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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 210.

Mittwoch, 5. September 1928.

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

18. Zabryarrg

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

Alles dreht sich um die Abrüstung

Gin FlammenNanal. AtilMuna

Eine Ministertragödie und ein Genfer Spiegel. ~ I ö

drei Satire später, sie bwhense w

t ein, niini»- . Man will die Sahara bewässern.

Frankreichs Clique wünscht zuerst eine völlige Bereinigung Europas.

zu

Zank um die USnigrkrsn«.

(Ei# bedenklicher Schritt JugoslavienS.

Mailand, 4. September. Nach Berichten auS Tirana hat die südslawische Regierung in Alba, nien Vorstellungen erheben lasten, weil König Zogul den TitelKönig von Albanien" über, nommen hat. Damit greife Belgrad in die in- neren Angelegenheiten eines souveränen Staates ein, der eine Aenderung des Regime« vorgenom- men und König Zogul mit dem Titel -König der Albaner" gewählt habe.

* * *

Der allmächtige Monarch.

Hoheiten und Prinzen gehören dazu.

Amerikas Nein.

.. .wirft daS Flottenkompromitz über den Haufen

London, 4. September. Einem diplomati-

Das find die Früchte von Locarno!

Namenloses Martyrium am Rhein. Zwan zig Jahre Zuchthaus im halben Jahr. Und noch viele Strafen unbekannt.

Laiestt schiel« wieder nach Moskau.

Paris, 4. September. Eia Genfer Sonder­berichterstatter glaubt, daß der polnische Außen­minister Zaleski in Kürze die unterbrochenen Wirtschaftsverhandlungen mit Moskau wieder aufzunehmen beabsichtige.

Paris, 4. September. (Eigene Drahtmeldung.l Einem Genfer Sonderberichterstatter zufolge, steht Frankreich und die Kleine Entente zur Ab- rüstungsfrage wie folgt: Rur eine weitgehende europäische Entspannung kann zu einer allgemei­nen Abrüstungskonferenz führen. Zu diesem Zweck müßten vorher die Reparations- und Kriegsschuldenfragcn mit anschließender vorzei­tiger Rhetnlandräumung geregelt sein. Da hierbei Amerika eine wichtige Rolle spielen müsse, würde es angebracht sein, die Einberufung der Abrüstungskonferenz bis 1930 zu vertagen.

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Siner schiebt den anderen vor. Räumung nur gleichzeitig. England würde sich besser stehn.

London, 4. September. (Eigen« Drahtmel­dung.) Die Beibehaltung der Besatzungstrup- pen wird von England durch den internationa» len Charakter der Besatzung und die Tatsache

Ein Meteor fiel zur Erde im Schein der Morgensonne. Ein französischer Meteor war cs, ein Aeroplan mit sechs Sitzen, fünf Men­schen verbrannten in ihm. Dieser französische Meteor gibt zu denken: nicht Weil ein Minister in ihm sein Leben ließ, der ein Heller Kopf und eine starke Persönlichkeit war. nicht nur, weil eben dieser Minister sich immer für den Aus­bau der Flugzeugsicherung in Frankreich einae» setzt hatte, was an sich schon ein tragisches Mo­ment in der Tragödie barfteüt Frankreich wird aber jetzt vielleicht in stärkerem Maße sein Au­genmerk aus die notwendig gewordene voll­kommenste Sicherheit im heimischen Flugverkehr lenken. Die Presse hat es bereits aufgegriffen. Ein Blatt schließt den Nekrolog für den Handelsminister Bokanowskt: Will man noch länger bestreiten, daß das fran­zösische Flugwesen sich in einer schweren Krise befinde?" Der Meteor, der flammend und zi­schend mit der Nahrung von fünf Menschenleben zu Boden schoß, ist eine Mahnung, eine War­nung, die nicht überhört werden darf. Die ver­wegenen Salto mortales der Kunstflieger, der ganze tägliche Riesenbetrieb in den Lüsten hatte auch Frankreichs Gemüter in Sicherheit gewiegt. Ein Absturz hier und da: Nun ja, es übt ja auch Eisenbahnunglücke, sagt man sich. Die klei­nen Meteore wurden nicht genügend beobachtet.

Deutschland kommen zwar solche "" drignlt&fäae verhältnismäßig selten vor: das hegt daran, daß unsere Maschinen durchweg Ganzmetallflugzeuge sind, die Ben- zinspeifung durch Rohre erfolgt, die außen am Rumpf angeordnet sind und nicht in direkter Verbindung mit der Zündung stehen. In

TindewN,»« ®eft6äft«an*taen Me mm-Zeil« 10 4. auswärtige GtsLattsaujeigen die wm-Zeile 10 A. »amiliewenaeiaen die ww-Zeil« 10 A.

SaS Kassel da» Won 6 4. auswärtige «lein« Anzeigen die mm« Zeile 10 4. Reklame, die wrn-Zcile 38 4. Ossertaebühr 26 4 «bei Zustellung 85 ^».Re-duungSbeträae wnerdald 5 Tagen «blbar. ft in die Richtigkeit aller Sirrch fternivrecher »uigegebenen Anzeigen sowie für «ufnabmedaten und Plätze i tonn nicht «Fintiert weiden, ftür Anzeigen mit besonder» schwierigem Latz 100 Vriuem Aufschlag. Druckerei: Schlachtbosstr. 98/80. Geschäftsstelle: Köln. Str. 5.

Ein Watt stellt fest, daß die englische Politik ihren Grundsatz, Fühlung mit Europa nicht durch Paris oder Berlin, sondern nur durch Genf zu suchen, aufgegeben habe. Sie habe die französischen Vorbehalte zum Kellogg-Palt an­genommen u, ein Flottenabkommen mit Frank­reich unterzeichnet, dessen Kern darin bestehe, daß Frankreich so viele kleine schnelle Kreu^r und so viele kleine Unterseeboote, wie eS wolle, bauen könne. Die Wirkung sei, daß die franzö- sische und britische Flotte einander ergänze« würden. Alles das laufe auf eine neue Entente hinaus und es sei vollkommen natürlich, daß die Franzosen frohlockten. Ihre Außenpolitik habe triumphiert Die Folge« zeigen sich bereits. Vor einigen Wochen habe die Hoffnung bestan­den, daß die alliierten Truppen aus dem Rhein, land zurückgezogen würden, fetzt aber versteifen sich die Franzosen darauf, daß die Deutschen einen Preis für die Zurückziehung zu zahlen

begründet, daß irgendwelche Schritte nur nach gemeinsamer Uebereinkunst möglich wären. Frankreichs Sicherheitsforderungen hät­ten aber nach Abschluß der Locarno- und Kel- loggverträge wenig zu sagen. Es bestehe wenig Grund zu Befürchtungen, daß Deutschland den jetzt zu zahlenden Betrag von 2% Milliarden Mark jährlich nicht aufzubringen vermöge. Die Besatzung werde aus dem Ertrage des Dawes­planes bezahlt. Die Räumung würde daher für Großbritannien bedeuten, daß einen einen wesentlich größeren «ntei aus den Reparationszahlungen erhalte« würde.

Berlin darf nicht betteln.

Oeffentliche Sammlungen verboten.

Berlin, 4. September. Mit ministeriellem Einvernehmen hat der Polizeipräsident ab IS- 9. 1928 sämtliche Sammlungen von Geldspenden zu vaterländischen, gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecken (Wohlfahrtszwecken) auf Straßen und Plätzen untersagt. Solche Sammlungen haben in letzter Zeit derart überhand genommen, daß sie zu einer Belästigung des Publikums geworden sind und insbesondere bei de« zahlrei- chen Ausländern einen peinlichen Eindruck her­vorgerufen haben.

. . Tirana, 4. September In der -bgeänderten

e n k e n hineinlege« wird, albanischen Verfassung wird der neue König zur *':*** höchsten Autorität, zum Oberkommandierenden

hegten deutsche WirtschafiSkreise Befürchtungen für ihr in Rußland angelegtes Kapital, da sich die Sowjetregierung vergeblich bemüht habe, AuSlandSkredite zu erhalten. Allein deshalb fei Rußland dem Kelloggpakt beigetre­ten. Vielleicht habe Moskau Strefemann dieser Aktion veranlaßt.

Frankreich aber ist das ganze Flugwesen, auch das gänzlich zivilen Zwecken dienende, auS dem militärischen hervorgegangen, bei dem der Si- cherhcitskoeffizient naturgemäß eine kleinere Rolle spielt. Auch werden in Frankreich unbe­wußt und zwangsläufig aus dem kriegeri­schen Luftpark Maschinen im zivilen Be- iörderungsverkehr mitverwendet, die mit Segel­tuch und Holzgeriist schon recht veraltete Typen darstellen. Es ist noch nicht ganz erwiesen, welch« Ursachen den Todessturz herbeiführten: die Annahme spricht dafür, daß das Flugzeug dem Gewicht von fünf Personen nicht gewachsen war, das Uebergewicht bekam: durch den enormen Luftwiderstand explodierte der Benzin­tank. Der flammende Meteor verwandelte sich auf der Erde in einen Scheiterhaufen, der zwei­einhalb Stunden lang brannte.

Hie und da brennen diese Scheiterhaufen, um iiz das menschliche Gewissen hereinzu­leuchten. Hie und da stürzen die Meteore und erhellen blitzschnell den Himmel dieser Welt und das Werk von Menschenhand, das oft so frevel­haft die Laune des Schicksals herausfordert. Es war nur ein französischer Meteor, dessen Licht

sche« Korrespondenten zufolge wird sich der Hauptwiderstaud Washingtons bezüglich deS englisch-französischen Flottenabkommens dagegen richten, daß die Kreuzer mit über 20-Zentimeter- Geschützen einer Beschränkung unterworfen wer­den .während dies bei leicht bewaffneten Kreu- zern nicht der Fall ist. Washington werde dem - ------Abkommen aus keine« Fall beistimmen wo-

hätten und die britische Regierung habe mitIdurch daS ganze Abkomme» ungültig werde.

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3« Paris abgeblitzt.

Hat Strefemann auch Moskau vorgeschoben?

Paris, 4. September. (Eigener Drahtbericht.) Der Autzenpolitiker Pertinac berichtet ergän­zend Dr. Strefemann habe in Paris Poin- carf für eine gemeinsame Finanzak­tion der Großmächte für die Ausdehnung des Handels mit Rußland zu gewinnen versucht. Poincarä habe glatt abgelehnt. Anscheinend

Advokat von Beruf, und er treibt auch Politik in der Form des Advokatengeschäftes. Ta wird um jede Position zäh gerungen; da wird der Wortlaut jedes Paragraphen gedreht und ge­preßt; da wird das starkslutenoe Leben immer wieder unter starre und enge Formen gebeugt. So kommt auch Poinear« nicht von den Buch­staben des Versaillet Vertrages los, so kommt er von seinen Konssruktionen nicht los, die nun einmal Reparationen und Besatzung im Ver­ein zu einem, wie er meint, unverzichtbaren Vorteil für Frankreich machen, den et seinem Land zuliebe nicht auS der Hand geben dürfe Er furchtet fich vor der neuen Weltatmosphäre in die er mit seiner traditionellen Rechthaberei wie «in steinerner Götze hineinragt. Er und er

-and in Hand «tt len Franzosen. Große Kanale nikd Standamme. Mtttelmeer. Schotts »«ö ftlüsse sollen das Wasser liefern. Fell», Wald und Garten ans glühendem Wüstensand.

Auch in den Kasseler Neuesten Nachrichten war schon wiederholt von den phantastischen Plänen bte Rede, die Wüste Sahara im Ganzen oder doch wenigstens zum Teil durch Bewässe- tung der Bebauung und menschlichen Besiede­lung zuzuführen. Wenn aber jetzt in Paris die Verwirklichung eines neuen Projektes erwogen wird, so hat es nicht nur durch die Ausarbei- tung aller technischen Einzelheiten Aussicht, bet« wirklicht zu werden, sondern auch deswegen, weil sich ein bewährter Bewässerungsfachmann beute mit dieser Sache beschäftigt. Mister B r a m a n, ein Rewyorker Finanzmagnat, der große Bewässerungsanlagen in Südkalifornien durchfuhrte, und die Gegend um San Diego aus einer unfruchtbaren Steppe in einen einzigen Blumengarten verwandelte, hat die neuen Pläne dem . französischen Ministerrat unter- !^llet, der sich jetzt ernsthaft mit den amerikani- .schen Vorschlägen besaßt, weil sie auf die Grün- düng einer gemischten amerikanisch-französischen

Siedlungsgesellsaft für das Sahara-Gebiet

London, 4. September. (Eigener Drahtber.) keinem Wort angedeutet, daß sie eS ablehnen " ......würde, die Forderung zu billigen. Ei« Druck

englischerseits hätte nicht aufgehört, um von Deutschland ei« Verspreche« zu erzwingen, da t es sich nie mit Oesterreich vereinigen werde. DaS Blatt fordert die Freigabe dieser unend­lich bedauerlichen Verpflichtung und die Rück­kehr zu Locarno.

Berlin, 4. September. Bor den sechs fran­zösischen Kriegsgerichten deS besetzten Gebietes hatten sich vorn 1. Januar bis zum 31. Juli d. I. insgesamt 89 Deutsche wegen Vergehen gegen die Militärgesetze zu verantworten. Die ver­hängten Strafen betragen zwanzig Jahre Zucht­haus., fünfzehn Jahre Aufenthaltsverbot, sech­zehn Jahre und sechs Monate Gefängnis, 3532 Reichsmark und 1091 Franks Geldstrafe. Die Zahlen erstrecken sich jedoch nur aus die Fälle, die von deutschen Verteidigern vertrete« wor­den find.

England wird sich seihst untreu

Das jüngste Jntriguenspiel gege« Berlin. Poincar« triumphiert. Draht verhaue gegen Räumung und Anschluß.

fast noch allein hemm, jeden fruchtbaren Aus­gleich. Ihm gegenüber steht der deutsch« Reichs- kanzler, der zum erstenmal den Fuß auf daS Genfer Parqquett setzt wie der Lichtbringer Der Welt bar. Einst wegen per Unterzeichnung von Versailles versehmt und geächtet, trägt ihm heu­le daS Vertrauen eines volksparteilichen Außen­ministers, der noch vor einem Jahrzehnt ihn schwerlich die Hand würde gereicht Haven. Bei der Unterzeichnung des Friedens sah er sich in Paris isoliert, von Verkennung und Haß auch seitens der Franzosen umgeben. Heute schüttelt man ihm wie Strefemann in Genf s llch die Hand. Allerdinqs, ob man il würdiges Andenken hinein ist mehr als zweifelhaft.

in unsere Seelen fiel. Sollte es, abgesehen von Frankreich, das so sorglos Menschenleben und Material in kriegerischer Skrupellosigkeit in die Lüfte speit, auch nicht für alle anderen die blu­tige Fackel der großen Mahnung fymbolisteren nicht zuletzt für Rekordsucht und Uebermut fal­schen Sport-Ehrgeiz und selbstsicherer Verken­nung von Zeit und Tempo?

* * *

Die Stimmung in Genf ist trotz der Pariser Unterzeichnung noch immer pessimistisch genug. Der Kriegsächtungspakt ist mit Klauseln und Einschränkungen belastet, die noch Moskau jüngst mit bissiger Kritik überschüttete. Das gleichzei- tige englisch-französische Militärabkommen konnte fast wie ein Gegengewicht gegen den amerikani­schen Friedensakt angesehen werden. Aber im­merhin! An den Zäunen der Unterschriften kön­nen auch die wütendsten Kriegsbullen nicht vor­bei und der schlaueste Diplomat kann die elemen­tar ausgelösten Volksstimmungen nicht mehr als quantite negligeable behandeln. Die Friedens­woge reifet auch den engherzigen und kurzsichti­gen Staatsmann mit. Sie lätzt sich nicht mehr durch Mätzchen und Kunststücke nach Belieben lenken. Auch wer nur widerstrebend den Gold­federhalter über das politische Papier gleiten liefe, ist heute gebunden durch die Kraft der Gei­ster, die durch diese 15 Unterschriften in der gan­zen Welt mobil geworden sind. Nicht mehr Völ- kerhaß sperrt heute die Grenzen und fast die ge­samte englische Presse, und zum Teil sogar das Pariser Boulevardsecho erkennt heute an, daß eine weitere Besetzung deutscher Gebiete zur Sinnlosigkeit geworden sei. Unser Unglück und daS Unglück Europas ist nur, daß Poincare den Ruf der Zeit und Völker noch nicht verstanden hat. Gewiß hat auch Poincare Locarno und den Kelloggpakt überwunden. Aber Poincare kann nicht aus seiner Haut heraus. Er ist

hinanSgeheu. Mister Braman hat zur Bewäs­serung und Kolonisation den Teil des riesigen Sandgebietes auserfehen, der im Südosten Algeriens und tm Südwesten von Tunis bis nabe an das Mittelmeer hcranreicht. Hier dringt die See bis nahe an die ausgedehnten schotts, Salzwasserseen unter dem Meeresspie- gel, die das in der Regenzeit von den nördlich gelegenen Gebirgen herabströmende Wasser auf» sammeln. Diese Schotts stellen also geradezu schon beute natürliche Stauanlagen dar. Wenn man nun das kurze Zwischenstück zwischen dem am weitesten östlich gelegenen Salzsee, und dem Mittelmeer durch einen Kanal verbindet, wird es möglich sein, ganzjährig hier große Wassermengen zur Verfügung zu halten. Die Entfernung beträgt an der kürzesten Strecke nur etwas mehr als zwanzig Kilometer und die einzelnen Schotts liegen, auch weit hinein in das Wüstenland, stets nur in einem Abstand von einigen wenigen Kilometern. Dieses natürliche Wasserreservoir soll auch dadurch stärker gefüllt werden, daß die von dem nördlich gelegenen Gebirge Dschebet

herabströmende« Flüsse reguliert

werden sollen. An der Südseite dieser Gebirge ist auch eine ausgedehnte Aufforstung geplant, um den Verheerungen durch reißende Gebirgsströme zur Regenzeit zu begegnen. Der Gedanke, hier Bäume zu pflanzen, ist nicht so abenteuerlich, wie das zunächst auSftefet, wie überhaupt das ausgedehnte Gebiet, das jetzt der Bewässerung und Kolonisation zugeführt wer­den soll, biS in die ersten Jahrhunderte hinein als eines der fruchtbarsten in aller Welt galt. Besonders, wenn der Plan gelingt, durch einen breiten Waldgürtel im Süden des neuen Kolo- nisationsgebietes dem

lebensveruichtenden Schirocko Wind

der auS dem Innern der Wüste kommt und manchmal bis nach Nord-Jtalien bringt, abzu» halten, dann dürfen wohl gerade in diesem Teil der Wüste Sahara die Bedingungen für eine landwirtschaftliche Entwicklung äußerst gün» ttg liegen. Mister Barman rechnet sogar da­mit, daß hier nicht nur genügend für den ei­genen Bedarf der zukünftigen Ansiedler ange­baut werden könne, sondern dafe die jetzige Wüste wohl balb in der Lage fein werde, Vieh, Getreide und Südfrüchte von den nahegelegenen Häfen aus in alle Welt zu verfrachten. Wen« Paris einwilligt, bann sollen Kanalanlagen, Deiche und Fluferegulierung alsbald in An­griff genommen werden. Carl Enderö.