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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 215

DienStag, 11. September 1928.

18. Jahrgang

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Einzelpreis: Sonntag« 20 Pfennig.

Mümlings- und Reparationskonferenz in Sicht

Nach der Räumung... die Kricg^ch^lüge. Was hat Briand im Aaubechut?

Genf erwartet eine Räumungs-Sensation.

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'eiten einer Regierung l s mit Böswilligkeit

reiches Ende am meisten gelohnt hätte. Krank'

anlaßt hätte. Unges können aber kein

bundversammlung die größte Ueberraschung bereiten werde.

^raumungs-Lvsung noch diese Woche»

London. 10. September. Eigener Drahtberrcht.) Ein Genfer Korrespondent will wissen, daß eine Räumungskonferenz Mer Großmächte in dieser Woche zusammentreten werde, die, wie man hoffe, eine Lösung sinden werde.

Grünewald Auch sein Fraktionskollege Dr. Fischer hat ein großes Haus im Grünewald und bittet dort häufig Parlamentarier zu sich. Das­selbe gilt für den Abg. Justizrat Bollert, oer

oder mit einer bewußten Absicht identifiziert werden. Die Ententeseite ist den Nachweis für ihre Behauptung schuldig geblieben. Sie hat biS jetzt noch niemals irgendein Dokument ober irgendeinen anderen tatsächlichen Beweis

int» tft att8oefdb[offeit. PcinSeckkonro lmnnnter 10 A. TonntagSnnmmer 20 A-

London, 10. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Nach Berichten aus Genf kann Briand eine bedeutsame Erklärung über die Rheinland­räumung nicht viel länger verschieben, da die deutsche Delegation in Genf nicht ungeschickt vor­gehe und die deutsche Presse in unmittelbarster Weise die Räumungsfrage im Vordergrund aller wichtigsten Probleme gehalten und die übrigen vorliegenden Fragen in den Schatte« gestellt habe. Die Deutschen hätten also bereits einen Anfangserfolg errungen. Es werde in Genf geglaubt, daß Briand seit langem zu einer Entscheidung in der Räumungsfrage gelangt sei, und daß er die Gelegenheit sich nicht entgegen lassen werde, um seinen Ruf noch zu erhöhen und sich als der Staatsmann des augenblicklichen Zeitalters in die vorderste Stelle zu rük- ken. Man nehme daher an, daß er der Völker-

Politik bei Tisch

In de» ersten Berliner SalouS.

Gebt dem Rhein und uns die Freiheit!

Minister von Guerard als Sprachrohr des ganzen deutschem Volkes. Die Pariser Blätter lügen. Besatzung und Manöver vergiften den Weltfrieden.

hoffte auf Konstantinopel und den Bosporus, England fürchtete vielleicht den Konkurrenz­kampf der deutschen Seegeltung. Aber was er­hoffte, waS wollte Deutschland erstreben, als es in den Krieg eintrat? Die Frage ist schwer zu beantworten. Und weil sie vielleicht über­haupt nicht zu beantworten ist, bildet fie einen Hauptbestandteil in dem deutschen Kampfmaterial gegen die Kriegsschuldlüge.

unter der Besetzung als das goldene Maunz. Diese Fahrt soll ein machtvolles Bekenntnis von Reich und Rhein Mlegen, ein Bekenntnis, daß ganz Deutschland eins mit uns und den

Der abonaementgeret8 bctraflt für ben Monat 2JO Z bei freier Zustellung i«ä $au». U tat D-schöttSstelle abgeholt 2-Z Dur» bie Poll mouatll» 9.90 Z ausschließlich ZustelluuaSaebühr itzeruivrecher 951 und 951 Für unverlangt eingelaubie Betrüge kann bie Redaktion eine «eramwortuna oder Sewähr in keine» »alle übernehmen. Rückrablnng beS BezageSgelde« ober Aworüche wegen

Mainz, 10. September. (Privattelegramm.) Anläßlich der Huldigungsfahrt des A. D. A. <£. an den Rhein führte Reichsminister von Gne rard u. a. aus: Keine Stadt hat mehr gelitten unter der Besetzung als das goldene Mainz.

Chamberlains Tage gezählt?

Baldwin macht die große Politik ohne Eng lands Außenminister. Ganz im Sinne Poineares Lord Eushendun wird Außenminister?

Jttparauonjfonieren» nach Weihnachten t

Genf, 10. September. (Eig. Drahtbericht.) Für heute steht eine Aussprache zwischen Reichs­kanzler Müller, dem belgischen Außenminister Hymans und Italien bevor. Ws weitere Etap­pe nach den Räumungsverkplndlungen besteht der Gedanke der Einberufung einer Konferenz für Januar oder Februar, an der die Besat­zungsmächte teilnehmen sollen und die praktisch einer Reparationskonferenz gleich­kommen würde.

Bewohner des besetzten Gebietes ist, im glü­henden Verlangen, daß wir hier wieder die Luft der Freiheit atmen, und dieses Bekenntnis kommt jetzt zur rechten Zeit, wo unser morali­scher Anspruch auf vorbehaltlose Räumung vor dem großen Areopag in Genf zur Erörterung gestem ist. Hinter dem deutschen

Kanzler steht das ganze deutsche Volk

In der deutschen Zukunft soll und darf nicht vergessen werden, was das deutsche Volk gegen eine Welt von Feinden geleistet hat. Unser Kampf um das Rheinland ist ja nur ein Stück eines uralten Kampfes, um den Rhein, der an- hub in grauen Vorzeiten, als der römische Feldherr Caesar durch die burgundische Pfor­te vordrang, den waldumrauschten Strom sah und seine politische und wirtschaftliche Bedeu­tung sofort erkannte. Diesen Kampf hat das rheinische Volk oft gekämpft. Ich will nicht ver­kennen, daß gegenüber den schlimmsten Zeiten hier vieles besser geworden ist, daß die Besat­zung duldsamer geworden ist als früher. Falsch ist es ober, wenn ein amerikanisches Blatt chreibt, daß die deutschen Hausfrauen E i n - quartierunge n wünschten (!) Ich selbst ictte Einquartierungen und weiß, was dieS be­deutet. Wir tragen sie nur, weil wir sie trogen müssen, und wenn fronzöstsche Blätter von einem sormonischeu Verhältnis zwischen dem rheini- chen Volke und der Besatzung schreibe«, so sage ich: Die Berichte sind falsch. Sie sind ge- ärbt für die französischen Leser. Die 67 000 remde Soldaten mit ihrem Gefolge sind für

Das alles wäre formal genommen richtig. Aber schließlich ist das deutsche Volk doch poli­tisch geschult genug, um einzusehen, daß die Tatsache eines verlorene« Krieges in der Politik der Sieger handgreiflicher wirkt als Moralis- men. Scharfblick nde deutsche Politiker glauben nicht, daß mit einer Beseitigung des Artikels 211 des Versailler Vertrages praktisch genommen auch der ganze Pakt selbst annulliert wäre. Und auch das Ausland sollt: sich allmählich ein klareres Bild von unseren Triebfedern machen. Deutsch­land verwirft diesen Artikel, weil es sein formu­liertes Werturteil als falsch erkannt hat und weil es sich bewußt ist, daß bei einem für ewige Zeiten vertragsmäßig festgelegten falschen Ur. teilsspruch eine wirkliche innere Verständigung der Völker einfach nicht möglich ist. Wenn Sie­ger einem unterlegenen Volk eine Vertragsbe- stimmung aufzwingen, die sich auf eine Lüge auf­baut, so hat es für die Unterlegenen keinen gro­ßen Zweck, mit papierenen Protesten oder mit einer organisierten Empörung Sturm zu laufen. Eine Lüge wird dann erst Lüge, wenn lückenlos der Beweis erbracht wird, daß eine aufgestellte Behauptung sachlich falsch ist. Gelingt unte­ren Politikern und Gelehrten der Nachweis, daß Artikel 231 ein falsches Werturteil darstellt, so hat der Kampf eines seiner Hauptziele durchge­setzt. Tatsächlich beschränken sie sich darauf, auf Grund eines vorhandenen riesigen Materials nachzuweifen, daß das Werturteil der ehemali­gen Ententemächte sich lediglich auf einem poli­tischen Willen aufbaut, nicht auf einer Erkennt­nis der Wahrheit. Die deutschen Aktenpublika­tionen haben diesen Kamps schon ein gut Stück vorwärts getrieben. Einige Ententemächte haben ihre Archive gleichfalls schon geöffnet, andere Mächte werden sich diesem Beispiel anschließen muffen. Sie beweisen, daß die deutschen Publi- kationen ziemlich lückenlos sind, und daß neue sensationelle Tatsachen nicht zu erbringen waren.

Deutschlands Gewissen ist dabei so rein, daß es nicht einmal unhaltbare Positionen zu halten braucht. Die strategische Lage Deutschlands wird daher auch nicht um ein Bruchteil ver­schlimmert, wenn zugegeben wird, daß die Poli­tik der alten kaiserlichen Regierung sehr oft ungeschickt war, daß viele Fehler gemacht tour» den, daß fötale Irrtümer und Mißgriffe vor­kamen usw. Der Arttkel 231 wirft ja dem deut­schen Volke vor, daß seine Regierung hn Jahre 1914 den Kriegböswillig und mit Absicht" ver-

sind vor allem das Haus des Abg. Professor Hoetzsch, der mit seiner klugen Gattin aus einer Bankierfamilie viel empfängt. Einen politischen Salon macht auch oer Generaloberst o. D. von Seeckt und seine Gatttn. Bei ihnen trifft man hauptsächlich Politiker der Rechtsparteien, de­nen er innerlich zweifellos näher steht als den Demokraten, deren eingeschriebenes Mitglied er früher einmal gewesen sein soll. Einen politi­schen Salon macht auch Herr von Berger, zu­letzt preußischer Gesandter in Dresden. Hinter den Kulissen einer der führenden Scanner der Volkspartei, ist er Vertreter der Kölner Eisen- firma Otto Wolfs. Bei ihm treffen sich daher hauptsächlich rheinische Großindustrie uno Par­lamentarier. Das volksparteiliche Ehepaar Ge- neral von Winterfeld ist musikalisch besonders talentiert, so daß im Salon Winterfeldt nicht nur Politik, sondern auch gute Musik gemacht wird. Außer Herrn von Berger macht auch der bekannte Abgeordnete

Freiherr von Rheinboben einen politischen Salon

Früher selbst Berufsdiplomat, beschäftigt er sich hauptsächlich mit Fragen der auswärtigen Po­litik, so daß man in seinem Hause vor allem Angehörigen des diplomatischen Korps trifft (Seine aufschlußreichen Leitarttkel sind den Le- fern der Kasseler Neuesten Nachrichten bekannt. D. Red.) Tas letztere gilt auch für das interes­sante Haus des bekannten Journalisten Pro- feffor Ludwig Stein. Er ist neben- oder haupt­amtlich, wie man es nehmen will, Präsident der .Mittwochsgesellfchaft", einer Vereinigung füh­render Männer aller Berufe und Parteien, die sich jeden Mittwoch zu polirischen Vorträgen mit nachfolgender Diskussion zusammensinden. Halb Klub, halb polittscher Salon wie Die Mittwochs- gesellschaft ist auch derKlub von 1926", oer ein­mal wöchentlich in dem gastfreien Hause des Bankiers Hugo Simon tagt, einen der reichsten Männer Berlins und gewissermaßen eine Neu­auflage deS in den ersten Monaten nach der Revolutton in den Salons von Paul Cassirer tagenden ober besser nächtigenden sogenannten Novemberklubs" darstellt. Seine führenden Männer stehen

Politisch alle links.

Von den Demokraten versammelt Abg. Erzellenz Dernbnr g jeden Sonntag nachmittag Freun­de uno Bekannte in seiner schönen Villa im

aber empfohlen, bie französischen Ansprüche auf Kompensationen bezw. auf Mobilisierung bei

Reichsbahnobligationen zu unterstützen.

Baldwin soll bereit gewesen fein, den Flotten­kompromiß fallen zu lassen, wen« bie Bereinig­ten Staaten ihn als lästig empfinden. Zum Schluß soll Baldwin vorgeschlagen haben, Lord Cushrnidun solle die Geschäfte des Foreign Office offiziell übernehmen, wenn Chamberlain seinen Posten nicht wieder an­treten könne.

Paris, 10. September. (Eia. Drahtbericht) Laut Pressenotiz hat Lord Cushendun am Sonntag mit Ministerpräsidenten Baldwin in AiS les BoinS u. a. über bie Haltung Englands zur Rheinlandräumung, den Verzicht auf das englisch-französische Flottenkompromiß und auch über die Frage gesprochen, ob Chamberlain reic­her die Leitung des Auswärtigen Amtes über­nehme« könne. Rach vertrauenswürdigen In­formationen habe Baldwin Cushendun freige- ktellt, auf die Räumung der Rheinischen Brük- kenköpfe zum frühesten Termin zu drängen, ihm ohne Zweifel der ihrer Gegenspieler an Frie­denswillen ebenso überlegen war wie an Klug­heit und Unerschloflenheit unterlegen. Dieses Wort enthält ein Körnchen Wahrheit. Außer­dem braucht man ja nur nach den Kriegszielen der in den Weltkrieg eintretenden Mächte zu orschen, um festzustellen, für wen sich ein sieg-

Der Lat»« «niete» Mitarbeiters, ie« beim Berliner Krösus. Der Salon bei den Hersfelder Rechteres.

In dem heutigen verarmten Deutschland spicu sich das gefellige politische Leben haupt­sächlich in den politischen Klubs ab, uno nur dünn gesät sind die politischen Salons. Der prononcierleste von ihnen ist der der Frau von Kardorss-Oheimb. Die frühere volksparteiliche Mgeordnete, (überallStatirda" genannt) toio» tuet sich heute ganz ihren sozialen und politischen Interessen. Schwerpunkt blieb freilich der po­litische Salon. Man müßte einen kurzen Abriß der Geschichte des neuen Deutschland geben, wollte man alle Menschen aufzählen, die Kur­fürstendamm 181 verkehrten, alle wichtigen Er­eignisse erwähnen, die hier vorbesprochert und häufig vorbereitet wurden. Der erfte Reichs­präsident war häufig Gast. Sttesemann, Geßler und Gras Kanitz, um nur einige Namen zu nennen, gingen hier ein uno aus. Es traf sich eben alles, was irgendwie Bedeutung im neuen Deutschland hatte,

Politiker und Diplomaten, Künstler «. Gelehrte nicht zu vergessen die Prominenten des deutschen Wirtschaftslebens. Im Frühjahr 1927 heirate­te die geschiedene Fran von Oheimb ihren frü­heren Fraktionstollegen S i e g f r j jgyt

Kardorss. Kurz vorher hatte sie 'ihren,ot>; Ion näher an den Reichstag verlegt. Es v etwas stiller bei .Katinka". Ihr Gatte liebte nicht die turbulenten großen Feste. So tonten denn kleine Frühstücke und Tiners im parla­mentarischen Kreise Die bevorzugte Geselligkeit des Hauses Kardorss-Oheimb. Indessen wurde Herr von Kardorsf vor kurzem zweiter Vizeprä­sident des Reichstags, und das hatte zur Kon­sequenz, daßStatinfa" wieder größere Feste gab, so erst kürzlich das große Diner im Adlon zu Ehren der Damen der interparlamentarischen Union.

Polittsche Salons der Rechten

Die Kardinalfrage der sofortigen und völli­gen Räumung ist in Gens gestellt und tatsächlich scheint damit der Stein endlich ins Rollen zu kommen. Man verheißt uns sogar Ueberraschun- gen durch Briand, über die wir uns aber einst­weilen nicht allzugroße Jllussionen machen wol­len. Aber noch eine zweite Gewissenfrage wird fällig. Wenn der Kampf um die Kriegs­schuldlüge zehn Jahre «ach dem Weltkrieg noch nicht eingeschlafen ist, so heißt das: der Zwang dazu ergibt sich nicht nur aus einer Em­pörung über eine die deutsche Ehre beleidigende Unwahrheit .sondern auch aus der Erkenntnis, daß eine wahre Verständigung und Aussöhnung zwischen de« ehemals feindlichen Ländern nie­mals Wirklichkeit werden kann, wenn solch ein ein ganzes Volk mit einer ewigen Schuld- last behaftendes Werturteil zum Ausgangs­punkt einer ganzen Weltpolitik werden soll. Man hat besonders im Ausland vielfach angenom­men, daß der deutsche Kampf gegen die Kriegs­schuldlüge sich hauptsächlich auf der Erwägung aufbaue, daß mit der Beseitigung des Artikels 231 des Versailler Diktates die Grundlagen des ganzen Vertragswerts selbst erschüttert wurden. Formal genommen ist diese Ansicht auch richtig. Der Artikel stellt fest, daß Deutschland böswillig und bewußt den Kriegsausbruch veranlaßt habe und daß eben diese Böswilligkeit die Sieger- mächte dazu zwinge, dem unterlegenen Gegner einen so harten Frieden zu diktieren. Man kann also wohl sagen, daß mit einem Fallen des Par. 231 die moralische Grundlage des ganzen Diktates erschüttert sei, und daß es dann eine Selbstverständlichkeit wäre, den ganzen Vertrag auf Grund dieser neuen u. besseren Er-- kenntnis zu revidieren.

airaeigenpretk: etnbetmtldx ®ef<bäft6anaetge« Me mw-ZeUe 10 A, auswärtige Seschastsgnxige» M« tnm-3etle 10 A. »amiliettanaeigee Me mm-3eile 10 3. Kleine Anzeigen aus Kassel das Wott 6 A, auswärtige Kleine Anzeigen Me mm» Seile 10 A. Reklamen Me mm-3eUe 98 A. Offengebühr 96 A (bei Zustellung 85 Al. Rechnungsbeträge innerhalb 5 tagen zahlbar, ftür Me Richtigkeit aller durch Fernsprecher ausgegebenen Anzeigen sowie für Aufnabmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden. Kür Anzeige» mit besonders schwierigem Satz 100 «rosent «uttchlag. Druckerei: Schlachtbotttt. 28Z80. SeschäftSstelle: Köln. Stt. 6.

dafür Vorbringen können, daß die deutschen ver- antwortlichen Staatsmänner der Vorkriegszeit bewußt auf den Krieg hinqearbeitet hätten. Ein bekannter deutscher Professor hat gesagt, «c-v«...

daß die deutsche Politik in der Vorkriegszeit reich hoffte auf Elsaß-Lothringen, Rußland

uns nur ein Fremdkörper. Sie sind darüber hinaus ei«

Hindernis für die Verständigung mit unseren westlichen Nachbarn. Nichts zeigt das deutlicher, als die unaufhörlichen Besat- zungszwischenfSlle, wobei eher die Woge zu­gunsten Deutschlands anssällt. Ich frage Sie, sind die Manöver, die jetzt die armen Eifel- bauern bedrängen, sind die Kanonen fremder Heere auf Eifelhöhe« ein Zrfthen der Befriedung? Niemand ist friedfertiger als bei Rheinländer. Aber man gebe uns Freiheit (!) Sie alle aber, deutsche Frauen und deutsche Männer, rufe ich aus, Helfer und Förderer an dem friedliche« Wiederaufbau unseres Vater­landes auf dem Boden der Gegenwart zu sein. Fußend auf dem Wertvollen, das unsere Bättr geschaffen und uns überliefert haben. Nach einem Hoch auf Vaterland und Rhein wurde begeistert das Deutschlandlied gesungen.

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Der langen Rede kurzer Sinn. Reparationen unabhängig von der Räumung. Aber Verhandlungen zu gleicher Zeit.

London, 10. September. (Eig. Drahtbericht.) Genfer Korrespondenten holten eine gemeinsame Räumungskonserenz der fünf Mächte in Gens für wahrfcheinlich, um eine Grundlage zu be­stimmen, auf der offizielle Verhandlungen fort- fchreiten könnten. Von deutscher Seite werde in Abrede gestellt, daß der Reichskanzler die Notwendigkeit der Gewährung eines Pfandes für eine vorzeitige Räumung erkannt habe. Er soll jedoch Erörterungen über die Räumung zu­gleich über die deutfche Reparationsschuld für ratfam halte«, da es ein Vorteil für Deutsch­land selbst fein würde, wenn die Höhe seiner Berpflichtunge« bestimmt würde, damit eS sich sobald wie möglich von feine« Verpflichtungen befreien kann. Vorläufig scheine man jedoch auf die Ratschläge der anderen zu warten.