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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Die Kasseler Neuesten Nachrichten erictietncn «oaenttich i«d)emui oachmmasS Der Äbonntmenteereie betragt tüt 6tn Monat 2.20 x bet fretei Aufteilung ms Haus, tu der Gefchäftsflelle abaebolt 2. * Dur» die Pof' monatlich 2.»i X ausschließlich AufteUunaSgebübi t^ernlorecher 951 nnb 952 ft Br unnerlangt etnaefanbte Berräae kann btt Nedoktton eine Verantwonuna ober «»ewbbr tn ketnem knalle übernehmen Nück,abluna deS Be»n»eSaeIbeS ober jlntnrüche wegen etwaiger nicht orbnungsmShtger «st ausgefchfosten Po>i«»e<kkonto

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 220.

Einzelpreis: WockieninqS 10 Pfennig

Sonntag, 16. September 1928.

Einzelpreis- Sonntags 20 Pfennig.

18. Jahrgang

Sin Gchicksalösonntag für den Rhein.

über

Paris, 15. September. (Eigene Drahtmel-

zur der

stimmt mit dem heutigen Aufstieg. Das Luft­schiff liegt fix und fertig in der Halle. Es kann, sobald der Wind freundlicher wird, jeden Moment herausgezogen werden. Das Schiff hängt bereits abgewogen in den Luftkatzen. An dieser ersten Probefahrt nehmen etwa sechzig Perfonenteil. Die eigentliche Besatzung be­steht aus neunundvreitzig Personen.

2ln der Behörde scheiten der heutige Flug.

Friedrichshafen, 15. September. (Privattele­gramm.) Wie Dr. Eckener der Presse soeben mitteilt, muß er die Probefahrt auf Montag verschieben, ob wahr das Wetter sich inzwischen erheblich gebessert hatte. Als Grund der Ver­schiebung bezeichnet Dr. Eckener die Tatsache, daß die Aufstieggenehmigung des ReichSver- kehrsministeriums bis jetzt noch nicht vorliegt. Er hat angenommen daß es seinen Bemühun- Sen gelingen würde, sie rechtzeitig in Händen zu aben.

kunft wahrscheinlich auf ein Uebereinkommen hinarbeiten, da8 die Räumungssrage sofort nach der Unterzeichnung einer neuen Konvention für die Revision des Dawesplanes fordert. Man vermutet, daß Briand von alliier­ter Seite Unterstützung für einen Vorschlag fin­det, wonach das Rheinland in zwei Phasen geräumt werden soll und zwar zu­erst das Gebiet von Koblenz. Diese Frage sei jedoch noch nicht besprochen worden. Merkwür­digerweise habe der deutsche Reichskanzler an­geregt, daß das Komitee der Sachverständige» und Juristen rein deutsch-französischen Charakters sein sollte. Man erwartet morgen

Friedrichshafen, 15. September. (Sonderbe­richt. Dr. Eckener äußerte sich zu einem Presie- vertreter:Wir sehen der ersten Fahrt mit ab­soluter Ruhe und Zuversicht entgegen. Der Graf Zeppelin" wird beweisen, daß er ein Ver­kehrsinstrument ist, auf das man sich verlas­sen kann. Wir sind überzeugt, daß das deutsche Volk an unserer Freude teilhat.

Wege zur Festsetzung der Retz Nationen und Lösung der Rhcinlandfrage zu kommen, Amerika zuzustimmen haben wird.

Morgen ein GthiMaissonntaa.

von Müller neue Vorschläge. * * *

Der Stein der weisen.

Sofortige Räumung bet Verhandlungen Kompensationen.

Magere Ernte.

Müllers Genfer Beute wiegt leicht.

Die Tragikomödie auf dem Genfer Weltthea­ter gehl zu Ende. Und um die Schiußchöre der nächsten Woche, wenn Briand mit neuen Wider­standsenergien geladen vom Weihrauchoraket Poincarö zurückkehrt, wird sich das dramatisch- zugespitzte und zugleich tiefbeschämende Satyr­spiel trotz geheuchelter Herzlichkeit nur noch um den Totentanz von Locarno drehen. Dieses Doppelbegräbnis unserer schönsten Locarno- träume in den zwei prachtvoll ausstaffierten Ka­tafalken der Räumungs- und Reparationskom­missionen, auf die man dann als unverrückbaren Grabstein die beiderseitige Rheinlandkontrolle wälzt, wird sich unter bitter-süßen Liebesbeteue­rungen und rührenden Freundschaftszähren voll­ziehen und Schubert-Müller werden mit gepreß­ten Lippen und Herzen gute Miene zum bösen Spiel machen müssen, zumal auch die Weisungen aus Berlin und Baden-Baden zum Einlenken und friedlichen Weiterspinnen der fast völlig zer­schnittenen Locarnofäden drängen dürften.

So wird denn der wackere Berliner Huß vor dem Genfer Konzil wohl oder übel, will er nicht mitsamt der Locarnobulle auf dem Entente- Scheiterhaufen verbrannt werden .sich dem näch­sten hochnotpeinlichen Halsgericht einer Räu- mungskommission unterwerfen müssen, von der wir dann durch eine Handvolllumpiger" Da­wes-Millionen allergnüdigst die zweite Zone zurückkaufen können, die uns nach ein paar Mo­naten ohnehin und zwar unter tiefster morali­scher Einbuße der skrupellosen Besitzer anheim­gefallen wäre. So werden um des lieben Frie­dens willen, der höher steht als alle Vernunft, unsere völlig wehrlosen Freiheitskämpen auch die Reparationsbörse beschicken müssen, wo natür­lich nur so ganz nebenher den Dollarbankiers die Schuldenration geschmälert und schmack­haft gemacht werden soll, die dann nur noch aus den Nippen Michels herauszuschneiden wäre. Wohlbemertt kann aber die dritte und größte Rheinlandzone erst freigelassen werden wenn dieses saubere Geschäft auf Heller und Pfennig abgeschlossen und von den Wallstreet-Gläubigern gebilligt ist, worüber dann auch der letzte Ver­sailler-Räumungstermin herangerückt fein dürfte.

Aber nicht allein mit diesen spitzfindigen, ab gefeimtcn ,hinterhältigen Advokatenkniffen Poin- carsscher Färbung, denen sich jetzt auch der ge­fallene Friedenscherubim Briand verschrieben hat, muß sich der furchtlose, durch tausend Fähr­nisse reitende Ritter Müller wie mit Tod und

Havanna, 15. September. (Durch Funkspruch.) Die cubanische Wetterwarte berichtet, daß der tropische Orkan, der die westindischen Inseln heimgesucht hat, seinen Kurs geändert habe, so­daß Cuba nunmehr außerhalb der Gefahren­zone liegt. Die Universttätsgebäude Porto Rico sind schwer beschädigt worden. Der Schaden wird auf 300 000 Dollar geschätzt. Die Orlschasl San Turce bei San Juan wurde dem Erdbo­den gleichgemacht. Die Piers an der Wasser- front von San Juan wurden teils von Sturm umgeweht, teils durch die Sturmflut hin­weggespült. Man spricht von 20 Toten und hunderten Verletzten.

Rockford. 15. September. (Durch Funkspruch) Eine Stuhlfabrik wurde vom Tornado umgeris­sen. Etwa 100 Arbeiter wurden verschüttet. Die gesamte Bevölkerung von Rockford arbeitet fie­berhaft, um die Verletzten herauSzuziehen. In anderen Teilen der Stadt wurde» 6 Personen getötet.

Eine furchtbare Tornadodiianz

Rockefort (Illinois), 15. September. (Funk- dienst.) Man rechnet mit fünfzig bisfünf- undsiebzig Toten und dreihundert Ver­letzten als Opfer des Orkans. Dreihundert Wohnhäuser sind zerstört.

Paris, 15. September. (Eig. Drahtbericht.) Ein Genfer Berichterstatter meldet: Paul Bon­cour, der Vertreter Ve.iands, habe gestern eine Verständigung mit Reichskanzler Müller über die zwei Hauptpunkte erreicht. Er habe dem Reichskanzler versichert, daß die zweite Rhein­landzone in dem Augenblick geräumt werden würde, in dem die Finanzkommission in Tätig­keit trete. Der deutsche Führer habe eingewor- "en, ohne die Vereinigten Staaten könne diese Frage nicht gelöst werden, worauf Paul Von- cour erwiderte, die Vereinigten Staaten sind schon lange bamft betraut worden, in unserem Hause finanzielle Ordnung zu schaffen. Wenn Europa einig ist, dann sind wir aus dem besten

Koblenz mitbringt, werden die bekümmerten Staatshäupter nicht lange ruh:n können. Wer wird endlich der Freiheit Morgenröte über dem ganzen Rheinland aufgehen lassen, die Rätsel der Tawessphynx lösen und den Polypen aus dem siechen Lande treiben? F. B,

Was wir- Müller erreichen? Zwischen zwei Kommissionen. Räumung in zwei Etappen.

London, 15. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Wie Pertinac aus Genf berichtet, habe

Der Tornado rast weiter

Ein Jnseldorf dem Erdboden gleich. Hundert Arbeiter verschüttet.

Zeppelinftart erst am Montag.

Berlin macht Eckener einen Strich durch die Rechnung. Tausende . , . enttäuscht.

Teufel herumschlagen. Roch ein schlimmeres Hexentränklein ist für ihn gebraut, das ihm in goldenem Burgunderpokal eingeflößt werden soll: Wie könnte der brave gutmütige deutsche Packesel etwas gegen eine gemischte, harmlose, unsichtbare Schnüfflerkontrolle im neutralen, ent­militarisierten Niemandsland am Rhein haben, der felbstredend auch ein gleicher französischer Kontrollstreifen unterstellt werden soll. Das muß doch jedem gutgläubigen Friedensfreunde ein­leuchten, daß man die Kriegsgelüste damit für alle Zeiten in Ketten gelegt hat? Rur mit dem Unterschied, Herr Franzmann, daß hinter eurer nackten Zone eine Riesenmauer von Be­ton, Mörsern, Stacheldraht und tausend anderen Mordwaffen starrt. Nur mit dem Unterschied, sehr ehrenwerter Herr Nachbar, daß ihr mit einer Millionenflut von Soldaten, mit einem Orkan von Tanks, Fliegern, Panzerzügen jeden Tag und jede Stunde aus euren unzugänglichen Schlupfwinkeln hervorbrechen und bis ins Herz Deutschlands vorstotzen könnt. Nur mit deut Unterschied, lieber Loearnosteund, daß eure an­gebeteten Militärgötzen in alle Ewigkeit auch nicht einen Hufnagel auf dem Friedensaltar der Abrüstung opfern werden, während wir uns nur mit papierenen Protesten und Litaneien die Kehle wund und heiser schreien.

Der ehrsame und unbestechliche Kanzler-Kauf- mand Müller wird also aus dem Genfer Frosch- Pfuhl nicht viel mehr als einen festen Räu­mungstermin für die zweite Zone unter Zusiche­rung der gewünschten Millionen Dawes-Kom- pensatwnen herausangeln können. Und statt des ganzen fetten Rheinhechts wird er sich mit den Schwanzflossen begnügen müssen, da man für die völlige Räumung zwar sofortige Ver­handlungen anberaumen wird, sie jedoch hinter der Brustwehr der Amerikaschulden beliebig lang hinauszögern kann. Diese immerhin heilsame Lehre wird natürlich weder die Berliner Volks­väter noch die Friedensfreunde ober Hüter der Volkswohlfahrt davon abhalten, mit doppelter Kraft am Freiheitsjoch zu rütteln und den Sy- siphusfelsen des Friedens mit wuchtigen Fäu­sten bergauf zu rollen. Vielleicht wird es aber nicht schaden, wenn Wir zuweilen nach Müllers

Kanzler Müller darauf bestanden, daß viel düng.) Einem Sonderberichterstatter zufolge Räumung gleichzeitig mit der Bildung > sprechen 9095 Prozent der Aussichten in Geni der Sachverständigenkommission für fknanziellc für eine grundlegende Verständigung am Gegenleistungen erfolgen sollte. Er wird in Zu-^Sonntag.

Paris, 15. September. ^(Eigene Drahtmel- öuiig.) Ein Blatt will wissen, daß im gestrigen Ministerrat Briand für seine Genfer Rede von Poincare und dem Innenminister beglückwünscht worden sei. Das Kabinett habe folgende Punkte festgelegt: 1. Die Unmöglichkeit der R äu mu n gs Verhandlungen, die nicht die Frage der Reparationen und der Schulden umfaßten Wünsche Deutschland, daß das Rheinland befreit werde, so entstehe die Frage, in welchen Grenzen und in welchem Umfange. 2. Die Minister sind sich einig über die Richtlinien, die Briand in Genf im Anschluß an diejenigen Erörterungen einhal­ten soll, die bei den Besprechungen von Dienstag und Donnerstag stattgcfunden haben. 3. Gleich falls ist über die in Genf zu erwartende Antwort bezüglich der Bildung einer finanziellen und ju ristischen Sachverständigenkommis­sion, die das Reparationsproblem zu studie­ren hat, Einigung erzielt worden ,sowie über die Bedingungen, unter denen ein Entwurf für eine

rheinische Feststellungs- und Versöhnungs­kommission

(auf gut deutsch Rheinlandkontrolle. Die Red.» ausgearbeitet werden könnten. 4. Dir Deutschen müssen uns Vorschläge formulieren, indem wir klar zu erkennen geben, daß Frankreich die Frage

der Räumung und Reparationen als eng verbunden betrachtet.

Man erwarte einen neuen Vorschlag Deutsch­lands. (Der heutige Leitartikel spricht sich über Lage und Aussichten in Genf aus. Die Red.)

poincare läßt nichts ab.

Briands gebundene Marschroute für Genf. Räumung und Reparationen untrennbar. Ein Versöhnungsmäntelchen für die Kontrolle.

Friedrichshafen, 15. September. (Privatbe­richt.) Die ganze Stadt ist seit heute früh aus >en 'Seinen. Am Eingang zum Startplatz stauen ich die zahlreichen Pressevertreter und Photo­graphen zwecks Ausweisprüfung. Leider ver- zögert sich der Aufstieg, wahrscheinlich bis Mit­tag. Der auf die Halle stehende ziemlich kräftige Nordoftwind ist das Ungünstigste, was es bei den engen Raumverhältniffen für das Luftschiff gibt. Die Führung glaubt ober, daß der Wind sich legen werde und rechnet be=

Beispiel beherzt mit unseren Sammetpfötchen etwas kräftiger auf den Tisch schlagen, wenn wir allen, die es hören und nicht hören wollen, un­tere unantastbaren Lebens- und Friedensrechte ohne Unterlaß in die Ohren gellen. Auf Mül­lers Lorbeeren, der uns wenigstens ein freies

Besser ouspassen!

Mörder Unfall wird das Handwerk gelegt 6in Sicherbeitsinaenleur für jedes Werk. Er rettet Menschenleben nnb wart viel Geld. Im­mer noch 23 000 tödliche Unfälle jährlich.

Milliardenverlnste der Volkswirtschaft.

Das Reichsarbeitsministerium bereitet ;n Zusammenarbeit mit dem Reichsgesundheits- amt und anderen Behörden einen neuen plan­mäßigen Feldzug gegen den Unfall vor. Insbe­sondere ist damit zu rechnen, daß der Sicher­heitsingenieur. den über 600 deutsche Großun- ternehmungen bereits zur ständigen Bekämp­fung der Unsallmöglichkeiten eingestellt haben, zu einer gesetzlichen Einrichtung unter Festle­gung namentlich auch feiner Befugnisse gemacht werden wird. Trotz aller Maßregeln zeigt öie Unsallkurve im Zusammenhang mit der ständig wachsenden industriellen Entwickelung und der Verschärfung der Ansprüche an die Arbeitskraft infolge der Rationalisierung noch keine dauern, de Neigung zum Sinken. Stark vermehrt hat sich vor allem der Anteil der tödlichen Un­glücksfälle. Die Zahl der

tödlichen Betriebsunfälle betrug im letzten Jahre 8 043

bei 1285 673 Unfällen. Aber auch in diesem Punkte sind wenigstens Hoffnungen auf eine Besserung schon zu leider nur erst bescheide­nen Auswirkungen gelangt. Nachweislich sind in Deutschland insgesamt, also einschl. der Verunglückungen außerhalb der Betriebe, 23384 Menschen, davon 18116 Männer durch Unfälle ums Leben gekommen. Dos war im Jahre 1928 Verglichen mit 1925 ist aber allein bei den Män­nern eint Senkung der Todesziffer um 301 zu beobachten gewesen. Gegenüber 1913 ist wenigstens eine kleine Abnahme oer Todesfälle der Männer durch Unfälle zu errech­nen, während seitdem die Frauen durch eine kleine Vermehrung ihres Anteils an den To­desfällen durch Unfall und Verunglückungen be- trosfeu worden sind. Jedenfalls hat sich gezeigt, daß man mit stärksten Hoffnungen an die Be­kämpfung der Unglücksfälle gehen darf und daß man eine ganz besonders

günstige Wirkung von dem Sicherheitsingenieur erwartet. Zu der hohen Einschätzung seiner Ar­beit sind die Behörden durch die vorliegenden Tatsachen gebracht worden. In einem bedeu­tenden westlichen Werk wurden die Unfälle nach planvoller Aufklärungs- und Vorbeugungsar­beit eines Sicherheitsingenieurs im Verlaus der letzten beiden Jahre um 27 Prozent zurückge- dracht. Damit ist ckin unwiderleglicher Beweis nicht nur für die menschenrettende, fonbern auch für die wirtschaftliche Bedeutung des Sicherheitsingenieurs erbracht. Bei einer Sen­kung der Unfallhäufigkeit um nur Bruchteile eines Prozentes würde der Sicherheitsingenieur jedem Werke fchon nicht mehr den Haushalt belasten und bei einigem Erfolg große Summen ersparen. Die Berufsgenossenschaften, in denen die industriellen Betriebe zusommengeschlossen sind, wenden allein jährlich an 900000 Unfall- renten-EmPfänger rund 200 Millionen Mark auf. Seitens des R^.sgesundheilsamtes wird der Kapitalbetrag, der in der deutschen Volks­wirtschaft durch Unfälle feftgelegt wird, auf

jährlich 2,8 Milliarden an Verlusten

ohne Aufwand der Betriebe an Krankenkassen- geldern, Verluste durch Betriebsstörungen, Ver« waltungs- u. Versicherungskosten, Materialunko- ften und ähnliches errechnet. Der Rettung von Menfchen und der Einsparung von Geld- und Materialwerten sollen nunmehr neue Wege nutzbar gemacht werden. Sehr wesentlich ist da­bei die Beobachtung, daß die Maschine in 48, der Mensch aber in 52 von hundert Fällen die Unfallsursache gegeben hat, daß also der grö­ßere Teil der Unglücksfälle schon durch ver­mehrte Vorsicht und wirkungsvolle Auf­klärung der beteiligten Menschen vermieden werden kann. Die bisherige Unfallerforschung hat eine gewisse Gesetzmäßigkeit des Eintritts von Unglücksfällen ergeben, die als Grundlage der Belehrung durch Vortrag, Lichtbild und Warnungsplakate mit sichtlichem Erfolg aus­gewertet worden ist. Dazu gehört unter ande­rem, daß die meisten Unfälle sich

nachmittags zwischen 12 bis 6 Uhr

im Sommer Montags und Sonnabends ereig­nen. Nach der neuen Auffassung der Behör- den kann es nur einer eigens für die Sicher­heit der Betriebsabwicklung bestimmten, be- fonbern geeigneten Persönlichkeit ge­lingen. gerade auch in solchen Zeiten die Be­achtung aller Vorsichts- unb Vorbeugungsmaß. nahmen zu erzielen. ES ist selbswerstänblich, baß als Sicherheitsingenieure nur Persönlich­keiten mit reicher praktischer Werkserfahrung, farfem Verantwortlichkeitsbewußtsein und rest­loser Vertrauenswürdigkeit, also tüchtige und