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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hesstsche Abendzeitung

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Nummer 217. Einzelpreis Wochentag« 10 Pfennig. Donnerstag, 13» September 1928« Einzelpreis: Sonntag« 20 Pfennig.

18. Jahrgang

Müller soll den Kaufpreis nennen.

8rijPJahre Diktatur in Spanien. I Deutschland völlig wehrlos

In diesen Tagen begeht Spanien das »denk- m. ar»a. <n..«««. «

Müller schüttelt Briand durch die Presse ab. -

Unser Berufsheer ohne Angriffskraft.

würdige Jubiläum" seiner fünfjährigen Dikta-

Und die Industrie kommt zu spät.

Sieben Minister wechseln

Auch Englands Innenminister will umsatteln. Baldwins Frühjahrsmanöver vor den Wahlen

tur. Aber während die Hauptstadt Madrid, alle Städte und Dörfer, selbst die kleinsten Flecken des Landes rüsten, um den 5. Jahrestag des Staatsstreiches Primo de Riveras zu feiner, ha­ben dessen Todfeinde nicht geruht. Und kaum, daß die letzten der Haupträdelsführer des jüng­sten Komplottes abgeurteilt, in die Straflolon-

An Frankreich gebunden.

Briand stört die Berständigungsfreunde nicht.

Berlin, 12. September. (Funktelegramm.) Das demokratische Parteiorgan ärlßert fich: Dar­über ist in führenden politischen Kreisen kein Zweifel, daß die neue Situation, die sich aus der Rede Briands ergeben hat, sehr ernst geprüft werden mutz. Keine Rede BriandS aber vermag die Tatsache zu erschüttern, datz eine europäische Friedenspolitik überhaupt ihre Grundlage in einer deutsch-franzöfischen Verständigung hat und haben muß. Die Reichsregierung wird auch die weitere Taktik richtig bestimmen: Im Ziel hat sich nichts geändert. Der Vorwärts stellt est: Die sozialdemokratische Partei denkt nicht daran, wegen eines polemischen Zwischenfalles auch nur um Haaresbreite von den bisherigen Richtlinien abzuweichen, da Deutschland und Frankreich im Interesse ganz Europas eine Pw litik der Äerständigung und Zusammenarbeit treiben müssen.

gegen ein leichtere« tauschen möchte. Voraus­sichtlich würden ferner an der Umbildung be­teiligt sein: Chamberlain, Lord Balfour, Bridgeman, Lord Salisbury (Führer der Re­gierung im Oberhaus), Steal-Maitland und Cunlifsee-Lister. Lord Birkenhead dürfte bald einen Jndustrieposten annehmen. Tas neue Ka­binett würde neues Blut erhallen.

Paris, 12. September. Unter den Verhafte­ten sollen zahlreiche revolutionäre AgeMen sein, die von den Urhebern des Komplotts auf ver­schiedenen strategischen Punkten verteilt wurden. Die Festnahme zahlreicher Soldaten von Sara­gossa scheine darauf hinzudeuten, daß militä­rische Elemente beteiligt seien. In Madrid find unter den Verhafteten viele bekannte Republi­kaner, außerdem kommunistische Delegierte eines Bcrgarbeiterkongreffes.

den fünf Unterhändlern, die gestern in Lord Cushenduns Zimmer über das Rheinlandpro­blem berieten, günstig. Briand habe versucht, afle Ursachen für eine Verstimmung auf Seiten der Deutschen wegen seiner Rede zn beseitigen. Reichskanzler MMer habe erneut auf die mora­lischen Räumungsansprüche hingewiesen. Die Großmächte seien einverstanden, vorausgesetzt, daß Deutschland

weitere Garantien für die Durchführung des DawesplaneS

gebe. Es sei nicht leicht zu sehen, welche Gestalt diese Garantien annehmen könnten,da Amerika an der Regelung nicht teilnehmen könne. Es werde angenommen, datz, trotzdem die fünf Mächte eine gemeinsame Aktionslinie für die schlietzliche Lösung Problems der Kriegs­schulden, sobald Amerika geneigt sei, es nen zu erwägen, beschließen würden. Briand werde wahrscheinlich unter dem Einfluß Paul Bou- cours auf der Errichtung irgend einer Form

internationalen Kontrolle des entmilitari-

fierten Rheinlandes

bestehen. Es sei jedoch zweifelhaft, ob Fort­schritte in dieser Richtung erzielt werden könn­ten. Müller soll erklärt haben, den Ausdruck unaufrichtige Politik" nicht auf Briand bezogen zu haben. Trotzdem könnte bis jetzt noch nie­mand sehen, welche finanziellen Kompensationen von den Deutschen im Austausch für das, was sie verlangten, angeboten werden können.

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Sie treten auf -er Stelle.

Müller-Briand zwar halb versöhnt. Aber was soll Deutschland sür die Räumnng bieten?

London, 12. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Pertinax meldet aus Genf: Die Aussich­ten für ein schließliches Einvernehmen schienen

ist und an das Beispiel Englands und Ameri­kas erinnerte, die lange Zeit gebraucht hätten, bevor fie im letzten Krieg die entsprechende Um­stellung vollzogen hatten. DaS gleiche Argument gelte für die immer wiederkehreude Behauptung, von der schnellen Umstellungsmöglichkeit der Frie­densindustrie aus Kriegsindustrie. Bereits in seiner Regierungserklärung habe er betont, daß die Reichsregierung Besprechungen über die

Rheinlandräumung anstrebe,

für di« fie fich sowohl aus juristische alS mora­lische Gesichtspunkte berufen könne. Dem Com- muniquö über die heutige erste gemeinsame Be­sprechung brauche er nichts hinzuzufügen, weil der deutsche Standpunkt bekannt sei.

3m Spieler-Dorado.

Was Detektive mit den Abenteurern erleben. Beim Falschsviel erwischt.Grieche«" «ob Ptzitojooben. I« schwanen vuch der De. tettroe. Das Erlebnis einer Dam« von Welt.

Deauville, im September.

_ Die eleganten Badeorte, respektive Dief Spietkasinos, in denen es von Brillanten und Perlenscynuren nur so flimmert, |utö Dora­dos, nicht nur der Hochstapler und Taschendie­be, sondern auch derer, die chnen nachspüren. Natürlich kennt man die Gauner der Spieljäle das heißt, die Detektive kennen fie oie .Griechen", das sind die Besucher der lleineren und die .Philosophen", das sind jene, die nur in den großen Kasinos zu finden sind. Zwei bis drei von diesen Glücksritern weroen in je­der Woche diskret ausgewiesen, was sich ge­wöhnlich so abspielt: wenn der Inspektor zu einem Spieler jagt: .Monsieur, Sie weroen draußen verlangt, bitte, spielen Sie nicht wei­ter", so weiß der Angesprochene sosort, was er -u tun hat. Er begreift, daß man entdeckt hat, oaß er sich beim Spielen der optischen Telegra- phie und eines

kleinen Fchchers, Spiegels oder der spiegelähMlchen flache der goldenen Dose bediente, oie er vor sich liegen hat, steht auf und antwortet liebenswürdig, daß er ganz ver­gessen habe, verabredet zu sein. Hieraus folgt er dem Inspektor tu das kleine Bureau, wo man ihn durchsucht uno, wenn er Ausländer ist, naey Paris zur weiteren Amtshandlung schickt. Das ist das tägliche Brot der Detektive rn solch einem Badeort. Die Tricks smo mehr oder weniger alle bekannt und es ist wirtlich schwer, neue zu erfinden. Zweimal in dieser Woche ist ein gewonnener Zehntausendsrank- Plaque auf dem Spieltisch liegen geblieben, ohne daß der Spieler oder die Spielerin ihn verlangt hatte. Sie waren eben gerade weg- gerusen worden und keiner der anderen anwe­senden .Philosophen" nahm die Gefahr auf sich, ihn zu beanspruchen. Es lohnte sich auch wirklich nicht, vom Spiel ausgeschlossen zu wer­den, um lumpige zehn- oder zwanzlgtausend Frank zu erbeuten, wenn das kleinste Banko in diesem .Exttafaal" vier- bis sechshundert- tausend Frank ausmachtl Diese vom Spiel ausgeschlossenenPhilosophen" können auch nur sehr schwer wieder einmal einen Spielsaal betreten, denn sie sind bereits bekannt. Auch wenn sie sich falsche Papiere verschaffen oder ihr Aussehen ändern, nutzt ihnen das nicht viel denn sie haben mit dem Gedächtnis und beson­ders mit dem .Buch" der Detektivphysiognomi- ten zu rechnen jener zwei oder drei Jnspekto- re», die an den Eingängen der Spielsäle stehen und bereit Aufgabe es ist, die drei- bis

viertausend Habitues der internationalen Spielerwelt

Der Diktawr auf der Wacht

London, 12. September. (Eig. Drahtbericht) General Primo de Rivera berief nach feiner Ankunft in Madrid sofort den Ministerrat. Die Besprechungen werden mit den Berhaftungen in Verbindung gebracht, die im Zusammenhang mit einer Verschwörung in ganz Spanien er­folgt fein sollen.

London, 12. September. (Eig. Drahtbericht.) Nach Berichten aus Heudaze ist das Direkto­rium einem weitverzweigten Komplott auf die Spur gekommen. Im ganzen Lande seien be­reits mehrere tausend Verhaftungen vorgenom- men worden, z. B. in Saragossa 300. darunter viele Soldaten in Madrid 320, darunter Offiziere und Kommunisten, und in Bar­celona 400, darunter der Oberst Lopez Achoa, der erbittertste Gegner Primo de RiveraS.

bann in Paris auch zu einer engeren Annähe­rung Spaniens an Frankreich. Infolge­dessen gestalten sich die Beziehungen Spaniens zu Italien nicht so freundschaftlich und herzlich, wie das Bestehen von Diktaturen in beiden Ländern vermuten ließ. Mit dem Deutschen Reiche bemühte sich das neue Regiment in Madrid in guten Beziehungen zu bleiben. Lustschiffahrtspolitisch besteht engstes Einvernehmen und innigste Verbindung.

Innenpolitisch versuchte Primo de Riverg die neue Lage durch eine Verfassungsrevision zu festigen. Es gluckte ihm im letzten Jahre (zum ersten Mal feit 20 Jahren) den Staatshaushalt nicht nur zu balancieren, sondern auch mit einem Ueberschutz in das neue Haushaltsjahr einzutreten. Die Politik der Bank von Spanien war so glücklich, datz die Stabilisation gesichert blieb. Der Staatsschatz in Gold beläuft sich auf die stattliche Summe von 2,1 Milliarden Gold­mark. Dank seiner Sparsamkeit vermochte der Diktawr das Eisenbahnwesen ,die Kanalbauten, die Flußregulierungen, das Stratzenwesen.auch durch Anlegung neuer Auwstratzen wesentlich zu fördern. Auch das Schulwesen hat Fortschritte gemacht.- Die religiösen Orden unterrichteten in Spanien mehr als die Hälfte aller Schulkinder, der Rest erhielt größtenteils überhaupt keine Schulbildung. Hierin ist ein gründlicher Wan­del eingetreten, da jetzt die Analphabeten ver­schwinden sollen. Rach zweijähriger Abwesen­heit ist Spanien dieser Tage auch in den Völker­bund zurückgekehrt und in den Völkerbundsrat gewählt worden, was von allen Seiten warm be° grützt wurde .denn die spanische Ration ist eben die Mutter zahlreicher anderer Rationen, die heute in Mittel- und Südamerika ihr eigenes stattliches Dasein besitzen. Charakteristisch für die innere Lage ist das kürzlich gefallene Wort eines Volksvertreters, daß grundsätzlich der Diktator gehen sollte, daß man in der Tat aber wünscht, daß er bleibt. Prompt erwiderte darauf Primo de Rivera ,datz er von dem gleichen Wunsche wie sein Vorredner beseelt ist. Dies dürfte in der Tat zutreffen. Daher bleibt auch das große un­gelöste Problem bestehen, was nämlich aus Spa­nien wird, wenn Primo de Rivera heute oder morgen wirklich einmal geht. Die immer wieder aufflammenden Verschwörungen geben ihm heute schon zu denken und machen ihm viel zu schaffen

nien verbannt oder in Gnaden freigelassen sind, haben tausende in Heer, Regierung, Industrie und Wissenschaft den Boden der Diktatur aufs neue unterwühlt und werden jetzt die Faust des Jubiläumsdiktators zu spüren bekommen. Al­lerdings hat Primo de Rwera in fünf Jahren reichlich Erfahrungen und Kenntnisse sammeln 'önnen. Als er damals das Parlament zum Teufel jagte, war Spanien tatsächlich dem Ver­bluten nahe. Die fortgesetzten Kämpfe in Ma­rokko kosteten dem Lande nicht nur viele Men­schenleben, spndern erschöpften auch die Staats­kasse und unterwühlten die Staatsraison. Dank der gütigen Mitwirkung der Franzosen konnte er denn nach drei Jahren die Feldzüge schließ­lich auchglücklich" beenden. Großen militäri­schen Ruhm hat sich Spaniens Diktawr dabei nicht geholt. Das Land kam mit einem blauen Auge davon. Immerhin hörten die blutigen Kriegsopfer und die Kriegssteuern für den Feld­zug auf.

Die Tangerfrage bereitete sodann wei­tere Schwierigkeiten. Und als Mussolinis Panchersprung die italienischen Ansprüche in Tanger anmeldete, mußte wieder monatelang verhandelt werden. Schließlich kam dann mit Ach und Krach das neue Tangerstatut zustande, mit dessen Ergebnis das Land doch zufrieden ist. Mit England sind die Spanier sowohl durch nahverwandtschastliche höfische Bezie­hungen als auch durch alte Ucberlieferungen in enger Verbindung. Die neue englisch-französi­sche Annäherung und das Wiederaufleben der Entente eordiale zwischen diesen Staaten führte

Jetzt fallt ihnen Thoiry ein.

Weil Müller bedingSlose Räumung verlangt.

Genf, 12. September. (Eig. Drahtbericht.) lieber die gestrige Fünfmächte-Unterredung er­fährt ein Berichterstatter noch, datz nach dem von Müller vorgetragenen Räumungsthesen auch die entgegengesetzte These der Pfänder und Gegen­leistungen entwickelt wurde, dir die Alliierten sowohl vom Standpunkt der Sicherheit wie vom Standpunkt der Reparatwnen auS noch zu for­dern berechtigt feien. Man habe wieder von Thoirh und den Borfchlägen gefprochen, die

Strefemanu damals ftizziert

habe, im Vergleich zu denen die Haltung Mül­lers einen Rückschritt bedeuten würde. Die nächste Aussprache fei für Donnerstag verein­bart und Briand werde vielleicht nicht nach Pa- ris reisen, wenn die Unterredungen eine ermu­tigende Wendung nehmen sollten. Deutschland werde vielleicht am kommenden Dienstag mehr oder weniger präzise Angebote machen. Die Verhandlung werde lang und schwierig sein. Keine sofortige Lösung fei erkennbar, denn die Alliierten könnten in einiger Zeit und unter gewissen Bedingungen beschließen, die Koblen­zer Zone zu räumen. In Gens werde aber nichts endgültiges beschlossen werden. Für die Dawes-Endsumme und die Kriegsschuldenrege­lung ergäben sich noch endlose Schwierigkeiten.

London, 12. September. (Eig. Drahtbericht) Ein Blatt erfährt, unmittelbar vor den Neu­wahlen im nächsten Jahre werde die Umbil­dung deS Kabinetts Baldwin aus Gesundheit« oder anderen Gründen erfolgen. Es verlaute, datz der Staatssekretär des Innern, Johnson Hicks, aus Gesundheitsrücksichten fein Reffort

Genf, 12. September. (Eigene Drahtmeldung.) Vor mehreren hundert Journalisten wies Reichs­kanzler MMer darauf hin, datz die deutsche Ab­rüstung auch jetzt wieder von: Völkerbund als vollzogen festgestellt wurde. Er unterstrich diese ungeheure Leistung Deutschlands. Als Beispiel führte er an, daß allein von 40 000 Offi­zieren 3« 000 entlassen werden mutzten. Heber moderne Kriegsmittel .insbesondere schwere Ar­tillerie, Tanks usw. verfüge Deutschland nicht und deren Herstellung nehme lange Zeit in Anspruch. Der Reichskanzler sprach ferner von der These, wonach ein Berufsheer, das Deutschland übri­gens aufgezwungen worden sei, den Kern sür ein Volksheer abgebe, wobei er darauf hinwies, datz im modernen Kriege die

Angrifsskraft ausschlaggebend

Der Diktator auf dem Vulkan

Weder ein Riesenkomplott in Spanien aufgedeckt. An tausend Verhaftungen.

zu kennen und zu erkennen. Diese Männer führen nämlich genau Buch mit bildhaften Ein­tragungen, die so aussehen: Herr 2t... :Schädel ä la Caillaux, Lorgnon, glattrasiert, rote Oh­ren, geht, indem er sich oft umwendet. Oder Frau v. B... steht einer verkrüppelten Mistin- guette ähnlich,Mouche" neben dem rechten Ohr. Over: Herr C...: freches Auftreten, Hochstapleranzug, Perrücke, schone gerade Aase, Narbe auf oer rechten Hand. Stets feuchte Lippen, beim Spiel brummig. Kann ein Ro­manschreiber feine wirklichen oder erfunoenen Personen in solcher Kürze besser beschreiben? Um den Kreis der Spieler lungern aber in den großen Badeorten menschliche Parasiten aller Art, darunter auch ganz gefährliche Kerle, de- rettoegen man sich in Deauville beispielsweise den berühmten Detektiv E. kommen ließ Sei- ne Visitenkarte enthielt folgenden Tert: Herr Soundso, Generalsekretär der Schule für Psy­chologie, Professor am Technischen Institut für Kriminologe, Telephonnummern und Adressen in Paris, London, Warschau, Peking usw. Da­zu kommen die Bezeichnungen von Detektivbü­ros oer ganzen Welt, die alle reich find und überall eigene Bureaus besitzen. Herr E... ist eine Größe in jeder dieser Vereinigungen. Und er erzählt die Geschichte der letzten Woche fbenn jede Woche hat eine Geschichte, die als die inte- reffantefte erzählt wird): Einer Dame war auf der Fahrt vom Kasino ins Hotel ihre Perlen- schnür abhanden gekommen. In der nächsten Minute befand ich mich auch schon im Zimmer des jungen Mannes, der sie begleitet hatte. Kaum war ich eingetreten, als er auch schon zu stottern begann:Sie kommen wahrscheinlich wegen der Perlenschnur? Sie muß rein im Wagen berunteraefaffen sein .. als ich sie dann fand, nahm ich fie zu nur. .* .Geben Sie mir das Kollier?" Bereitwilligst überreichte er es mir. Ich nehme ihn mit mir zur Polizei, wo