeiter- Delegierten beschlossen einstimmig, oas beste hende Lohnabkommen in der Rheinisch-Westfä­lischen Eisenindustrie zu kündigen. Als Grund wird angegeben, daß durch Schiedsspruch vom 15. Dezember 1927 den Metallarbeitern eine Lohnerhöhung von zwei Pfennig zugestanden wurde, während in anderen Gegenden des Rei­ches durch freie Vereinbarung eine Lohnerhö­

hung von sieben und acht Pfennig zugestanden worden sei. Die neuen Lohnforderungen sind noch nicht formuliert.

Wird ©ilnnea am Bienstag entlassen r

Berlin, 21. Seplmber. Erst am nächsten Dienstag wird die Frage einer Haftenilaflunft von Hugo Stinnes geprüft, weil dann die Er­mittlungen in der gesamten Kriegsanleihe-Af­färe abgeschlossen sein werden. Ebenso wie das Pariser Kriegsanleihe-Geschäft und die Rolle der beteiligten sind auch die rumänischen Ge­schäfte völlig klargestellt. Dadurch ist die Rolle von Hugo Stinnes in der gesamten Anleihe- Betrugsaffäre genau festgelegt.

Genau wie vor dem Krieg.

Die Geheimpolitik ist an allem schuld. Das Mariueabkommen sät Mißtraue«.

London, 21. September. (Eig. Drahtbericht) Halbamtliche Andeutungen lassen keinen Zwei­fel darüber, daß die Vereinigten Staaten an irgend einer Vorkonferenz der Flottenmächte nicht teilnehmen werden. Diplomatische Kreise halten unter diesen Umständen überhaupt eine Einladung an Amerika für zwecklos. Die eng- iichsie Press« mißbilligt übereinstimmend dieMr- thode der Eeheimpolitik, wie sie z. Zt. in Euro­pa üblich ist. Diese Methode habe daS Unglück über die Welt gebracht und trage einen großen Teil der Schuld am Kriegsausbruch. Tas sei auch der Grund, weshalb das euglisch-französi. sche Marineabkommen so schlecht ausgenommen werde.

Raubmörder Hopp schon ergriffen!

Auf der Flucht ins besetzte Gebiet gestern abend ergriffen.

Mainz, 21. September. (Eig. Drahtbericht.) Gestern abend konnte vor dem Kasseler Bahn- Hof der Mörder Emil Hopp, der den Direktor der Delmenhorster Margarinewerke, Rordmann, in dem Eilzug Altona-Bremen überfallen und beraubt hatte, festgenommen werden. Er wurde in das Landgerichtsgefängnis eingeliefert.

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wie er sich verriet.

Mit der Mordwaffe in der Tafche. Hopps Geständnis.

Frankfurt, 21. September. (Durch Funk­spruch.) lieber die Einzelheiten der Verhaftung wird noch bekannt: Sonntag abend fiel am Bahnhof Mainz-Sa stell ein Mann wegen seines verstörten Aufsehens aus. Einem Kriminalbe­

amten gab er zunächst einen falschen Na­men an. Man glaubte sofort, in dem Manne den Mörder des Margarinefabrikanten Nord­mann gefaßt zu haben und verhaftete ihn. Bei seiner Untersuchung sand man Ausweis- Papiere, die auf den. Namen Müller laute­ten. Als solcher hatte sich auch Hopp zu der- schiedenen Malen auSgegeben. Eine wettere Un­tersuchung förderte eine scharf geladene Schußwaffe zutage: anscheinend die Waffe, mit der Nordmann erschossen wurde. Hopp verweigerte bei seiner ersten Vernehmung jede Auskunft, gab später aber zu, den Mord begangen zu haben und zwar weil er mittellos gewesen sei. Man sand bei ihm noch 21 Mark. Hopp will noch wettere Einzelheiten aussage».

Bukarest, 21. September. (Eigener Drahtbe-I Biele Bauernfamilien, die keine Nahrungsmit­

tel mehr habe«, ernähren sich von Suppen aus Akazienblüten. Dies hat eine Epi­

demie unter der Bevölkerung hervorgerufen, wo- durch die Bewohner dieser Gebiete in eine neue schwere Notlage geraten find. In vielen Gegen­den hat das RSuberunwesenüberhand genommen, sodaß die Landstraßen nicht mehr sicher find. Ueberall trift man auf krankhaft abgemagerte Mensche«, auf auSsterben- de Dörfer, und die rumänische Presse flnnt auf schnelle Abhilfe. Die Stimmung im Lande ist stark erregt.

richt.) Rumänien hat seit 1924 die vierte große Mißernte zu verzeichnen. Die Maispreise haben eine phantastische Höhe erreicht und die Regie­rung hat die Bemühungen verschiedener Banken unterstützt, Mais auS Argentinien «ach Rumä­nien einzuführen. Man weiß jedoch nicht, ob eS überhaupt gelingen wird, Mais in den be­nötigten Mengen einzuführen. Man hegt die schlimmsten Befürchtungen. Ein Delegierter der Regierung stellte fest, daß die Bauern in drei Bezirke« infolge ungenügender Nahrung buchstäblich auf den Straßen verhungern.

Wo die Bauern Hungers sterben.

Nach der vierten Mißernte in Bessarabien. Schnellste Hilfe oder... eine Katastrophe.

leski kann man nach dem letzten Pariser Wui- geschrei über Hindenburgs Treugelöbnis in Oberschlesien leicht erraten. Außerdem wünfchi Polen bekanntlich immer noch an dem Rhein- geschäft durch Garantien für den Osten beteiligt zu sein, womit der etwas isolierte Draufgänger im Osten bisher aber kein Glück hatte. D. Red.)

wie weit Amerika geht.

Beteiligung am Räumungsgeschäft. Aber nicht die Schulden.

London, 21. September. In amerikanischen Kreisen wird eS nicht für unwahrscheinlich ge halten, daß ei« amerikanischer Beobachter> die Kommission bestimmt wird, die die Möglich feit einer Mobilisierung der DaweS-Obligatio ne« zn untersuchen hat. ES würde jedoch nur sehr begrenzte Befugnisse haben. Aus alle Fäll« soll er Widerspruch erheben, falls Amerika mit

der interalliierten Schuldenfrage verknüpft wer. den solle.

Ach bleib bei mir!

Wie die Entente Italien ködert.

London, 21. September. Nach Gerüchten in diplonmttschen Kreise« sind die langwierigen Verhandlungen zwischen Frankreich und Italien über die Regelung ihrer schwebenden kolonialen und anderen Streitfragen in der letzten Zen beschleunigt worden. Es werde sogar an- gedeutet, daß das Flottenabkommen zwischen England und Frankreich sowie die kürzliche An aähernng der beiden Länder dieser Entwicklung >icht ganz fernstehen. London wünsche eine Re lelung, damit die gegenseitige« Beziehungen ter drei Ententemächte auf eine für alle befrie­digende Grundlage gestellt würden. Diese Der. mutnngen seien aber mit Vorbehalt anfzuneh- men

Die Vreffe lädt ein.

Berliner Salons spiele« eine große Rolle. Aach die Presse macht grobe Häuser. Bretttt« »nufte politischen Lebens. Bei von Gerlach nnd prominenten Cbefredaktenren. Eine Pressefrenndta Stresemanns. Zeitnngsfiirft Victor Hab». Ein Jnnggcsellea - Idyll. .Als die Staatsumwälzung kam, gab es nur zwei Salons der Presse in Berlin, den der Frau Terese Simon Sonnemann und den Helmuts v. Gerlach. Erstere Eigentümerin der Frankfurter Zeitung, die sie von ihrem Vater geerbt hatte, war zwar schon im Kriege zu leidend, um wie sie das früher getan hatte, viel in die große Welt zu gehen ,aber es frühstückten doch fast je­den Mittag einige Politiker und Herren des Auswärtigen Amtes bei ihr. So war sie, was selbstverständlich ihrer Zeitung zugute kam, eine der be st unterrichtet st en Persönlich­keiten der Reichshauptstadt. Dasselbe gilt von Herrn von Gerlach, Zeitungsherausgeber und Leitartikler. Er und seine lebhafte sprach­gewandte Gattin empfingen und empfangen je­den Sonntag nachmittag, vor dem Kriege, im Kriege und nach dem Kriege. Ihr Salon ist der

Sammelplatz aller Linkspolitiker und aller Pazifisten. Daneben sieht man viele deutsche und ausländische Diplomaten, die mit der Haupteigenschaft des Diplomaten, Wißbe- gierde, ausgezeichnet gern in einem so interes­santen Salon weilen. Keine r.-elmätzigen Emp­fänge, aber viel Geselligkeit gibt Chefredakteur Professor Georg Bernhard. Seinern Beispiel folgt Professor Ludwig Stein, als »Diplomati- cud langjähriger Presse-Mitarbeiter. Die Brü­der Ullstein, die mit Ausnahme von Franz und LouiS Ullstein gesellschaftlich nicht viel hervor­treten, legen als kluge Zeitungsbesitzer um so mehr Wert aus die Repräsentation der Herren ihres Verlages. Nicht so viel wie die Ge­nannten empfängt Chefredakteur Theodor Wolff. Seine kleine altmodische Wohnung im dritten Stock würde sich auch für große Feste kaum eignen. Klein, aber auserlesen ist der Kreis, der sich bei ihm zusammenfindet. Das­selbe gilt für die bekannte Uebersetzerin und Chefredakteurin Antonia V a l l e n t i n, die dicht am Lützowufer wohnt. Polyglott und vielseitig gebildet wie wohl kaum eine andere Fra« in Deutschland, sieht sie häufig die Chefs der aus­ländischen Missionen bei sich. Aber auch deutsche Politiker sind in großer Zahl in ihrem Salon zu finden, an ihrer Spitze der Reichsaußenminister Stresemann, dem sie ebenso freundschaftlich nahe­steht wie seiner'Gattin. Und so gibt es kaum ein größeres Diner ober Frühstück in der Amts­villa, auf dem man nicht die zierlich-pikante Frau Vallentin steht. Das

größte und glänzendste HauS der Pressewett macht aber Wohl der kluge und witzige Zeitungs­herausgeber Victor Hahn, einer der wenigen Zeitungsleute, die sich in nicht allzu vielen Jah­ren ein Millionenvermögen erworben haben. Hahn wohnt im Winter in Berlin, im Sommer auf dem prachtvollen Collaltoschen Schloß in der Nähe von Wien. In seinen kunstgeschmückten Räumen trifft man alle Prominenten Deutsch­lands, an der Spitze den Exkönig von Bul­garien, mit dem Victor Hahn feit vielen Jah­ren befreundet ist, und den Prinzgemahl der Niederlande. Bunt, aber immer interessant ist die Zusammensetzung der Gäste, die zu ausge­zeichneten Frühstücken oder Diners im Hahnsche« Hause zusammenkommen. Das ergibt dann

manchmal pikante Situationen.

So saßen sich einmal, als Ebert noch lebte, fei« Kabinettschef Staatssekretär Meißner und der Exkönig von Bulgarien gegenüber. DaS benutzte der witzige Zar, um dem Staatssekretär zu sa­ge«:, Uebermitteln Sie dem Reichsoberhaupt, Ihrem hohen Chef, meine Huldigung, voraus- gesetz natürlich, daß er an einem verkrachten Bal­kanunternehmer ,wie ich es bin, Interesse hat." Bei den umfangreichen Repräsentationen deS Hauses Hahn stehen dem Hausherren sein Chef­redakteur Hanns Schulze und seine kluge und liebenswürdige Gattin Frau Olga Alsen, Her­ausgeberin der »Eleganten Welt" und Verfasse­rin sehr guter Berliner Gesellschaftsromane hilf­reich zur Seite. Beide machen auch ein eigenes Haus in der Meinekestraße. Es trägt freilich in­timeren Charakter als der große Salon Sieter HahnS. Nur ist der Salon Schulze-Alfen ebenso bunt und ebenso interessant. Kunst und Literatur, Presse und Diplomatie, Hochsinanz und Großindustrie kommen hier auf großen, gei­stig anregenden Routs zusammen. Last not least der Salon der Presse ohne Hausfrau. Eine be­hagliche

entzückende Junggefellenwohnung in Charlottenburg mit tausend Erinnerungen und Photos aller, wirklich aller berühmten